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schriftliche Bewerbungsprüfung

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Gunhild Simon

unread,
Nov 2, 2013, 2:02:46 PM11/2/13
to
Liebe Wissende,

nun stehe ich abermals hier und erbitte Euren geschätzten Rat
in Sachen Bewerbung.

Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.

Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".

Diese Studienplätze sind rar und begehrt.
1000 Bewerbern stehen 50 Plätze gegenüber.

Er hat hat die erste Runde - schriftliche Bewerbung - eines
strengen Auswahlverfahrens (nicht ohne aufwendige Unterstützung)
erfolgreich bewältigt und hat eine Einladung zu einem
fünfstündigen schriftlichen Test erhalten.

Dabei geht es neben Mathematik, Logik, Merkfähigkeit und
Allgemeinbildung auch um Fragen der Rechtschreibung,
des Sprachverständnisses und der Sprachlogik, was ich für
konsistente Grammatik, Syntax, halte.

Nun meine Frage - und Bitte:

Hat jemand Erfahrung damit, welche Kenntnisse hier konkret
abgefragt und erwartet werden, so daß ein sinnvolles Coaching
als mein Beitrag zum Gelingen sich ermöglichen läßt.

Alle Tips und Anregungen sind hochwillkommen und werden mit
Dankbarkeit entgegengenommen, mit Sorgfalt betrachtet und mit
Fleiß strukturiert.

In diesem Sinne grüßt
Gunhild

Jon J Panury

unread,
Nov 2, 2013, 2:53:51 PM11/2/13
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

>Mein Sohn

Unterlasse bitte dieses Volontieren mit privaten Details!
Das geniert!

>Hat jemand Erfahrung damit, welche Kenntnisse hier konkret
>abgefragt und erwartet werden, so daß ein sinnvolles Coaching
>als mein Beitrag zum Gelingen sich ermöglichen läßt.

Vor langer Zeit hatte ich mal einen Test dieser Art gemacht. Sogar
bestanden.
Das wird man aber nicht verallgemeinern können.
Bei mir damals waren auffallend viele Fremdwörter richtig zu
schreiben.
Dann die "klassischen" RS-Sperenzchen: tod - tot; Mus, Grieß, Reis,
Lös; meist (kommt *garantiert!!!); überhaupt die ganze - selbst nach
RS-Reform noch inkonsistente - s-Schreibung (das ist aber ja eher
Verschriftung als Rechtschreibung);
Bei "konsistente Grammatik" könnte zB eine korrekte Zeitenfolge
vorkommen (Kann der Kandidat mit dem Plusquamperfekt umgehen?), oder
auch Numerus-Kongruenz;

Carsten Alexander

unread,
Nov 2, 2013, 3:15:45 PM11/2/13
to
Am Sat, 02 Nov 2013 11:02:46 -0700 schrieb Gunhild Simon:

> Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".

Sorry, sachdienlich kann ich zu Deiner Anfrage nichts beitragen. Aber ich
kann der Versuchung einfach nicht widerstehen, anzumerken, dass es mir
schon länger angeraten scheint, frischen und unverbrauchten Kräften die
Aufsicht über die Regierung zu übertragen. Viel Erfolg Euch beiden und
die geeignete Portion Glück an geeigneter Stelle…
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Gunhild Simon

unread,
Nov 2, 2013, 11:19:44 PM11/2/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 00:00:03 UTC+1 schrieb Martin Gerdes:
> Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

> >Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
> >eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.

> Ist das Wort "Dualen" ein Substantiv?
Gut, daß Du das anmerkst.

Ich hatte die nämlichen Zweifel.
Mir klang es zunächst nach Eigenname.
Aber jetzt stimme ich Dir zu: duales Studium.

> >Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".

> Wow! Das Wort klingt ziemlich dick, aber ist der Posten auch
> entsprechend?

Gehobener Dienst, denke ich.
...
> Wenn er ein entsprechend gutes Abitur geschrieben hat, wird er den Test
> schon packen.

Na ja.
Abitursnoten kommen heutzutage nach anderen Kriterien zustande,
als ich das in Erinnerung habe.

Mir geht es hier um Anforderungen im Fach Deutsch.

Ich kann mir vorstellen, daß dabei Zweifelsfälle,
die im Schulunterricht nicht zur Sprache konmen,
Bedeutung haben.

Denkbar sind etwa orthographische Hürden wie
"Rhythmus - Algorithmus" oder grammatikalische
Unstimmigkeiten wie GNK-Kongruenzen oder Tempusfolgen -
vielleicht in Lückentexten oder Multiple-choice-Aufgaben.

Ich suche in Übungen umsetzbare Hinweise, Trainingsaufgaben.

Gruß
Gunhild

Jon hatte einige brauchbare Hinweise gegeben.

Horst-D.Winzler

unread,
Nov 3, 2013, 1:18:33 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013 04:19, schrieb Gunhild Simon:
> Am Sonntag, 3. November 2013 00:00:03 UTC+1 schrieb Martin Gerdes:
>> Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:
>
>>> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
>>> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
>> Ist das Wort "Dualen" ein Substantiv?
> Gut, daß Du das anmerkst.
>
> Ich hatte die nämlichen Zweifel.
> Mir klang es zunächst nach Eigenname.
> Aber jetzt stimme ich Dir zu: duales Studium.

Hinweis: "duales Berufsbildungssystem"

--
mfg hdw

Walter Schmid

unread,
Nov 3, 2013, 3:02:57 AM11/3/13
to
Am 02.11.2013 20:24, schrieb Matthias Opatz:
> Jon J Panury gab zur Kenntnis:
>
>> Unterlasse bitte dieses Volontieren mit privaten Details!
>> Das geniert!
>
> Wen?

Exakt 1 Person.

Gruss

Walter

--
Der Merkel ist völlig wurst, wo die Sänfte
hingetragen wird. Die will da nur drin sitzen.
(Volker Pispers)

Joachim Pense

unread,
Nov 3, 2013, 3:04:06 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013 00:00, schrieb Martin Gerdes:
> Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:
>
>> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
>> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
> Ist das Wort "Dualen" ein Substantiv?
>

"Dualer Studiengang" - eingeführter Ausdruck - alte Rechtschreibung?

Joachim

Helmut Richter

unread,
Nov 3, 2013, 5:57:28 AM11/3/13
to
On Sun, 3 Nov 2013, Martin Gerdes wrote:

> Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:

> >Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranw�rter".
>
> Wow! Das Wort klingt ziemlich dick, aber ist der Posten auch
> entsprechend?

F�r mich klingt sowas wie
"Hilfsassistentenanw�rter im Vorbereitungsdienst"
zwar sprachlich dick, aber inhaltlich eher mager.

--
Helmut Richter

Roland Franzius

unread,
Nov 3, 2013, 6:10:02 AM11/3/13
to
http://www.hamburg.de/studium-verwaltung/

Ist also ein Fachhochschulstudium mit Anstellung als Beamter auf
Widerruf �hnlich wie beim Studium an Bundeswehrhochschulen und einem
Gehalt knapp �ber Baf�g.

--

Roland Franzius
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Jakob Achterndiek

unread,
Nov 3, 2013, 6:12:46 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013, 11:57 Uhr, schrieb Helmut Richter <hh...@web.de>:

> On Sun, 3 Nov 2013, Martin Gerdes wrote:
>
>> Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> schrieb:
>
>>> Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".
>>
>> Wow! Das Wort klingt ziemlich dick, aber ist der Posten auch
>> entsprechend?
>
> Für mich klingt sowas wie
> "Hilfsassistentenanwärter im Vorbereitungsdienst"
> zwar sprachlich dick, aber inhaltlich eher mager.

Der Gerechtigkeit zuliebe: Wie sollte man sie denn anders nennen?

j/\a
--
Message has been deleted

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 3, 2013, 7:00:21 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013, 12:17 Uhr, schrieb Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid>:

> Walter Schmid gab zur Kenntnis:
>> Matthias Opatz:
>>> Jon J Panury gab zur Kenntnis:
>
>>>> Unterlasse bitte dieses Volontieren mit privaten Details!
>>>> Das geniert!
>>>
>>> Wen?
>>
>> Exakt 1 Person.
>
> Ich wollte nur darauf hinaus,
> dass ich /genieren/ für reflexiv halte ("Jon geniert sich"),
> ggf. ersatzweise für tranistiv ("Gunhilds Worte genieren ihn"),
> was ich aber zumindest für veraltend, wenn nicht für veraltet halte.
> Was nicht heißt: für falsch (Jons Gebrauch hingegen schon).

Auch für dessen Gebrauch gibt es Parallelen, zum Beispiel:
"verletzen - er verletzt sich - das verletzt sie - das verletzt"
und aus Letzterem "das ist verletzend". ^^^^^^^^^^^^
Für "genieren" gilt dasselbe, bis hin zum zwar altmodischen, aber
nicht falschen "das ist genant" - oder plattdeutsch "schenierlich".

j/\a
--

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 3, 2013, 7:19:20 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013, 12:29 Uhr, schrieb Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid>:

> Helmut Richter gab zur Kenntnis:
>
>> Für mich klingt sowas wie
>> "Hilfsassistentenanwärter im Vorbereitungsdienst"
>
> in der Probezeit ...

Das ist - jedenfalls im höheren Dienst - etwas Anderes:
Das Referendariat ist der Vorbereitungsdienst als Beamter
auf Widerruf; die anschließende Probezeit ist - bzw. war
zu unserer Zeit - die Assessorenzeit als Beamter auf Probe.
Erst danach kam die Anstellung auf Lebenszeit.
Aber schon nach bestandenem zweiten Staatsexamen, also
mit Beginn der Probezeit, galt: »Kommt Zeit, kommt Rat.
Kommt noch mehr Zeit, kommt Oberrat.« Für die meisten
Stupidienräte war dann Ende der Fahnenstange. Bei den
Verwaltungsleuten ging es noch zwei Sprossen weiter bis
zum Ministerialrat als Ende der "Regelbeförderung"

Und was die Dienstbezeichnungen oder Titel anging: Gut
mecklenburgisch war die idealtypische "Fru Ganzgeheim-
ministerialhilfsaktendräger Besendahl".

j/\a
--

Lothar Frings

unread,
Nov 3, 2013, 8:51:46 AM11/3/13
to
Jon J Panury tat kund:

> Dann die "klassischen" RS-Sperenzchen: tod - tot; Mus, Grieß, Reis,
> Lös;

Ist "Lös" falsch, salopper Imperativ oder nach neuer RS richtig?

Walter Schmid

unread,
Nov 3, 2013, 9:22:35 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013 12:17, schrieb Matthias Opatz:
> Walter Schmid gab zur Kenntnis:
>> Matthias Opatz:
>>> Jon J Panury gab zur Kenntnis:
>
>>>> Unterlasse bitte dieses Volontieren mit privaten Details!
>>>> Das geniert!
>>>
>>> Wen?
>>
>> Exakt 1 Person.
>
> Ich wollte nur darauf hinaus,
>
> dass ich /genieren/ für reflexiv halte ("Jon geniert sich"),
>
> ggf. ersatzweise für tranistiv ("Gunhilds Worte genieren ihn"),
> was ich aber zumindest für veraltend, wenn nicht für veraltet halte.
>
> Was nicht heißt: für falsch (Jons Gebrauch hingegen schon).

Ich verstand JJP so, dass er meint, es geniere uns alle oder
viele, d.h. jeder Leser kann ein beliebiges Pronomen ("mich",
"uns", "alle", "einige", usw.) ergänzen. Dann wäre es elliptisch,
aber korrekt.

Gunhild Simon

unread,
Nov 3, 2013, 9:42:56 AM11/3/13
to
Das Adjektiv lautet "tot", das Substantiv lautet "der Tod",
oder das substantivierte Adjektiv "der Tote".

Der fruchtbare Boden aus porösen Sedimenten heißt altschrieblich "Löß", neuschrieblich Löss.

Der Imperativ von "lösen" lautet "löse!"

Nur bei wenigen, allerdings sehr gebräuchlichen Verben lautet
der Imperativ der 2. pers.sing. auf dem letzten Konsonanten
des Verbstammes aus: komm, schreib, geh, steh, lauf, laß, faß, fall!.

Das hat aber weniger mit Gebräuchlichkeit zu tun als mit der
Unregelmäßigkeit der Stammformen. Treten nämlich bestimmte
Ablautreihen, etwa bei den meisten Verben, deren Stammvokal oder
e oder ei ist, auf, entfällt das regelmäßige -e des Imperativs ebenso:
lies, schreib, bleib, beiß, miß, sitz, iß, tritt, triff, schilt, milk, sieh!
Dagegen trifft dies nicht zu bei beispielsweise diesen:
scheiden, scheide!, meiden, meide, leiden, leide, reiten, reite!

Ob es ein System ist, das genauen Regeln gehorcht, weiß ich nicht.
Man findet aber den Formenbestand der unregelmäßigen [sic!] Verben in jedem
grammatischen Regelwerk.

Gruß
Gunhild

Stefan Schmitz

unread,
Nov 3, 2013, 9:50:19 AM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 04:19:44 UTC+1 schrieb Gunhild Simon:

> Ich suche in Übungen umsetzbare Hinweise, Trainingsaufgaben.

Es würde mich wundern, wenn es nicht auch für diesen Test Beispiele aus der
Vergangenheit im Netz gäbe. Bestimmt über einschlägige Foren herauszufinden.

Stefan Schmitz

unread,
Nov 3, 2013, 9:53:50 AM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 12:17:03 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:

> >>> Das geniert!

> Ich wollte nur darauf hinaus,
>
> dass ich /genieren/ für reflexiv halte ("Jon geniert sich"),
>
> ggf. ersatzweise für tranistiv ("Gunhilds Worte genieren ihn"),
> was ich aber zumindest für veraltend, wenn nicht für veraltet halte.
>
> Was nicht heißt: für falsch (Jons Gebrauch hingegen schon).

Wenn du es schon als transitiv akzeptierst, warum sollte Jons Version dann
falsch sein?
Transitiv heißt nicht, dass da immer ein Akkusativobjekt stehen muss.
Intransitiv dagegen, dass keins stehen kann.

Juergen Grosse

unread,
Nov 3, 2013, 10:19:49 AM11/3/13
to
Am 03.11.2013 15:42, schrieb Gunhild Simon:

...
> Der fruchtbare Boden aus porösen Sedimenten heißt altschrieblich
> "Löß", neuschrieblich Löss.

Nach neuer Rechtschreibung gibt es beides. Das im S üblichere Wort
/løːs/ wird 'Löß', das synonyme im N üblichere /lœs/ hingegen 'Löss'
geschrieben.

> Der Imperativ von "lösen" lautet "löse!"

> Nur bei wenigen, allerdings sehr gebräuchlichen Verben lautet der
> Imperativ der 2. pers.sing. auf dem letzten Konsonanten des
> Verbstammes aus: komm, schreib, geh, steh, lauf, laß, faß, fall!.

In allen genannten Fällen ist auch die Form mit '-e' nicht falsch, und
ich zöge sie schriftsprachlich auch vor. Ebenso wie ich
umgangssprachlich auch den Imperativ 'lös' nicht als besonders auffällig
empfände.

> Das hat aber weniger mit Gebräuchlichkeit zu tun als mit der
> Unregelmäßigkeit der Stammformen.

Dann aber gehörte 'fass' nicht in die Reihe.

> Treten nämlich bestimmte Ablautreihen, etwa bei den meisten Verben,
> deren Stammvokal oder e oder ei ist, auf, entfällt das regelmäßige
> -e des Imperativs ebenso: lies, schreib, bleib, beiß, miß, sitz, iß,
> tritt, triff, schilt, milk, sieh! Dagegen trifft dies nicht zu bei
> beispielsweise diesen: scheiden, scheide!, meiden, meide, leiden,
> leide, reiten, reite!

Ich halte hier nur bei 'lies', 'miss', 'iss', 'triff', 'tritt', 'sieh',
'schilt' und 'milk' (also bei den Verben mit e/i-Wechsel im Präsens) die
'-e'-losen Formen für standardsprachlich einzig korrekt, sonderlich oft
sind die letzten beiden allerdings nicht zu hören.

> Ob es ein System ist, das genauen Regeln gehorcht, weiß ich nicht.
> Man findet aber den Formenbestand der unregelmäßigen [sic!] Verben
> in jedem grammatischen Regelwerk.

Von den Verben mit e/i-Wechsel einmal abgesehen, sind wohl eher
phonetische Gründe für Beibehaltung oder Ausfall des '-e' maßgeblich.
Ich zitiere hier einmal aus dem Zweifelsfall-Duden:

"1 Imperativ Singular

1.1 trink[e]! · hand[e]le! · binde! · atme!
Abgesehen von der gehobenen Sprache (Reiche mir das Glas! Ziehe dich
an!) wird das Endungs-e wie in der 1. Person Singular Präsens (ich geh
ich gehe) bei unterschiedlichen Verben unterschiedlich realisiert. Bei
den meisten Verben wird die Form ohne Endungs-e bevorzugt. Sie wird ohne
Apostroph geschrieben (Apostroph [2.1]):

Wasch deine Hände! Steig ein! Sag die Wahrheit!
Geh, ich bitte dich, gehe und quäle mich nicht länger! (Raabe)

Bei den Verben auf -ern und -eln sind jedoch die Formen mit -e
verbindlich (wobei das e der Bildungssilbe besonders bei -eln auch
wegfallen kann):

förd[e]re!, hand[e]le!, samm[e]le!, trau[e]re nicht!

Formen wie handel! förder! kommen in der Alltagssprache häufig vor,
gelten aber nicht als standardsprachlich. Zu handl'!, förder'! Indikativ
(3).

Auch Verben, deren Stamm auf -d oder -t endet, haben im Allgemeinen das
Endungs-e:

Achte sie! Binde die Schnur! Biete / (auch:) Biet nicht zu viel!

Schließlich stehen auch Verben mit einem Stamm auf Konsonant + m oder n
im Allgemeinen mit dem Imperativ-e:

Atme langsam! Widme ihm das Buch! Rechne sorgfältig!

Ausnahmen sind hier diejenigen Verben, bei denen dem m oder n ein m, n,
r, l oder h vorausgeht:

Kämm[e] dich! Qualm[e] nicht so! Lern[e] fleißig! Rühm[e] dich nicht
selbst!

1.2 lies! / lese!

Starke Verben mit e / i-Wechsel bilden den Imperativ Singular, indem sie
das e (ä, ö) des Präsensstamms gegen i (ie) auswechseln; ein -e wird
nicht angehängt (die Ausnahme siehe findet sich nur als Ausruf oder als
Verweis in Büchern: siehe S. 50):

lies!, wirf!, birg!, stirb!, verdirb!, iss!, miss!, sprich!, vergiss!,
hilf!, quill!

Mit Ausnahme von werde! (nicht: wird!) und dem Imperativ derjenigen
starken Verben, die keinen e / i-Wechsel haben (z. B. scheren schere!),
sind also Formen wie les[e]!, werf[e], sprech[e]! nicht standardsprachlich.

1.3 Erschrick nicht! / Erschrecke ihn nicht!

Infinitive, zu denen es sowohl starke als auch schwache Formen gibt,
haben dementsprechend unterschiedliche Imperativformen, die nicht
gegeneinander ausgetauscht werden sollten:

Erschrick nicht! Erschrecke mich nicht so! Quill empor! Quelle die
Bohnen! Schwill! Schwelle den Umfang nicht so auf! Lisch aus, mein
Licht! (Bürger) Lösche das Feuer!"

© Duden - Richtiges und gutes Deutsch, 6. Aufl. Mannheim 2007 [CD-ROM]


Tschüs, Jürgen
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Jon J Panury

unread,
Nov 3, 2013, 11:35:59 AM11/3/13
to
Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> schrieb:

>Jon J Panury tat kund:
>
>> Dann die "klassischen" RS-Sperenzchen: tod - tot; Mus, Grie�, Reis,
>> L�s;
>
>Ist "L�s" falsch, salopper Imperativ oder nach neuer RS richtig?

Falsch

Da kann man mal sehen!

Jon J Panury

unread,
Nov 3, 2013, 11:39:19 AM11/3/13
to
"Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb:

>Am 03.11.2013, 12:29 Uhr, schrieb Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid>:
>
>> Helmut Richter gab zur Kenntnis:
>>
>>> F�r mich klingt sowas wie
>>> "Hilfsassistentenanw�rter im Vorbereitungsdienst"
>>
>> in der Probezeit ...
>
> Das ist - jedenfalls im h�heren Dienst - etwas Anderes:
>Das Referendariat ist der Vorbereitungsdienst als Beamter
>auf Widerruf; die anschlie�ende Probezeit ist - bzw. war
>zu unserer Zeit - die Assessorenzeit als Beamter auf Probe.
>Erst danach kam die Anstellung auf Lebenszeit.
> Aber schon nach bestandenem zweiten Staatsexamen, also
>mit Beginn der Probezeit, galt: �Kommt Zeit, kommt Rat.
>Kommt noch mehr Zeit, kommt Oberrat.� F�r die meisten
>Stupidienr�te war dann Ende der Fahnenstange. Bei den
>Verwaltungsleuten ging es noch zwei Sprossen weiter bis
>zum Ministerialrat als Ende der "Regelbef�rderung"
>
>Und was die Dienstbezeichnungen oder Titel anging: Gut
>mecklenburgisch war die idealtypische "Fru Ganzgeheim-
>ministerialhilfsaktendr�ger Besendahl".

uswuswusw ...

*Das* meine ich!

G.O.Tuhls

unread,
Nov 3, 2013, 11:52:39 AM11/3/13
to
Am 02.11.2013, 19:02 Uhr, schrieb Gunhild Simon:
>
> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
> Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".
> Diese Studienplätze sind rar und begehrt.
> 1000 Bewerbern stehen 50 Plätze gegenüber.

> ...

> Alle Tips und Anregungen sind hochwillkommen und werden mit
> Dankbarkeit entgegengenommen, mit Sorgfalt betrachtet und mit
> Fleiß strukturiert.

Aus unmittelbarer Erfahrung kann ich nichts beitragen, denn selbige
Prüfung absolvierte ich vor 45 Jahren, da waren die Anforderungen evtl.
etwas anders.
Mittelbar bezweifle ich, dass die Anforderungen allzu hoch sind, in
Anbetracht dessen, was mir als amtsbeschiedenem Bürger und als Dozent für
ebendiese Berufsgruppe so auf den Tisch flattert.
Dein Filius sollte sich also deswegen nicht verrückt machen. Wenn er
Groß-Klein-Schreibung beherrscht und geschickt ein paar Kommata einstreut,
dürfte der Test bestanden sein.

Gruß
G.O.

Stefan Schmitz

unread,
Nov 3, 2013, 11:54:54 AM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 17:24:44 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
> Stefan Schmitz gab zur Kenntnis:
>
> > Transitiv heißt nicht, dass da immer ein Akkusativobjekt stehen muss.
>
> I. e. S. schon.
>
> I. w. S. wenigstens irgendein Objekt.

Anderer Ansicht:
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Valenz/Trans-Intrans.html
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Gunhild Simon

unread,
Nov 3, 2013, 12:37:14 PM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 18:19:40 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
> Stefan Schmitz gab zur Kenntnis:

> > Am Sonntag, 3. November 2013 17:24:44 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
>
> >> Stefan Schmitz gab zur Kenntnis:

> >>> Transitiv heißt nicht, dass da immer ein Akkusativobjekt stehen muss.

> >> I. e. S. schon.

> >> I. w. S. wenigstens irgendein Objekt.
> > Anderer Ansicht:
>
> > http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Valenz/Trans-Intrans.html

Nach meinen Informationen bedeutet Transitivität übertragbarkeit,
also, es kann ein Akkusativobjekt stehen, das ist aber kein Muß.
Diese Akk.obj. erlaubt dann die Transformation.

Denn im Prizip kann jedes Verb in bestimmten Zusammenhängen
objektlos stehen, wie etwa: Ich denke, also bin ich
Auf auf die Frage: Was tust du? gibt es entsprechende Antworten
in Mengen: Ich sehe, schaue, höre, überlege, schneide, male, rechne usw.

Gruß
Gunhild

Helmut Richter

unread,
Nov 3, 2013, 12:54:02 PM11/3/13
to
On Sun, 3 Nov 2013, Matthias Opatz wrote:

> Stefan Schmitz gab zur Kenntnis:
>
> > Am Sonntag, 3. November 2013 17:24:44 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
> >> Stefan Schmitz gab zur Kenntnis:
> >>
> >>> Transitiv heißt nicht, dass da immer ein Akkusativobjekt stehen muss.
> >>
> >> I. e. S. schon.
> >>
> >> I. w. S. wenigstens irgendein Objekt.
> >
> > Anderer Ansicht:
> > http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Valenz/Trans-Intrans.html
>
> Ich bin mir nicht sicher, ob das dort stimmt. Wenn ein Verb ohne weiteres
> ohne Objekt stehen kann, ist es kein transitives Verb. Musen.
>
> Wie wird denn aus einem Satz mit trasitivem Verb ohne Objekt ein
> Passivsatz gebildet?

Z.B. so: Den ganzen Abend lang wurde gesungen.

Das hat aber nichts mit der Transitivität zu tun. Man klicke auf der
angegebenen canoo-Seite auf "Vorgangspassiv" und sieht, dass die
Passivbildung kein transitives Verb erfordert.

--
Helmut Richter

Gunhild Simon

unread,
Nov 3, 2013, 2:58:40 PM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 17:52:39 UTC+1 schrieb G.O.Tuhls:

...

>
> Mittelbar bezweifle ich, dass die Anforderungen allzu hoch sind, in
>
> Anbetracht dessen, was mir als amtsbeschiedenem Bürger und als Dozent für
>
> ebendiese Berufsgruppe so auf den Tisch flattert.
>
> Dein Filius sollte sich also deswegen nicht verrückt machen. Wenn er
>
> Groß-Klein-Schreibung beherrscht und geschickt ein paar Kommata einstreut,
>
> dürfte der Test bestanden sein.

Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.

Was sagt Ihr?

"Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
[sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.

S
T
B l----l
W l----l (Das soll ein Kästchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
G Kästchen sind jeweils stahlenförmige Verbindungsstriche.)G.
K
ST"

(Meine Darstellungsform ist unbeholfen. Ich hoffe, Ihr versteht, was zu tun ist.)

Gruß
Gunhild

Manfred Hoß

unread,
Nov 3, 2013, 3:39:11 PM11/3/13
to
Am Sun, 3 Nov 2013 11:58:40 -0800 (PST) schrieb Gunhild Simon:

> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
> Mir ist die L�sung auch nach l�ngerem Nachdenken - eigentlich
> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>
> Was sagt Ihr?
>
> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten W�rter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung m�glich.
> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das K�stchen ein.
>
> S
> T
> B l----l
> W l----l (Das soll ein K�stchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
> G K�stchen sind jeweils stahlenf�rmige Verbindungsstriche.)G.
> K
> ST"

Ich schlage "au" vor.

Gru�
Manfred.

Theodor Euler

unread,
Nov 3, 2013, 3:49:10 PM11/3/13
to
Am Sun, 3 Nov 2013 11:58:40 -0800 (PST) schrieb Gunhild Simon:

Wie wär's mit "EIL"?

SEIL
TEIL
BEIL
WEIL
GEIL
KEIL
STEIL

--
Theodor Euler

Oliver Jennrich

unread,
Nov 3, 2013, 4:05:43 PM11/3/13
to
Manfred Hoß <rostk...@arcor.de> writes:

> Am Sun, 3 Nov 2013 11:58:40 -0800 (PST) schrieb Gunhild Simon:
>
>> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
>> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
>> Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
>> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>>
>> Was sagt Ihr?
>>
>> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
>> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
>> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
>> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.
>>
>> S
>> T
>> B l----l
>> W l----l (Das soll ein Kästchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
>> G Kästchen sind jeweils stahlenförmige Verbindungsstriche.)G.
>> K
>> ST"
>
> Ich schlage "au" vor.

Da scheint mir '-eil' besser. Aber immerhin ist die Aufgabe damit
schonmal als unsinning, weil inkonsistent, entlarvt.

Wenn es nicht Deutsch sein muss: -ill


--
Space - The final frontier

Thomas Schade

unread,
Nov 3, 2013, 4:44:56 PM11/3/13
to
On 03.11.2013 21:39, Manfred Hoß wrote:
> Am Sun, 3 Nov 2013 11:58:40 -0800 (PST) schrieb Gunhild Simon:

>> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
>> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
>> Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
>> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>>
>> Was sagt Ihr?
>>
>> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
>> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
>> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
>> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.
>>
>> S
>> T
>> B l----l
>> W l----l (Das soll ein Kästchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
>> G Kästchen sind jeweils stahlenförmige Verbindungsstriche.)G.
>> K
>> ST"
>
> Ich schlage "au" vor.

Was soll denn 'Wau' sein? Und ja, den Wikipedia-Artikel dazu kenne ich.


Ciao
Toscha
--
Zehn kleine Nazischweine prügeln heftig rein,
ein Mollie kam geflogen, da waren's nur noch neun.
[Slime & Heiter bis Wolkig: 10 kleine Nazischweine]
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Stefan Schmitz

unread,
Nov 3, 2013, 5:16:20 PM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 22:44:56 UTC+1 schrieb Thomas Schade:

> Was soll denn 'Wau' sein? Und ja, den Wikipedia-Artikel dazu kenne ich.

Den Hundelaut kennt doch jeder.
"Kau" ist auch zweifelhaft für so ein Rätsel.

Aber ob "Geil" in einem behördlichen Test auftauchen sollte?

Stefan Schmitz

unread,
Nov 3, 2013, 5:21:42 PM11/3/13
to
Am Sonntag, 3. November 2013 23:00:04 UTC+1 schrieb Martin Gerdes:

> hat den Braven Katholiken Hans Zehetmair zum Schäumen gebracht: "Den
> Heiligen Vater mit kleinem h schreiben? Kommt nicht in die Tüte."

Der ist ja auch nicht heilig, wie es die Kleinschreibung suggerierte. Nur
ausnahmsweise wird er das, mehr oder weniger lange nach dem Tod.

Der heißt nur so, also groß schreiben.

Thomas Schade

unread,
Nov 3, 2013, 5:40:11 PM11/3/13
to
On 03.11.2013 23:16, Stefan Schmitz wrote:
> Am Sonntag, 3. November 2013 22:44:56 UTC+1 schrieb Thomas Schade:

>> Was soll denn 'Wau' sein? Und ja, den Wikipedia-Artikel dazu kenne ich.
>
> Den Hundelaut kennt doch jeder.

Und das ist ein Wort der deutschen Sprache? Wow ...

> "Kau" ist auch zweifelhaft für so ein Rätsel.

Das ist ein unproblematischer Imperativ.

> Aber ob "Geil" in einem behördlichen Test auftauchen sollte?

Warum nicht. Oder denkst du, da bewerben sich nur solch lebensferne
Typen, die den Ausdruck nicht kennen?


Ciao
Toscha
--
If you don't sin Jesus died for nothing.

Joachim Pense

unread,
Nov 3, 2013, 5:41:16 PM11/3/13
to


Am 03.11.2013 23:00, schrieb Martin Gerdes:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>>>> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur f�r einen Studienplatz
>>>> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
>>> Ist das Wort "Dualen" ein Substantiv?
>
>> "Dualer Studiengang" - eingef�hrter Ausdruck - alte Rechtschreibung?
>
> "Alte Rechtschreibung" d�rfte in der Tat ein Eingef�hrer Ausdruck sein.
> Rechtfertigt das die Gro�schreibung des Adjektivs?
>
> Ich gelte ja nun wahrlich nicht als Anh�nger der Neuschreibung, in
> diesem Detail aber ausnahmsweise doch: Die BRaZzler hatten urspr�nglich
> vor, Adjektive kleinschreiben zu lassen, auch in "festen Wendungen". Das
> hat den Braven Katholiken Hans Zehetmair zum Sch�umen gebracht: "Den
> Heiligen Vater mit kleinem h schreiben? Kommt nicht in die T�te."
>

Die konsequente Kleinschreibung der Adjektive fand ich bei der neuen
Rechtschreibung nicht gut.

> "Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr."

> Sprechen wir von einem Heiligen, der Florian hei�t (ist das fragliche
> Wort also ein Substantiv) oder sprechen wir von Florian, der heilig
> ist dann w�re das Wort ein Adjektiv)?

Von Florian, der als der Heilige Florian bekannt ist.

Ein Dualer Studiengang - nicht irgendein Studiengang, der auf irgendeine
Weise "dual" ist (vielleicht der eines Kieferchirurgen), sondern eine
spezifische Kombination von Berufsakademie und Firmenanstellung.

Im Zweifel bin ich f�r die Gro�schreibung des Adjektivs. Das st�rt dich
ja nicht nur bei mir in dieser Gruppe und in der Wikipedia. (Aber auch
dort kriege ich inderregel meine Adjektive verkleinert).

Joachim

Volker Gringmuth

unread,
Nov 3, 2013, 6:40:23 PM11/3/13
to
Martin Gerdes wrote:

> BRaZzler

Nur interessehalber: Wofür steht das kleine z?


vG

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 3, 2013, 7:08:55 PM11/3/13
to
Am 03.11.2013, 20:58 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den
> Buchstaben S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus
> jedem Buchstaben nur ein Wort gebildet wird (alle
> neu gebildeten Wörter besitzen somit die gleiche
> Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.

Also ich finde die Aufgabe genial. Weil:
Wenn ich durch so eine Prüfung durchfalle, dann kann ich die
ganze Prüfung anfechten mit der Begründung, daß schon bei der
Aufgabenstellung die deutsche Sprache grob fahrlässig
vergewaltigt worden ist.

Zu den Zeilen im einzelnen:
Z. 1: Wem oder was sollen die Wortendung entsprechen?
Z. 2: In der Liste folgen den Buchstaben gar keine Wortendungen.
Z. 3: Wie soll man aus nur einem Buchstaben ein Wort bilden?
Z. 4: Selbst wenn ich *aus* je einem Buchstaben Wörter bilden
könnte, wieso hätten dann alle diese Wörter "somit" die
gleiche Wortendung? Und gar in ihrem *Besitz*?
Z. 5: Nur eine *Wortendung* möglich oder nur *eine* Wortendung?

Ich interpretiere mal die Aufgabenstellung, entscheide mich für
die Wortendung -e und bilde (zwar nicht *aus*, aber) *mit* den
Buchstaben der Liste als Anfangsbuchstaben und -e als Wortendung
die Wörter:
S-ilb-e,
T-ub-e,
B-ud-e,
W-ind-e,
G-rub-e.
K-rätz-e,
St-ubenflieg-e.

Habe ich jetzt bestanden?

Wehe, wenn nicht!!
Denn, wie gesagt: Dann gehe ich vors Verwaltungsgericht!!!

j/\a


ps. jetzt ganz ernsthaft:
Ich bin inzwischen zu alt. Aber Ihr müßt doch als unmittelbar
oder mittelbar Betroffene alles tun, um den Stümpern, die solche
Aufgaben formulieren und danach über Wohl und Wehe eurer Kinder
entscheiden, das Handwerk zu legen!
--

Volker Gringmuth

unread,
Nov 3, 2013, 8:28:00 PM11/3/13
to
Jakob Achterndiek wrote:

> Z. 1: Wem oder was sollen die Wortendung entsprechen?
> Z. 2: In der Liste folgen den Buchstaben gar keine Wortendungen.
> Z. 3: Wie soll man aus nur einem Buchstaben ein Wort bilden?
> Z. 4: Selbst wenn ich *aus* je einem Buchstaben Wörter bilden
> könnte, wieso hätten dann alle diese Wörter "somit" die
> gleiche Wortendung? Und gar in ihrem *Besitz*?
> Z. 5: Nur eine *Wortendung* möglich oder nur *eine* Wortendung?

Z. 3 bis 5: Wo endet die Klammer?


vG, ergänzend

Volker Gringmuth

unread,
Nov 3, 2013, 8:36:07 PM11/3/13
to
Jakob Achterndiek wrote:

> Wenn ich durch so eine Prüfung durchfalle, dann kann ich die
> ganze Prüfung anfechten mit der Begründung, daß schon bei der
> Aufgabenstellung die deutsche Sprache grob fahrlässig
> vergewaltigt worden ist.

Ja, die Aufgabenstellung ist wirklich unmöglich formuliert. Man hätte ja
auch einfach „Finden Sie eine Buchstabenfolge, die mit jedem der folgenden
Anfangsbuchstaben ein sinnvolles Wort ergibt“ schreiben können.

Aber ich bin ja nur Techred und kein studierter Aufgabenstellologe.


vG

Stephen Hust

unread,
Nov 3, 2013, 9:48:45 PM11/3/13
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:

> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
> Mir ist die L�sung auch nach l�ngerem Nachdenken - eigentlich
> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>
> Was sagt Ihr?
>
> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben
> [sic!] nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten
> W�rter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur
> eine Wortendung m�glich. Tragen Sie die richtige Wortendung
> bitte in das K�stchen ein.
>
> S
> T
> B l----l
> W l----l (Das soll ein K�stchen darstellen.Zwischen
> G Buchstaben und K�stchen sind jeweils
> K stahlenf�rmige Verbindungsstriche.)
> ST"

Obwohl "nur eine Wortendung m�glich" ist, wurden "-AU" und "-EIL"
schon als L�sungen angegeben.

Als ungew�hnlichere L�sungen biete ich "-EIN" und "-ELLER".
Zugegeben, bei "-EIN" ist die Aussprache nicht immer gleich.

Die Erkl�rungen sind aus dem Online-Duden.

SEIN
TEIN ("in den Bl�ttern des Teestrauches enthaltenes Koffein")
BEIN
WEIN
GEIN ("der schwarzbraune Hauptbestandteil der Ackererde")
KEIN
STEIN

SELLER ("Kurzform f�r: Longseller, Bestseller")
TELLER
BELLER ("bellendes Tier")
WELLER ("mit Stroh vermischter Lehm zur Ausf�llung von Fachwerk")
GELLER ("das Lachen wurde immer geller")
KELLER
STELLER ("Spieler, der seine Mitspieler so in Stellung bringt,
dass sie schmettern [...] k�nnen")

--
Steve

My e-mail address works as is.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 4, 2013, 1:17:42 AM11/4/13
to
Stephen Hust wrote:

> GEIN ("der schwarzbraune Hauptbestandteil der Ackererde")
> KEIN
> STEIN

Cool, die drei hintereinander ergeben sogar einen Sinn.


vG

Helmut Richter

unread,
Nov 4, 2013, 2:32:23 AM11/4/13
to
Das waren noch Zeiten, als der Bruder Paulus seinen ersten Korintherbrief
einfach an die Heiligen zu Korinth adressieren konnte, ohne zuvor auf
deren kirchliche Ernennung zu solchen zu warten.

--
Helmut Richter

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 4, 2013, 4:03:58 AM11/4/13
to
Am 04.11.2013, 03:48 Uhr, schrieb Stephen Hust <shNO...@a1.net>:

>> "Finden Sie die entsprechende Wortendung,[..]
>
> SELLER ("Kurzform für: Longseller, Bestseller")
> TELLER
> BELLER ("bellendes Tier")
> WELLER ("mit Stroh vermischter Lehm zur Ausfüllung von Fachwerk")
> GELLER ("das Lachen wurde immer geller")
> KELLER
> STELLER ("Spieler, der seine Mitspieler so in Stellung bringt,
> dass sie schmettern [...] können")

Die Arbeitszeiten und die "Wortendungen" werden auch immer länger.
Das ist wohl der Szug der Szeit. :(
Bei einem kindlichen Wettstreit, wer das längste Wort mit "K" am
Anfang bilden könne, siegte in meiner Jugend noch die "Wortendung":
"uhliefumdenteich" (mit Hauptton auf 'fum').

j/\a
--

Lothar Frings

unread,
Nov 4, 2013, 4:26:52 AM11/4/13
to
Stephen Hust tat kund:

> GELLER ("das Lachen wurde immer geller")

Oder "Ich kann zwar keine Löffel verbiegen, aber
eine Menge Kohle machen, indem ich irgendwelchen
Blödis das Gegenteil einrede".
Message has been deleted

Volker Gringmuth

unread,
Nov 4, 2013, 5:01:19 AM11/4/13
to
Matthias Opatz wrote:

> In /meiner/ Kindheit lautete die Frage:
> Heißt es "/Der/ Kuli", "/Das/ Kuli" oder "/Die/ Kuli fummtndeich"?

In der meinigen wurde nicht „Kuli“ ausgegliedert, sondern gefragt, ob es
der, die oder das Kuliefumdenteich heiße (gesprochen etwa
„Kulifumpenteich“), so daß die Fragestellung nahelegte, es handele sich um
einen Teich.


vG

G.O.Tuhls

unread,
Nov 4, 2013, 7:39:29 AM11/4/13
to
Am 03.11.2013, 20:58 Uhr, schrieb Gunhild Simon:
>
> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
> Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>
> Was sagt Ihr?
>
> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen
> [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.

Die Aufgabe wurde vermutlich vom zuständigen Beamten des höheren
nichttechnischen Verwaltungsdienstes aus einem Rätselheft kopiert.

Ich hatte eher an so etwas gedacht:
Formulieren Sie folgenden Satz verständlich: "Die vorstehende, mit Ort und
Datum zu versehende und zu unterschreibende Erklärung darf nicht in den
Wahlumschlag gesteckt werden, in den der/die Stimmzettel einzulegen sind.
Die Erklärung ist vielmehr neben dem Wahlumschlag in den an den
Wahlvorstand adressierten Freiumschlag zu legen."

Gruß
G.O.

P.S.
Eine Lösung für das Rätsel ist mir noch nicht eingefallen. Dass der
hierzugrupp geballte deutsche Sprachverstand keine Lösung ohne
Zuhilfenahme exotischer Soziolekte kein Ergebnis findet, dürfte dieses
Rätsel als Prüfungsaufgabe anfechtbar machen.
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Jakob Achterndiek

unread,
Nov 4, 2013, 8:03:46 AM11/4/13
to
Am 04.11.2013, 14:00 Uhr, schrieb Martin Gerdes <martin...@gmx.de>:

> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb:
>
>> Das ist - jedenfalls im höheren Dienst - etwas Anderes
>
> Du bist bekanntlich ein großer Freund der Großschreibung des Wortes
> "Anderes". Offensichtlich wünschst Du stets, dessen subjektivischen
> Charakter besonders zu betonen.
>
> Was steckt dahinter?

Wurschtigkeit.

j/\a
--

Helmut Richter

unread,
Nov 4, 2013, 8:17:48 AM11/4/13
to
On Mon, 4 Nov 2013, Martin Gerdes wrote:

> Klar. Das ist die Sicht der Wikipedianer: Alles ist Name.

Ist es? Oder folgen sie nur der Regel, dass �berschriften mit einem
Gro�buchstaben beginnen, selbst wenn es sich um ein Lemma in einem Lexikon
handelt?

--
Helmut Richter

Paul Ney

unread,
Nov 4, 2013, 8:19:20 AM11/4/13
to

"Gunhild Simon" <gunhil...@yahoo.de> schrieb am 02.11.2013 19:02 den
Newsbeitrag news:1ca1870c-68e6-43b1...@googlegroups.com

> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
> Das Bewerbungsziel ist "Regierungsinspektoranwärter".

> Hat jemand Erfahrung damit, welche Kenntnisse hier konkret
> abgefragt und erwartet werden, so daß ein sinnvolles Coaching
> als mein Beitrag zum Gelingen sich ermöglichen läßt.
>
> Alle Tips und Anregungen sind hochwillkommen und werden mit
> Dankbarkeit entgegengenommen, mit Sorgfalt betrachtet und mit
> Fleiß strukturiert.

Ich bin neugierig geworden, habe ein bißchen nachgesehen -- zuerst mit
"allintitle: Regierungsinspektoranwärter" bei Google -- und hoffe, daß
Folgendes von Interesse sein wird:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gehobener_Dienst
| Dienstbezeichnung während des Vorbereitungsdienstes: Anwärter,
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1167421
| Regierungsinspektoranwärter, eine Dienstbezeichnung eines Beamten
| auf Widerruf im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst

Drei Threads dazu von 2003, 2005 bzw. 2013:
http://forum.gofeminin.de/forum/carriere2/__f595_carriere2-Regierungsinspektoranwarter.html
http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/36760,0.html
http://www.beamtentalk.de/post24679.html

http://www.bib-meschede.de/duales-studium.html verlinkt passende
öff. und nicht-öff. Anbieter und auch PDF-Infos.

Test-Beispiele habe ich nicht gefunden, aber das Verfahren dürfte
Unterschiede je nach Bundesland oder Bund aufweisen. Die Website des
konkreten Anbieters wäre die erste Anlaufstelle zur Information. Ich
wünsche viel Erfolg.

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]

Roland Franzius

unread,
Nov 4, 2013, 8:32:45 AM11/4/13
to
Am 03.11.2013 20:58, schrieb Gunhild Simon:
> Am Sonntag, 3. November 2013 17:52:39 UTC+1 schrieb G.O.Tuhls:
>
> ...
>
>>
>> Mittelbar bezweifle ich, dass die Anforderungen allzu hoch sind, in
>>
>> Anbetracht dessen, was mir als amtsbeschiedenem Bürger und als Dozent für
>>
>> ebendiese Berufsgruppe so auf den Tisch flattert.
>>
>> Dein Filius sollte sich also deswegen nicht verrückt machen. Wenn er
>>
>> Groß-Klein-Schreibung beherrscht und geschickt ein paar Kommata einstreut,
>>
>> dürfte der Test bestanden sein.
>
> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
> Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>
> Was sagt Ihr?
>
> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.
>
> S
> T
> B l----l
> W l----l (Das soll ein Kästchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
> G Kästchen sind jeweils stahlenförmige Verbindungsstriche.)G.
> K
> ST"
>
> (Meine Darstellungsform ist unbeholfen. Ich hoffe, Ihr versteht, was zu tun ist.)

Sehr lustig. Also zwei Kästchen mit Verbindunglinien von den Buchstaben
und Platz für 4 Buchstaben im Kästchen?

Nein, den Satz kann niemand verstehen, es sei denn, es wird ein Kontext
vorausgesetzt. Manchmal sind in Tests die Kapitelüberschriften von
Bedeutung.

Ich verstehe unter Wortendung Silben wie -ung, -keit, -heit, -nis, die
aber nie mit nur einem Buchstaben davor auftreten.

Unter Neubildung verstehe ich eine Standardableitung mittels Endsilbe
aus einem gegebenen Wort und nicht den Abruf von Einsibern gleicher Endung.

Andererseits fällt mir kein Wort, das auf w endet, ein. Und zum Löwe
bildet man im Gegensatz zum Mensche keine -heit.

--

Roland Franzius

Lothar Frings

unread,
Nov 4, 2013, 8:36:04 AM11/4/13
to
Martin Gerdes tat kund:

> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
> >>>>> Mein Sohn hat sich nach dem Abitur für einen Studienplatz
> >>>>> eines Dualen Studiengangs im Verwaltungswesen beworben.
>
> >>>> Ist das Wort "Dualen" ein Substantiv?
>
>
> >> Ich gelte ja nun wahrlich nicht als Anhänger der Neuschreibung, in
> >> diesem Detail aber ausnahmsweise doch: Die BRaZzler hatten ursprünglich
> >> vor, Adjektive kleinschreiben zu lassen, auch in "festen Wendungen". Das
>
> >> hat den Braven Katholiken Hans Zehetmair zum Schäumen gebracht: "Den
> >> Heiligen Vater mit kleinem h schreiben? Kommt nicht in die Tüte."
>
>
> > Die konsequente Kleinschreibung der Adjektive fand ich bei der neuen
> > Rechtschreibung nicht gut.
>
>
> Aber ich. Wenn das oberste Kriterium "Abschaffung von Ausnahmen",
> "Erhöhung der Regelhaftigkeit" ist, unterstützt dies meine Ansicht.
>
> Es ist einfacher, Adjektive immer kleinzuschreiben, als im Einzelfall zu
> überlegen: "Ist das nun ein Namen oder nicht?", mal abgesehen von meinem
> Beispielsatz.

Im allgemeinen braucht man die Großschreibung tatsächlich
nicht, weil meistens die Einzahl als Kennzeichner reicht:
Es ist der heilige Vater und nicht "ein", das schwarze
Brett und nicht "ein", die chinesische Mauer und nicht "eine".

>
>
> >> "Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr."
>
> >> Sprechen wir von einem Heiligen, der Florian heißt (ist das fragliche
> >> Wort also ein Substantiv) oder sprechen wir von Florian, der heilig
> >> ist dann wäre das Wort ein Adjektiv)?
>
> > Von Florian, der als der Heilige Florian bekannt ist.
>
>
> Ah ja. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.

Aber er ist nun mal beides: Ein Heiliger namens Florian
und ein Florian, der heilig ist. Wobei in "Der Heilige
Florian" das "Heilige" aber nicht für den Titel steht
wie in "Der Metzgermeister Müller", sondern ein großgeschriebenes
Adjektiv ist.

>
>
> > Ein Dualer Studiengang - nicht irgendein Studiengang, der auf irgendeine
> > Weise "dual" ist (vielleicht der eines Kieferchirurgen), sondern eine
> > spezifische Kombination von Berufsakademie und Firmenanstellung.
>
>
> Klar. Das ist die Sicht der Wikipedianer: Alles ist Name.

In diesem Fall eher Fachsprache. Das wäre eigentlich
die einzige wirklich sinnvolle Verwendungsmöglichkeit
für die Großschreibung: Wenn Verwechslungsgefahr mit einem
Fachterminus besteht. Aber auch das könnte man durch passende
Begriffe - z. B. "Dualstudiengang" - vermeiden.

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 4, 2013, 8:10:27 AM11/4/13
to
Am 04.11.2013, 14:03 Uhr, schrieb Jakob Achterndiek
<achte...@buzemann.de>:
Doch noch ein kleiner Nachtrag dazu, weil mich selbst die Auskunft
natürlich nicht zufriedenstellt. Also:
1. Die Sicherheit, die ich als Lehrer hatte, ist im Zuge der Reform
verlorengegangen. Ich habe "alt" geschrieben, aber so viel "neu"
oder "neu gemeint" gelesen, daß das die alten Muster angefressen hat.
2. Im Streit um die Logik "alter" oder "neuer" Schreibung waren sehr
viele Argumente nicht zwingend. Und als die Sache am Ende durch den
Ukas eines Politikers entschieden wurde, war klar, daß es weniger auf
Stringenz als vielmehr auf eine "Irgendwie-Einheitlichkeit" ankam.
Der allerdings mochte ich mich dann nicht mehr anschließen, weil mir
das Argument "Alle machen das jetzt so" nicht einleuchtete. Darauf
bezog sich vielleicht die schnelle Reaktion: Wurschtigkeit.
3. In den letzten paar Jahren habe ich ziemlich intensiv private
Briefe aus dem ganzen 19. Jahrhundert transkribiert. Dabei konnte
ich bei den Schreibern, durchweg aus "gebildeten" Ständen, neben
individuellen Vorlieben auch bestimmte zeittypische allgemeine Muster
erkennen. Eines dieser Muster war die Großschreibung von Begriffen,
die als - konkret oder abstrakt - dingliche Wesen begriffen werden
konnten. Der oder das "Andere" gehörten dazu. Dieses Muster läßt
sich auch in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts wiederfinden.
Es hat eine nachvollziehbare Logik; und vielleicht hat sich die mehr
oder weniger unbewußt bei mir "in der Wolle" festgesetzt.
4. Insgesamt jedenfalls nehme ich mir einfach das Recht, Zweifel über
eine Schreibweise, die mich gelegentlich überkommen, nach eigener
Logik zu lösen, statt bei einer Autorität nachzuschlagen, die selbst
nur allzu willig wechselnden Schreibmoden folgt.

j/\a
--

Sam Sung

unread,
Nov 4, 2013, 9:07:22 AM11/4/13
to
Roland Franzius schrieb:

> Andererseits f�llt mir kein Wort, das auf w endet, ein

Gibt es einige Ortsnamen wie G�strow, Treptow, Pankow, Kummerow, ...
eingedeutschte Namen wie Pawlow, Rathenow, Breschnjew, ...
und einige eingedeutschte Dingw�rter wie Interview, Bungalow, ...

Was gibts eigentlich so auf -enf, wie F�nf, Senf, Hanf, Genf?
Message has been deleted

Joachim Pense

unread,
Nov 4, 2013, 12:47:51 PM11/4/13
to
Am 04.11.2013 14:00, schrieb Martin Gerdes:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>
>>> "Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr."
>
>>> Sprechen wir von einem Heiligen, der Florian hei�t (ist das fragliche
>>> Wort also ein Substantiv) oder sprechen wir von Florian, der heilig
>>> ist dann w�re das Wort ein Adjektiv)?
>
>> Von Florian, der als der Heilige Florian bekannt ist.
>
> Ah ja. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.

Deine Fallunterscheidung war nicht vollst�ndig. "Heilige" ist hier ein
Adjektiv, aber wir sprechen nicht von Florian, der heilig ist, sondern
vom Heiligen Florian. Gemeint ist hier nicht (obwohl es genauso
geschrieben wird, "vom Heiligen namens Florian").

>
>> Ein Dualer Studiengang - nicht irgendein Studiengang, der auf irgendeine
>> Weise "dual" ist (vielleicht der eines Kieferchirurgen), sondern eine
>> spezifische Kombination von Berufsakademie und Firmenanstellung.
>
> Klar. Das ist die Sicht der Wikipedianer: Alles ist Name.
>
>> Im Zweifel bin ich f�r die Gro�schreibung des Adjektivs.
>
> Warum?
>
>> Das st�rt dich ja nicht nur bei mir in dieser Gruppe und in der Wikipedia.
>
> Ich finde, ich habe einen guten Grund, das nicht gut zu finden.
>

Es ist eine Differenzierungsm�glichkeit, die durch die konsequente
Adjektivkleinschreibung verloren geht. �brigens ist das Fehlen der
entsprechenden Differenzierungsm�glichkeit f�r Substantive allein (wie
man sie im Englischen kennt) einer der Hauptgr�nde meiner negativen
Einstellung zur Substantivgro�schreibung im Deutschen.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Nov 4, 2013, 12:52:30 PM11/4/13
to
Am 04.11.2013 14:36, schrieb Lothar Frings:

>
> Im allgemeinen braucht man die Großschreibung tatsächlich
> nicht, weil meistens die Einzahl als Kennzeichner reicht:
> Es ist der heilige Vater und nicht "ein", das schwarze
> Brett und nicht "ein", die chinesische Mauer und nicht "eine".
>

Es gäbe nur ein schwarzes Brett? Der Grund, "Schwarzes Brett" groß zu
schreiben, ist nicht dessen Eindeutigkeit, sondern, weil es ein
stehender Begriff ist. Es muss auch weder ein Brett sein noch schwarz.


>>
>>
>>>> "Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr."
>>
>>>> Sprechen wir von einem Heiligen, der Florian heißt (ist das fragliche
>>>> Wort also ein Substantiv) oder sprechen wir von Florian, der heilig
>>>> ist dann wäre das Wort ein Adjektiv)?
>>
>>> Von Florian, der als der Heilige Florian bekannt ist.
>>
>>
>> Ah ja. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.
>
> Aber er ist nun mal beides: Ein Heiliger namens Florian
> und ein Florian, der heilig ist. Wobei in "Der Heilige
> Florian" das "Heilige" aber nicht für den Titel steht
> wie in "Der Metzgermeister Müller", sondern ein großgeschriebenes
> Adjektiv ist.
>

So sehe ich das auch.

>>
>>
>>> Ein Dualer Studiengang - nicht irgendein Studiengang, der auf irgendeine
>>> Weise "dual" ist (vielleicht der eines Kieferchirurgen), sondern eine
>>> spezifische Kombination von Berufsakademie und Firmenanstellung.
>>
>>
>> Klar. Das ist die Sicht der Wikipedianer: Alles ist Name.
>
> In diesem Fall eher Fachsprache. Das wäre eigentlich
> die einzige wirklich sinnvolle Verwendungsmöglichkeit
> für die Großschreibung: Wenn Verwechslungsgefahr mit einem
> Fachterminus besteht. Aber auch das könnte man durch passende
> Begriffe - z. B. "Dualstudiengang" - vermeiden.
>

Fachsprache, aber auch und gerade Dichtung.

Joachim

Volker Gringmuth

unread,
Nov 4, 2013, 1:09:03 PM11/4/13
to
G.O.Tuhls wrote:

> Eine Lösung für das Rätsel ist mir noch nicht eingefallen.

Wie wär’s mit „ier“?

„Sier“ ist gendergerechtes Personalpronomen,
„wier“ ist das nämliche in 1. Person Plusquamplural,
und für „Kier“ fällt mir auch noch was ein.


vG

Volker Gringmuth

unread,
Nov 4, 2013, 1:09:42 PM11/4/13
to
Sam Sung wrote:

> Was gibts eigentlich so auf -enf, wie Fünf, Senf, Hanf, Genf?

… auf -enf wie Fünf oder Hanf? Wie meinenf?


vG

Henning Sponbiel

unread,
Nov 4, 2013, 2:00:33 PM11/4/13
to
On Sun, 03 Nov 2013 22:05:43 +0100, Oliver Jennrich wrote:

>Manfred Hoß <rostk...@arcor.de> writes:
>
>> Am Sun, 3 Nov 2013 11:58:40 -0800 (PST) schrieb Gunhild Simon:
>>
>>> Ich habe hier aus einer Vielzahl von Aufgaben eine aus dem
>>> Bereich Sprache, was mir ja nahe steht, vorzustellen.
>>> Mir ist die Lösung auch nach längerem Nachdenken - eigentlich
>>> herrscht aber Zeitdruck - nicht eingefallen.
>>>
>>> Was sagt Ihr?
>>>
>>> "Finden Sie die entsprechende Wortendung, die den Buchstaben
>>> [sic!] S, T, B, W, G, K, ST folgt, so dass aus jedem Buchstaben [sic!]
>>> nur ein Wort gebildet wird (alle [sic!] neu gebildeten Wörter besitzen [sic!] somit die gleiche Wortendung. Es ist nur eine Wortendung möglich.
>>> Tragen Sie die richtige Wortendung bitte in das Kästchen ein.
>>>
>>> S
>>> T
>>> B l----l
>>> W l----l (Das soll ein Kästchen darstellen.Zwischen Buchstaben und
>>> G Kästchen sind jeweils stahlenförmige Verbindungsstriche.)G.
>>> K
>>> ST"
>>
>> Ich schlage "au" vor.
>
>Da scheint mir '-eil' besser. Aber immerhin ist die Aufgabe damit
>schonmal als unsinning, weil inkonsistent, entlarvt.

Für mich der Klassiker:

Schwein - Rind - Huhn - Schaf

Welches Tier passt nicht zu den anderen?


Henning

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 4, 2013, 2:07:16 PM11/4/13
to
On Mon, 04 Nov 2013 20:00:33 +0100, Henning Sponbiel
<spon...@gmx.net> wrote:

>Für mich der Klassiker:
>
>Schwein - Rind - Huhn - Schaf
>
>Welches Tier passt nicht zu den anderen?

Hatten wir das nicht erst vor kurzem?

Schwein paßt nicht, denn das ist unrein.

Ein anderer könnte meinen, das Huhn, denn es ist kein Paarhufer.


Gruß Uwe

--
"[...]jemand sollte den Text noch einmal lesen, bevor er veröffentlicht wird." -
"Das passiert ja auch, aber die NSA korrigiert keine Tippfehler."
Rüdiger Silberer und Lothar Frings in desd
=== http://www.sicherheitslampe.de ===
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Uwe Schickedanz

unread,
Nov 4, 2013, 2:31:57 PM11/4/13
to
On Mon, 4 Nov 2013 20:31:13 +0100, Matthias Opatz
<inv...@invalid.invalid> wrote:

>Uwe Schickedanz gab zur Kenntnis:
>> Henning Sponbiel wrote:
>
>>> Für mich der Klassiker:
>>> Schwein - Rind - Huhn - Schaf
>>> Welches Tier passt nicht zu den anderen?
>>
>> Schwein paßt nicht, denn das ist unrein.
>>
>> Ein anderer könnte meinen, das Huhn, denn es ist kein Paarhufer.
>
>Oder kein Vierbeiner oder kein Säugetier.
>
>Ein anderer könnte sagen: Schaf (enthält als einziges kein n).
>
>Oder Rind (passt als einziges nicht auf den Gepäckträger).

Ich sehe, wir verstehen uns.

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Nov 4, 2013, 3:04:50 PM11/4/13
to
Joachim Pense wrote:

> Am 04.11.2013 14:36, schrieb Lothar Frings:
>> Im allgemeinen braucht man die Großschreibung tatsächlich
>> nicht, weil meistens die Einzahl als Kennzeichner reicht:
>> Es ist der heilige Vater und nicht "ein", das schwarze
>> Brett und nicht "ein", die chinesische Mauer und nicht "eine".
>
> Es gäbe nur ein schwarzes Brett? Der Grund, "Schwarzes Brett" groß zu
> schreiben, ist nicht dessen Eindeutigkeit, sondern, weil es ein
> stehender Begriff ist. […]

Also die meisten Schwarzen Bretter, die ich kenne, *hängen* rum.

--
Pointed„Du meintest _fest_stehend“Ears

Twitter: @PointedEars2
Please do not Cc: me. / Bitte keine Kopien per E-Mail.

Stefan Schmitz

unread,
Nov 4, 2013, 3:19:53 PM11/4/13
to
Am Montag, 4. November 2013 20:31:13 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:

> Oder Rind (passt als einziges nicht auf den Gepäckträger).

Auf was für Gepäckträger kannst du ein ausgewachsenes Schwein oder Schaf packen?

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 4, 2013, 3:22:29 PM11/4/13
to
On Mon, 4 Nov 2013 12:19:53 -0800 (PST), Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
wrote:

>Am Montag, 4. November 2013 20:31:13 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
>
>> Oder Rind (passt als einziges nicht auf den Gepäckträger).
>
>Auf was für Gepäckträger kannst du ein ausgewachsenes Schwein oder Schaf packen?

Honda:
http://data.lustich.de/bilder/l/405-schwein-gehabt.jpg
http://media.egotvonline.com/wp-content/uploads/2012/10/Three-Sheep-On-Motorcycle.jpg?41ed4f

Du noch viel lernen musst, junger Padawan...

Manfred Hoß

unread,
Nov 4, 2013, 3:59:32 PM11/4/13
to
Am Mon, 04 Nov 2013 14:10:27 +0100 schrieb Jakob Achterndiek:

> Am 04.11.2013, 14:03 Uhr, schrieb Jakob Achterndiek
> <achte...@buzemann.de>:
>
>> Am 04.11.2013, 14:00 Uhr, schrieb Martin Gerdes <martin...@gmx.de>:
>>
>>> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb:
>>>
>>>> Das ist - jedenfalls im höheren Dienst - etwas Anderes
>>>
>>> Du bist bekanntlich ein großer Freund der Großschreibung des Wortes
>>> "Anderes". Offensichtlich wünschst Du stets, dessen subjektivischen
>>> Charakter besonders zu betonen.
>>>
>>> Was steckt dahinter?
>>
>> Wurschtigkeit.
[...]
> 3. In den letzten paar Jahren habe ich ziemlich intensiv private
> Briefe aus dem ganzen 19. Jahrhundert transkribiert. Dabei konnte
> ich bei den Schreibern, durchweg aus "gebildeten" Ständen, neben
> individuellen Vorlieben auch bestimmte zeittypische allgemeine Muster
> erkennen. Eines dieser Muster war die Großschreibung von Begriffen,
> die als - konkret oder abstrakt - dingliche Wesen begriffen werden
> konnten. Der oder das "Andere" gehörten dazu. Dieses Muster läßt
> sich auch in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts wiederfinden.
> Es hat eine nachvollziehbare Logik; und vielleicht hat sich die mehr
> oder weniger unbewußt bei mir "in der Wolle" festgesetzt.

Da du schon die Großschreibung im 19. Jahrhundert erwähnst, hier mal ein
Auszug aus einer Quelle aus der damaligen Zeit:

"§ 2 A. Große Anfangsbuchstaben haben:
1) Die Substantiva oder Hauptwörter.
2) Wörter, die zu Hauptwörtern erhoben sind, z. B. sächlichen Geschlechts:
Das W e n n und das A b e r. Das V o n vor dem Namen. Das M e i n
und D e i n. So entsteht ein H ü b e n und D r ü b e n, ein O b e n
und U n t e n, ein Z u v o r und H e r n a ch. Das J e n s e i t s.
Ein E t w a s, ein N i ch t s. Das A l l. Sein zweites I ch (s. 11a).
Das V e r g i ß m e i n n i ch t. Ein trübes L e b e w o h l. Das
S ch r e i b e n und L e s e n etc., aber auch männlichen und weiblichen
Geschlechts, wie: Der N u. Der E r und die S i e bei den Singvögeln.
Der H a b e r e ch t, T a u g e n i ch t s, S p r i n g i n s f e l d,
N i m m e r s a t t. Eine Z w e i oder D r e i (als Ziffer, im Würfel-
oder Kartenspiel) etc., s. auch § 14,8.
3) Adjektiva (Eigenschaftswörter) und adjektivische (eigenschaftswörtliche)
Redetheile (Fürwörter, Zahlwörter etc.) haben als solche, d. h. wenn sie
als Bestimmungswörter eines nebenstehenden oder aus dem Nebenstehenden zu
ergänzenden Hauptworts auftreten, den kleinen Anfangsbuchstaben; dagegen
stehen sie, wo keine derartige Beziehung stattfindet, substantivisch oder
hauptwörtlich und erhalten demgemäß den großen Anfangsbuchstaben, vgl. z.
B.: Ich höre w e i s e Männer und thörichte (zu ergänzen: Männer) reden.
Ich höre W e i s e und Thoren reden. Wenn wir W e i s e (hauptwörtl.
Eigenschaftswort) reden hören; verschieden: Wenn wir w e i s e Reden
(Eigenschaftswort als Bestimmungswort eines Hauptworts) hören - und: Wenn
wir w e i s e reden (Adverb oder Umstandswort als Bestimmungswort des
klein geschriebenen Zeitworts) hören etc. - Dem König will er S e l t e -
n e s vertrauen - und: Der seltne Mann will (= beansprucht) s e l t e -
n e s Vertrauen. - Die Sonne scheint über A l l e, über G u t e und
B ö s e. Sie bringt a l l e s G u t e und a l l e s B ö s e an den
Tag. - Gieb J e d e m das S e i n e!! und Hier sind die Hefte der
Schüler. Gieb j e d e m (zu ergänzen: Schüler) das s e i n e (= sein
Heft). - In S ch e i n b a r e m Trost für die herbe Wirklichkeit zu
suchen. - Grimmig hört und geduldlos und droh'nd den F u r ch t b a r e n
Satan. - Alle, sage ich, aber Keiner will D a s Wort haben. -
verschieden: Der Vorsitzende fragt, ob noch Einer sprechen will; aber
Keiner will d a s Wort haben - Du nennst D a s Götterwort, was dir im
Herzen schlägt? - vgl.: Du nennst d a s Götterwort trügerisch etc. -
Kannst du nicht A l l e n gefallen durch deine That und dein Kunstwerk,
mach es W e n i g e n recht, V i e l e n gefallen ist schlimm. Besser,
W e n i g e s lesen und dies W e n i g e gründlich, als V i e l e s und
dies V i e l e oberflächlich (s. Anm.).
Anm. Doch werden - wenn nicht am Anfang stehend (s. § 1) oder zu Hauptwör-
tern erhoben (s. 2) - immer mit kleinem Anfangsbuchstaben geschrieben,
gleichviel ob eigenschaftswörtlich, umstandswörtlich oder hauptwörtlich
gebraucht, g e n u g und, wenn sie ohne weitere Biegungsendung stehen,
v i e l, m e h r, w e n i g, w e n i g e r (als Komparativ oder 2. Stei-
gerungsgrad), z. B. (s. o.) Besser, w e n i g lesen und dies W e n i g e
gründlich, als v i e l und dies V i e l e oberflächlich. Mit v i e l
(oder: V i e l e m) hält man Haus, mit w e n i g (oder: W e n i g e m)
kommt man aus. Wem v i e l anvertraut, von Dem wird man auch desto mehr
fordern. Denn v i e l (oder: V i e l e) sind berufen, aber w e n i g
(oder: W e n i g e) sind auserwählt. Das ist nicht g e n u g, zu w e -
n i g zum Leben, zu v i e l zum Verhungern. Morgen m e h r (aber: ein
M e h r e r e s). Das ist v i e l (aber: um V i e l e s) schwerer etc.
Vgl. dagegen ohne Biegungsendung, aber zum Hauptwort erhoben: Nicht das
V i e l, sondern das G e n u g macht den wahren Reichthum. Mit einem
M e h r von 10 Stimmen etc.
4) (s. 3). Auch wo in Gedanken ein nicht ausgesprochenes Hauptwort zu
verstehen oder zu ergänzen ist: Im T r ü b e n, im D u n k e l n, im
F r e i e n, ins F r e i e. Den K ü r z e r n ziehen. Ein Glas vom
B e st e n. Jemand zum B e st e n haben (vgl. 10b). Alle V i e r e von
sich strecken. Mit S e ch s e n fahren. Eine S e ch s, alle S e ch -
s e n werfen. Alle N e u n e n werfen (s. 6) etc. Ihr G e e h r t e s,
W e r t h e s, G e s ch ä tz t e s etc. Vorzeiger D i e s e s. Binnen
K u r z e m. Das W e i t e suchen. Das liegt noch im W e i t e n. Von
W e i t e m. Bei W e i t e m. Es bleibt beim A l t e n. Von N e u e m,
F r i s ch e m. Aufs N e u e, F r i s ch e. Im A l l g e m e i n e n
und im B e s o n d e r n. Im G a n z e n und G r o ß e n..., im
E i n z e l n e n jedoch etc.
5) (s. 3). Auch in einzelnen Fällen ohne Biegungsendung, z. B. Ihn lieben
(oder liebt) - A l t und J u n g, G r o ß und K l e i n, A r m und
R e i ch, H o ch und N i e d r i g. Bei A l t und J u n g beliebt,
von G r o ß und K l e i n verehrt etc., vgl. namentlich: Es woben in
jedem Zimmer die Spinnen g r o ß und k l e i n (vgl. 7) ... Romantische
Menschenfresser | hausen auf jenem Schloß, | die mit barbarischem Messer |
abschlachten K l e i n und G r o ß. (Uhland) etc.; auch: Er ist ohne
A r g, F a l s ch etc. Er spricht F r a n z ö s i s ch und L a t e i n
wie D e u t s ch. Im feinsten I t a l i ä n i s ch. Auf E n g l i s ch
etc.
6) Beispiele von Zahlwörtern: Denn d r e i Meter und f ü n f (Meter)
sind a ch t (Meter) etc.; aber (unbenannt): Denn D r e i und F ü n f
ist A ch t etc. Ein h a l b e s Kilo und zwei d r i t t e l sind
zusammen sieben s e ch s t e l etc., aber: Ein H a l b und zwei
D r i t t e l sind sieben S e ch s t e l etc. Das H u n d e r t. Die
D r e i. In E i n s, Z w e i, D r e i. Wen lieben Z w e i | von euch
am meisten? ... So seid ihr alle D r e i | betrogene Betrüger. Eure Ringe
| sind alle d r e i (bezogen auf "Ringe") nicht echt etc. Zu Z w e i e n,
D r e i e n etc. Er ist S i e b e n, wird zu Ostern A ch t, dagegen: Er
ist s i e b e n Jahr, wird zu Ostern a ch t (zu ergänzen: Jahr). Er ist
in den V i e r z i g e n, ein V i e r z i g e r. Die Uhr schlägt
A ch t, aber: um a ch t Uhr etc.
Anm. Wenn bei Angaben von Geldsummen wie: Das kostet fünf Thaler z w ö l f
(Groschen), zwölf Mark f ü n f u n d z w a n z i g (Pfennig) etc. die
niedere - hier eingeklammerte - Münzsorte ungenannt bleibt, so wird doch
die dazugehörige Zahl für die Rechtschreibung als benannte behandelt, d. h.
klein geschrieben."
(Quelle: Daniel Sanders, "Kurzgefaßtes Hilfsbuch der Rechtschreibung für
deutsche Schulen". - 2. um die abweichenden amtlichen Feststellung für die
bairischen, die österreichischen, die preußischen und würtembergischen
Schulen vermehrte Auflage. - Leipzig : Breitkopf und Härtel, 1880. - S.
8ff.)

Gruß
Manfred.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 4, 2013, 4:06:19 PM11/4/13
to
Uwe Schickedanz wrote:

> >>> Schwein - Rind - Huhn - Schaf
> >>> Welches Tier passt nicht zu den anderen?
> >>
> >> Schwein paßt nicht, denn das ist unrein.
> >>
> >> Ein anderer könnte meinen, das Huhn, denn es ist kein Paarhufer.
> >
> >Oder kein Vierbeiner oder kein Säugetier.
> >
> >Ein anderer könnte sagen: Schaf (enthält als einziges kein n).
> >
> >Oder Rind (passt als einziges nicht auf den Gepäckträger).
>
> Ich sehe, wir verstehen uns.

Nur das Rind hat mit 4:4 ein ausgewogenes Buchstaben-Phoneme-Verhältnis.


vG

G.O.Tuhls

unread,
Nov 4, 2013, 4:42:16 PM11/4/13
to
Da hätte ich Udo zu bieten.
Oder waren Namen qua Aufgabenstellung verboten?

Gruß
G.O.

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 4, 2013, 5:49:43 PM11/4/13
to
Am 04.11.2013, 21:59 Uhr, schrieb Manfred Hoß <rostk...@arcor.de>:

> [..]
> (Quelle: Daniel Sanders, "Kurzgefaßtes Hilfsbuch der
> Rechtschreibung für deutsche Schulen". - 2. um die
> abweichenden amtlichen Feststellung für die bairischen,
> die österreichischen, die preußischen und würtembergischen
> Schulen vermehrte Auflage. -
> Leipzig : Breitkopf und Härtel, 1880. - S. 8ff.)

Besten Dank für diese Quelle. Ich habe den zitierten Passus
nicht gründlich durchgearbeitet, schon gar nicht im Hinblick
auf mögliche preußische und südstaatliche Abweichungen. Die
meisten meiner Briefschreiber haben sich daran ohnehin nicht
mehr orientieren können; die jüngste von ihnen ist 1842 geboren
und 1916 gestorben. Aber die Quelle referiert ja wohl auch im
allgemeinen einen schon länger bestehenden Zustand.

j/\a
--
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Lothar Frings

unread,
Nov 5, 2013, 7:04:34 AM11/5/13
to
Joachim Pense tat kund:

> Am 04.11.2013 14:36, schrieb Lothar Frings:

> > Im allgemeinen braucht man die Großschreibung tatsächlich
> > nicht, weil meistens die Einzahl als Kennzeichner reicht:
> > Es ist der heilige Vater und nicht "ein", das schwarze
> > Brett und nicht "ein", die chinesische Mauer und nicht "eine".

> Es gäbe nur ein schwarzes Brett?

Nein, noch nicht mal nur ein Schwarzes.

> Der Grund, "Schwarzes Brett" groß zu
> schreiben, ist nicht dessen Eindeutigkeit, sondern, weil es ein
> stehender Begriff ist. Es muss auch weder ein Brett sein noch schwarz.

Sag bloß. Im Kontext ist es trotzdem praktisch
immer eindeutig, sogar wenn beides möglich wäre.
Wenn z. B. ein Bühnenarbeiter im Theater zu einem
anderen sagt "Gib mir mal das schwarze Brett",
wird der Kollege ihm das schwarze Ding geben,
das da gerade rumliegt und nicht ins Foyer gehen
und etwas abmontieren, an dem die Bekanntmachungen hängen.

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 5, 2013, 8:44:23 AM11/5/13
to
On Tue, 05 Nov 2013 09:00:04 +0100, Martin Gerdes
<martin...@gmx.de> wrote:

>Uwe Schickedanz <Uwe_use...@nurfuerspam.de> schrieb:
>Sind das nicht _vier_ Schafe?

Da kannst Du mal sehen, was es f�r Gep�cktr�ger gibt.

Gru� Uwe

--
"[...]jemand sollte den Text noch einmal lesen, bevor er ver�ffentlicht wird." -
"Das passiert ja auch, aber die NSA korrigiert keine Tippfehler."
R�diger Silberer und Lothar Frings in desd
=== http://www.sicherheitslampe.de ===

Stefan Schmitz

unread,
Nov 5, 2013, 9:00:07 AM11/5/13
to
Am Dienstag, 5. November 2013 11:20:27 UTC+1 schrieb Matthias Opatz:
> Martin Gerdes gab zur Kenntnis:
> > Sind das nicht _vier_ Schafe?
>
> Wenn ich den Fall mal ausschließe, dass Du jemanden, weil er auf diese
> Weise Schafe transportiert, ein Schaf nennst: Wo ist das vierte Schaf?
>
> Ich sehe zwei Köpfe rechts plus das hängende Lamm.

Das dunkle links sieht auch nach Kopf aus. Jedenfalls scheint es zwei Ohren zu haben.
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Joachim Pense

unread,
Nov 5, 2013, 12:45:05 PM11/5/13
to
Am 05.11.2013 09:00, schrieb Martin Gerdes:
> Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> schrieb:
>
>>>>> "Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr."
>>>
>>>>> Sprechen wir von einem Heiligen, der Florian hei�t (ist das fragliche
>>>>> Wort also ein Substantiv) oder sprechen wir von Florian, der heilig
>>>>> ist dann w�re das Wort ein Adjektiv)?
>
>>>> Von Florian, der als der Heilige Florian bekannt ist.
>
>>> Ah ja. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.
>
>> Deine Fallunterscheidung war nicht vollst�ndig.
>
> Ich hatte nach der Wortart gefragt.
>

Nur in den Versuchen, die Frage zu erl�utern.

>
>>>> [Die Gro�schreibung von Adjektiven] st�rt dich ja nicht nur bei
>>>> mir in dieser Gruppe und in der Wikipedia.
>
>>> Ich finde, ich habe einen guten Grund, das nicht gut zu finden.
>
>> Es ist eine Differenzierungsm�glichkeit, die durch die konsequente
>> Adjektivkleinschreibung verloren geht. �brigens ist das Fehlen der
>> entsprechenden Differenzierungsm�glichkeit f�r Substantive allein (wie
>> man sie im Englischen kennt) einer der Hauptgr�nde meiner negativen
>> Einstellung zur Substantivgro�schreibung im Deutschen.
>
> Hoppala! Den Satz habe ich ein paarmal lesen m�ssen. Ob ich ihn wirklich
> verstanden habe?
>

Wer wei�?

Joachim

Gunhild Simon

unread,
Nov 5, 2013, 1:04:02 PM11/5/13
to
Am Samstag, 2. November 2013 19:02:46 UTC+1 schrieb Gunhild Simon:

...
> .... mein Beitrag zum Gelingen sich ermöglichen läßt.

> Alle Tips und Anregungen ... werden mit
> Sorgfalt betrachtet ...

Nun habe ich mich unterschiedlichen Tests unterzogen und damit
auseinandergesetzt.

Nebenbei bemerkt hätte ich den Anforderungen unter Zeitdruck und
ohne Hilfsmittel nicht genügt.

Abschließend möchte ich Euch eine Aufgabe aus dem Bereich Sprachstil vorstellen, die bei mir auf Kritik traf:

" 28.Sprachstil:
(3 Punkte)

Bitte ergänzen Sie folgende Sätze sinngemäß:
Ich _______________ Fußball. Aber manchmal _______________ ich
Tischtennis. Aber jetzt ____________ ich mich gut für den
Einstellungstest vor. Ich möchte mindestens 90% erreichen."

"aber" ist ein adversative Konjunktion, die in zwei
aufeinanderfolgenden Sätzen widersinnig ist. Das gesuchte finite Verb
"(ich) spiele" könnte im zweiten Satz durch "bevorzuge" ersetzt werden.
Das ist aber nicht zwingend, weil es keinen inhaltlchen Anhaltspunkt
dafür gibt außer in der Überschrift.

Nach meinem Verständnis müßte aus dem ersten "aber" etwa folgen: "Aber bei schlechtem Wetter ist Tischtennis besser."

Um ein zweites "aber" zu vermeiden - es geht ja um Stil - müßte etwa folgen:
"Doch jetzt ...".

Im letzten Satz hätte ich auch für mindestens eines der Verben eine Lücke gesetzt und eine Angabe zum Inhalt dazugeschrieben:
"Denn ich (möchte)_____________ 90% der Punktzahl (erreichen)______________"

Gruß
Gunhild

Lothar Frings

unread,
Nov 5, 2013, 2:38:38 PM11/5/13
to
Henning Sponbiel tat kund:

> Für mich der Klassiker: Schwein - Rind - Huhn - Schaf
> Welches Tier passt nicht zu den anderen?

Jaja, und jede Zahlenreihe wird durch jede beliebige
Zahl logisch fortgesetzt, weil das Bildungsgesetz
beliebig gewählt werden kann.

Aber mal logisch gedacht: Welche Bewerber
sollen für den Behördenjob ausgefiltert werden -
welche, die sich mit Viechern auskennen oder welche,
die ähnlich denken wie der Behördenmitarbeiter,
der den Test entworfen hat?

Gunhild Simon

unread,
Nov 5, 2013, 3:30:54 PM11/5/13
to
Am Dienstag, 5. November 2013 19:04:02 UTC+1 schrieb Gunhild Simon:
...
> " 28.Sprachstil:
...
> Bitte ergänzen Sie folgende Sätze sinngemäß:
> Ich _______________ Fußball. Aber manchmal _______________ ich
> Tischtennis. Aber jetzt ____________ ich mich gut für den
> Einstellungstest vor. Ich möchte mindestens 90% erreichen."

...
> Nach meinem Verständnis müßte aus dem ersten "aber" etwa folgen:
> "Aber bei schlechtem Wetter ist Tischtennis besser."

> Um ein zweites "aber" zu vermeiden - es geht ja um Stil - müßte etwa folgen:
...
Ich muß mich korrigiere:

Ich habe die Stilaufgabe mißverstanden:
Im ersten Satz war nich "spiele" gefragt, sondern "hasse". Daher das "aber". Nun erklärt sich auch die begründungslose Struktur des zweiten Satzes:
"Ich hasse Fußball. Aber ich spiele Tischtennis."

Dennoch ist ein weiteres "aber" als folgender Satzanfang stilistisch unakzeptabel.

Gruß
Gunhild

Klaus Wacker

unread,
Nov 5, 2013, 4:11:29 PM11/5/13
to
Stephen Hust <shNO...@a1.net> wrote:
[...]
> STELLER ("Spieler, der seine Mitspieler so in Stellung bringt,
> dass sie schmettern [...] können")

Ein Steller kann auch ein Gerät sein, welches ein normaler Mensch
wahrscheinlich Regler nenen würde (siehe z.B.
http://www.conrad.de/ce/de/overview/1112031/Wechselspannungs-Steller -
der erste einschlägige Treffer auf der dritten Google-Seite). Ein
Techniker muss natürlich durch seine Wortwahl zum Ausdruck bringen,
dass er weiß, dass das fragliche Gerät kein Regler ist, sondern
allenfalls als Stellglied in einem Regelkreis dienen könnte.



--
Klaus Wacker klaus.w...@t-online.de
51°29'7"N 7°25'7"E http://www.physik.tu-dortmund.de/~wacker

Volker Gringmuth

unread,
Nov 5, 2013, 4:38:18 PM11/5/13
to
Gunhild Simon wrote:

> Bitte ergänzen Sie folgende Sätze sinngemäß:
> Ich

hasse

> Fußball. Aber manchmal

bemitleide

> ich Tischtennis. Aber jetzt

drängle

> ich mich gut für den Einstellungstest vor. Ich möchte mindestens 90%
> erreichen."
>
> Im letzten Satz hätte ich auch für mindestens eines der Verben eine Lücke
> gesetzt und eine Angabe zum Inhalt dazugeschrieben: "Denn ich
> (möchte)

die mir zustehenden

> 90% der Punktzahl (erreichen)

, ohne mich groß zu verausgaben.


– Habe ich bestanden oder war ich zu kreativ?


vG

G.O.Tuhls

unread,
Nov 5, 2013, 5:20:08 PM11/5/13
to
Durchgefallen, Du wärst eine Gefährdung für jeden Vorgesetzten!

Gruß
G.O.
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Gunhild Simon

unread,
Nov 6, 2013, 3:15:53 AM11/6/13
to
Am Dienstag, 5. November 2013 20:38:38 UTC+1 schrieb Lothar Frings:

...

> Aber mal logisch gedacht: Welche Bewerber
> sollen für den Behördenjob ausgefiltert werden -
> welche, die sich mit Viechern auskennen oder welche,
> die ähnlich denken wie der Behördenmitarbeiter,
> der den Test entworfen hat?

Ich habe den Eindruck gewonnen,daß solche Tests von
Unternehmen in Auftrag gegeben werden.
Die Testentwickler sind eher Psychologen.

Also, die kennen sich nicht _perfekt_ aus in
- Sprache
- Mathematik
- Logik
- Allgemeinbildung
sondern nur ganz gut, vielleicht erklärt sich daraus das
inhaltlich Willkürliche.

Die Aufgaben sind in ihrem Niveau unterschiedlich
hoch. Manche sind gar immanent fehlerhaft.

In Mathematik etwa fand mein Kandidat eine - eindeutig
beweisbare - Lösung, die sich nicht unter den
vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten befand.

Nur - wer würde wegen eines einzigen verlorenen Punktes
von etwa 45 den ganzen Test anfechten, zumal niemand
Beweismittel hat, denn man darf ja weder eine Kopie
mit hinausnehmen, noch bekommt man später Einblick.

Ein Test ist eben keine Prüfung, kein Verwaltungsakt.

Das könnte juristisch den Ausschlag geben.

Gruß
Gunhild

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 6, 2013, 3:57:32 AM11/6/13
to
Am 06.11.2013, 09:15 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Ich habe den Eindruck gewonnen, daß solche Tests von
> Unternehmen in Auftrag gegeben werden.
> Die Testentwickler sind eher Psychologen.
> [..]
> Ein Test ist eben keine Prüfung, kein Verwaltungsakt.
>
> Das könnte juristisch den Ausschlag geben.

Einmal in der "doppelten Räson" gedacht:
1. So ein Test soll ja eine Eignung feststellen.
2. Wofür die Getesteten sich eignen sollen, wird in einem
"Eignungsprofil" festgehalten. Dieses wird von den
Auftraggebern zusammen mit den Psychologen erarbeitet.
3. *Ein* Gesichtspunkt im Eignungsprofil muß sein, was man
heute gern "Teamfähigkeit" nennt und was im Klartext
die Fähigkeit und Bereitschaft zur Ein- und Unterordnung
bedeutet.
4. Als "positiv" getestet können unter diesem Gesichtspunkt
nur solche Kandidaten gelten, die gegen vermeintliche
Fehler und Inkongruenzen im Test *nicht* aufbegehren.

j/\a
--

Roland Franzius

unread,
Nov 6, 2013, 4:37:12 AM11/6/13
to
Das ist falsch im Ansatz gedacht. Natürlich sollen sie in der Lage sein,
fehlerhaft formulierte Aufgaben oder Texte zu identifizieren.
Interessant ist halt die Reaktion darauf.

Der zum Regierungsinspektor Geeignete vermerkt so etwas am Rand und
schreibt nach oben einen Begleitzeittel mit Verbesserungsvorschlägen und
nach unten an den Rand: Korrigieren! Wiedervorlage! an den Rand.

Thunderbird bemerkt zu diesem Text in der Eventzeile unten:

Büroklammer: Schlüsselwort der An-hang-Erinnerung gefunden: Wiedervorlage.

Jedenfalls schreibt er besser nicht: Tester ist unfähig.

--

Roland Franzius



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