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Unterschied dadurch <-> somit?

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hank

unread,
Jan 20, 2014, 11:34:41 PM1/20/14
to
Liebe Group,

ich rätsle schon länger darüber nach, hier sind meine Überlegungen in kurz erklärender Form. Seht Ihr das auch so?

Somit – Dadurch

Somit leitet einen logischen Schluss ein oder das Ergebnis einer Indizienkette.

Beispiel: "Obwohl abc, haben wir diese Beobachtung gemacht und auch jene, jene und die letzte. Alle sprechen für xyz. Somit kann man davon ausgehen, dass nicht nur abc, sondern auch xyz".

Dadurch beschreibt eine einfache Ursache-Wirkung-Relation:

Beispiel: Es hat geregnet. Dadurch konnten wir nicht Sonnenbaden.

Faustregel:
Somit ist etwas aufwändiger, dadurch etwas einfacher.

(Gegenprobe: „Es hat geregnet. Somit konnten wir nicht Sonnenbaden“ – klingt zu übertrieben, zu angestrengt. Man muss nicht groß etwas schließen, weil der Zusammenhang offensichtlich ist.)



Seht Ihr das auch so?
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Volker Gringmuth

unread,
Jan 22, 2014, 1:24:13 AM1/22/14
to
Stefan Ram wrote:

> »Dadurch« bedeutet eher so viel wie »durch dies«,
> »somit« »also« oder »folglich«.

Im heutigen Sprachgebrauch verwischt das leider mehr und mehr. MUSEN stellt
„dadurch“ wirklich nur einen Zusammenhang zwischen Mittel und Zweck her,
nicht aber einen zwischen Ursache und Folge, dort finde ich „folglich“ oder
„demzufolge“ besser. Von mir aus auch „somit“.

Von anderen Wikipädianern werde ich aber auch immer schief angesehen bzw.
-schrieben, weil ich so gern „durch“ + Akkusativ mit „infolge“ + Genitiv
ersetze, zum Beispiel in Sätzen wie „Durch die schlechte Sicht wurde das
Hindernis zu spät bemerkt“. Ich finde „durch“ da einfach fehl am Platz, es
klingt für mich, als habe jemand absichtlich die Sicht verschlechtert, um
den Unfall herbeizuführen. „Infolge der schlechten Sicht“ ist die richtige
Relation.

Das neutrale „wegen“ ginge hier natürlich auch, klingt aber irnkwann
langweilig.


vG

Helmut Richter

unread,
Jan 22, 2014, 3:52:41 AM1/22/14
to
On Wed, 22 Jan 2014, Volker Gringmuth wrote:

> Von anderen Wikipädianern werde ich aber auch immer schief angesehen bzw.
> -schrieben, weil ich so gern „durch“ + Akkusativ mit „infolge“ + Genitiv
> ersetze, zum Beispiel in Sätzen wie „Durch die schlechte Sicht wurde das
> Hindernis zu spät bemerkt“. Ich finde „durch“ da einfach fehl am Platz, es
> klingt für mich, als habe jemand absichtlich die Sicht verschlechtert, um
> den Unfall herbeizuführen. „Infolge der schlechten Sicht“ ist die richtige
> Relation.

"Er reiste nach Petersburg, um dort an einer Lungenentzündung zu sterben."

--
Helmut Richter

Lothar Frings

unread,
Jan 22, 2014, 4:36:55 AM1/22/14
to
Volker Gringmuth tat kund:

> Von anderen Wikipädianern werde ich aber auch immer schief angesehen bzw.
> -schrieben, weil ich so gern „durch“ + Akkusativ mit „infolge“ + Genitiv
> ersetze, zum Beispiel in Sätzen wie „Durch die schlechte Sicht wurde das
> Hindernis zu spät bemerkt“.

Offenbar ersetzt du "durch" + Akkusativ gelegentlich auch
durch "mit" + Dativ.

> Ich finde „durch“ da einfach fehl am Platz, es klingt für mich,
> als habe jemand absichtlich die Sicht verschlechtert, um den Unfall
> herbeizuführen.

Wenn man sowohl Kontext als auch Weltwissen
komplett ignoriert, stimmt das. Aber jemand,
der das tut, sollte keine natürlichen Sprachen verwenden,
die sind für so jemanden zu kompliziert.

Stefan Schmitz

unread,
Jan 22, 2014, 4:57:10 PM1/22/14
to
Am Mittwoch, 22. Januar 2014 07:24:13 UTC+1 schrieb Volker Gringmuth:

> Von anderen Wikipädianern werde ich aber auch immer schief angesehen bzw.
> -schrieben, weil ich so gern „durch“ + Akkusativ mit „infolge“ + Genitiv
> ersetze, zum Beispiel in Sätzen wie „Durch die schlechte Sicht wurde das
> Hindernis zu spät bemerkt“. Ich finde „durch“ da einfach fehl am Platz, es
> klingt für mich, als habe jemand absichtlich die Sicht verschlechtert, um
> den Unfall herbeizuführen. „Infolge der schlechten Sicht“ ist die richtige
> Relation.

Aber nur wenn du meinst, dass das verspätete Bemerken nicht direkt durch die
schlechte Sicht verursacht wurde.

"Infolge" bezeichnet für mich eine mittelbare Konsequenz, "aufgrund" oder
"wegen" eine unmittelbare.
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Horst-D.Winzler

unread,
Jan 23, 2014, 2:09:02 AM1/23/14
to
Dabei heißt es doch: Rom sehen und (dann) sterben

--
mfg hdw

Reinhold {Rey} Aman

unread,
Jan 23, 2014, 2:24:51 AM1/23/14
to
Horst-D.Winzler wrote:
>
> Dabei heißt es doch: Rom sehen und (dann) sterben
>
Neapel.

--
~~~ Reinhold {Rey} Aman ~~~

Roland Franzius

unread,
Jan 23, 2014, 2:27:47 AM1/23/14
to
Tja, das ist dann ein trauriges Ende, ein paar hundert Kilometer vor dem
Ziel. Hat aber seinerzeit so manchen erwischt, die seine Würfel
vorzeitig beim Überschreiten des Tibers hingeworfen hat.

--

Roland Franzius

Volker Gringmuth

unread,
Jan 23, 2014, 4:55:15 AM1/23/14
to
Roland Franzius wrote:

> Hat aber seinerzeit so manchen erwischt, die seine Würfel

Ist das der neue Gendergerechtigkeit?


vG

Helmut Richter

unread,
Jan 23, 2014, 6:13:19 AM1/23/14
to
On Thu, 23 Jan 2014, Martin Gerdes wrote:

> Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:
>
> >> Von anderen Wikipädianern werde ich aber auch immer schief angesehen bzw.
> >> -schrieben, weil ich so gern „durch“ + Akkusativ mit „infolge“ + Genitiv
> >> ersetze. ...
>
> >"Er reiste nach Petersburg, um dort an einer Lungenentzündung zu sterben."
>
> Wikipedia O-Ton :-)

Aber leider nicht gugelbar. Welcher Artikel?

--
Helmut Richter

Volker Gringmuth

unread,
Jan 23, 2014, 6:36:24 AM1/23/14
to
Helmut Richter wrote:

> > >"Er reiste nach Petersburg, um dort an einer Lungenentzündung zu
> > >sterben."
> >
> > Wikipedia O-Ton :-)
>
> Aber leider nicht gugelbar. Welcher Artikel?

Du sollst den Begriff „O-Ton“ nicht immer so wörtlich nehmen.
In diesem Fall wohl eher ein Wunschton.


vG

Lothar Frings

unread,
Jan 23, 2014, 6:45:21 AM1/23/14
to
Martin Gerdes tat kund:

> "Er reiste nach Petersburg, um dort an einer Lungenentzündung zu sterben."

> Wikipedia O-Ton :-)

Unglückliche Formulierung, aber natürlich
völlig in Ordnung. "Um" in dieser Bedeutung
würde ich nicht verwenden, weil die eher
literarische Bedeutung "und dann" heute sehr
hinter die Einleitung eines Grundes zurücktritt.
Wenn's unbedingt sein muß, wäre "kurz darauf",
"im folgenden Jahr" o. ä. nach dem "um"
angebracht.
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Uwe Schickedanz

unread,
Jan 23, 2014, 2:55:58 PM1/23/14
to

Gunhild Simon

unread,
Jan 23, 2014, 3:12:43 PM1/23/14
to
Am Donnerstag, 23. Januar 2014 12:45:21 UTC+1 schrieb Lothar Frings:
> Martin Gerdes tat kund:

> > "Er reiste nach Petersburg, um dort an einer Lungenentzündung zu sterben."
...

> "Um" in dieser Bedeutung
> würde ich nicht verwenden, weil die eher
> literarische Bedeutung "und dann" heute sehr
> hinter die Einleitung eines Grundes zurücktritt.

Wie die Konjunktion "damit" steht "um zu"
mit der Ausnahme Infinitiv als
klassische finale Konjunktion in Adverbialsätzen da.
Final bedeutet zweckvoll, die Frage danach
lautet also "zu welchem Zweck?"

Dagegen sind die kausalen Konjunktionen "weil, da" auf den Grund,
die Begründung gerichtet: "Aus welchem Grunde, warum, weshalb?"

Gruß
Gunhild


Oliver Cromm

unread,
Jan 23, 2014, 6:24:12 PM1/23/14
to
* Uwe Schickedanz:

> On Thu, 23 Jan 2014 13:03:43 -0500, Oliver Cromm
> <lispa...@crommatograph.info> wrote:
>
>>* Roland Franzius:
>>
>>> Am 23.01.2014 08:09, schrieb Horst-D.Winzler:
>>
>>>> Dabei heißt es doch: Rom sehen und (dann) sterben
>>>
>>> Tja, das ist dann ein trauriges Ende, ein paar hundert Kilometer vor dem
>>> Ziel. Hat aber seinerzeit so manchen erwischt, die seine Würfel
>>> vorzeitig beim Überschreiten des Tibers hingeworfen hat.
>>
>>Bitte das nächste mal vor dem Schreiben Gehirn einnorden.
> https://www.google.com/search?q=sehen+und+sterben&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial&client=seamonkey#q=%22Neapel+sehen+und+sterben%22&rls=org.mozilla:de:unofficial&safe=off

Bei Bewegungsrichtung Rom-Neapel ist der Würfelwurf am Tiber
keineswegs vor-, sondern ausgesprochen nachzeitig.

https://www.google.ca/#q=w%C3%BCrfel+sind+gefallen+rubicon

--
Manche Dinge sind vorgeschrieben, weil man sie braucht, andere
braucht man nur, weil sie vorgeschrieben sind.
-- Helmut Richter in de.etc.sprache.deutsch

Roland Franzius

unread,
Jan 23, 2014, 6:35:32 PM1/23/14
to
Am 24.01.2014 00:24, schrieb Oliver Cromm:
> * Uwe Schickedanz:
>
>> On Thu, 23 Jan 2014 13:03:43 -0500, Oliver Cromm
>> <lispa...@crommatograph.info> wrote:
>>
>>> * Roland Franzius:
>>>
>>>> Am 23.01.2014 08:09, schrieb Horst-D.Winzler:
>>>
>>>>> Dabei heißt es doch: Rom sehen und (dann) sterben
>>>>
>>>> Tja, das ist dann ein trauriges Ende, ein paar hundert Kilometer vor dem
>>>> Ziel. Hat aber seinerzeit so manchen erwischt, die seine Würfel
>>>> vorzeitig beim Überschreiten des Tibers hingeworfen hat.
>>>
>>> Bitte das nächste mal vor dem Schreiben Gehirn einnorden.
>> https://www.google.com/search?q=sehen+und+sterben&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial&client=seamonkey#q=%22Neapel+sehen+und+sterben%22&rls=org.mozilla:de:unofficial&safe=off
>
> Bei Bewegungsrichtung Rom-Neapel ist der Würfelwurf am Tiber
> keineswegs vor-, sondern ausgesprochen nachzeitig.
>
> https://www.google.ca/#q=w%C3%BCrfel+sind+gefallen+rubicon
>


Danke für den Hinweis. Eigentlich dachte ich zunächst ja auch an Donna
Leon oder Thomas Manns Tod in Venedig. Aber dann werde ich wohl im
weiteren Verlauf der Suche auf der Festplatte nach dem italienischen
Städtesterben Cäsars Handtuch mit Hannibals Würfel oder Alarichs
Elefanten verwechselt haben.

--

Roland Franzius

Volker Gringmuth

unread,
Jan 24, 2014, 12:25:08 AM1/24/14
to
Sepp Neuper wrote:

> Nein, Roland hat sich nur an Brecht angelehnt.
> Der hatte ja auch richtigerweise vermutet, daß Cäsar nicht alleine
> unterwegs war, sondern mindestens noch einen Koch dabei hatte.

Diese seine Vermutung galt aber Hannibal, WIMRE.


vG
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Volker Gringmuth

unread,
Jan 24, 2014, 7:30:46 PM1/24/14
to
Sepp Neuper wrote:

> Nö, es war schon Cäsar. Es ging um den Gallischen Krieg.

<note target=&self;>Erst wikipädieren, dann posten.</note>


vG

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 26, 2014, 1:40:39 PM1/26/14
to
On Thu, 23 Jan 2014 18:24:12 -0500, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>* Uwe Schickedanz:
>
>> On Thu, 23 Jan 2014 13:03:43 -0500, Oliver Cromm
>> <lispa...@crommatograph.info> wrote:
>>
>>>* Roland Franzius:
>>>
>>>> Am 23.01.2014 08:09, schrieb Horst-D.Winzler:
>>>
>>>>> Dabei heißt es doch: Rom sehen und (dann) sterben
>>>>
>>>> Tja, das ist dann ein trauriges Ende, ein paar hundert Kilometer vor dem
>>>> Ziel. Hat aber seinerzeit so manchen erwischt, die seine Würfel
>>>> vorzeitig beim Überschreiten des Tibers hingeworfen hat.
>>>
>>>Bitte das nächste mal vor dem Schreiben Gehirn einnorden.
>> https://www.google.com/search?q=sehen+und+sterben&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial&client=seamonkey#q=%22Neapel+sehen+und+sterben%22&rls=org.mozilla:de:unofficial&safe=off
>
>Bei Bewegungsrichtung Rom-Neapel ist der Würfelwurf am Tiber
>keineswegs vor-, sondern ausgesprochen nachzeitig.
>
>https://www.google.ca/#q=w%C3%BCrfel+sind+gefallen+rubicon

Das mag richtig sein, war mir aber für die Frage, wie denn die in Rede
stehende Rede sich wendet, egal.

Detlef Meißner

unread,
Feb 2, 2014, 2:26:04 PM2/2/14
to
Volker Gringmuth schrieb:
> Sepp Neuper wrote:
>
>> Nö, es war schon Cäsar. Es ging um den Gallischen Krieg.
>
> <note target=&self;>Erst wikipädieren, dann posten.</note>

Ist doch alles nur gefälscht!

Detlef

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