ich falle hier vor Ohnmacht fast vom Stuhl, weil meine schweizer
Freundin nebst ihren Arbeitskollegen einfach nicht wahrhaben will, dass
es im Deutschen nunmal "Ich habe gespeist", und nicht "Ich habe
gespiesen" heisst. Da ich kein Deutscher sondern Ausländer bin, sind sie
dementsprechend der Ansicht, dass sie genau diesen Umstand gegen mich
und meine Meinung verwenden können. Welch fataler Irrtum, wo ich doch
die deutsche Sprache besser beherrsche als so mancher Deutscher (siehe
diverse Talk-Show-Gäste..., und die dürfen sogar wählen! Kein Wunder
geht Deutschland den Bach runter... 8->
Daher bitte ich Euch hier in diesem Forum die richtige Bezeichnung
anzugeben; das werden die Ungläubigen dann wohl aktzeptieren.
Schönen Gruss aus Basel, der Stadt der Ungläubigen
Pino (der jetzt erst mal was spiesen... äh...., speisen wird...)
--
"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer, bezügl.
Anglizismen.)
http://home.balcab.ch/schmirnoff/index.htm
mailto:pi...@gmx.net
> Hallo Wächter der deutschen Sprache...,
>
> ich falle hier vor Ohnmacht fast vom Stuhl, weil meine schweizer
> Freundin nebst ihren Arbeitskollegen einfach nicht wahrhaben will, dass
> es im Deutschen nunmal "Ich habe gespeist", und nicht "Ich habe
> gespiesen" heisst.
Ob es in der Schweiz eine Variante gibt, mögen die Helveten mitteilen.
Ich kenne nur "gespeist".
Vielleicht ist Deine Freundin ja auch von Deinem Temperament fasziniert
und will Dich provozieren.
Ralf
> Daher bitte ich Euch hier in diesem Forum die richtige Bezeichnung
> anzugeben; das werden die Ungläubigen dann wohl aktzeptieren.
Es ist schon so, das eigentlich "ich habe gespeist" richtig wäre.
Wenn, ja wenn du nicht in der Schweiz wärest.
Als Schweizer haben wir die Sondererlaubnis auch "gespiesen" zu sagen,
woher das auch immer stammen soll.
Darüber hat sich damals schon mein alter Deutschlehrer aufgeregt.
> Schönen Gruss aus Basel, der Stadt der Ungläubigen
> Pino (der jetzt erst mal was spiesen... äh...., speisen wird...)
Guten Appetit!
Tschüss
Patric
> Als Schweizer haben wir die Sondererlaubnis auch "gespiesen" zu sagen,
> woher das auch immer stammen soll.
Iss ja schön und gut, damit hätte ich ja keine Probleme. Der Punkt war
nur der, dass mir besagte Schweizer einreden wollten, dass "gespiesen"
kein Schweizer-, sondern Hochdeutsch ist. Daran wäre ich fast zugrunde
gegangen.....
Hab auch keine Ahnung woher das mit der schweizer Variante "gespiesen"
kömmet, aber denkbar wäre wohl die Aussprache: Bei vielen Wörtern mit
"ei" wird selbiges in der Schweiz als "ie" ausgesprochen (gleichfalls =
gliefalls, Zeit = Ziet, usw...). Übrigens finde ich keine Regel, wann
man "ie" und wann man "ei" sagt..., irgendwie scheint das nach Lust und
Laune zu laufen...
Ebbe, daher ist möglicherweise das schweizerische "gespiesen"
entstanden.
Grissli!
Pino
Die Regel ist ganz einfach: Wo im Mhd. ein "langes i" steht, haben die
Schweizer es heute noch ...
Das gilt auch für andere lange Vokale/Zwielaute: "Buuch" für Bauch zB.
--
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Öhm..., Mhd = Mittelhochdeutsch???
Btw: Das gleiche gilt für die Endung "ig" für das Original "ung":
Zeitung = Zietig, aber aus Vergewaltigung wird nicht Vergewaltigig.
Regel?
So einfach ist es nicht. Im Mhd. war das 'i' in z.B. gebliben, geschriben
kurz, weswegen es im Nhd. geblieben, geschrieben heißt (und nicht
*gebleiben, *geschreiben). Somit hätte das Verb auch im deutschen Deutsch
gespiesen heißen sollen.
Die Form gespiesen ist ganz regelmäßig gebildet als Perfekt Partizip eines
ablautenden Verbs speisen. Dieses Verb ist aber im deutschen Deutsch schwach
flektiert (also nicht ablautend).
Sprachgeschichtlich ist es eigentlich überraschend, dass das altdeutsche
spîsen ablautend flektiert, da es ein Fremdwort ist, aus dem
Spätlateinischen entlehnt.
Grüße,
Poul Erik Jørgensen
aus DK
wo man auch das Verb spise kennt (nicht ablautend!)
besser: ablautend flektieren kann ..
PEJ
... aber immer noch nicht perfekt wie so mancher Deutsche.
SCNR,
Gruß,
Otto Stolz
Ich dachte im Usenet werden gelegentliche Tippfehler geduldet? Sonst
müsste auch ich bei Dir reklamieren, dass du im Setzen Deiner
Leerstellen inkonsequent bist ;-)))
Nunja, schreibenderweise hat sich ein r reingeschmuggelt...
Schön' Gruss!
Pino
[...]
>"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer, bezügl.
>Anglizismen.)
Ergänzend muss hinzugefügt werden: Hohles Gerede ist auf deutsch nicht
notwendigerweise erträglicher als auf englisch.
Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany) | http://www.ringeisen.de |
"Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python) |
> [...]
> >"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer, bezügl.
> >Anglizismen.)
>
> Ergänzend muss hinzugefügt werden: Hohles Gerede ist auf deutsch nicht
> notwendigerweise erträglicher als auf englisch.
*lol* & ACK
Aber genau darin liegt ja das Erfolgsgrund der Anglizismen: *deutsches*
hohles Gerede ist als solches schneller identifizierbar, als
*englisches* hohles Gerede; darum ist in diesem Falle die englische
Sprache zu bevorzugen.
Erbitte hiermit übrigens Deine Ergänzung in meine Sig aufnehmen zu
dürfen, Musterbeispiel siehe unten ;-)
Good night!
Pino
--
"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer, bezügl.
Anglizismen.)
Ergänzend muss hinzugefügt werden: Hohles Gerede ist auf deutsch nicht
notwendigerweise erträglicher als auf englisch. (Peter Ringeisen in
d.e.s.d.)
http://home.balcab.ch/schmirnoff/index.htm
>> Als Schweizer haben wir die Sondererlaubnis auch "gespiesen" zu sagen,
>> woher das auch immer stammen soll.
>
>Iss ja schön und gut, damit hätte ich ja keine Probleme. Der Punkt war
>nur der, dass mir besagte Schweizer einreden wollten, dass "gespiesen"
>kein Schweizer-, sondern Hochdeutsch ist. Daran wäre ich fast zugrunde
>gegangen.....
"gespiesen" ist nicht schweizerdeutsch, sondern Hochdeutsch
schweizerischer Prägung. In der NZZ wird man das ohne weiteres
durchgehen lassen. Wie parkieren oder allfällig.
Schweizerdeutsch wäre "gspise", mit kurzem i, in Basel oder Bern
vielleicht eher mit langem i. Das Wort klingt im Dialekt aber etwas
gestelzt und wird fast immer mit ironischem Unterton verwendet.
- Andi
> "gespiesen" ist nicht schweizerdeutsch, sondern Hochdeutsch
> schweizerischer Prägung.
[...]
> Das Wort klingt im Dialekt aber etwas
> gestelzt und wird fast immer mit ironischem Unterton verwendet.
So auch in Deutschland. Hat man gespiesen, dann gab's mindestens ein
Wachtelzuengelchen an Sternfruchtjus. Hier muss der Safranfaden, wie
man weiss, im 30-Grad-Winkel zum Messer liegen. Dazu ein 42er Je-ne-
sais-quoi mit Teernase und Veilchen im Abgang. Michael, was meinst Du?
Viele Gruesse
Steffen
Sent via Deja.com
http://www.deja.com/
>Dazu ein 42er Je-ne-sais-quoi mit Teernase und Veilchen im
>Abgang. Michael, was meinst Du?
01er Château La Pompe oder 99er Château Grand Mélange...
M.
Nichts im Vergleich zu einem 61er Petrus Pomerol, tsts! Oder eines mit
Eiswürfeln gekühlten Lambrusco-Cola (Korea)!
(Letzteres nur bei 35° im Schatten und der beschränkten Auswahl oben
genannter Getränke...)
Gruss
Pino
--
"Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf englisch." (Walter Krämer)
> ich falle hier vor Ohnmacht fast vom Stuhl, weil meine schweizer
> Freundin nebst ihren Arbeitskollegen einfach nicht wahrhaben will,
> dass es im Deutschen nunmal "Ich habe gespeist", und nicht "Ich
> habe gespiesen" heisst.
Die sind nicht zufällig Mitglieder der "Gesellschaft zur Stärkung der
Verben"?
Cheers!
Harry
--
I always have a quotation for everything - it saves original thinking.
Lord Peter Wimsey