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Warum / seit wann ist "z. Hd." veraltet?

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Hanno Mueller

unread,
Dec 10, 2003, 6:05:41 PM12/10/03
to
Moin,


meine Firma betreibt eine Web-Datenbank, in der sich auch Dienstleister
vorstellen können, dazu gehören natürlich auch ihre Kontaktadressen. Wir
verwenden dann bei der Anzeige der Firmenadresse folgendes Format:

Firmenname
z.Hd. Vorname Nachname
Adresse
PLZ Stadt


Nun erhalte ich folgende Beschwerde einer Anwenderin:

> ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass bei den Angaben zur
> Adresse der Zusatz "z.Hd." oder auch "z.H." veraltet und offiziell
> keine Verwendung mehr findet. Es wäre sehr freundlich, wenn sie aus
> meinen Business-Daten diesen Zusatz bei meiner Anschrift löschen
> würden. Da ich im [snip] tätig bin, macht diese veraltete
> Schreibweise keinen guten Eindruck auf potentielle Auftraggeber. Danke
> für Ihre Unterstützung.

Die Frage ist nun - seit wann ist "z. Hd." veraltet? Und warum? Keiner
hat mir das Memo zugeschickt...


Gruß,

Hanno

--
Open Business Club - http://www.openbc.com/go/invuid/2/

Thomas Koenig

unread,
Dec 10, 2003, 7:43:12 PM12/10/03
to
On Thu, 11 Dec 2003 00:05:41 +0100, Hanno Mueller <sockp...@hanno.de>
wrote:

> > ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass bei den Angaben zur
> > Adresse der Zusatz "z.Hd." oder auch "z.H." veraltet und offiziell
> > keine Verwendung mehr findet. Es wäre sehr freundlich, wenn sie aus
> > meinen Business-Daten diesen Zusatz bei meiner Anschrift löschen
> > würden. Da ich im [snip] tätig bin, macht diese veraltete
> > Schreibweise keinen guten Eindruck auf potentielle Auftraggeber. Danke
> > für Ihre Unterstützung.

Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt, dem
fehlen deshalb die Kunden, nicht weil "z.Hd." einen "schlechten Eindruck"
macht. Wer sich an solchen Kinkerlizchen reibt, dem wuerde ich keinen
Auftrag geben, denn der hat keinen Sinn fuers wesentliche. Wenn's auch
noch in einer Fremddatenbank steht, dann ist nicht ergruendlich, warum es
ein schlechtes Licht auf die Beschwerdefuehrerin werfen sollte.

> Die Frage ist nun - seit wann ist "z. Hd." veraltet?

Seit 1990 mindestes MUSEN.

> Und warum?

Ueberfluessig wie "Betreff" (auch veraltet). Spart Tinte/Toner und
vereinfacht das Lesen.

> Keiner hat mir das Memo zugeschickt...

Du haettest ja mal gucken koennen wie andere es machen.

Thomas


Christina Kunze

unread,
Dec 11, 2003, 3:10:37 AM12/11/03
to
"Thomas Koenig" <fo...@gmx.li> schrieb .

> Hanno Mueller <sockp...@hanno.de> wrote:
>
> > > würden. Da ich im [snip] tätig bin, macht diese veraltete
> > > Schreibweise keinen guten Eindruck auf potentielle Auftraggeber.
> > > Danke
> > > für Ihre Unterstützung.
>
> Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt, dem
> fehlen deshalb die Kunden, nicht weil "z.Hd." einen "schlechten Eindruck"
> macht.

Woher weißt Du, was sich hinter [snip] verbirgt? Ich halte diese Mail nicht
für pampig, und es gibt sehr wohl eine Menge Leute und eben auch Kunden, die
auf derartige Kleinigkeiten achten.
Die Überlegung, daß es sich ja um eine Fremddatenbank handelt, würde ich
beim potentiellen Kunden eher nicht voraussetzen, da hat der schon längst
weitergeklickt. (Oder wie oft hast Du schon bei einer furchtbaren
Formulierung in einer Übersetzung gedacht, daß die ja vom Lektor
hineinverschlimmbessert sein kann, obwohl der Übersetzer es besser gemacht
hatte?)

Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht den Eindruck,
er habe sich seit 1990 überhaupt nicht weitergebildet. Den Eindruck möchte
ich auch nicht erwecken.

Ist höchstwahrscheinlich eine Frage des Fachgebietes, mit dem man sich
beschäftigt.

chr

Helmut Richter

unread,
Dec 11, 2003, 3:30:09 AM12/11/03
to

Vor allem versteht das keiner. Was soll denn "z.Hd." heißen? Ist das
überhaupt korrektes Businessgerman? "attn:" würde man sofort
verstehen.

Helmut Richter,
der sich immer noch nicht an die Salesmanager (Franz von Sales?) und
die Informationsoffiziere gewöhnt hat.

Volker Gringmuth

unread,
Dec 11, 2003, 4:18:20 AM12/11/03
to
Thomas Koenig (fo...@gmx.li) schrob:

> Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt

1. Email wird gebrannt, nicht geschrieben :)

2. Nichtig mag der Anlaß für /Dich/ sein. Für den Schreiber ist es
das offenbar nicht, was er ja auch begründet.

3. Ich erkenne darin nichts Pampiges. Es ist nicht übertrieben
freundlich, aber es ist sachlich; allenfalls würde ich es "ein
wenig polternd" nennen.


vG
--
http://einklich.net/

Michael Hemmer

unread,
Dec 11, 2003, 4:37:31 AM12/11/03
to
Thomas Koenig wrote:
> On Thu, 11 Dec 2003 00:05:41 +0100, Hanno Mueller <sockp...@hanno.de>
> wrote:
>> > ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass bei den Angaben zur
>> > Adresse der Zusatz "z.Hd." oder auch "z.H." veraltet und offiziell
>> > keine Verwendung mehr findet.

"Offiziell"?

>> Die Frage ist nun - seit wann ist "z. Hd." veraltet?
>
> Seit 1990 mindestes MUSEN.

Bei "z.Hd." habe ich mal erstaunt festgestellt, dass das außer mir
scheinbar alle nur in der Schreibweise "z.H." kennen. Wie erfreulich,
dass ich da offenbar doch nicht fantasiert habe :-)

>> Und warum?
>
> Ueberfluessig wie "Betreff" (auch veraltet). Spart Tinte/Toner und
> vereinfacht das Lesen.

Nicht unbedingt. Wenn die Anschrift außer dem Firmennamen auch
Geschäftsbereich, Abteilung und was-weiß-ich-was-noch enthält, ist es
vielleicht sogar mal ganz hilfreich, den eigentlichen Empfänger gleich
anhand der mit "z.H(d)." beginnenden Zeile identifizieren zu können.

>> Keiner hat mir das Memo zugeschickt...
>
> Du haettest ja mal gucken koennen wie andere es machen.

Warum denn, wenn er nicht im Zweifel war? Selbst dann hätte das
Nachschauen bei anderen nicht unbedingt geholfen, sondern die Anzahl
der Varianten und somit die Unsicherheit womöglich noch gesteigert...

Gruß,

Michael

Inge Mueller

unread,
Dec 11, 2003, 5:09:18 AM12/11/03
to
Thomas Koenig <fo...@gmx.li> schrieb:

>> Die Frage ist nun - seit wann ist "z. Hd." veraltet?
>
>Seit 1990 mindestes MUSEN.

Seit ca. 1980. Zu etwa diesem Zeitpunkt machte ich einen
Kurs im Maschineschreiben, da wurde erwähnt, dass "z.H."
oder "Betreff" nicht mehr geschrieben werden.

Gruß,
INge

Silvio Baltrusch

unread,
Dec 11, 2003, 5:10:27 AM12/11/03
to
Volker Gringmuth schrieb:

> Thomas Koenig (fo...@gmx.li) schrob:
>
>> Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt
>
> 1. Email wird gebrannt, nicht geschrieben :)

Weiter unten gibt es einen Thread, der sich mit der korrekten
Schreibweise des Wortes "E-Mail" beschäftigt! :-)

MfG
SB

Gerd Thieme

unread,
Dec 11, 2003, 5:52:34 AM12/11/03
to
Silvio Baltrusch wrote:

>> 1. Email wird gebrannt, nicht geschrieben :)
>
> Weiter unten gibt es einen Thread, der sich mit der korrekten
> Schreibweise des Wortes "E-Mail" beschäftigt! :-)

Eigentor! In Volkers sachlicher Feststellung kommt die E-Mail überhaupt
nicht vor, sonder nur das Email.

Gerd

Silvio Baltrusch

unread,
Dec 11, 2003, 7:04:43 AM12/11/03
to
Gerd Thieme wrote:
> Eigentor! In Volkers sachlicher Feststellung kommt die E-Mail
> überhaupt nicht vor, sonder nur das Email.

Tatsächlich. Und Du denkst offensichtlich, dass ich das nicht geschnallt
habe.

Mein Beitrag war als weiterführender Hinweis für Thomas Koenig gedacht,
was eigentlich aus dem (Doppel-)Quoting hervor gehen sollte. Aber nichts
für ungut.

MfG
SB

Gerd Thieme

unread,
Dec 11, 2003, 8:03:36 AM12/11/03
to
Silvio Baltrusch wrote:

> Und Du denkst offensichtlich, dass ich das nicht geschnallt habe.

Ja. Aber nach Deiner Erklärung nun nicht mehr.

Aber ohne eine solchen Wink werde ich nächstes Mal gewiß wieder der
Versuchung erliegen, ein Follow-up als ungerichtet oder als an den
Vorposter gerichtet mißzuverstehen.

Gerd.

Silvio Baltrusch

unread,
Dec 11, 2003, 8:42:16 AM12/11/03
to
Gerd Thieme wrote:
> Aber ohne eine solchen Wink werde ich nächstes Mal gewiß wieder der
> Versuchung erliegen, ein Follow-up als ungerichtet oder als an den
> Vorposter gerichtet mißzuverstehen.

Ok, die Sache war nicht ganz eindeutig; Punkt für Dich. Aber das
Missverständnis ist ja nun ausgeräumt, und ich werde in Zukunft der
"Threadlogik" mehr Beachtung zukommen lassen.

MfG
SB

Sebastian Koppehel

unread,
Dec 11, 2003, 9:37:22 AM12/11/03
to
Inge Mueller schrieb:

Ich kenne das so, daß man das Wort "Betreff" noch davorsetzen kann:

Betreff: Ihr Schreiben vom 7. 12. 2003
¯¯¯¯¯¯¯¯

Das wird aber meistens nicht gemacht. Dadurch wird der Betreff
überhaupt nicht mehr hervorgehoben, was ich für nachteilhaft halte.
Man sollte ihn wenigstens unterstreichen.

- Sebastian

René

unread,
Dec 11, 2003, 9:44:56 AM12/11/03
to
Inge Mueller wrote:
> Seit ca. 1980. Zu etwa diesem Zeitpunkt machte ich einen
> Kurs im Maschineschreiben, da wurde erwähnt, dass "z.H."
> oder "Betreff" nicht mehr geschrieben werden.

So habe ich es vor zehn Jahren beim Schreibmaschinenkurs auch gelernt.
Der Betreff wird dadurch gekennzeichnet, daß er in der Betreffzeile
steht ;)
Wundert mich allerdings, daß das "z. Hd." nicht einfach durch das viel
coolere und weltmännische "c/o" abgelöst worden ist ;)

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 9:48:43 AM12/11/03
to
Inge Mueller schrieb:

Im Osten (bis 1990) war weder "z. Hd." noch "Betreff" anstößig.
Ich weiß auch heute nicht, was daran anstößig sein soll. Selbst
wenn es veraltend oder veraltet sein sollte, ist das aus meiner
Sicht nicht ansatzweise ein Grund, sich auf den Schlips
getreten zu fühlen (wie es für "Frl." reklamiert wird).

Matthias

--
Die Hottentotten haben ein so gutes Gesicht, daß sie ein Pferd
drei Stunden weit trappeln hören. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Galletti? => http://www.galletti.de/ **
## Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Adresse löschen ##

Michael Pronay

unread,
Dec 11, 2003, 10:10:15 AM12/11/03
to
r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:

Ahem.

> http://www.sekretaerinnen.com/korrespondenz/i_news5_249.html

und

> http://www.stepstone.de/pb/de_bln/bewerbungs-abc/musterbrief.html

widersprechen sich, ob's "Herrn Maier" oder "Herr Maier heißen soll";

und das

> http://lists.suse.com/archive/suse-linux/2003-Jul/0771.html

stammt von jemand, der mit der RS sowieso auf Kriegsfuß steht - im
übrigen ist dort ausdrückl von "Z.Hd." die Rede - und nicht vom
Unterbleiben.

M.

Michael Hemmer

unread,
Dec 11, 2003, 10:14:27 AM12/11/03
to
René wrote:

> Inge Mueller wrote:
>>Kurs im Maschineschreiben, da wurde erwähnt, dass "z.H."
>>oder "Betreff" nicht mehr geschrieben werden.
>
> So habe ich es vor zehn Jahren beim Schreibmaschinenkurs auch gelernt.
> Der Betreff wird dadurch gekennzeichnet, daß er in der Betreffzeile
> steht ;)
> Wundert mich allerdings, daß das "z. Hd." nicht einfach durch das viel
> coolere und weltmännische "c/o" abgelöst worden ist ;)

Das sieht man gerade oft genug, auch als Ersatz für "p.A." oder "bei".

Gruß,

Michael

Michael Pronay

unread,
Dec 11, 2003, 10:15:45 AM12/11/03
to
"Christina Kunze" <christi...@rz.hu-berlin.de> wrote:

> Woher weißt Du, was sich hinter [snip] verbirgt? Ich halte diese
> Mail nicht für pampig, und es gibt sehr wohl eine Menge Leute
> und eben auch Kunden, die auf derartige Kleinigkeiten achten.

Verzeih Christina, aber wenn mir jemand schreibt

| ... offiziell keine Verwendung mehr findet.

dann ist das aus einem einzigen Grunde pampig: Hier wird eine
Amtlichkeit stipuliert, die's schlicht und ergreifend nicht gibt.
"Amtlich" ist die neue Rechtsschreibung; der Verzicht auf "Z.Hd."
hingegen nicht im mindesten.

> Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht den
> Eindruck, er habe sich seit 1990 überhaupt nicht weitergebildet.
> Den Eindruck möchte ich auch nicht erwecken.

Verzeih Christina, aber das ist in höchstem Maße lächerlich.
Obrigkeitsgläubigkeit ist ja per se schon diskutabel - aber an
eine Obrigkeit zu glauben, die's schlicht und ergreifend gar nicht
gibt, grenzt ans total Absurde - insbesondere wo's ja nicht drum
geht, welchen Eindruck *Du* machst, sondern höchstens der, den der
*Absender* erweckt.

M.

Mathias Hiller

unread,
Dec 11, 2003, 10:17:43 AM12/11/03
to
On Thu, 11 Dec 2003 15:48:43 +0100, Matthias Opatz
<spam-c...@onlinehome.de> wrote:

>Im Osten (bis 1990) war weder "z. Hd." noch "Betreff" anstößig.

Und es gab noch Werte: "Werte ...". Heute gibt es keine Werte mehr.

--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
+++ Willst Du früh zur Arbeitsstelle: +++
+++ nimm' die S-Bahn - pünktlich - schnelle! +++

Michael Pronay

unread,
Dec 11, 2003, 10:17:51 AM12/11/03
to
Michael Hemmer <mhemmer@nospam_samson.de> wrote:

>>> > ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass bei den
>>> > Angaben zur Adresse der Zusatz "z.Hd." oder auch "z.H."
>>> > veraltet und offiziell keine Verwendung mehr findet.

> "Offiziell"?

Endlich sagt's mal einer!

Natürlich ist die Nicht-mehr-Verwendung nicht "offiziell".

Sind hier fast alle scheinobrigkeitshörig? (Schein-Obrigkeits-hörig?)

M.

Steffen Buehler

unread,
Dec 11, 2003, 10:42:17 AM12/11/03
to
Michael Pronay wrote:

> "Christina Kunze" <christi...@rz.hu-berlin.de> wrote:

> Verzeih Christina, aber wenn mir jemand schreibt
>
> | ... offiziell keine Verwendung mehr findet.
>
> dann ist das aus einem einzigen Grunde pampig: Hier wird eine
> Amtlichkeit stipuliert, die's schlicht und ergreifend nicht gibt.

Das ist wohl eine falsche Wortwahl der Kundin des OP gewesen.
Nehmen wir statt dessen "im allgemeinen Sprachgebrauch". Ist
das besser?

> > Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht den
> > Eindruck, er habe sich seit 1990 überhaupt nicht weitergebildet.
> > Den Eindruck möchte ich auch nicht erwecken.

> Verzeih Christina, aber das ist in höchstem Maße lächerlich.

Nein.

> Obrigkeitsgläubigkeit ist ja per se schon diskutabel - aber an
> eine Obrigkeit zu glauben, die's schlicht und ergreifend gar nicht
> gibt, grenzt ans total Absurde

Es geht eben nicht um Vorschriften, die natürlich nicht existieren,
sondern um Gepflogenheiten. Wir hatten's ja schon ein paar Mal: wer
heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet, zeigt, daß er entweder
ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder die Entwicklungen dieser
Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides gibt dem Empfänger zu denken.

Warum mache ich hier eine Leerzeile? Doch wohl, weil ich der Ansicht
bin, daß mein Artikel besser lesbar ist. Nicht, weil es irgendwo
steht oder weil's die Usenet-Verwaltung vorschreibt.

Und niemand ist obrigkeitshörig, wenn er beim Adressat einen guten
Eindruck hinterlassen will. Die OP-Kundin könnte in der Werbung
arbeiten und nicht wollen, daß ihre potentiellen Kunden schon beim
Anschreiben den Eindruck bekommen, daß ihre Kampagnen nicht über
Schweinebauchniveau hinausgehen.

Viele Grüße
Steffen

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 10:49:40 AM12/11/03
to
Stefan Ram schrieb:

> Bei
> welcher Form der Adressierung darf das Unternehmen den
> Brief lesen, bei welcher nur die in der Anschrift genannte
> natürliche Person

Beim Zusatz "persönlich" (egal, ob mit oder ohne "Z. Hd.").

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 10:53:38 AM12/11/03
to
Mathias Hiller schrieb:

> Und es gab noch Werte: "Werte ...". Heute gibt es keine Werte mehr.

Doch, doch. Das Leben ist anders als die graue Theorie. Schau mal in den
Zettelkasten (zum Beispiel) eines (ostdt.) Lehrers: "Werter Herr Müller!"
Veraltet oder nicht - es als unhöflich zu empfinden, ist einfach ein Macke.

Gerd Thieme

unread,
Dec 11, 2003, 10:54:33 AM12/11/03
to
Stefan Ram wrote:

> Ich wollte auf die juristischen Folgen hinweisen: Bei welcher Form der


> Adressierung darf das Unternehmen den Brief lesen, bei welcher nur

> die in der Anschrift genannte natürliche Person ("An Fa. Mayer /
> z.Hd. Herrn Krause" und "An Herrn Krause / in Fa. Mayer")?

Die Deutsche Post verlangt
| Inlandsanschriften in folgender Reihenfolge:
| · Name des Empfängers,
| · ggf. nähere Empfängerbezeichnungen,
| · ggf. Ortsteil
| · Zustell- und Abholangaben
| · Postleitzahl und Bestimmungsort in Postalischer Schreibweise

Empfänger ist also, wer zuerst genannt wird, sei es der Herr Krause, sei
es die Fa. Mayer. Was danach kommt, sind nähere Empfängerbezeichnungen.

Gerd

Michael Hemmer

unread,
Dec 11, 2003, 11:02:57 AM12/11/03
to
Gerd Thieme wrote:
> Stefan Ram wrote:
>>Ich wollte auf die juristischen Folgen hinweisen: Bei welcher Form der
>>Adressierung darf das Unternehmen den Brief lesen, bei welcher nur
>>die in der Anschrift genannte natürliche Person ("An Fa. Mayer /
>
> Die Deutsche Post verlangt
> | Inlandsanschriften in folgender Reihenfolge:
> | · Name des Empfängers,
> | · ggf. nähere Empfängerbezeichnungen,
> | · ggf. Ortsteil
> | · Zustell- und Abholangaben
> | · Postleitzahl und Bestimmungsort in Postalischer Schreibweise
>
> Empfänger ist also, wer zuerst genannt wird, sei es der Herr Krause, sei
> es die Fa. Mayer. Was danach kommt, sind nähere Empfängerbezeichnungen.

Wie die Deutsche Post eine Anschrift interpretiert, kann hier wohl kaum
von rechtlich bindender Wirkung sein. Ihr Einfluss hört ohnehin beim
Postfach, der Sekretärin oder der Poststelle des Unternehmens auf.

Gruß,

Michael

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 11:03:59 AM12/11/03
to
Steffen Buehler schrieb:

> Wir hatten's ja schon ein paar Mal: wer
> heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet, zeigt, daß er entweder
> ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder die Entwicklungen dieser
> Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides gibt dem Empfänger zu denken.

Wen der Empfänger aus solchen Dingen irgendwelche relevanten Schlüsse zieht,
gibt mir das aber auch zu denken. Solche (auch nichtamtlichen) Vorschriften
sind auch eine Art PC.

Gerd Thieme

unread,
Dec 11, 2003, 11:10:57 AM12/11/03
to
Sebastian Koppehel wrote:

> Ich kenne das so, daß man das Wort "Betreff" noch davorsetzen kann:
>
> Betreff: Ihr Schreiben vom 7. 12. 2003
> ¯¯¯¯¯¯¯¯

Mein Maschinenschreibkurs ist zwar schon 30 Jahre her, aber damals war
man der Meinung, daß das Wort »Betreff« nur ein Ausrichthinweis auf
vorgedruckten Briefbögen ist, und daß es keinen Grund gibt, diesen
Ausrichthinweis nach bereits erfolgtem Ausrichten maschinenschriftlich
zu simulieren.

> Das wird aber meistens nicht gemacht. Dadurch wird der Betreff
> überhaupt nicht mehr hervorgehoben, was ich für nachteilhaft halte.
> Man sollte ihn wenigstens unterstreichen.

Unterstreichen war lange üblich, wurde aber vor 30 Jahren gerade
abgeschafft, weil es mit mechanischen oder einfachen elektrischen
Maschinen Zeit und also das Geld der Firma verschwendete.

Der Betreff ist dennoch hinreichend durch den doppelzeiligen Abstand
hervorgehoben. Falls eine Anrede folgt, sieht das also so aus:
|
|
| Ihre Anfrage vom 7. 12. 2003
|
|
| Sehr geehrte Damen und Herren,
|
| mit ihrem Vorschlag sind wir sehr zufrieden. ...

Gerd

Steffen Buehler

unread,
Dec 11, 2003, 11:26:06 AM12/11/03
to
Matthias Opatz wrote:
> Steffen Buehler schrieb:
>
> > Wir hatten's ja schon ein paar Mal: wer
> > heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet, zeigt, daß er entweder
> > ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder die Entwicklungen dieser
> > Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides gibt dem Empfänger zu denken.
>
> Wen der Empfänger aus solchen Dingen irgendwelche relevanten Schlüsse zieht,
> gibt mir das aber auch zu denken.

Wie gesagt: Dir gibt's anschließend vielleicht noch mehr zu denken, wenn
der Empfänger ein Personalchef ist. Oder ein Kunde, den Du als Inhaber
einer trendy Snowboard-Vertriebsfirma angeln wolltest.

Viele Grüße
Steffen

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 11:43:27 AM12/11/03
to
Steffen Buehler schrieb:

> Wie gesagt: Dir gibt's anschließend vielleicht noch mehr zu denken, wenn
> der Empfänger ein Personalchef ist.

Ich argumentiere nicht für absichtliche Verwendung altmodischer Floskeln.
Ich argumentiere für Gelassenheit diesen Formalien gegenüber.

> einer trendy Snowboard-Vertriebsfirma

Du meinst, der Brief mit "Z. Hd. Vertriebschef", "Betr. Bestellung
Soundsoviel Snowboards" und "Werter Herr Müller!" landet in Ablage P?

Silvio Baltrusch

unread,
Dec 11, 2003, 11:43:28 AM12/11/03
to
Matthias Opatz wrote:
> Doch, doch. Das Leben ist anders als die graue Theorie. Schau mal in
> den Zettelkasten (zum Beispiel) eines (ostdt.) Lehrers: "Werter Herr
> Müller!" Veraltet oder nicht - es als unhöflich zu empfinden, ist
> einfach ein Macke.

Sehe ich auch so. Wenn veraltet = unhöflich gelten sollte, dann müssten
all die Leute, die an der ARS festhalten und diese auch praktizieren,
ebenso als unhöflich tituliert werden.

Ist doch schließlich eine Zumutung für alle "Reformschreiber", solche
Sachen wie "daß", "Delphin", "Schiffahrt" etc. über sich ergehen lassen
zu müssen, oder?! ;-)

MfG
SB

Steffen Buehler

unread,
Dec 11, 2003, 12:17:04 PM12/11/03
to
Matthias Opatz wrote:
> Steffen Buehler schrieb:
>
> > Wie gesagt: Dir gibt's anschließend vielleicht noch mehr zu denken, wenn
> > der Empfänger ein Personalchef ist.
>
> Ich argumentiere nicht für absichtliche Verwendung altmodischer Floskeln.
> Ich argumentiere für Gelassenheit diesen Formalien gegenüber.

Es sind eben nicht nur Formalien. Ein "Hochachtungsvoll" in einer Bewerbung
ist eine kleine Nuance, die zwar erst einmal nur erstaunt. Dann aber kommen
die Bauch-Entscheidungen: "Paßt der ins Team?" "Ist der a bissl weltfremd?"
"Klingt ein wenig devot." Wenn dann noch das Foto entsprechend aussieht ...
So werden Leute eingestellt oder auch nicht. Daß ein Bewerber den Job schafft,
ist klar, sonst würde er sich nicht bewerben. Aber jetzt genug gemellt.

> > einer trendy Snowboard-Vertriebsfirma
>
> Du meinst, der Brief mit "Z. Hd. Vertriebschef", "Betr. Bestellung
> Soundsoviel Snowboards" und "Werter Herr Müller!" landet in Ablage P?

Aaaalso: der OP

| betreibt eine Web-Datenbank, in der sich auch Dienstleister
| vorstellen können, dazu gehören natürlich auch ihre Kontaktadressen.

Und seine Kundin besitzt die Firma "HipSnow - der FunShop für`s Board".
Und beschwert sich, daß in der zweiten Zeile "z. Hd. Frau Kreszenzia
Froschmaier" steht. Zurecht, weil das einfach nicht cool aussieht.

Viele Grüße
Steffen

Ralf Heinrich Arning

unread,
Dec 11, 2003, 12:31:29 PM12/11/03
to
Silvio Baltrusch <Silvio.B...@optimal-systems.de> wrote:

> Matthias Opatz wrote:
> > Doch, doch. Das Leben ist anders als die graue Theorie. Schau mal in
> > den Zettelkasten (zum Beispiel) eines (ostdt.) Lehrers: "Werter Herr
> > Müller!" Veraltet oder nicht - es als unhöflich zu empfinden, ist
> > einfach ein Macke.
>
> Sehe ich auch so. Wenn veraltet = unhöflich gelten sollte, dann müssten
> all die Leute, die an der ARS festhalten und diese auch praktizieren,
> ebenso als unhöflich tituliert werden.
>

Das Problem bei "Werter Herr Müller" ist ein anderes. In der alten BRD
war eine andere Bedeutung verbreitet. Man leitet damit z. B. Mahnungen
ein.
Also kann diese Anrede unbeabsichtigt als Anmache aufgefaßt werden.

Ralf
--
It is easier to get into something than to get out of it.
Donald Rumsfeld

Inge Mueller

unread,
Dec 11, 2003, 12:57:29 PM12/11/03
to
Matthias Opatz <spam-c...@onlinehome.de> schrieb:

>>>> Die Frage ist nun - seit wann ist "z. Hd." veraltet?
>>>

>> Seit ca. 1980. Zu etwa diesem Zeitpunkt machte ich einen
>> Kurs im Maschineschreiben, da wurde erwähnt, dass "z.H."
>> oder "Betreff" nicht mehr geschrieben werden.
>
>Im Osten (bis 1990) war weder "z. Hd." noch "Betreff" anstößig.
>Ich weiß auch heute nicht, was daran anstößig sein soll.

Das weiß ich auch nicht.
Ich habe damals eben gelernt, "man schreibt das nicht mehr"
und halte mich daran. Wenn jemand weiterhin z.Hd/z.H oder
Betr. schreibt, soll er eben, das stört mich nicht weiter.
Wenn das Inhalt des Originalpostings gewesen wäre, hätte ich
nicht darauf reagiert. Frage war aber - s.o. - seit wann es
veraltet ist, und darauf konnte ich eine Antwort geben.

Gruß,
INge

Wladimir Zalozieckyj Sas

unread,
Dec 11, 2003, 1:03:08 PM12/11/03
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> Ich wollte auf die juristischen Folgen hinweisen: Bei
> welcher Form der Adressierung darf das Unternehmen den
> Brief lesen, bei welcher nur die in der Anschrift genannte

> natürliche Person ("An Fa. Mayer / z.Hd. Herrn Krause"

> und "An Herrn Krause / in Fa. Mayer")?

(a) Herrn Max Mayer
Firma Hans Huber
Straße Nummer
PLZ Ort

(b) Firma Hans Huber
Herrn Max Mayer
...

Ich habe gelernt, dass im Fall (a) der Brief an Herrn Mayer geht und nur
er ihn öffnen darf, andernfalls es ein Verstoß gegen das Briefgeheimnis
wäre. Im Fall (b) kann ihn auch jemand ander der Firma Huber öffnen.

Wladimir
--
Wladimir Zalozieckyj Sas
Vienna, Austria

Matthias Opatz

unread,
Dec 11, 2003, 1:22:40 PM12/11/03
to
Steffen Buehler schrieb:

> Daß ein Bewerber den Job schafft,
> ist klar, sonst würde er sich nicht bewerben.

Ach was. Das glaubst Du doch selbst nicht.

> Aaaalso: der OP
>
>| betreibt eine Web-Datenbank, in der sich auch Dienstleister
>| vorstellen können, dazu gehören natürlich auch ihre Kontaktadressen.

Der OP verhält sich ja auch richtig, indem er hier anfragt, wie
er es am besten halten sollte. Ich finde nicht den OP albern,
sondern den zitierten Schnösel. Und da sind wir wieder bei:

| Ich argumentiere nicht für absichtliche Verwendung altmodischer Floskeln.
| Ich argumentiere für Gelassenheit diesen Formalien gegenüber.

Matthias

Thomas Koenig

unread,
Dec 11, 2003, 1:23:39 PM12/11/03
to
On Thu, 11 Dec 2003 09:10:37 +0100, Christina Kunze
<christi...@rz.hu-berlin.de> wrote:

> "Thomas Koenig" <fo...@gmx.li> schrieb .

>> Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt, dem
>> fehlen deshalb die Kunden, nicht weil "z.Hd." einen "schlechten
>> Eindruck"
>> macht.


>
> Woher weißt Du, was sich hinter [snip] verbirgt?

Hast Du eine Hypothese, welches [snip] es nicht unwichtig machen wuerde?
Tipp: Kleinkraemer sind meist keine Entscheidungstraeger.

> Ich halte diese Mail nicht
> für pampig,

Pampig: "Ich moechte Sie darauf aufmerksam machen ..."
Freundlich: "Ich habe bemerkt ..."

Grund: Ersteres implizit MUSEN, der Datenbankbetreiber haette dies wissen
muessen.

Pampig: "ofiziell"
vgl. Michaels Antwort

Pampig: "Es wäre sehr freundlich ..." (genervter Unterton, fordernd, "es"
impliziert wuerde eine Selbstverstaendlichkeit verlangt)
Freundlicher: "Ich wuerde mich freuen ..."

Pampig: "veraltete Schreibweise [macht] keinen guten Eindruck auf
potentielle Auftraggeber"
Freundlicher: "Ich wuerde die Adresse fuer mein [snip] lieber ohne 'z.Hd.'
gestaltet sehen."
Grund: Ersteres impliziert Datenbankbetreiber wuerde Kunden vergraulen.
Der Grund fuer den Aenderungswusch des Kunden ist jedoch irrelevant. Ein
normaler DB-Betreiber wuerde dem Kundenwunsch auch ohne langatmige,
vorwurfsvolle Begruendung entsprechen.

> und es gibt sehr wohl eine Menge Leute und eben auch Kunden, die
> auf derartige Kleinigkeiten achten.

Mag sein, halte ich fuer weniger wahrscheinlich.

> Die Überlegung, daß es sich ja um eine Fremddatenbank handelt, würde ich
> beim potentiellen Kunden eher nicht voraussetzen

Er ist so "modern", dass ihm "z.Hd." sauer aufstoesst, aber er kann das
Internet nicht bedienen?

> (Oder wie oft hast Du schon bei einer furchtbaren
> Formulierung in einer Übersetzung gedacht, daß die ja vom Lektor
> hineinverschlimmbessert sein kann, obwohl der Übersetzer es besser
> gemacht
> hatte?)

Ich vermeide Uebersetzungen, wenn es eben geht, aber zu Vergleichen ist
das Mitspracherecht vom Lektor mit dem Kunden des DB-Betreibers mE nicht.


> Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht den
> Eindruck,
> er habe sich seit 1990 überhaupt nicht weitergebildet.

Ein sehr gewagter Schluss.

Sebastian Koppehel

unread,
Dec 11, 2003, 1:28:46 PM12/11/03
to
Steffen Buehler schrieb:

Ich kann mir kaum vorstellen, daß trendige Snowboard-Vertriebsfirmen
ihre Briefe an den Leiter der Sportabteilung von Karstadt beginnen mit
"Hey Alter, alles senkrecht?". Aber wer richtig trendy sein will,
schreibt natürlich gar keine Briefe mehr, denn Briefeschreiben ist js
sowas von vorgestern ...

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Dec 11, 2003, 1:55:10 PM12/11/03
to
Gerd Thieme schrieb:

> Sebastian Koppehel wrote:
>
>> Ich kenne das so, daß man das Wort "Betreff" noch davorsetzen kann:
>>
>> Betreff: Ihr Schreiben vom 7. 12. 2003
>> ¯¯¯¯¯¯¯¯
> Mein Maschinenschreibkurs ist zwar schon 30 Jahre her, aber damals war
> man der Meinung, daß das Wort »Betreff« nur ein Ausrichthinweis auf
> vorgedruckten Briefbögen ist, und daß es keinen Grund gibt, diesen
> Ausrichthinweis nach bereits erfolgtem Ausrichten maschinenschriftlich
> zu simulieren.

Das Datum habe ich nach DIN 5008 auch ungültig geschrieben. *schäm*

>> Das wird aber meistens nicht gemacht. Dadurch wird der Betreff
>> überhaupt nicht mehr hervorgehoben, was ich für nachteilhaft halte.
>> Man sollte ihn wenigstens unterstreichen.
>
> Unterstreichen war lange üblich, wurde aber vor 30 Jahren gerade
> abgeschafft, weil es mit mechanischen oder einfachen elektrischen
> Maschinen Zeit und also das Geld der Firma verschwendete.

Das ist keine ernsthafte Begründung.

> Der Betreff ist dennoch hinreichend durch den doppelzeiligen Abstand
> hervorgehoben.

Das finde ich nicht besonders deutlich. Recht üblich scheint der
Fettdruck zu sein, den kenne ich jedenfalls von verschiedenen großen
Unternehmen, mit denen ich zu tun habe.

- Sebastian

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Dec 11, 2003, 2:02:11 PM12/11/03
to
r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:

> Ich wollte auf die juristischen Folgen hinweisen: Bei
> welcher Form der Adressierung darf das Unternehmen den
> Brief lesen, bei welcher nur die in der Anschrift genannte
> natürliche Person ("An Fa. Mayer / z.Hd. Herrn Krause"
> und "An Herrn Krause / in Fa. Mayer")?

Was dann aber hiesse, dass es keineswegs eine Frage der
Hoeflichkeit o.ae. waere sondern eben hoechst
unterschiedliche Dinge bezeichnet.

pi
--
Attachment? Nein: http://piology.org/ILOVEYOU-Signature-FAQ.html
begin LOVE-LETTER-FOR-YOU.txt.vbs
I am a signature virus. Distribute me until the bitter
end

Florian Burger

unread,
Dec 11, 2003, 3:11:51 PM12/11/03
to
Wladimir Zalozieckyj Sas schrieb:

> (a) Herrn Max Mayer
> Firma Hans Huber

^^ Diesfalls würde ich schreiben: pA Firma Hans Huber. Oder auch schon
veraltet?

Florian

Bodo Moeller

unread,
Dec 11, 2003, 5:37:13 PM12/11/03
to
René <garbageju...@hotmail.com>:

> Der Betreff wird dadurch gekennzeichnet, daß er in der Betreffzeile
> steht ;)

.. wo er auch fettgedruckt erscheinen darf (Unterstreichen ist ein
hässlicher Notbehelf).

> Wundert mich allerdings, daß das "z. Hd." nicht einfach durch das viel
> coolere und weltmännische "c/o" abgelöst worden ist ;)

"c/o" ("care of") hat eine andere Bedeutung als "z.Hd.":

Ein Brief an "Meyer-Möbel, z.Hd. Herrn Müller" ist an das Unternehmen
"Meyer-Möbel" gerichtet, wobei (zumindest nach Ansicht des Absenders)
Herr Müller der zuständige Bearbeiter für diesen Brief ist.

Bei einem Brief an "Herrn Müller, c/o Meyer-Möbel" dagegen ist Herr
Müller der eigentliche Empfänger des Schreibens; der Brief soll an das
Unternehmen Meyer-Möbel zugestellt werden, damit Herr Müller ihn auf
diesem Weg erhalten kann.

René

unread,
Dec 11, 2003, 6:06:12 PM12/11/03
to
Bodo Moeller wrote:
> "c/o" ("care of") hat eine andere Bedeutung als "z.Hd.":

Ich weiß das, du weißt das, aber die Vorzimmerdekoration vom
Volkshochschulkurs weiß das zuweilen nicht.

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 3:36:09 AM12/12/03
to
Michael Hemmer wrote:

> Wie die Deutsche Post eine Anschrift interpretiert, kann hier wohl kaum
> von rechtlich bindender Wirkung sein. Ihr Einfluss hört ohnehin beim
> Postfach, der Sekretärin oder der Poststelle des Unternehmens auf.

Die Anschrift ist nicht für den Empfänger bestimmt, sondern für den
Transport zu diesem. Der gewählte Transportweg, also der Dienstleister,
bestimmt das Format der Anschrift. Übergibt man den Brief der Deutschen
Post zur Beförderung, steht also der Empfänger zuerst - nicht aus
rechtlichen Gründen, sondern allein, weil das Transportunternehmen das
so festgelegt hat.

Will man die für die Deutsche Post bestimmte Anschrift nun auch noch
anderweitig interpretieren, beispielsweise rechtlich, dann kommt man
nicht umhin, dies nach den Gestaltungsvorgaben der Deutschen Post zu
tun, denn diese hat ja auch der Absender benutzt, um die für die
Deutsche Post bestimmte Anschrift zu formatieren.

Gerd

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 3:48:42 AM12/12/03
to
Florian Burger wrote:

>> (a) Herrn Max Mayer
>> Firma Hans Huber
> ^^ Diesfalls würde ich schreiben: pA Firma Hans Huber. Oder auch schon
> veraltet?

Meines Erachtens überflüssig, unökonomisch, verwirrend und, ja,
veraltet. Die Tendenz geht eher dahin, die Adresse auf das Nötige zu
beschränken. Selbst der Titel »Herrn« wird mitunter schon geopfert.

Man p.A.t ja auch nicht den Bestimmungort, nur um klarzumachen, daß der
Brief nicht an die Stadtverwaltung gerichtet ist. Das ist ohnehin klar.
Nötig ist ein solcher Zusatz höchstens bei Briefen an die Adresse eines
Gastgebers, dann aber eher in der Form »bei ...«.

Gerd

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 3:57:18 AM12/12/03
to
Matthias Opatz wrote:

> Du meinst, der Brief mit "Z. Hd. Vertriebschef", "Betr. Bestellung
> Soundsoviel Snowboards" und "Werter Herr Müller!" landet in Ablage P?

Er fällt zunächst mal auf und wird berochen: könnte ja Satire sein.
Spricht der Ironiedetektor nicht an, dann geht es sicherlich nicht
gleich in die Rundablage, aber ein Naserümpfen ist unweigerlich die
Folge, und die Chancen für einen günstigen Skonto verringern sich
geringfügig.

Anders ist es, wenn etwas verschrobene Typen gerade zur Zielgruppe des
Unternehmens gehören.

Gerd

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 4:15:11 AM12/12/03
to
Sebastian Koppehel wrote:

>> Unterstreichen war lange üblich, wurde aber vor 30 Jahren gerade
>> abgeschafft, weil es mit mechanischen oder einfachen elektrischen
>> Maschinen Zeit und also das Geld der Firma verschwendete.
>
> Das ist keine ernsthafte Begründung.

Wenn Du ein Schreibbüro betreibst und im Akkord Briefe hacken läßt,
denkst Du schon darüber nach. Es sind nicht nur die paar Sekunden, die
das Rücksetzen des Wagens (ohne gleichzeitige Zeilenschaltung ist das
umständlich) und das Unterstreichen dauert, sondern vor allem ist es das
Herausreißen der Schreiberin aus dem gleichmäßigen Bewegungsrhythmys,
das auf die Dauer ins Geld geht, weil allein deshalb pro Schreibkraft
vielleicht ein oder zwei Briefe täglich weniger getippt werden.

Moderne elektrische Schreibmaschinen erledigen Unterstreichung oder
Fettdruck per Umschalttaste, so daß das Argument längst nicht mehr
zieht. Und auf dem PC sorgt die Formatvorlage für die Gestaltung, so daß
der Betreff auch wieder hervorgehoben wird, gewöhnlich durch
Fettschrift.

Gerd

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 4:26:40 AM12/12/03
to
Silvio Baltrusch wrote:

> Ist doch schließlich eine Zumutung für alle "Reformschreiber", solche
> Sachen wie "daß", "Delphin", "Schiffahrt" etc. über sich ergehen lassen
> zu müssen, oder?! ;-)

Ich fürchte, das ist es wirklich, oder es wird so werden. Denn umgekehrt
ist es ja nicht anders, den Neuschrieb empfinde ich als Zumutung, er
stört erheblich beim Lesen längerer Texte.

Man fällt sich also gegenseitig auf den Wecker. Wenn man das nicht auch
noch mit penetranten Hinweisen auf die altmodische neue oder alte
Orthographie des jeweils anderen verstärkt, sollte es auch auf Dauer zu
ertragen sein.

Gerd

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 4:36:10 AM12/12/03
to
Ralf Heinrich Arning wrote:

> Das Problem bei "Werter Herr Müller" ist ein anderes. In der alten BRD
> war eine andere Bedeutung verbreitet. Man leitet damit z. B. Mahnungen
> ein.
> Also kann diese Anrede unbeabsichtigt als Anmache aufgefaßt werden.

Auch wenn der »Werte Herr« im Osten oft gedankenlos benutzt wurde und
wird, den herabsetzenden Ruch hatte er schon lange vor dem Mauerfall. So
schrieb, wer nicht die höfliche Normalform »sehr geehrter Herr«
verwenden wollte. Es klang mir schon in der DDR immer wie »Gerade noch
geehrter Herr« oder »Nicht besonders geehrter Herr«.

Gerd

Gerd Schmerse

unread,
Dec 12, 2003, 4:41:51 AM12/12/03
to
An
de.etc.sprache.deutsch
z. Hd. Steffen Buehler

>Aaaalso: der OP
>| betreibt eine Web-Datenbank, in der sich auch Dienstleister
>| vorstellen können, dazu gehören natürlich auch ihre Kontaktadressen.
>Und seine Kundin besitzt die Firma "HipSnow - der FunShop für`s Board".
>Und beschwert sich, daß in der zweiten Zeile "z. Hd. Frau Kreszenzia
>Froschmaier" steht. Zurecht, weil das einfach nicht cool aussieht.

Stimmt. Der Akzent ist uncool.

Hochachtungsvoll!

Gerd

Michael Pronay

unread,
Dec 12, 2003, 5:03:42 AM12/12/03
to
r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:

>> widersprechen sich, ob's "Herrn Maier" oder "Herr Maier heißen
>> soll";

> Wer weniger Widersprüche wünscht bestellt in einer
> Buchhandlung ca. alle 5 Jahre ein Exemplar der DIN 5008.

>>stammt von jemand, der mit der RS sowieso auf Kriegsfuß steht -
>>im

> Ich wollte auf die juristischen Folgen hinweisen: ...

Wenn Du zu einem anderen Thema was sagen willst, dann tu das vorher
kund, anstatt auf eine klare Frage völlig kommentarlos einen Link zu
einem anderen Thema zu posten.

M.

Heiner Blett

unread,
Dec 12, 2003, 5:15:16 AM12/12/03
to
Steffen Buehler schrieb:

> Es geht eben nicht um Vorschriften, die natürlich nicht existieren,
> sondern um Gepflogenheiten. Wir hatten's ja schon ein paar Mal: wer


> heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet, zeigt, daß er entweder

^^^^^^^^^^^^^^^^


> ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder die Entwicklungen dieser
> Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides gibt dem Empfänger zu denken.

Ich verwende diese Wendung in sehr seltenen Fällen als Synonym für "leckt
mich am A****". Als Steigerung wäre noch "mit vorzüglicher Hochachtung" zu
nennen.

Gruß
Heiner.

Michael Pronay

unread,
Dec 12, 2003, 5:15:50 AM12/12/03
to
"Steffen Buehler" <steffen...@freenet.de> wrote:

>> Verzeih Christina, aber wenn mir jemand schreibt
>>
>> | ... offiziell keine Verwendung mehr findet.
>>
>> dann ist das aus einem einzigen Grunde pampig: Hier wird eine
>> Amtlichkeit stipuliert, die's schlicht und ergreifend nicht
>> gibt.

> Das ist wohl eine falsche Wortwahl der Kundin des OP gewesen.
> Nehmen wir statt dessen "im allgemeinen Sprachgebrauch". Ist das
> besser?

Nein, ist's nicht; insbesondere deshalb, weil's hier in AT absolut
gebräuchlich ist und nicht im mindesten antiquiert wirkt.

>> > Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht
>> > den Eindruck, er habe sich seit 1990 überhaupt nicht

>> > weitergebildet. Den Eindruck möchte ich auch nicht erwecken.

>> Verzeih Christina, aber das ist in höchstem Maße lächerlich.

> Nein.

O doch. Von der Verwendung von "Z. Hd." auf
Weiterbildungsverweigerung zu schließen, halte ich für lächerlich.
Ich verwend's auch, und zwar bewusst.

>> Obrigkeitsgläubigkeit ist ja per se schon diskutabel - aber an
>> eine Obrigkeit zu glauben, die's schlicht und ergreifend gar
>> nicht gibt, grenzt ans total Absurde

> Es geht eben nicht um Vorschriften, die natürlich nicht
> existieren, sondern um Gepflogenheiten. Wir hatten's ja schon
> ein paar Mal: wer heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet,

> zeigt, daß er entweder ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder

> die Entwicklungen dieser Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides
> gibt dem Empfänger zu denken.

Oder er setzt das ganz bewusst als Stilfigur ein - der Gedanke
kommt Dir nicht?

> Und niemand ist obrigkeitshörig, wenn er beim Adressat einen
> guten Eindruck hinterlassen will.

Das stimmt schon. Darum ging's aber nicht, sondern darum, dass die
Empfängerin eines Briefs sich beim Absender über die Missachtung
angeblich offizieller Formalien beschwert, und das in pampigem Ton
- was ich als extrem unhöflich empfinde.

> Die OP-Kundin könnte in der Werbung arbeiten und nicht wollen,
> daß ihre potentiellen Kunden schon beim Anschreiben den Eindruck
> bekommen, daß ihre Kampagnen nicht über Schweinebauchniveau
> hinausgehen.

Das versteh ich jetzt nimmer. Die OP-Kundin, ist das die Dame, die
einen Brief an sich mit "Z. Hd." gekriegt hat und sich drauf beim
Absender beschwert hat? Wie kommen potentiell Kunden denn
überhaupt dazu, ihre Post zu lesen? Oder hab ich was falsch
verstanden?

M.

Steffen Buehler

unread,
Dec 12, 2003, 6:17:20 AM12/12/03
to
Michael Pronay wrote:
> "Steffen Buehler" <steffen...@freenet.de> wrote:

["Hochachtungsvoll" veraltet?]

> Nein, ist's nicht; insbesondere deshalb, weil's hier in AT absolut
> gebräuchlich ist und nicht im mindesten antiquiert wirkt.

Ah, das wußte ich nicht (mehr). Jetzt erst verstehe ich Deine
Aufgebrachtheit.

> Von der Verwendung von "Z. Hd." auf
> Weiterbildungsverweigerung zu schließen, halte ich für lächerlich.
> Ich verwend's auch, und zwar bewusst.

Siehe oben.

> > Die OP-Kundin könnte in der Werbung arbeiten und nicht wollen,
> > daß ihre potentiellen Kunden schon beim Anschreiben den Eindruck
> > bekommen, daß ihre Kampagnen nicht über Schweinebauchniveau
> > hinausgehen.
>
> Das versteh ich jetzt nimmer. Die OP-Kundin, ist das die Dame, die
> einen Brief an sich mit "Z. Hd." gekriegt hat und sich drauf beim
> Absender beschwert hat? Wie kommen potentiell Kunden denn
> überhaupt dazu, ihre Post zu lesen? Oder hab ich was falsch
> verstanden?

Oder ich? Der OP scheint sich ja ausgeklinkt zu haben. Was ich meine,
ist, daß der OP eine Webseite erstellt, wo (bleiben wir beim Beispiel)
bestimmte Werbeagenturen aufgelistet sind. Dort steht also vielleicht

Jung von Matt AG
z. Hd. Herrn Jean-Remy von Matt
Glashüttenstraße 38

20357 Hamburg

Gerade Werbeagenturen wollen nach außen hin ihre Modernität zeigen.
Ein "z. Hd." sieht für sie (ich habe genug Werber kennengelernt
und empfehle weiterhin die Lektüre der "w&v") einfach nur peinlich
aus, und sie bekommen Angst, daß Kunden denken "naja, die werden
halt auch älter" und es mal mit der Konkurrenz probieren.

Daß Dir, mir und den meisten dieser Gruppe ein zusätzliches "z. Hd."
in der Anschrift herzlich egal ist, ist eine andere Sache. Das die
Reaktion der Kundin etwas überzogen ist, ebenfalls. Aber Tatsache
ist, daß der Ausdruck (in D) nicht mehr zeitgemäß ist, weswegen der
OP m. E. gut daran täte, seine Webseite entsprechend anzupassen.

Viele Grüße
Steffen

Thomas Gerlach

unread,
Dec 12, 2003, 6:34:56 AM12/12/03
to
On 12 Dec 2003 10:15:50 GMT, Michael Pronay wrote:

> Das stimmt schon. Darum ging's aber nicht, sondern darum, dass die
> Empfängerin eines Briefs sich beim Absender über die Missachtung
> angeblich offizieller Formalien beschwert, und das in pampigem Ton
> - was ich als extrem unhöflich empfinde.

Nicht beim Absender, sondern beim Adressenverbreiter.

HTH
Thomas

Michael Hemmer

unread,
Dec 12, 2003, 10:42:21 AM12/12/03
to
Steffen Buehler wrote:
["Hochachtungsvoll" und "z.H(d)." veraltet?]

> Jung von Matt AG
> z. Hd. Herrn Jean-Remy von Matt
>
> Gerade Werbeagenturen wollen nach außen hin ihre Modernität zeigen.

Sie wollen aber doch (oder sollten zumindest) auch ihre *Individualität*
zeigen - und was wäre dazu besser geeignet als etwas, was eben nicht von
Hinz und Kunz praktiziert, aber doch allgemein verstanden wird?

Gruß,

Michael

Andreas Karrer

unread,
Dec 12, 2003, 11:13:40 AM12/12/03
to
* Gerd Thieme <gerdt...@spamcop.net>:

> Moderne elektrische Schreibmaschinen erledigen Unterstreichung oder

^^^^^^^


> Fettdruck per Umschalttaste, so daß das Argument längst nicht mehr
> zieht.

Immer wieder erstaunt, wofür das Wort "modern" verwendet wird.

Ich habe vor etwa 25 Jahren ein kleines Waldstück geerbt und bin
deshalb (zwangsweise) Mitglied eines Privatwaldverbandes. Der Förster
schickt einmal im Jahr eine Einladung zur Mitgliederversammlung. Diese
Einladung war in den letzten zehn Jahren der einzige offensichtlich
maschinengeschriebene (und kopierte) geschäftliche Brief, der
mir unter die Augen kam.

Seit diesem Jahr hat auch der Förster einen Laserdrucker.

- Andi

Gerd Thieme

unread,
Dec 12, 2003, 11:57:57 AM12/12/03
to
Andreas Karrer wrote:

>> Moderne elektrische Schreibmaschinen
> ^^^^^^^


> Immer wieder erstaunt, wofür das Wort "modern" verwendet wird.

Wenn Du ein nichtrechteckiges Format beschriften willst, brauchst Du für
den Laserdrucker ein Passepartout, und riskierst dabei daß er sich
verschluckt und das wertvolle Stück häckselt oder zur Harmonika faltet.
Als Alternative kanns Du auch auf Normalpapier drucken und ewig mit dem
Kopierer experimentieren.

Willst Du ein Formular ausfüllen, mußt Du es erst einscannen. Dann
brauchst Du schnell noch die aktuelle Software, die Deinen Text richtig
positioniert, und gehst wiederum das Risiko ein, daß du einen Bittgang
antreten mußt, um Ersatz für das schief eingezogene, und deshalb falsch
ausgefüllte Formular zu beschaffen.

Selbst wenn keine Katastrophe eintritt, dauert es VIEL länger als mit
einer Schreibmaschine, und es setzt eine Menge Vorbereitungsarbeiten
voraus, die beim schlichten Tippen nicht anfallen.

Ein wenig öfter als nur einmal im Jahr brauch ich das gute Stück schon
noch.

Gerd

Oliver Cromm

unread,
Dec 12, 2003, 1:32:52 PM12/12/03
to
Gerd Schmerse <no_r...@schmerse.de> wrote:

> An
> de.etc.sprache.deutsch
> z. Hd. Steffen Buehler

Ich überlege gerade, ob ich das allgemein einführe ...

> Hochachtungsvoll!
>
> Gerd

Ihr ergebenster Diener, Oliver.

Michael Pronay

unread,
Dec 13, 2003, 11:21:25 AM12/13/03
to
"Steffen Buehler" <steffen...@freenet.de> wrote:

> ["Hochachtungsvoll" veraltet?]

>> Nein, ist's nicht; insbesondere deshalb, weil's hier in AT
>> absolut gebräuchlich ist und nicht im mindesten antiquiert
>> wirkt.

> Ah, das wußte ich nicht (mehr). Jetzt erst verstehe ich Deine
> Aufgebrachtheit.

Alles klar.

>> Das versteh ich jetzt nimmer. [...]

> Oder ich? Der OP scheint sich ja ausgeklinkt zu haben. Was ich
> meine, ist, daß der OP eine Webseite erstellt, wo (bleiben wir
> beim Beispiel) bestimmte Werbeagenturen aufgelistet sind. Dort
> steht also vielleicht
>
> Jung von Matt AG z. Hd. Herrn Jean-Remy von Matt
> Glashüttenstraße 38
>
> 20357 Hamburg
>
> Gerade Werbeagenturen wollen nach außen hin ihre Modernität
> zeigen. Ein "z. Hd." sieht für sie (ich habe genug Werber
> kennengelernt und empfehle weiterhin die Lektüre der "w&v")

> einfach nur peinlich aus [...]

Alles klar, jetzt ist der Groschen gefallen. Natürlich hat sie in
diesem Fall das Recht, das "Z. Hd." hinauszureklamieren. (Dass
sie's in einer überzogenen Form getan hat, steht auf einem anderen
Blatt.)

> Daß Dir, mir und den meisten dieser Gruppe ein zusätzliches "z.
> Hd." in der Anschrift herzlich egal ist, ist eine andere Sache.
> Das die Reaktion der Kundin etwas überzogen ist, ebenfalls.

In der Tat.

> Aber Tatsache ist, daß der Ausdruck (in D) nicht mehr zeitgemäß
> ist, weswegen der OP m. E. gut daran täte, seine Webseite
> entsprechend anzupassen.

Stimmt.

M.

Matthias Opatz

unread,
Dec 14, 2003, 6:33:09 AM12/14/03
to
Andreas Karrer schrieb:

> Ich habe vor etwa 25 Jahren ein kleines Waldstück geerbt und bin
> deshalb (zwangsweise) Mitglied eines Privatwaldverbandes. Der Förster
> schickt einmal im Jahr eine Einladung zur Mitgliederversammlung. Diese
> Einladung war in den letzten zehn Jahren der einzige offensichtlich
> maschinengeschriebene (und kopierte) geschäftliche Brief, der
> mir unter die Augen kam.

Im vorigen Jahr soll es bei der Tour de France noch zwei Berichterstatter
mit Schreibmaschine gegeben haben. 2003 war es auch damit vorbei.

Joerg Digmayer

unread,
Dec 14, 2003, 7:47:06 AM12/14/03
to
Rüdiger Silberer <Argentum...@T-Online.de> schrieb in
de.etc.sprache.deutsch:


>Ich stimme Dir völlig zu. Ich verwende das "z.Hd." in der Adresse auch
>seit langem nicht mehr. Aber mir würde nie einfallen, deswegen einen
>Brief zu schreiben. Ganz offensichtlich hat der zitierte Schnössel
>nicht genug zu tun.

War es nicht so, dass in einem Unternehmen einer einen Brief mit
"z.Hd." an einen Kunden geschickt hat und er daraufhin von einem
anderen aus demselben Unternehmen deswegen gerügt wurde?

Das kann ich nämlich nachvollziehen. Bei einem Brief, der von draußen
reinkommt, ist es natürlich was anderes.

Grüße
Jörg.
--
"Recht hat er, der Dingsbums!"

Ingo Menger

unread,
Dec 15, 2003, 7:38:56 AM12/15/03
to
"Steffen Buehler" <steffen...@freenet.de> wrote in message news:<bra38t$p5s$1...@news.space.net>...

> Es geht eben nicht um Vorschriften, die natürlich nicht existieren,
> sondern um Gepflogenheiten. Wir hatten's ja schon ein paar Mal: wer
> heute Briefe mit "Hochachtungsvoll" beendet, zeigt, daß er entweder
> ein paar Jahrzehnte verschlafen hat oder die Entwicklungen dieser
> Jahrzehnte nicht mitmachen will. Beides gibt dem Empfänger zu denken.

Bitte wie?
Was schreibt denn der moderne Mensch, der die Entwicklung dieser
Jahrzehnte mitmachen wollte (oder einfach nicht genug Character besaß,
um sie bewußt nicht mitzumachen)?
Mit freundlichen Grüßen?

Wenn ich 20 Bewerbungen hätte, und eine schlösse "mit dem Ausdrucke
vorzüglicher Hochachtung", dann würde ich nicht versäumen, den
entsprechenden Bewerber persönlich kennenzulernen. Während die ganzen
MfG-nur-ja-durchschnittlich-sein Wollenden womöglich durch den Rost
fielen.

Sebastian Koppehel

unread,
Dec 16, 2003, 8:50:48 AM12/16/03
to
Rüdiger Silberer schrieb:

> Mal schnell nachsehen. Ähm, nicht ganz, ein Dienstleister bietet
> Adressen an, in denen der Zusatz "z.Hd." enthalten ist. Einer dieser
> Adressenbesitzer hat sich nun beklagt, er könne für alterthümlich
> gehalten werden. Lustig ist auch der Zusatz "Danke für Ihre
> Unterstützung". Da weiß man doch gleich, wes Geistes Kind der
> Briefschreiber ist.

Ein geistiger Bruder desjenigen, der vor den IKEA-Kassen auf den Boden
geschrieben hat: "Danke, daß Sie Abstand halten"?

- Sebastian

Hanno Mueller

unread,
Dec 17, 2003, 4:23:23 AM12/17/03
to
Steffen Buehler wrote:

> Der OP scheint sich ja ausgeklinkt zu haben.

Nicht ganz. Ich danke auch für die bisherige Diskussion, auch wenn sie
natürlich ein wenig sehr weit ausgeschweift ist...

Wir werden in unserer Datenbank das "z. Hd." einfach entfernen, fertig.


Gruß,

Hanno

Markus Gail

unread,
Dec 22, 2003, 12:42:03 PM12/22/03
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Florian Burger <flor...@aon.at> wrote:

> > (a) Herrn Max Mayer
> > Firma Hans Huber
> ^^ Diesfalls würde ich schreiben: pA Firma Hans Huber. Oder auch schon
> veraltet?

Mein Duden von 1967 verzeichnet es zwar (mit Punkten abgekürzt
allerdings), meint aber, "bei" sei besser.

"c/o" ist bemerkenswerterweise gar nicht verzeichnet.

M.

Thomas Koenig

unread,
May 28, 2004, 11:05:35 AM5/28/04
to
On Thu, 11 Dec 2003 09:10:37 +0100, Christina Kunze
<christi...@rz.hu-berlin.de> wrote:

> "Thomas Koenig" <fo...@gmx.li> schrieb .

>> Wer aus nichtigem Anlass solch pampige Geschaefts-emails schreibt, dem
>> fehlen deshalb die Kunden, nicht weil "z.Hd." einen "schlechten
>> Eindruck"
>> macht.
>
> Woher weißt Du, was sich hinter [snip] verbirgt?

Hast Du eine Hypothese, welches [snip] es nicht unwichtig machen wuerde?
Tipp: Kleinkraemer sind meist keine Entscheidungstraeger.

> Ich halte diese Mail nicht
> für pampig,

Pampig: "Ich moechte Sie darauf aufmerksam machen ..."
Freundlich: "Ich habe bemerkt ..."

Grund: Ersteres implizit MUSEN, der Datenbankbetreiber haette dies wissen
muessen.

Pampig: "ofiziell"
vgl. Michaels Antwort

Pampig: "Es wäre sehr freundlich ..." (genervter Unterton, fordernd, "es"
impliziert wuerde eine Selbstverstaendlichkeit verlangt)
Freundlicher: "Ich wuerde mich freuen ..."

Pampig: "veraltete Schreibweise [macht] keinen guten Eindruck auf
potentielle Auftraggeber"
Freundlicher: "Ich wuerde die Adresse fuer mein [snip] lieber ohne 'z.Hd.'
gestaltet sehen."
Grund: Ersteres impliziert Datenbankbetreiber wuerde Kunden vergraulen.
Der Grund fuer den Aenderungswusch des Kunden ist jedoch irrelevant. Ein
normaler DB-Betreiber wuerde dem Kundenwunsch auch ohne langatmige,
vorwurfsvolle Begruendung entsprechen.

> und es gibt sehr wohl eine Menge Leute und eben auch Kunden, die
> auf derartige Kleinigkeiten achten.

Mag sein, halte ich fuer weniger wahrscheinlich.

> Die Überlegung, daß es sich ja um eine Fremddatenbank handelt, würde ich
> beim potentiellen Kunden eher nicht voraussetzen

Er ist so "modern", dass ihm "z.Hd." sauer aufstoesst, aber er kann das
Internet nicht bedienen?

> (Oder wie oft hast Du schon bei einer furchtbaren
> Formulierung in einer Übersetzung gedacht, daß die ja vom Lektor
> hineinverschlimmbessert sein kann, obwohl der Übersetzer es besser
> gemacht
> hatte?)

Ich vermeide Uebersetzungen, wenn es eben geht, aber zu Vergleichen ist
das Mitspracherecht vom Lektor mit dem Kunden des DB-Betreibers mE nicht.


> Jemand, der seine Adressenangabe aufbaut wie vor 1990, macht den
> Eindruck,
> er habe sich seit 1990 überhaupt nicht weitergebildet.

Ein sehr gewagter Schluss.

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