Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Ursprung und Bedeutung von "Blasphemie"

79 views
Skip to first unread message

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 10:03:29 AM11/13/02
to
Wie kommt es eigentlich, dass "Blasphemie" im Deutschen (und wohl auch in
den meisten anderen Sprachen[?]) "GOTTESlästerung" bedeutet?

Interessanterweise wird nämlich in der Bibel der gr. Begriff "blasphe^mia"
explizit auch auf Menschen bezogen (mat12:31) und bedeutet dann schlicht
"lästern" - und das im 1. Jahrhundert u.Z. Dort scheinen sich auch die
meisten Bibelübersetzer und Kommentaren einig zu sein, zumal es sonst auch
gar keinen Sinn machen würde.

Wie kommt es nun, dass wir "Blasphemie" als Fremdwort benutzen, dass sich
ausschliesslich und explizit auf Gotteslästerung bezieht?


Wolfram Steinacker

unread,
Nov 13, 2002, 10:46:42 AM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:

Vielleicht daher, dass du nicht recht auf deine Muttersprache achtest.
Schon Langenscheidt erklärt:

"Blasphemie, die; -,-n 1. (rel.) Gotteslästerung 2. Verhöhnung, herablassende
Äußerung über etwas sehr hoch Geschätztes"

Grüße von
Wolfram

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 10:56:22 AM11/13/02
to

Nerv...bitte nur vernüftige Antworten (und die bitte mit Quellenangabe).

Blasphemie die, s. Gotteslästerung.
Quelle: Der Brockhaus in einem Band

Blas|phe|mie, die; -, -n [lat. blasphemia < griech. blasphemía = Schmähung,
zu: blasphemein = schmähen] (bildungsspr.): verletzende, höhnende Äußerung
über etw. Heiliges; Gotteslästerung;
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

Blas|phe|mie die; -, ...ien <über lat. blasphemia aus gr. blasphemía
«Schmähung» zu blasphemein «schmähen, lästern»; vgl. blamabel >:
Gotteslästerung, verletzende Äußerung über etwas Heiliges. Quelle: DUDEN -
Das große Fremdwörterbuch

blas|phe|misch <aus gr. blásphemos «lästernd, verleumdend»>: Heiliges
lästernd, verhöhnend; eine Gotteslästerung enthaltend.
Quelle: DUDEN - Das große Fremdwörterbuch

Blas|phe|mist der; -en, -en <zu ...ist>: Gotteslästerer.
Quelle: DUDEN - Das große Fremdwörterbuch

usw.

Dass ich weiss, was Blasphemie "wirklich" ist/heisst, denke ich, hätte
selbst dir nach meiner ausführlichen Darlegung klar sein müssen.

Meine Frage ist, wie es kommt, dass es de facto als Fremdwort speziell für
die Gotteslästerung bekannt ist und auch nur so benutzt wird.


Yvonne Steiner

unread,
Nov 13, 2002, 11:21:37 AM11/13/02
to
Timo Nentwig <t...@despammed.com> wrote:

> Wie kommt es eigentlich, dass "Blasphemie" im Deutschen (und wohl auch in
> den meisten anderen Sprachen[?]) "GOTTESlästerung" bedeutet?

Kann nicht jede öffentliche Lästerung als Blasphemie" bezeichnet werden,
sofern sie eine zerstörende Wirkung auf Mensch und Gesellschaft hat?

Yvonne Steiner

Lars Trebing

unread,
Nov 13, 2002, 11:21:36 AM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:

> Wie kommt es nun, dass wir "Blasphemie" als Fremdwort benutzen, dass
> sich ausschliesslich und explizit auf Gotteslästerung bezieht? |
|

*räusper* -----------------------------------------------------------´

Nun, vielleicht kommt das genauso wie z. B. "Hygiene" mittlerweile einen
ganz speziellen Aspekt der Sauberkeit bezeichnet, während "hygios" (ich
hoffe, daß ich das aus dem Gedächtnis richtig transkribiert habe) bei
den alten Griechen einfach nur "sauber" hieß. Das ist eben das Schicksal
sehr vieler Fremdwörter.

Wirsing!
ltrebing

--
The first time you'll get a Microsoft product that doesn't suck will be
the day they start producing vacuum cleaners.

Lars Trebing | http://www.ltrebing.de/ | mailto:ltre...@ltrebing.de

Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 11:22:11 AM11/13/02
to

Timo Nentwig schrieb:

http://www-user.uni-bremen.de/~wie/GNT/Matthew.html

Matt. 12:31 dia touto legw umin pasa amartia kai blasfhmia afeqhsetai
tois anqrwpois h de tou pneumatos blasfhmia ouk afeqhsetai

(Wenn das afeqhsetai von afihmi o.ä. kommen soll, müßte es afethsetai
heißen, genau wie antrwpois statt anqrwpois)

Wird ja auch schon da im Zhg. mit Gott besonders hervorgestellt und ist
nach Gemoll auch kein klassisches Wort, sondern speziell NT (auch wenn
sich sich leicht aus klassischen Wörtern herleiten läßt, "schädliches
Gerede"). NT-Quelle und Verwendung legen Bedeutungseinengung nahe; den
von Dir genannten Gegensatz sehe ich da nicht. "amartia", im Grunde
gleichbedeutend "Lästerei", hat es halt nicht in den dt. Wortschatz
geschafft, sonst wäre es da vermutlich ähnlich.

--
M.f.G.
Hans U. Geisler
Antworten ohne Klee

Oliver Wellinghoff

unread,
Nov 13, 2002, 11:26:58 AM11/13/02
to
Hallo Timo,

"Timo Nentwig" <t...@despammed.com> wrote:

>Dass ich weiss, was Blasphemie "wirklich" ist/heisst, denke ich, hätte
>selbst dir nach meiner ausführlichen Darlegung klar sein müssen.
>
>Meine Frage ist, wie es kommt, dass es de facto als Fremdwort speziell für
>die Gotteslästerung bekannt ist und auch nur so benutzt wird.

Wenn Dich der genaue historische Werdegang interessiert, solltest Du
in einem etymologischen Wörterbuch nachschlagen. Aber vielleicht
reicht Dir auch die Antwort, dass Worte hin und wieder zu einem
spezialisierten Begriff (gemacht) werden.

Ohne nachgeschaut zu haben, könnte ich mir folgenden Werdegang
vorstellen: in diesem Falle ist es ursprünglich die Blasphemie im
Sinne der Lästerung über etwas. Ob ich zu diesem Zeitpunkt nun sage,
dass jemand blasphemisch ist, oder dass er über etwas lästert, macht
also keinen Unterschied - oder doch: Blasphemie war auch damals ein
Fremdwort, und Fremdwörter finden im allgemeinen Sprachgebrauch meist
weit weniger Verwendung, als die muttersprachlichen Äquivalente, hier:
Lästerung.
Ich nehme nun an, dass die Begriffsverengung auf Gotteslästerung im
Kreise der Theologie stattgefunden hat. Als theologischer Fachbegriff
könnte das Wort überhaupt das erste Mal in großem Umfang Eingang in
die deutsche Sprache gefunden haben. Denn der deutsche Sprachraum ist
ein Gebiet, in dem der christliche Glauben einst größte Verbreitung
hatte. Und damit sind wir wieder bei dem allgemeinen Sprachgebrauch,
der es seitdem (von den Messen etc.) im ausschließlichen Sinne der
Gotteslästerung kennt.

Entschuldige den schwammigen Begriff des "allgemeinen
Sprachgebrauchs", aber es sollte dennoch verständlich sein, was ich
meine.

Schöne Grüße,

Oliver

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 12:04:09 PM11/13/02
to
Oliver Wellinghoff wrote:
> Ich nehme nun an, dass die Begriffsverengung auf Gotteslästerung im
> Kreise der Theologie stattgefunden hat. Als theologischer Fachbegriff

Naja, wenn du mit Theologie die Kirchen meinst, dann - haha - kann das schon
sein.

Ansonsten bin ich drauf gekommen, weil Paulus den Begriff in seinem Brief an
die Kolosser benutzt. Und da hat er ganz sicher nicht Gotteslästerung
gemeint (vgl. mit Jesu Worte).


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 12:07:16 PM11/13/02
to
Lars Trebing wrote:
> Das ist eben das Schicksal sehr vieler Fremdwörter.

Danke für deinen Kommentar.

Das habe ich nun auch schon festgestellt, dass das so ist. Im Gegensatz zu
einer Schule, wo für die Note eher die quantitative Mitarbeit zählt (und
damit der, der mehr sabbelt als man überhaupt sabbeln kann, weil die
Wahrheit in ihrer Quantität begrenzt ist. die bessere Note bekommt),
interessiert mich aber, warum das so ist und wie es dazu gekommen ist.

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 12:10:27 PM11/13/02
to

Herrje...

Das kannst du sicherlich machen, nur wird dich niemand (richtig) verstehen.
Ich möchte jedenfalls ganz vorsichtig behaupten, dass jeder Blasphemie mit
Gotteslästerung verbindet und nur damit. Und wenn man Blasphemie in einem
anderen Kontext benutzt, kann wird man deine Worte so verstehen, dass du
deiner Äusserung noch eine besondere Aussage hinzufügen möchtest, ihr noch
besonderen Nachdruck verleihen willst, indem du es auf religiöse Ebene
(->"schwarz-weiss") stellst.


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 12:19:24 PM11/13/02
to
Hans U. Geisler wrote:
> Bedeutungseinengung nahe; den von Dir genannten Gegensatz sehe ich da
> nicht. "amartia", im Grunde gleichbedeutend "Lästerei", hat es halt
> nicht in den dt. Wortschatz geschafft, sonst wäre es da vermutlich
> ähnlich.

Harmatia heisst Sünde, bspw. wird so übersetzt. wörtl. heisst es soviel wie
"verfehlen", i.S.v. ein Ziel verfehlen oder nicht erreichen, einen Weg oder
das Richtige verfehlen. Das wird durch Jakobus auch noch mal dezidiert
bestätigt.

Da steht [Jesus spricht:] Daher sage ich euch, jede Art von Sünde (harmatia)
und Lästerung (blasphe^mia) wird den Menschen vergeben werden, nicht aber
das Lästern (blasphe^mia) gegen den Geist(=Gott).

Ich finde den Gegensatz recht deutlich; ich kann dir nicht folgen.


Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 12:38:59 PM11/13/02
to

Timo Nentwig schrieb:


>
> Hans U. Geisler wrote:
> > Bedeutungseinengung nahe; den von Dir genannten Gegensatz sehe ich da
> > nicht. "amartia", im Grunde gleichbedeutend "Lästerei", hat es halt
> > nicht in den dt. Wortschatz geschafft, sonst wäre es da vermutlich
> > ähnlich.
>
> Harmatia heisst Sünde, bspw. wird so übersetzt. wörtl. heisst es soviel wie
> "verfehlen", i.S.v. ein Ziel verfehlen oder nicht erreichen, einen Weg oder
> das Richtige verfehlen. Das wird durch Jakobus auch noch mal dezidiert
> bestätigt.

Aha. Dann hatte ich das schief in Erinnerung. "Sünde" ist allerdings
auch speziell mit Verstoß gegen Gottes Gebote besetzt und hatte diesen
Sinn (selbst) im NT vermutlich (noch) nicht. Dann also "Verfehlung."
Schau mal einen Vers weiter am Ende: Da steht etwas von "weder heute und
morgen" (weder in dieser Zeit noch in Zukunft), wenn ich mich nicht
wieder täusche, und in der Übersetzung (jedenfalls der, die ich
gegoogelt hatte) ist daraus auf einmal "in dieser Welt und in der
Nächsten" geworden. Das Original war dem Übersetzer wohl nicht jenseitig
genug, also hat er etwas Metaphysik hineingebracht, und dito ist es wohl
mit der Bedeutung der Wörter geschehen.

>
> Da steht [Jesus spricht:] Daher sage ich euch, jede Art von Sünde (harmatia)
> und Lästerung (blasphe^mia) wird den Menschen vergeben werden, nicht aber
> das Lästern (blasphe^mia) gegen den Geist(=Gott).
>
> Ich finde den Gegensatz recht deutlich; ich kann dir nicht folgen.

Ist, glaube ich, inzwischen alles dazu gesagt.

Tassilo Halbritter

unread,
Nov 13, 2002, 1:00:29 PM11/13/02
to
In article <3DD27C33...@web.de>, Hans U. Geisler
<URL:mailto:kleea...@web.de> wrote:
>
>

>
> Matt. 12:31 dia touto legw umin pasa amartia kai blasfhmia afeqhsetai
> tois anqrwpois h de tou pneumatos blasfhmia ouk afeqhsetai
>
> (Wenn das afeqhsetai von afihmi o.ä. kommen soll, müßte es afethsetai
> heißen, genau wie antrwpois statt anqrwpois)
>

Wofür w und h stehen ist klar (Ähnlichkeit im Aussehen) aber wofür
steht das q? Für ein Theta? Und wie wird der spiritus asper umschrie-
ben, wenn das h schon als e verwendet wird?

--
_____ _ _ reply to: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt in der Geschichte so manche glaubenlose
| | | |_| | Epoche, die sich im politischen Wahnsinn einen
| | | _ | Ersatz für religiösen Wahnsinn schafft."
|_|a |_| |_|a (Joachim Fernau)

Message has been deleted

René

unread,
Nov 13, 2002, 1:19:52 PM11/13/02
to

"Lars Trebing" <ltre...@ltrebing.de> wrote in message
news:3DD27C10...@ltrebing.de...

> Nun, vielleicht kommt das genauso wie z. B. "Hygiene" mittlerweile
einen
> ganz speziellen Aspekt der Sauberkeit bezeichnet, während "hygios"
(ich
> hoffe, daß ich das aus dem Gedächtnis richtig transkribiert habe) bei
> den alten Griechen einfach nur "sauber" hieß. Das ist eben das
Schicksal
> sehr vieler Fremdwörter.

Paedagogen nehmen sich mittlerweile auch der Maedchen an. Und Paedophile
lieben nicht nur Knaben.


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 1:29:39 PM11/13/02
to
Hans U. Geisler wrote:
> Timo Nentwig schrieb:
>>
>> Hans U. Geisler wrote:
>>> Bedeutungseinengung nahe; den von Dir genannten Gegensatz sehe ich
>>> da nicht. "amartia", im Grunde gleichbedeutend "Lästerei", hat es
>>> halt nicht in den dt. Wortschatz geschafft, sonst wäre es da
>>> vermutlich ähnlich.
>>
>> Harmatia heisst Sünde, bspw. wird so übersetzt. wörtl. heisst es
>> soviel wie "verfehlen", i.S.v. ein Ziel verfehlen oder nicht
>> erreichen, einen Weg oder das Richtige verfehlen. Das wird durch
>> Jakobus auch noch mal dezidiert bestätigt.
>
> Aha. Dann hatte ich das schief in Erinnerung. "Sünde" ist allerdings
> auch speziell mit Verstoß gegen Gottes Gebote besetzt und hatte diesen
> Sinn (selbst) im NT vermutlich (noch) nicht. Dann also "Verfehlung."

Hnnnja, Sünde ist wohl ein religiöser Begriff, er ist aber eigentlich eher
irreführend. In der Bibel steht auch nichts von Bischöfen und Diakonen
usw. - das sind alles Begriffe, die sich die kath. Kirche mal ausgedacht
hat, obwohl da eigentlich Älteste (ältere Männer) oder Dienstamtgehilfe im
Text steht (wer dazu etwas weiss, möge sich bitte bei mir melden :).

Ich will nicht zu weit vom Thema abkommen, aber die Bibel ihrerseits hat
eine Aufgabe für die Menschen, nämlich das Predigen der "Guten Botschaft"
und das Jüngermachen. Das ist deine Pflicht, ob's dir passt oder nicht. Wird
auch von Jakobus bestätigt (wenn jemand weiss, was er tun soll und er tut es
nicht, so ist es ihm "Sünde"; werdet indes Täter des Wortes und nicht nur
Höhrer).

Ich müsste jetzt weiter ausholen, als es für die Gruppe und diesen Thread
hier angebracht wäre, und auf Fragen wie den Sinn und Zweck Jesu
Loskaufopfer eingehen; in aller Kürzer kann man sagen, wenn du nicht Gott
dienst, dann sündigst du und du sündigst auch dann schon, wenn du nicht das
machst, was in Mat24:14 steht, nämlich die Botschaft von Königreich Gottes
auf der gesamten Erde zu predigt, alle Nationen zu einem Zeugnis - Gott
stände nämlich ziemlich schlecht da und hätte Probleme sich zu
rechtfertigen, wenn er es krachen lassen würde und 6 Mrd. Menschen sagen ihm
dann, sie haben noch nie von ihm gehört. Dann kann er's sich mit Har Magedon
gleich sparen.

Nebenbemerkung: Obwohl die Kreuzzüge sicherlich zur Verbreitung der
Botschaft beigetragen haben, würde ich sie dennoch als Sünde bezeichnen ;)

Die Einführung des Begriffes Sünde hat m.E. eher zur Verfälschung des
Inhalts beigetragen, heute sind alle der Meinung, zu sündigen würde bedeuten
aktiv etwas falsch zu machen (und das auch noch so richtig, Massenmord oder
so, der Massstab sinkt aber immer weiter), dabei reicht Passivität schon
aus.

Hm, jetzt wo du's sagt...wäre auch interessant, etwas über den Ursprung des
Begriffes Sünde zu erfahren... ;)

> Schau mal einen Vers weiter am Ende: Da steht etwas von "weder heute
> und morgen" (weder in dieser Zeit noch in Zukunft), wenn ich mich
> nicht wieder täusche, und in der Übersetzung (jedenfalls der, die ich
> gegoogelt hatte) ist daraus auf einmal "in dieser Welt und in der
> Nächsten" geworden. Das Original war dem Übersetzer wohl nicht
> jenseitig genug, also hat er etwas Metaphysik hineingebracht, und
> dito ist es wohl mit der Bedeutung der Wörter geschehen.

In der Offenbarung ist von einer Schlacht von Har Magedon ("Berg von
Meggido") die Rede, die etwa mit der Sintflut vergleichbar ist, zumindest
wird gesagt, dass es so sein wird, wie in den Tagen der Sintflut (sie assen
und tranken und namen keine Notiz, bis Noah in die Arche ging und es anfing
zu giessen, und einer daran anschliessenden Milleniumsherrschaft Christi,
also 1000 Jahren, in der die Menschen wieder zur Vollkommenheit geführt
werden, bevor dann der Satan, der in Har Magedon gebunden worden ist,
nochmals losgelassen wird und da dann wieder Menschen "wie Sand am Meer" von
Gott abtrünnig macht. In Grunde dasselbe, wie auch schon bei Adam und Eva,
nämlich die Menschen werden vor die Wahl gestellt, autonom (gr.
autos=selbst, gr. nomos=Gesetz, sich selbst also Gesetz sein) zu sein oder
eben Gott untergeordnet und ihm zu dienen.

Und wenn du da dann Blasphemie (Gotteslästerung) betreibst - ich denke, das
dürfte allen kalr sein - dann kriegst du natürlich ganz schnell eines auf
die Rübe, weil Gott das Spielchen ja nicht immer und immer wieder mitmacht,
sondern genau 1x (->"Präzedenzfall"). Laut der Bibel werden die Menschen
nach dieser "End-End-Prüfung", also nach der Prüfung nach den 1000 Jahren,
wieder in ein Verhältnis mit Gott gekommen sein, wie es Adam und Eva einst
waren. Man kann sich jetzt streiten, ob jemand, der das überlebt, auf die
Idee kommen würde, Blasphemie zu betreiben, nachdem man als Vollkommener
Mensch, also wie Adam, Eva und Jesu, bestanden hat. Ich meine nein, aber das
gehört hier wohl nicht hin :)

Jedenfalls, wenn aus irgendwelchen Gründen doch, dann Rübe ab, Jesu
Loskaufopfer war/ist schliesslich nicht für Vollkommene Menschen sein (kann
es auch gar nicht), sondern eben für Sünder, wegen denen ist er ja überhaupt
erst gekommen. Am Ende der 1000 Jahre sind die Menschen aber Vollkommen und
dann kann sich jeder Einzelne überlegen, ob sie von der verbotenen Frucht,
von der Adam und Eva einst nahmen, nehmen, oder eben diesmal nicht.

>> Da steht [Jesus spricht:] Daher sage ich euch, jede Art von Sünde
>> (harmatia) und Lästerung (blasphe^mia) wird den Menschen vergeben
>> werden, nicht aber das Lästern (blasphe^mia) gegen den Geist(=Gott).
>>
>> Ich finde den Gegensatz recht deutlich; ich kann dir nicht folgen.
>
> Ist, glaube ich, inzwischen alles dazu gesagt.

Hoffe, ich meinerseits habe auch Klarheit verschafft :)

Über den Ursprung des Wortes bin ich zwar noch kein bisschen schauer, aber
nun gut ;)

Gruss
Timo


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 1:39:12 PM11/13/02
to
René wrote:
> Paedagogen nehmen sich mittlerweile auch der Maedchen an. Und
> Paedophile lieben nicht nur Knaben.

Danke für deinen Kommentar.

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 1:44:42 PM11/13/02
to
Tassilo Halbritter wrote:
> Wofür w und h stehen ist klar (Ähnlichkeit im Aussehen) aber wofür
> steht das q? Für ein Theta? Und wie wird der spiritus asper umschrie-

Theta, ja. Ob das so "offiziell" richtig ist, kann ich dir auch nciht sagen,
aber es ist halt auf der Taste "q", wenn du einen griechischen Font
benutzt...

> ben, wenn das h schon als e verwendet wird?

Na, ist doch klar:

Lenis: *)
Asper: *(

Bzw. eben:

*)EN A)RXH=| H)=N O( LO/GOS, KAI\ QEO\S H)=N O( LO/GOS. OU(=TOS H)=N E)N
A)RXH=| PRO\S TO\N QEO/N. PA/NTA DI' AU)TOU= E)GE/NETO, KAI\ XWRI\S AU)TOU=
E)GE/NETO OU)DE\ E(/N. O(\ GE/GONEN E)N AU)TW=| ZWH\ H)=N, KAI\ H( ZWH\ H)=
TO\ FW=S TW=N A)NQRW/PWN. KAI\ TO\ FW=S E)N TH=| SKOTI/A| FAI/NEI, KAI\ H(
SKOTI/A AU)TO\ OU) KATE/LABEN.

Alles klar? ;-)

Nachzulesen auf: http://www.java.utoronto.ca/~brucerob/DisplayGreek/

Schreib halt einfach ein "h". Für das einzige griechische Wörterbuch, das
ich bislang im Netz gefunden habe, ist Eta "e^". Und selbst wenn nicht,
niemand wird auf die Idee kommen "ho" für ein Eta zu halten ;)


Lars Trebing

unread,
Nov 13, 2002, 1:46:01 PM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:

> Lars Trebing wrote:
>
>> Das ist eben das Schicksal sehr vieler Fremdwörter.
>

> [...]


>
> Das habe ich nun auch schon festgestellt, dass das so ist. Im

> Gegensatz zu einer Schule, wo [...] der, der mehr sabbelt als man


> überhaupt sabbeln kann, weil die Wahrheit in ihrer Quantität begrenzt
> ist. die bessere Note bekommt),

Wenn das ein Kompliment sein soll, darfst du es gerne behalten - es ist
nämlich völlig daneben.

> interessiert mich aber, warum das so ist und wie es dazu gekommen ist.

Ich hätte eigentlich gedacht, daß das so trivial ist, daß man es gar
nicht so genau zu erklären braucht:

Im allgemeinen werden Fremdwörter dann "importiert", wenn man ein neues
Phänomen beschreiben will, für das es in der eigenen Sprache noch kein
gängiges Wort gibt. Beispiel: Im Englischen ist ein "keyboard"
ursprünglich ein Schlüsselbrett; durch die zusätzliche Bedeutung "Taste"
für "key" gibt es für "keyboard" auch die Bedeutung "Tastatur", speziell
"Klaviertastatur". Die vor relativ kurzer Zeit erfundenen elektronischen
Orgeln, die äußerlich eigentlich kaum mehr als so eine Tastatur sind,
bekamen ebenfalls diese Bezeichnung; dieser Name wurde dann auch im
Deutschen für solche Geräte übernommen, ohne die restlichen Bedeutungen
des Wortes mitzuimportieren.

Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 1:58:21 PM11/13/02
to

Timo Nentwig schrieb:
>
> Hans U. Geisler wrote:

> > Timo Nentwig schrieb:


> >>
> >>
>
> Über den Ursprung des Wortes bin ich zwar noch kein bisschen schauer, aber
> nun gut ;)
>

Kuck einfach im Gr.Wb Deiner Wahl nach der Vorsilbe "blab/p/tt", das hat
immer etwas mit "schaden" und so zu tun (Wurzel sicherlich
"blatt/blapt". Und "phämi" (oder wie immer man das schreiben soll, ist
eh klar. Bei "blasphämi" wirst Du aber den Eintrag "NT" finden.

Nun muß ich doch noch 'was loswerden:

Daß religöse Texte ihren eigentlichen religiösen und jenseitigen Sinn
erst im Laufe einer langen Überlieferung auch durch Bedeutungsänderung
bekommen, scheint mir recht offensichtlich zu sein. In der heutigen FAZ
war dazu etwas zum Koran: Diese netten jungen Damen, die sich so
hingebungsvoll im Paradies um den wahren Christen, hätte ich fast
geschrieben, kümmern (Antrieb genug für ein Allah gefälliges Leben, kann
ich mir vorstellen), und der dort fließende Honig beruhen, wie ein
(selbstverständlich: westlicher) Sprach&Koranforscher offenbar
stichhaltig herausgefunden hat, offenbar auf einem tradierten
Verständnisfehler. In Wahrheit soll es sich bei den Damen um relativ
belanglose Lebensmittel, glaube Früchte, handeln, und beim Honig - weiß
nicht mehr, jedenfalls nichts Spektakuläres. Und vor allem keine netten
jungen Damen weit und breit. Also jedenfalls für einen Früchtekorb würde
ich mich nicht in die Luft sprengen.

Oder nehmen wir das NT: "pneuma" wird da ständig mit "Heiliger Geist"
oder so wiedergegeben (vermute ich, bin kein NT-Leser), obwohl es da
doch auch das wort "qeos" (theos, Gott) gibt. Warum werden beide Worte
in 1 gelegt, obwohl doch vermutlich Unterschiedliches gemeint ist?
"pneuma" heißt ursprüchlich "Lufthauch", dann "Atem", dann, wenn man so
will, vielleicht "Seele." Das aber ursprünglich sicherlich nicht in
einem (direkten) Gotteszusammenhang, sondern vielleicht - das Teil ist
ja sehr griechisch geprägt - als Bezeichnung dessen, was Sokrates laut
Platon seinen "Dämon" nannte, also die innere moralische Instanz, das
Gewissen. Wenn man das NT einmal probeweise von dem ganzen religösen
Wortschatz befreite und stattdessen neutrale Begriffe verwendete (also
etwa "pneuma" immer mit "Gewissen" übersetzte), bliebe vielleicht (von
dem seinerzeit ja sehr populären und gewiß aus Gründen der
Öffentlichkeitsarbeit erst viel später hinzugefügten Wunderkram mal
abgesehen) sehr viel weniger Religion und sehr viel mehr praktische
Philosophie und Selbst- und Anderenverantwortlichkeitslehre übrig.
Aufgepeppt mit Göttlichkeit und reduziert um die Philosophie wurde der
Text vermutlich erst durch Überlieferung, Bedeutungswandel und vor allem
Übersetzung und Zudichtung: Von der Hölle steht, glaube ich, im NT kein
einziges Wort.

Von alledem habe ich nun allerdings wirklich überhaupt keine Ahnung.

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 13, 2002, 1:58:09 PM11/13/02
to
Timo Nentwig <t...@despammed.com> wrote:

Das Wort ist alltagssprachlich überflüssig. Da gibt es ja "Lästerung",
was in allen Bereichen angewandt werden kann.

Die eingeengte Bedeutung des Fremdwortes erklärt sich aus der
Zugehörigkeit des Wortes zu einer Fachsprache.

Die Einengung der Bedeutung von Fremdwörtern im Vergleich zur
Herkunftssprache ist ein häufiger Vorgang.

Ralf

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 13, 2002, 1:58:08 PM11/13/02
to
Tassilo Halbritter <usene...@gmx.de> wrote:

> In article <3DD27C33...@web.de>, Hans U. Geisler
> <URL:mailto:kleea...@web.de> wrote:
> >
> >
>
> >
> > Matt. 12:31 dia touto legw umin pasa amartia kai blasfhmia afeqhsetai
> > tois anqrwpois h de tou pneumatos blasfhmia ouk afeqhsetai
> >
> > (Wenn das afeqhsetai von afihmi o.ä. kommen soll, müßte es afethsetai
> > heißen, genau wie antrwpois statt anqrwpois)
> >
>
> Wofür w und h stehen ist klar (Ähnlichkeit im Aussehen) aber wofür
> steht das q? Für ein Theta? Und wie wird der spiritus asper umschrie-
> ben, wenn das h schon als e verwendet wird?

Für das theta. Das ist Beta Code, eine Umschrift des Altgriechischen in
ASCII.

Ralf

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 2:02:51 PM11/13/02
to
Lars Trebing wrote:
>Wenn das ein Kompliment sein soll, darfst du es gerne behalten - es ist
>nämlich völlig daneben.

Es sollte jedenfalls keine Beleidigung sein. Völlig danenben ist es
allerdings deswegen nicht :)

> als so eine Tastatur sind, bekamen ebenfalls diese Bezeichnung;

Inzwischen sagen zwar auch die Amis CD burning, statt writing, aber Handy
sagen sie noch immer nicht ;)

> dieser Name wurde dann auch im Deutschen für solche Geräte
> übernommen, ohne die restlichen Bedeutungen des Wortes
> mitzuimportieren.

Ja, naja, ist ja im Grunde schon richtig. "Ohnmacht" war ursprünglich
bestimmt mal "Ohne Macht", wenn ich aber mit meinem Schiff auf offenen Meer
gepustet werde, sage ich ja auch die, dass ich durch die Strömung und den
Wind ohnmächtig werde. Und ein Herr Müller ist heute wohl auch nur noch
selten in gleichnamigen Beruf tätig.

Aber in dem Fall wohl ein eher unpassender Vergleich, Blasphemie heisst ja
dasselbe wie lästern, nur, dass es einmal an einen Menschen und einmal an
Gott gerichtet ist. Und wir verstehen darunter heute eben nur noch das
Lästern, dass an Gott gerichtet ist.

Ob ich nun dich oder meine Katze ärger, es bleibt dasselbe Wort für
denselben Sachverhalt, nämlich ärgern und ich kann's drehen und wenden, wie
ich will und jeder versteht's richtig.

Würde man so aber umgekehrt die Bibel übersetzen, würde da ziemlich
unverständlicher Blödsinn drinstehen...im übrigen findet die Bibel -
vielleicht eine nicht unwichtige Information - weder das eine Lästern noch
das andere sonderlich lustig; das Verspotten von Menschen setzt Paulus mit
sonstiger Verfolgung gleich, also bis hin zu Mord und dergleichen.

Tja, bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum der Ami "my two cents"
sagt... ;) Wenn das jemand weiss, bitte bei mir melden ;)


Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 13, 2002, 2:24:11 PM11/13/02
to
Timo Nentwig <t...@despammed.com> wrote:

>
> Inzwischen sagen zwar auch die Amis CD burning, statt writing, aber Handy
> sagen sie noch immer nicht ;)
>

<http://www.wired.com/wired/archive/8.09/mustread.html?pg=9>

Ralf

Wolfram Steinacker

unread,
Nov 13, 2002, 2:25:19 PM11/13/02
to
"Hans U. Geisler" wrote:

> Übersetzung und Zudichtung: Von der Hölle steht, glaube ich, im NT kein
> einziges Wort.
>

Dafür von hades, gehenna, abyssos u.v.a.

aber wir kommen ab...

Wolfram Steinacker

unread,
Nov 13, 2002, 2:28:18 PM11/13/02
to

Silke Pohl

unread,
Nov 13, 2002, 2:36:57 PM11/13/02
to
Lars Trebing wrote:

> während "hygios" (ich hoffe, daß ich das aus dem Gedächtnis richtig
> transkribiert habe) bei den alten Griechen einfach nur "sauber" hieß.

Nicht so ganz: hygieinos = gesund, heilsam, der Gesundheit
zutraeglich; he
hygieia = Gesundheit.

zu Blasphemie:
blaspheméo heisst tatsaechlich in erster Linie "Böses reden,
verleumden,
lästern"; entsprechend he blasphemia "Verleumdung, Schmähung,
Lästerung;
bes. Gotteslästerung NT" (= im Neuen Testament)
Das mit der Spezifizierung der Wotbedeutung ist also richtig - wenn
man
jetzt noch wissen will, in welchem Zeitraum das geschehen ist, sollte
man in
ein wissenschaftliches Griechischlexikon schauen - ich hab hier nur
den
G-Moll zur Hand. Frag doch einfach mal bei de.etc.sprache.klassisch.

Grüße,
Silke

PS. bei Pädophilie und Pädogogen sollte man vielleicht beachten, dass
mit pais auch einfach "Kind" heißen kann.

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 2:49:50 PM11/13/02
to

LOL

Na, hoffentlich ist der Euro dann auch bald 2 Dollar wert :)


Reinhard Gonaus

unread,
Nov 13, 2002, 3:21:07 PM11/13/02
to
On Wed, 13 Nov 2002 19:29:39 +0100, "Timo Nentwig" <t...@despammed.com>
wrote:


>Die Einführung des Begriffes Sünde hat m.E. eher zur Verfälschung des
>Inhalts beigetragen, heute sind alle der Meinung, zu sündigen würde bedeuten
>aktiv etwas falsch zu machen

I wo!
Heute sind alle der Meinung, Sündigen bedeute Rumvögeln oder einen
Diätfehler machen.

Reinhard
--
Dieses, unser Leben, wem kann ich es vergleichen?
Dem Spiegelbild des Mondes in einem Tropfen Tau,
glitzernd am Schnabel der wilden Ente.
(Dogen Zenji)

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 3:39:46 PM11/13/02
to
Hans U. Geisler wrote:
> stichhaltig herausgefunden hat, offenbar auf einem tradierten
> Verständnisfehler. In Wahrheit soll es sich bei den Damen um relativ

Naja, also in der Bibel ist es zumindest so, das dort jede Menge symbolisch
gemeint ist. Damit werden mitunter - wie ich finde - unheimlich komplexe
Gedanken mit unglaublich simpler Sprache induziert.

Wenn da steht, dass jemand, der krank ist, von den "Ältesten" (älteren
Männern) mit Öl eingerieben werden soll und es ihm zu Wohl sein wird, dann
ist das nicht umbedingt immer wörtlich aufzufassen ;)

> netten jungen Damen weit und breit. Also jedenfalls für einen
> Früchtekorb würde ich mich nicht in die Luft sprengen.

Ich habe gerade ein N24-Spezial zum aktuellen Bin-Laden-Tape gesehen und
grübel noch immer, ob der Sprecher das ernst gemeint hat, dass die meisten
Gefangenen in Guantanamo weder jemals Bin Laden getroffen hätten noch auch
nur wüssten, dass die Erde rund ist...

Und die ganzen Jungfrauen, die die da im Paradies bekommen, die sind doch
auch recht schnell aufgebraucht und ewiges Leben ist lang...ausserdem, in
der Welt hier gibt's doch auch Jungfrauen, wozu muss ich mein ganzes LEben
denn für Aufopfern, wenn ich etwas suche, was ich auch so haben könnte...

> Oder nehmen wir das NT: "pneuma" wird da ständig mit "Heiliger Geist"
> oder so wiedergegeben (vermute ich, bin kein NT-Leser), obwohl es da

Also, ich bin noch nicht sooo belesen in den griechischen Schriften, aber
pneuma _allein_ wird so ziemlich nie (?) mit "Heiliger Geist" übersetzt. In
Off13:15 wird es in dem Sinn benutzt, dass dem Wilden Tier Atem eingehaucht
wird, also lebendig/aktiv wird. Also ganz normal. In 2. Timotheus 1:14 steht
pneumatos hagiou - aber nun, heilig heisst nunmal heilig und Geist Geist...

> doch auch das wort "qeos" (theos, Gott) gibt. Warum werden beide Worte
> in 1 gelegt, obwohl doch vermutlich Unterschiedliches gemeint ist?

Versteh' nicht, was du meinst... Ja, mit beiden ist Unterschiedliches
gemeint.

> "pneuma" heißt ursprüchlich "Lufthauch", dann "Atem", dann, wenn man
> so will, vielleicht "Seele." Das aber ursprünglich sicherlich nicht in

Also, ich meine mich dunkel an meine ersten Griechischstunden in der Schule
zu erinnern, dass pneuma im Sinne des Lebendigmachens benutzt wird. Ich
weiss jetzt nicht, ob pneuma auch an der Stelle benutzt, in der Gott dem
MEnschen zu Beginn der Schöpfung "Odem" einhaucht...

In Jakobus 2:26 taucht das Wort auf: So wie der Körper ohne pneuma tot ist,
so ist er auch ohne Glauben und Werke tot.

> einem (direkten) Gotteszusammenhang, sondern vielleicht - das Teil ist
> ja sehr griechisch geprägt - als Bezeichnung dessen, was Sokrates laut
> Platon seinen "Dämon" nannte, also die innere moralische Instanz, das

Der gr. Begriff daemon taucht nur in Mat8:31 auf, an anderen Stellen steht
daimonion. Pneuma wird (neben daimonizomevous, von Dämonen besessen) in
diesem Zusammenhang u.a. in Mat8:16 und Luk7:21 (böser Geist) benutzt, in
Mar8:17 steht kwphon pneuma (tauber Geist). Unreiner Geist fällt mir noch
ein...

> Gewissen. Wenn man das NT einmal probeweise von dem ganzen religösen
> Wortschatz befreite und stattdessen neutrale Begriffe verwendete (also
> etwa "pneuma" immer mit "Gewissen" übersetzte), bliebe vielleicht (von

Nanana, nee, heiliger Geist ist etwas ganz anderes als Gewissen. Ich nehme
an, da gibt es Uneinigkeit unter den Religionsgemeinschaften, aber der
Heilige Geist ist Gottes "wirksame Kraft".

Bei Gewissen fällt mir Röm2:15 ein, da steht suneideseos.

> dem seinerzeit ja sehr populären und gewiß aus Gründen der
> Öffentlichkeitsarbeit erst viel später hinzugefügten Wunderkram mal
> abgesehen) sehr viel weniger Religion und sehr viel mehr praktische
> Philosophie und Selbst- und Anderenverantwortlichkeitslehre übrig.

Es sei denn, dieser "Wunderkram" hat tatsächlich stattgefunden :) Wobei ich
mit "Wunderkram" nicht meine, dass vor 2000 Jahren jemand im nahen Osten 3,5
Jahre gepredigt hat und das die gesamte Weltgeschichte grundliegend
beeinflusst hat, bis heute, bis Bin Laden mit Kreuzzügen, Inquisition,
Hitler und allem drum und dran.

> Aufgepeppt mit Göttlichkeit und reduziert um die Philosophie wurde
> der Text vermutlich erst durch Überlieferung, Bedeutungswandel und
> vor allem Übersetzung und Zudichtung: Von der Hölle steht, glaube
> ich, im NT kein einziges Wort.

LOL! Ja, da steht kein einziges Wort davon, das stimmt. Aber pssst, der
Papst hat das inzwischen (1999) auch schon indirekt zugegeben. Die Gehenna
war quasi der Müllplatz von Jerusalem, wo ewig ein Feuer brannte, was wohl
mit Schwefel versetzt wurde. Und Meggido (Har Magedon) gab' es auch wirklich
(gibt's sogar heute noch, die Überreste) und war eine stategisch wichtige
Stadt auf einem Berg.

Bei Hollywood ist es allerdings ein Felsblock, der auf die Erde zufliegt von
von Bruce Willies gerettet wird. Von einem Felsblock auf der Erde will
keiner was hören, lässt du ihn durch All fliegen und pappst eine dusslige
GEschichte drum herum, wird's ein Welterfolg.

Das hätte sich vermutlich nicht einmal Noah vorstellen können.


Felix Neumann

unread,
Nov 13, 2002, 3:49:42 PM11/13/02
to
Timo Nentwig scripsit:

[Hölle]


> LOL! Ja, da steht kein einziges Wort davon, das stimmt.

Mt 5,30; Mt 10,28; Mt 11,23; Mt 16,18; Mt 23,15; Mk 9,43; Mk 9,45;
Lk 10,15; Lk 12,5; Lk 16,23; 1.Kor 15,55; Jak 3,6; 2.Petr 2,4;
Offb 1,18; Offb 6,8.

-fn-

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 3:55:39 PM11/13/02
to
Wolfram Steinacker wrote:
> "Hans U. Geisler" wrote:
>
>> Übersetzung und Zudichtung: Von der Hölle steht, glaube ich, im NT
>> kein einziges Wort.
>
> Dafür von hades, gehenna, abyssos u.v.a.

Abyssos nicht. Und auch nicht viele andere.

Hades und Gehenna (Tal Hinnom"). Tartarus taucht nur (?) in 2. Petrus 2:4
auf. Homer bezeichnet mit Tartaros ein unterirdisches Gefängnis, das so weit
unter dem Hades ist, wie die Erde unter dem Himmel. Darin befinden sich
keine Menschen, sondern geringere Götter (Kronos und die Titanen), die gegen
Zeus rebelliert hatten. Es handelte sich um das Gefängnis, das die
mythischen Götter für die Geister errichtet hatten, die von ihnen aus den
himmlischen Bereichen vertrieben worden waren; es befand sich unter dem
Hades, wo, wie man dachte, Menschenseelen beim Tode eingeschlossen wurden.
In der Mythologie war Tártaros der unterste der unteren Bereiche und ein Ort
der Finsternis. Er umfaßte die gesamte Unterwelt, ebenso wie die Himmel
alles einhüllten, was oberhalb der Erde war. Aus diesem Grund galt Tártaros
in der heidnischen griechischen Mythologie als ein Ort der Gefangenschaft,
nicht für Menschenseelen, sondern für die Titanengeister, und als ein Ort
der Finsternis und der Erniedrigung

Gemäß den inspirierten Schriften werden keine Menschenseelen dem tártaros
übergeben, sondern nur Geistgeschöpfe, nämlich "die Engel, die gesündigt
hatten". In den tártaros geworfen zu werden bedeutet für sie, obwohl sie
noch leben, die tiefste Erniedrigung, und zwar als Strafe für ihre Sünde der
Rebellion gegen Gott, den Höchsten. Der Apostel Petrus verbindet Finsternis
mit ihrem Zustand der Erniedrigung, indem er sagt, daß Gott "sie Gruben
dichter Finsternis überlieferte, um sie für das Gericht aufzubehalten" (2Pe
2:4).

In der inspirierten Heiligen Schrift besteht keine Verbindung zwischen
Tartarus und Hades, der das allgemeine Grab der menschlichen Toten ist. Die
sündigen Engel und die toten Menschenseelen befinden sich nicht zusammen im
Tártaros, der ein Ort wäre, wo Geschöpfe ewig bei Bewußtsein gequält würden.
Wenn der höchste Richter die rebellischen Engel in ihrem jetzigen Zustand
der Erniedrigung vernichten wird, wird der Tartarus zu bestehen aufhören.

Das Wort ábyssos kommt in den Christlichen Griechischen Schriften neunmal
vor, siebenmal allein in der Offenbarung. Aus dem Abgrund (ábyssos) kommen
die symbolischen Heuschrecken unter ihrem König Abaddon oder Apollyon, dem
"Engel des Abgrunds" (Off 9:1-3, 11). Auch das "wilde Tier", das gegen
Gottes "zwei Zeugen" Krieg führt und sie tötet, steigt "aus dem Abgrund"
herauf (Off 11:3, 7). Offenbarung 20:1-3 beschreibt, wie Satan für tausend
Jahre in den Abgrund geworfen wird. Eine Legion von Dämonen bat dagegen
Jesus einmal inständig, ihnen dies nicht anzutun (Luk 8:31).

ábyssos bezieht sich nicht auf den "Feuersee", weil Satan nach seiner
Freilassung aus dem Abgrund in den Feuersee geworfen wird (Off 20:1-3,
7-10). Die Worte des Paulus aus Römer 10:7, wo er von Christi Aufenthalt im
Abgrund spricht, schließen eine solche Möglichkeit ebenfalls aus und zeigen
außerdem, daß der Abgrund nicht dasselbe ist wie der Tartarus.

Und das Wilde Tier aus der Offenbarung kommt bzw. geht in eben diesen
Abgrund.

> aber wir kommen ab...

;)


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 3:58:32 PM11/13/02
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
> Die eingeengte Bedeutung des Fremdwortes erklärt sich aus der
> Zugehörigkeit des Wortes zu einer Fachsprache.

Griechisch eben.

> Die Einengung der Bedeutung von Fremdwörtern im Vergleich zur
> Herkunftssprache ist ein häufiger Vorgang.

Hm, das wäre doch mal eine kurze und treffende Erklärung.

Ist das tatsächlich so, dass Fremdwörter tatsächlich nur in einer Bedeutung
"importiert" werden? Und wenn ja, weiss vielleicht noch jemand, wie es
kommt, dass man für blasphemia eben Gotteslästerung übernommen hat und nicht
"normales" Lästern? Geht das auf die Bibel zurück oder gibt es dafür andere
Gründe?


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 4:02:55 PM11/13/02
to
Silke Pohl wrote:
> bes. Gotteslästerung NT" (= im Neuen Testament)
> Das mit der Spezifizierung der Wotbedeutung ist also richtig - wenn

Schau an, dann ist es also tatsächlich (und einzig?) auf die Bibel
zurückzuführen, dass wir heute unter Blasphemie explizit die Gotteslästerung
verstehen, ja?

Bzw. dass Lästern mit Gott in Verbindung gebracht wird und dass dieses
Lästern (und damit so ein bisschen Lästern allgemein) selbst vom
christlichen Gott nicht verziehen werden kann?


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 4:15:53 PM11/13/02
to
Felix Neumann wrote:
> Timo Nentwig scripsit:

>
>> LOL! Ja, da steht kein einziges Wort davon, das stimmt.
>
> Mt 5,30; Mt 10,28; Mt 11,23; Mt 16,18; Mt 23,15; Mk 9,43; Mk 9,45;
> Lk 10,15; Lk 12,5; Lk 16,23; 1.Kor 15,55; Jak 3,6; 2.Petr 2,4;
> Offb 1,18; Offb 6,8.

Hallo Felix...

Einige Übersetzungen (Luther, King-James) übersetzen Hades (hebr. Scheol),
Gehanna und Tartarus durchweg mit Hölle bzw. hell (King-James übersetzt in
Kolosser übrigens blasphemia auch mit blasphemy, was absoluter Unsinn ist
und mich darauf überhaupt erst aufmerksam gemacht hat). Ich habe in einem
anderen Artikel etwas umfangreicher dazu etwas geschrieben, ist aber
off-topic hier und so langsam werde ich auch müde :) Wenn's dich
interessiert, kann ich dir aber gerne noch weiteres Material per Mail
zuschicken.

Dass Jesus selbst in der "Hölle" war, sollte eigentlich überzeugen, dass
Hiob Jehovah angefleht hat, ihn der "Hölle" zu verbergen, das sollte nun
wirklich jeden Vertreter der Höllenlehre zum Nachdenken bringen ("mir geht's
so schlecht, ich will in die Hölle"), ob er nicht vielleicht Unrecht haben
könnte.

Und letzlich gibt es eine Auferstehung aus der "Hölle".

Seele aus dem Scheol oder Hades ("Hölle") befreit: Ps 16:10; 30:3; 49:15;
86:13; 89:48; Spr 23:14; Apg 2:27.


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 4:17:46 PM11/13/02
to
Reinhard Gonaus wrote:
> On Wed, 13 Nov 2002 19:29:39 +0100, "Timo Nentwig" <t...@despammed.com>
> wrote:
>
>> Die Einführung des Begriffes Sünde hat m.E. eher zur Verfälschung des
>> Inhalts beigetragen, heute sind alle der Meinung, zu sündigen würde
>> bedeuten aktiv etwas falsch zu machen
>
> I wo!
> Heute sind alle der Meinung, Sündigen bedeute Rumvögeln oder einen
> Diätfehler machen.

Naja, die Kirche meint noch immer, Rumvögeln wäre eine Sünde. Der
Pfaffenspiegel hat das 1845 schon als Teufelslehre bezeichnet.

Ein Diätfehler bei einer Frau ist allerding in der Tat eine schwere Sünde!


Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 4:21:47 PM11/13/02
to

Felix Neumann schrieb:


Die erste Fundstelle (andere habe ich nicht nachgesehen) lautet
offiziell:

Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es
ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze
Leib in die Hölle geworfen werde.

Im Original steht da natürlich nicht Hölle ;-), sondern "eis geennan".
Ich habe keine Ahnung, was "geenan" ist, es scheint mir auch kein
griechisches Wort zu sein. Wenn ich versuchen würde, das zu übersetzen,
ohne das Wort zu kennen, würde ich auf "Leichensammelplatz" oder so
tippen. Warum soll, wenn es erst heißt, man solle die rechte Hand
wegwerfen, dann beim ganzen Körper auf einmal von "Hölle" (im
"christlichen Sinne") die Rede sein? Vielleicht ist hier genau das
passiert, was ich meinte, die Übertragung eines vollkommen harmlosen und
im praktischen Leben vorkommenden "geennan" in die symbolüberladene,
religiöse "Hölle." Falls es nicht stimmen sollte, ist es doch vielleicht
eine interessante Idee :-) Man müßte halt einen fragen, der etwas davon
versteht. Ob ich insoweit die Erläuterung des Vorschreibers (die
Geschwindigkeit, mit der der Bibelstellen findet, ist ja immerhin
verblüffend) - geennan = ein Art Müllverbrennungsanlage - ernst nehmen
soll, weiß ich allerdings nicht, einleuchten würde es allemal.

Das (jedenfalls) die "christliche Hölle" im NT nicht vorkommen, hatte
mir mal jemand gesagt, von dem ich annahm, er könne es mit Grund sagen.

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 4:21:57 PM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:
> Felix Neumann wrote:
>> Timo Nentwig scripsit:
>>> LOL! Ja, da steht kein einziges Wort davon, das stimmt.
>
> Hallo Felix...

Und das nächste Mal bitte anständig quoten. In der Zeile stand noch etwas
vom Papst...


Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 4:28:51 PM11/13/02
to

Timo Nentwig schrieb:


Wir haben im deutschen häufig ein (mitunter abgeleitetes oder
übersetztes) "deutsches Wort" und ein "Fremdwort" für annähernd die
selbe Sache, wobei das Fremdwort dann häufig einen speziellen
(insbesondere "hochgestochenen") Touch hat:

Verwaltung Administration
Geschmack Gusto
Bücherei Bibliothek
Lästern Blasphemie
usw.

Hans U. Geisler

unread,
Nov 13, 2002, 4:39:02 PM11/13/02
to

Timo Nentwig schrieb:


>
> Hans U. Geisler wrote:
> > stichhaltig herausgefunden hat, offenbar auf einem tradierten
> > Verständnisfehler. In Wahrheit soll es sich bei den Damen um relativ
>
> Naja, also in der Bibel ist es zumindest so, das dort jede Menge symbolisch
> gemeint ist. Damit werden mitunter - wie ich finde - unheimlich komplexe
> Gedanken mit unglaublich simpler Sprache induziert.
>
> Wenn da steht, dass jemand, der krank ist, von den "Ältesten" (älteren
> Männern) mit Öl eingerieben werden soll und es ihm zu Wohl sein wird, dann
> ist das nicht umbedingt immer wörtlich aufzufassen ;)
>

Auf die Idee, daß das nicht wörtlich zu nehmen sei, ist, glaube ich, als
erster Herder gekommen, und das ist gerade mal gut 200 Jahre her. Diese
Geschichte mit "ist ja gar nicht so gemeint", ist also, wenn ich richtig
informiert bin, allerjüngsten Datums.

Für strenggläubige Moslems, stand in dem FAZ-Artikel, soll der Koran
tatsächlich auch heute noch absolut wörtlich zu nehmen sein, weil er
unmittelbar Gottes Wort ist. Und wenn Gott von netten jungen Damen (bzw.
Obst) spricht, dann meint der das auch. Symbolisch ist da - wenn das
stimmt - demnach gar nichts.

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 4:58:21 PM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:
> Die Gehenna war quasi der Müllplatz von Jerusalem, wo ewig ein Feuer
> brannte, was wohl mit Schwefel versetzt wurde. Und Meggido (Har

Judas Iskariot soll da wohl entsorgt worden sein...


Silke Pohl

unread,
Nov 13, 2002, 5:23:59 PM11/13/02
to
 
Timo Nentwig schrieb :
> Silke Pohl wrote:
> > bes. Gotteslästerung NT" (= im Neuen Testament)
> > Das mit der Spezifizierung der Wotbedeutung ist also richtig - wenn
>
> Schau an, dann ist es also tatsächlich (und einzig?) auf die Bibel
> zurückzuführen, dass wir heute unter Blasphemie explizit die Gotteslästerung
> verstehen, ja?
Das wage ich zu bezweifeln, werde es aber, wenn du darauf bestehst mal morgen nach schauen (bzw. wenn du darauf bestehst und wenn ich es morgen ueberhaupt schaffe...)

> Bzw. dass Lästern mit Gott in Verbindung gebracht wird
Denn die Verbindung mit Gott/Göttern gab es wohl auch schon vorher(? - jedenfalls nicht aussschliesslich NT, der G-Moll ist nunmal nur ein Schulwoerterbuch). Hier jetzt mal die kompletten Paragraph aus dem G-Moll:
 
blasfhmèw - (blàs - fhmoV) Böses reden, eis qeoùV, perì u. katà tinoV; verleumden, lästern, tiná NT.
blasfhmìa, aV, h Verleumdung, Schähung, Lästerung, tinóV, eiV u. próV tina; bes. Gotteslästerung NT.                                                                                                    Von:
blás-fhmoV 2 (aus *blaps - fhmos, bláboV u. fhmí Schaden redend) schmähend, lästernd, r´hmata NT, verleumdend; subst. o verleumder NT, Lästerwort.
 
[r´hmata in Bezug auf NT sind Lehren, Sachen, Handlungen; ansonsten Gesagtes, Worte, Aussprueche, Rede, Befhele, Botschaften, Kunden, ...]
(Man verzeihe mir fehlende spiriti und die ausschliessliche Verwendung von "´", ich find hier keine Sonderzeichen)
 
 
> Lästern (und damit so ein bisschen Lästern allgemein) selbst vom
> christlichen Gott nicht verziehen werden kann?
Wieso sollte es nicht verziehen werden koennen?
 
Gruesse,
Silke

Wolfram Steinacker

unread,
Nov 13, 2002, 5:24:26 PM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:

> "importiert" werden? Und wenn ja, weiss vielleicht noch jemand, wie es
> kommt, dass man für blasphemia eben Gotteslästerung übernommen hat und nicht
> "normales" Lästern? Geht das auf die Bibel zurück oder gibt es dafür andere
> Gründe?

Es gibt für alles alle möglichen Gründe.
Deine Eloquenz offenbart ein enggeführtes Spezialwissen, dass die
Schlussfolgerung nahelegt: Wer nur die Bibel kennt, kennt noch nicht einmal die
Bibel. Kürzen wir's ab:

Der Begriff 'Blasphemie' im "Alltag"

„Zuerst lockten die Frankfurter Redakteure die Bundesländer zum Mitmachen, denn
Erziehung ist Ländersache, und die Kultusminister der Länder hatten die Reform
1998 abgesegnet, nachdem es Prozesshanseln in nicht weniger als 30 Verfahren und
dem Feldzug eines wild gewordenen bayerischen Gymnasiallehrers nicht gelungen
war, die bescheidene Reform zu stoppen. Als die Kultusminister nicht anbissen,
probierte man es bei den Kirchen mit dem schlagenden Argument, schon die neue
Schreibweise von »allein selig machend« (früher: »alleinseligmachend«) sei eine
Art Blasphemie und deshalb einen ordentlichen Kreuzzug gegen die Reform-Ketzer
wert.“

„Donalds satirische Erlebnisse verdienen es nicht, als Ausflüsse reaktionären
Spät- oder Neo-Kapitalismus gebrandmarkt oder in den Kübel der Trash-(Un)Kultur
geworfen zu werden, in dem Comics generell zu landen pflegen (mit der fast schon
dogmatischen Ausnahme von "Asterix"). Im Gegenteil: Donald Duck gebührt ein
Platz in der deutschen literarischen Kultur. Blasphemie? Mitnichten. Nicht
grundlos, wenn auch natürlich satirisch gemeint, ist die Originalausgabe der
legendären Analyse "Die Ducks - Psychogramm einer Sippe" 1970 als Band 1 in der
"Wissenschaftlichen Verlagsanstalt zur Pflege Deutschen Sinngutes" erschienen.“

mehr davon?

Und künftig bitte etwas seröser und nicht so... apodiktisch :-(

Grüße von
Wolfram

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 5:28:28 PM11/13/02
to
Hans U. Geisler wrote:
[Mat5:30]

> Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es
> ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze
> Leib in die Hölle geworfen werde.
>
> Im Original steht da natürlich nicht Hölle ;-), sondern "eis geennan".
> Ich habe keine Ahnung, was "geenan" ist, es scheint mir auch kein
> griechisches Wort zu sein. Wenn ich versuchen würde, das zu

„Gehenna" ist die griechisch-lateinische Form des hebräischen Ausdrucks ge
hinnóm und bedeutet „Tal Hinnom". In Jos 18:16, wo die Bezeichnung „Tal
Hinnom" erscheint, liest die LXX „Gehenna". Dieser Ausdruck ist in den
Christlichen Griechischen Schriften 12mal belegt, das erste Mal in Mat 5:22
(Mat 5:22, 29, 30; 10:28; 18:9; 23:15, 33; Mar 9:43, 45, 47; Luk 12:5; Jak
3:6).

> übersetzen, ohne das Wort zu kennen, würde ich auf
> "Leichensammelplatz" oder so tippen. Warum soll, wenn es erst heißt,

Das Hinnomtal lag westlich und südlich vom alten Jerusalem (Jos 15:18;
18:16; Jer 19:2, 6). Unter den späteren Königen von Juda wurde es zur
götzendienerischen Anbetung des heidnischen Gottes Molech benutzt, dem
Menschenopfer im Feuer dargebracht wurden (2Ch 28:3; 33:6; Jer 7:31, 32;
32:35). Um zu verhindern, daß es wiederum für derartige religiöse Zwecke
benutzt wurde, ließ der treue König Josia das Tal, besonders den Teil, der
Tophet genannt wurde, verunreinigen (2Kö 23:10).
Es entspricht dem heutigen Wadi er-Rababi (Ge Ben Hinnom).


Ouh, gut, dass ich zum Thema a ein paar fertige cut'n'paste Texte habe:

Das Hinnomtal wurde ein Müllabladeplatz und eine Verbrennungsstätte für den
Unrat Jerusalems. Tierkadaver, die hinabgeworfen wurden, verbrannten in
Feuer, das durch Zugabe von Schwefel unterhalten wurde. Ebenso warf man dort
die Leichname hingerichteter Straftäter hinab, die nicht für würdig erachtet
wurden, ein ehrbares Begräbnis in einer Gedächtnisgruft zu erhalten. Mitten
im Feuer verbrannten sie vollständig; fielen jedoch die Leichname auf einen
Felsvorsprung dieses tiefen Tals, so wurde ihr verwesendes Fleisch von
Würmern oder Maden aufgefressen, die nicht starben, bevor sie die
Fleischteile vollständig aufgezehrt hatten, und nur noch die Skelette
übrigließen.

Niemals aber wurden lebende Tiere oder Menschen in die Gehenna geworfen, um
lebendig verbrannt oder gequält zu werden. Daher kann diese Stätte
keinesfalls eine unsichtbare Region darstellen, wo Menschenseelen in einem
buchstäblichen Feuer oder von nie sterbenden Würmern ewig gequält werden. Da
die hinabgeworfenen toten Verbrecher nicht für würdig erachtet wurden, ein
ehrbares Begräbnis in einer Gedächtnisgruft, dem Symbol der Hoffnung auf
eine Auferstehung, zu erhalten, wurde die Gehenna von Jesus und seinen
Jüngern als Symbol für ewige Vernichtung, Vertilgung aus Gottes Universum,
oder den „zweiten Tod", eine ewige Bestrafung, verwendet.

Wenn daher ein Leichnam in die Gehenna geworfen wurde, so sah man das als
die schlimmste Art der Bestrafung an. Von der buchstäblichen Gehenna und
ihrer Bedeutung wurde das Symbol eines ‘Sees, der mit Feuer und Schwefel
brennt’, abgeleitet (Off 19:20; 20:10, 14, 15; 21:8).

Jesus Christus brachte die Gehenna mit Feuer in Verbindung (Mat 5:22; 18:9;
Mar 9:47, 48). Auch der Jünger Jakobus, der einzige Bibelschreiber außer
Matthäus, Markus und Lukas, der dieses Wort gebraucht, verbindet es mit
Feuer (Jak 3:6). Einige Bibelkommentatoren versuchen, das Feuer, das ein
Merkmal der Gehenna ist, mit dem Verbrennen von Menschenopfern vor der
Herrschaft Josias in Zusammenhang zu bringen, und gestützt darauf vertreten
sie den Standpunkt, daß die Gehenna von Jesus als ein Symbol der ewigen Qual
gebraucht wurde. Da Jehova Gott aber seinen Abscheu gegenüber dem Darbringen
von Menschenopfern zum Ausdruck brachte, indem er sagte, dies sei ‘etwas,
was er nicht geboten habe und was in seinem Herzen nicht aufgekommen sei’
(Jer 7:31; 32:35), ist es sehr unwahrscheinlich, daß Gottes Sohn in einer
Erörterung über das göttliche Strafgericht eine solche götzendienerische
Handlung der symbolischen Bedeutung von Gehenna zugrunde legen würde.
Interessanterweise sollte gemäß Gottes prophetischer Verfügung das Hinnomtal
eine Stätte zur Massenbeseitigung von Leichen werden, nicht eine Stätte, an
der irgendwelche Opfer bei lebendigem Leibe gequält werden würden (Jer 7:32,
33; 19:2, 6, 7, 10, 11). Es wird daher allgemein angenommen, daß die in
Jeremia 31:40 erwähnte "Tiefebene der Leichname und der Fettasche" eine
Bezeichnung für das Hinnomtal war und daß das als "Aschenhaufentor" bekannte
Tor sehr wahrscheinlich zum O-Ende dieses Tales führte, wo es mit der
Schlucht des Kidrontals zusammenstieß (Ne 3:13, 14). Die "Leichname" und die
"Fettasche" hatten nichts mit den Menschenopfern zu tun, die dort unter Ahas
und Manasse dargebracht wurden, denn zweifellos hielten die Götzendiener
diese Opfer für „heilig" und ließen sie nicht in dem Tal liegen.

Was daher die Bibel über die Gehenna sagt, entspricht im allgemeinen der
traditionellen Auffassung, die in rabbinischen und anderen Schriften
vertreten wird. Demnach diente das Hinnomtal als Müllgrube der Stadt
Jerusalem. (In J. B. Phillips’ New Testament in Modern English wird das Wort
géenna in Matthäus 5:30 mit „Schutthaufen" wiedergegeben.) Der jüdische
Kommentator David Kimchi (1160[?] bis 1235[?]) gibt in seinem Kommentar zu
Psalm 27:13 die folgenden historischen Informationen bezüglich „Gehinnom":
„In der Umgebung von Jerusalem existiert ein widerlicher Ort, in den man
unreine Dinge und Leichname hinabwarf. Ebenso war dort ein ständiges Feuer,
um die unreinen Dinge und die Knochen [der Leichname] zu verbrennen. Daher
wird das Gericht der Bösen sinnbildlich Gehinnom genannt." (Die Übersetzung
erfolgte nach dem hebräischen Text aus dem Werk /*-*%< 942 [Buch der
Psalmen], 5302 a. m. [1542 u. Z.].)

Übertragener Gebrauch: Die Art und Weise, wie der Jünger Jakobus das Wort
„Gehenna" gebraucht, läßt erkennen, daß eine widerspenstige Zunge eine Welt
der Ungerechtigkeit für sich ist und daß hitzige Worte, die den Leib des
Redenden besudeln, seinen ganzen Lebensweg in Mitleidenschaft ziehen können.
Seine Zunge, die „voll todbringenden Giftes" ist und auf diese Weise einen
schlechten Herzenszustand verrät, kann die Ursache dafür sein, daß der
Betreffende von Gott verurteilt wird, in die symbolische Gehenna zu kommen
(Jak 3:6, 8; vgl. Mat 12:37; Ps 5:9; 140:3; Rö 3:13).
Der in der Bibel als Symbol verwendete Ausdruck "Gehenna" entspricht dem im
Buch der Offenbarung erscheinenden Wort "Feuersee" (Off 20:14, 15)

> man solle die rechte Hand wegwerfen, dann beim ganzen Körper auf
> einmal von "Hölle" (im "christlichen Sinne") die Rede sein?

Du sollst dir besser (sinnbildlich) die rechte Hand abhacken, als dass du
durch deine Handlungen in der "Hölle" landest (vgl. Röm7:24)

Die rechte Hand ist hier wohl als Sinnbild für deine Handlung zu verstehen
(?), sie wird auch in der Offenbarung genannt, wo niemand kaufen noch
verkaufen kann, ausser er hat das Zeichen des Wilden Tieres, das auf alle
Menschen einen Zwang ausübt und die Zahl 666 trägt, die eines Menschen Zahl
ist, an seiner rechten Hand oder Stirn.

Was unter der Stirn zu verstehen ist, sollte klar sein.

> Vielleicht ist hier genau das passiert, was ich meinte, die
> Übertragung eines vollkommen harmlosen und im praktischen Leben
> vorkommenden "geennan" in die symbolüberladene, religiöse "Hölle."

Jain. s.o.

> Das (jedenfalls) die "christliche Hölle" im NT nicht vorkommen, hatte
> mir mal jemand gesagt, von dem ich annahm, er könne es mit Grund
> sagen.

Recht hatta :)

Die Gehenna wird von Jesus als Symbol endgültiger Vernichtung gebraucht. Er
prangerte die verwerfliche Klasse der Schriftgelehrten und Pharisäer als
„Gegenstand für die Gehenna", sie sei ein Ort, „wo ihre Made nicht stirbt
und das Feuer nicht ausgelöscht wird" (Mar 9:47, 48); er spielte dort
wahrscheinlich auf Jesaja 66:24 an. Daß es sich hierbei nicht um ein
Sinnbild der Qual, sondern der vollständigen Vernichtung handelt, geht
daraus hervor, daß in dem Text aus Jesaja nicht von lebenden Personen die
Rede ist, sondern von den ‘Leichnamen der Menschen, die sich gegen Gott
vergangen hatten’.
Wenn, wie die vorhandenen Beweise andeuten, das Hinnomtal ein Ort zur
Beseitigung von Unrat und Leichen war, war dafür Feuer — dem man
möglicherweise Schwefel zusetzte (vgl. Jes 30:33) — das geeignetste Mittel.
Wo das Feuer nicht hinkam, schlüpften Würmer oder Maden, die sich von den
Überresten, die das Feuer nicht zerstörte, ernährten. Demnach bedeuten die
Worte Jesu, daß die vernichtende Wirkung der göttlichen Verurteilung nicht
aufgehoben wird, bis eine vollständige Vernichtung erreicht worden ist.

Silke Pohl

unread,
Nov 13, 2002, 5:34:08 PM11/13/02
to

Hans U. Geisler schrieb:

> Wir haben im deutschen häufig ein (mitunter abgeleitetes oder
> übersetztes) "deutsches Wort" und ein "Fremdwort" für annähernd die
> selbe Sache, wobei das Fremdwort dann häufig einen speziellen
> (insbesondere "hochgestochenen") Touch hat:
>
> Verwaltung Administration
> Geschmack Gusto
> Bücherei Bibliothek
> Lästern Blasphemie
> usw.

Hmmm... also wenn ich dich richtig verstanden habe, meist du, dass das
Fremdwort dann jeweils ein engere/speziellere Bedeutung hat, als das
Deutsche?
also zumindest bei Buechrei - Bibliothek stimmt das nicht, bei Verwaltung
und Administration ist das verhaeltnis sehr ausgeglichen und bei Geschmack -
Gusto (na ja - Gusto heisst doch auch noch Neigung?) ist es auch eher anders
herum. Uebrig bleibt Blasphemie...

Ein Beispiel, das die einengung von Bedeutungen besser zeigt, waere
vielleicht Apotheke - von Ablage(brett) zu "unserer" Apotheke...

Gruesse,
Silke


Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 13, 2002, 5:35:32 PM11/13/02
to
Hans U. Geisler <Kleea...@web.de> wrote:

>
> Auf die Idee, daß das nicht wörtlich zu nehmen sei, ist, glaube ich, als
> erster Herder gekommen, und das ist gerade mal gut 200 Jahre her.

Die erste Berühmtheit in Sachen allegorischer Schriftauslegung ist
Philon von Alexandria. Der lebte ungefähr von 20 v. Chr. bis 50 n. Chr.
Die Werke sind noch im Handel.

Ralf

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 13, 2002, 5:43:25 PM11/13/02
to
Timo Nentwig <t...@despammed.com> wrote:

> Ralf Heinrich Arning wrote:
> > Die eingeengte Bedeutung des Fremdwortes erklärt sich aus der
> > Zugehörigkeit des Wortes zu einer Fachsprache.
>
> Griechisch eben.

Nein, das ist nicht der Punkt. *Fach*sprache.


>
> > Die Einengung der Bedeutung von Fremdwörtern im Vergleich zur
> > Herkunftssprache ist ein häufiger Vorgang.
>
> Hm, das wäre doch mal eine kurze und treffende Erklärung.
>
> Ist das tatsächlich so, dass Fremdwörter tatsächlich nur in einer Bedeutung
> "importiert" werden? Und wenn ja, weiss vielleicht noch jemand, wie es
> kommt, dass man für blasphemia eben Gotteslästerung übernommen hat und nicht
> "normales" Lästern? Geht das auf die Bibel zurück oder gibt es dafür andere
> Gründe?

Siehe oben und das, was Du nicht mitzitiert hast:

>> Das Wort ist alltagssprachlich überflüssig. Da gibt es ja
>> "Lästerung", was in allen Bereichen angewandt werden kann.

Ralf

Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 6:04:14 PM11/13/02
to
"Wolfram Steinacker" <Wolfram.S...@t-online.de> wrote in message
news:3DD2D11A...@t-online.de...

> Es gibt für alles alle möglichen Gründe.

Wolfram, Prof. Dr. Allesmöglicheirgendwie, ich habe es ja schon mehreren
deiner Vorgänger versucht zu verdeutlichen: Meine Frage ist nicht, ob es für
alles mögliche alle möglcihen Gründe gibt, sondern meine Frage bezog sich
auf die Gründe konkret.

> Deine Eloquenz offenbart ein enggeführtes Spezialwissen, dass die
> Schlussfolgerung nahelegt: Wer nur die Bibel kennt, kennt noch nicht
einmal die
> Bibel. Kürzen wir's ab:

Wer die Bibel kennt, der...hä? Du meinst so wie "weil ich viel weiss, weiss
ich, dass ich nichts weiss"? Kürzen wir's ab:

> Der Begriff 'Blasphemie' im "Alltag"

Verbringst du deine gesamte Zeit mit Was-Ist-Was-Büchern, dass du Alltag
schon in Anführungszeichen setzt?

> "Zuerst lockten die Frankfurter Redakteure die Bundesländer zum Mitmachen,
denn
> Erziehung ist Ländersache, und die Kultusminister der Länder hatten die
Reform
> 1998 abgesegnet, nachdem es Prozesshanseln in nicht weniger als 30
Verfahren und
> dem Feldzug eines wild gewordenen bayerischen Gymnasiallehrers nicht
gelungen
> war, die bescheidene Reform zu stoppen. Als die Kultusminister nicht
anbissen,
> probierte man es bei den Kirchen mit dem schlagenden Argument, schon die
neue
> Schreibweise von »allein selig machend« (früher: »alleinseligmachend«) sei
eine
> Art Blasphemie und deshalb einen ordentlichen Kreuzzug gegen die
Reform-Ketzer
> wert."

Wenn Britney Spears einmal tief Luft holt und "ich bin noch Jungfrau" sagt,
ist das auch Blasphemie, ohne jeden Zweifel, absolut.

> "Donalds satirische Erlebnisse verdienen es nicht, als Ausflüsse
reaktionären
> Spät- oder Neo-Kapitalismus gebrandmarkt oder in den Kübel der
Trash-(Un)Kultur
> geworfen zu werden, in dem Comics generell zu landen pflegen (mit der fast
schon
> dogmatischen Ausnahme von "Asterix"). Im Gegenteil: Donald Duck gebührt
ein
> Platz in der deutschen literarischen Kultur. Blasphemie? Mitnichten. Nicht
> grundlos, wenn auch natürlich satirisch gemeint, ist die Originalausgabe
der
> legendären Analyse "Die Ducks - Psychogramm einer Sippe" 1970 als Band 1
in der
> "Wissenschaftlichen Verlagsanstalt zur Pflege Deutschen Sinngutes"
erschienen."
>
> mehr davon?

Mir hat ein Arzt mal ganz überraschend mitgeteilt, dass ich einen Hefepilz
(Candida irgendwas) habe (zerrissene Mundwinkel, sieht assozial aus und
schmerzt). Bin ich zum anderen Arzt gegangen, hätte der mich fast
gesteinigt, weil das alles Blödsinn sei, dummes Gequatsche von
Heilpraktikern und anderen Idioten. Angeblich können Hefepilze für alles
mögliche verantwortlich und ganz schlimm sein. Ich habe mich also versucht
selber schlau zu machen, man hat ja sonst nichts zu tun ud Ärzte sind ja
arme Menschen.

Ich habe herausgefunden, dass Hefepilze angeblich für alles mögliche
verantwortlich und ganz schlimm sein können und dass das alles Blödsinn ist.

Als ich das nächste Mal bei dem Arzt war, fragte ich, dass sich die
Schulmediziner wohl nicht so ganz einig sind, was es mit dem Hefepilz nun so
auf sich hat und dass das ein absolute Streitthema sei. Hat sie gegrinst und
bestätigt. Schön für mich. Ich habe daraufhin geantwortet, dass mich meine
Mundwinkel stören und weh tun, dass ich nicht alles auf der WElt wissen
kann, mich nicht mit allem befassen kann und mich der Religionkrieg unter
Ärzten nicht interessiert, ich nur meine Mundwinkel wieder in Ordnung haben
will und zwar dauerhaft. Hat sie mir eine Salbe mitgegeben, die abgelaufen
war und einen Addresse von einem Heilpraktiker. Ist auch von alleine
verschwunden, aber ich habe eine Bildungslücke geschlossen, ich weiss jetzt,
dass Hefepilze angeblich für alles mögliche verantwortlich und ganz schlimm
sein können und dass das alles Blödsinn ist.

> Und künftig bitte etwas seröser und nicht so... apodiktisch :-(

Ich bitte darum.

Apodiktisch? Ich verweise auf die Liste der Nachschlagewerke, die ich
irgendwann am Anfang diese Thread mal gepostet habe. Ausserdem, Jungs,
erzählt mir doch keinen Blödsinn, unter Blasphemie versteht JEDER und IMMER
NICHTS anderes als Gotteslästerung. Wenn Gott für dich die Nonne im
Pornofilm ist, dann ist das so, aber selbst das ändert nichts daran, dass
Blaphemie Gotteslästerung bedeutet.

Künftig bitte etwas seriöser.


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 6:08:47 PM11/13/02
to
"Hans U. Geisler" <Kleea...@web.de> wrote in message

> Timo Nentwig schrieb:
> > Ralf Heinrich Arning wrote:
> Wir haben im deutschen häufig ein (mitunter abgeleitetes oder
> übersetztes) "deutsches Wort" und ein "Fremdwort" für annähernd die
> selbe Sache, wobei das Fremdwort dann häufig einen speziellen
> (insbesondere "hochgestochenen") Touch hat:

Noch schlimmer ist's bei den Amis, die haben für jedes simple Wort noch 1000
andere, die alle dasselbe heissen und die niemand alle kennt. Wenn man mal
wissenschaftliche Dokumente oder solche von Geheimdiensten und REgierung
liest, denkt man, man habe eine andere Sprache vor sich...

Oder es liegt daran, dass einen überall, in der ganzen Stadt und aus jedem
Wagen, der neben einem an der Ampel steht, ein dämlicher Neger aus den USA,
der nicht bis 3 Zählen kann und auf der Evolutionsleiter nicht weiter hätte
nach unten steigen können, dass er nur noch Ficken - Weibchen suchen sich ja
ein Männchen das für die Evolution am vorteilhaftesten ist - und Drogen im
Kopp hat, mit seiner Blasphemie anspricht (Fremdwort: rappt).

> Lästern Blasphemie

Na eben ja gerade nicht. Lästern und Blasphemie sind ja eben gerade nicht
dasselbe, darum geht es ja die ganze Zeit.


Timo Nentwig

unread,
Nov 13, 2002, 6:24:25 PM11/13/02
to
>"Silke Pohl" <silke...@uni-muenster.de> wrote:
>Timo Nentwig schrieb :
>> Silke Pohl wrote:
>> > bes. Gotteslästerung NT" (= im Neuen Testament)
>> > Das mit der Spezifizierung der Wotbedeutung ist also richtig - wenn
>>
>> Schau an, dann ist es also tatsächlich (und einzig?) auf die Bibel
>> zurückzuführen, dass wir heute unter Blasphemie explizit die
Gotteslästerung
> verstehen, ja?
>
> Das wage ich zu bezweifeln, werde es aber, wenn du darauf bestehst mal
> morgen nach schauen (bzw. wenn du darauf bestehst und wenn ich es
> morgen ueberhaupt schaffe...)

Du bist ein Vorbild für jede moderne, emanzipierte Frau Silke! Normalerweise
hätte ich dich ja auf Knien angefleht, gebettelt und sich mit Briefen und
Rosen überschüttet, aber nun gut: Ich besteh' drauf. :)

Frauen wissen am besten, was sie wollen, man muss es ihnen nur sagen.

>> Lästern (und damit so ein bisschen Lästern allgemein) selbst vom
>> christlichen Gott nicht verziehen werden kann?
>
> Wieso sollte es nicht verziehen werden koennen?

Da müsste ich jetzt weeeeeeiiit ausholen :) In Kürze: weil es in dem Buch so
drinsteht, ich hab's nicht geschrieben.

Aber ich denke, das kann jeder ganz gut nachvollziehen, wenn er sich selbst
mal in die Position hineinversetzt und man sich solche Mühe macht mit der
Schöpfung und allem und dann kommen einem gleich die ersten beiden Menschen
mit lmaa. Also, ich würde da in Anbetracht des Theaters, dass ja schon seit
in paar tausend Jahre am laufen ist, nur, um dem dussligen Menschen eine
zweite Chance einzuräumen, weil ich so nett bin, auch erwarten, dass die
Würstchen da unten auf der Erde sich ein bisschen bescheidener und dankbarer
zeigen...

Nun gut, ich meine, bei dir hat's in dem Fall auch funktioniert, indem ich
einfach drauf bestanden habe, aber Jehovah heisst ja übersetzt "er
veranlasst zu werden" und kann ja schon aus diesem Grund keine Frau sein
("sie veranlasst, im Chaos unterzugehen"), da sind wir uns doch wohl einig,
oder ;)


Gute Nacht
Timo


Silke Pohl

unread,
Nov 13, 2002, 6:43:35 PM11/13/02
to
> Du bist ein Vorbild für jede moderne, emanzipierte Frau Silke!
> Normalerweise hätte ich dich ja auf Knien angefleht, gebettelt
> und dich mit Briefen und Rosen überschüttet, aber nun gut:
> Ich besteh' drauf. :)
Hmmm... Vielleicht sollte ich nun darauf bestehen?
Ich bekomm so gerne Post ;-)

> Frauen wissen am besten, was sie wollen, man muss es ihnen nur sagen.

*raeusper* Na gut, es ist zu spaet fuer boese Kommentare... Aber: Frauen
wissen tatsaechlich am besten, was sie wollen, dummerweise erkennen das die
Maenner nicht, so dass frau ihnen vorsichtig andeuten muss, was sie will,
damit man frau dann sagt, was sie tun koennte.

> Da müsste ich jetzt weeeeeeiiit ausholen :) In Kürze: weil es in dem Buch
so
> drinsteht, ich hab's nicht geschrieben.

-kein Kommentar-

> [Muehe Gotte und Undank der Menschen]
> Also, ich würde da [...] erwarten, dass die Würstchen da unten


> auf der Erde sich ein bisschen bescheidener und dankbarer zeigen...

Ja eben, du wuerdest.... Dieser seltsame Gott da, muesste sich doch
eigentlich herzlich ueber die Querelen der Menschen amuesiren... besser als
jeder Film... Ohne Probleme waers ja langweilig...


> [Jehova und Frauen....]


> da sind wir uns doch wohl einig, oder ;)

Da muessen wir wohl noch mal dran arbeiten...

> Gute Nacht
carpe noctem... (Es ist doch noch frueh, oder?)
Silke

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 13, 2002, 7:10:17 PM11/13/02
to
Timo Nentwig schrieb:

> Das habe ich nun auch schon festgestellt, dass das so ist. Im Gegensatz zu
> einer Schule, wo für die Note eher die quantitative Mitarbeit zählt (und
> damit der, der mehr sabbelt als man überhaupt sabbeln kann, weil die
> Wahrheit in ihrer Quantität begrenzt ist. die bessere Note bekommt),

In guten Schulen ist das nicht so. Und hier übrigens auch nicht - ich
erwähn's nur, weil ich nicht sicher bin, ob dir das klar ist.

- Sebastian

Klaus Scholl

unread,
Nov 13, 2002, 9:26:01 PM11/13/02
to
Timo Nentwig wrote:

Man importiert nur Wörter für Bedeutungen (auch wenn diese im
Nachhinein angedichtet wurden), die man in der Muttersprache nicht
bereits einwortig ausdrücken kann.
Beispiel:
lat. Templum kann auch ein geweihter Ort sein, oder auch eine Kirche,
ca. entspricht es sehr gut dem deut. Wort 'Heiligtum',
und was hat das Deutsche importiert? 'Tempel' mit der Spezialbedeutung
'Heiliges Gebäude für einen (nicht-christlichen, nicht-jüdischen,
nicht-mohamedanischen) Gott'.
Man verhunzt also nicht nur die Erscheinungsform des Wortes auch
dessen Bedeutung. Alles wird verwurstet, so klaut sich Sprache
allmählich ihr wachsendes Vokabular zusammen.

Gruß,
Klaus


Klaus Scholl

unread,
Nov 13, 2002, 9:55:37 PM11/13/02
to
Lars Trebing wrote:

>Timo Nentwig wrote:
>
>> Lars Trebing wrote:
>>
>>> Das ist eben das Schicksal sehr vieler Fremdwörter.
>>
>> [...]


>>
>> Das habe ich nun auch schon festgestellt, dass das so ist. Im

>> Gegensatz zu einer Schule, wo [...] der, der mehr sabbelt als man


>> überhaupt sabbeln kann, weil die Wahrheit in ihrer Quantität begrenzt
>> ist. die bessere Note bekommt),
>

>Wenn das ein Kompliment sein soll, darfst du es gerne behalten - es ist
>nämlich völlig daneben.
>
>> interessiert mich aber, warum das so ist und wie es dazu gekommen ist.
>
>Ich hätte eigentlich gedacht, daß das so trivial ist, daß man es gar
>nicht so genau zu erklären braucht:
>
>Im allgemeinen werden Fremdwörter dann "importiert", wenn man ein neues
>Phänomen beschreiben will, für das es in der eigenen Sprache noch kein
>gängiges Wort gibt. Beispiel: Im Englischen ist ein "keyboard"
>ursprünglich ein Schlüsselbrett; durch die zusätzliche Bedeutung "Taste"
>für "key" gibt es für "keyboard" auch die Bedeutung "Tastatur", speziell
>"Klaviertastatur". Die vor relativ kurzer Zeit erfundenen elektronischen
>Orgeln, die äußerlich eigentlich kaum mehr als so eine Tastatur sind,
>bekamen ebenfalls diese Bezeichnung; dieser Name wurde dann auch im
>Deutschen für solche Geräte übernommen, ohne die restlichen Bedeutungen
>des Wortes mitzuimportieren.
>
>Wirsing!
>ltrebing


Interessant ist, daß:

ťkey (1) - ... probably from L. clavis or Fr. clef, ...Ť

Und Clavis bedeutet 'Schlüssel,Riegel',
ob die Bedeutung 'Taste' auf dieses Wort später aufgeladen wurde,
oder auf das zu dem Wort 'Clavis' verwandten Wort 'Clavus' (Nagel,
kleiner Bolzen) weiss ich nicht.
Ein Clavarium ist ein Schuhnagelbrett.
Ein Clavichordium (was später zu 'Klavier' abgekürzt wurde)
ist eine Verbindung aus 'Clavi' (Nägel/Bolzen) und 'Chordium' (Chorda
= Saite, Chordium = Saiten-Dingsbums, denn '-ium' ist eine Suffix was
keine feste Bedeutung hat, aber in der Regel ein Wort mit der
Bedeutung eines konkreten Gegenstands von dem Wortstamm
herleitet/bildet, ist daher mit Bedacht mit 'Dingsbums' übersetzt).
Ein Klavier ist ein Saiten-Instrument mit Bolzen,
wobei sich Clavi also m.E. nicht auf die Tasten bezieht sondern auf
die Hämmerchen (Bolzen), welche die Saiten anschlagen.

Gruß,
Klaus


Boris Gerlach

unread,
Nov 14, 2002, 1:56:15 AM11/14/02
to
Timo Nentwig wrote:

> Wolfram, Prof. Dr. Allesmöglicheirgendwie, ich habe es ja schon mehreren
> deiner Vorgänger versucht zu verdeutlichen: Meine Frage ist nicht, ob es für
> alles mögliche alle möglcihen Gründe gibt, sondern meine Frage bezog sich
> auf die Gründe konkret.

Gewöhn Dir mal einen anderen Ton an Du Penner.
Sonst schreib ich Dir mal ein paar Zeilen,
dagegen verblasst jede Blasphemie.

Mit unfreundlichen Grüßen
BGE

Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:03:42 AM11/14/02
to

"Silke Pohl" <silke...@uni-muenster.de> wrote in message
news:aquo1h$18i2$1...@redenix.uni-muenster.de...

> > Du bist ein Vorbild für jede moderne, emanzipierte Frau Silke!
> > Normalerweise hätte ich dich ja auf Knien angefleht, gebettelt
> > und dich mit Briefen und Rosen überschüttet, aber nun gut:
> > Ich besteh' drauf. :)
> Hmmm... Vielleicht sollte ich nun darauf bestehen?
> Ich bekomm so gerne Post ;-)
>
> > Frauen wissen am besten, was sie wollen, man muss es ihnen nur sagen.
> *raeusper* Na gut, es ist zu spaet fuer boese Kommentare... Aber: Frauen
> wissen tatsaechlich am besten, was sie wollen, dummerweise erkennen das
die
> Maenner nicht, so dass frau ihnen vorsichtig andeuten muss, was sie will,
> damit man frau dann sagt, was sie tun koennte.

Vgl. mit deinem Zitat oben. q.e.d. :->

> > Da müsste ich jetzt weeeeeeiiit ausholen :) In Kürze: weil es in dem
Buch
> so
> > drinsteht, ich hab's nicht geschrieben.
> -kein Kommentar-

Wenn Frauen schweigen...

> > [Muehe Gotte und Undank der Menschen]
> > Also, ich würde da [...] erwarten, dass die Würstchen da unten
> > auf der Erde sich ein bisschen bescheidener und dankbarer zeigen...
> Ja eben, du wuerdest.... Dieser seltsame Gott da, muesste sich doch
> eigentlich herzlich ueber die Querelen der Menschen amuesiren... besser
als

Ja, ist gar nicht so falsch, aber wir müssen da Bibel im Gesamtkontext
beachten, um Unterscheidungsvermögen zu erlangen (2ti2:7); da du eine Frau
bist, mach' ich das mal schnell für dich (mach ich doch gerne):

Gal6:7 Lasst euch nicht irreführen, Gott lässt sich nicht verspotten [...]

Ps2:4 Der in dem Himmeln sitzt, wird lachen; Jehovah seinerseits wird sie
verspotten.

Ps59:8 Du aber, o Jehovah wirst über sie lachen; Du wirst alle Nationen
verspotten.

Das bezieht sich allg. auf "Sünder" (->Harmatia) und die intellektuelle
Schicht (1ko1:19, vgl. kol2:8), auf solche, die fortgesetzt seinem Wort
widerstehen, die allezeit lernen und es doch nie kapieren (2ti3:7, mat13:13)
wie bspw. Jannes und Jambres (2ti3:8-9) deren - je nach Übersetzung -
Dummheit/Wahnsinn/... für jeden klar ersichtlich werden wird und die vor
lauter Dummheit/geistiger Krankheit auch keine Fortschritte mehr machen
werden, die, obwohl sie behaupten weise und intelligent zu sein, in
Wirklichkeit töricht und hohlköpfig sind (röm1:22) und deren Herz daher auch
zwangsweise (durch ihre eigene Initiative) verfinstert worden ist und die
daher unentschuldbar (röm1:20-23), vor Stolz aufgeblasen und geistig krank
sind (1ti6:4).

Denen, die gebrochenen Herzens und zerschlagenen Geistes sind, ist er jedoch
nahe und rettet er (Ps34:18). Also nicht Britney Spears und auch nicht die
verhurte und heulende Verona Feldbusch, die vermutlich beiden grössten
Götzen für Mädchen im hormondevoten Alter. Behaupte ich jetzt einfach mal...

Gott ist ja nicht Bush oder Rumsfeld, die erst Bin Laden aufbauen und
Hussein mit BC-Waffen versorgen und sie dann hinterher als das Böse
bezeichnen und sich als Messias aufspielen.

> jeder Film... Ohne Probleme waers ja langweilig...

Hmmm...naja, vielleicht ist dieser komische Gott doch eine Frau: von Adam
bis Jesus haben die Menschen darauf bestanden, dass er ihnen eine
Möglichkeit schafft, von der Erbsünde befreit zu werden, weil die Menschen
nach Adam und Eva ja eigentlich nichts dafür können und er hat sich vor
lauter Mitleid und Liebe dazu auch breitquatschen lassen und seit Jesu Tod,
besteht er nun darauf, dass es so gemacht wird, wie er es für richtig hält
und ihm jetzt auch ein wenig Anerkennung und Liebe entgegengebracht wird für
seine unverdiente Güte.

Komisch, dass du das als Frau allerdings nicht verstanden hast. Hm, dann ist
vielleicht doch eher der Satan, der Widersacher, der Teufel, der Verleumder
Gottes eine Frau? :->

> > [Jehova und Frauen....]
> > da sind wir uns doch wohl einig, oder ;)
> Da muessen wir wohl noch mal dran arbeiten...

"Kein kluger Mann widerspricht seiner Frau. Er wartet, bis sie es selbst
tut." - Humphrey Bogart

"Nur zwei Dinge behält eine Frau für sich: Ihr Alter und was sie selbst
nicht weiss" - bulgarisches Sprichwort

"Ein energischer Mann ist ein toller Mann, eine energische Frau ist schon an
der Grenze, keine richtige Frau mehr zu sein." - Birgit Breuel, Managerin

"Lobe den Rat der Frauen, aber richte dich nicht nach ihm." -
brasilianisches Sprichwort

"Eine Frau ist eine Festung, die sich mit einer weissen Flagge wehrt." -
Charles Boye


Ahhh, rülps, was fühle ich mich jetzt männlich! Und ein männlicher Mann ist
ein toller Mann!

Hehe... :->


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:04:18 AM11/14/02
to
"Klaus Scholl" <Kl...@ghosty.cjb.net> wrote:
[Klavier]

Bravo!

Sehter Leute, genau sowas wollte ich für "Blasphemie" haben. Klasse
ausgeführt, Klaus, geh' mit guten Vorbild voran!


Felix Neumann

unread,
Nov 13, 2002, 5:19:24 PM11/13/02
to
Timo Nentwig scripsit:

> Und das nächste Mal bitte anständig quoten. In der Zeile stand
> noch etwas vom Papst...

Was allerdings nicht relevant für meine Antwort war. Ergo ist
"anständig" zitiert.

-> http://got.to/quote

-fn-

Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:11:25 AM11/14/02
to
"Sebastian Koppehel" <ba...@bastisoft.de> wrote in message
news:9lpuqa...@bastisoft.de...

Ich war auf einer guten Schule und da war's so.

Und es ist überall so, vor allem in der Politik. Und in der Wissenschaft
inzwischen auch, das Unmöglich ist durch den gottgewordenen Menschen durch
digitale Manipulationsmöglichkeiten möglich geworden.

Die grüne Kifferpartei hat auch nicht 9% bekommen, weil die Pisa-Jugend
immer intelligenter wird und Claudia Roth ein Genie ist (und ausgesprochen
sexy obendrein, bei Frauen kommt ja immer alles zusammen).

Je gebildeter und intelligenter ein Menschen, desto blöder wird er meistens,
weil er grössenwahnsinnig und überheblich wird, geblendet von und süchtig
nach Ruhm und Macht. Es gibt nur gaaaanz wenige, die bescheiden und demütig
werden - Einstein z.B.

"If A equals success, then the formula is A equals X plus Y plus Z. X is
work. Y is play. Z is keep your mouth shut." - Einstein.


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:21:06 AM11/14/02
to
"Silke Pohl" <silke...@uni-muenster.de> wrote:
> Hmmm... also wenn ich dich richtig verstanden habe, meist du, dass das
> Fremdwort dann jeweils ein engere/speziellere Bedeutung hat, als das
> Deutsche?
> also zumindest bei Buechrei - Bibliothek stimmt das nicht, bei Verwaltung
> und Administration ist das verhaeltnis sehr ausgeglichen und bei
Geschmack -
> Gusto (na ja - Gusto heisst doch auch noch Neigung?) ist es auch eher
anders
> herum. Uebrig bleibt Blasphemie...

Es gibt Fremdwörter, ohne die kommt man nicht aus. Funktion z.B., dafür gibt
es kein deutsches Wort. Die allermeisten Fremdwörter werden jedoch in
spezifischen intellektuellen Gruppierungen/Szenen benutzt, allen voran
vermutlich die Medizin, einige davon sind ausserordentlich praktisch und
aussagekräftig, bspw. in der Philosophie, andere sind hingegen völlig
überflüssig, zumal es muttersprachliche Alternativen gibt, z.B. "Redundanz"
oder "debil", da dürfte wohl die Literaturwissenschaft ganz vorne stehen,
wozu braucht man Begriffe wie "Antizipation"? Klingt halt schön und
intellektuell und niemand versteht's, wenn er nicht aktives und ständiges
Mitglied dieser Szene ist, um sich vom gemeinen, dummen Volk zu distanzieren
(Vgl. Vorwort vom Pfaffenspiegel).

Und manch einen Begriff benutzt man eben einfach, um dem Wort durch seine
Herkunft einfach noch eine weitere Dimension der Aussage hinzuzufügen, so
ist Französisch halt die Sprache der Gedichte und Liebe und Bla und
Italiener im Restaurant, das sind halt die Chauvis und das Essen und
maritimes Klima, lange, warme Sommernächste usw. usf....

> Ein Beispiel, das die einengung von Bedeutungen besser zeigt, waere
> vielleicht Apotheke - von Ablage(brett) zu "unserer" Apotheke...

Tjaaaa...gute Frage :)


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:23:53 AM11/14/02
to
"Boris Gerlach" <DRSt...@t-online.de> wrote:
> Gewöhn Dir mal einen anderen Ton an Du Penner.
> Sonst schreib ich Dir mal ein paar Zeilen,
> dagegen verblasst jede Blasphemie.

Hast du doch bereits in entsprechendem Ton.

Du wirst für alle Zeiten ein Volltrottel bleiben, aber keine Sorge, du wirst
es nie merken.


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:32:25 AM11/14/02
to
"Ralf Heinrich Arning" <Muell...@despammed.com> wrote in message
news:1flm1my.12qc8hiapqcpiN%Muell...@despammed.com...

> Timo Nentwig <t...@despammed.com> wrote:
>
> > Ralf Heinrich Arning wrote:
> > > Die eingeengte Bedeutung des Fremdwortes erklärt sich aus der
> > > Zugehörigkeit des Wortes zu einer Fachsprache.
> >
> > Griechisch eben.
>
> Nein, das ist nicht der Punkt. *Fach*sprache.

Huch :) Ja, dasselbe habe gerade eben auf einen anderen Artikel geanwortet.
Geb' ich dir also absolut recht :)

Bleibt aber im Falle von blasphemia die Frage nach der Herkunft - wirklich
die Bibel?

> > > Die Einengung der Bedeutung von Fremdwörtern im Vergleich zur
> > > Herkunftssprache ist ein häufiger Vorgang.
> >
> > Hm, das wäre doch mal eine kurze und treffende Erklärung.
> >
> > Ist das tatsächlich so, dass Fremdwörter tatsächlich nur in einer
Bedeutung
> > "importiert" werden? Und wenn ja, weiss vielleicht noch jemand, wie es
> > kommt, dass man für blasphemia eben Gotteslästerung übernommen hat und
nicht
> > "normales" Lästern? Geht das auf die Bibel zurück oder gibt es dafür
andere
> > Gründe?
>
> Siehe oben und das, was Du nicht mitzitiert hast:
>
> >> Das Wort ist alltagssprachlich überflüssig. Da gibt es ja
> >> "Lästerung", was in allen Bereichen angewandt werden kann.

Wie ich in o.g. Aritkel auch schon geschrieben habe, gilt das aber
vermutlich für die meisten, zumindest jedoch für eine ganze Reihe von
Fremdwörtern, dass sie redundant sind. Es handelt sich aber (meistens?) um
vorhandene Fremdwörter, die lediglich spezialisiert angewandt werden, bspw.
in der Medizin, oder "induzieren" aus der Elektrotechnik fällt mir da gerade
ein, diese Begriffe werden aber auch umgangssprachlich und/oder in anderen
Fachbereich in wiederum spezialisierter Bedeutung benutzt. Blasphemie ist
aber immer und in jedem Zusammenhang mit Gott verbunden.

Wie auch immer, ist ja egal, meine Frage war und ist ja eine andere, nämlich
wer aus welchem Grund (wann) diese Spezialisierung vorgenommen hat. Die
Kirche aufgrund der Bibel?


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:41:54 AM11/14/02
to

"Klaus Scholl" <Kl...@ghosty.cjb.net> wrote:
> Man importiert nur Wörter für Bedeutungen (auch wenn diese im
> Nachhinein angedichtet wurden), die man in der Muttersprache nicht
> bereits einwortig ausdrücken kann.

Siehe anderen Artikel von mir zum Thema.

Ich möchte behaupten, dass ist schlicht falsch. Das mag man vielleicht
denken, wenn man glaubt, die Welt sei in Ordnung und auf ihr Herrsche
Frieden und Gerechtigkeit, aber viele Fremdworte sind schlicht überflüssig
und werden von intellektuellen Kreise eingeführt. Oftmals sind es ja auch
tatsächlich Begriffe die direkt aus der Ursprungssprache übernommen werden:
ad hoc, ad acta, ultima ratio, circa, moratorium, ... Ohne diese wäre die
deutsche Sprache nach wie vor genauso ausdrucksfähig.

Z.T. macht es ja auch durchaus Sinn, wenn Mediziner aus Deutschland die
lateinischen Begriffe von Mediziner aus sonstwo verstehen, allerdings ist
auch das leider Utopie, tatsächlich ist es wohl eher so, dass Englisch die
Welt dominiert.

> Beispiel:
> lat. Templum kann auch ein geweihter Ort sein, oder auch eine Kirche,
> ca. entspricht es sehr gut dem deut. Wort 'Heiligtum',
> und was hat das Deutsche importiert? 'Tempel' mit der Spezialbedeutung
> 'Heiliges Gebäude für einen (nicht-christlichen, nicht-jüdischen,
> nicht-mohamedanischen) Gott'.
> Man verhunzt also nicht nur die Erscheinungsform des Wortes auch
> dessen Bedeutung. Alles wird verwurstet, so klaut sich Sprache
> allmählich ihr wachsendes Vokabular zusammen.

So verstand der Ami bspw. bis vor Kurzem nicht, was ein Handy ist ;)

Meine Frage ist aber nach der konkreten Ursache. Wenn mir jetzt jemand sagen
würde, die Kirche hat Blasphemie aufgrund der Bibel so eingeführt, wäre ich
zufrieden. Was es mit dem Handy auf sich hat, dürfte wohl jedem klar sein,
wobei das wohl eher ein "erfundener" Begriff ist als ein in seiner Bedeutung
veränderter...


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:49:03 AM11/14/02
to
Felix,

ich habe schon lange keine so vernüftige Diskussion im Netz mehr geführt,
wie diese hier (grosses Kompliment!). Es sind wirklich mal interessante
Aussagen von Menschen dabei, die entgegen dem überwiegenden Teil der
heutigen Kommerz-Internet-Nutzer nicht völlig verblödet sind und die
wirklich mal gebildet sind, zuhören, mitlesen und mitunter scheinbar auch
tatsächlich selbstständig mitdenken. Das ist ein echter Segen.

Bitte schmoll mit deinem Ego woanders, wenn du daran nicht teilnehmen
möchtest oder kannst und quetsch hier nicht deine Pickel aus.

Danke.


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:53:51 AM11/14/02
to
> Was allerdings nicht relevant für meine Antwort war. Ergo ist

Die kath. Kirche ist der Urheber der Höllenlehre, die hat ihren Ursprung der
sog. Petrusapokalypse (Petrus war übrigens verheiratet, das hat den Päpsten
bisher auch noch niemand gesagt). Alles, was die Kirche damit erreicht hat,
ist das wahre Christentum so in Verruf zu bringen, wie es Bin Laden jetzt
wohl mit dem Islam tun soll (kenn' mich da nicht so aus) und Sigmund Freud
dazu zu bewegen, die Hölle samt Gott und Christentum abzuschaffen. Ein
Teufelswerk, ohne Frage.

Mal davon abgesehen, dass das, wie so viele Lehren der Kirche, aus
heidnische Religionen zurückgeht.


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 9:55:18 AM11/14/02
to
> Was allerdings nicht relevant für meine Antwort war. Ergo ist

Die kath. Kirche ist der Urheber der Höllenlehre, die hat ihren Ursprung in


der
sog. Petrusapokalypse (Petrus war übrigens verheiratet, das hat den Päpsten
bisher auch noch niemand gesagt). Alles, was die Kirche damit erreicht hat,
ist das wahre Christentum so in Verruf zu bringen, wie es Bin Laden jetzt
wohl mit dem Islam tun soll (kenn' mich da nicht so aus) und Sigmund Freud
dazu zu bewegen, die Hölle samt Gott und Christentum abzuschaffen. Ein
Teufelswerk, ohne Frage.

Mal davon abgesehen, dass das, wie so viele Lehren der Kirche, auf
heidnische Religionen zurückgeht.

Tassilo Halbritter

unread,
Nov 14, 2002, 11:57:05 AM11/14/02
to
In article <ar0d50$pvs$05$1...@news.t-online.com>, Timo Nentwig

<URL:mailto:t...@despammed.com> wrote:
> Felix,
>
> ich habe schon lange keine so vernüftige Diskussion im Netz mehr geführt,
> wie diese hier (grosses Kompliment!).
>

Ist ja schön, wenn Du Dir selber ein großes Kompliment machst ...
Allerdings denke ich, daß Du ansonsten in einer Religionsgruppe dis-
kutierst und dort gelten andere Kriterien.
Für mich tanzt Du hier an der Grenze zum Killfile herum!

--
_____ _ _ reply to: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt in der Geschichte so manche glaubenlose
| | | |_| | Epoche, die sich im politischen Wahnsinn einen
| | | _ | Ersatz für religiösen Wahnsinn schafft."
|_|a |_| |_|a (Joachim Fernau)

Boris Gerlach

unread,
Nov 14, 2002, 12:10:28 PM11/14/02
to
Tassilo Halbritter wrote:

> Ist ja schön, wenn Du Dir selber ein großes Kompliment machst ...
> Allerdings denke ich, daß Du ansonsten in einer Religionsgruppe dis-
> kutierst und dort gelten andere Kriterien.
> Für mich tanzt Du hier an der Grenze zum Killfile herum!

Schon erledigt.

-----> waste

BGE

Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 12:54:44 PM11/14/02
to
Tassilo Halbritter wrote:
> Ist ja schön, wenn Du Dir selber ein großes Kompliment machst ...

?

> Allerdings denke ich, daß Du ansonsten in einer Religionsgruppe dis-
> kutierst und dort gelten andere Kriterien.

Nicht denken.

"Ursprung und Bedeutung von 'Blasphemie'"

> Für mich tanzt Du hier an der Grenze zum Killfile herum!

Ich bitte darum.


Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 1:05:26 PM11/14/02
to
> aber nun gut: Ich besteh' drauf. :)
Nun gut, ich werd aber trotzdem nicht die Arbeit fuer dich machen ;-)
Schau mal hier:
fuer blapheméo:
http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?layout.refembed=2&doc=Perseus%3At
ext%3A1999.04.0057%3Aentry%3D%2320067&layout.reflookup=blasfhmei%3D&layout.r
eflang=greek

http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?layout.refembed=2&doc=Perseus%3At
ext%3A1999.04.0058%3Aentry%3D%236331&layout.reflookup=blasfhmei%3D&layout.re
flang=greek

fuer blasphemía:
http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?layout.reflookup=blasfhmi%2Fa&lay
out.refembed=2&doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0057%3Aentry%3D%2320068&layout.r
eflang=greek

http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?layout.reflookup=blasfhmi%2Fa&lay
out.refembed=2&doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0058%3Aentry%3D%236332&layout.re
flang=greek

Fuer Textstellen kann man den Stephanus Thesaurus graecae linguae (wie ich
heute nach Waelzen der schriftlichen Version auch feststellte ;-) auch im
Internet besuchen: http://www.tlg.uci.edu/

-------
[OT]:

> "Ein energischer Mann ist ein toller Mann, eine energische Frau ist schon
an
> der Grenze, keine richtige Frau mehr zu sein." - Birgit Breuel, Managerin

Eine Frau, die so gut sein will wie ein Mann, ist einfach nicht ehrgeizig...

> Ahhh, rülps, was fühle ich mich jetzt männlich! Und ein männlicher Mann
ist
> ein toller Mann!

*michweglach*
(Naemlich zu meinem Fahrrad, dessen Hinterrag geflickt werden muss - oder
sollte ich das jetzt wegen der allseits bekannten handwerklichen
Unbegabtheit der Frauen irgendeinem maennlichen Wesen ueberlassen?)

Gruesse,
Silke


Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 1:07:08 PM11/14/02
to
>
http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?layout.refembed=2&doc=Perseus%3At
>
ext%3A1999.04.0057%3Aentry%3D%2320067&layout.reflookup=blasfhmei%3D&layout.r
> eflang=greek
Ihhhh... sorry, bei mir waren das hier noch insgesamt Links... Viel Spass
nun beim Copy&Pasten...


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 1:15:36 PM11/14/02
to
Silke Pohl wrote:
>> aber nun gut: Ich besteh' drauf. :)
> Nun gut, ich werd aber trotzdem nicht die Arbeit fuer dich machen ;-)

Also doch diabolos.


Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 1:23:24 PM11/14/02
to

> Also doch diabolos.
Was hast du Glueck, dass das Adjektiv zweiendig ist...

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 14, 2002, 1:56:49 PM11/14/02
to
Timo Nentwig schrieb:

> "Sebastian Koppehel" <ba...@bastisoft.de> wrote in message

>> Timo Nentwig schrieb:
>>
>> > Das habe ich nun auch schon festgestellt, dass das so ist. Im Gegensatz zu
>> > einer Schule, wo für die Note eher die quantitative Mitarbeit zählt (und
>> > damit der, der mehr sabbelt als man überhaupt sabbeln kann, weil die
>> > Wahrheit in ihrer Quantität begrenzt ist. die bessere Note bekommt),
>>
>> In guten Schulen ist das nicht so. Und hier übrigens auch nicht - ich
>> erwähn's nur, weil ich nicht sicher bin, ob dir das klar ist.
>
> Ich war auf einer guten Schule und da war's so.

Dann hatte die gute Schule einen Fehler.

Wobei ich in den Grundsatz: "Wer viel sagt, sagt auch mal was
richtiges" so langsam den Glauben verliere.

> "If A equals success, then the formula is A equals X plus Y plus Z. X is
> work. Y is play. Z is keep your mouth shut." - Einstein.

Wenn Einstein das gesagt hat, freß ich'n Besen. Du hast nicht zufällig
eine Quelle?

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 14, 2002, 2:07:36 PM11/14/02
to
Silke Pohl schrieb:

> (Naemlich zu meinem Fahrrad, dessen Hinterrag geflickt werden muss - oder
> sollte ich das jetzt wegen der allseits bekannten handwerklichen
> Unbegabtheit der Frauen irgendeinem maennlichen Wesen ueberlassen?)

Wenn du z. B. einen Rüden hast, solltest du es ihm nicht überlassen,
weil die meisten Hunde nix von Fahrrädern verstehen.

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 14, 2002, 2:11:05 PM11/14/02
to
Timo Nentwig schrieb:

> Es gibt Fremdwörter, ohne die kommt man nicht aus. Funktion z.B., dafür gibt
> es kein deutsches Wort.

Da würd ich lieber noch mal bei Eduard Engel nachschlagen. Aber
"Funktion" hat eh 120 verschiedene Bedeutungen, da läßt sich in vielen
Fällen mit Sicherheit auf dieses Wort verzichten - wie es andererseits
in vielen anderen Fällen sicher ziemlich unsinnig ist.

- Sebastian

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 14, 2002, 3:38:25 PM11/14/02
to
Silke Pohl <silke...@uni-muenster.de> wrote:

> Fuer Textstellen kann man den Stephanus Thesaurus graecae linguae (wie ich
> heute nach Waelzen der schriftlichen Version auch feststellte ;-) auch im
> Internet besuchen: http://www.tlg.uci.edu/

Das sind zwei verschiedene Dinge! Der TLG ist nicht der TGL.
Der TLG ist vor allem auf CD erhältlich und sollte in altphilogischen
Instituten zu benutzen sein. Gute Sache.
Der TGL (die dicken Wälzer) hat den Vorteil, daß die Wörter lemmatisiert
sind.

Ralf

Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 4:06:17 PM11/14/02
to
> Das sind zwei verschiedene Dinge!
Ja natuerlich: in der online-Version hat man eben die Stellen, in der
schriftlichen Stellenverweise und Wortbedeutungen. Trotzdem fand ich, dass
hier jetzt erst einmal die online-Version ausreicht, ich hatte wenig Lust
die zwei Spalten aus dem Waelzer abzuschreiben.

Gruesse,
Silke


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 4:16:03 PM11/14/02
to
Sebastian Koppehel wrote:
> Dann hatte die gute Schule einen Fehler.

Nerv. Grünling, hast du sonst nichts zu tun?

>> "If A equals success, then the formula is A equals X plus Y plus Z.
>> X is work. Y is play. Z is keep your mouth shut." - Einstein.
>
> Wenn Einstein das gesagt hat, freß ich'n Besen. Du hast nicht zufällig
> eine Quelle?

Ja, mein Kopp, das reicht mir als Quelle.

"[...] der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht
atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." - Werner
Heisenberg


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 4:29:23 PM11/14/02
to
Silke Pohl wrote:
> Was hast du Glueck, dass das Adjektiv zweiendig ist...

Sonst...? :)

Diabolos heisst Verleumder/verleumden.

Lauter perseus.tufts.edu heisst es aber auch "lästern" (beleidigen, etc.).
Interessant...


Reinhard Gonaus

unread,
Nov 14, 2002, 4:34:44 PM11/14/02
to
On Wed, 13 Nov 2002 22:17:46 +0100, "Timo Nentwig" <t...@despammed.com>
wrote:

>> Heute sind alle der Meinung, Sündigen bedeute Rumvögeln oder einen
>> Diätfehler machen.
>
>Naja, die Kirche meint noch immer, Rumvögeln wäre eine Sünde. Der
>Pfaffenspiegel hat das 1845 schon als Teufelslehre bezeichnet.
>
Ja, ja! Aber die Leute meinen ja, was anderes als die zwei Sachen
seien keine Sünden!

Reinhard
--
Dieses, unser Leben, wem kann ich es vergleichen?
Dem Spiegelbild des Mondes in einem Tropfen Tau,
glitzernd am Schnabel der wilden Ente.
(Dogen Zenji)

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 14, 2002, 4:37:31 PM11/14/02
to
Timo Nentwig schrieb:

>>> X is work. Y is play. Z is keep your mouth shut." - Einstein.
>>
>> Wenn Einstein das gesagt hat, freß ich'n Besen. Du hast nicht zufällig
>> eine Quelle?
>
> Ja, mein Kopp,

Dachte ich mir.
Dann schreib auch "mein Kopp" drunter und nicht "Einstein".

- Sebastian

Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 4:53:07 PM11/14/02
to
> Wenn du z. B. einen Rüden hast, solltest du es ihm nicht überlassen,
> weil die meisten Hunde nix von Fahrrädern verstehen.
Ja, aber nur die meisten - Ich bin sicher, dass ich dann eine haette, der
davon ganz viel verstuende, auf dem Schlauch rumkaute, so dass man/frau
gezwungen waere auf jeden Fall zur Werkstatt zu gehen/schieben und sich dort
einen neunen zu besorgen (Schlauch, nicht Rueden) Und dann dort auch gleich
noch einen Knochen mit zu nehmen, um das Rad abmontieren zu koennen, was dem
Hund sicher gefallen wuerde...


Timo Nentwig

unread,
Nov 14, 2002, 5:30:13 PM11/14/02
to
Sebastian Koppehel wrote:
> Dachte ich mir.

Nicht denken.


Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 14, 2002, 5:33:43 PM11/14/02
to
Silke Pohl <silke...@uni-muenster.de> wrote:

Hilfreich ist beides, ohne Frage.

Aber der TLG ist nicht die online-Version des TGL.

Der TGL ist ein großes Lexikon. Der TGL ist eine Datenbank, die die
altgriechischen Texte enthält.

Ralf

Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 5:40:20 PM11/14/02
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Aber der TLG ist nicht die online-Version des TGL.
> Der TGL ist ein großes Lexikon. Der TGL ist eine Datenbank, die die
> altgriechischen Texte enthält.

Jaaaa... ich habs verstanden, die anderen vermutlich auch.... warum nochmal?


Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 14, 2002, 6:22:30 PM11/14/02
to
Silke Pohl <silke...@uni-muenster.de> wrote:

> Ralf Heinrich Arning schrieb:
> > Aber der TLG ist nicht die online-Version des TGL.
> > Der TGL ist ein großes Lexikon. Der TGL ist eine Datenbank, die die
> > altgriechischen Texte enthält.
>
> Jaaaa... ich habs verstanden,

Wegen "online-Version" hatte ich nicht den Eindruck.

> die anderen vermutlich auch.... warum nochmal?

Deshalb.

Ralf

Matthaus Huber

unread,
Nov 14, 2002, 6:33:55 PM11/14/02
to
"Rumvoegeln" fuehrt zu Alimente zahlen. Und wer muss sie bezahlen?
Darin liegt die "Suende".
Das "Rumvoegeln" fuehrte zu einer Unmenge Kinder fuer die niemand aufkommen
wollte.
Die Frauen wussten ja nicht von wem die Kinder waren.
Um das zu verhindern, und den Kindern Schutz und Unterhalt in einer Familie
zu gewaehren, das war das Ziel.

mjh

Reinhard Gonaus <er...@aon.at> wrote in message
news:tl58tug3lmkgpi9hj...@4ax.com...

Silke Pohl

unread,
Nov 14, 2002, 6:38:37 PM11/14/02
to

Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Wegen "online-Version" hatte ich nicht den Eindruck.

ok. online Version einfach als Umschreibeung fuer
"(click on Try out the Online TLG®). The trial version allows users
to browse and search the Canon of Greek Authors and Works with
a representative selection of texts."

Gute Nacht,
Silke


Boris Gerlach

unread,
Nov 15, 2002, 1:24:59 AM11/15/02
to
Matthaus Huber wrote:

[TOFU entsorgt]

>
> "Rumvoegeln" fuehrt zu Alimente zahlen. Und wer muss sie bezahlen?
> Darin liegt die "Suende".
> Das "Rumvoegeln" fuehrte zu einer Unmenge Kinder fuer die niemand aufkommen
> wollte.
> Die Frauen wussten ja nicht von wem die Kinder waren.
> Um das zu verhindern, und den Kindern Schutz und Unterhalt in einer Familie
> zu gewaehren, das war das Ziel.

Also ich hab die Erfahrung gemacht,
daß die Frauen immer ziemlich genau wissen von
wem die Kinder sind.


Aber das wird jetzt OT, daher EOD.
BGE

Christina Kunze

unread,
Nov 15, 2002, 2:10:47 AM11/15/02
to

"Timo Nentwig" <t...@despammed.com> schrieb im Newsbeitrag
news:ar0ahf$fnl$00$1...@news.t-online.com...
> "Klaus Scholl" <Kl...@ghosty.cjb.net> wrote:
> [Klavier]
>
> Bravo!
>
> Sehter Leute, genau sowas wollte ich für "Blasphemie" haben. Klasse
> ausgeführt, Klaus, geh' mit guten Vorbild voran!
>
Gleich und gleich gesellt sich gern.

Guten Fall.

chr


Lars Trebing

unread,
Nov 15, 2002, 11:20:32 AM11/15/02
to
Klaus Scholl wrote:

> Lars Trebing wrote:
>
>> [...] Beispiel: Im Englischen ist ein "keyboard" ursprünglich ein
>> Schlüsselbrett; durch die zusätzliche Bedeutung "Taste" für "key"
>> gibt es für "keyboard" auch die Bedeutung "Tastatur", speziell
>> "Klaviertastatur". [...]
>
> Interessant ist, daß:
>
> »key (1) - ... probably from L. clavis or Fr. clef, ...«
>
> Und Clavis bedeutet 'Schlüssel,Riegel',

Nein, in diesem Zusammenhang ist das nicht interessant. (Ich hatte mir
schon überlegt, ob ich bei "key" nicht noch eine Fußnote dazuschreiben
soll ...)

> ob die Bedeutung 'Taste' auf dieses Wort später aufgeladen wurde,
> oder auf das zu dem Wort 'Clavis' verwandten Wort 'Clavus' (Nagel,
> kleiner Bolzen) weiss ich nicht.

Nochmal: Mit meinem Beispiel hat das nichts zu tun.

Wirsing!
ltrebing

--
The first time you'll get a Microsoft product that doesn't suck will be
the day they start producing vacuum cleaners.

Lars Trebing | http://www.ltrebing.de/ | mailto:ltre...@ltrebing.de

Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 4:30:35 PM11/15/02
to
Ralf Kusmierz wrote:
> X-No-Archive: Yes

Quod erat expenctandum...

Was sagst du eigentlich dazu, dass Werner von Braun nach dem Zweiten
Weltkrieg in den USA weitergearbeitet hat und die halbe Mannschaft von
Hitler unter Adenau wieder die Karten gemischt hat?

Bitte poste hier gültige, RFC-konforme Artikel im Netz und nicht solche, die
solche, die vielleicht nur wenig mehr Ahnung von Comptuern haben, weil sie,
wie die Name dieser GRuppe schon vermuten lässt, nicht primär
technikinteressiert sind, wie du blöd bist - oder auch einfach nur naiv sind
und nicht bösartig und/oder dumm denken (können) bzw. geistig nicht so krank
sind wie du - nicht zu lesen vermögen. Du infantiler Knabe kannst ja
stattdessen Klingelstreiche bei deinem Nachbarn machen und dir anschliessend
wie ein runterholen.

Und welche tiefgehende Nachrichten man dann in deinem broken Artikel lesen
kann! Dann fahr' wenigsten Linux, was, wäre es von dir entwickelt worden,
d.h., wärst du mit deinem kaputten Kopp dazu fähig, noch beschissenener
Wäre, als es Windows 3.11 war.

Gott, hätte Dr. Mengele nur Spastiker wie dich gehabt, ein Besuch beim Arzt
heute würde einen Gesunden krank machen.


Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 4:36:17 PM11/15/02
to
Und um deiner nicht enden wollenden satanischen Doofheit noch die Krone
aufzusetzen: ausgerechnet Rene, an den du eine FRAGE richtest, fährt Outlook
Express.

Ralf, du bist sowas von endlos scheisse, dass es einem die Sprache raubt.
Mit aller Kraft und aus tiefsten Herzen versuchen, ein Arsch vor dem Herrn
zu sein und dann auch selbst dafür noch zu doof sein; Ralf, es ist unmöglich
dich noch zu übertreffen. Ob nun Evolution oder Gott, wie solltest du den
überleben?


Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 4:39:25 PM11/15/02
to
Ralf Kusmierz wrote:
> X-No-Archive: Yes

Hab' ich eigentlich schon erwähnt, wie die Kirche Hitler unterstützt und
sogar noch nach Kriegsende hochrangigen Nazis beim Untertauchen geholfen
hat. Na, Ralf, da wirst du doch gleich viel gottergebener, was?


Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 4:41:36 PM11/15/02
to
Timo Nentwig wrote:
> Und um deiner nicht enden wollenden satanischen Doofheit noch die
> Krone aufzusetzen: ausgerechnet Rene, an den du eine FRAGE richtest,
> fährt Outlook Express.

Aua, es tut so weh, es tut soo weh...

Für den Schöpfer, wenn er das liest, muss der Kopfschmerz höllisch sein.


Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 4:48:35 PM11/15/02
to
Timo Nentwig wrote:
> Bitte poste hier gültige, RFC-konforme Artikel im Netz und nicht

Selbst das end haste noch "vergessen"(?).

Timo Nentwig

unread,
Nov 15, 2002, 5:09:59 PM11/15/02
to
Timo Nentwig wrote:
[Tal von Hinnom}
> Judas Iskariot soll da wohl entsorgt worden sein...

Reine Spekulation.


Boris Gerlach

unread,
Nov 15, 2002, 7:20:50 PM11/15/02
to
Timo Nentwig wrote:

[bullshit]

> Gott, hätte Dr. Mengele nur Spastiker wie dich gehabt, ein Besuch beim Arzt
> heute würde einen Gesunden krank machen.

Der liebe Gott, in seiner Güte läßt Dich hier
Blasphemie betreiben, er muß damit leben, daß
ihm so manches nicht gelungen ist.

Ich möchte Dich bitten einen Arzt aufzusuchen.
Ein Erfurt reicht.

BGE

Timo Nentwig

unread,
Nov 16, 2002, 5:09:49 AM11/16/02
to
Steh' ich nicht in deinem Killfile?


It is loading more messages.
0 new messages