wer weiß, woher folgender Ausspruch stammt:
"Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten."
Der Duden "Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten" verzeichnet
ihn zwar ("ugs.; scherzh.: körperliche Annäherungsversuche sind
unerwünscht"), gibt aber keine Herkunft an.
Beim Googlen bin ich auf zwei Fährten gestoßen: An einer Stelle wurde
angegeben, der Ausspruch stamme von Joachim Ringelnatz (ohne genaue
Quellenangabe), an anderer Stelle war zu lesen, sie gehe auf Heinz
Erhard zurück.
Wer weiß Genaueres?
Viele Grüße,
Sören
Sören Müller wrote:
> Beim Googlen bin ich auf zwei Fährten gestoßen: An einer Stelle wurde
> angegeben, der Ausspruch stamme von Joachim Ringelnatz (ohne genaue
> Quellenangabe), an anderer Stelle war zu lesen, sie gehe auf Heinz
> Erhard zurück.
ich bin mir ziemlich sicher, dass es _nicht_ von Heinz Erhardt ist,
deshalb würde ich auf Ringelnatz tippen (in Falle entweder-oder), aber
ich habe gerade nichts von Ringelnatz zur Hand.
Grüße,
Andreas.
--
Eala Earendel engla beorhtast
ofer middangeard monnum sended
> "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten."
[...]
> An einer Stelle wurde
> angegeben, der Ausspruch stamme von Joachim Ringelnatz (ohne genaue
> Quellenangabe), an anderer Stelle war zu lesen, sie gehe auf Heinz
> Erhard zurück.
Mein Bauch sagt, wenn einer von den beiden, dann eher Ringelnatz. Aber
begründen kann ich's nicht.
Qno
--
Ein Synonym ist ein Wort, das man benutzt, wenn man nicht weiß,
wie das andere geschrieben wird.
Ich habe mal einen Erhardt-Film gesehen, in dem das vorkam, aber das
bedeutet ja noch nicht, daß es auch ursprünglich von ihm stammen muß.
Ich weiß leider nicht mehr, welcher Film das war.
Ciao,
Pether
--
Gelegenheit wartet auf niemanden. (Erwerbsregel 148)
> wer weiß, woher folgender Ausspruch stammt:
>
> "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten."
Ziemlich sicher von Ringelnatz.
M.
Hast du jetzt noch einen Tipp für mich, in welchem Werk ich
Ringelnatz' "Rottweiler Herrengramerischem Kripple" finde?
Ich habe danach gegoogelt und weiß jetzt zwar, dass in der Stadt
Rottweil (im Süden Baden-Württembergs) in der Weihnachtszeit das
"Herrenkramersche Kripple" (Krippenspiel?) "lebig" gemacht wird
(aufgeführt wird?), aber im Zusammenhang mit Ringelnatz als dem Titel
einer seiner Gedichte oder humoristischen Lebensweisheiten konnte ich
nichts finden. :-(
Viele Grüße aus Hamburg, wo manch sich mit dem Lebigmachen von
Kripplen nicht allzu gut auskennt ;-),
Sören
ich habe eine Email an die Joachim-Ringelnatz-Stiftung geschrieben mit
der Frage, ob der Ausspruch von Ringelnatz stamme (wie hier gemutmaßt
wurde). Prof. Dr. phil. Frank Möbus, wissenschaftlicher Leiter der
Stiftung, hat mir folgende Antwort zukommen lassen:
"Lieber Herr Müller,
leider weiß ich auch nicht, von wem der Spruch stammt - aber eines
kann ich sicher sagen: nicht von Joachim Ringelnatz!
Beste Grüße
Ihr Frank Möbus"
Ringelnatz war also eine falsche Fährte... :-(
> Ringelnatz war also eine falsche Fährte... :-(
Dann mal 'ne andere: Edwin Erich Dwinger zitiert es in "Die letzten
Reiter" (1935):
| Der andere aber, anscheinen ein Berliner, sang als Mahnung einen Vers,
| den er immer wieder von vorne begann, wenn er hinten gerade aufgehört
| hatte: "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten! "
(Gefunden via DWDS-Korpus)
Matthias
--
Es hat seinen Grund, daß 12jährige Kinder noch kein Wahlrecht haben. Die-
se Gruppe würde problemlos Robbie Williams zum Präsidenten der USA wählen.
Andererseits -- ob das dann schlechter wäre? M. Gerdes in desd
=== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ===
> Ringelnatz war also eine falsche Fährte... :-(
Schade.
Irgendwie klingelt's noch bei Wilhelm Busch - kann das sein? Tante
Gu hilft nicht weiter, aber vielleicht gibt's sowas wie eine
Wilhelm-Busch-Autorität, die man fragen könnte?
M.
Sören Müller wrote:
(...)
> Ringelnatz war also eine falsche Fährte... :-(
gut zu wissen. Wir haben "in der Familie" gestern Heinz Erhardt
durch zeitlich ausgeschlossen: Erhardt hat erst ab 1938 als
Kabarettist gearbeitet und wurde erst nach dem Krieg beim NWDR
wirklich bekannt, aber den Spruch kannte schon die Ur-ur-oma
vor dem WK II.
Das hätte (zeitlich) schon eher auf Ringelnatz gedeutet, aber: tja.
Was ist es nun? Berliner Volksweisheit?
Nachdem es auch meine Eltern bereits verwendeten (beide lange tot),
ist es sichtlich wirklich schon länger in Gebrauch.
Ich tippe auf irgendeinen Schwank, ein Volksstück o.ä. als Herkunft.
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Furcht vor denjenigen unsichtbaren Mächten,
| | | |_| | welche der Staat anerkennt, ist Religion, die Furcht
| | | _ | vor solchen, welche er nicht anerkennt, Aberglaube."
|_|a |_| |_|a (Philosophisches Wörterbuch)