Polizisten werden umgangssprachlich oft als "Bullen" bezeichnet. Kann
man auch eine Polizistin als "Bulle" bezeichnen?
Florian
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<http://www.florian-diesch.de/software/shell-scripts/>
> Polizisten werden umgangssprachlich oft als "Bullen" bezeichnet. Kann
> man auch eine Polizistin als "Bulle" bezeichnen?
Hat sich da nicht mittlerweile "Bullette" eingeb�rgert?
Qno
--
Es war mal ein M�dchen, hie� Wicht,
Das reiste viel schneller als Licht.
Fuhr los eines Tags - relativ, wenn du fragst -
Und war nachts zuvor schon in Sicht.
> Polizisten werden umgangssprachlich oft als "Bullen" bezeichnet.
> Kann man auch eine Polizistin als "Bulle" bezeichnen?
Ja, u.a. Wieviel Geld möchtest Du denn ausgeben? ;-)
mike
Nö.
Ich meine das Wort 'oft'.
Das es Menschen gibt, die für alles und jedes herablassende
Bezeichnungen finden - mag sein.
Hat doch aber mit de.etc.sprache.deutsch nichts zu tun.[1]
> Kann man auch eine Polizistin als "Bulle" bezeichnen?
Auch blöd - willst Du etwa Deinen Kumpels sagen, Du hättest unangenehmen
Kontakt (wenn Du mit ihrer Tat einverstanden gewesen wärst, hättest Du
sie sicherlich Polizistin tituliert) mit einer Bullin gehabt?
Soll das originell sein?
Dorothee
[1] Mein Opa sprach oft von 'Gossensprache' - fällt mir gerade ein.
> Florian Diesch schrieb:
>> Polizisten werden umgangssprachlich oft als "Bullen" bezeichnet.
>
> Nö.
> Ich meine das Wort 'oft'.
> Das es Menschen gibt, die für alles und jedes herablassende
> Bezeichnungen finden - mag sein.
Nun, nun, "herablassend".
Ich darf mich, der Einfachheit halber, selbst zitieren (der Text ist schon
einige Jahre alt):
"SCHWELLKÖRPER IM STAATSDIENST
Gucken wir uns doch mal an, was 'Bulle' eigentlich bedeutet. Die weibliche
Form - die Bulle: Kapsel, für Urkundensiegel; das Siegel selbst; Urkunde
mit Metallsiegel; (bes.) päpstlicher Erlaß - lassen wir dabei getrost
beiseite. Verzeihung, Schwestern!
Nun denn: der Bulle.
1. 'geschlechtsreifes, männliches Rind, Zuchtstier'
Ein landwirtschaftliches Qualitätsprodukt also; kein Wald- und Wiesenrind,
dem man die Wonnekugeln nimmt und zum Arbeiten auf's Feld schickt, sondern
eine Art Deck-Offizier im Rinderstall.
2. '(fig. umg.) großer, starker Mann'
Kann es sein, daß irgendwer sich dadurch beleidigt fühlt?
3. "(derb) Polizist"
Wissen wir, klar.
Ableiten tut sich das Wort aus dem englischen Wort "bull", was dasselbe
bedeutet und seinerseits zurückgeht auf das indogermanische "bhel", was
heißt: "aufblasen, schwellen (!!!), strotzen."
Mein Gott, muß Beleidigtwerden schön sein!
1 BULLE GIBT ACHT, 8 BULLEN GEBEN EIN BALLETT
Das haben sich mittlerweile auch so etliche Polizisten gesagt.
Hauptkommissar Werner Schwab von der Kripo Bonn z. B., sein
Polizeipräsident H. W. Fritsch und der Bund deutscher Kriminalbeamter
sowieso.
Alljährlich nämlich, so lesen wir in der "Süddeutschen Zeitung", 'verleiht
der Bund deutscher Kriminalbeamter auf einer Karnevalssitzung in Bonn an
Persönlichkeiten, die sich um die Innere Sicherheit verdient gemacht haben,
den 'Bullenorden'. Träger sind unter anderem Generalbundesanwalt Kurt
Rebmann, der frühere GSG-9-Chef und jetzige Bundesgrenzschutzkommandeur
Ulrich Wegener und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher'".
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, ein Blinder, glaubt er, kratzt dem Anderen kein Auge
aus.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>
Sag doch "Bullen-Votze" wenn du so einer Lady gegen den Helm pisst.
Oder meinetwegen auch "Bullen-Ritze", "Votze in Uniform" oder "Nazi-
Bitch".
> Nun, nun, "herablassend".
Wie würdest Du es ausdrücken?
> Gucken wir uns doch mal an, was 'Bulle' eigentlich bedeutet. Die weibliche
> Form - die Bulle: Kapsel, für Urkundensiegel; das Siegel selbst;...
> Nun denn: der Bulle ...
> Kann es sein, daß irgendwer sich dadurch beleidigt fühlt?
[... wundervolle Erklärung und die Ausführung über 'Bullenorden']
Wolfram, Du bist der Worte mächtig und ein wunderbarer Erzähler ...
Nichtsdestotrotz ist 'Bulle' eine Verunglimpfung, die mal mehr oder
weniger geahndet wird (Ja, ich kenn die Sache in Regensburg mit der
schläfrigen Frage, 'ob's die Bullen san').
Und so toll und witzig finde ich es nicht, wenn für eine bestimmte
Klientel immer und immer wieder bestimmte andere Namen als die
richtigen verwendet werden - bis es dann "so allgemein üblich" ist,
dass sich keiner mehr etwas dabei denkt.
Deshalb "kann" ja in dieser (sonst nur 'hehren Zielen geweihten' ;-)) NG
über Bullin oder Kuh oder sonstwas nachgedacht werden - man muss es ja
nicht auf eine Berufsgruppe auslegen.
Dorothee
>Und so toll und witzig finde ich es nicht, wenn f�r eine bestimmte
>Klientel immer und immer wieder bestimmte andere Namen als die
>richtigen verwendet werden - bis es dann "so allgemein �blich" ist,
>dass sich keiner mehr etwas dabei denkt.
Vor kurzem sah ich auf einem belebten Platz zwei berittene
Polizistinnen bei zwei Polizeihundef�hrern stehen. Ich wollte
lauthals verk�nden, wie mir die Szene gefalle: "Zwei Pferde,
zwei Hunde, zwei Hasen und zwei Bullen", habe mich dann aber
nicht getraut.
__
Viele Gr��e
Gerald Fix
> Wolfram Heinrich schrieb:
>>> Das es Menschen gibt, die für alles und jedes herablassende
>>> Bezeichnungen finden - mag sein.
>
>> Nun, nun, "herablassend".
>
> Wie würdest Du es ausdrücken?
>
Das hängt vom Zusammenhang ab. Das kann aggressiv und beleidigend gemeint
sein, aber auch nur leicht frotzelnd oder einfach nur so. Alle in seiner
Umgebung sagen "Bullen", also sagt er es auch.
>> Gucken wir uns doch mal an, was 'Bulle' eigentlich bedeutet. Die weibliche
>> Form - die Bulle: Kapsel, für Urkundensiegel; das Siegel selbst;...
>> Nun denn: der Bulle ...
>> Kann es sein, daß irgendwer sich dadurch beleidigt fühlt?
>
> Und so toll und witzig finde ich es nicht, wenn für eine bestimmte
> Klientel immer und immer wieder bestimmte andere Namen als die
> richtigen verwendet werden - bis es dann "so allgemein üblich" ist,
> dass sich keiner mehr etwas dabei denkt.
>
Was wäre daran wirklich bemerkenswert? Für alles mögliche, für alle
möglichen Menschengruppen gibt es offizielle Bezeichnungen und eher
flapsige Umschreibungen. Da hast du etwa den "Seelenklempner" für den
Psychologen.
Es ist schließlich was anderes, ob ich zu einem vor mir stehenden
Polizisten "He, Bulle" sage oder ob ich in einem Gespräch oder Posting von
"Bullen" spreche, wenn ich Polizisten meine.
In Italien sind Witze über Carabinieri äußerst beliebt, es gibt zahlreiche
Witzsammlungen zu kaufen, das ist wie bei uns die Ostfriesen-Witze. Die
Carabinieri sind dort immer brunzdumm und verstehen gar nichts. Die
Witzesammlungen erscheinen unbehelligt.
Und: Gott, was werden nicht Witze übers Finanzamt gerissen, trotzdem wankt
die Institution nicht.
Ciao
Wolfram
--
Manche Leute finden nur deshalb in jeder Suppe ein Haar, weil sie sich
davor setzen und solange mit dem Kopf schütteln, bis eines hineinfällt.
FRIEDRICH HEBBEL
> Florian Diesch schrieb:
>> Polizisten werden umgangssprachlich oft als "Bullen" bezeichnet.
>
> N�.
> Ich meine das Wort 'oft'.
Die Bezeichnung hat es schon vor Jahren in den Duden geschafft und tauch
oft in der Literatur und in Filmen auf. Daher kann man wohl davon
ausgehen, dass sie tats�chlich verbreitet ist.
> Das es Menschen gibt, die f�r alles und jedes herablassende
> Bezeichnungen finden - mag sein.
> Hat doch aber mit de.etc.sprache.deutsch nichts zu tun.[1]
Es geht mir nicht darum, wie diese Bezeichnung zu bewerten ist, sondern
ob es rein sprachlich m�glich/�blich ist, eine Polizistin als "Bulle"
zu bezeichnen.
>> Kann man auch eine Polizistin als "Bulle" bezeichnen?
>
> Auch bl�d - willst Du etwa Deinen Kumpels sagen, Du h�ttest
> unangenehmen Kontakt (wenn Du mit ihrer Tat einverstanden gewesen
> w�rst, h�ttest Du sie sicherlich Polizistin tituliert)
Ich pers�nlich verbinde mit der Bezeichnung "Bulle" keine negativen
Gef�hle.
> mit einer Bullin gehabt?
Eben das ist die Frage.
Florian
--
<http://www.florian-diesch.de/grundgesetz.html>
Ich denke, die weibliche Form von "Bulle" braucht der OP hauptsächlich
wenn er einen Roman schreiben will. Oder eine kleine Kurzgeschichte,
in der ein Punk mitspielt, "der Suicide by cop" mal ganz praktisch
ausprobiert. Immerhin wäre das ein interessanter Plot: erst den Staat
provozieten und dann dessen Macht spüren. Insofern stellt sich die
Frage, ob auch Frauen Macht ausüben können. Meist nur gegen Frauen, da
herscht auf Demos eine strikte Geschlechtertrennung. Um die Geschichte
glaubhaft zu formulieren müsste der Agent-Provokateuer ebenfalls
genuin feminin sein. Die Frage lautet also: was sagt Brigitte
Mohnhaupt zu einer Polizistin? Oder vielleicht im Roman: Was sagt
Alice im Wonderland zu Hexe aus dem Osten?
Keine Ahnung ob ich mich verständlich ausdrücke, aber ich kann
auch nur das wiedergeben was ich von japanischen Mangas gelernt habe.
Ihr wisst schon, die wo die Mädchen alle Uniform tragen und Titten in
XXL haben.