ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort "einbahnfrei"
(Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist. Insbesondere zu
Wendezeiten fiel mir oft auf, dass im Osten sehr oft das Wort
"einwandfrei" verwendet wurde, das ich zwar auch kannte, aber eher für
Schriftdeutsch hielt. Wenn ich Leute dazu befragte, stellte sich aber
immer wieder heraus, dass niemand je von dem Wort "einbahnfrei" gehört
haben wollte, bis ich zuletzt glaubte, hier mein Leben lang einem
besonders frappanten Hörfehler aufgesessen zu sein, denn mein
natürliches Sprachgefühl hat nach wie vor nicht die geringsten Einwände
gegen "einbahnfrei". Auch in keinem Wörterbuch konnte ich je etwas zu
"einbahnfrei" finden.
Hin und wieder habe ich aber mit Altavista kontrolliert, ob ich wirklich
der einzige bin, der dieses Wort zu kennen meint. Vor einem Jahr fand
ich endlich eine Seite. Inzwischen sind es sogar zwölf. Zum Beispiel:
http://www.julian-world.de/Indy.html
"Der tolle Sound der von Lucasarts geleistet wurde ist fantastisch.
Die Steuerung von Indy ist einbahnfrei!"
"ich habe ein prog geschrieben das einbahnfrei läuft nur eines geht
nicht eimmer wenn ich auf öffnen klicke..."
Ist das Wort vielleicht eine regionale Nebenform von "einwandfrei"? Bin
übrigens in Hamburg aufgewachsen.
Danke für Beiträge!
Detlev
> ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort "einbahnfrei"
> (Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist.
Auch auf die Gefahr hin, mich hiermit als Trottel zu outen (zu
veräußern?), ich habe während meiner Kindheit in der Oberlausitz lange
geglaubt, dieses Wort hieße wirklich so. Jeder hat das so gesagt, auch
Erwachsene. Die Erkenntnis kam offenbar erst, als ich zum ersten Mal
irgendwo "einwandfrei" schreiben mußte.
Tatsächlich gibt es dieses Wort nicht. (oder?)
Ich habe das noch nie geschrieben gesehen und bin einigermaßen
verwundert. Aber es gibt ja heute nichts mehr, was es nicht gibt.
Torsten
Detlev Hauschildt wrote:
> Hin und wieder habe ich aber mit Altavista kontrolliert, ob ich wirklich
> der einzige bin, der dieses Wort zu kennen meint. Vor einem Jahr fand
> ich endlich eine Seite. Inzwischen sind es sogar zwölf.
*Das* besagt gar nichts. Eine Suche mit google, sogar mit der
einschränkenden Suchoption "Seiten in Deutschland", nach dem Wort
"deutsh" (sic!) führte zu 390 Treffern.
Ich vermute, dass "einbahnfrei" in die gleiche Scherzkategorie gehört
wie "zum Bleistift" statt "zum Beispiel" oder "Lötzinn" statt
"Blödsinn".
"Einwandfrei" bedeutet, es gibt einen Grund, Einwände zu erheben. Das
passt zu Deiner Angabe "problemlos", "glatt". Diese Bedeutung von
Einbahnstraßen abzuleiten, erscheint weit hergeholt.
--
Tschö, wa!
Thorsten
> ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort "einbahnfrei"
> (Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist. [...]
> Ist das Wort vielleicht eine regionale Nebenform von "einwandfrei"?
Als Kind habe ich das Wort auch für "einbahnfrei" gehalten (was
semantisch natürlich komplett sinnfrei ist[1], weil einem im zarten
Alter der Begriff "Einbahnstraße" doch sehr viel näher liegt als der
abstrakte "Einwand".
Aber auch diesen Glauben musste ich aufgeben. Das Wort heißt
"einwandfrei", jede andere Bildung ist Sprachwitz. Was aber latürnich
nichts Schlechtes ist.
Eine ähnliche Entwicklung musste ich bei "astrein" miterleben (war ja
ein Kultwort um 1980), das ich lange Zeit "as-trein" getrennt hätte
und mir die Bildung nicht erklären konnte, bis mir irgendwann einmal
im Schlaf ein Engel einflüsterte (oder so ähnlich), dass es "ast-rein"
heißt - ein Holzwerkstück ohne Astlöcher ist astrein.
vG
________
[1] außer in bezug auf Innenstädte
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Die Zeit vergeht um so schneller, je glücklicher man dabei ist.
(Plinius)
> ich habe während meiner Kindheit in der Oberlausitz lange
> geglaubt, dieses Wort hieße wirklich so.
Ich für meinen Teil habe als Schulanfänger "einmannfrei"
lange Zeit für die korrekte Version gehalten ...
Matthias
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
>"Einwandfrei" bedeutet, es gibt einen Grund, Einwände zu erheben.
^k
>Das passt zu Deiner Angabe "problemlos", "glatt". Diese Bedeutung von
>Einbahnstraßen abzuleiten, erscheint weit hergeholt.
Zumal MSEN "einwandfrei" nicht mal "problemlos" oder "glatt"
bedeutet, sondern, daß es keine Mängel gibt. Man kann ein
"einwandfreies" Ergebnis z. B. auch auf einem schwierigen
Weg mit vielen Problemen und Umwegen erreichen.
Das hieße dann allerdings, daß "einwandfrei" und "einbahnfrei"
nicht synonym wären, und damit fiele auch die Erklärung
als Verballhornung weg.
> Ich vermute, dass "einbahnfrei" in die gleiche Scherzkategorie gehört
> wie "zum Bleistift" statt "zum Beispiel" oder "Lötzinn" statt
> "Blödsinn".
Denke ich auch. Oder wie "da bleibt uns wohl nichts Walter Ulbricht"
für "da bleibt uns wohl nichts weiter übrig".
Gruß
Torsten
> "Einwandfrei" bedeutet, es gibt einen Grund, Einwände zu erheben.
Heute im preiswerten 50er-Set, sollte für einen Monat reichen:
kkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkk
Einfach per cut&paste an den benötigten Stellen einfügen.
Macht 2,105 Lewonzen.
vG, scnr
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Eine Raucherecke im Restaurant ist wie eine Pinklerecke im Schwimmbad.
> Denke ich auch. Oder wie "da bleibt uns wohl nichts Walter Ulbricht"
> für "da bleibt uns wohl nichts weiter übrig".
Das ist doch auch völlig in Dortmund - wer es nicht versteht,
ist Helga Schulz.
v"aber das spielt ja keine Rolex"G
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.
(Erich Kästner)
ACK.
--
Tschö, wa!
Thorsten
> Ich vermute, dass "einbahnfrei" in die gleiche Scherzkategorie
> gehört wie "zum Bleistift" statt "zum Beispiel" oder "Lötzinn"
> statt "Blödsinn".
Weil wir gerade bei Scherzen sind, ich hab' da mal was gehört:
Die Übersetzung von "einwandfrei" ins Englisch: "onewallfree"
Die englische Steigerungsform davon: "free of any kind of walls"
Naja...
Holger
--
And I'm sucked in by the wonder and I'm fucked up by the lies
And I dig a hole to lie in and I build some wings to fly
And I think that I could love you 'cause you know how to be free
I want you to come walk this world with me (H. Nova)
>
> Weil wir gerade bei Scherzen sind, ich hab' da mal was gehört:
>
> Die Übersetzung von "einwandfrei" ins Englisch: "onewallfree"
>
> Die englische Steigerungsform davon: "free of any kind of walls"
>
Noch mehr gesteigert:
"free of any kind of any walls"
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt in der Geschichte so manche glaubenlose
| | | |_| | Epoche, die sich im politischen Wahnsinn einen
| | | _ | Ersatz für religiösen Wahnsinn schafft."
|_|a |_| |_|a (Joachim Fernau)
Ach ja, dieser goldene Sprachhumor nach
Schema F, dieser rhyming slang für Arme,
verwendet von sich vermutlich überaus
witzig dünkenden Sprechern und Schreibern:
Neben "einbahnfrei" taucht auch schon
"einbandfrei" auf (siehe Google!),
hingegen bisher noch nicht die
naheliegenden Varianten "einfantfrei",
"einquantfrei", "einwahnfrei",
"einwanzfrei" usw. - aber so weit
ist die "Künstliche Intelligenz"
inzwischen wahrscheinlich auch, so
dass wir das Permutieren vielleicht
doch den Rechnern überlassen sollten.
M. Kranz
>> Die englische Steigerungsform davon: "free of any kind of walls"
>>
>
> Noch mehr gesteigert:
> "free of any kind of any walls"
Oder gar
"entirely free of any kind of any walls"
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
"Wo bleibt die GEMA-Abgabe für Kämme, Gießkannen und Staubsaugerschläuche?
Man könnte ja theoretisch urheberrechtlich geschützte Lieder darauf blasen."
(Benedict Mangelsdorff in de.alt.talk.unmut)
Für solche Volksetymologien gibt es sicherlich viele Beispiele,
als Kind ist man da natürlich noch besonders erfinderisch. ;-)
Da gibt es dann das »Zwergfell«, das »Rückrad« oder etwas geschieht
»uhrplötzlich«. In dem Reclam-Büchlein »Täuschende Wörter: Kleines
Lexikon der Volksetymologien« von Heike Olschansky findet man viele
Beispiele. Solche Verballhornungen können natürlich auch absichtlich
sein, aber oft entstehen sie einfach nur aus Unkenntnis.
Da gibt es z. B.:
Heidehexe -- Eidechse
Tischkurs -- Diskurs (Schlesien)
Kongo-Biene -- Konkubine
Warmer Sahnkäse -- Parmesankäse
Atmungsfähre -- Atmosphäre
Bettung -- Beton (bei sächsischen Maurern)
Schampeljungs -- Champignons (Mecklenburg; mdal. schampeln: wackeln)
Schöne Grüße,
Wolf
> Tischkurs -- Diskurs (Schlesien)
Vor allem dachte ich zunächst (daaaamals, als man versuchte, mich des
Schreibens kundig zu machen), "Tisch", "Fisch" und "Kirche" würden mit
"ü" geschrieben. O-Ton meine Lehrerin: "Tüsch, das i hört man doch,
Tüsch. Sprecht mir alle mal nach: Tüsch."
Torsten
> Für solche Volksetymologien gibt es sicherlich viele Beispiele,
> als Kind ist man da natürlich noch besonders erfinderisch. ;-)
>
> Da gibt es dann das »Zwergfell«, das »Rückrad« oder etwas geschieht
> »uhrplötzlich«.
[weitere Beispiele]
Als Kind war ich der festen Meinung, die Verkäuferin sei eine
"Frau Käuferin", und habe, obwohl aus heutiger Sicht semantisch
nicht ganz nachzuvollziehen, gleich noch den Analogieschluß auf
die Fabrik ("Frau Brick") gezogen.
Gruß
Torsten
[Volksetymologie]
> Da gibt es z. B.: [...]
Nicht zu vergessen die *Familiensoße* über die Bratäpfel (die latürnich
/bra'täpfel/ gesprochen werden)!
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.
(Erich Kästner)
> Für solche Volksetymologien gibt es sicherlich viele Beispiele,
> als Kind ist man da natürlich noch besonders erfinderisch. ;-)
>
> Da gibt es dann das »Zwergfell«, das »Rückrad« oder etwas geschieht
> »uhrplötzlich«. In dem Reclam-Büchlein »Täuschende Wörter: Kleines
> Lexikon der Volksetymologien« von Heike Olschansky findet man viele
> Beispiele. Solche Verballhornungen können natürlich auch absichtlich
> sein, aber oft entstehen sie einfach nur aus Unkenntnis.
> Da gibt es z. B.:
>
> Heidehexe -- Eidechse
> Tischkurs -- Diskurs (Schlesien)
> Kongo-Biene -- Konkubine
> Warmer Sahnkäse -- Parmesankäse
> Atmungsfähre -- Atmosphäre
> Bettung -- Beton (bei sächsischen Maurern)
> Schampeljungs -- Champignons (Mecklenburg; mdal. schampeln: wackeln)
>
Die Übergänge zwischen Mißverständnis, Scherz und Volksetymologie sind
wirklich fließend:
Hängematte von hamac: Das einzig richtige Wort im Deutschen für dieses Ding
Bechermehl (-Sauce) von bechamel: Eher in Sachsen üblich ...
Palatschinken von placenta: Ist zwar kein Schinken und kein Kuchen aber eßbar
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Daß du als Agnostiker noch keine Paranoia hast,
| | | |_| | heißt noch lange nicht, daß wir nicht hinter dir
| | | _ | her sind!"
|_|a |_| |_|a (Pfarrer Andreas Höfeld in dswc)
Der Durchlauf-Erhitzer wurde von meinem Kinde als 'Herr Hitzer' erwähnt und
die Stimmübungen einer einige Stockwerke über uns residierenden Sängerin
namens Neunteufel wurden einem zu Besuch weilenden Onkel als Gesang von
'neun Teufeln' erklärt ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Mögen alle Wesen glücklich sein!
| | | |_| | Mögen sie frei sein von Gier, Haß, Verblendung und
| | | _ | Leiden."
|_|a |_| |_|a (Buddhistischer Gruß)
> ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort
> "einbahnfrei" (Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist.
Ich bin dem Fehler auch lange Jahre aufgesessen, bis ich merkte,
dass meine Version falsch ist. Allerdings hatte ich immer
"einbandfrei" verstanden, aber dafür hatte ich die Einbahnstraße
früher auch immer als "Einbandstraße" verstanden ;-)
Gruß Dirk.
>Als Kind war ich der festen Meinung, die Verkäuferin sei eine
>"Frau Käuferin", und habe, obwohl aus heutiger Sicht semantisch
>nicht ganz nachzuvollziehen, gleich noch den Analogieschluß auf
>die Fabrik ("Frau Brick") gezogen.
Wenn wir gerade beim Outen sind: In einem Lassie-Roman meiner
Kindheit kam eine Bibliothekarin vor. Ich bin lange nicht
dahinter gekommen, was diese Karin eigentlich so macht.
--
Viele Grüße, Gerald Fix
> Ich vermute, dass "einbahnfrei" in die gleiche Scherzkategorie gehört
> wie "zum Bleistift" statt "zum Beispiel" oder "Lötzinn" statt
> "Blödsinn".
"nichtsdestotrotz", nach meiner Erinnerung z. B. ein Lehrerwitz oder
Bestandteil eines ulkigen Pennälerjargons, scheint inzwischen von
manchen im Ernst verwendet zu werden.
Gruß, Volkmar Kobelt
Dirk SCHNEIDER wrote:
> Detlev Hauschildt <detl...@yahoo.com> schrieb:
> > ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort
> > "einbahnfrei" (Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist.
> Ich bin dem Fehler auch lange Jahre aufgesessen, bis ich merkte,
> dass meine Version falsch ist. Allerdings hatte ich immer
> "einbandfrei" verstanden,
Das wird bei mir hierzugegend auch üblicherweise so ausgesprochen. Daß
es dann anders geschrieben wird, erfährt man meist erst in der Schule...
> aber dafür hatte ich die Einbahnstraße
> früher auch immer als "Einbandstraße" verstanden ;-)
Ich nicht. Steht ja auf den Schildern drauf... ;-)
Karsten
--
I've done a lot / God knows I've tried / |
To find the TRUTH / I've even lied / | Fsayannes SF&F-Bibliothek:
But all I know / is down inside / | http://fsayanne.tprac.de/
I'm bleeding [TRHPS] |
> ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort "einbahnfrei"
> (Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist. Insbesondere zu
> Wendezeiten fiel mir oft auf, dass im Osten sehr oft das Wort
> "einwandfrei" verwendet wurde, das ich zwar auch kannte,
[..]
Ebenso gern verwendet:
Perdu statt partout,
zwecks statt wegen.
Gruß
Andreas
(Ihr wißt schon, Religionsunterricht in der Grundschule: "... und
vergeben unsern Schuldi gern". Ich glaube, ich war längst
überzeugter Atheist, als ich den Sinn dieses Satzes endlich
begriffen hatte ;-)).
- Tobias
Der Schuldi ist ein guter Freund von Owie.
"Stille Nacht, heilige Nacht.
Alles schläft, Owie lacht."
Gruß
Andreas
> "Stille Nacht, heilige Nacht.
> Alles schläft, Owie lacht."
Genau - "Holder Knabe mit Glocken im Haar".
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Würde ich dir jemals eine rhetorische Frage stellen?
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
>Da gibt es z. B.:
>Heidehexe -- Eidechse
Gestern noch eins frisch von einem Niederländer, der seit kurzem in
Berlin lebt:
Gerechtsverzichter --> Gerichtsvollzieher
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
> 100% wall free
*ROTFL*
Holger
--
She was a wallflower at sixteen,
She'll be a wallflower at thirty four,
Her mother called her beautiful
Her daddy said a whore. (Fish)
> > Ich vermute, dass "einbahnfrei" in die gleiche Scherzkategorie gehört
> > wie "zum Bleistift" statt "zum Beispiel" oder "Lötzinn" statt
> > "Blödsinn".
> "nichtsdestotrotz", nach meiner Erinnerung z. B. ein Lehrerwitz oder
> Bestandteil eines ulkigen Pennälerjargons, scheint inzwischen von
> manchen im Ernst verwendet zu werden.
DDR-Blödelei: 'Was bleibt uns Walter Ulbricht?'
FR
Aber eben nicht alle. "Zwecks schlechten Wetters ..."
Wobei man dann in solchen Fällen eher noch
"Zwecks schlechtem Wetter" zu hören bekommt.
Gruß
Andreas
> DDR-Blödelei: 'Was bleibt uns Walter Ulbricht?'
War in diesem Thread schon dran [1].
Lesen bildet.
vG
________
[1] Message-ID: <3B7A3857...@ite.inf.tu-dresden.de>
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Man kann eine Sache auch 20 Jahre lang falsch machen. (Tucholsky)
> "Einwandfrei" und die entsprechenden "lötzinnartigen"
> Ableitungen sind nach meiner sprachgeografischen Kenntnis
> hauptsächlich in der DDR üblich gewesen.
Woraus speist sich in diesem Fall diese Kenntnis?
Matthias
> 1. Arheddis Varkenjaab and Aywellbe Fayed
> 2. Arhevbin Fayed and Bybeiev Rhibodie
> 3. Aynayda Pizaqvick and Malexa Kriest
> 4. Awul Dasfilshabeda and Nowaynayda Zheet
> 5. Makollig Jezvahted and Levdaroum DeBahzted
> 6. Steelaygot Maowenbach and Tuka Piziniztee
Ich hab' mir wirklich Mühe gegeben, konnte aber nur einen kleinen
Teil davon wirklich entziffern. Bitte um Hilfestellung. :-)
Gruß
Holger
--
We'll live tomorrow, girl
Today has come too soon
We'll live tomorrow, girl
Beneath a pink marshmallow moon (St. Adamson)
4. I will that ? habit+ Now I need a sheet
5. Make all ? just wait it + Left around the pastet?
6. Still I got Mövenpick + Took a businessday
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt in der Geschichte so manche glaubenlose
| | | |_| | Epoche, die sich im politischen Wahnsinn einen
| | | _ | Ersatz für religiösen Wahnsinn schafft."
|_|a |_| |_|a (Joachim Fernau)
Ich kann auch nur raten:
1. I hate this working job + I will be fired
2. I have been fired + Byebye everybody
3. I need a pizza quick + my legs are greased ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Vielen Dank, daß sie unseren Super-Service genutzt
| | | |_| | haben. Hoffentlich konnten wir Ihnen durch unsere
| | | _ | Nicht-Antwort begreiflich machen, daß Email-Anfragen
|_|a |_| |_|a an uns im Grunde zwecklos sind." (M. Gerdes in desd)
Tassilo Halbritter wrote:
> > > 1. Arheddis Varkenjaab and Aywellbe Fayed
> > > 2. Arhevbin Fayed and Bybeiev Rhibodie
> > > 3. Aynayda Pizaqvick and Malexa Kriest
> > > 4. Awul Dasfilshabeda and Nowaynayda Zheet
> > > 5. Makollig Jezvahted and Levdaroum DeBahzted
> > > 6. Steelaygot Maowenbach and Tuka Piziniztee
> Ich kann auch nur raten:
>
> 1. I hate this working job + I will be fired
> 2. I have been fired + Byebye everybody
> 3. I need a pizza quick + my legs are greased ...
5. My colleague just farted and left the room, the bastard.
6. Still, I got my own back and took a piss in his tea.
http://www.taz.de/pt/2001/03/19/a0144.nf/text
Claudius
Ingo Thies schrieb:
> Was heißt "sic!" ? Von der Bedeutung her weiß ich, daß es aussagt, daß das
> vorangehende Zitat in genau dieser Schreibweise incl. Rechtschreibfehler zu
> nehmen ist. Aber woher kommt das Wort (oder Akronym?) selbst?
Aus dem Lateinischen; Bedeutung: "So (und nicht anders)".
Grüße, Hauke
Hauke Speth wrote:
> Ingo Thies schrieb:
>
> > Was heißt "sic!" ?
> Aus dem Lateinischen; Bedeutung: "So (und nicht anders)".
As seen in "Sic transit gloria mundi!"
> \begin{korinthenkackermode}
> [...]
> \end{korinthenkackermode}
Es gibt doch noch TEX-Nutzer! Eine kleine Population irgendwo da
draußen, die standhaft und mühsam ums tägliche Überleben kämpft ...
Ich bin begeistert.
In XML hätte das übrigens so ausgesehen:
<korinthenkackermode>
[...]
<\korinthenkackermode>
Torsten
Benedikt Hotze wrote:
>
> Ingo Thies <ingo....@gmx.de> wrote:
>
> > Was heißt "sic!" ?
>
> lat.: "So!" (im Sinne von: "siehste!"
Nein, das nicht.
> > Von der Bedeutung her weiß ich, daß es aussagt, daß das
> > vorangehende Zitat in genau dieser Schreibweise incl. Rechtschreibfehler zu
> > nehmen ist.
>
> Diese Bedeutung ist mir gänzlich unbekannt.
Ingo beschreibt die übliche Verwendung. Wenn man ein falsch
geschriebenes Wort mit einem "sic" garniert, bedeutet das "Es gibt einen
Grund, warum ich das so schreibe, es ist nicht einfach nur einem
Tippfehler oder meiner Dummheit anzulasten". Mit "Siehste!" hat das
wenig zu tun.
> Es gibt doch noch TEX-Nutzer!
\begin{korinthenkackermode}
Die Software heißt TeX.
\end{korinthenkackermode}
--
* Debian = GNU/Linux XP *
Rückmeldung aus den Alpenhöh'n: Negativ. Hierorts unbekannt. Das müsste ja,
in Dialekt übertragen, ['i:vampfRej] heißen und das klingt geschraubt,
irgendwie preußisch halt, oder, wie wir sagen würden "schwäbisch"
bzw. "s**schwäbisch" (was dasselbe ist wie "preußisch").
Und wer verwendet das nördlich des Rheins? Ist das Jugendsprache?
Sekretärinnenslang? Deutschländerdeutsch?
MfG
Christian
--
Posted from freesurfmta05.sunrise.ch [194.230.0.18]
via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG
> "Einwandfrei" im Sinne eines im Alltag inflationär gebrauchten,
> zustimmenden Adjektivs ist mir hauptsächlich bei Ostlern aufgefallen.
Ich fungiere gern als einwandfreies Gegenbeispiel. Der Begriff war mir
schon lange vor meinen ersten Ostkontakten bekannt und wurde in meiner
Umgebung häufig verwendet.
--
Bernd Gramlich Timeo danaos et dona ferentes.
> > "Stille Nacht, heilige Nacht.
> > Alles schläft, Owie lacht."
>
> Genau - "Holder Knabe mit Glocken im Haar".
Die Bibel: "Und sie sündigten in einem Ford ..."
Lars
>ich hätte gern gewusst, ob einigen von euch das Wort "einbahnfrei"
>(Bedeutung: "problemlos", "glatt") geläufig ist. Insbesondere zu
>Wendezeiten fiel mir oft auf, dass im Osten sehr oft das Wort
Also zu Zeiten meiner frühen Jugend in Rathenow sagten wir:
"einbahntutti", warum auch immer.
Lars
> > Mit "Siehste!" hat das wenig zu tun.
>
> Ich bezog mich auf eine demonstrative Verwendung des "sic!", welche
> sich wohl aus der von dir genannten Bedeutung fortentwickelt hat. Es
> gibt sie sehr wohl, die Verwendung im Sinne eines auftrumpfenden
> "Siehste!" - zum Beispiel, wenn man in einem Zitat eine Sachaussage
> kennzeichnen will, die der Diskussionspartner zuvor angezweifelt
> hatte.
Das "sic!" diente ursprünglich in wissenschaftlichen Werken dazu, den
Einwänden der Leser vorzubeugen, wenn eine Aussage oder eine
Schreibweise, insbesondere ein Zitat, auf den ersten Blick falsch
aussah. Mit seinem Einzug in interaktive Medien - wir baden gerade
unsere Hände darin - kann es natürlich sein, daß der Einwand der Leser
der fragwürdigen Stelle bereits vorausging. Dann ist unter Umständen
auch eine Übersetzung mit "siehste, ist doch nicht so wie Ihr gedacht
habt" sinnvoll.
Soweit ich weiß, verwenden Nachrichtenagenturen kein "sic", sondern
wiederholen die fragwürdige Stelle, um klarzumachen, daß kein Irrtum
vorliegt.
> Soweit ich weiß, verwenden Nachrichtenagenturen kein "sic",
> sondern wiederholen die fragwürdige Stelle,
WIMRE mit einem vorangestellten "rpt."
> um klarzumachen, daß kein Irrtum vorliegt.
Aber ob rpt. nun klarer ist als sic?
Da rpt. ohnehin nur dem Verständnis der Agenturkunden,
und nicht des [End-]Lesers, dient, wäre ein sic (ohne
Wortwiederholung) sogar einfacher.
Wenn schon, dann "voll der Knabe".
Thomas
> Moin Michae...@t-online.de (Michael Khan)
> du schriebst am 17.08.01:
>> As seen in "Sic transit gloria mundi!"
> Aber von wem ist dieser Ausspruch nochmal (irgendwie habe ich das
> Gefühl, ich müßte das eigentlich wissen...)?
Das kommt aus der Papstkrönungszeremonie und ist ein ritueller Zuruf an
den neuen Papst während der (ebenso rituellen) Verbrennung des Bündels
Werg. Cf. Joh 2,17: Et mundus transit et concupiscentia eius.
-fn-
> Aus der eigenen Anschauung. "Einwandfrei" im Sinne eines im Alltag
> inflationär gebrauchten, zustimmenden Adjektivs ist mir hauptsächlich
> bei Ostlern aufgefallen.
Und wurde dann noch zu 'einwandlässig' verballhornt.
Sächsisches Kraftwort war auch 'sinnlos'. Kontext: 'Als'sch bei d'r
Fahne war, Ald'r, ham mir gesoffen. Ssinnlous.'
FR
> Cf. Joh 2,17: Et mundus transit et concupiscentia eius.
Du meinst 1 Joh 2,17 :-).
> Moin Michae...@t-online.de (Michael Khan)
> du schriebst am 17.08.01:
>
>>> Aus dem Lateinischen; Bedeutung: "So (und nicht anders)".
>
>> As seen in "Sic transit gloria mundi!"
>
> Danke, sowas habe ich gesucht!
>
> Aber von wem ist dieser Ausspruch nochmal (irgendwie habe ich das Gefühl,
> ich müßte das eigentlich wissen...)?
Während der Krönungszeremonie des Papstes, auf dem Weg zum Altar (an
dem dann WIMRE der Papst seinen ersten Gottesdienst hält), wird dies
dreimal ausgerufen, wobei jedesmal ein Bündel Werg verbrannt wird, um
den Papst daran zu erinnern, daß sein Leben vergänglich ist.
Die Herkunft ist ungeklärt.
- Sebastian
> Torsten Müller wrote:
>
>> Es gibt doch noch TEX-Nutzer!
Zu welchem Zeitpunkt (Jahr reicht) gab es denn mehr TeX-Benutzer als
jetzt?
> \begin{korinthenkackermode}
> Die Software heißt TeX.
> \end{korinthenkackermode}
Kann eigentlich nicht sein, denn wie man im Duden \cite{dud20}
nachlesen kann:
\begin{quote}
"`Gro"sbuchstaben erscheinen im Wortinnern nur bei Abk"urzungen, in
Zusammensetzungen mit Bindestrich und bei genereller Schreibung in
Gro"sbuchstaben."'
\end{quote}
- Sebastian (sonst flei"siger Benutzer von inputenc)
\begin{thebibliography}{blablablub}
\bibitem[Duden1991]{dud20} Duden "`Rechtschreibung der deutschen Sprache"',
hrsg.\ von der Dudenredaktion auf der Grundlage der amtlichen
Rechtschreibregeln,
20., neu bearb.\ und erw.\ Auflage, Mannheim 1991.
\end{theblibliography}
> Du meinst 1 Joh 2,17 :-).
Allerdings. "Seine Jünger gedachten daran, daß geschrieben steht: »Der
Eifer um dein Haus verzehrt mich.«" paßt nicht ganz.
-fn-
Eine Frage (keine Kritik, denn du zitierst ja):
Das muss wohl eine recht alte Bibelübersetzung sein, oder nicht?
In gutem Deutsch wäre der Satz doch sicher grammatisch "auffällig"
(um für einmal nicht zu schreiben "falsch"). ;-)
"... gedachten..."?
Nach diesem Wort wird doch eine Fortsetzung in genitiver Form erwartet,
z.B.
"Seine Jünger gedachten der (geschriebenen) Worte: ... " o.ä.
Oder - und das ist natürlich viel besser:
"Da erinnerten sich seine Jünger, dass geschrieben steht: ..."
NT Joh. 2.17
Übersetzung: Otto Karrer - 1959!
Mit freundlichen Grüssen
Yvonne Steiner
>> \begin{korinthenkackermode} Die Software heißt TeX.
>> \end{korinthenkackermode}
>
>Kann eigentlich nicht sein, denn wie man im Duden \cite{dud20}
>nachlesen kann:
>
>\begin{quote} "`Gro"sbuchstaben erscheinen im Wortinnern nur bei
>Abk"urzungen, in Zusammensetzungen mit Bindestrich und bei
>genereller Schreibung in Gro"sbuchstaben."' \end{quote}
Der Duden schreibt über die *deutsche* Sprache. Das "X" in TeX ist
bekanntlich ein chi. Was sagt denn Dein Duden zu MacDonald,
MacPherson etc.? "Kann nicht sein, weil's Duden sagt!"? Lässt Du Dir
tatsächlich vom Duden vorschreiben, wie man Namen schreibt? Im
Ernst?!
Ts, ts.
So steht es schon in der Lutherbibel aus dem Jahre 1545:
Seine Jünger aber gedachten dran / das geschrieben stehet /
Das hat sich dann auch in modernisierten Fassungen gehalten (bis
ins 20. Jh.).
> In gutem Deutsch wäre der Satz doch sicher grammatisch "auffällig"
> (um für einmal nicht zu schreiben "falsch"). ;-)
>
> "... gedachten..."?
>
> Nach diesem Wort wird doch eine Fortsetzung in genitiver Form erwartet,
> z.B.
>
> "Seine Jünger gedachten der (geschriebenen) Worte: ... " o.ä.
Ja, oder »er gedachte seiner Festplatte«. ;-)
> Oder - und das ist natürlich viel besser:
>
> "Da erinnerten sich seine Jünger, dass geschrieben steht: ..."
> NT Joh. 2.17
> Übersetzung: Otto Karrer - 1959!
»Gedenken« konnte man früher statt des einfachen »denken« verwenden.
Luther 1545:
| DA sie aber jn sahe / erschrack sie vber seiner rede /
| vnd gedachte / welch ein grus ist das?
(vgl. Lk 1, 29)
In einer Übersetzung von 1912:
| Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede
| und gedachte: Welch ein Gruß ist das?
In einer Übersetzung von 1975:
| Sie aber erschrak über dies Wort und dachte:
| Was für ein Gruß ist das?
Ausdrücke wie »ich gedenke daran« (d. h.: ich denke daran; ich erinnere
mich) oder »ich gedenke mir« (d. h.: ich denke bei mir selbst) oder
»mir gedenkt etwas« (d. h.: ich erinnere mich) verwendet heute wohl
niemand mehr. So hat man eben noch zu Olims Zeiten gesprochen. ;-)
Schöne Grüße,
Wolf
Das ist die revidierte Elberfelder. Der Brockhaus-Verlag datiert sein
Copyright mit 1985 und 1992. Daß ich gerade diese Übersetzung zitiert
habe, hat keine ideologischen Gründe, sondern liegt nur an meiner
Faulheit: das war einfach der erste Text, den ich nicht abtippen mußte,
da ich ihn ohnehin in digitaler Form habe.
-fn-
> Moin pro...@gmx.at (Michael Pronay)
> du schriebst am 19.08.01:
>
> > Der Duden schreibt über die *deutsche* Sprache. Das "X" in TeX ist
> > bekanntlich ein chi. Was sagt denn Dein Duden zu MacDonald,
>
> Also schriebe man eigentlich besser Te$\Chi$ ;-)
Wozu gibt's eigentlich das Makro \TeX?
Ein \Chi ist standardmäßig nicht vorgesehen - Du mußt Dir also mit X
behelfen.
>> Das muss wohl eine recht alte Bibelübersetzung sein, oder nicht?
>
> So steht es schon in der Lutherbibel aus dem Jahre 1545:
> Seine Jünger aber gedachten dran / das geschrieben stehet /
>
> Das hat sich dann auch in modernisierten Fassungen gehalten (bis
> ins 20. Jh.).
Unglaublich!
Wenn man bedenkt, wie rasch sich heutzutage Sprache verändert.
>> In gutem Deutsch wäre der Satz doch sicher grammatisch "auffällig"
>> (um für einmal nicht zu schreiben "falsch"). ;-)
>>
>> "... gedachten..."?
>>
>> Nach diesem Wort wird doch eine Fortsetzung in genitiver Form erwartet,
>> z.B.
>>
>> "Seine Jünger gedachten der (geschriebenen) Worte: ... " o.ä.
>
> Ja, oder »er gedachte seiner Festplatte«. ;-)
Na ja, so "upgedatet" wollen wirs, im Zusammenhang mit der Bibel, nun doch
nicht vorbringen. ;-)
[...]
> Ausdrücke wie »ich gedenke daran« (d. h.: ich denke daran; ich erinnere
> mich) oder »ich gedenke mir« (d. h.: ich denke bei mir selbst) oder
> »mir gedenkt etwas« (d. h.: ich erinnere mich) verwendet heute wohl
> niemand mehr. So hat man eben noch zu Olims Zeiten gesprochen. ;-)
"mir gedenkt etwas" - ist aber wirklich hüüübsch! :-)
Also ich wäre nie darauf gekommen, dass das heissen soll "ich erinnere
mich".
Freundliche Grüsse
Yvonne Steiner
> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote:
>
>>> \begin{korinthenkackermode} Die Software heißt TeX.
>>> \end{korinthenkackermode}
>>
>>Kann eigentlich nicht sein, denn wie man im Duden \cite{dud20}
>>nachlesen kann:
>>
>>\begin{quote} "`Gro"sbuchstaben erscheinen im Wortinnern nur bei
>>Abk"urzungen, in Zusammensetzungen mit Bindestrich und bei
>>genereller Schreibung in Gro"sbuchstaben."' \end{quote}
>
> Der Duden schreibt über die *deutsche* Sprache. Das "X" in TeX ist
> bekanntlich ein chi.
Deswegen müßte man es noch lange nicht großschreiben. Das ist bloß
eine kleine Sitte, die auf das traditionelle Logo anspielt [1], in dem
das E zwar groß, aber tiefergestellt ist. Mit Griechisch hat das wenig
zu tun.
[1] Freundlich ausgedrückt. In der (guten) LaTeX2e-Kurzbeschreibung
von Hubert Partl u. a. wird gnädig konzediert: "kann auch 'TeX'
geschrieben werden", anstatt des Logos nämlich, wie schön).
> Was sagt denn Dein Duden zu MacDonald,
> MacPherson etc.?
Gar nichts, aber MacAdam und Macbeth kennt er.
> "Kann nicht sein, weil's Duden sagt!"? Lässt Du Dir
> tatsächlich vom Duden vorschreiben, wie man Namen schreibt? Im
> Ernst?!
Ich lasse mir vom Duden gar nichts vorschreiben, und wie ich "TeX"
schreibe, ist dir genau bekannt.
Der Binnenkapitalisierung in diversen modernen Firmennamen, die
keineswegs schottischer oder irischer Herkunft sind, sollte man IMHO
durchaus mal die normale Schreibung von Substantiven entgegenhalten
und dann abwägen. Der Geschmack irgendwelcher Senior Executive
Directors Marketing muß ja nicht zu sehr auf mein Textbild
durchschlagen.
- Sebastian
> "nichtsdestotrotz", nach meiner Erinnerung z. B. ein Lehrerwitz oder
> Bestandteil eines ulkigen Pennälerjargons, scheint inzwischen von
> manchen im Ernst verwendet zu werden.
Steht aber schon lange im DUDEN, wie auch "nichtsdestoweniger" und
"nichtsdestominder"; vgl. "nevertheless".
Gruß
Torsten
Als "umgangssprachlich", im Gegensatz zu "nichtsdestoweniger". Was
sollen sie machen, wenn sie alles Vorkommende registrieren.
In der 14. Auflage (1958) steht es noch nicht.
Gruß, Volkmar Kobelt
Aber es steht im »Neuen Brockhaus« von 1938, wie ich gerade zu meinem
Erstaunen gelesen habe: »nichtsdestoweniger, -minder, -trotz«.
Laut Küpper (Wörterbuch der deutschen Umgangssprache) ist
»nichtsdestotrotz« wahrscheinlich um 1870 in Berlin aufgekommen.
Schöne Grüße,
Wolf
> \begin{quote}
> "`Gro"sbuchstaben erscheinen im Wortinnern nur bei Abk"urzungen, in
> Zusammensetzungen mit Bindestrich und bei genereller Schreibung in
> Gro"sbuchstaben."'
> \end{quote}
Im Wortinnern kann ich bei "TeX" keine Großbuchstaben entdecken.
Interessant. Wider Erwarten finde ich es nun auch im Leipziger Duden von
1951 als umgangssprachlich, wie im neuesten Duden. (Im Mannheimer von
1958 nicht.)
Ich habe es mir immer erklärt als scherzhafte verballhornende Zusammen-
ziehung von "nichtsdestoweniger" und "trotzdem".
Gruß, Volkmar Kobelt
--
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|__ __|| | | | "Fordere viel von dir, erwarte wenig von den Anderen,
| | | |_| | dann bleibt dir mancher Ärger erspart." (Konfuzius)
| | | _ |
|_|a |_| |_|a
>Interessant. Wider Erwarten finde ich es nun auch im Leipziger
>Duden von 1951 als umgangssprachlich, wie im neuesten Duden. (Im
>Mannheimer von 1958 nicht.)
>Ich habe es mir immer erklärt als scherzhafte verballhornende
>Zusammenziehung von "nichtsdestoweniger" und "trotzdem".
Das eine schließt ja das andere nicht aus. Im übrigen teile ich
Deine Meinung zur Entstehung.
M.
Wat hebbt wi grölt. Daß das Wortinnere der Gegensatz zum
Anfangsbuchstaben ist, geht aus dem nicht zitierten Kontext hervor.
- Sebastian
> Wat hebbt wi grölt. Daß das Wortinnere der Gegensatz zum
> Anfangsbuchstaben ist, geht aus dem nicht zitierten Kontext hervor.
Ich zielte darauf ab, daß in "TeX" der zweite Großbuchstabe nicht im
Wortinnern, sondern offensichtlich am Wortende steht.
>> \begin{korinthenkackermode}
>> Die Software heißt TeX.
>> \end{korinthenkackermode}
>
> Kann eigentlich nicht sein, denn wie man im Duden \cite{dud20}
> nachlesen kann:
>
> \begin{quote}
> "`Gro"sbuchstaben erscheinen im Wortinnern nur bei Abk"urzungen, in
> Zusammensetzungen mit Bindestrich und bei genereller Schreibung in
> Gro"sbuchstaben."'
> \end{quote}
'TeX' ist ja auch kein Wort, sondern ein Warenzeichen. Die
Schreibweise 'TeX' ist sowieso nur eine Krücke für die offizielle, die
ganz aus Großbuchstaben mit tiefergestelltem 'E' besteht. Sie ist
notwendig, da es bereits ein Textsatzsystem namens TEX gab, als TeX
das Licht der Welt erblickte.
> Ich hätte da das seltsame Wort "der Schuldi" zu bieten.
>
> (Ihr wißt schon, Religionsunterricht in der Grundschule: "... und
> vergeben unsern Schuldi gern". Ich glaube, ich war längst
> überzeugter Atheist, als ich den Sinn dieses Satzes endlich
> begriffen hatte ;-)).
Und ich dachte damals, als guter Mensch gibt man schon mal Lineal oder
Bleistift dem Nachbarn:
... wie auch wir vergeben unsere Schul-Dinger ...
(Schreibung mit Bindestrich zur Hervorhebung der Einzelbegriffe)
Oder beim Herunterrattern der zehn Gebote:
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten. Gut!
So als Resume für das brave Auswendiglernen gleich die Benotung dabei?
--
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|__ __|| | | | "Religion ist die Krücke eines schwachen Geistes,
| | | |_| | der nicht fähig ist, eine eigene Weltanschauung
| | | _ | zu entwickeln."
|_|a |_| |_|a (Martin Kuras in dswc)
Als ich Kind war hatte ich einen Freund, dessen Geburtstag fiel
auf den 19. Dezember. Sein Bruder hatte sogar am 24.12. Geburtstag.
Klar, was wir da gesungen haben: "... knabenbringende Weinachtszeit".
Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
--
Meno
Ich steh auf der Leitung. Wolltest Du damit was sagen?
Ich jedenfalls habe in diesem Thread nichts gefunden, wo
jemand das schon beigetragen hätte, der darauf ein Copyright
hätte.
D.
Ja, worum geht es denn die ganze Zeit in diesem Stremel?
Richtig, um allfällige Verballhornungen landläufiger
Redewendungen und deren Nachvollziehbarkeit.
Na? Ist der Groschen gefallen? (Herr im Himmel: Wie wird
man das in den Zeiten des Euro ausdrücken? Vielleicht:
"Hattest Du eine DekaCent-Baisse"?)
--
Meno
Ich erinnere mich an einen Liedtext:
(z.B. http://ingeb.org/spiritua/lobedenh.html)
... der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet ...
Wie lange habe ich mich gefragt, wie der Pastor bei dieser
Textstelle so ernst bleiben kann und wo denn der Adler sein
Fittichen hat. Ehrlich!
Gruß
Thomas
... ist nur leider so, dass es ein sehr ähnliches Wort
im Englischen tatsächlich gibt, ein copywriter
ist nämlich einfach ein Werbetexter
http://www.jobguide.thegoodguides.com.au/text/jobdetails.cfm?jobid=475
Wenn schon Verballhornungen in diese Richtung,
dann doch lieber John Lennons "In his own write"
http://www.angelfire.com/ny3/fabfour/ownwrite.html
was in der deutschen Übersetzung ausnahmsweise
mal passend als "In seiner eigenen Schreibe"
wiedergegeben wurde, im Englischen aber auch
noch als "In his own right" = "Aus eigenem Recht"
verstanden werden kann.
M. Kranz
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
Hmmm? Könntest Du mir das erklären?
Für mich war schon als Kind (Lied im Reli-Unterricht gelernt)
klar, daß "Adeler" eigentlich "Adler" heißen muß,
und daß "Fittiche" nichts anderes als "Flügel" sind.
Altmodische Sprache eben.
Wo gibt es da etwas zu lachen?
--
Jürgen Kozlik
Das war mir auch klar.
> und daß "Fittiche" nichts anderes als "Flügel" sind.
> Altmodische Sprache eben. (...)
Die Fittiche kannte ich nicht. Und 'das Fittichen' klang mir mit
acht Jahren irgendwie nach dem Glied des Adlers.
Gruß
Thomas
Ja, muss wohl.
<schäm>
Diedrich
Drei Vaterunser beten und Schwamm drüber. Beim nächsten Mal erzählst Du
solche Geschichtchen bitte in der Ohrenbeichte.
[Vaterunser]
> Und ich dachte damals, als guter Mensch gibt man schon mal > Lineal oder
Bleistift dem Nachbarn:
>
> .... wie auch wir vergeben unsere Schul-Dinger ...
> (Schreibung mit Bindestrich zur Hervorhebung der Einzelbegriffe)
Mir war einst unklar, wie man Curry singen kann, und
auch noch leise. Ich dachte, das kommt zur Wurst.
Die Meise, die Meise
die singt das Curry (äh) leise.
Matthias
Ach so! :-)
--
Jürgen Kozlik
>> und daß "Fittiche" nichts anderes als "Flügel" sind.
>> Altmodische Sprache eben. (...)
>
> Die Fittiche kannte ich nicht. Und 'das Fittichen' klang mir mit
> acht Jahren irgendwie nach dem Glied des Adlers.
Also quasi "auf Adelers Zipfelchen"...
Nicht schlecht.
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann.
(Ralph Waldo Emerson)
Da heißt dann ein Vers:
Du, der sich Kinder auserkor!
Irgendwie freute ich mich darüber, nicht zum Chor zu gehören und
trotzdem singen zu dürfen, denn meine Ohren hörten: Du, der sich
Kinder außer Chor!
Reinhard
--
Dunstige Sonne,
kühler Morgen. Heimliche
Botschaft vom Herbste.
>
> Da heißt dann ein Vers:
> Du, der sich Kinder auserkor!
>
> Irgendwie freute ich mich darüber, nicht zum Chor zu gehören und
> trotzdem singen zu dürfen, denn meine Ohren hörten: Du, der sich
> Kinder außer Chor!
[x] de.alt.mondegreen jetzt!
Gruss,
An "Geht mit seinen Sägen/Ein in jedes Haus"
--
Andreas Kabel | aka...@slac.stanford.edu
Stanford Linear Accelerator Center | +1(650)926-5069 (office)
2575 Sand Hill Road, MS 26 | +1(650)926-5368 (fax)
Menlo Park, CA 94025 | +1(650)917-8559 (home)
>
> Da heißt dann ein Vers:
> Du, der sich Kinder auserkor!
>
> Irgendwie freute ich mich darüber, nicht zum Chor zu gehören und
> trotzdem singen zu dürfen, denn meine Ohren hörten: Du, der sich
> Kinder außer Chor!
[x] de.alt.mondegreen jetzt!
Gruss,
An "Geht mit seinen Sägen/Ein in jedes Haus" dreas
> An "Geht mit seinen Sägen/Ein in jedes Haus" dreas
Sich sägen bringt Regen.
(Heimwerkerweisheit)
- Sebastian