Und zwar interessiert mich, was es so alles an poetischen, das
Material beschreibenden Adjektiven gibt (z.B. irden (aus Ton), ehern
(aus Eisen) et cetera). Insbesondere interessiert mich das bei
Porzellan.
Liebe Grüße
Sebastian
> Und zwar interessiert mich, was es so alles an poetischen, das
> Material beschreibenden Adjektiven gibt (z.B. irden (aus Ton),
Aus Ton heißt "tönern". "Irden" ist Steingut allgemein.
> Insbesondere interessiert mich das bei Porzellan.
Hutschenreuthern.
vG
>> Insbesondere interessiert mich das bei Porzellan.
> Hutschenreuthern.
Villeroy & Bochern.
M.
P.S.: "bochern" gibt's im Wienerischen tatsächlich, allerdings mit
einer gänzlich anderes gearteten Bedeutung.
Irgendeine Schweinerei, oder?
Ciao
Wolfram
--
Höre, was Erfahrung spricht:/Hier ist es wie anderswo,/Nichts Genaues weiß
man nicht,/Dieses aber ebenso.
OTTO GRÜNMANDL
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>> P.S.: "bochern" gibt's im Wienerischen tatsächlich, allerdings
>> mit einer gänzlich anderes gearteten Bedeutung.
> Irgendeine Schweinerei, oder?
Es steht für die nicht-heterosexuelle Orientierung eines Mannes.
M.
Für die Orientierung oder das Tun? Das Kaunitzeln meint ja auch nicht die
Orientierung.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, das Indische ist so schwer, daß es nicht mal der
Inder richtig hinbringt. Deswegen, sagt er, meditiert der Inder auch so
gern, damit mans nicht merkt.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Das ist also dieses vielgepriesene Usenet...
Wirklich enorm hilfreich.
Die Steine sagten: "Wir wollen ins Usenet." Gott aber sprach: "Dafür seid
ihr nicht hart genug."
Ciao
Wolfram
--
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.
WILLIAM SOMERSET MAUGHAM
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>>>> P.S.: "bochern" gibt's im Wienerischen tatsächlich, allerdings
>>>> mit einer gänzlich anderes gearteten Bedeutung.
>>> Irgendeine Schweinerei, oder?
>> Es steht für die nicht-heterosexuelle Orientierung eines Mannes.
> Für die Orientierung oder das Tun?
Für Ersteres, "boche(r)n" ist ein Adjektiv.
M.
Oh, da wäre ich jetzt spontan (ohne Satzzusammenhang) nicht draufgekommen.
Eine andere Frage: Bei Andrè Heller (?) habe ich eine Stelle in Erinnerung,
wo einer zum anderen sagt: "Du Nebochant!" (herabwertend gemeint). Mir war
das immer rätselhaft, ich habe nie was dazu gefunden. Sagt dir das Wort
was?
Ciao
Wolfram
--
Shakespeare war vielleicht nicht Shakespeare. X. ist es ganz bestimmt
nicht.
STANISLAW JERZY LEC
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Und zwar interessiert mich, was es so alles an poetischen, das
> Material beschreibenden Adjektiven gibt (z.B. irden (aus Ton), ehern
> (aus Eisen) et cetera). Insbesondere interessiert mich das bei
> Porzellan.
Ist "ehern" nicht eher "aus Erz"?
Und bei "irden" ist ganz offenbar die erste Bedeutung "aus Erde", nämlich
aus gebrannter solcher.
Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
[baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
deinen beiden Beispielen.
--
Helmut Richter
Fraglich, ob die Steine noch wollten, würden sie wissen, dass sich
dort nur die selben Internerds rumtreiben wie im sonstigen Netz.
Man muss schon krass infantil sein, um aus einem porzellanenen Thread
einen "Wir mögen keine Schwulen, sagen aber nicht heterosexuell
orientiert, damits schöner klingt"-Thread
>Ist "ehern" nicht eher "aus Erz"?
>
>Und bei "irden" ist ganz offenbar die erste Bedeutung "aus Erde", nämlich
>aus gebrannter solcher.
>
>Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
>golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
>[baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
>der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
>deinen beiden Beispielen.
Leinern? Ich kenne leinen.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
>> Die Steine sagten: "Wir wollen ins Usenet." Gott aber sprach: "Dafür seid
>> ihr nicht hart genug."
>> Ciao
>> Wolfram
>
> Fraglich, ob die Steine noch wollten, würden sie wissen, dass sich
> dort nur die selben Internerds rumtreiben wie im sonstigen Netz.
Oho! de.etc.sprache.deutsch ist die Gruppe, in der sich vorzugsweise mühsam
zu ihrem Computer tappende Grufties herumtreiben, allesamt (prä-)senile
Bindestrich-Fetischisten. Hier herrscht noch der Gute Ton des konservativen
Bürgerlichen Salons. ("Wollen Herr Hofrat bitte nicht schon wieder solchen
Unfug ins Netz erbrechen!")
Krasse Sätze wie "Geh sterben!" wirst du hier nicht finden, hier schätzt
man Niewoh ("Ich lege Euer Merkwürden das Ableben nahe.")
> Man muss schon krass infantil sein, um aus einem porzellanenen Thread
> einen "Wir mögen keine Schwulen, sagen aber nicht heterosexuell
> orientiert, damits schöner klingt"-Thread
Wer mag hier keine Schwulen? Der Pronay hat lediglich mich (und damit auch
dich!) drüber informiert, daß man in Wien in den vornehmeren
Zuhälterkreisen "bochern" für "homosexuell" sagt.
Und noch: Das Usenet ist kein Lexikon. Wenn du hier eine Frage stellst,
kriegst du vielleicht eine Antwort, wenn grad einer oder mehrere Lust dazu
haben. Ansonsten nimmt man deine Frage zum Anlaß für alles mögliche...
Und wenn ich es richtig sehe, dann hast du bereits einige sachdienliche
Anmerkungen zu deiner Frage erhalten. Mehr darfst du nicht erwarten.
Ciao
Wolfram
--
Erbrechen - Ein vom Vater auf den Sohn überkommenes Gartengerät.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>> "boche(r)n" ist ein Adjektiv.
> Oh, da wäre ich jetzt spontan (ohne Satzzusammenhang) nicht
> draufgekommen.
Der Zusammenhang war "Villeroy und Bochern" ... ;-)
> Eine andere Frage: Bei Andrè Heller (?) habe ich eine Stelle in
> Erinnerung, wo einer zum anderen sagt: "Du Nebochant!"
Ich hab's zum ersten Mal bei Bronner/Qualtinger, "Travnicek in der
Apotheke" (1958), gehört: "Wos, se ham gar ka Gastritis - was red
ich nochher mit Ihnen, Se Nebochant?!"
> (herabwertend gemeint). Mir war das immer rätselhaft, ich habe
> nie was dazu gefunden. Sagt dir das Wort was?
Freilich. Bedeutet ungefähr dasselbe (wohl auch mit demselben
Wortstamm) wie "Nebbich". Steht allerdings nur im ÖWB, nicht aber
in den großen Ausgaben von Duden, Wahrig und auch nicht in
"Jiddisch" von Lea Rosten:
| *Ne|bo|chant* der, -en/-en (sal[opp], abw[ertend]):
| unbedeutender, unfähiger Mensch, Ignorant; --> nebbich
War mir nicht bewusst, dass das ein Austriazismus ist.
M.
Linnen. Linnen wäre schwer poetisch. Und was das Potzelahn betrifft:
porzellanen. "Ihre Haut war von porzellanenem Weiß und Rüdiger atmete
schwer, als er einen brünstigen Kuß auf ihre schwellenden..." Schluß jetzt.
Der vornehme Mensch nimmt das Wort "Porzellan" überhaupt nicht in den Mund,
weil es eine Schweinerei ist, buchstäblich und im übertragenen Sinne.
Porzellan: Die seit dem ausgehenden 15.~Jh. bezeugte Bezeichnung für das
ursprünglich aus China und Japan über Italien importierte keramische
Erzeugnis (aus Kaolin, Quarz und Feldspat) ist aus dem It. entlehnt. It.
porcellana bezeichnet eigentlich eine Art weißer Meeresschnecke. Erst
sekundär wurde das Wort auf das feine asiatische Porzellan übertragen, weil
man glaubte, daß dieses Erzeugnis aus der pulverisierten Substanz der
weißglänzenden Schale solcher Schnecken hergestellt werde.~- Das it. Wort
porcellana ist von it. porcella kleines weibliches Schwein abgeleitet, das
auch selbst landsch. in der Bedeutung Meeresschnecke begegnet (vgl. in
dieser Bedeutung venez. porzela, porzeleta). Das it. Wort geht auf lat.
porcella kleines weibliches Schwein zurück, eine Bildung zu dem mit dt.
Ferkel urverwandten lat. porcus Schwein, Sau, auch weibliche Scham, Vagina.
Die Bedeutungsgeschichte ist nicht sicher geklärt. Vielleicht erfolgte die
Benennung der Schnecke nach der Ähnlichkeit mit dem Geschlechtsteil eines
weiblichen Schweins.
(c) Dudenverlag
Ciao
Wolfram
--
Der Mensch kann bestimmte Verrichtungen überhaupt nicht ausführen, wenn er
sie nicht ordentlich ausführt. Nämlich die sinnlosen.
BERTOLT BRECHT
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>Fraglich, ob die Steine noch wollten, würden sie wissen, dass sich
>dort nur die selben Internerds rumtreiben wie im sonstigen Netz.
>Man muss schon krass infantil sein, um aus einem porzellanenen Thread
>einen "Wir mögen keine Schwulen, sagen aber nicht heterosexuell
>orientiert, damits schöner klingt"-Thread
zu machen?
Gruß Uwe
--
Hier ist Usenet und kein Mädchenpensionat.
Astrid Schleicher zu Yvonne Steiner in desd
> Bei Andrè Heller (?) habe ich eine Stelle in Erinnerung,
> wo einer zum anderen sagt: "Du Nebochant!" (herabwertend gemeint). Mir war
> das immer rätselhaft, ich habe nie was dazu gefunden.
Laut
<http://www.xonder.at/cgi-bin/yabbserver/foren/F_0204/YaBB.cgi?board=weanerisch;action=display;num=1091021670>
ein "ungebildeter Flegel".
Matthias
--
Die Regierungen der Päpste waren nur kurz, obgleich immer der Vater
auf den Sohn folgte. Prof. Galletti
Wer zum Kuckuck ist dieser Galletti? => <http://www.galletti.de/>
= Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. =
> ("Wollen Herr Hofrat bitte nicht schon wieder solchen
> Unfug ins Netz erbrechen!")
>
> --
> Erbrechen - Ein vom Vater auf den Sohn überkommenes Gartengerät.
War das Zufall oder Absicht?
M.
Ist das nicht dasselbe...?
Laut Brockhaus ist ehern poetisch für eisern, erzen. Im Gebrauch
betont es eigentlich weniger das Material selbst als die ihm
zugeordnete Eigenschaft der Härte und Unbiegsamkeit; deshalb erscheint
mir der Bezug zum bereits verhütteten Erz, also dem Eisen, passender.
> Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
> golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
> [baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
> der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
> deinen beiden Beispielen.
Danke, das war eine sinnvolle Antwort; das mit der empfundenen Poetik
klingt überzeugend. Es funktioniert ja doch, dieses Usenet...
Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann und
irgendwo schon mal ein (als poetisch empfundenes) Synonym für
porzellanen gehört oder gelesen habe.
Grüße
Sebastian
> Wolfram Heinrich <theodo...@freenet.de> wrote:
>
>>> "boche(r)n" ist ein Adjektiv.
>
>> Oh, da wäre ich jetzt spontan (ohne Satzzusammenhang) nicht
>> draufgekommen.
>
> Der Zusammenhang war "Villeroy und Bochern" ... ;-)
>
>> Eine andere Frage: Bei Andrè Heller (?) habe ich eine Stelle in
>> Erinnerung, wo einer zum anderen sagt: "Du Nebochant!"
>
> Ich hab's zum ersten Mal bei Bronner/Qualtinger, "Travnicek in der
> Apotheke" (1958), gehört:
Die ganze Zeit ist mir neben dem Heller noch der Qualtinger im Hirn
rumgespukt. Also, es kann durchaus sein, daß ich es daraus habe, die
Travnicek-Geschichten sind mir vertraut.
>> (herabwertend gemeint). Mir war das immer rätselhaft, ich habe
>> nie was dazu gefunden. Sagt dir das Wort was?
>
> Freilich. Bedeutet ungefähr dasselbe (wohl auch mit demselben
> Wortstamm) wie "Nebbich". Steht allerdings nur im ÖWB, nicht aber
> in den großen Ausgaben von Duden, Wahrig und auch nicht in
> "Jiddisch" von Lea Rosten:
>
>| *Ne|bo|chant* der, -en/-en (sal[opp], abw[ertend]):
>| unbedeutender, unfähiger Mensch, Ignorant; --> nebbich
>
> War mir nicht bewusst, dass das ein Austriazismus ist.
>
So wunderbare Wörter findest du im Piefkinesischen nicht. Ich habe das Wort
übrigens auch schon französisch ausgesprochen gehört: Neboschaa (nasale
Endung)
Ciao
Wolfram
--
Wenn Gerüchte alt werden, werden sie Mythos.
Wär's möglich, daß ein solches Adjektiv fürrs Porzellan deshalb nicht
existiert, weil es in Europa doch eine relativ junge Erfindung ist?
also jedenfalls jünger als die Bildungen von ehern, irden usw.?
> Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
> golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
> [baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
> der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
> deinen beiden Beispielen.
... oder in übertragener Bedeutung (bleierne Zeit, hölzerne Rede).
> Wolfram Heinrich schrieb:
>
>> Bei Andrè Heller (?) habe ich eine Stelle in Erinnerung,
>> wo einer zum anderen sagt: "Du Nebochant!" (herabwertend gemeint). Mir war
>> das immer rätselhaft, ich habe nie was dazu gefunden.
>
> Laut
> <http://www.xonder.at/cgi-bin/yabbserver/foren/F_0204/YaBB.cgi?board=weanerisch;action=display;num=1091021670>
> ein "ungebildeter Flegel".
>
Der Pronay war sieben Minuten schneller. Trotzdem danke für die Auskunft.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, seinen Chef auf dem elektrischen Stuhl einen
Leitenden Angestellten zu nennen, wär ein guter Witz. Aber, sagt er,
natürlich furchtbar geschmacklos.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Meine Signaturen sind immer Zufall. Neulich habe ich versucht, das
standardmäßig jedesmal hinzuschreiben, habe aber nur ablehnende Bemerkungen
gehört ("nun wissen wir es ja"), so daß ich es wieder eingestellt habe.
Meistens schau ich nicht mal hin, welche Signatur grad unter meinem Posting
steht.
Ciao
Wolfram
--
In der Seefahrt war es zuzeiten ein üblicher Spaß, bei Aufenthalten in
Schottland die Einheimischen gezielt betrunken zu machen. Daher der Ausruf:
"Macht die Schotten dicht!"
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>> Ist "ehern" nicht eher "aus Erz"?
>
> Ist das nicht dasselbe...?
> Laut Brockhaus ist ehern poetisch für eisern, erzen. Im Gebrauch
> betont es eigentlich weniger das Material selbst als die ihm
> zugeordnete Eigenschaft der Härte und Unbiegsamkeit; deshalb erscheint
> mir der Bezug zum bereits verhütteten Erz, also dem Eisen, passender.
Verhüttetes Erz ist nicht unbedingt Eisen, das kann Metall verschiedenster
Art sein.
Projekt Gutenberg-DE - Kultur - SPIEGEL ONLINE
An der Spitz' ein ehern Glöcklein Und ein Riemen an dem Stiele; .... Und
die Glocke klang vernehmlich; Einen scharfen Blick warf Hunold ...
gutenberg.spiegel.de/wolff/hameln/hamel08.htm - 64k - Im Cache - Ähnliche
Seiten
Projekt Gutenberg-DE - Kultur - SPIEGEL ONLINE
So mit ehern lauter Stimme Rief die Glocke des Gerichtes. ... Nun zum
Zeichen, daß Beklagter Auf dem Weg sei zum Gerichte, Klang zum zweiten Mal
die Glocke. ...
gutenberg.spiegel.de/wolff/hameln/hamel17.htm - 46k - Im Cache - Ähnliche
Seiten
[ Weitere Ergebnisse von gutenberg.spiegel.de ]
>> Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
>> golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
>> [baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
>> der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
>> deinen beiden Beispielen.
>
> Danke, das war eine sinnvolle Antwort; das mit der empfundenen Poetik
> klingt überzeugend. Es funktioniert ja doch, dieses Usenet...
> Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann und
> irgendwo schon mal ein (als poetisch empfundenes) Synonym für
> porzellanen gehört oder gelesen habe.
>
Was stört dich an "porzellanen"? Der schweinische Beigeschmack? Wenn du
kein Italienisch kannst, von Etymologie wenig weißt, dann hört sich
"porzellanen" doch voll krass-gepflegt an.
Ciao
Wolfram
--
Niemand ist mehr Fehlern ausgesetzt, als wer nur aus Überlegung handelt.
VAUVENARGUES
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Der Pronay war sieben Minuten schneller.
Und das, obwohl er sein ÖWB erst unter der 300 Blatt starken
Anmeldungsmasse von knapp 1.500 Weinen hervorsuchen musste ... ;-)
M.
> Linnen. Linnen wäre schwer poetisch. Und was das Potzelahn betrifft:
> porzellanen. "Ihre Haut war von porzellanenem Weiß und Rüdiger atmete
> schwer, als er einen brünstigen Kuß auf ihre schwellenden..." Schluß jetzt.
>
> Der vornehme Mensch nimmt das Wort "Porzellan" überhaupt nicht in den Mund,
> weil es eine Schweinerei ist, buchstäblich und im übertragenen Sinne.
Icke und meene Kumpels vonne Koofhalle thun ja mehr uff
oberitalienische Terrakotten aus det ßwölfte Jahrhundert stehn, nee,
is jetzt keen Spruch, Alter - FR
>>> ("Wollen Herr Hofrat bitte nicht schon wieder solchen Unfug
>>> ins Netz erbrechen!")
>>>
>>> -- Erbrechen - Ein vom Vater auf den Sohn überkommenes
>>> Gartengerät.
>> War das Zufall oder Absicht?
> Meine Signaturen sind immer Zufall.
Dann war's ein wunderschöner Zufall. ("I love coincidences!",
so sagte mir einmal Michael Broadbent, neben Hugh Johnson der
Welt profiliertester Weinschreiber.)
M.
Na, hoffentlich mußt du diese 1500 Weine nicht alle bis Monatsende saufen.
Ciao
Wolfram
--
Es gibt Sachen, die sind so falsch, daß nicht einmal das Gegenteil wahr
ist.
KARL KRAUS
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Na, hoffentlich mußt du diese 1500 Weine nicht alle bis
> Monatsende saufen.
Von diesen hab ich 400 (plus weitere 400 von anderen Proben)
hinter mir, 1100 liegen also noch vor mir. Werde in etwa 10 Tagen
weitertun, wird sich also bis Monatsende nicht ganz ausgehen.
Gesoffen werden naturgemäß nur die allerbesten ein bis zwei pro
Kosttag, am Abend, natürlich mit SWMBO ("she who must be obeyed",
ein hübsches Akronym, das ich aus afw [alt.food.wine] habe).
M.
Obts ihr jetzt nicht gleich runtergeht von den alten Terkotten, es Saubärn,
es preißischn, es! Ah, is doch wahr...
Ciao
Wolfram
--
Raummordungsverfahren - Wenn Sie jetzt "Raumordnungsverfahren" gelesen
haben, haben Sie sich geirrt. Andererseits haben Sie natürlich durchaus
recht, in einem Höheren Sinne.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Ein grauenvoller Job, den du da hast. Neidisch könnt man werden.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, dieses "Lasagne al Porno" solln sich die Mafiosis
selber zammfressn. Wenigstens beim Essen, sagt er, will er nicht an das
eine denken.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Wolfram Heinrich <theodo...@freenet.de> wrote:
>
>>>> ("Wollen Herr Hofrat bitte nicht schon wieder solchen Unfug
>>>> ins Netz erbrechen!")
>>>>
>>>> -- Erbrechen - Ein vom Vater auf den Sohn überkommenes
>>>> Gartengerät.
>
>>> War das Zufall oder Absicht?
>
>> Meine Signaturen sind immer Zufall.
>
> Dann war's ein wunderschöner Zufall.
Das passiert öfter, als ich mir das vorher gedacht hatte. Ich hab mich
schon entschuldigen müssen, weil die Signatur das Posting des anderen
derart gemein zu verhöhnen schien - und dabei wars bloß Zufall.
Ciao
Wolfram
--
Es gibt eine Zeit zum Fischen und eine zum Netze-Trocknen.
CHINESISCHES SPRICHWORT
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> natürlich mit SWMBO ("she who must be obeyed",
> ein hübsches Akronym,
Das kann man doch nur ohne Zungenbruch aussprechen, wenn man noch ein i
(who implicitely must?) oder wenigstens ein Schwa einfügt.
Wieso eigentlich "she"?
> Ein grauenvoller Job, den du da hast. Neidisch könnt man werden.
Schau mal vorbei in Wien, Gästezimmer und berstender Keller sind
vorhanden.
Der Nachteil: Seit drei Monaten keinen freien Tag gehabt ...
M.
>> natürlich mit SWMBO ("she who must be obeyed", ein hübsches
>> Akronym,
> Das kann man doch nur ohne Zungenbruch aussprechen, wenn man
> noch ein i (who implicitely must?) oder wenigstens ein Schwa
> einfügt.
Letzteres tut man, ja.
> Wieso eigentlich "she"?
Weil "die beste Ehefrau von allen" (Š Kishon by Torberg) eine she
und kein he ist.
M.
Porzellanen ist supi dupi megakrass geil, aber ich hab halt gern ein
paar Synonyma im Keller...
> Matthias Opatz <spam-sp...@online.de> wrote:
>
>>> natürlich mit SWMBO ("she who must be obeyed", ein hübsches
>>> Akronym,
>
>> Das kann man doch nur ohne Zungenbruch aussprechen, wenn man
>> noch ein i (who implicitely must?) oder wenigstens ein Schwa
>> einfügt.
>
> Letzteres tut man, ja.
>
>> Wieso eigentlich "she"?
>
> Weil "die beste Ehefrau von allen" (© Kishon by Torberg) eine she
> und kein he ist.
>
Ach, du bist mit einer Frau verheiratet? Schockierend!
Ciao
Wolfram
--
LIBERMAN'S GESETZ:
Jedermann lügt, aber das macht nichts, denn es hört keiner zu.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Ich hab mich
> schon entschuldigen müssen, weil die Signatur das Posting des anderen
> derart gemein zu verhöhnen schien - und dabei wars bloß Zufall.
Das würde ich in Unkenntnis der Qualität des gegnerischen Rechtsbeistands
vorsichtshalber auch behaupten!
> Das ist also dieses vielgepriesene Usenet...
>
> Wirklich enorm hilfreich.
Zement mal. Du stolperst hier rein, mißachtest hier übliche
Umgangsregeln (daß man z.B. seinen Namen in den Absender schreibt) und
beschwerst Dich, wenn nicht sofort alles rotiert, um Deine Frage
umgehendst zu beantworten?
Du verwexelst das Usenet mit einem Helpdesk. Aber tröste Dich: Du bist
nicht der erste, dem das passiert.
Wir schreiben hier alle freiwillig, keiner wird dafür bezahlt. Wir
machen das einfach zum Spaß. Und wenn wir Spaß dran haben, über
wienerische Adjektive zu palavern, weil wir zufällig auf das Thema
gekommen sind, dann tun wir das eben.
Hab einfach etwas Geduld. Wenn das Thema "bochern" durch ist, kommen
wir bestimmt gern wieder auf Deine Frage zurück.
vG
Wenns aber keine geben tut - mußt du welche erfinden, nö? Du schreibst etwa
"porzellös" und verweist etwaige Skeptiker auf die bekannte Stelle: "Eine
zarte Röte überhauchte ihren porzellösen Teint" aus der Erzählung "Der
tolle Invalide aus dem Fort Ratonneau" von Achim von Arnim. Achim von Arnim
kennt der Gebildete, von besagter Erzählung hat auch schon mancher gehört,
also wird keiner nachschlagen, ob sich denn besagte Stelle dort wirklich
findet. Tut's doch einer, weist du ihn drauf, daß du diese Stelle aus einer
sehr alten Ausgabe der Erzählung hast, die du drei Tage vor dem Brand in
der Anna-Amalia-Bibliothek eingesehen hast.
Dies war ein kostenloser Auszug aus meiner Broschüre "Germanistische
Wissenschaft für Fortgeschrittene". Du sollst ja was lernen im Usenet.
Ciao
Wolfram
--
Heut tu ich mal nichts. Ich tu zwar sonst auch nichts, aber heute nehm' ich
mir auch nichts vor.
UNBEKANNTER MEISTER
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Man muss schon krass infantil sein, um aus einem porzellanenen Thread
> einen "Wir mögen keine Schwulen, sagen aber nicht heterosexuell
> orientiert, damits schöner klingt"-Thread
Ach so. Dann entschuldige bitte, daß ich auf Dein erstes Posting
geantwortet habe. Ich werd's auch nie wieder tun, versprochen.
vG, krass infantil
> Wolfram Heinrich schrieb:
>
>> Ich hab mich
>> schon entschuldigen müssen, weil die Signatur das Posting des anderen
>> derart gemein zu verhöhnen schien - und dabei wars bloß Zufall.
>
> Das würde ich in Unkenntnis der Qualität des gegnerischen Rechtsbeistands
> vorsichtshalber auch behaupten!
Aber es *war* Zufall, Rainer Maria.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er möcht an diesem Entspannungstraining nicht
teilnehmen. Er wär, sagt er, viel zu träge dazu.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Am 18.06.2007 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>> Linnen. Linnen wäre schwer poetisch. Und was das Potzelahn betrifft:
>> porzellanen. "Ihre Haut war von porzellanenem Weiß und Rüdiger atmete
>> schwer, als er einen brünstigen Kuß auf ihre schwellenden..." Schluß jetzt.
>
> Wie meinen?
Gottchen, es gibt noch andere Rüdigers denn silberne (güldene, hölzerne,
porzellanene...)
Ciao
Wolfram
--
Neutraubling - Eine Stadt in der Nähe von Regensburg und nicht die
Bezeichnung für einen Winzerlehrling im Dritten Reich.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Gottchen, es gibt noch andere Rüdigers denn silberne (güldene,
> hölzerne, porzellanene...)
Und mit Sicherheit eine stattliche Anzahl bocherne.
vG, scnr
>Wenns aber keine geben tut - mußt du welche erfinden, nö? Du schreibst etwa
>"porzellös" und verweist etwaige Skeptiker auf die bekannte Stelle: "Eine
>zarte Röte überhauchte ihren porzellösen Teint" aus der Erzählung "Der
>tolle Invalide aus dem Fort Ratonneau" von Achim von Arnim. Achim von Arnim
>kennt der Gebildete, von besagter Erzählung hat auch schon mancher gehört,
>also wird keiner nachschlagen, ob sich denn besagte Stelle dort wirklich
>findet. Tut's doch einer, weist du ihn drauf, daß du diese Stelle aus einer
>sehr alten Ausgabe der Erzählung hast, die du drei Tage vor dem Brand in
>der Anna-Amalia-Bibliothek eingesehen hast.
;-)
Danke.
Das muss ich mir merken.
lg
Wolfgang
--
Das Problem ist oft, dass die Anbieter gar nicht wissen, was sie anbieten
wollen, könnten oder sollten und die resultierende Inhaltslosigkeit dann
hinter einer bunten Fassade kaschieren. Christoph Päper in dciwam
Neu: http://www.traumrouten.com/Content.Node/Service/traumrouten-tour-2007.php
Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf das
porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
Ciao
Wolfram
--
Die meisten Dinge sind verflucht einfach. Sie werden erst durch schlaue
Leute zum Problem.
COSTABILE MATARAZZO
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> Wolfram Heinrich <theodo...@freenet.de> schrub:
>
>>Wenns aber keine geben tut - mußt du welche erfinden, nö? Du schreibst etwa
>>"porzellös" und verweist etwaige Skeptiker auf die bekannte Stelle: "Eine
>>zarte Röte überhauchte ihren porzellösen Teint" aus der Erzählung "Der
>>tolle Invalide aus dem Fort Ratonneau" von Achim von Arnim. Achim von Arnim
>>kennt der Gebildete, von besagter Erzählung hat auch schon mancher gehört,
>>also wird keiner nachschlagen, ob sich denn besagte Stelle dort wirklich
>>findet. Tut's doch einer, weist du ihn drauf, daß du diese Stelle aus einer
>>sehr alten Ausgabe der Erzählung hast, die du drei Tage vor dem Brand in
>>der Anna-Amalia-Bibliothek eingesehen hast.
>
> ;-)
> Danke.
> Das muss ich mir merken.
>
Man ist stets gern zu Diensten.
Ciao
Wolfram
--
Es ist besser, den Mund zu halten und als ein Dummkopf zu gelten, als ihn
zu öffnen und alle Zweifel zu beseitigen.
DENIS THATCHER
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> > Icke und meene Kumpels vonne Koofhalle thun ja mehr uff
> > oberitalienische Terrakotten aus det ßwölfte Jahrhundert stehn, nee,
> > is jetzt keen Spruch, Alter.
>
> Obts ihr jetzt nicht gleich runtergeht von den alten Terkotten, es Saubärn,
> es preißischn, es!
Obst weitergehst, Maulaff - FR
Was mich ja interessieren würde ist, welche Kaufhalle ihren Ausschank mit
oberitalienischen Terrakotten aus dem 12. Jhd. auslegt.
Ciao
Wolfram
--
Wenn Marx auferstünde von den Toten - der würde sich wundern.
UNBEKANNT
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> Ach, du bist mit einer Frau verheiratet? Schockierend!
Gell? Nasowasaberauch!
M.
Gottlob werden heutzutage Heterosexuelle nicht mehr verfolgt.
Ciao
Wolfram
--
Ein Blinder kratzt dem Anderen kein Auge aus.
RUDI HEGER
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> einen brünstigen Kuß auf das porzellanene Weiß
> *ihrer* schwellenden...
Also *ich* hab mir die Schwell-Enden immer eher mehr so vorgestellt wie
Terracotta des 12. Jahrhun... oder so.
Helmut
--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr
> Wolfram Heinrich beliebte zu schreiben :
>
>> einen brünstigen Kuß auf das porzellanene Weiß
>> *ihrer* schwellenden...
>
> Also *ich* hab mir die Schwell-Enden immer eher mehr so vorgestellt wie
> Terracotta des 12. Jahrhun... oder so.
>
Ach? Und sacht man nich Terrakotta auf doitsch?
Ciao
Wolfram
--
Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, eine Sache zu verstehen,
wenn sein Gehalt davon abhängt, daß er sie nicht versteht.
UPTON SINCLAIR
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Eindeutig poetisch ist "gülden".
Grüße von
AS
> Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich
> irgendwann und irgendwo schon mal ein (als poetisch empfundenes)
> Synonym für porzellanen gehört oder gelesen habe.
Purzelerden?
Ciao, Georg
> Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf das
> porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
Wenn man an die eigenen drankommt, schon.
Ciao, Georg
Ja, wenn. Aber wenn du drankommst, kannst du auch im Zirkus auftreten
damit.
Ciao
Wolfram
--
Früher standen sich die Menschen näher. Es blieb ihnen nichts anderes
übrig. Die Schußwaffen trugen nicht weit.
STANISLAW JERZY LEC
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Mein Feela.
Heißt natürlich Teera Kottha, zumindest wirds so ausgesprochen bei
denen.
Ah, wunderbar. Verbesserungsvorschlag: "purzelirden".
"Er trank seinen Thč aus hauchzart purzelirdenem Täßchen."
"purzelirden", Wahnsinn, was ein Klang! Dank Bauer Kottrup dir für diese
Bereicherung der deutschen Sprache.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, ihm wärs wurscht, wie spät es ist. Hauptsach, sagt
er, er hat genug Zeit.
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Hat auch den Vorteil, gleich anzudeuten, was die Tasse tut, wenn man sie
nicht festhält!
> Wolfram Heinrich beliebte zu schreiben :
>> Am Mon, 18 Jun 2007 18:39:47 +0200 schrieb Georg Kottrup:
>>
>>> ma...@sebastianschoenwald.de schrieb:
>>>
>>>> Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich
>>>> irgendwann und irgendwo schon mal ein (als poetisch empfundenes)
>>>> Synonym für porzellanen gehört oder gelesen habe.
>>>
>>> Purzelerden?
>>>
>> Ah, wunderbar. Verbesserungsvorschlag: "purzelirden".
>> "Er trank seinen Thč aus hauchzart purzelirdenem Täßchen."
>>
>> "purzelirden", Wahnsinn, was ein Klang! Dank Bauer Kottrup dir für
>> diese Bereicherung der deutschen Sprache.
>
> Hat auch den Vorteil, gleich anzudeuten, was die Tasse tut, wenn man sie
> nicht festhält!
>
Schönheit gegattet mit praktischem Rat. Es ward uns heute ein Wort geboren
und wir dürfen sagen, wir seien dabei gewesen!
Ciao
Wolfram
--
Die Kunst des seligen Saufens: nie ein Glas zuviel trinken (oder zuwenig).
Die Beine dürfen nicht schwer werden; die Seele muß über der Erde schweben
wie ein Schmetterling. Mehr nicht. zum seligen Suff bedarf es eines großen
Meisters.
JANOSCH
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>>> Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf das
>>> porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
>>
>> Wenn man an die eigenen drankommt, schon.
>
> Ja, wenn. Aber wenn du drankommst, kannst du auch im Zirkus auftreten
> damit.
Und wenn die dabei porzellanen weiß sind, läuft irnkwas fhclsa.
vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.
> Wolfram Heinrich <theodo...@freenet.de> wrote:
>
>>>> Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf das
>>>> porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
>>>
>>> Wenn man an die eigenen drankommt, schon.
>>
>> Ja, wenn. Aber wenn du drankommst, kannst du auch im Zirkus auftreten
>> damit.
>
> Und wenn die dabei porzellanen weiß sind, läuft irnkwas fhclsa.
>
Ich weiß jetzt natürlich nicht wie die schwellenden Dingsbumser bei einem
Albino aussehen. Manchmal hab ich den Eindruck, ich besteh nur aus
Bildungslücken.
(Apropos: Das Wort "Bulle", für das du einige hundert Euro löhnen mußt,
wendest du es auf einen Bu... Polizisten an, leitet sich von "schwellen,
strotzen" ab. Eigentlich müßte jeder Polizist, der als Bulle bezeichnet
wird, hold erröten und flöten: "Sie Schmeichler, Sie, hihi!" Aber
wahrscheinlich steht Etymologie nicht im Ausbildungsprogramm der
Bereitschaftspolizei)
Ciao
Wolfram
--
Der Mensch dachte,
Gott lachte.
NORBERT SCHMALZL
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>>>>> Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf
>>>>> das porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
>>>>
>>>> Wenn man an die eigenen drankommt, schon.
>>>
>>> Ja, wenn. Aber wenn du drankommst, kannst du auch im Zirkus
>>> auftreten damit.
>>
>> Und wenn die dabei porzellanen weiß sind, läuft irnkwas fhclsa.
>>
> Ich weiß jetzt natürlich nicht wie die schwellenden Dingsbumser
(Ferkel!)
> bei einem Albino aussehen.
Ich weiß es nicht genau, halte es aber für wahrscheinlich, daß auch
Albinos, sofern nicht adelig, über rotes Blut verfügen.
>On 18 Jun., 15:19, Matthias Opatz <spam-spam-s...@online.de> wrote:
>> Helmut Richter schrieb:
>>
>> > Die Bildung mit -n gibts bei vielen Materialien (kupfern, silbern,
>> > golden, stählern, zinnern, metallen, hölzern, ledern, leinern, seiden,
>> > [baum]wollen), und als "poetisch" wird sie wohl dann empfunden, wenn
>> > der Zusammenhang sich nicht auf den ersten Blick erschließt -- wie bei
>> > deinen beiden Beispielen.
>>
>> ... oder in übertragener Bedeutung (bleierne Zeit, hölzerne Rede).
>Außer porzellanen fällt mir auch keine Ableitung ein.
>Und die englische Bezeichnung für das Edelmaterial >fine bone china< -
>ist weiß Gott nicht poetisch im Klang,
Nein, sie ist schlicht unappetitlich.
Dann lieber nachgemachte Schneckengehäuse aus Erden.
> Ah, wunderbar. Verbesserungsvorschlag: "purzelirden".
> "Er trank seinen Thč aus hauchzart purzelirdenem Täßchen."
>
> "purzelirden", Wahnsinn, was ein Klang! Dank Bauer Kottrup dir für
> diese Bereicherung der deutschen Sprache.
Zuviel der Ehre - diese Bezeichnung ist nicht auf meinem Mist
gewachsen, meint Landwirt Georg.
Moin vom Dörpe
> | *Ne|bo|chant* der, -en/-en (sal[opp], abw[ertend]):
> | unbedeutender, unfähiger Mensch, Ignorant; --> nebbich
Ich war davon überzeugt, den Nebochanten auch schon von Karl Kraus
zu kennen, er kommt aber in der Fackel tatsächlich nicht vor;
N/nebbich hingegen 58-mal.
M.
>Wenns aber keine geben tut - mußt du welche erfinden, nö? Du schreibst etwa
>"porzellös" und verweist etwaige Skeptiker auf die bekannte Stelle: "Eine
>zarte Röte überhauchte ihren porzellösen Teint" aus der Erzählung "Der
>tolle Invalide aus dem Fort Ratonneau" von Achim von Arnim. Achim von Arnim
>kennt der Gebildete, von besagter Erzählung hat auch schon mancher gehört,
>also wird keiner nachschlagen, ob sich denn besagte Stelle dort wirklich
>findet. Tut's doch einer, weist du ihn drauf, daß du diese Stelle aus einer
>sehr alten Ausgabe der Erzählung hast, die du drei Tage vor dem Brand in
>der Anna-Amalia-Bibliothek eingesehen hast.
>
>Dies war ein kostenloser Auszug aus meiner Broschüre "Germanistische
>Wissenschaft für Fortgeschrittene". Du sollst ja was lernen im Usenet.
Ludwig Reiners hat vorgeschlagen, erfundene Zitate den Kirchvätern
unterzuschieben: die kenne jeder und lese niemand.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
"Nebochanten" und "nebochantielle" kommen vor. "Nebochanten" wird
nur erwähnt:
| Druckfehlerberichtigung. Paul Stefan schreibt uns: Nicht von
| "Nebochanten", sondern von den Nebachanten gewisser Renaissance-
| dramen hatte ich gestern gesprochen.
|
(Heft 622-631, Seite 78)
| [...] als Schriftsteller neben Dir eine nebochantielle
| Erscheinung zu bilden.
|
(Heft 679-685, Seite 22)
<http://corpus1.aac.ac.at/fackel/>
--
Steve
My e-mail address works as is.
Mir scheint, Adjektivbildungen, die Materialeigenschaften zum Inhalt
haben, lehnen sich zunächst eng an den Wortlaut ihres Ursprungswortes
an. So lässt sich aus nahezu jedem Material das passende Adjektiv
ableiten.
Dies geschieht zunächst durch Anhängen der Adjektivendung -ener/-ene/-
enes. Eiche -> eichenes Fass (aus Eichenholz), Perlmutt-> perlmuttene
Spange (aus Perlmutt)
Je mehr die Eigenschaften "poetisiert", metaphorisch verwendet werden,
desto mehr entfernt sich dieses Wort von seiner unmittelbaren Quelle,
desto mehr schimmern altertümliche Begriffe - ehern, linnen, hären -
durch.
Auch die zunehmende Gebräuchlichkeit scheint mir die Wortbildung zu
beeinflussen. Denn je verbreiteter - und da spielt die Metaphorik
zusätzlich eine Rolle - desto stärker setzt sich in der Endung -ern/
erne/ernes durch: metallen - eisen (eisenes Gitter) - eisern (eiserne
Lady) -ehern (eherne Gesetze); porzellanen - kristallen - gläsern
(gläserne Schule)- tönern (auf tönernen Füßen). seiden - wollen -
hären (härenes Gewand)
Wenn die Endsilbe bereits das <r> aus dem Ursprungswort hat -
kupfern, ledern, silbern - verschiebt sich dies.
Außerdem lässt sich beobachten, dass erst mit der Veränderung der
Endsilbe von -en zu -ern die Metaphorik zunimmt und eine
Lautverschiebung bei a->ä, o->ö eintritt: holzen-> hölzern, glasen-
>gläsern, stahlen ->stählern, wachsen-> wächsern.
Soweit meine Überlegungen.
Gruß,
Gunhild
Man könnte ja des Ritterfloris Bisquit wieder aus der edlen Lederschatulle
holen.
chr
>> Ich war davon überzeugt, den Nebochanten auch schon von Karl
>> Kraus zu kennen, er kommt aber in der Fackel tatsächlich nicht
>> vor; N/nebbich hingegen 58-mal.
> "Nebochanten" und "nebochantielle" kommen vor. "Nebochanten"
> wird nur erwähnt:
>
> | Druckfehlerberichtigung. Paul Stefan schreibt uns: Nicht von
> | "Nebochanten", sondern von den Nebachanten gewisser
> | Renaissance- dramen hatte ich gestern gesprochen.
> |
> (Heft 622-631, Seite 78)
>
> | [...] als Schriftsteller neben Dir eine nebochantielle
> | Erscheinung zu bilden.
> |
> (Heft 679-685, Seite 22)
>
> <http://corpus1.aac.ac.at/fackel/>
Danke für den Hinweis. Ich hätte - wie Du - nach "nebochant*"
suchen sollen. Man lernt nie aus.
M.
> Am 18.06.2007 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>> Am Mon, 18 Jun 2007 16:32:53 +0200 schrieb Rüdiger Silberer:
>>
>>> Am 18.06.2007 schrieb Wolfram Heinrich:
>>>
>>>> Linnen. Linnen wäre schwer poetisch. Und was das Potzelahn betrifft:
>>>> porzellanen. "Ihre Haut war von porzellanenem Weiß und Rüdiger atmete
>>>> schwer, als er einen brünstigen Kuß auf ihre schwellenden..." Schluß jetzt.
>>>
>>> Wie meinen?
>>
>> Gottchen, es gibt noch andere Rüdigers denn silberne (güldene, hölzerne,
>> porzellanene...)
>
> Ach?
Die Welt ist bunt.
Ciao
Wolfram
--
Ich weiß ein Blümlein rosenrot/besetzt mit grünen Blättchen,/ich roll es
gern in eitel Samt/und rauch's als Zigarettchen -/Das/gibt mir derartig den
Rest,/daß es sich nicht beschreiben läßt.
ROBERT GERNHARDT
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Wolfram Heinrich schrieb:
>
>>>> Die aber brennen nicht schwer atmend einen brünstigen Kuß auf das
>>>> porzellanene Weiß *ihrer* schwellenden... Gell.
>>> Wenn man an die eigenen drankommt, schon.
>> Ja, wenn. Aber wenn du drankommst, kannst du auch im Zirkus auftreten
>> damit.
>
> So selten sollen die Fähigkeit und ihr Gebrauch gar nicht sein,
Belege!
> aber
> von entsprechenden Schaustellungen ist mir nichts bekannt.
>
Weil Kunst oft nicht gewürdigt wird.
Ciao
Wolfram
--
Ja, ist das jetzt wahr? Das wäre ja Wahnsinn, wenn das wahr wäre. Es wird
wahrscheinlich doch nicht wahr sein.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Das geht ja in dem Fall nicht, aber im Großen und Ganzen - ein feiner
Trick. Ich kann doch davon ausgehen, daß dein Zitat von Ludwig Reiners auch
frei erfunden ist?
Ciao
Wolfram
--
Wenn du etwas liebst, laß es frei.
Kommt es zurück, gehört es dir.
Kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Wo steht der Hof und wo der Mist,
Auf dem dies Wörtlein gewachsen ist?
(Achim von Arnim)
Ciao
Wolfram
--
Am Wachstum hindert den Menschen oft das eigene Dach über dem Kopf.
>Ludwig Reiners hat vorgeschlagen, erfundene Zitate den Kirchvätern
>unterzuschieben: die kenne jeder und lese niemand.
Wer Skrupel hat, dies zu tun, kann auch einfach behaupten, das
entsprechende Zitat werde einem Kirchenvater zugeschrieben. Dann wird es
noch schwieriger nachzuprüfen, so dass es jeder sein lässt. (Diese Idee
wird übrigens Theodor von Mopsuestia zugeschrieben.)
Und schliesslich gibt es noch den Vorschlag des Erzdiakons Leontius von
Sardes, den Kirchenvater gleich hinzuzuerfinden.
Adrian
--
Ich achte jeden Stein als wertvoll -
und die schönsten veredle ich zu einem farbenprächtigen Mosaik.
> Das geht ja in dem Fall nicht, aber im Großen und Ganzen - ein feiner
> Trick. Ich kann doch davon ausgehen, daß dein Zitat von Ludwig Reiners auch
> frei erfunden ist?
Nein, das stammt ursprünglich von Clemens von Alexandrien.
--
Helmut Richter
>> Ludwig Reiners hat vorgeschlagen, erfundene Zitate den Kirchvätern
>> unterzuschieben: die kenne jeder und lese niemand.
>
>Das geht ja in dem Fall nicht, aber im Großen und Ganzen - ein feiner
>Trick. Ich kann doch davon ausgehen, daß dein Zitat von Ludwig Reiners auch
>frei erfunden ist?
Nein, da Reiners zu gut bekannt ist. Würdest du in de.rec.buecher
erfundene Arno-Schmidt-Zitate bringen?
Ein Kirchenvater, natürlich.
Ciao
Wolfram
--
Eher nämlich wird ein Gebirge durch eine einzige Ameise beseitigt als durch
das Gerücht, es sei nicht zu beseitigen.
BERT BRECHT
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
Aber immer. Eiskalt.
Ciao
Wolfram
--
Die gräßlichsten Morde werden an Universitäten begangen: Von häßlichen,
kleinen Fakten an wunderschönen und großen Theorien.
> >Das geht ja in dem Fall nicht, aber im Großen und Ganzen - ein feiner
> >Trick. Ich kann doch davon ausgehen, daß dein Zitat von Ludwig Reiners auch
> >frei erfunden ist?
>
> Nein, da Reiners zu gut bekannt ist. Würdest du in de.rec.buecher
> erfundene Arno-Schmidt-Zitate bringen?
Halte mich zu jeder Schandtat empfohlen. Als Quelle gäbe ich dann
einen unveröffentlichte Brief an, gerichtet am Dr. Michel, archiviert
in der ASch-Stiftung, verortet in der Realgemeinde Bargfeld. Da müsste
dann erschtemal Herr Reemstma kommen, mich richtigzustellen - FR
Es handelte sich, mein Augenstern, handelte sich leider, auch wenn es
mir schwer fällt, leider nur um unedles Kunstleder - FR
Hat das etwas mit dem jiddischen Bocher (junger Mann) zu tun?
Gruß
Thomas
> Wo steht der Hof und wo der Mist,
> Auf dem dies Wörtlein gewachsen ist?
> (Achim von Arnim)
Gehört habe ich es erstmalig vor knapp 30 Jahren von einem Freund.
Ob er der Wortschöpfer nun war, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Ciao, Georg
(Zugeschrieben)
--
Java is kind of like kindergarten. There are lots of rules you have to
remember. If you don't follow them, the compiler makes you sit in the
corner until you do. - Don Raab
>> P.S.: "bochern" gibt's im Wienerischen tatsächlich, allerdings
>> mit einer gänzlich anderes gearteten Bedeutung.
> Hat das etwas mit dem jiddischen Bocher (junger Mann) zu tun?
Kann sein, weiß ich nicht genau, und den Wehle ("Sprechen Sie
Wienerisch?") besitze ich leider nicht. Aber vielleicht ein
anderer Regular?
M.
> Thomas Frieling <thomas....@arcor.de> wrote:
Ich bin nur ein Irregular, aber ich finde bei Wehle nur "Båchener":
"Gebackener = Warmer".
>>>> P.S.: "bochern" gibt's im Wienerischen tatsächlich,
>>>> allerdings mit einer gänzlich anderes gearteten Bedeutung.
>>> Hat das etwas mit dem jiddischen Bocher (junger Mann) zu tun?
>> Kann sein, weiß ich nicht genau, und den Wehle ("Sprechen Sie
>> Wienerisch?") besitze ich leider nicht. Aber vielleicht ein
>> anderer Regular?
> Ich bin nur ein Irregular,
Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel, Dein Spürsinn ist
respektgebietend, complimenti!
> aber ich finde bei Wehle nur "Båchener": "Gebackener = Warmer".
Das wiederum scheint mir die schlüssige(re) Erklärung.
M.
Dann sagt aber zu Nutz und Frommen der Ausheimischen dazu, dass es sich
dabei um "[ge]backener" handelt wie in "båchener Speckknödl"!
Helmut
--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr