Sag mal, langsam krieg ich den Verdacht, daß Dir diese
Gruppe Ersatz für jegliches eigene Denken respektive
Nachschlagewerk zu sein scheint, oder wie seh ich das?
>Heute abend lief auf WDR ein Film über die deutsche
>Atomforschung im 3. Reich. Dort sagte Otto Hahn (alias
>Rolf Hoppe) /nobelpreis/, statt dem heutigen
>/nobellpreis/. Das war sicher beabsichtigt.
Beabsichtigt im Sinne des Films, offenmbar um von der
besonderen Ignoranz der Deutschen [Atomforschung in
sprachlichen Dingen] Zeugnis abzulegen.
Der Nobelpreis (Betonung auf der zweiten Silbe) heißt
nach dem schwedischen Chemiker und Industriellen, der
ihn gestiftet hat, Alfred Nobel (Betonung auf der zweiten
Silbe), Punkt.
M.
> Weshalb wird das Wort »Nobelpreis« nicht so gesprochen wie geschrieben?
> Heute abend lief auf WDR ein Film über die deutsche Atomforschung im 3.
> Reich. Dort sagte Otto Hahn (alias Rolf Hoppe) /nobelpreis/, statt dem
> heutigen /nobellpreis/. Das war sicher beabsichtigt.
Rolf Hoppe ist kein Idiot, der die Volks(ver)bildung als höchstes
Ziel der Schauspielerei begriffe. Deshalb spricht Rolf Hoppe
nicht so "wie es geschrieben wird", sondern entsprechend der
Figur, die er darstellen soll. Sicher hat er sich ausgiebig mit
Otto Hahn beschäftigt und herausgefunden, dass Hahn, anders als
im Deutschen üblich, das Wort "Nobelpreis" so aussprach, wie er
es vielleicht bei Rutherford und Ramsay gehört hatte.
Wenn ich richtig informiert bin, wird der Name "Nobel" auch im
Schwedischen auf der zweiten Silbe betont.
Herzliche Grüße
Dirk
Hallo Arno,
es ist nicht ungewöhnlich, daß in der russischen Sprache das
o als a ausgesprochen wird; so werden IMHO die Stadt Moskau
und der dortige Fluß, die Moskwa, auf russisch "Maskw'a"
ausgesprochen.
HTH,
Reinhard
>Michael Pronay <pro...@teleweb.at> wrote:
>
>> Sag mal, langsam krieg ich den Verdacht, daß Dir diese
>> Gruppe Ersatz für jegliches eigene Denken respektive
>> Nachschlagewerk zu sein scheint, oder wie seh ich das?
>
>Bitte nenne mir Dein Nachschlagewerk, das sagt, _weshalb_
>Nobel auf der zweiten Silbe betont wird.
_Kein_ Nachschlagewerk begründet die Betonung.
>Deshalb fragte ich. Daß es so üblich ist, weiß ich durchaus.
Deine Frage klang aber anders:
"Weshalb wird das Wort »Nobelpreis« nicht so gesprochen
wie geschrieben?"
Diese Frage klingt tatsächlich so, als wüßtest Du nicht, warum
der Nobelpreis so heißt.
>> Der Nobelpreis (Betonung auf der zweiten Silbe) heißt nach dem
>> schwedischen Chemiker und Industriellen, der ihn gestiftet hat,
>> Alfred Nobel (Betonung auf der zweiten Silbe), Punkt.
>
>"Weil es eben so ist", ist für mich keine Erklärung.
Dann beschwer Dich bitte bei denen, die die schwedische Aussprache
festgelegt haben, z. B. in: news:swnet.swenska
>Desweiteren wird Nobel im Deutschen nicht auf dem E (laut
>Wörterbuch) betont, denn dann müßte es ja /nobeel/ gesprochen
>werden. Tatsächlich hört man immer /nobell/.
Das versteh ich nicht. Das zweisilbilge Wort "Nobel" kannst Du
entweder auf den o oder auf dem e betonen. Die Betonung hat
nichts mit der Länge der Silbe oder der offenen oder gesprochenen
Aussprache zu tun.
Michael
Jawohl.
>Soweit ich weiß, ist Nobel Schwede gewesen, der Name also
>schwedisch. Gibt es einen Schwedischkundigen unter uns?
Also da vertrau ich einmal den Wörterbüchern.
>Die Frage, ob die schwedische Aussprache im Deutschen nicht
>irrelevant ist, kann ich mir sicher sparen?
Warum? Die Antwort wäre - wieder einmal - ein klares Jein.
Manche Aussprachen werden korrekt übernommen ("Bureau"),
manches wird mit der Zeit eingedeutscht, bei anderen
Wörtern wiederum differiert die Aussprache regional:
"Chance" wird in Teilen Österreich à la française, in
vielen Teilen Deutschlands "Schangse" ausgesprochen.
Michael
>Bitte nenne mir Dein Nachschlagewerk, das sagt, _weshalb_ Nobel auf der
>zweiten Silbe betont wird.
Kennst Du einen Werk der erklärt warum "Arno" auf der ersten
Silbe betont wird? Namen werden so ausgesprochen wie ihre Träger
es tun, oder?
Gruß, Bertel
Im Russischen ist es so, daß der betonte Vokal "o" umgewandelt wird in ein
sehr dunkles "a", deshalb "Barries". Merkwürdigerweise hat man jahrelang den
Jelzin "Boris" ausgesprochen, im letzten Jahr ging man über den Vornamen zu
russifizieren. Manchmal versucht man hier päpstlicher als der Papst zu
sein...
> Sag mal, langsam krieg ich den Verdacht, daß Dir diese
> Gruppe Ersatz für jegliches eigene Denken respektive
> Nachschlagewerk zu sein scheint, oder wie seh ich das?
Nein, Rico ist nun einmal - wie schon Kai U. Müller so
treffend feststellte - der Animateur dieses Forums. Und
damit die ständige Fragerei nicht noch penetranter wirkt,
als das - wie man aus Deiner Reaktion schließen könnte -
schon jetzt der Fall zu sein scheint, werden die Artikel
noch auf eine ganze Reihe verschiedener Absendeadressen und
Pseudonyme verteilt. - Aber das Thema hatten wir ja schon.
Durch inhaltliche Antworten auf überflüssige Fragen der Art,
mit denen Kolodzey das Forum hier in Schüben pflastert,
fördert man solch asoziales Verhalten nur.
Jedem die Diskussionspartner, die er
sich durch seine Antworten heranzieht.
Korrekt! Im Schwedischen gibt es seit langem die seltsame Mode, die letzte
Silbe eines Personennamens zu betonen. Die Familie Alfreds hat sicherlich
früher *NOObel* geheißen, hat aber den den Namen sozusagen nobler gemacht
durch diese seltsame Aussprache. Ein bekannter Dichter heißt Tegnér, ein
Komponist Alfvén, man sieht schwedisch-dänische Namensformen wie Hansén
(gesprochen hanSEEN), Matzén (gespr. matSEEN).
Grüße,
Poul Erik Jørgensen
DK
Andreas
Im Weißrussischen ist man konsequent phonetisch und schreibt dafür 'a'.
Gruß, ULF
--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________
> Warum? Die Antwort wäre - wieder einmal - ein klares Jein.
> Manche Aussprachen werden korrekt übernommen ("Bureau"),
was im Südwesten aber kaum jemanden hindert, 'B'üro' zu sagen, noch
nicht einmal die Lothringer, die sich des Französischen als
Verkehrssprache bedienen...
in de.etc.sprache.deutsch Paulus Jakob <Leuk...@gmx.net> wrote:
> > > Die Frage, ob die schwedische Aussprache im Deutschen nicht irrelevant
> > > ist, kann ich mir sicher sparen? Interessanterweise schreibt man Jelzins
> > > Vornamen Boris, spricht ihn aber Barries.
> >
> > Interessant. Ob Boris Becker das weiß
> Im Russischen ist es so, daß der betonte Vokal "o" umgewandelt wird in ein
> sehr dunkles "a", deshalb "Barries". Merkwürdigerweise hat man jahrelang den
Das unbebtonte o allerdings.
Wodka bleibt Wodka :-)
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
"Der Kumpel durch den Stollen kriecht, vorwärts der Sozialismus siecht!"
> Interessant. Ob Boris Becker das weiß? Ich erinnere mich dunkel, während
> eines bald abgebrochenen Schwedisch-Lernversuchs mitgekriegt zu haben, daß
> der auch in Deutschland übliche Vorname Olaf wird auf Schwedisch "Ulaf"
> ausgesprochen wird.
"O" wird im Schwedischen i.d.R. immer "U" gesprochen.
cu,
Matthias
(Lernversuch noch nicht abgebrochen...)
--
Matthias Damm <m...@odn.de>
PGP key available - ICQ # 12438478
... mens sana in campari soda ...
...aber dann müßte man doch "Nubellpreis" sagen?! Oder ist das ein
Aunsahme von "i.d.R."??
Grüße Jörg.
Ups, erwischt...
Ein Glück, daß ich "i.d.R." geschrieben habe :-)
Leider finde ich meine schwedische Grammatik gerade nicht (wg. Umzug,
die liegt irgendwo in dem Berg Kisten hinter mir...), ich kann also
gerade nicht mit einer offiziellen Regel dienen. "Nobel"(-pris) spricht
man natürlich mit "o" (die Lautschrift kann ich jetzt nicht wiedergeben,
es ist das nach links gedrehte "c", also wie in "Motte", sagt Onkel
Langenscheidt).
"Olaf" wird aber wirklich mit [u:] gesprochen, genauso wie auch der
Buchstabe o alleine als [u:] gesprochen wird.
Naja, bevors endgültig off-topic wird... Ich wäre froh, wenn die
Aussprache beim Schwedischen mein Problem wäre, ich sage nur:
Unregelmäßige Verben :-(
cu
Matthias
> Kennst Du einen Werk der erklärt warum "Arno" auf der ersten
> Silbe betont wird? Namen werden so ausgesprochen wie ihre Träger
> es tun, oder?
>
> Gruß, Bertel
Weil im Italienischen die Betonung auf der vorletzten Silbe liegt.
(Natürlich gibt es aber auch Ausnahmen.)
Klaus
Oder!
Gruss,
Jochen
> Wie ich Dir das letzte Mal schon erklärte: mehrere Leute
> nutzen aus Kostengründen _einen_ Internet-Zugang. Da nützt
> Dir das Deinerseitige Hacken unseres Providerservers auch
> nichts oder die letztmalige Teilveröffentlichung unserer
> geheimen Log-in-Daten in dieser Gruppe.
In Amerika kommt dieses Phaenomen auch vor. Bin nicht sicher warum,
vermute aber, dass es auch so eine Art Franzoesisierung sei. Leute, die
deutsche bzw. jiddische Familienamen tragen die in -el enden, sprechen
oefters den Namen mit Betonung auf der Endsilbe. Der Schauspieler Harvey
KeiTEL waere ein Beispiel,
aber es gibt auch den Komiker Howie ManDEL und ein New Yorker
Berichtserstatter names Bill Beutel (BjuTEL).
Deshalb haben wir auch kein Problem bei NoBEL. (Auch hat die Schreibweise
sicherlich damit etwas zu tun, denn ein NObel, waere wahrscheinlich bei
uns
"Noble" geschrieben (was ich annehme, kommt dem deutschen Leser etwas
komisch vor, wenigstens am Amfang).
Greg
>
>