Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Woher kommt "spinxen"

304 views
Skip to first unread message

Burkhard Schultheis

unread,
Nov 11, 2007, 7:04:32 AM11/11/07
to
Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken. Ich habe nun mal bei Google
danach gesucht und dieses Wort in skandinavischen und deutschen Gruppen
gefunden.

Woher kommt "spinxen" wohl? Vielleicht aus dem Lateinischen: specio,
spexi spectum Spähen, nach etwas sehen? Oder habt ihr andere
Erkenntnisse?

Grüße,
Burkhard
--
A: Weil es die Lesbarkeit des Textes verschlechtert.
F: Warum ist TOFU so schlimm?
A: TOFU
F: Was ist das größte Ärgernis im Usenet?

Markus Loch

unread,
Nov 11, 2007, 8:13:26 AM11/11/07
to
Burkhard Schultheis wrote:
> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken.

Das Wort kenne ich aus der Moselgegend.


Gruss
Markus

Message has been deleted

Michael Kallweitt

unread,
Nov 11, 2007, 11:25:11 AM11/11/07
to
Burkhard Schultheis <burkhard....@web.de> writes:

> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken.

Im Ruhrgebiet heißt es "spicken". Das ist dem lateinischen "specio"
noch ähnlicher.

Oliver Cromm

unread,
Nov 11, 2007, 12:02:58 PM11/11/07
to

Auch im Raum Frankfurt (Main) war "spicken" und "Spickzettel" üblich.

--
Oliver C.

R.R.K0PP

unread,
Nov 11, 2007, 12:47:09 PM11/11/07
to
Oliver Cromm meinte:

> Michael Kallweitt wrote:


>
>> Burkhard Schultheis writes:
>>
>>> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
>>> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken.
>>
>> Im Ruhrgebiet heißt es "spicken". Das ist dem lateinischen "specio"
>> noch ähnlicher.
>
>Auch im Raum Frankfurt (Main) war "spicken" und "Spickzettel" üblich.
>

Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
am Niederrhein*).
Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen, der Spickzettel ist der
Pfuschzettel. Spinxen meit so was wie verstohlenes Lauern: "Wat is dä
da widder am tun!"

*) Die henger de Jardine stonn un spinxe, dat sinn de schlähtste
Mensche.
--
Rolf

Oliver Cromm

unread,
Nov 11, 2007, 12:52:25 PM11/11/07
to
On Sun, 11 Nov 2007 18:47:09 +0100, R.R.K0PP wrote:

> Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
> am Niederrhein*).
> Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen

... in dieser (hier neulich besprochenen) regionalen Bedeutung von
"pfuschen" ...

Ansonsten - zumindest ist es ein unterschiedlicher Gebrauch, als
unterschiedliche Bedeutung würde ich es bisher noch nicht einordnen.

--
Oliver C.

Michael Kallweitt

unread,
Nov 11, 2007, 1:23:05 PM11/11/07
to
R.R.K0PP <Ro...@gmx.com> writes:

>>> Burkhard Schultheis writes:
>>>
>>>> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
>>>> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken.
>>>

[...]


> Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
> am Niederrhein*).
> Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen, der Spickzettel ist der
> Pfuschzettel.

... was aber in der Praxis auch nichts anderes als "verstohlen nach
etwas gucken" bedeutet, wobei dieses "etwas" den Spickzettel oder die
Arbeit des Tischnachbarn bezeichnet.

R.R.K0PP

unread,
Nov 11, 2007, 1:50:56 PM11/11/07
to
Oliver Cromm meinte:

>R.R.K0PP wrote:
>
>> Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
>> am Niederrhein*).
>> Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen
>
>... in dieser (hier neulich besprochenen) regionalen Bedeutung von
>"pfuschen" ...
>
>Ansonsten - zumindest ist es ein unterschiedlicher Gebrauch, als
>unterschiedliche Bedeutung würde ich es bisher noch nicht einordnen.
>

Spicken war während meiner Schulzeit (die fand in den Vierzigern und
Fünfzigern statt) nicht üblich, es wurde gepfuscht, und zwar mit
Pfuschzetteln, mit Flüstern oder durch vom Nachbarn erlaubten
Abschreiben. Auf das Heft des Nachbarn wurde allenfalls gelinst, also
geschielt. Und wenn's arg auffällig war, dann bekam man eine Quittung
in Rot: "Täuschungsversuch", Sechs.

Spicken erreichte meine Begriffswelt erst in den Sechzigern, sozusagen
in zweiter Instanz, vermutlich war es zugewandert aus anderen
Regionen.

Spinxen dagegen meint lauernd und hinterhältig, sich ungefragt und
(hoffentlich) unbemerkt in die Angelegenheiten Anderer einmischen; dem
Spinxer erwächst aus seinem Tun auch kein Vorteil (es sei dennn, er
kann seinem Klatschbedürfnis neue Nahrung verschaffen). Spnxen ist
etwas Niedriges, und es schadet dem Ruf.

Ja so ist das hier am Niederrhein.
--
Rolf

Stephen Hust

unread,
Nov 11, 2007, 2:26:21 PM11/11/07
to
Burkhard Schultheis <burkhard....@web.de> wrote:

> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen",
> was IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken. Ich habe nun mal
> bei Google danach gesucht und dieses Wort in skandinavischen und
> deutschen Gruppen gefunden.
>
> Woher kommt "spinxen" wohl? Vielleicht aus dem Lateinischen:
> specio, spexi spectum Spähen, nach etwas sehen? Oder habt ihr
> andere Erkenntnisse?

Nach dem Rheinischen Wörterbuch kommt "spinksen" wahrscheinlich
von "Spinken". Aber woher kommt "Spinken"?

| *Spinken* [...] vereinzelt RRip in Sieg-Ägid Pl. t.: in der
| Wend.: /Sengen Sp. nogohn/ für sich allein seinem Vergnügen
| nachgehen.
|
| *spinksen* wahrscheinlich eine Abl. des vorigen Wortes [...]:
| scharf aufpassen, angestrengt, erwartungsvoll lauschen, lauern;
| etwas erfahren wollen durch Sehen, Spähen u. Horchen; /do steht
| am Finster (an der Dür) un spinks/ [...]

Mehr hier:

<http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/WBB/rhwb/wbgui?mode=hierarchy&textsize=600&lemid=RS20873&query_start=1&totalhits=0&textword=&locpattern=&textpattern=&lemmapattern=&verspattern=>

oder

<http://tinyurl.com/2w72ht>

--
Steve

My e-mail address works as is.

Rolf Magnus

unread,
Nov 11, 2007, 2:39:05 PM11/11/07
to
R.R.K0PP wrote:

> Oliver Cromm meinte:
>
>> Michael Kallweitt wrote:
>>
>>> Burkhard Schultheis writes:
>>>
>>>> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
>>>> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken.
>>>
>>> Im Ruhrgebiet heißt es "spicken". Das ist dem lateinischen "specio"
>>> noch ähnlicher.
>>
>>Auch im Raum Frankfurt (Main) war "spicken" und "Spickzettel" üblich.
>>
> Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
> am Niederrhein*).
> Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen, der Spickzettel ist der
> Pfuschzettel.

Ich kenne Spicken nur als Versuch, nebenher unauffällig etwas zu lesen. Das
kann z.B. bei einer Prüfung der Text des Sitznachbars oder ein Spickzettel
sein, aber auch bei einem Vortrag ein paar stichwortartige Notizen, damit
man nichts vergisst.
Und dann gibt es noch die Spickzettel, die man vor einer Prüfung schreibt,
aber nicht um sie in der Prüfung selbst zu nutzen, sondern weil sie einen
beim Lernen helfen.
Pfuschen nenne ich es, wenn eine Arbeit schlampig durchgeführt wird. Das hat
mit Spicken überhaupt nichts zu tun.

Burkhard Schultheis

unread,
Nov 11, 2007, 4:01:54 PM11/11/07
to

Markus Loch

unread,
Nov 11, 2007, 4:03:19 PM11/11/07
to
R.R.K0PP wrote:
> Spicken war während meiner Schulzeit (die fand in den Vierzigern und
> Fünfzigern statt) nicht üblich, es wurde gepfuscht, und zwar mit
> Pfuschzetteln, mit Flüstern oder durch vom Nachbarn erlaubten
> Abschreiben.

Habt ihr wirklich "pfuschen" und "Pfuschzettel" gesagt. Also bei uns
hiess das "fuschen" und "Fuschzettel", da war nix von einem P im
Anlaut zu hören.

> Spicken erreichte meine Begriffswelt erst in den Sechzigern, sozusagen
> in zweiter Instanz, vermutlich war es zugewandert aus anderen
> Regionen.

Volle Zustimmnung. Spicken stammt nicht aus dem Rheinland.

> Spinxen dagegen meint lauernd und hinterhältig, sich ungefragt und
> (hoffentlich) unbemerkt in die Angelegenheiten Anderer einmischen; dem
> Spinxer erwächst aus seinem Tun auch kein Vorteil (es sei dennn, er
> kann seinem Klatschbedürfnis neue Nahrung verschaffen). Spnxen ist
> etwas Niedriges, und es schadet dem Ruf.

So ähnlich würde ich die Anwendung von "spinxen" auch beschreiben.
Man beobachtet eine Person oder Artefakte einer Person.
Der andere bemerkt nichts davon. Er darf auch nicht bemerken,
dass er beobachtet wird.
Deswegen verhält sich der Spinxer so, dass dem Beobachteten nicht
auffällt, dass er beobachtet wird.
Wenn der Spinxer beim spinxen erwischt wird, ist er/sie beschämt,
weil er sich in die Privatsphäre eines anderen eingemischt hat.

Ich kenne die Anwendung des Wortes spinxen nur für optische
Ereignisse. Eine Übertragung auf akustische Ereignisse
kam nie zur Anwendung, wäre aber verstanden worden.
Z.B. spinxen durch Abhören eines Telefons.

spinxen beschreibt sehr gut die Tätigkeit eines Spanners oder
Voyeurs oder das was Schäuble vorhat.

Gruss
Markus

R.R.K0PP

unread,
Nov 11, 2007, 4:47:10 PM11/11/07
to
Markus Loch meinte:

>R.R.K0PP wrote:
>> Spicken war während meiner Schulzeit [...] nicht üblich, es wurde

>> gepfuscht, und zwar mit Pfuschzetteln, mit Flüstern oder durch

>> vom Nachbarn erlaubtes Abschreiben.

>
>Habt ihr wirklich "pfuschen" und "Pfuschzettel" gesagt. Also bei uns
>hiess das "fuschen" und "Fuschzettel", da war nix von einem P im
>Anlaut zu hören.
>

Gesprochen haben wir natürlich so, wie du es schreibst. Kein Mensch
käme hier auf die Idee, und würde es überhaupt schaffen, solche
Lippenverrenkungen zu vollbringen. Bei uns heißt es "Ferd", "Flaume"
und "Flanze". Und natürlich "fuschen".

>> Spicken erreichte meine Begriffswelt erst in den Sechzigern, sozusagen
>> in zweiter Instanz, vermutlich war es zugewandert aus anderen
>> Regionen.
>
>Volle Zustimmnung. Spicken stammt nicht aus dem Rheinland.
>

>> Spinxen dagegen meint lauernd und hinterhältig...

>So ähnlich würde ich die Anwendung von "spinxen" auch beschreiben.
>

>Ich kenne die Anwendung des Wortes spinxen nur für optische
>Ereignisse. Eine Übertragung auf akustische Ereignisse
>kam nie zur Anwendung, wäre aber verstanden worden.
>Z.B. spinxen durch Abhören eines Telefons.
>

Genau so: Gardine ganz vorsichtig beiseite nehmen, ja nicht wedeln,
und dann vorsichtig spinxen. Und nicht zu dicht ans Fenster, sonst
wird man vielleicht noch gesehen.

>spinxen beschreibt sehr gut die Tätigkeit eines Spanners oder
>Voyeurs oder das was Schäuble vorhat.
>

Wie wahr. Lieber ist mir da schon der Spanner, der ja eine zumeist
harmlose Spezies ist.
--
Rolf

R.R.K0PP

unread,
Nov 11, 2007, 5:02:25 PM11/11/07
to
Rolf Magnus meinte:

>R.R.K0PP wrote:
>
>> Spicken ist ein anderes Wort für Pfuschen, der Spickzettel ist der
>> Pfuschzettel.
>

>Pfuschen nenne ich es, wenn eine Arbeit schlampig durchgeführt wird. Das hat
>mit Spicken überhaupt nichts zu tun.
>

Das ist "der Pfusch", Pfusch abliefern, gesprochen immer mit hartem P
im Anlaut.
--
Rolf

Helga Schulz

unread,
Nov 11, 2007, 6:38:47 PM11/11/07
to
Burkhard Schultheis <burkhard....@web.de> schrieb vorher:

>Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
>IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken. Ich habe nun mal bei Google
>danach gesucht und dieses Wort in skandinavischen und deutschen Gruppen
>gefunden.
>
>Woher kommt "spinxen" wohl? Vielleicht aus dem Lateinischen: specio,
>spexi spectum Spähen, nach etwas sehen? Oder habt ihr andere
>Erkenntnisse?

Erkenntnisse nicht, aber könnte das nicht eine lokale Variante
von "spicken", "spickeln" sein? Das bedeutet ja auch "verstohlen
gucken".

Klaus Scholl

unread,
Nov 11, 2007, 10:51:55 PM11/11/07
to
R.R.K0PP schrieb:

> Spicken und spinxen haben unterschiedliche Bedeutung. Wenigstens hier
> am Niederrhein*).
> Spicken ist ein anderes Wort f�r Pfuschen, der Spickzettel ist der
> Pfuschzettel. Spinxen meit so was wie verstohlenes Lauern: "Wat is d�
> da widder am tun!"

Pfuschen ist für mich Trickserei. Es mag sein, daß das Spicken (das
heimliche Blicken, das Luken auf den Spickzettel, oder das Blatt des
Nachbarn) als Trickserei verstanden haben will, das wäre dann wieder
einmal eine Bedeutungsentgleisung. -- Klaus

Rolf Magnus

unread,
Nov 11, 2007, 11:54:51 PM11/11/07
to
R.R.K0PP wrote:

Naja, Pfusch ist eben das, was herauskommt, wenn man pfuscht.

Message has been deleted

Klaus Scholl

unread,
Nov 12, 2007, 6:01:05 AM11/12/07
to
Weil's so schön ist mal ein Beispiel a la Bernhard Shaw: Man könnte,
fingiert man mal eine solche Abfolge von Bedeutungsverschiebungen, einen
"Pfuscher" auch "Blicker" nennen, wenn man "Blicken" als "verstohlenes
Blicken" auffasst, und jemand der verstohlen blickt (lukt) eine
tricksende, pfuschende Absicht unterstellt. Vom Blicker zum Pfuscher ist
es dann doch ein ziemlich weiter Spagat.

Markus Loch

unread,
Nov 12, 2007, 4:21:33 PM11/12/07
to
Klaus Scholl schrieb

> Pfuschen ist für mich Trickserei. Es mag sein, daß das Spicken (das
> heimliche Blicken, das Luken auf den Spickzettel, oder das Blatt des
> Nachbarn) als Trickserei verstanden haben will, das wäre dann wieder
> einmal eine Bedeutungsentgleisung. -- Klaus

Du irrst, "fuschen" und "Fuschzettel" hatten bei uns die gleiche
Bedeutung wie "spicken" und "Spickzettel". Die Wörter wurden genau
so ausgesprochen, wie ich sie geschrieben habe.
Die Wörter spicken und Spickzettel waren unbekannt.

Pfusch ist etwas ganz anderes.

Sagst du wirklich "luken" und nicht "lugen"?

Gruss
Markus

R.R.K0PP

unread,
Nov 12, 2007, 5:47:30 PM11/12/07
to
Rolf Magnus meinte:

Mit Fuschen verdecken schon seit Menschengedenken ganze
Schülergenerationen zeitweilige Konditionsschwächen ziemlich
erfolgreich. Ganz so murksig ist das schon nicht.
--
Rolf

Martin Udelhoven

unread,
Nov 13, 2007, 9:19:42 AM11/13/07
to
"R.R.K0PP" schrieb:

>>Habt ihr wirklich "pfuschen" und "Pfuschzettel" gesagt. Also bei uns
>>hiess das "fuschen" und "Fuschzettel", da war nix von einem P im
>>Anlaut zu hören.
>>
> Gesprochen haben wir natürlich so, wie du es schreibst. Kein Mensch
> käme hier auf die Idee, und würde es überhaupt schaffen, solche
> Lippenverrenkungen zu vollbringen. Bei uns heißt es "Ferd", "Flaume"
> und "Flanze". Und natürlich "fuschen".

So weit ist der Niederrhein von Köln ja nun nicht entfernt: Ich würde
jedenfalls nicht "Fui!" sagen, wenn's bah ist und auch nicht "Forte" wenn
sie mal wieder vor der Nase zuschlägt. Und im Kölschen heißt es "Pääd" für
Pferd und "Pootz" für Pforte, da ist also das F geschluckt und nicht das P.

Martin

Christina Kunze

unread,
Nov 13, 2007, 11:06:38 AM11/13/07
to
"Martin Udelhoven" <maetesu...@googlemail.com> schrieb

>
> So weit ist der Niederrhein von Köln ja nun nicht entfernt: Ich würde jedenfalls nicht "Fui!" sagen, wenn's bah ist und auch nicht
> "Forte" wenn sie mal wieder vor der Nase zuschlägt. Und im Kölschen heißt es "Pääd" für Pferd und "Pootz" für Pforte, da ist also
> das F geschluckt und nicht das P.

Vielleicht weniger geschluckt als vielmehr nie dagewesen.

chr

Martin Udelhoven

unread,
Nov 13, 2007, 11:38:19 AM11/13/07
to
"Christina Kunze" schrieb:

>> Und im Kölschen heißt es "Pääd" für Pferd und "Pootz" für Pforte, da
>> ist also das F geschluckt und nicht das P.
>
> Vielleicht weniger geschluckt als vielmehr nie dagewesen.

Wahrscheinlich hast Du recht, mindestens bei Pootz.

Stimmt übrigens irgendwas nicht mit meinem Zeilenumbruch?

Martin

R.R.K0PP

unread,
Nov 13, 2007, 12:57:29 PM11/13/07
to
"Martin Udelhoven" meinte:

>"R.R.K0PP" schrieb:
>
>>>Habt ihr wirklich "pfuschen" und "Pfuschzettel" gesagt. Also bei uns
>>>hiess das "fuschen" und "Fuschzettel", da war nix von einem P im
>>>Anlaut zu hören.
>>>

>> Bei uns heißt es "Ferd", "Flaume", und "Flanze". Und natürlich "fuschen".


>
>So weit ist der Niederrhein von Köln ja nun nicht entfernt: Ich würde
>jedenfalls nicht "Fui!" sagen, wenn's bah ist und auch nicht "Forte" wenn
>sie mal wieder vor der Nase zuschlägt. Und im Kölschen heißt es "Pääd" für
>Pferd und "Pootz" für Pforte, da ist also das F geschluckt und nicht das P.
>

"Öffnen Sie doch bitte einmal dem Pääd die Pootz."
Tätäh, tätäh, tätäh, bumm!
--
Rolf

Thomas Schade

unread,
Nov 13, 2007, 3:47:28 PM11/13/07
to
On 13.11.2007 17:38, Martin Udelhoven wrote:

> Stimmt übrigens irgendwas nicht mit meinem Zeilenumbruch?

Nein. Wohl aber mit Christinas.


Ciao
Toscha
--
Beauty lies in the eyes of the beerholder.

Christian Seidl

unread,
Nov 13, 2007, 5:32:41 PM11/13/07
to
On 13 Nov., 17:38, "Martin Udelhoven" <maetesudelho...@googlemail.com>
wrote:

> "Christina Kunze" schrieb:
>
> >> Und im Kölschen heißt es "Pääd" für Pferd und "Pootz" für Pforte, da
> >> ist also das F geschluckt und nicht das P.
>
> > Vielleicht weniger geschluckt als vielmehr nie dagewesen.
>
> Wahrscheinlich hast Du recht, mindestens bei Pootz.

Beim "Pääd" auch: lat. "paraveredus" ("Postpferd auf Nebenlinien"),
mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.

Ch.

Oliver Cromm

unread,
Nov 13, 2007, 5:52:10 PM11/13/07
to
* Christian Seidl wrote:

Wie konnte eigentlich ein solch ... abseitiges Wort sich zum
Universalausdruck für "Pferd" entwickeln? OK, das kann man im Grimm
nachvollziehen.

<http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&mode=hierarchy&textsize=600&onlist=&word=Pferd&lemid=GP03183>

Kurzfassung: Postpferd auf Nebenlinien -> Postpferd -> Reisepferd ->
jegliches Pferd.

Das erklärt nebenbei, warum ich mir unter einem "Schlachtroß" was ganz
anderes vorstelle als unter einem "Schlachtpferd".

Zusatzfrage: wann wird aus "Pommes frites" endlich "Pfritt" oder gar
"Pfirt"?

--
Performance: A statement of the speed at which a computer system works.
Or rather, might work under certain circumstances. Or was
rumored to be working over in Jersey about a month ago.

Markus Loch

unread,
Nov 13, 2007, 7:43:00 PM11/13/07
to
Oliver Cromm schrieb
> Christian Seidl schrieb

>> Beim "Pääd" auch: lat. "paraveredus" ("Postpferd auf Nebenlinien"),
>> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.

Bitte diese "oberdeutsche Lautverschiebung" nennen, falls
das geht.

>
> Wie konnte eigentlich ein solch ... abseitiges Wort sich zum
> Universalausdruck für "Pferd" entwickeln?

Kam mir auch immer schon komisch vor, denn es gibt reichlich
Wörter für Pferd im althochdeutschen:

Ehu -> ausgestorben ohne Rest. hat eine gemeinsame Wurzel mit
lat.: Equus

Ross -> ergibt u.a. englisch Horse, das fast gleich ausgesprochen wird.
Im Schwyzzerdytschen *der* Ausdruck für Equus ferus.

Mar -> ergibt Marschall, Marstall, Mähre und vielleicht den
Eigennamen Margot (germ.: für Pferdeflüsterin von "Mar"= Pferd
und "got" = Godi,Götti,Pate. Diese Frage wollte ich
eigentlich in einem separaten Faden aufwerfen. Sie passt
aber jetzt gut hierhin. Die übliche Herleitung von Margarethe
ist mir bekannt. Ich halte diese für abwegig.

Schelch -> vermutlich der Name des mitteleuropäischen Waldtarpans,
eines in Deutschland einst heimischen aber leider
ausgestorbenen Wildpferdes. Der Name lebt weiter in
Schälhengst und ist im Nibelungenlied überliefert.

Gaul -> lebt in einigen Mundarten weiter; ich selbst habe es bei
kanadischen Mennoniten als Hauptbezeichnung für Equus
ferrus gehört.

Hengst -> waren wohl bereits zu sehr eingeschränkt in ihrer Bedeutung
Stute

Wallach -> erst seit 500 Jahren verwendet, damit zu neu.


Warum sich also das Fremdwort Pferd durchgesetzt hat ist mir ein Rätsel.

Gruss
Markus

Thorsten Meinecke

unread,
Nov 14, 2007, 3:02:56 AM11/14/07
to
Markus Loch <m...@rkus-keinspam-lo.ch> schrub:

>> Christian Seidl schrieb
>>> Beim "Pääd" auch: lat. "paraveredus" ("Postpferd auf Nebenlinien"),
>>> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.
>
>Bitte diese "oberdeutsche Lautverschiebung" nennen, falls
>das geht.

Bitte sehr "zweite" oder "hochdeutsche" Lautverschiebung,
rein oberdeutsch ist davon nur k > kch. In den mittel-
deutschen Dialekten, um die es hier offenbar geht, ist
die Verschiebung p > pf stellungsbedingt nur teilweise
durchgeführt: Dorf, Appel, Pund. Das spiegelt sich
auch in der unverschobenen, unumgelauteten Nebenform
mhd. parit zu mhd. pfert wieder.

>> Wie konnte eigentlich ein solch ... abseitiges Wort sich zum
>> Universalausdruck für "Pferd" entwickeln?
>
>Kam mir auch immer schon komisch vor, denn es gibt reichlich
>Wörter für Pferd im althochdeutschen:

Wenn wir schon mal dabei sind, könnten wir diese Frage
auch für "Frau" und "Mädchen" beantworten.

Gruß,
--Thorsten

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 4:52:49 AM11/14/07
to
On 13 Nov., 23:52, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:

> Zusatzfrage: wann wird aus "Pommes frites" endlich "Pfritt" oder gar
> "Pfirt"?

Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform "Pommes
frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit "Fritten" eine
bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch klingende - Kurzform
durchgesetzt.

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 4:56:37 AM11/14/07
to
On 14 Nov., 01:43, Markus Loch <m...@rkus-keinspam-lo.ch> wrote:
> Oliver Cromm schrieb
>
> > Christian Seidl schrieb
> >> Beim "Pääd" auch: lat. "paraveredus" ("Postpferd auf Nebenlinien"),
> >> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.
>
> Bitte diese "oberdeutsche Lautverschiebung" nennen, falls
> das geht.

Wieso sollte ich?

> Warum sich also das Fremdwort Pferd durchgesetzt hat ist mir ein Rätsel.

Bitte dies "Lehnwort" nennen, falls das geht. Warum solltest du?
Darum: Der Begriff "Fremdwort" wird im Deutschen allenfalls dort
verwendet, wo es sich um junge Übernahmen handelt, deren fremder
Ursprung zumal der ungewohnten lautlichen Gestalt wegen noch
allenthalben bekannt ist.

Ch.

Michael Pronay

unread,
Nov 14, 2007, 5:07:43 AM11/14/07
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

>> Zusatzfrage: wann wird aus "Pommes frites" endlich "Pfritt"
>> oder gar "Pfirt"?

> Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform
> "Pommes frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit
> "Fritten" eine bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch
> klingende - Kurzform durchgesetzt.

Das gilt mitnichten für AT. Hier regieren die - MUSEN
scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.

M.

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 14, 2007, 5:28:20 AM11/14/07
to
Christian Seidl (Wed, 14 Nov 2007 01:52:49 -0800):

Ich benutze selber und höre auch meistens "Pommes", gesprochen es da
steht.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (b Berlin) www.bruhaha.de
Mir ist schleierhaft, wieso man ausgerechnet ein Schaf geklont hat, wo
die doch sowieso alle gleich aussehen.

Lothar Frings

unread,
Nov 14, 2007, 5:37:30 AM11/14/07
to
Michael Pronay tat kund:

> Hier regieren die - MUSEN
> scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.

Bei dem Weg: Jüngst gedachte ich, in einer Gaststätte
zu mittagessen, leider kurz nach "Warme Küche bis...".
Kellner daraufhin: "Schniposa können Sie noch kriegen."
Ich: "???"
Kellner: "Schnitzel/Pommes/Salat".

Ist das eine gängige Abk.? Küchenlatein?
Mir war es neu.

Holger Kunadt

unread,
Nov 14, 2007, 5:23:50 AM11/14/07
to
Michael Pronay schrieb:

> > Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform
> > "Pommes frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit
> > "Fritten" eine bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch
> > klingende - Kurzform durchgesetzt.
> Das gilt mitnichten für AT. Hier regieren die - MUSEN
> scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.

Dachte ich es mir doch, daß auch zu dieser Frage irgendwo eine Karte
existiert:

http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/medien/ada/erste_runde/Pommes_Frites.jpg

Qno

--
»Im Prinzip war die Erde unbewohnt und unbewohnbar
und ist es noch immer.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 5:45:10 AM11/14/07
to

In der Schweiz ist das seit längerer Zeit gebräuchlich, wobei freilich
das, was einem hier als "Schnitzel" aufgetischt wird, qualitativ
nichts mit einem Wiener Schnitzel zu tun hat: miserables
(Schweine-)Fleisch, zu dick, nicht geklopft, dazu industriell
gefertigte, ans Fleisch gleichsam angeleimte Panier. Igitt.

Ch., gerade heftig Figlmüller-nostalgisch

Michael Pronay

unread,
Nov 14, 2007, 6:01:23 AM11/14/07
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> Ch., gerade heftig Figlmüller-nostalgisch

Das verklärst Du aber. Einmal gegessen, nie wieder: Das Fleisch
so dunn geklopft, dass es dünner ist als die Panierschichten (es
waren sogar Löcher drinnen), deshalb kaum Fleischgeschmack, und
außerdem wegen der Irrsinnsgröße viel zu schnell auskühlend.

M.

Helmut P. Einfalt

unread,
Nov 14, 2007, 5:45:36 AM11/14/07
to
Holger Kunadt beliebte zu schreiben :

>>> "Fritten"


>>
>> Das gilt mitnichten für AT. Hier regieren die - MUSEN
>> scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.
>
> Dachte ich es mir doch, daß auch zu dieser Frage irgendwo eine Karte
> existiert:
>
>
http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/medien/ada/erste_runde/Pommes_Frites.jpg

Je nun, wie Karten halt so sind: Die hierzulande (Sbg., Oö) häufigste
Form "Pommerl" kommt gleich garnicht vor...

Helmut
--
Nach dera Zei'n kimmt nix mehr

Helmut P. Einfalt

unread,
Nov 14, 2007, 5:48:41 AM11/14/07
to
Michael Pronay beliebte zu schreiben :

Diesbezüglich empfehle ich die "Zwei Liesln" in der Burggasse -- da gibt
es bei Figlmüllerscher Größe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
Schnitzeldicke und Panierstärke, und das um keineswegs Figlmüllersche
Preise. Eine "kleine Portion" ist übrigens auch mehr als ausreichend.

Leider findet sich das als "Geheimtip" [bzw neudeutsch mit Doppel-Pee]
in allen Ausgaben des Lonely Planet -- folglich kriegt man vor lauter
Touris kaum noch einen Platz dort.

Andreas Karrer

unread,
Nov 14, 2007, 8:21:39 AM11/14/07
to
* Markus Loch <m...@rkus-keinspam-lo.ch>:

> Ross -> ergibt u.a. englisch Horse, das fast gleich ausgesprochen wird.
> Im Schwyzzerdytschen *der* Ausdruck für Equus ferus.

"Ross" wird im Schweizerdeutschen von Leuten über sagen wir 70, die in
ihrer Jugend Pferde noch als normale Arbeitstiere erlebt haben, nahezu
ausschliesslich verwendet. Bei den Jüngeren ist es im Schweizerdeutschen
auf den Rückzug, und erschreckenderweise *vor allem* bei Leuten, die
mit Pferden umgehen. Den Herren oder wohl vor allem Damen Hobbyreitern
klingt "Ross" zu gewöhnlich und/oder zu abschätzig.

- Andi

Andreas Karrer

unread,
Nov 14, 2007, 8:25:56 AM11/14/07
to
* Lothar Frings <da_l...@gmx.de>:

> Bei dem Weg: Jüngst gedachte ich, in einer Gaststätte
> zu mittagessen, leider kurz nach "Warme Küche bis...".
> Kellner daraufhin: "Schniposa können Sie noch kriegen."

Schnipo kenn ich seit ungefähr 1970, kurz darauf kam Schniposa auf.

- Andi

Message has been deleted

Martin Udelhoven

unread,
Nov 14, 2007, 9:05:23 AM11/14/07
to
"Christian Seidl" schrieb:

> Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform "Pommes
> frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit "Fritten" eine
> bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch klingende - Kurzform
> durchgesetzt.

"Mama!! Gib mich die Fritten!"

"Wie heiß datt?"

"Mama, gib mich doch die Fritten!"

"Du sollst datt richtig sagen!"

"Och Mama, jetz gib mich doch die Fritten!"

"Datt heiß: Gib mich die Fritten, bitte!"

Martin

Yvonne Steiner

unread,
Nov 14, 2007, 10:51:28 AM11/14/07
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

["Schnipo mit Salat" (nicht "Schniposa")]

> In der Schweiz ist das seit längerer Zeit gebräuchlich, wobei freilich
> das, was einem hier als "Schnitzel" aufgetischt wird, qualitativ
> nichts mit einem Wiener Schnitzel zu tun hat: miserables
> (Schweine-)Fleisch, zu dick, nicht geklopft, dazu industriell
> gefertigte, ans Fleisch gleichsam angeleimte Panier. Igitt.

Wer "Wienerschnitzel" nicht zu _ordern_ weiss, braucht sich danach auch
nicht zu beklagen.

--
Yvonne Steiner

Gerald Fix

unread,
Nov 14, 2007, 11:09:17 AM11/14/07
to
On Wed, 14 Nov 2007 11:07:43 +0100, Michael Pronay <m...@privacy.net>
wrote:

>> Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform
>> "Pommes frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit
>> "Fritten" eine bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch
>> klingende - Kurzform durchgesetzt.
>
>Das gilt mitnichten für AT. Hier regieren die - MUSEN
>scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.

Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Helmut P. Einfalt

unread,
Nov 14, 2007, 12:28:57 PM11/14/07
to
Gerald Fix beliebte zu schreiben :

> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?

Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?

Aber die Österreicher sind eh anders -- bei denen heißt es in der
Mäcdoofs-Werbung nicht "Ich liebe es [TM]", sondern "I'm loving it
[TM]"...

Jerry Kraus

unread,
Nov 14, 2007, 1:11:06 PM11/14/07
to
On Nov 11, 6:04 am, Burkhard Schultheis <burkhard.schulth...@web.de>
wrote:
> Aus meiner Schulzeit in Düsseldorf kenne ich das Verb "spinxen", was
> IMHO heißt, verstohlen nach etwas gucken. Ich habe nun mal bei Google
> danach gesucht und dieses Wort in skandinavischen und deutschen Gruppen
> gefunden.
>
> Woher kommt "spinxen" wohl? Vielleicht aus dem Lateinischen: specio,
> spexi spectum Spähen, nach etwas sehen? Oder habt ihr andere
> Erkenntnisse?
>
> Grüße,
> Burkhard
> --
> A: Weil es die Lesbarkeit des Textes verschlechtert.
> F: Warum ist TOFU so schlimm?
> A: TOFU
> F: Was ist das größte Ärgernis im Usenet?

Es kann vom "das Rätsel der Sphinx", von Sophokles Ödipus-Saga kommen.
Ödipus löst das Rätsel der Sphinx in diesem Spiel. So "spinxen" hat
die Bedeutung, "Geheimnisse zu lösen".

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 2:29:32 PM11/14/07
to

Dafür habe ich vollstes Verständnis: Diese Leute sagen ja auch nicht,
sie hätten ihr "Auto" in der Garage, sondern ihren Maybach.

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 2:31:25 PM11/14/07
to
On 14 Nov., 11:48, "Helmut P. Einfalt"

Danke für den Tipp! Dann werde ich mich mal kurzbehost und mit
Fotoapparat bewaffnet in die Schlange einreihen.

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 14, 2007, 2:33:39 PM11/14/07
to
On 14 Nov., 18:28, "Helmut P. Einfalt"

Wenn ich's recht im Ohr habe: "I'm lovin' it".

Ch.

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 14, 2007, 2:36:57 PM11/14/07
to
Christian Seidl (Wed, 14 Nov 2007 11:29:32 -0800):

Aber sie sagen: "Ich stehe gleich da drüben"! Womit sie durchaus ihren
Maybach meinen können.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (b Berlin) www.bruhaha.de

Oppacht, Oppacht, wann de karrkst, dis de röchtgezoitig marckst,
dis de Kleuparpüren-Rullen nücht gelöört is, sundarn vullen.
(Matthias Koeppel - Starckdeutsch)

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 14, 2007, 2:49:36 PM11/14/07
to
Christian Seidl (Wed, 14 Nov 2007 11:33:39 -0800):

[dsf 4.2]


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (b Berlin) www.bruhaha.de

Ich leide an Versagensangst, besonders wenn ich dichte,
und diese Angst, die machte mir manch schönen Reim zuschanden.

Roland Franzius

unread,
Nov 14, 2007, 3:01:07 PM11/14/07
to
Christian Seidl schrieb:
> On 13 Nov., 17:38, "Martin Udelhoven" <maetesudelho...@googlemail.com>
> wrote:
>> "Christina Kunze" schrieb:
>>
>>>> Und im Kölschen heißt es "Pääd" für Pferd und "Pootz" für Pforte, da
>>>> ist also das F geschluckt und nicht das P.
>>> Vielleicht weniger geschluckt als vielmehr nie dagewesen.
>> Wahrscheinlich hast Du recht, mindestens bei Pootz.

>
> Beim "Pääd" auch: lat. "paraveredus" ("Postpferd auf Nebenlinien"),
> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.

Das ist etwas falsch zusammengestoppelt:
Nebenpferd (neben dem Reitpferd) im Zweigespann auf Postlinien.

--

Roland Franzius

Markus Loch

unread,
Nov 14, 2007, 4:14:33 PM11/14/07
to
Christian Seidl wrote:
Markus Loch schrieb:

>>>> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.
>> Bitte diese "oberdeutsche Lautverschiebung" nennen, falls
>> das geht.
>
> Wieso sollte ich?
>

Weil:

1.)
sonst der Eindruck entsteht, Hochdeutsch wäre durch
eine Lautverschiebung aus einer Vorläufersprache entstanden.

Das ist aber nicht der Fall!

Hochdeutsch ist eine künstlich geschaffene Sprache,ein
Mischmasch aus verschiedenen Vorläufersprachen, darunter
mehreren germanischen aber auch anderen.

Beispielsweise sind einige Zeitformen dem Latein nachgebildet.
(Perfekt, Futur, Plusquamperfekt, Futur II)
Ebenso folgt ein verschachtelter Satzbau dem lateinischen
Vorbild:

Die Aussprache des Hochdeutschen wird wesentlich durch
norddeutschen Einfluss bestimmt, da dort die, meist oberdeutschen
Wörter des geschriebenen Oberdeutschen, mit einem lokalen
Aussprachekolorit versehen und in dieser Form hochsprachlich
wurden.

Sprich: Sie haben die Wörter schlicht "falsch" im Sinne
von "anders" ausgesprochen.

2.)
Gerade die Gebiete aber, die am meisten zum Hochdeutschen
Vokabelschatz beigetragen haben, sprechen kein Hochdeutsch.
(Schweiz, Österreich, Bayern, Baden Württemberg, Südtirol)
und sind da sogar stolz drauf, und das sollen sie auch sein.

3.)
Die Lautverschiebung in diesem Gebiet, die oberdeutsche
Lautverschiebung, wie ich sie nenne, ist teilweise weiter
fortgeschritten als im Hochdeutschen.

Vergl: zimbrisch "Balt,Perg,Bern" mit hochd. "Wald,Berg,Verona"
oder schweizd. "chäschte" mit mitteld "Kesten"
oder Walliserd. "schie" mit hochd. "sie"
oder Bayrisch "Oach, Milch" mit hochd. "Eiche,Milch"

4.)
Einige Autoren verwenden den Begriff hochdeutsch für alle
oberdeutschen und mitteldeutschen Mundarten. Alle nördlich
der Benrather Linie gelegenen Mundarten werden
niederdeutsch genannt. Der Gegensatz "hoch<->nieder" erweckt
den Eindruck, als seinen die mittel- und oberdeutschen Mundarten
edler als ihre nördlicher gelegenen Nachbarsprachen,
das Verschwinden dieser also nur folgerichtig und gut.

--

Das sind die wichtigsten Gründe für mich, die im südlichen
deutschen Sprachgebiet stattgefunden habenden Lautverschiebungen
_nicht_ als hochdeutsche Lautverschiebung zu bezeichnen.

Das aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Unkenntnis der ein oder
andere Sprachforscher trotzdem den Begriff "hochdeutsch"
als Sammelbegriff für ober- und mitteldeutsche Lautverschiebungen
und Mundarten verwendet, ist aus genannten Gründen
ärgerlich aber wohl kaum zu vermeiden, eben wegen der
Gewohnheit und Bequemlichkeit.

Die werden dann weiter schreiben, dass Bayrisch eine hochdeutsche
Mundart ist.


>> Warum sich also das Fremdwort Pferd durchgesetzt hat ist mir ein Rätsel.
>
> Bitte dies "Lehnwort" nennen, falls das geht. Warum solltest du?
> Darum: Der Begriff "Fremdwort" wird im Deutschen allenfalls dort
> verwendet, wo es sich um junge Übernahmen handelt, deren fremder
> Ursprung zumal der ungewohnten lautlichen Gestalt wegen noch
> allenthalben bekannt ist.

Als das Wort Pferd in der Form "paravered" übernommen wurde,
war es erstmal ein Fremdwort. Weshalb sich dann dieses
Fremdwort gegenüber den einheimischen Wörtern für Pferd
durchgesetzt hat, ist mir ein Rätsel. _Heute_ ist Pferd
ein Lehnwort; volle Übereinstimmung von meiner Seite.

Der Übergang vom Fremdwort zum Lehnwort findet in meinem
Verständnis individuell abrupt statt, nämlich dann, wenn von der
Endbetonung des Fremwortes zur "Pseudo"-Stammbetonung
des Lehnwortes übergegangen wird. Beispielsweise ist
das Wort "Desert" für Nachtisch im Deutschen ein Fremdwort
im Scheizerdeutschen ein Lehnwort, da dort anfangsbetont.

Gruss
Markus

Oliver Cromm

unread,
Nov 14, 2007, 5:42:55 PM11/14/07
to
* Markus Loch wrote:

> Christian Seidl wrote:
> Markus Loch schrieb:
>>>>> mit Anlaut ohne hochdeutsche Lautverschiebung.
>>> Bitte diese "oberdeutsche Lautverschiebung" nennen, falls
>>> das geht.
>>
>> Wieso sollte ich?
>
> Weil:
>
> 1.)
> sonst der Eindruck entsteht, Hochdeutsch wäre durch
> eine Lautverschiebung aus einer Vorläufersprache entstanden.
>
> Das ist aber nicht der Fall!
>
> Hochdeutsch ist eine künstlich geschaffene Sprache,

Bei "hochdeutscher Lautverschiebung" ist offensichtlich nicht dieses
Hochdeutsch gemeint, sondern das, was Du unter 4.) erwähnst.

Siehe auch: <news:1qv01mhu...@ocromm.my-fqdn.de> ff.

> 4.)
> Einige Autoren verwenden den Begriff hochdeutsch für alle
> oberdeutschen und mitteldeutschen Mundarten.

Richtig. Und "hochdeutsche Lautverschiebung" ist weitaus angenehmer zu
sagen als "mittel- und oberdeutsche Lautverschiebung".

> Alle nördlich
> der Benrather Linie gelegenen Mundarten werden
> niederdeutsch genannt. Der Gegensatz "hoch<->nieder" erweckt
> den Eindruck, als seinen die mittel- und oberdeutschen Mundarten
> edler als ihre nördlicher gelegenen Nachbarsprachen,
> das Verschwinden dieser also nur folgerichtig und gut.

Solche Leute habe ich nicht kennengelernt, die dürfte es heutzutage
nicht geben. Wer heutzutage gegen den Erhalt des Niederdeutschen ist,
ist vermutlich auch gegen den des Bairischen.

Und wieso sollte das Gegensatzpaar "ober <-> nieder" nicht diesen
Eindruck erwecken? Ein Oberförster ist besser als ein Niederförster,
aber Hochwild und Hochflurbusse sind nicht prinzipiell dem Niederwild
und Niederflurbussen vorzuziehen. Das ergibt sich also immer erst im
Zusammenhang.

--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperature: 12.3°C (5:00 PM EST Wednesday 14 November 2007)

Helmut P. Einfalt

unread,
Nov 15, 2007, 1:44:13 AM11/15/07
to
Christian Seidl beliebte zu schreiben :

>> Aber die Österreicher sind eh anders -- bei denen heißt es in der
>> Mäcdoofs-Werbung nicht "Ich liebe es [TM]", sondern "I'm loving it
>> [TM]"...
>
> Wenn ich's recht im Ohr habe: "I'm lovin' it".

Ich war mir über die Schreibweis' nicht ganz sicher.

Helmut P. Einfalt

unread,
Nov 15, 2007, 1:45:10 AM11/15/07
to
Christian Seidl beliebte zu schreiben :

>> Diesbezüglich empfehle ich die "Zwei Liesln" in der Burggasse
>> [...] folglich kriegt


>> man vor lauter Touris kaum noch einen Platz dort.
>
> Danke für den Tipp! Dann werde ich mich mal kurzbehost und mit
> Fotoapparat bewaffnet in die Schlange einreihen.

Geh normal bekleidet hin, dann darfst Dich zu uns setzen!

Message has been deleted

Gerald Fix

unread,
Nov 15, 2007, 12:02:50 PM11/15/07
to
On Wed, 14 Nov 2007 18:28:57 +0100, "Helmut P. Einfalt"
<helmut.p.einfalt_NOSPAM@NOSPAM_aon.at> wrote:

>Gerald Fix beliebte zu schreiben :
>
>> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
>> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
>> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?
>
>Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?

Meckdannlds.

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 12:30:19 PM11/15/07
to
* Gerald Fix wrote:

Und die Betonung?

--
Oliver C.
45n31, 73w34

Temperature: 6.2°C (12:00 PM EST Thursday 15 November 2007)

Markus Loch

unread,
Nov 15, 2007, 12:55:12 PM11/15/07
to
Oliver Cromm schrieb

> Und wieso sollte das Gegensatzpaar "ober <-> nieder" nicht diesen
> Eindruck erwecken? Ein Oberförster ist besser als ein Niederförster,
> aber Hochwild und Hochflurbusse sind nicht prinzipiell dem Niederwild
> und Niederflurbussen vorzuziehen. Das ergibt sich also immer erst im
> Zusammenhang.

In meinen Ohren klingt hochdeutsch vornehmer als niederdeutsch.
Aber ich habe nichts dagegen, dass du das anders siehst.
Es ist ja nur mein subjektiver Eindruck.

Gruss
Markus

P.S.: Schade, dass niemand auf meine Herleitung des Namens "Margot"
eingegangen ist:-(

Markus Loch

unread,
Nov 15, 2007, 1:07:04 PM11/15/07
to
Wolfgang Schwanke schrieb:
> Markus Loch schrieb:

>> Hochdeutsch ist eine künstlich geschaffene Sprache,ein
>> Mischmasch aus verschiedenen Vorläufersprachen, darunter
>> mehreren germanischen aber auch anderen.
>
> Die Bedeutungsunterscheidung ergibt sich aus dem Kontext. Wer bereits
> so sehr in das Thema vertieft ist, dass er sich für Lautverschiebungen
> interessiert, dem dürfte dieser Unterschied bekannt sein.

Da bin ich mir nicht sicher. Es gibt eh kaum richtige Darstellungen
der deutschen Sprachentwicklung. Auch von Deutschlehrern
heute man Haarsträubendes zu diesem Thema.
Wenn es dann zu einer irreführenden Doppelbelegung
eines Begriffes kommt, behindert das das Erkennen der
Zusammenhänge.

>> Einige Autoren verwenden den Begriff hochdeutsch für alle
>> oberdeutschen und mitteldeutschen Mundarten. Alle nördlich
>> der Benrather Linie gelegenen Mundarten werden
>> niederdeutsch genannt. Der Gegensatz "hoch<->nieder" erweckt
>> den Eindruck, als seinen die mittel- und oberdeutschen Mundarten

>> edler als ihre nördlicher gelegenen Nachbarsprachen....
>
> Das halte ich für Unfug.

Aus welchem Gebiet, hochdeutsch oder niederdeutsch, stammst du?

Gruss
Markus

Michael Baumgartner

unread,
Nov 15, 2007, 3:06:39 PM11/15/07
to
Am Wed, 14 Nov 2007 11:23:50 +0100 schrieb Holger Kunadt:

> Michael Pronay schrieb:


>
>>> Das ginge wohl nur in Gegenden, die nach wie vor die Vollform
>>> "Pommes frites" verwenden. Überall sonst hat sich ja schon mit
>>> "Fritten" eine bequeme - freilich für MUSE extrem teutonisch
>>> klingende - Kurzform durchgesetzt.
>> Das gilt mitnichten für AT. Hier regieren die - MUSEN
>> scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.
>

> Dachte ich es mir doch, daß auch zu dieser Frage irgendwo eine Karte
> existiert:
>
> http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/medien/ada/erste_runde/Pommes_Frites.jpg

Ich bin erstaunt, daß die "Pommes" so gleichmäßig in Deutschland
verteilt sind. Ich bin mit "Pomm Fritz" aufgewachsen.
Aus Norwegen kann ich noch die Variante "Pommfri", mit betonter erster
Silbe, anbieten. Dort hat sich herumgesprochen, daß der Franzos gern
hinten etwas wegläßt, deswegen gibt's dort auch öfter ein "Angtreco" zu
essen.

--
Schönen Gruß aus der "lebenswertesten Stadt der Welt"!
http://www.iht.com/articles/2007/06/18/arts/rmon1munich.php

Michael

Michael Baumgartner

unread,
Nov 15, 2007, 3:06:40 PM11/15/07
to
Am Wed, 14 Nov 2007 02:45:10 -0800 schrieb Christian Seidl:

> On 14 Nov., 11:37, Lothar Frings <da_lo...@gmx.de> wrote:

[Schniposa]
>> Ist das eine gängige Abk.? Küchenlatein?
>> Mir war es neu.

Kenn ich auch nicht.Vielleicht gehe ich aber auch nur nicht in die
richtige Art von Gaststätten.

> In der Schweiz ist das seit längerer Zeit gebräuchlich, wobei freilich
> das, was einem hier als "Schnitzel" aufgetischt wird, qualitativ
> nichts mit einem Wiener Schnitzel zu tun hat: miserables
> (Schweine-)Fleisch, zu dick, nicht geklopft, dazu industriell
> gefertigte, ans Fleisch gleichsam angeleimte Panier. Igitt.
>

> Ch., gerade heftig Figlmüller-nostalgisch

Figlmüller - naja, ich weiß nicht. Wurde mir seinerzeit auch ans Herz
gelegt, war aber eher durchwachsen.
Über die Qualität der Schnitzel haben sich schon Berufenere geäußert;
mir ist vor allem der Erdäpfelsalat in Erinnerung, der im wahrsten Sinne
des Wortes zuckersüß war. Pflegt man den in Wien so zu essen?

Michael Baumgartner

unread,
Nov 15, 2007, 3:06:40 PM11/15/07
to
Am Wed, 14 Nov 2007 18:28:57 +0100 schrieb Helmut P. Einfalt:

> Gerald Fix beliebte zu schreiben :
>
>> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
>> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
>> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?
>
> Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?

Würd mich auch interessieren. Man könnte allenfalls über die
Vokalfärbung des "Mc" diskutieren, das sich eben nicht auf "Dreck"
reimt.
Auf japanisch heißt die Kette übrigens "Makudonarudo", also mitnichten
mit einem /e/.

> Aber die Österreicher sind eh anders -- bei denen heißt es in der
> Mäcdoofs-Werbung nicht "Ich liebe es [TM]", sondern "I'm loving it
> [TM]"...

Diesmal ist übrigens der deutsche Spruch das Original, die ganze
Kampagne wurde nämlich in München, genauer gesagt Unterhaching,
ausgeheckt.

Christian Seidl

unread,
Nov 15, 2007, 3:32:51 PM11/15/07
to
On 15 Nov., 07:45, "Helmut P. Einfalt"

<helmut.p.einfalt_NOSPAM@NOSPAM_aon.at> wrote:
> Christian Seidl beliebte zu schreiben :
>
> >> Diesbezüglich empfehle ich die "Zwei Liesln" in der Burggasse
> >> [...] folglich kriegt
> >> man vor lauter Touris kaum noch einen Platz dort.
>
> > Danke für den Tipp! Dann werde ich mich mal kurzbehost und mit
> > Fotoapparat bewaffnet in die Schlange einreihen.
>
> Geh normal bekleidet hin, dann darfst Dich zu uns setzen!

Dann seid ihr die im Niedertrachtenjanker?

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 15, 2007, 3:38:35 PM11/15/07
to
On 15 Nov., 21:06, Michael Baumgartner <michaelsuse...@hotmail.com>
wrote:

> > Ch., gerade heftig Figlmüller-nostalgisch
>
> Figlmüller - naja, ich weiß nicht. Wurde mir seinerzeit auch ans Herz
> gelegt, war aber eher durchwachsen.

Ich glaub's ja. Dann muss die Qualität seit dem letzten Mal drastisch
gesunken sein, herrje!

> Über die Qualität der Schnitzel haben sich schon Berufenere geäußert;
> mir ist vor allem der Erdäpfelsalat in Erinnerung, der im wahrsten Sinne
> des Wortes zuckersüß war. Pflegt man den in Wien so zu essen?

Viele Ostaustriaken haben überhaupt die lästige Angewohnheit, allen
Salat zu salzen. Beim Erdapfelsalat nehm ich's, in Maßen zu genießen,
gerade noch stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
Vomitiv.

Ch.

Thomas Schade

unread,
Nov 15, 2007, 3:56:29 PM11/15/07
to
On 15.11.2007 21:38, Christian Seidl wrote:

> gerade noch stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
> Vomitiv.

'Häuptel'?


Ciao
Toscha
--
Mein Auto hat man demoliert, es hängt ein Zettel dran,
Von meiner Freundin, die mir sagt, was ich sie alles kann.
[J.B.O.]

Andreas Karrer

unread,
Nov 15, 2007, 3:57:44 PM11/15/07
to
* Michael Baumgartner <michael...@hotmail.com>:

> Aus Norwegen kann ich noch die Variante "Pommfri", mit betonter erster
> Silbe, anbieten. Dort hat sich herumgesprochen, daß der Franzos gern
> hinten etwas wegläßt, deswegen gibt's dort auch öfter ein "Angtreco" zu
> essen.

Für die Pommfri tut's das normale, aber für das Angtreco wird das gute
Servie hervorgeholt?

- Andi

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 15, 2007, 3:59:43 PM11/15/07
to
Am Thu, 15 Nov 2007 21:56:29 +0100 schrieb Thomas Schade:

> On 15.11.2007 21:38, Christian Seidl wrote:
>
>> gerade noch stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
>> Vomitiv.
>
> 'Häuptel'?
>

Ich nehme an, Herr Seidl meinten "Kopfsalat". Meine Eltern,
Sudetendeutsche, also irgendwo auch Ost-Austriaken, haben auch gerne den
Kopfsalat gezuckert, reichlich sogar. Meine Sache ist es nicht.

Ciao
Wolfram
--
Ja, das macht Freude, das macht Vergnügen, das macht Zwomarkfuffzich...
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it

Christian Seidl

unread,
Nov 15, 2007, 4:16:27 PM11/15/07
to
On 15 Nov., 21:59, Wolfram Heinrich <theodor.r...@freenet.de> wrote:
> Am Thu, 15 Nov 2007 21:56:29 +0100 schrieb Thomas Schade:
>
> > On 15.11.2007 21:38, Christian Seidl wrote:
>
> >> gerade noch stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
> >> Vomitiv.
>
> > 'Häuptel'?
>
> Ich nehme an, Herr Seidl meinten "Kopfsalat".

Den meinten wir.

Ch.

Helga Schulz

unread,
Nov 15, 2007, 4:54:27 PM11/15/07
to
Lothar Frings <da_l...@gmx.de> schrieb vorher:

>Michael Pronay tat kund:


>
>> Hier regieren die - MUSEN
>> scheußlichen - "Pommess", auf der ersten Silbe betont.
>

>Bei dem Weg: Jüngst gedachte ich, in einer Gaststätte
>zu mittagessen, leider kurz nach "Warme Küche bis...".
>Kellner daraufhin: "Schniposa können Sie noch kriegen."
>Ich: "???"
>Kellner: "Schnitzel/Pommes/Salat".


>
>Ist das eine gängige Abk.? Küchenlatein?
>Mir war es neu.

Mein Ex nannte das "SPS". Zumindest in einer Stühlinger-Kneipe
wurde er damit auch verstanden.

Helga Schulz

unread,
Nov 15, 2007, 4:54:27 PM11/15/07
to
Markus Loch <m...@rkus-keinspam-lo.ch> schrieb vorher:

Interessante Ausführungen, danke.

(Kleiner Hinweis: Bitte Text nicht mit 2 - untergliedern, das
schneidet es mir sonst ab, weil das der Newsreader für eine
Signatur hält. Danke!)

>Das aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Unkenntnis der ein oder
>andere Sprachforscher trotzdem den Begriff "hochdeutsch"
>als Sammelbegriff für ober- und mitteldeutsche Lautverschiebungen
>und Mundarten verwendet, ist aus genannten Gründen
>ärgerlich aber wohl kaum zu vermeiden, eben wegen der
>Gewohnheit und Bequemlichkeit.

Je nun, aber dann handelst Du Dir halt ein "Ober/Unter" statt
"Hoch/Nieder" ein, was ist daran besser? Ich als Laie finde zwar,
es könnte sinnvoll sein, "Hochdeutsch" für die Schriftsprache zu
verwenden (also das Vereinheitlichte, das ja spätestens seit
Einführung der Schulpflicht ein gewisses Eigenleben führt) und
"Ober-/Niederdeutsch" für die Dialekträume (die wenig
verschriftlichen Varianten), aber ich bin kein Sprachforscher
(und "Ober/Nieder" ist eigentlich falsch, ja, wegen ober/unter,
hoch/nieder, die man ja in vielen Ortsnamen findet)...

>Der Übergang vom Fremdwort zum Lehnwort findet in meinem
>Verständnis individuell abrupt statt, nämlich dann, wenn von der
>Endbetonung des Fremwortes zur "Pseudo"-Stammbetonung
>des Lehnwortes übergegangen wird. Beispielsweise ist
>das Wort "Desert" für Nachtisch im Deutschen ein Fremdwort
>im Scheizerdeutschen ein Lehnwort, da dort anfangsbetont.

Dessert, bitte. Ja, ich sage auch 'Dessert. Nicht Nachtisch. Und
mindestens am Wochenende muß es das geben!

Message has been deleted

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 5:49:48 PM11/15/07
to
* Markus Loch wrote:

> Oliver Cromm schrieb
>> Und wieso sollte das Gegensatzpaar "ober <-> nieder" nicht diesen
>> Eindruck erwecken? Ein Oberförster ist besser als ein Niederförster,
>> aber Hochwild und Hochflurbusse sind nicht prinzipiell dem Niederwild
>> und Niederflurbussen vorzuziehen. Das ergibt sich also immer erst im
>> Zusammenhang.
>
> In meinen Ohren klingt hochdeutsch vornehmer als niederdeutsch.
> Aber ich habe nichts dagegen, dass du das anders siehst.
> Es ist ja nur mein subjektiver Eindruck.

Eben. Kann ich dafür, daß die Niederdeutschen sich selbst zum Neger
machen, indem sie die hundert Jahre alte Propaganda gegen ihre Sprache
selber weiterglauben, nachdem die Hochdeutschen das Thema längst
vergessen haben?

--
Skyler: Uncle Cosmo ... why do they call this a word processor?
Cosmo: It's simple, Skyler ... you've seen what food processors do
to food, right?
Cartoon by Jeff MacNelley

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 5:49:50 PM11/15/07
to
* Michael Baumgartner wrote:

> Am Wed, 14 Nov 2007 18:28:57 +0100 schrieb Helmut P. Einfalt:
>
>> Gerald Fix beliebte zu schreiben :
>>
>>> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
>>> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
>>> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?
>>
>> Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?
>
> Würd mich auch interessieren. Man könnte allenfalls über die
> Vokalfärbung des "Mc" diskutieren, das sich eben nicht auf "Dreck"
> reimt.
> Auf japanisch heißt die Kette übrigens "Makudonarudo", also mitnichten
> mit einem /e/.

Für (Standard-)Deutschsprachige sind die ähnlichsten deutschen Laute in
dieser Reihenfolge:

ä - e - a.

Ich weiß nicht, ob für Japaner a wirklich näher am Original ist als e,
vielleicht ist es auch bloß (von der Schrift beeinflußte)
Transkriptionskonvention. Für "äi" wie in "Laser" verwenden sie langes
E.

>> Aber die Österreicher sind eh anders -- bei denen heißt es in der
>> Mäcdoofs-Werbung nicht "Ich liebe es [TM]", sondern "I'm loving it
>> [TM]"...
>
> Diesmal ist übrigens der deutsche Spruch das Original, die ganze
> Kampagne wurde nämlich in München, genauer gesagt Unterhaching,
> ausgeheckt.

Bist Du sicher? Daß es in München ausgeheckt wurde, besagt doch nicht,
daß es zuerst auf deutsch formuliert wurde.

--
Smith & Wesson--the original point and click interface

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 5:49:50 PM11/15/07
to
* Wolfram Heinrich wrote:

> Am Thu, 15 Nov 2007 21:56:29 +0100 schrieb Thomas Schade:
>
>> On 15.11.2007 21:38, Christian Seidl wrote:
>>
>>> gerade noch stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
>>> Vomitiv.
>>
>> 'Häuptel'?
>>
> Ich nehme an, Herr Seidl meinten "Kopfsalat". Meine Eltern,
> Sudetendeutsche, also irgendwo auch Ost-Austriaken, haben auch gerne den
> Kopfsalat gezuckert, reichlich sogar.

Meine ost-teutonische Mutter ebenfalls. Die Umstellung auf den in Hessen
üblichen scharfen Essiggeschmack fiel ihr schwer.

Ich mache es nur bei Tomaten, wenn ich sie anders nicht runterkriege.

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 5:49:51 PM11/15/07
to
* Helga Schulz wrote:

> (Kleiner Hinweis: Bitte Text nicht mit 2 - untergliedern, das
> schneidet es mir sonst ab, weil das der Newsreader für eine
> Signatur hält. Danke!)

Danke für Deinen Hinweis, den Teil hatte ich gar nicht bemerkt, denn die
Signatur wird bei mir in einer Schriftart dargestellt, die nicht für das
Lesen längerer Texte taugt. Bei anderen wird sie vielleicht gleich ganz
abgeschnitten.

--
Oliver C.
45n31, 73w34

Temperature: 5.1°C (5:00 PM EST Thursday 15 November 2007)

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 15, 2007, 6:37:11 PM11/15/07
to
Am Thu, 15 Nov 2007 17:49:50 -0500 schrieb Oliver Cromm:

> * Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Ich nehme an, Herr Seidl meinten "Kopfsalat". Meine Eltern,
>> Sudetendeutsche, also irgendwo auch Ost-Austriaken, haben auch gerne den
>> Kopfsalat gezuckert, reichlich sogar.
>
> Meine ost-teutonische Mutter ebenfalls. Die Umstellung auf den in Hessen
> üblichen scharfen Essiggeschmack fiel ihr schwer.
>
> Ich mache es nur bei Tomaten, wenn ich sie anders nicht runterkriege.
>

Du süßt Tomaaaaten! Die sind doch eh schon so süß.

Ciao
Wolfram
--
Niemand ist mehr Fehlern ausgesetzt, als wer nur aus Überlegung handelt.
VAUVENARGUES
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it

Michael Baumgartner

unread,
Nov 15, 2007, 6:55:10 PM11/15/07
to
Am Thu, 15 Nov 2007 17:49:50 -0500 schrieb Oliver Cromm:

> * Michael Baumgartner wrote:
>
>> Am Wed, 14 Nov 2007 18:28:57 +0100 schrieb Helmut P. Einfalt:
>>
>>> Gerald Fix beliebte zu schreiben :
>>>
>>>> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
>>>> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
>>>> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?
>>>
>>> Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?
>>
>> Würd mich auch interessieren. Man könnte allenfalls über die
>> Vokalfärbung des "Mc" diskutieren, das sich eben nicht auf "Dreck"
>> reimt.
>> Auf japanisch heißt die Kette übrigens "Makudonarudo", also mitnichten
>> mit einem /e/.
>
> Für (Standard-)Deutschsprachige sind die ähnlichsten deutschen Laute in
> dieser Reihenfolge:
>
> ä - e - a.
>
> Ich weiß nicht, ob für Japaner a wirklich näher am Original ist als e,
> vielleicht ist es auch bloß (von der Schrift beeinflußte)
> Transkriptionskonvention.

Möglich, aber wenn "a" für Japaner viel abwegig klänge als "e", würden
sie es wohl doch nicht verwenden. Andererseits schreiben sie ja auch
"za" für "the".

> Für "äi" wie in "Laser" verwenden sie langes E.

Ja, wie auch in "hanbaagaacheen". ;-)
Aber wie sollten sie es sonst umschreiben, "ai" vielleicht? Naja, mit
australischer Aussprache im Ohr ginge das vielleicht.



>> Diesmal ist übrigens der deutsche Spruch das Original, die ganze
>> Kampagne wurde nämlich in München, genauer gesagt Unterhaching,
>> ausgeheckt.
>
> Bist Du sicher? Daß es in München ausgeheckt wurde, besagt doch nicht,
> daß es zuerst auf deutsch formuliert wurde.

Wann kann man sich schon sicher sein? So hat's mir jedenfalls meine
Cousine erzählt, die in dem Laden (Heye & Partner, nicht McDonald's)
arbeitet. Und die Unaussprechliche widerspricht wenigstens nicht:

| i'm lovin' it is an international branding campaign by McDonald's
| Corporation. It was created by Heye & Partner, a longtime McDonald's
| agency based in Unterhaching, Germany, near Munich, and a member of
| the DDB Worldwide Communications Group, Inc. It was the company's
| first global advertising campaign and was launched in Munich, Germany
| on September 2, 2003, under the German title ich liebe es. The
| English part of the campaign was launched on September 29, 2003 with
| the music of Tom Batoy and Franco Tortora (Mona Davis Music) and
| vocals by Justin Timberlake, in which the slogan appears.
http://en.wikipedia.org/wiki/McDonald's_advertising#Current_campaign

Michael Baumgartner

unread,
Nov 15, 2007, 6:55:10 PM11/15/07
to

Momentamal, wieso sollten wir uns amerikanische Aussprache vorschreiben
lassen? Auch wenn der Kaffee von Starbucks kommt, sage ich auf englisch
lange noch nicht "kafie".
Abgesehen davon stimmt das "meck" genausowenig wie das "nn"; wennschon,
dennschon.

Markus Loch

unread,
Nov 15, 2007, 6:59:17 PM11/15/07
to
Helga Schulz schrieb:

> (Kleiner Hinweis: Bitte Text nicht mit 2 - untergliedern, das
> schneidet es mir sonst ab, weil das der Newsreader für eine
> Signatur hält. Danke!)
>

Danke für den Hinweis. Das wusste ich nicht.

Meine erste eigene Signatur findest du unten und sie
verrät, womit ich mein Geld verdiene.

> Je nun, aber dann handelst Du Dir halt ein "Ober/Unter" statt
> "Hoch/Nieder" ein, was ist daran besser? Ich als Laie finde zwar,
> es könnte sinnvoll sein, "Hochdeutsch" für die Schriftsprache zu
> verwenden (also das Vereinheitlichte, das ja spätestens seit
> Einführung der Schulpflicht ein gewisses Eigenleben führt) und
> "Ober-/Niederdeutsch" für die Dialekträume (die wenig
> verschriftlichen Varianten), aber ich bin kein Sprachforscher
> (und "Ober/Nieder" ist eigentlich falsch, ja, wegen ober/unter,
> hoch/nieder, die man ja in vielen Ortsnamen findet)...

Ja, genau das möchte ich, den Begriff "hochdeutsch" nur für die
Schrift"sprache". Und den Begriff oberdeutsch für die
süddeutschen Mundarten.
Und keinesfalls ober- und mitteldeutsch zu
hochdeutsch zusammenfassen.

> Dessert, bitte. Ja, ich sage auch 'Dessert. Nicht Nachtisch. Und
> mindestens am Wochenende muß es das geben!

Viel häufiger.

Gruss
Markus

--

Hallo Welt

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 7:16:36 PM11/15/07
to
On Fri, 16 Nov 2007 00:37:11 +0100, Wolfram Heinrich wrote:

> Am Thu, 15 Nov 2007 17:49:50 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
>> * Wolfram Heinrich wrote:
>>
>>> Ich nehme an, Herr Seidl meinten "Kopfsalat". Meine Eltern,
>>> Sudetendeutsche, also irgendwo auch Ost-Austriaken, haben auch gerne den
>>> Kopfsalat gezuckert, reichlich sogar.
>>
>> Meine ost-teutonische Mutter ebenfalls. Die Umstellung auf den in Hessen
>> üblichen scharfen Essiggeschmack fiel ihr schwer.
>>
>> Ich mache es nur bei Tomaten, wenn ich sie anders nicht runterkriege.
>>
> Du süßt Tomaaaaten! Die sind doch eh schon so süß.

Das ist unterschiedlich, in Italien magst Du da verwöhnt sein. Und ich
mach das ja nur ausnahmsweise, normalerweise geb ich sie jemandem oder
laß sie liegen.

--
Oliver C.

Thorsten Meinecke

unread,
Nov 15, 2007, 7:28:09 PM11/15/07
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb:

> Kann ich dafür, daß die Niederdeutschen sich selbst zum Neger
>machen, indem sie die hundert Jahre alte Propaganda gegen ihre Sprache
>selber weiterglauben, nachdem die Hochdeutschen das Thema längst
>vergessen haben?

Da kannst du nicht für. Genausowenig wie für
den verderblichen lateinischen Einfluss aufs
Niederdeutsche, wo es doch auch periphrastische
Zeitformen bilden tut mit Hilfsverben wie hebben,
schölen, sien, warrn oder willen.

Gruß,
--Thorsten
(Fischbulette aus Feat-Gebiet)

Oliver Cromm

unread,
Nov 15, 2007, 8:59:00 PM11/15/07
to
On Fri, 16 Nov 2007 00:55:10 +0100, Michael Baumgartner wrote:

> Am Thu, 15 Nov 2007 18:02:50 +0100 schrieb Gerald Fix:
>
>> On Wed, 14 Nov 2007 18:28:57 +0100, "Helmut P. Einfalt"
>> <helmut.p.einfalt_NOSPAM@NOSPAM_aon.at> wrote:
>>
>>>Gerald Fix beliebte zu schreiben :
>>>
>>>> Apropos Scheußlichkeiten: In einer österreichischen Fernsehwerbung
>>>> wird derzeit so von McDonald's gesprochen: Meckdonalds mit betontem o.
>>>> Das ist aber in Österreich nicht üblich, oder?
>>>
>>>Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?
>>
>> Meckdannlds.
>
> Momentamal, wieso sollten wir uns amerikanische Aussprache vorschreiben
> lassen?

Daß hier die amerikanische Aussprache zum Zuge kommt im Gegensatz zum in
meinem deutschsprachigen Umfeld üblicheren Mäckdonnelds, hat mich auch
gewundert. Ist das individuell oder tatsächlich österreichspezifisch?

> Auch wenn der Kaffee von Starbucks kommt, sage ich auf englisch
> lange noch nicht "kafie".

"Kafie" ist aber in Amerika auch nicht die Norm. Mir klingt es
unvertraut.

--
Oliver C.

Christian Seidl

unread,
Nov 16, 2007, 3:55:42 AM11/16/07
to
On 15 Nov., 23:49, Ralf Kusmierz <m...@privacy.invalid> wrote:
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Christian Seidl schrieb:

>
> >> Über die Qualität der Schnitzel haben sich schon Berufenere geäußert;
> >> mir ist vor allem der Erdäpfelsalat in Erinnerung, der im wahrsten Sinne
> >> des Wortes zuckersüß war. Pflegt man den in Wien so zu essen?
> > Viele Ostaustriaken haben überhaupt die lästige Angewohnheit, allen
> > Salat zu salzen. Beim Erdapfelsalat nehm ich's, in Maßen zu genießen,
> ^^^^^^

Zu zuckern, meinte ich latürnich. Das geht mir so wider die Natur,
dass ich's nicht mal schreiben kann.

Ch.

Michael Pronay

unread,
Nov 16, 2007, 4:32:59 AM11/16/07
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> Viele Ostaustriaken haben überhaupt die lästige Angewohnheit,
> allen Salat zu salzen.

^^^^^^^
zuckern

> Beim Erdapfelsalat nehm ich's, in Maßen zu genießen, gerade noch
> stoisch hin, aber Häuptelsalat gezuckert ist definitiv ein
> Vomitiv.

In der Tat.

M.

Message has been deleted
Message has been deleted

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 16, 2007, 8:00:39 AM11/16/07
to

Ach so, du magst keine Tomaten. Ja, dann - dann hilft sowieso nix. Als Kind
mochte ich auch keine Tomaten, übers Ketchup habe ich mich dann langsam
hingerobbt.

Ciao
Wolfram
--
Lange bevor man daran dachte, den Menschen künstlich zu erzeugen, konnte
man ihn künstlich beseitigen.
STANISLAW JERZY LEC
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it

Rainer Rosenthal

unread,
Nov 16, 2007, 8:50:03 AM11/16/07
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> ... übers Ketchup habe ich mich dann langsam
> hingerobbt.

Hübsches Bild!

Gruss,
Rainer R.

Gerald Fix

unread,
Nov 16, 2007, 9:07:52 AM11/16/07
to
On Thu, 15 Nov 2007 12:30:19 -0500, Oliver Cromm
<lispa...@yahoo.de> wrote:

>>>Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?
>>
>> Meckdannlds.
>

>Und die Betonung?

Auf dem a.


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Gerald Fix

unread,
Nov 16, 2007, 9:07:52 AM11/16/07
to
On Fri, 16 Nov 2007 00:55:10 +0100, Michael Baumgartner
<michael...@hotmail.com> wrote:

>>>Wie hätten Sie's denn sonst gern? [mekdon'alts] oder ['mekdonalts] ?
>>
>> Meckdannlds.
>
>Momentamal, wieso sollten wir uns amerikanische Aussprache vorschreiben
>lassen? Auch wenn der Kaffee von Starbucks kommt, sage ich auf englisch
>lange noch nicht "kafie".
>Abgesehen davon stimmt das "meck" genausowenig wie das "nn"; wennschon,
>dennschon.

Es geht mir nicht um die amerikanische Aussprache noch um das
Vorschreiben derselben, sondern nur um meine Hörgewohnheit.

Mir war bei der österreichischen Werbung nicht klar, ob es sich um die
normale Aussprache handelt oder um eine Aussprache, die das speziell
österreichische an McDonaldsprodukten herausstellen will.

Martin Udelhoven

unread,
Nov 16, 2007, 9:34:25 AM11/16/07
to
"Markus Loch" schrieb:

> Helga Schulz schrieb:
>> (Kleiner Hinweis: Bitte Text nicht mit 2 - untergliedern, das
>> schneidet es mir sonst ab, weil das der Newsreader für eine
>> Signatur hält. Danke!)
>>
>
> Danke für den Hinweis. Das wusste ich nicht.
>
> Meine erste eigene Signatur findest du unten und sie
> verrät, womit ich mein Geld verdiene.

> --
>
> Hallo Welt

Welche Signatur?

Martin

Yvonne Steiner

unread,
Nov 16, 2007, 11:26:27 AM11/16/07
to
Wolfram Heinrich <theodo...@freenet.de> wrote:

> Ach so, du magst keine Tomaten. Ja, dann - dann hilft sowieso nix. Als Kind
> mochte ich auch keine Tomaten, übers Ketchup habe ich mich dann langsam
> hingerobbt.

Und ich finde, Ketchup schmeckt nach allem Möglichen, nur nicht nach
Tomaten.

--
Yvonne Steiner

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 16, 2007, 11:27:20 AM11/16/07
to
Am Fri, 16 Nov 2007 14:50:03 +0100 schrieb Rainer Rosenthal:

> Wolfram Heinrich schrieb:
>
>> ... übers Ketchup habe ich mich dann langsam
>> hingerobbt.
>
> Hübsches Bild!
>

Poesie halt.

Ciao
Wolfram
--
Die Sonne schien aufs Kirchendach,
Als drinnen Kortzfleysch sich erbrach.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 16, 2007, 11:40:41 AM11/16/07
to
Yvonne Steiner (Fri, 16 Nov 2007 17:26:27 +0100):

Dann hattest du bis jetzt nur Ketchup, das aus Tomaten gewonnen wurde,
die nicht nach Tomaten schmeckten.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (b Berlin) www.bruhaha.de
Wer sich die Netiquette ansieht, wird feststellen, dass sie keine
Zaehne hat, nicht wie ein Joch aussieht und sich auch nicht wie eine
Knute anfuehlt. (Christoph von Nathusius in de.soc.netzkultur)

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 16, 2007, 11:52:36 AM11/16/07
to

Eben. Deswegen habe ich Ketchup gegessen, lange bevor mir Tomaten
schmeckten.

Ciao
Wolfram
--
Eine der Tragödien dieser Welt ist, daß alle Männer, die eine kräftige
Abreibung verdient hätten, sehr groß sind.
AUS DEM FILM "THE PALM-BEACH-STORY" (DTSCH.: "ATEMLOS NACH FLORIDA")
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it

It is loading more messages.
0 new messages