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Rinder / Kühe

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Joachim Pense

unread,
Jan 12, 2002, 4:03:32 PM1/12/02
to
Hallo!

Heute hörte ich von einer Frau, die in einem oberhessischen
Nebenerwerbslandwirtschaftsbetrieb großgeworden ist, etwas mir ganz neues:

Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch unterscheidet man angeblich zwischen
"Kühen" (= solchen, die schon gemolken werden) und "Rindern" (Jungkühe, und
wahrscheinlich auch der Rest, also Bullen, Ochsen, Kälber etc.). Es ging
darum, dass normalerweise "Rinder" die Nacht auf der Weide verbringen,
während "Kühe" abends in den Stall getrieben werden.

Als landwirtschaftsferner Mensch kannte ich nur den Sprachgebrauch
"Rinder" für alle Mitglieder dieser Tierart, und Kühe für die weiblichen
(ggf. erwachsenen) Exemplare.

Kann jemand den landwirdschaftlichen Sprachgebrauch bestätigen?

Joachim

Markus Loch

unread,
Jan 12, 2002, 6:28:19 PM1/12/02
to
Joachim Pense schrieb:

> Als landwirtschaftsferner Mensch kannte ich nur den Sprachgebrauch
> "Rinder" für alle Mitglieder dieser Tierart, und Kühe für die weiblichen
> (ggf. erwachsenen) Exemplare.
>
> Kann jemand den landwirdschaftlichen Sprachgebrauch bestätigen?

Die Unterscheidung wird tatsächlich gemacht.

Kälber sind sehr junge Tiere beiderlei Geschlechts.
Will man das unterscheiden, sagt man Bullenkalb oder Kuhkalb.
Der Begriff gilt bis zum fünften Lebensmonat.

Rinder sind junge Kühe, die noch nicht getragen haben und
demzufolge noch keine Milch geben ((Jungfrauen)). Der Begriff wird von seiner
Natur her nur auf weibliche Tiere angewendet.

Je nach Gebiet gibt es für Rinder auch andere Bezeichnungen
Mir bekannt sind Färse (www.bauernhof.net/lexikon/lexi_kuh/faerse.htm)
und Bunnes (nur im moselfränkisch). Bunnes wird meist in der Diminutivform
angewendet und lautet dann in der Mehrzahl "Bunnesja".
Die Färse ist bereits geschlechtsreif hat aber noch nicht getragen.
Ich vermute, das ein Bunnes ein weibliches, noch nicht
geschlechtsreifes Tier nach dem Kalb-Stadium ist, weiss das aber nicht genau.

Kühe sind erwachsene Tiere, die Milch geben oder gegeben haben,
also schon einmal ein Kalb bekommen haben.

Bullen sind männliche Tiere, die geschlechtsreif sind
aber nicht zur Zucht verwendet werden. Davor heissen sie Jungbullen.

Stier und Ochse dürften klar sein

Hierzu eine kleine Abschweifung in die Welt des Hypertextes:
=================================================================
http://www.bellnet.com/suchen/wirtschaft/handwerk/fleischer.html
.....Hamburg - Fleischgroßhandel, Hochwertiges Fleisch vom Schwein,
Rind, Kalb, Färse, Bulle oder Ochse aus Norddeutschland. Party Service
-----------------------------------------------------------------

Auf Auktionen werden auch andere Unterscheidungen gemacht:
=================================================================
http://www.nabu.de/nh/200/einkauf200.htm
Folgende Rindfleisch-Kategorien werden unterschieden:
- Kalb (bis 150 Kilogramm Schlachtgewicht),
- Jungrind oder Absetzer (bis 12 Monate),
- Jungbulle (bis 24 Monate),
- Bulle (älter als 5 Jahre),
- Ochse (kastrierter Bulle),
- Färse oder Kalbin (Rind vor der ersten Kalbung, 12 bis 24 Monate),
- Kuh (Milch- oder Mutterkuh, älter als 2 Jahre).
-----------------------------------------------------------------
Hier drängt sich bei mir die Frage auf, wie wohl ein männliches Tier
von 2 bis 5 Jahren genannt wird?

Alles zusammen ist im bäuerlichen Umfeld "Rindvieh".
Ausserhalb davon -z.B. in der Zoologie- sagt man auch "Rinder"

Es gibt sicher noch dutzende andere Formen in den verschiedenen
deutschsprachigen Gebieten, die nur räumlich begrenzt verwendet werden
und bei denen es sich lohnen würde, sie mal zusammenzutragen.

Gruss

Markus

Markus Loch

unread,
Jan 12, 2002, 6:48:28 PM1/12/02
to
Markus Loch schrieb:

> und Bunnes (nur im moselfränkisch). Bunnes wird meist in der Diminutivform
> angewendet und lautet dann in der Mehrzahl "Bunnesja".

Habe gerade zwei Nachweise für Bunnes gefunden.

Wen's interessiert:

http://home.rhein-zeitung.de/~werner.schumacher/platt.htm

Es wird hier mit Kalb gleichgesetzt, aber ich glaube das ist ein Irrtum.

Nicht schlecht auch:

http://www.windsurfer-marco.de/freundebundeswehr.htm

M

Andreas Karrer

unread,
Jan 12, 2002, 8:37:39 PM1/12/02
to
* Joachim Pense <joachi...@hotmail.com>:


> Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch unterscheidet man angeblich zwischen
> "Kühen" (= solchen, die schon gemolken werden) und "Rindern" (Jungkühe, und
> wahrscheinlich auch der Rest, also Bullen, Ochsen, Kälber etc.). Es ging
> darum, dass normalerweise "Rinder" die Nacht auf der Weide verbringen,
> während "Kühe" abends in den Stall getrieben werden.

Das ist auch bei Bauern in der Schweiz so.

Kühe müssen zweimal täglich gemolken werden, da das auch auf den Alpen
(Almen) heute maschinell geschieht, müssen die Kühe abends in den
Stall, wo man sie bis zum Morgen lässt, weil sie dann ja wieder
gemolken werden müssen. Alpwirtschaften mit solcher Infrastruktur
(Strom, Milchpipeline ins Tal oder Käserei) liegen typischerweise unter
1500m; sie sind weder allzu steil noch steinig, weil Kühe fragiler sind
als Rinder.

Rinder (also 1-3 jährige Tiere, die noch nie gekalbert haben und daher
keine Milch geben) werden im Sommer auf viel höhere (bis 2000m) Alpen
getrieben. Die bleiben im allgemeinen nachts draussen, nur bei Schnee
oder sonstigen Unwettern holt man sie in Ställe oder Unterstände.
Rinder sind kleiner, fitter und geländegängiger als Kühe.

Bei Flurnamen von hoch gelegenen Alpen trifft man nicht selten auf
"Rinderalp" oder "Galtalp".

> Als landwirtschaftsferner Mensch kannte ich nur den Sprachgebrauch
> "Rinder" für alle Mitglieder dieser Tierart, und Kühe für die weiblichen
> (ggf. erwachsenen) Exemplare.

Das ist der wissenschaftliche Sprachgebrauch: Rinder/Bovinae als
Artenname/Unterfamilienname.

"Kuh" als Sammelbezeichnung für Kuh-Stier-Ochse-Rind-Kalb ist Städter-
oder Kindersprache. Bauern nennen nur weibliche Tiere, die schon einmal
gekalbert haben Kuh.

Die mir bekannten Bauern (sind nicht viele) benutzen für den
Oberbegriff Kuh-Stier-Ochse-Rind-Kalb meist einfach "Vieh" ("Veh"),
auch dann, wenn sie ausserdem Schweine, Schafe usw. halten.

- Andi

Joachim Pense

unread,
Jan 13, 2002, 3:09:34 AM1/13/02
to
Joachim Pense <joachi...@hotmail.com> wrote in
news:Xns9194E0200C9...@62.153.159.134:


> Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch unterscheidet man angeblich
> zwischen "Kühen" (= solchen, die schon gemolken werden) und "Rindern"
> (Jungkühe, und wahrscheinlich auch der Rest, also Bullen, Ochsen,
> Kälber etc.).

...


> Kann jemand den landwirdschaftlichen Sprachgebrauch bestätigen?

Eure Antworten bestätigen das offenbar, wobei "Rinder" sich (entgegen
meiner Vermutung) nur auf die Jungkühe bezieht. Ich schließe eine Frage
an:

Wie verhält sich "Rind" zu dem (auch in einem Beitrag erwähnten) Wort
"Färse"? Ist das eine rein regionale Geschichte?

Und wie ist es mit "Bulle" und "Stier"? Auch das scheint mir regional zu
sein (hier in der Gegend (um Mainz rum) sagt man "Bulle", wohl auch
weiter im Norden; in der Schweiz habe ich nur "Stier" gesehen.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Jan 13, 2002, 3:12:00 AM1/13/02
to

> Subject: Rinder / K he
> From: Joachim Pense <joachim_pense@

> Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch unterscheidet man angeblich
> zwischen "Kühen" (= solchen, die schon gemolken werden) und "Rindern"
> (Jungkühe, und wahrscheinlich auch der Rest, also Bullen, Ochsen,
> Kälber etc.).

...


> Kann jemand den landwirdschaftlichen Sprachgebrauch bestätigen?

Eure Antworten bestätigen das offenbar, wobei "Rinder" sich (entgegen

Tassilo Halbritter

unread,
Jan 13, 2002, 7:19:59 AM1/13/02
to
In article <Xns9194E0200C9...@62.153.159.134>, Joachim Pense

Jungkühe, die dem Kälberstadium entwachsen sind aber noch nicht
trächtig waren, also noch keine Milch geben, heißen in Österreich
Kalbinnen.
Rinder wird wirklich als Sammelbegriff für alle Altersstufen/
Geschlechter verwendet.

--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Als echter Kathole lebt man ja in einer magischen,
| | | |_| | von Halbgöttern, Elementargeistern und bald engli-
| | | _ | schem, bald satanischem Volk durchwobenen Welt.Da ge-
|_|a |_| |_|a hört auch ER zu den Mitbewohnern." (H.U.Geisler/desd)

Joachim Pense

unread,
Jan 13, 2002, 12:10:33 PM1/13/02
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote in
news:od534ukguao68n6ht...@4ax.com:

>
> Die halte ich für synonym, kenne aber dazu auch den Begriff

Wobei das im Standarddeutschen - zumindest meinem Sprachgefühl nach - nicht
so ganz stimmt;

Das Wort "Stier" weckt bei mir die Assoziazion an einen eher athletischen
Körperbau, wärend ein Bulle eher - na eben bullig ist.

Entsprechend nennt man ja auch die männlichen Exemplare besonders
gewichtiger Tierarten (Elefanten, Wale) "Bullen", nicht "Stiere".
Andererseits gibt es im Deutschen den "Stierkampf", nicht den Bullenkampf.
Und Europa wurde von einem Stier, nicht von einem Bullen entführt.

Joachim

Klaus Wacker

unread,
Jan 13, 2002, 4:51:07 PM1/13/02
to
Joachim Pense <joachi...@hotmail.com> wrote:

> Wie verhält sich "Rind" zu dem (auch in einem Beitrag erwähnten) Wort
> "Färse"? Ist das eine rein regionale Geschichte?

Aus dem Mecklenburgischen kenne ich noch "Starke" oder "Stärke".
Vermutlich plattdeutsch. Mein Onkel, der mecklenburger Landwirt war,
hat mir erklärt, dass das "richtige" Wort (also das hochdeutsche Wort,
das er auf der Landwirtschaftsschule gelernt hat) dafür "Färse" wäre.
Rind kenne ich nur als Bezeichnung für die gesamte Art.


--
Klaus Wacker wac...@Physik.Uni-Dortmund.DE
51°29'9"N 7°25'9"E http://www.physik.uni-dortmund.de/~wacker

One pecks in one's letter on a 'keyboard,' you see.

Andreas Karrer

unread,
Jan 14, 2002, 5:44:28 AM1/14/02
to
* Joachim Pense <joachi...@hotmail.com>:

> Wie verhält sich "Rind" zu dem (auch in einem Beitrag erwähnten) Wort
> "Färse"? Ist das eine rein regionale Geschichte?

Das, was die in der Gynäkologie Nullipara heisst, nennt man beim Hausrind
am manchen Orten der Schweiz "Gusti" (wobei mir das grammatikalische
Geschlecht nicht klar ist. Ich fand das Wort immer sehr merkwürdig,
"Gusti" ist natürlich auch eine Kurzform der Männernamen Gustav oder
August).

Also haben wir bisher Färse, Kalbin, Starke/Stärke und Gusti. Offenbar
*gibt* es regionale Unterschiede.

- Andi

Markus Loch

unread,
Jan 15, 2002, 8:54:31 PM1/15/02
to
> Jungkühe, die dem Kälberstadium entwachsen sind aber noch nicht
> trächtig waren, also noch keine Milch geben, heißen in Österreich
> Kalbinnen.

Soviel ich weis sind Kalbinnen zum erstenmal trächtige Färsen
während der Tragzeit.

Damit gibt es vier mögliche Lebensläufe für Rindvieh in menschlicher Obhut:

Bei weiblichen Tieren:
1.1 Kuhkalb
1.2.Färse oder Rind
1.3 Kalbin
1.4 Kuh

Männliche Tiere die nur wegen ihres Fleisches
gehalten und nicht zur Zucht verwendet werden:
2.1 Bullenkalb
2.2 Jungbulle
2.3 Bulle

Männliche Tiere die kastriert als Arbeittiere verwendet werden
3.1 Bullenkalb
3.2 (Jungbulle?)
3.3 Ochse/Ochs

Männliche Tiere die zur Zucht verwendet werden
4.1 Bullenkalb
4.2 Jungbulle
4.3 Bulle
4.4 Stier

Ausser bei Kalbin (1.3) bin ich mir sicher, dass das die offiziellen
gesamtdeutschen Bezeichnungen sind, so wie sie an den
Landwirtschaftsschulen gelehrt werden.

Für alle Begriffe gibt es regional unterschiedliche Bezeichnungen,
die möglicherweise alt sind. Diese sind

Bunnes für 1.2 nur moselfränkisch
Sterke (Stärke?) für 1.2 und 1.3
Starke für 1.4 mecklenburgisch
Gusti für 1.2 schweizerdeutsch (von Andreas Karrer, ohne weitere
Bestätigung)
Farre/Farren für 4.4 (unklar ob nicht 2.3 oder 3.3)
Kalbe auch für 1.3 ?
Hagen/Muni für 4.4 (unklar ob nicht 2.3 oder 3.3)

Für 1.1 (und 2.1 - 4.1 ?)

Möschpel HN ( wo liegt das?):
Mockel(e) (Heimat von Martin Gerdes, wo?):

Der URL http://www.geocities.com/mischa64de/abc/8.html bestätigt
Mockel. Ausserdem liefert er noch Motschkalb, Meisenkalb und Diesenkalb.
Für die letzten beiden ist an eine Geschlechtsunterscheidung im
Kalbstadium oder eine Farbvariante zu denken. Google liefert keine
weitere Bestätigung.
Auch "Möschpel" bleibt auf google unbestätigt.

"farre/farren" ohne weitere Erklärung auf
http://www.cis.uni-muenchen.de/kurse/stefan/semantik_ss99/bsp/tiere.html
http://www.pfarre-grinzing.at/bibel/sch_html/ebi_Num_29.htm
hier ist die wahrscheinlchste Erklärung 2.3

"farre/farren" mit Erklärung(=4.4 ob richtig?) auf
http://www.fas.net/wildefarren/

Gruss

Markus

PS.:Das ist nur eine Zusammenstellung, die einen Überblick liefern soll.
An Allem ist zu Zweifeln erlaubt und dann erwünscht wenn eine Begründung
mitgereicht wird.

Markus Loch

unread,
Jan 16, 2002, 5:59:40 PM1/16/02
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Markus Loch schrieb:

> > Soviel ich weis sind Kalbinnen zum erstenmal trächtige Färsen
> > während der Tragzeit.
>
> Wieviel weist Du uns denn so unkommatös? Du weißt, was ich meine?

Mein Bruder ist Landwirt und er hat mich auf diese Unterscheidung
aufmerksam gemacht war sich aber selbst nicht ganz sicher.
Um dich zu beruhigen habe ich mich im Internet umgesehen und
einen URL gefunden der die Vermutung meines Bruder bestätigt
und von mir hier aufgeführt wird ohne damit den Anspruch auf einen
hieb- und stichfester Beweis für die Ausgangsthese erheben zu wollen:

Zitat von http://home.t-online.de/home/katrin.scharnowski/mall/kuehe.htm

|Die Kühe brachten jährlich ein KaIb. Wenn sie nicht mehr trächtig wurden,
|wurden sie dem Metzger oder den Viehhändlern, den Juden Aaron und Wertheimer,
|übergeben. Die meisten weiblichen Kälber wurden schon nach acht Wochen
|verkauft, Stierkälber nach einem halben Jahr. Zur Zucht verwendete man die
|Gemeindefarren zwei bis sechs Jahre.
|
|Krankheit im Stall gefährdete das Betriebskapital. Dies war ein Grund zur
sorgfältigen Pflege. |Das Kälble trank am Euter der Mutter. Nach dem
"Abgewöhnen" wurde es
|Annebändling und bekam einen eigenen Standplatz an der Krippe. Mit sechs
|Monaten war es Raible. Jährig nannte man es Rendle.
|Wurde es zum Farren geführt und war zum erstenmal trächtig, hieß es Kalbel.
|Von da an blieb es Kuh.
Ende des Zitats

Die Schilderung ist lebensecht und deshalb vertrauenswürdig, wie ich meine.

Eine Unterscheidung in weibliche Rinder, die zum erstenmal trächtig sind,
und diejenigen, die bereits geboren haben, macht aus meiner Sicht Sinn.
Eine Färse, die unfähig ist ein Kalb zu gebären, ist für die Milcherzeugung
wertlos. Um aber ein Kalb gebären zu können, muss die Färse erstmal zeigen,
dass sie nicht unfruchtbar ist. Nachdem sie diesen Beweis erbracht hat
-etwa zwei Monate nach der Deckung durch den Farren- bekommt sie den
"Titel" Kalbe, was ungefär soviel bedeutet wie:

"Färse, die gezeigt hat, dass sie nicht unfruchtbar ist, die aber noch nicht
gezeigt hat, dass sie ein gesundes Kalb zur Welt bringen kann und somit
auch noch nicht gezeigt hat, dass sie für die Milcherzeugung verfügbar wäre."

Erst nach der Geburt eines Kalbes wird die Kalbel zur Kuh. Ich vermute,
dass dann ihr Netto-Preis (Preis abzüglich des Kalbes) auf dem Viemarkt
gestiegen ist.

Drei astreine URL für schweizerdeutsches Gusti für Färse (1.2) schickt mir Andy
http://www.zalp.ch/index2.html
http://www.sonntagszeitung.ch/1999/sz12/S119-2636.HTM
http://www.schulekapf.ch/Ueli/Wachteltext.htm

und ausserdem noch folgenden Hinweis:
|Für Muni=4.4. spricht die Tatsache, dass der Mensch (Tierarzt oder
|Besamer), der die Kühe künstlich befruchtet, in der Schweiz scherzhaft
|"Köfferli-Muni" (Köfferchen-Stier) genannt wird.

Beim Blättern im Internet (http://www.lebensmittellexikon.de/r0000380.htm)
habe ich noch folgendes gefunden.

Bulle: Bullen werden auch Stier, Farren oder Fasel genannt. Bullen
sind geschlechtsreife, männliche Rinder.
Färse: Färsen werden auch als Kalbe, Starke oder Queene bezeichnet. Färsen
sind weibliche Rinder, die noch nicht gekalbt haben.

Wenn auch die Begriffe teils falsch erklärt werden (Bulle = Stier)
halte ich die Begriffe selbst für authentisch.
Farren passt gut zu Fasel und wäre dann durch Rhotazismus entstanden.
Queene scheint urverwandt mit englisch "Queen" zu sein.
Kennt jemand das Gebiet, wo man das Wort Queene noch benutzt?
Möglicherweise ist es ein Lehnwort aus dem Dänischen.

Gruss

Markus

Florian Ritter

unread,
Jan 17, 2002, 9:27:16 AM1/17/02
to
Markus Loch <M...@rkusLo.ch> schreibt:

> Möschpel HN ( wo liegt das?):

Heilbronn, das wohl nicht mehr so ganz im Schwäbischen liegt. Der
erste private Rasiosender nannte sich merkwürdiger Weise
'Frankenradio'.

FR

Volker Gringmuth

unread,
Jan 17, 2002, 11:40:17 AM1/17/02
to
Florian Ritter (flor...@yahoo.com) wrote:

> erste private Rasiosender nannte sich merkwürdiger Weise

^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Au Tsch.


vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Die meisten Leute werden einmal das, was sie später sind.

Thomas Gerlach

unread,
Jan 12, 2002, 6:21:05 PM1/12/02
to
Joachim Pense wrote:
>
> Hallo!
>
> Heute hörte ich von einer Frau, die in einem oberhessischen
> Nebenerwerbslandwirtschaftsbetrieb großgeworden ist, etwas mir ganz neues:
>
> Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch unterscheidet man angeblich zwischen
> "Kühen" (= solchen, die schon gemolken werden) und "Rindern" (Jungkühe,

Das stimmt.

> und
> wahrscheinlich auch der Rest, also Bullen, Ochsen, Kälber etc.).

Nö. Rinder sind (in oberhessischen Betrieben ;-) ) weibliche
Rindviecher, die keine Kälber mehr sind und selbst noch keins zur Welt
gebracht haben (bzw. übergangsmäßig noch einige Zeit nach dem ersten
Kalb: "Ein Rind zu melken" ist wesentlich aufwendiger und gefährlicher
als eine Kuh zu melken).

Sammelbegriff ist in dem Fall "Rindvieh".

CU
Thomas
--
They also surf who only stand on waves.

Thomas Gerlach

unread,
Jan 16, 2002, 7:48:43 PM1/16/02
to
Markus Loch wrote:
>
> Erst nach der Geburt eines Kalbes wird die Kalbel zur Kuh. Ich vermute,
> dass dann ihr Netto-Preis (Preis abzüglich des Kalbes) auf dem Viemarkt
> gestiegen ist.

Das stimmt(e), macht aber angesichts eines Kuhpreises von gut 100 Euro
so gut wie keinen Unterschied mehr. :-/

CU
Thomas
--
You might have mail

Florian Ritter

unread,
Jan 20, 2002, 4:06:27 PM1/20/02
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schreibt:

> >Das stimmt(e), macht aber angesichts eines Kuhpreises von gut 100 Euro
> >so gut wie keinen Unterschied mehr. :-/
>

> Es soll dem Verlauten nach Zeiten gegeben haben, in denen
> man von BSE noch nichts wußte und nichts von Euros - aber in
> denen man dennoch schon Milch- und Viehwirtschaft getrieben
> hat.
Ich halte es mit der Maßregel, daß, sofern es einen bestimmten Begriff
giebt, man diesen auch sollte verwenden: in diesem Falle:
Weidewirtschaft. Gellwas? - FR

João Luiz

unread,
Jan 24, 2002, 2:49:25 AM1/24/02
to
Joachim Pense schrieb:

> Andererseits gibt es im Deutschen den "Stierkampf", nicht den Bullenkampf.

Joschka Fischer war kein Torero.

JL

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