im ZDF-Krimi eben fiel die Bemerkung: "Deine Tochter ist eine
Magdalena!" Was soll das heißen? Aus dem Kontext denke ich, das es etwas
verwerfliches sein muß. Das Umfeld ist eine Kirche in Münster.
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Gruß aus Schleswig-Holstein
"Ich benutze einen Power Macintosh - Taktfrequenz ist irrelevant!"
War Magdalena nicht die, die Jesus verführen wollte?
Nunja, eigentlich hieß sie Maria und war aus Magdala, daraus wurde
zuerst Maria Magdalena (frz. Madeleine) und nun als Sünderin/Büßerin
nur noch Magdalena. Laut biblischen Geschichten warf sie sich Jesus
vor die Füße und wusch ihm dieselbigen mit ihren Reuetränen um sie
anschließend mit ihrem verführerischen Langhaar zu trocknen. Ob da
noch mehr war (da sie doch berufsmäßige Sünderin war?), zwischen
den beiden? Das wird eher im Musical 'Jesus Christ Superstar' behaup-
tet.
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_____ _ _ reply to: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt in der Geschichte so manche glaubenlose
| | | |_| | Epoche, die sich im politischen Wahnsinn einen
| | | _ | Ersatz für religiösen Wahnsinn schafft."
|_|a |_| |_|a (Joachim Fernau)
> im ZDF-Krimi eben fiel die Bemerkung: "Deine Tochter ist eine
> Magdalena!" Was soll das heißen? Aus dem Kontext denke ich, das es etwas
> verwerfliches sein muß. Das Umfeld ist eine Kirche in Münster.
War das "Wilsberg" (Jürgen Kehrer), oder?
> War das "Wilsberg" (Jürgen Kehrer), oder?
Ja. Macht das einen Unterschied?
> > War das "Wilsberg" (Jürgen Kehrer), oder?
>
> Ja. Macht das einen Unterschied?
(Nein. Ich war nur darauf gespannt.)
> Ob da noch mehr war (da sie doch berufsmäßige Sünderin war?)
Sind die beiden nicht irgendwie im Himmel verheiratet oder so? Irgendwas
war doch da?
Flups
dessen letzte Reli-Stunde Ewigkeiten her ist
Tassilo Halbritter schrieb:
>>War Magdalena nicht die, die Jesus verführen wollte?
>
> Nunja, eigentlich hieß sie Maria und war aus Magdala, daraus wurde
> zuerst Maria Magdalena (frz. Madeleine) und nun als Sünderin/Büßerin
> nur noch Magdalena. Laut biblischen Geschichten warf sie sich Jesus
> vor die Füße und wusch ihm dieselbigen mit ihren Reuetränen um sie
> anschließend mit ihrem verführerischen Langhaar zu trocknen. Ob da
> noch mehr war (da sie doch berufsmäßige Sünderin war?), zwischen
> den beiden? Das wird eher im Musical 'Jesus Christ Superstar' behaup-
> tet.
Es gibt einige Apokryphen (alte Schriften, die der Kirche mißfallen und
deshalb als unwahr eingestuft werden, z.B. das Thomas-Evangelium), in
denen steht, daß Jesus regelmäßig die Dienste der Maria Magdalena in
Anspruch genommen habe.
Manche gehen weiter und schreiben, daß sie auch ein Kind von ihm bekam,
die beiden darauf heirateten und sich schließlich wieder scheiden
ließen. Jesus war angeblich mehrmals verheiratet.
Schließlich war Jesus aus Sicht eines jeden nicht-jüdischen oder
-christlichen Autors der damaligen Zeit auch nur ein Mensch...
Gruß, Tobi
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>> War Magdalena nicht die, die Jesus verführen wollte?
>
> Nunja, eigentlich hieß sie Maria und war aus Magdala, daraus wurde
> zuerst Maria Magdalena (frz. Madeleine) und nun als Sünderin/Büßerin
> nur noch Magdalena. Laut biblischen Geschichten warf sie sich Jesus
> vor die Füße und wusch ihm dieselbigen mit ihren Reuetränen um sie
> anschließend mit ihrem verführerischen Langhaar zu trocknen.
Das ist eine der Textstellen, an der sich die vier Evangelisten
inhaltlich uneins sind. Sowohl die Art und Weise der Salbung (nicht:
Waschung) als auch Person und Charakter der Salbenden werden
unterschiedlich beschrieben.
Keiner der vier behauptet jedoch, daß es sich dabei um Maria aus
Magdala handelte. Die Assoziation mit ihr kommt wahrscheinlich daher,
daß Lukas sie zwei Verse später als diejenige Frau bezeichnet, aus
der "sieben Dämonen ausgefahren waren" (Lk 8,2).
> Ob da noch mehr war (da sie doch berufsmäßige Sünderin war?),
> zwischen den beiden? Das wird eher im Musical 'Jesus Christ
> Superstar' behauptet.
Eine solche Interpretation, die vor anderthalb Jahrzehnten zahlreiche
Protestdemonstrationen auslöste, findet sich auch in Martin Scorseses
Film "The Last Temptation of Christ".
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Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.