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Ich suche Hilfe

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David Lee

unread,
Sep 7, 1999, 3:00:00 AM9/7/99
to
Hallo Gruppe!
Ich brauche Hilfe...ich besitze 3 deutsche Woerterbuecher und kann trotzdem
bestimmten Woerter oder Ausdruecke nicht darin finden....Koennten jemand mir
bitte dabei helfen, die Bedeutung dieser Woerter finden?

1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"...dieser Redensart ist schwer fuer
mich zu begreifen...es steht nicht in meinem Buch...
2) "Persilscheinantworten" ...was? Ich kenne doch "antworten" und "schein"
aber solch ein wort wie "persil" steht in meinen Woertebuechern nicht.
3) 'reine jux und tollerei'...ich weiss nicht, was dieser ausdruck
bedeutet....
4) sie wissen es seit "eh und je"....diese woerter sind nicht in meinem Buch
zu finden...
5) erst auf die sanfte Tour versuchen...?
6)zur Urabstimmung schreiten....ich weiss, was "Abstimmung" bedeutet, aber
ich finde die bedeutung fuer "Urabstimmung" nicht..."Ur" bedeutet ja
"ancient", aber "ancient vote" klingt nicht recht.
7) Computer und Sekt im gleichen Laden vertickt werden. vertickt? nicht in
meinen Woerterbuechern.

Ich hoffe, dass jemand mir vielleicht helfen wird. Ich studiere deutsch
selbst. Ich habe nur Buecher zu lesen und NG's auf deutsch. Ich habe 3
Woerterbuecher und nichts mehr. Ich lese deutsch oft, denn ich moechte die
Sprache besser kennen. Ich danke Ihnen alle im voraus.

Gruesse aus der USA
David Lee

Bettina Price

unread,
Sep 8, 1999, 3:00:00 AM9/8/99
to

David Lee wrote in message <7r4lu3$eum$1...@news3.infoave.net>...

|Hallo Gruppe!
|Ich brauche Hilfe...ich besitze 3 deutsche Woerterbuecher und kann trotzdem
|bestimmten Woerter oder Ausdruecke nicht darin finden....Koennten jemand
mir
|bitte dabei helfen, die Bedeutung dieser Woerter finden?
|
|1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"...dieser Redensart ist schwer fuer
|mich zu begreifen...es steht nicht in meinem Buch...

to kick the bucket voluntarily


|2) "Persilscheinantworten" ...was? Ich kenne doch "antworten" und "schein"
|aber solch ein wort wie "persil" steht in meinen Woertebuechern nicht.

Persil = Brandname of a detergent; Persilschein was the piece of paper you
got given by "Entnazifizierungsbehörden" to confirm that you were innocent
of Nazi crimes (the ads for Persil always ran that it washed whiter than
white....); Persilscheinantworten = answers aimed at whitewashing yourself,
mebbe; depends on the context.

|3) 'reine jux und tollerei'...ich weiss nicht, was dieser ausdruck
|bedeutet....

Nothing but fun and games

|4) sie wissen es seit "eh und je"....diese woerter sind nicht in meinem
Buch
|zu finden...

they have known it forever

|5) erst auf die sanfte Tour versuchen...?

to try the softly-softly approach first

|6)zur Urabstimmung schreiten....ich weiss, was "Abstimmung" bedeutet, aber
|ich finde die bedeutung fuer "Urabstimmung" nicht..."Ur" bedeutet ja
|"ancient", aber "ancient vote" klingt nicht recht.


Unmittelbare Abstimmung (ohne Wahlmänner); ballot

|7) Computer und Sekt im gleichen Laden vertickt werden. vertickt? nicht in
|meinen Woerterbuechern.


verticken = to flog (slang term for to sell)

|
|Ich hoffe, dass jemand mir vielleicht helfen wird. Ich studiere deutsch
|selbst. Ich habe nur Buecher zu lesen und NG's auf deutsch. Ich habe 3
|Woerterbuecher und nichts mehr. Ich lese deutsch oft, denn ich moechte die
|Sprache besser kennen. Ich danke Ihnen alle im voraus.
|

Sorry that I did this in English, my brain is refusing to switch over to
German this morning.

Jrieße,

Bettina
--
Bettina Cornelia Price
bet...@pappnase.demon.co.uk
Technical translations Eng > Ger, tourist brochures only when desperate
Company motto: I can do waffle in my sleep
HTH,

Bettina
--
Bettina Cornelia Price
bet...@pappnase.demon.co.uk
Technical translations Eng > Ger, tourist brochures only when desperate
Company motto: I can do waffle in my sleep

Gerald Endres

unread,
Sep 8, 1999, 3:00:00 AM9/8/99
to
"David Lee" <ro...@infoave.net> schrieb:

>Koennten jemand mir
>bitte dabei helfen, die Bedeutung dieser Woerter finden?

Hallo David,
ich versuche es mal.

>1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"...dieser Redensart ist schwer fuer
>mich zu begreifen...es steht nicht in meinem Buch...

"den Löffel abgeben" ist ein Slang-Ausdruck für "sterben". "Freiwillig
den Löffel abzugeben" kann eigentlich nur bedeuten, Selbstmord zu
begehen

>2) "Persilscheinantworten" ...was? Ich kenne doch "antworten" und "schein"
>aber solch ein wort wie "persil" steht in meinen Woertebuechern nicht.

Hier wird es kompliziert. "Persil" ist eine sehr bekannte und auch
sehr alte Waschmittelmarke. Um den "Persilschein" zu verstehen, muß
man jedoch in die deutsche Geschichte zurückgehen: Nach dem zweiten
Weltkrieg veruchten die Alliierten, Deutschland zu entnazifizieren.
Dabei sollten Nazis und ihre Mitläufer bestraft und aus wichtigen
Positionen entfernt werden. In den Überprüfungen brachten Verdächtigte
sehr oft schriftliche Erklärungen aller möglichen Leute, die
bescheinigten, daß der Betreffende kein Nazi gewesen sei, Verfolgten
geholfen habe usw. Viele dieser Bescheinigungen waren falsch oder aus
Gefälligkeit geschrieben, und oft bescheinigten sich Schuldige
gegenseitig die Unschuld. Im Volksmund hießen diese Erklärungen, mit
denen man sich reinzuwaschen versuchte, Persilscheine, - und dieser
Ausdruck ist erhalten geblieben. Gemeint ist heute jede Form von
Unschuldserklärung, an der Zweifel angebracht sind: "Er stellte ihm
einen Persilschein aus."


>3) 'reine jux und tollerei'...ich weiss nicht, was dieser ausdruck
>bedeutet....

"Jux" ist Spaß, Scherz, Vergnügen, "Tollerei" meint fast dasselbe mit
einer Beimischung von Übermut und Grenzüberschreitung. "Just for fun"
ist als Übersetzung etwas zu schwach.

>4) sie wissen es seit "eh und je"....diese woerter sind nicht in meinem Buch
>zu finden...

"seit eh und je" = schon immer
(ich vermute aus "seit ehedem und jeher")

>5) erst auf die sanfte Tour versuchen...?

Bei der "sanften Tour" (Tour = Methode) versucht man jemanden mit den
Mitteln der Überredung oder Überzeugung zu einem gewünschten Verhalten
zu bringen. Die Alternative dazu ist die "harte Tour", d.h., der
Einsatz von Zwang und/oder Gewalt. Wenn jemand davon spricht, es erst
einmal auf die sanfte Tour zu versuchen, enthält das schon die
Drohung, notfalls auch härtere Mittel einzusetzen.

>6)zur Urabstimmung schreiten....ich weiss, was "Abstimmung" bedeutet, aber
>ich finde die bedeutung fuer "Urabstimmung" nicht..."Ur" bedeutet ja
>"ancient", aber "ancient vote" klingt nicht recht.

die Vorsilbe "Ur-" kann auch "echt", "ursprünglich" etc. bedeuten. Im
Zusammenhang mit Wahlen und Abstimmungen spielte das "Ur-" vor allem
im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Die Demokraten forderten die
"Urwahl", also direkte Wahlen im Gegensatz zu indirekten Wahlen über
Wahlmänner. Heute hört man dieses "Ur-" nur noch im Zusammenhang mit
Tarifauseinandersetzungen: Einen Streik können bei uns nicht die
Gewerkschaftsführer beschließen, sondern nur alle
Gewerkschaftsmitglieder der betreffenden Branche und Region in einer
"Urabstimmung". Der Gang zur Wahl wird im Deutschen oft mit dem etwas
veralteten und feierlichen "Schreiten" bezeichnet.

>7) Computer und Sekt im gleichen Laden vertickt werden. vertickt? nicht in
>meinen Woerterbuechern.

"Verticken" ist Slang für "Verkaufen"

Gruß
Gerald

--
http://www.snafu.de/~endres/


Arnulf Sopp

unread,
Sep 8, 1999, 3:00:00 AM9/8/99
to
"David Lee" <ro...@infoave.net> schrieb:


> 1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"

"Den Löffel abgeben" heißt in ziemlich zynischem Straßendeutsch
sterben. Soviel ich weiß, hat diese Formulierung ihren Ursprung beim
Militär, wo man bei der Entlassung alles wieder abgeben muß, das man
erhalten hat. Der Tod wird sprachlich also wie eine Entlassung
behandelt.

> 2) "Persilscheinantworten"
Persil ist eine Waschmittelmarke. Nach dem 2. Weltkrieg konnte man mit
Hilfe irgendwelcher Dokumente versuchen, vor den alliierten Behörden
als Nicht-Nazi zu gelten. Derartige Dokumente, z. B. Akten oder auch
private Briefe, wurden Persilschein genannt, weil sie den Inhaber
reinwuschen. Das Wort bedeutet im heutigen Sprachgebrauch etwa
universelle Erlaubnis, universelle Entschuldigung. Hitler hat sich
z.B. mit dem Ermächtigungsgesetz einen Persilschein verschafft, weil
er damit praktisch ohne das Parlament regieren konnte. Von einer
Persilscheinantwort habe ich noch nichts gehört. Es wäre aber eine
solche: Franz "Josef" Strauß antwortete mal, man könne ja nicht
ständig mit dem Grundgesetz unter dem Arm rumlaufen. Damit hat er sich
gewissermaßen selbst einen Verfassungsbruch erlaubt bzw. für einen
Verfassungsbruch einen Persilschein ausgestellt.

> 3) 'reine jux und tollerei'

Jux ist eine Verballhornung von lat. iocus (Witz, Spaß).
Tollen/Tollerei ist hier wörtlich als Herumtoben zu verstehen, was ja
Spaß macht. "Aus Jux und Tollerei (Dollerei)" bedeutet also so zum
Spaß, ohne ernsthafte Gründe.

> 4) sie wissen es seit "eh und je"

"Seit ehedem" (schon immer) und "von jeher" (dto.) sind hier des Reims
wegen verkürzt.

> 5) erst auf die sanfte Tour versuchen

Eine Tour ist im Alltagsdeutsch eine Methode oder Art und Weise (oft
abwertend gebraucht). Die sanfte Tour ist eine schonende Art und
Weise. Meist aber wird der Ausdruck als Drohung benutzt, wie aus dem
"erst" hervorgeht. Denn _dann_, wenn die sanfte Tour nichts nützt,
probiert man es "auf die harte Tour". Beispiel: Ein Schuldner will mir
mein Geld nicht zurückgeben. Auf die sanfte Tour rede ich noch mal mit
ihm. Er gibt es aber nicht her. Dann versuche ich es eben auf die
harte Tour: Ich zeige ihn an.

> 6)zur Urabstimmung schreiten
Wenn Gewerkschaften streiken wollen, halten sie darüber eine
Urabstimmung ab. Nur in diesem Zusammenhang kenne ich das Wort.

> 7) Computer und Sekt im gleichen Laden vertickt werden.

Das bedeutet in der Jugendsprache verkaufen.

> Gruesse aus der USA
Aus _den_ U(nited) S(tates of) A(merica) (Plural).

Arnulf
--
http://www.on-luebeck.de/~asopp/

Dirk Jung

unread,
Sep 8, 1999, 3:00:00 AM9/8/99
to
Arnulf Sopp wrote:
>
> "David Lee" <ro...@infoave.net> schrieb:
>
> > 1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"
> "Den Löffel abgeben" heißt in ziemlich zynischem Straßendeutsch
> sterben. Soviel ich weiß, hat diese Formulierung ihren Ursprung beim
> Militär, wo man bei der Entlassung alles wieder abgeben muß, das man
> erhalten hat. Der Tod wird sprachlich also wie eine Entlassung
> behandelt.

Ich habe mal gehört, dass die Redensart aus einer Zeit stammt, in der
viele Menschen eben nur einen Löffel besaßen und mit ihrem Tod also den
Löffel an die Nachfahren abgaben.

Tschüss, Dirk

Helmut Richter

unread,
Sep 9, 1999, 3:00:00 AM9/9/99
to
"Bettina Price" <bettina...@pappnase.demon.co.uk> writes:

>|6)zur Urabstimmung schreiten....ich weiss, was "Abstimmung" bedeutet, aber
>|ich finde die bedeutung fuer "Urabstimmung" nicht..."Ur" bedeutet ja
>|"ancient", aber "ancient vote" klingt nicht recht.

>Unmittelbare Abstimmung (ohne Wahlmänner); ballot

Das Wort Urabstimmung ist mir bis jetzt nur in dem Zusammenhang
begegnet, dass die Arbeitnehmer über einen von der Gewerkschaft
vorgeschlagenen Streik abstimmen. Ich verstehe es als Fachbegriff für
genau diese Situation.

Helmut Richter

Wolfram Steinacker

unread,
Sep 9, 1999, 3:00:00 AM9/9/99
to
Arnulf Sopp schrieb:

> > 1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"
> "Den Löffel abgeben" heißt in ziemlich zynischem Straßendeutsch
> sterben. Soviel ich weiß, hat diese Formulierung ihren Ursprung beim
> Militär, wo man bei der Entlassung alles wieder abgeben muß, das man
> erhalten hat. Der Tod wird sprachlich also wie eine Entlassung
> behandelt.

Umschreibungen für den Begriff "Sterben" sind eine spannende Sache. Wir
sollten uns hier aber vor vorschnellen Zensuren (lugt da der Pauker um
die Ecke?) hüten.

Storfer (Wörter und ihre Schicksale) ordnet die Wendung mehr
kulturgeschichtlich ein.

Neben einer Vielfalt von Bedeutungsfeldern (biblisch, klassisch, etc.)
geht er auf den Bereich des Körperlich-Physischen ein:

"Zahlreich sind die Synonyme für sterben, die den Vorgang als Aufhören
der körperlichen Tätigkeit kennzeichnen, wie z.B.: er hat die 'Augen
geschlossen', er ist 'entschlafen', er ist 'verblichen'. Das
Nichtmehratmenkönnen kommt in vielen Euphemismen vor; der Tote hat
'ausgehaucht' (exspiravit animam), 'er schnauft nimmer' (elsässisch: er
hat usgeschnuft, er het's Schnufe vergesse, ufgän). Immer wieder kehrt
in volkstümlichen Wendungen der Gedanke wieder, daß der Tote nicht mehr
nötig hat zu essen. Da hat scho wider aens d' 'Leffel weggeworfe', sagt
man in München, wenn man die Sterbeglocke läuten hört, Elsässisch: 'er
ißt ke Sester Salz mehr' und schweizerisch: 'er ißt kein Pfund Melw
mehr' bedeutet: der hat nicht mehr lang zu leben. In vielen Variationen
kommt vor: 'er ißt kein Brot mehr', oder 'er bedarf hinfort mehr keines
Brotes'. (man vgl. italienisch: finire di mangiare pane. Bezeichnend
ist, daß im Chinesischen - entsprechend dem Umstande, daß Reis in Ost-
und Südasien die Hauptnahrung ist, - "keinen Reis mehr haben" der
bildliche Ausdruck für "dem Tode nahe sein" ist.)...

<im Französischen:>
...
es heißt vom Sterbenden, er verschlucke seine Zunge (avaler sa lange, im
Argot auch sa gaffe, sa chiffe) oder seine Gabel, seinen Löffel (!) (sa
fourchette, son cuiller). Auf des 'Nichtessen' weisen auch die
Redensarten: perdre le goût au pain, den Geschmack am Brot verlieren,
remercier son boulanger, seinen Bäcker verabschieden, fêler son
saladier, seine Salatschüssel zerbrechen. Hier ist auch anzuführen:
poser sa chique, sein Priemchen (Kautabak) weglegen...)
Andere Redensarten... spielen auf das "Überflüssigwerden gewisser
Gegenstände" an: fermer son paraplue, den Regenschirm zumachen, caser
son crachoir, son fuiet, sa pipe, sa canne, seinen Spucknapf, seine
Peitsche, seine Pfeife seinen Spazierstock zerschlagen, remiser son
fiacre, seinen Wagen in den Schuppen stellen, démonter son choubersky,
seinen "Choubersky" abtragen (so hieß ein beweglicher Stubenofen nach
seinem Erfinder)...

<analog im Engl>
...
to lay down one's knife and fork, Messer und Gabel niederlegen oder: to
stick one's spoon in the wall, seinen Löffel an die Wand hängen =
sterben"

(S.168ff.)

Da wundert mich dann doch ein wenig, daß dem englischsprechenden David
die fragliche Wendung so fremd erscheint.

Herzliche Grüße

Wolfram


João Luiz

unread,
Sep 9, 1999, 3:00:00 AM9/9/99
to
Wolfram Steinacker schrieb:

Brasilianische Ausdrücke:
Die Schienbeine strecken.
Die Stiefeln schlagen.
Den hölzernen Pyjama anziehen.
Von diesem zu einem Besseren abreisen.
Zu einem Treffen mit St. Peter gehen.


> Immer wieder kehrt
> in volkstümlichen Wendungen der Gedanke wieder, daß der Tote nicht mehr
> nötig hat zu essen.

Bei uns etwa umgekehrt:
Jetzt ist er dabei, Gras von den Wurzeln ab zu essen. (Das ist aber sehr
gemein, und man sagt das nur von Leuten, die man am leben nicht mochte.)

Eigentlich, mit Ausnahme von "von diesem zu einem Besseren abreisen",
würde man keine von diesen Ausdrücken in bezug auf einen geliebten Menschen
anwenden.


[Nur eine kleine Frage: In diesem Ausdruck ist Leben gemeint: "Von diesem
zu einem besseren Leben abreisen".
Aber wie ich es vorher geschrieben habe, sollte "Besseren" groß- oder
kleingeschrieben werden?

Frage 2: Wie bleibt es laut der RSR: großschreiben, groß schreiben, gross
schreiben?

Frage 3: Mikako, gibt es so was auch in Japan?]

JL

Martin Gerdes

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Wolfram Steinacker <Wolfram.S...@t-online.de> schrieb:

>Arnulf Sopp schrieb:

>> > 1) "den Loeffel freiwillig abzugeben"
>> "Den Löffel abgeben" heißt in ziemlich zynischem Straßendeutsch
>> sterben.

>Umschreibungen für den Begriff "Sterben" sind eine spannende Sache.
...


>"Zahlreich sind die Synonyme für sterben, die den Vorgang als Aufhören
>der körperlichen Tätigkeit kennzeichnen, wie z.B.: er hat die 'Augen
>geschlossen', er ist 'entschlafen', er ist 'verblichen'. Das
>Nichtmehratmenkönnen kommt in vielen Euphemismen vor; der Tote hat
>'ausgehaucht' (exspiravit animam), 'er schnauft nimmer'

Das Schwäbische kennt "aufamseln" (von anima = Seele) oder
ausgesprochen drastisch "ausgeschissen haben" (das heute
allerdings meist in der Bedeutung "jetzt ist er mit seinem
Latein am Ende" verwendet wird)

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes


Erik Meltzer

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Huhu!

"João Luiz" wrote:
> Den hölzernen Pyjama anziehen.

Schön. Einfach schön.

> Bei uns etwa umgekehrt:
> Jetzt ist er dabei, Gras von den Wurzeln ab zu essen. (Das ist aber sehr
> gemein, und man sagt das nur von Leuten, die man am leben nicht mochte.)

Sowas gibt's auch bei uns: "Er kuckt sich das Gras von unten an."

MfG,
Erik.
--
A smoking corner in a restaurant is akin
to a pissing corner in a swimming pool.

Christoph Baettig

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
João Luiz a écrit dans le message
<37D7FE16...@Maschinenbau.TU-Ilmenau.DE>...
>Wolfram Steinacker schrieb:

Hallo João !

[schnapp]

>Bei uns etwa umgekehrt:
>Jetzt ist er dabei, Gras von den Wurzeln ab zu essen. (Das
ist aber sehr
>gemein, und man sagt das nur von Leuten, die man am leben
nicht mochte.)

....erinnert ans deutsche "ins Gras beissen" - das zwar
laut RedewendungenUndSprichwörtlicheRedensartenDuden11
ebenfalls "sterben" bedeutet, heute allerdings merklich
abgeschwächt, sonst stürben Fussballer tausend Tode -
aber einen anderen Ursprung hat :

"Die Wendung rührt daher, dass Verwundete im Todeskampf in
das Gras oder das Erdreich beissen, um sich die Schmerzen zu
verbeissen [...]" - frz. mordre la poussière = (in) den
Staub beissen.

Englisch gäb's dann noch "asses to asses",
aber das ist eine andere G.Schichte.


>[...]


>[Nur eine kleine Frage: In diesem Ausdruck ist Leben
gemeint: "Von diesem zu einem besseren Leben abreisen".
>Aber wie ich es vorher geschrieben habe, sollte "Besseren"
>groß- oder kleingeschrieben werden?

Wie du's gemacht hast (gross), weil das Bezugswort "Leben"
nicht im Satz steht
(meiner erdartigen Meinung nach).


>Frage 2: Wie bleibt es laut der RSR: großschreiben, groß
>schreiben, gross schreiben?

Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert die Regel, oder sie
bleibt, wie sie ist.

_großschreiben_
bzw. für uns extra wurste(l)nde Schweizer "grossschreiben".

voll zeichnend

C - ¦ #


Frank Zeeb

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Martin Gerdes schrieb:
>
> Das Schwäbische kennt "aufamseln" (von anima = Seele)...

Oder genauer vom Französischen: āme = Seele?

Gruß
Frank

Christian Wetzel

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Erik Meltzer:

> "João Luiz" wrote:
> > Jetzt ist er dabei, Gras von den Wurzeln ab zu essen. (Das ist aber sehr
> > gemein, und man sagt das nur von Leuten, die man am leben nicht mochte.)
>

> Sowas gibt's auch bei uns: "Er kuckt sich das Gras von unten an."

Ich kenne das als "die Radieschen von unten betrachten".
Das empfinde ich aber weniger als gemein, sondern als eine
bewusst veralbernde, respektlose Umschreibung.

Christian

Thorsten Meinecke

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
'ars>' := Arnulf Sopp <as...@on-luebeck.de>

ars> "David Lee" <ro...@infoave.net> schrieb:


> > 7) Computer und Sekt im gleichen Laden vertickt werden.

ars> Das bedeutet in der Jugendsprache verkaufen.

Ursprünglich wohl nur die Hehlerei von Konterbande.

Und da habe ich den Verdacht, daß es sich um einen idiomatischen
Anglizismus handelt. Kann jemand diesen Gebrauch von "to tick",
den ich dann aus demselben Grund nicht in meinem Wörterbuch finden
kann wie David seinen, im Englischen belegen?

> > Gruesse aus der USA
ars> Aus _den_ U(nited) S(tates of) A(merica) (Plural).

Ist nicht immer so eindeutig. Vergleiche "Die USA hat..."
gegenüber "Die USA haben..."

Gruß,
--Thorsten
Zusatzaufgabe: "jmd. tickt nicht mehr richtig" und "to tick s.o.
off" in die jeweils andere Sprache übertragen, ohne Kenntnisse
umgangssprachlicher Wendungen zu besitzen.

Bettina Price

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to

Wolfram Steinacker wrote in message <37D7EFD5...@t-online.de>...

schnibbel

|<analog im Engl>
|...
|to lay down one's knife and fork, Messer und Gabel niederlegen oder: to
|stick one's spoon in the wall, seinen Löffel an die Wand hängen =
|sterben"
|
|(S.168ff.)
|
|Da wundert mich dann doch ein wenig, daß dem englischsprechenden David
|die fragliche Wendung so fremd erscheint.


Dat wird wahrscheinlich daran liegen, daß kein Mensch diese Redewendungen
benutzt. Eine gut Auswahl von Redewendungen für's Sterben im britischen
Englisch findet sich bei Monty Python's Flying Circus im "Parrot Sketch",
und wenn ich mich recht entsinne, finden sich dort auch keine
besteckbezogenen (oder heißt das jetzt Besteck bezogenen? =:-o) Metaphern
für's Ableben.
Wer weiß, nach wievielen Jahren Arbeit in welchen alten Folianten der
Sprachwissenschaftler diese Redewendungen ausgegraben hat...

Tschüß,

Bettina

David Lee

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Hallo Gruppe!
Bei uns in Amerika sagt man manchmal, "kick the bucket" oder "push up
daisies". Ich glaube, auf deutsch "den Eimer mit dem Fusse schlagen". Ich
weiss nicht, wie man sagt auf deutsch "he is pushing up daisies". Ein Daisy
ist eine Blume, ein Gaensebluemchen. Wenn man sagt, "he is pushing up
daisies", er meint, dass die Leiche unter dem Boden liegt und seine Leiche
sei als Duengermittel, die die Blumen oben auf dem Boden helfe.

Bei uns sagt man auch oft, "He is worm meat". Wenn man das sagt, bedeutet
es, das er keinen Respekt fuer den Verstorbenen hat. Auf deutsch ist es "Er
sei Wurmspeise" oder "Wurmfutter".

Ich hoffe, ich habe das richtig auf deutsch ueberstezt. Ich hoffe auch, dass
ich habe oben den Konjunktiven richtig gebraucht. Wenn nicht, koennte jemand
mir es sagen? Ich danke Ihnen sehr. Bis naechsten Mal,

Gruesse aus Amerika,
David Lee

Bettina Price <bettina...@pappnase.demon.co.uk> wrote in message
news:936976725.23679.3...@news.demon.co.uk...

David Lee

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Hi Thorsten!
Danke fuer die Korrektion! Ich habe einen unversoenlichen Fehler dabei
gemacht, denn ich wusste schon, dass die USA Mehrzahl war. Ich habe es
einfach vergessen! Ich mache noch Fehler, wenn ich deutsch schreibe,aber
ich freue mich auch, dass ich in dieser NG Hilfe bekomme, wenn ich das
mache.

Gruesse aus den USA!

David Lee
======================================

Thorsten Meinecke <kae...@myshkin.aball.de> wrote in message news:7rakk7>

Erik Meltzer

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Huhu!

Christoph Baettig wrote:
> "Die Wendung rührt daher, dass Verwundete im Todeskampf in
> das Gras oder das Erdreich beissen, um sich die Schmerzen zu

> verbeissen [...]" - frz. mordre la poussičre = (in) den


> Staub beissen.
>
> Englisch gäb's dann noch "asses to asses",
> aber das ist eine andere G.Schichte.

Und natürlich (quoth Queen): "Another one bites the dust."

> (meiner erdartigen Meinung nach).

Nanu? Inwiefern dieses?



> Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert die Regel, oder sie
> bleibt, wie sie ist.

:-)

Bernard Jomain

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
Christoph Baettig <christop...@wanadoo.fr> wrote:

> "Die Wendung rührt daher, dass Verwundete im Todeskampf in
> das Gras oder das Erdreich beissen, um sich die Schmerzen zu

> verbeissen [...]" - frz. mordre la poussière = (in) den
> Staub beissen.

Heutzutage bedeutet aber diese Wendung überhaupt nicht sterben, sondern
besiegt werden (bei einem Kampf oder figürlich) ohne Anspielung auf den
Tod.
In der Umgangssprache sagt man auch für sterben "nach Tannenholz
riechen" !

Gruss
Bernard - Paris

Moosmaker

unread,
Sep 10, 1999, 3:00:00 AM9/10/99
to
David schrieb:

>Ich
>weiss nicht, wie man sagt auf deutsch "he is pushing up daisies". Ein Daisy
>ist eine Blume, ein Gaensebluemchen. Wenn man sagt, "he is pushing up
>daisies", er meint, dass die Leiche unter dem Boden liegt und seine Leiche
>sei als Duengermittel, die die Blumen oben auf dem Boden helfe.
>

Mir kam schon immer das "grow the roses in there poses, fertilized by
Clementine" aus "Clementine" ungemein praktisch gedacht vor. Ist das eine
typisch amerikanische Denkweise oder Selbstverarschung?

grüßend
Reinhard


reinhard w.
moos...@aol.com
page für märchen-freaks:
http://members.aol.com/moosmaker/erich_roeth_verlag.html


João Luiz

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
Christoph Baettig schrieb:

> Englisch gäb's dann noch "asses to asses",
> aber das ist eine andere G.Schichte.

Ist das der Tod der Liebe in der Ehe? :-)

JL

Christoph Baettig

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to

Bernard Jomain a écrit dans le message
<1dxxq9u.1sg...@ppp-184.net3.magic.fr>...
>Christoph Baettig <christop...@wanadoo.fr> wrote:
>


>> frz. mordre la poussière = (in) den
>> Staub beissen.


>Heutzutage bedeutet aber diese Wendung überhaupt nicht
>sterben, sondern besiegt werden (bei einem Kampf oder
figürlich) ohne
>Anspielung auf den Tod.

Genau wie die erwähnte dt. Wendung. - Der 'Dictionnaire
des
locutions idiomatiques françaises' (Lafleur/Duculot) spricht
im Gegensatz zum erw. Sprichwörterduden beim frz.
"Sandbeissen" nicht einmal in der Ursprungsbedeutung von
"sterben" ; die Wendung hat offenbar bloss besagt, dass ein
Ritter vom Pferd gestossen wurde.

>In der Umgangssprache sagt man auch für sterben "nach
>Tannenholz riechen" !

...kann man denen wünschen, die ohnehin schon "Holzsprache"
(Worthülsen, Pappsprache*) sprechen :-]


Gruss vom blauen Léman
C - ¦ #

________
*bessere Übertragung noch immer gesucht
(Hauptanwendungsgebiet: Politikersprache, reden ohne was zu
sagen)


Torsten Hilbrich

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
"David Lee" <ro...@infoave.net> writes:

> Hallo Gruppe!
> Bei uns in Amerika sagt man manchmal, "kick the bucket" oder "push up
> daisies". Ich glaube, auf deutsch "den Eimer mit dem Fusse schlagen".

Ich würde hier "den Eimer treten" bevorzugen. Allerdings erschließt
sich mir nicht so recht der Sinn dieses Ausdrucks.

> Ich weiss nicht, wie man sagt auf deutsch "he is pushing up
> daisies". Ein Daisy ist eine Blume, ein Gaensebluemchen. Wenn man
> sagt, "he is pushing up daisies", er meint, dass die Leiche unter
> dem Boden liegt und seine Leiche sei als Duengermittel, die die
> Blumen oben auf dem Boden helfe.

vielleicht wäre "Er bringt Gänseblümchen zum Blühen." oder ähnliches
angemessen, da schließlich viel Dünger zum Blühen benötigt wird.
Statt Blühen könnte ich mir auch "Gedeihen" vorstellen.

> Bei uns sagt man auch oft, "He is worm meat". Wenn man das sagt,
> bedeutet es, das er keinen Respekt fuer den Verstorbenen hat. Auf
> deutsch ist es "Er sei Wurmspeise" oder "Wurmfutter".

"Er ist Wurmfutter" ist auf jeden Fall zu bevorzugen.

> Ich hoffe, ich habe das richtig auf deutsch ueberstezt. Ich hoffe
> auch, dass ich habe oben den Konjunktiven richtig gebraucht. Wenn
> nicht, koennte jemand mir es sagen? Ich danke Ihnen sehr.

Bis bald,

Torsten

--
Homepage: http://www.in-berlin.de/User/myrkr

Arnulf Sopp

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
kae...@myshkin.aball.de (Thorsten Meinecke) schrieb:


> > > Gruesse aus der USA
> ars> Aus _den_ U(nited) S(tates of) A(merica) (Plural).

^^^ Das vermanscht die Übersicht.


>
> Ist nicht immer so eindeutig. Vergleiche "Die USA hat..."
> gegenüber "Die USA haben..."

Sie haben immer ...

Arnulf
--
http://www.on-luebeck.de/~asopp/

João Luiz

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Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
David Lee schrieb:

>
> Hallo Gruppe!
> Bei uns in Amerika sagt man manchmal, "kick the bucket"

In Brasilien bedeutet das "aufgeben" -aber in einer etwa kräftigeren
Weise zeigend, daß man sich keine Mühe mehr geben wird, als bloß
einfach aufhören, etwas zu tun.
Im allgemeinen wenn einer dabei ist, einen Gefallen zu tun oder
Probleme von anderen zu lösen, und diese haben sich gezeigt, dieser
Mühe nicht würdig zu sein.

JL

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
Bernard Jomain (bjo...@bigfoot.com) meinte hier folgendes:

> Christoph Baettig <christop...@wanadoo.fr> wrote:
>
> > "Die Wendung rührt daher, dass Verwundete im Todeskampf in
> > das Gras oder das Erdreich beissen, um sich die Schmerzen zu
> > verbeissen [...]" - frz. mordre la poussičre = (in) den

> > Staub beissen.
>
> Heutzutage bedeutet aber diese Wendung überhaupt nicht sterben, sondern
> besiegt werden (bei einem Kampf oder figürlich) ohne Anspielung auf den
> Tod.
> In der Umgangssprache sagt man auch für sterben "nach Tannenholz
> riechen" !

Soweit ich weiß, gibt es im Französischen auch "aller manger les
pissenlits par la racine" (den Löwenzahn von der Wurzel her essen). Finde
ich sehr gelungen. Das entspricht auch in etwa dem deutschen "die

Radieschen von unten betrachten".

Gruß, Wolfram

Peter Ringeisen

unread,
Sep 11, 1999, 3:00:00 AM9/11/99
to
On Fri, 10 Sep 1999 16:20:22 +0100, "Bettina Price"
<bettina...@pappnase.demon.co.uk> wrote
in <936976725.23679.3...@news.demon.co.uk>:

>Wolfram Steinacker wrote in message <37D7EFD5...@t-online.de>...

>|to lay down one's knife and fork, Messer und Gabel niederlegen oder: to

[...]


>|Da wundert mich dann doch ein wenig, daß dem englischsprechenden David
>|die fragliche Wendung so fremd erscheint.
>
>Dat wird wahrscheinlich daran liegen, daß kein Mensch diese Redewendungen
>benutzt. Eine gut Auswahl von Redewendungen für's Sterben im britischen
>Englisch findet sich bei Monty Python's Flying Circus im "Parrot Sketch",
>und wenn ich mich recht entsinne, finden sich dort auch keine
>besteckbezogenen (oder heißt das jetzt Besteck bezogenen? =:-o) Metaphern
>für's Ableben.

Stimmt - weder Messer noch Gabel noch Lic^H^H^H Löffel kommen da vor:
Siehe:
---------
[...]
Customer: Voom? Mate, this parrot wouldn't voom if you put four
million volts through it. 'e's bleedin' demised!
Shopkeeper: No, no, he's pinin'!
Customer: He's not pinin', he's passed on! This parrot is no more. He
has ceased to be. He's expired and gone to meet his maker. He's a
stiff, bereft of life. He rests in peace. If you hadn't nailed him to
the perch he'd been pushin' up the daisies! He's off the twig, he's
curled up his tootsies, he's shuffled off this mortal coil, he's rung
down the curtain and joined the bleedin' choir invisible. He ***in'
snuffed it. These are meta-metabolic processes, he's had his lot. All
statements to the effect that this parrot is still a going concern are
from now on inoperative. This is an ex-parrot.
[...]
---------
[as reprinted in "British Humour" (http://www.ringeisen.de/brhum.htm)]

Schönen Gruß
pcr


Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany)
"Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python)

Bernard Jomain

unread,
Sep 12, 1999, 3:00:00 AM9/12/99
to
Wolfram Meyer-von Gagern <gag...@gmx.de> wrote:


> Soweit ich weiß, gibt es im Französischen auch "aller manger les
> pissenlits par la racine" (den Löwenzahn von der Wurzel her essen). Finde
> ich sehr gelungen. Das entspricht auch in etwa dem deutschen "die
> Radieschen von unten betrachten".

Du hast Recht.
In manchen Fällen kann man übrigens "aller ..." unterlassen, z.B. wenn
die Betroffenen schon unter der Erde sind.

Gruss
Bernard - Paris

Ellersiek@telekom.de Christian Ellersiek

unread,
Sep 14, 1999, 3:00:00 AM9/14/99
to

> >
> > Sowas gibt's auch bei uns: "Er kuckt sich das Gras von unten an."
>
> Ich kenne das als "die Radieschen von unten betrachten".
> Das empfinde ich aber weniger als gemein, sondern als eine
> bewusst veralbernde, respektlose Umschreibung.
>
> Christian
>

Und was sagst Du zu: "Er hat ins Gras gebissen !"

Christian E.

Dirk Jung

unread,
Sep 15, 1999, 3:00:00 AM9/15/99
to
Christoph Baettig wrote:

...


> ....erinnert ans deutsche "ins Gras beissen" - das zwar
> laut RedewendungenUndSprichwörtlicheRedensartenDuden11
> ebenfalls "sterben" bedeutet, heute allerdings merklich

> abgeschwächt, sonst stürben Fussballer tausend Tode -...

Allerdings "beißen" die Fußballer nicht ins Gras, sondern sollen eher
"Gras fressen", also ohne Rücksicht auf Verluste (und unter Gefahr von
Bodenkontakt des Gesichts) kämpfen. Natürlich erfordert das Vertilgen
von Gras den vorherigen Biss hinein, aber dieser Biss taucht doch in
Sportreportagen eher seltener auf, wenn ich mich nicht irre.

Tschüss, Dirk

Christoph Baettig

unread,
Sep 16, 1999, 3:00:00 AM9/16/99
to

Dirk Jung a écrit dans le message
<37DFAA27...@uni-paderborn.de>...

>Christoph Baettig wrote:
>
>...
>> ....erinnert ans deutsche "ins Gras beissen" - das zwar
>> laut RedewendungenUndSprichwörtlicheRedensartenDuden11
>> ebenfalls "sterben" bedeutet, heute allerdings merklich
>> abgeschwächt, sonst stürben Fussballer tausend Tode -...


>Allerdings "beißen" die Fußballer nicht ins Gras,


---"Gestern, einen Tag nachdem die Truppe von Bundestrainer
Berti Vogts sportlich beinahe ins Gras gebissen hätte,
forderte Kapitän Jürgen Klinsmann nach dem lockeren
Training, endlich einmal das Positive am bisherigen
WM-Verlauf anzuerkennen."
Berliner Morgenpost, 1.7.98

---"Lothar Mattäus wurde Abwehrchef. Thon: 'Die Leistung war
nicht entscheidend. Aber ich bin ja kein Einzelschicksal.
Auch andere mußten in Frankreich ins Gras beißen.'"
Bild, 29.7.98

---"Einträchtig führen Siemensstadt und Berliner RC (je 6
Punkte) die Zweitliga-Tabelle an. Sonnabend (15 Uhr,
Rohrdamm) muß einer ins Gras beißen." (Rugby)
Berliner Morgenpost, 13.9.97


>sondern sollen eher
>"Gras fressen", also ohne Rücksicht auf Verluste (und unter
>Gefahr von

>Bodenkontakt des Gesichts) kämpfen. [...]


Bsp.:
---"Für Daum war wohl auch wichtig, daß seine Mannschaft 90
Minuten lang "Gras gefressen" und auch die meisten
Zweikämpfe gewonnen hatte. "
Bild, 23.2.98


Übrigens ist "Gras fressen" ein Pleonasmus, falls, wie Kluge
vermutet, "Gras" von griechisch gráo (ich
fresse) kommt....


>aber dieser Biss taucht doch in
>Sportreportagen eher seltener auf, wenn ich mich nicht
>irre.

dafür passte er besser zum Thema :-)


Das "Gras Fressen" hatte ich bisher weder in meinem aktiven
Wortschatz noch kannte ich dessen eigentliche Bedeutung.
Deshalb: SWWG (schon wieder was gelernt)


1 grosser Grasgruss!

C - ¦ #

Dirk Jung

unread,
Sep 20, 1999, 3:00:00 AM9/20/99
to
Christoph Baettig wrote:
>
> Dirk Jung a écrit dans le message

Isch kann aba nisch güt Fransösisch!

...
> >Allerdings "beißen" die Fußballer nicht ins Gras,

[drei Beispiele für "ins Gras beißen" aus Sportberichten]

Ok, ich gebe mich geschlagen. Allerdings handelt es sich bei den
Ausschnitten eher um die normale übertragene Verwendung von "ins Gras
beißen" als "verlieren" bzw. "schlecht aussehen".

> >sondern sollen eher
> >"Gras fressen", also ohne Rücksicht auf Verluste (und unter
> >Gefahr von
> >Bodenkontakt des Gesichts) kämpfen. [...]
>
> Bsp.:
> ---"Für Daum war wohl auch wichtig, daß seine Mannschaft 90
> Minuten lang "Gras gefressen" und auch die meisten
> Zweikämpfe gewonnen hatte. "
> Bild, 23.2.98

...


> Das "Gras Fressen" hatte ich bisher weder in meinem aktiven
> Wortschatz noch kannte ich dessen eigentliche Bedeutung.

Das hat in der letzten Zeit bei Fußballübertragungen um sich gegriffen
(ähnlich wie der "Indicativus irrealis" wie in Sätzen wie "Wenn er den
Freistoß in der 30. Minute reinmacht, dann geht das Spiel ganz anderes
aus!"). Interessant, dass du ausgerechnet ein Zitat von Christoph Daum
gefunden hast, denn er könnte auch gut der Urheber sein.

Tschüss, Dirk

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