> Warum ausgerechnet in der DDR (im VOlksmund) das "Hähnchen" Broiler
> genannt wurde, weiß ich aber auch nicht.
Im Duden "Herkunftswörterbuch" steht:
| Das vor allem in Ostdeutschland verwendete Wort für "Hähnchen zum
| Grillen" ist eine Entlehnung aus gleichbed. englisch 'broiler',
| einer Ableitung des Verbs 'to broil' »braten«. Möglicherweise
| sind Wort und Sache von Bulgarien aus nach Ostdeutschland gelangt.
HTH
--
Yvonne Steiner
Das weiß ich auch nicht.
Soweit ich mich erinnere, waren DDR-Broiler öfter Hähnchen als Hennchen.
Matthias
--
Auch in den ältesten Zeiten hat man schon Schnee fabricirt.
Prof. Galletti
*** Wer zum Teufel ist Galletti? => http://www.galletti.de/ ***
| Weil "nicht immer weiblichen Geschlechts". "Hähnchen" sind fast nie
| solche.
|
| Aber schließlich ist ein Hahn auch nichts anderes als ein männliches
| Huhn.
|
Ist es denn nicht so, daß Hähne gegrillt werden, und Hühner in die
Suppe kommen?
Es stand auf der Tüte (wenn man selber gebraten hat).
> Warum "meist weiblichen Geschlechts"?
Das kommt aus einer anderen Ecke. Irgendwo gibt es eine EG-Verordnung,
die das Masthähnchen definiert, und das ist männlichen oder weiblichen
Geschlechts.
Ralf
--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
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manual cameras and photo galleries - updated Apr. 11, 2003
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Wenn mit Hühnern Hennen gemeint sind, klingt es zumindest plausibel: Wer ein
Leben lang Eier gelegt hat, könnte zäher/durchwachsener sein als ein Hahn.
> Irgendwo gibt es eine EG-Verordnung,
> die das Masthähnchen definiert, und das ist männlichen oder weiblichen
> Geschlechts.
Kann das Mast*hähnchen* denn überhaupt weiblichen Geschlechts sein?
Das war so, als man noch dieselben Hühner zur Eier- und zur
Fleischproduktion nutzte.
CU
Thomas
> Kann das Mast*hähnchen* denn überhaupt weiblichen Geschlechts sein?
Auf hoher See und in EG-Verordnungen ist alles möglich. ;-)
Ursprünglich war es so: Die weiblichen Küken wurden zum Eierlegen
aufgezogen, die männlichen kurz gemästet und als Brathähnchen (so ab
Taubengröße) vermarktet.
Inzwischen werden verschiedene Hühnerrassen für den jeweiligen Zweck
eingesetzt und die männlichen Nachfahren der Legehennen aussortiert
und vergast (!).
Alte Legehennen werden nur noch zu Hunde- und Katzenfutter verarbei-
tet.
Mahlzeit!
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Wäre die Schule nicht grundsätzlich Disziplinierungs
| | | |_| | anstalt, müßte niemand mutig sein, um was Vernünfti-
| | | _ | ges zu machen. Die herrschende Pädagogik ist eine Un-
|_|a |_| |_|a terwerfungspädagogik." (W. Palka in d.e.s.d.)
»Heut essen wir den Suppenhahn, den wir noch gestern huppen sahn.«
SCNR
Wolf
Let me check my notes: "Heut essen wir den Suppenhahn, den wir noch
gestern huppen sahn."
Mist, du warst schneller.
"Das Mondkalb verriet es mir im Stillen": So sagt mans "um des Reimes
willen."
(Frei nach Christian Morgenstern)
--
Yvonne Steiner
> Inzwischen werden verschiedene Hühnerrassen für den jeweiligen Zweck
> eingesetzt und die männlichen Nachfahren der Legehennen aussortiert
> und vergast (!).
Wäre es Dir lieber, wenn sie erschossen, gehenkt oder erwürgt würden?
> Alte Legehennen werden nur noch zu Hunde- und Katzenfutter verarbei-
> tet.
Unseren Katzen schmeckts. :-)
Ralf
...der eh keine toten Vögel mag.
"Das Mondkalb verriet es mir im Stillen": So sagt mans "um des Reimes
> "Ingo G. Becker" <usenet0703....@spamgourmet.com> schrieb:
>
>
> >Ist es denn nicht so, daß Hähne gegrillt werden, und Hühner in die
> >Suppe kommen?
>
> In der Sprache schon. In der Realität eher nicht.
>
Aber dann muß es BroilerInnen heißen!
Ralf
--
It is easier to get into something than to get out of it.
Donald Rumsfeld
> Alte Legehennen werden nur noch zu Hunde- und Katzenfutter verarbei-
> tet.
Und was wird uns dann als "Suppenhuhn" verkauft?
Das war früher mal so. Geflügel zum Braten, wird heute so jung
geschlachtet, dass sie wahrscheinlich noch nicht mal geschlechtsreif
sind. Deshalb ist es eigentlich egal, ob Hühnchen oder Hähnchen.
-c-
>In erster Näherung liegt die Geschlechterverteilung des Nachwuchses bei
>den meisten Tieren nahe bei 1:1.
>
>Ich hätte schon gern gewußt, woher bei Hühnern eine Verteilung von z.B.
>1:5 oder gar 1:20 kommen sollte.
>
Oh. Das ist leicht. Da wird gleich nach dem Schlüpfen aussortiert. Die
Hennen zur weiteren Verwendung, die Hähne in den Fleischwolf. Hab ich
mal eine Fernsehdokumentation drüber gesehen. Ist allerdings schon
Jahrzehnte her. Damals verwende man zum Aussortieren gerne Frauen aus
Fernost, weil nur die die nötige Konzentration aufbrachten, durch
Stunden in Blitztempo den winzigen Geschlechtsunterschied zu erkennen,
der bei frisch geschlüpften Kücken nur mit der Lupe wahrzunehmen ist.
Reinhard
--
Keiner hat einen Mund, groß genug,
um die ganze Sache auszusprechen.
(Alan Watts)
> > Alte Legehennen werden nur noch zu Hunde- und Katzenfutter
> > verarbeitet.
> Und was wird uns dann als "Suppenhuhn" verkauft?
In der Regel sind das Legehennen im Alter zwischen 12 und 15 Monaten
und mit einem Gewicht zwischen 1,5 und 3 kg.
lg,
Tamas
> broiler chicken ist die internationale Bezeichnung für Masthühner (die
> zumeist weiblichen Geschlechts sind)
Hä? Seit wann sind Broiler weiblich? Das halt ich für ein (ziemlich
dummes) Gerücht.
Üblicherweise sind Broiler, was eben so anfällt. Also mehr oder weniger
halbe-halbe. Und international sind die Biester nur in Ossi-Augen.
Gerd
> Und international sind die Biester nur in Ossi-Augen.
Und in Fachmannsaugen.
> Gerd Thieme schrieb:
>> Und international sind die Biester nur in Ossi-Augen.
>
> Und in Fachmannsaugen.
So? Erklär!
Gerd
M.W. kommt (kam?) es auch vor, dass sie zerschnippelt werden.
Grüße,
Rian
--
Rian van der Borgt, Leuven/Löwen, Belgien.
e-mail: rvdb...@xs4all.be www: http://www.xs4all.be/~rvdborgt/
Fix Outlook Express: http://flash.to/oe-quotefix/
Fix Outlook: http://flash.to/outlook-quotefix/
[Broiler]
>>> Und international sind die Biester nur in Ossi-Augen.
>>
>> Und in Fachmannsaugen.
>
> So? Erklär!
Füttere doch Gurgel mal mit +broiler +chicken.
Hier ein Aufsatz zur Wortherkunft der ugs. Begriffs in der DDR:
| <http://www.univie.ac.at/Germanistik/schrodt/vorlesungsmaterialien/Lehnert_broiler.htm>
Und zwei Stichproben zur Verwendung als Fachbegriff:
| <http://library.vetmed.fu-berlin.de/fb-publikationen/60680.html>
| <http://europa.eu.int/comm/food/fs/inspections/vi/reports/germany/vi_rep_germ_1057-2000cm_de.pdf>
>>> Und in Fachmannsaugen.
>>
>> So? Erklär!
>
> Füttere doch Gurgel mal mit +broiler +chicken.
> | <http://library.vetmed.fu-berlin.de/fb-publikationen/60680.html>
Danke. Broiler wird also beinahe so verwendet, als handele es sich um
eine besondere Tierart. Verblüffend.
Gerd
"Kücken" hab ich auch schon öfter mit kurzem ü ausgesprochen gehört.
Da mag das zweifellos verwandte "chicken" reinspielen, das
in der Klümpchenform heute ja auch 5jährigen bekannt ist.
Laken hab ich noch nie mit kurzem a gehört (ich hör das Wort
allerdings auch sehr selten).
- Andi
Ohne es jetzt nachgeschlagen zu haben, empfinde ich "Kücken" als
Nebenform zu "Küken", ähnlich wie bei "Fohlen" und "Füllen". Ich selber
benutze nur die Varianten mit Langvokal, aber auch die mit Kurzvokal
empfinde ich nicht als falsch.
-helge
>Reinhard Gonaus schrieb:
>
>> Geschlechtsunterschied zu erkennen, der bei frisch geschlüpften
>> Kücken nur mit der Lupe wahrzunehmen ist.
>
>Ein merkwürdig häufiger Fehlschreib. Vgl. Lacken.
In Österreich laut ÖWB amtlich.
Reinhard
--
Triffst du auf deinem Weg einen, der weiß,
sag kein Wort - bleib nicht stumm!
(Zen-Sprichwort)
Was? Kücken? Ist ebenso eine Nebenform von Küken wie Küchlein.
Weder der neue Gelbe noch die alten Duden aus Leipzig und Mannheim halten
Kücken für Fehlschreib. Passt genau zur Aussprache (jedenfalls zu meiner).
> Vgl. Lacken.
Lack auftragen?
>> Vgl. Lacken.
>
> Lack auftragen?
Aufs Laken? Wizo?
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Wellen sind auch Teilchen und Teilchen sind auch Wellen. Ausnahmen gibt es beim
Bäcker, wo Donauwellen nicht als Donauteilchen gelten und Puddingteilchen nie
als Puddingwellen verkauft würden." (Frank Feger in de.sci.astronomie)
Reinhard Gonaus wrote:
> On 03 Sep 2003 00:26:00 +0100, erm...@compuserve.com (Markus Ermert)
> wrote:
>>Ein merkwürdig häufiger Fehlschreib. Vgl. Lacken.
>
>
> In Österreich laut ÖWB amtlich.
Das hat aber eine völlig andere Bedeutung: Eine Lacke, pl. Lacken, ist
bei uns das, was im Norden eine Pfütze ist.
[Hm. Kurzer Kontrollcheck im Wahrig - der kennt "die Lacke" nicht, wohl
aber "lacken" für lackieren.]
Gruss aus Wien
Andrea Sturm
Astrid Schleicher wrote:
>
> Das Kücken steht im ÖWB.
Au. Das schmerzt.
>
>
> Astrid Schleicher wrote:
>
>>
>> Das Kücken steht im ÖWB.
>
>
>
> Au. Das schmerzt.
>
Wieso?
-helge
Warum denn das?
Stell Dir vor, *Du* wärst der Kücken-Sprecher und -Schreiber (weil es in
deiner Gegend und/oder Familie so Usus ist), und die meisten Deiner
Gesprächspartner hielten es ebenso, und dann käme einer und wollte Dir
Kü:ken aufs Auge drücken und wedelte mit irgendeinem Wörterbuch.
>
>
>Reinhard Gonaus wrote:
>> On 03 Sep 2003 00:26:00 +0100, erm...@compuserve.com (Markus Ermert)
>> wrote:
>>>Ein merkwürdig häufiger Fehlschreib. Vgl. Lacken.
>>
>>
>> In Österreich laut ÖWB amtlich.
>
>Das hat aber eine völlig andere Bedeutung: Eine Lacke, pl. Lacken, ist
>bei uns das, was im Norden eine Pfütze ist.
>
Ich bezog mich aber auf Kücken. Wie sich Lacken von Laken
unterscheiden, und dass es unangenehm ist, wenn sich erstere in
letzteren bilden, das weiß ich wohl, und das ÖWB weiß es auch.
Allerdings heißt das Laken bei uns üblicherweise Leintuch.
> Matthias Opatz (use0...@onlinehome.de) wrote:
>>> Vgl. Lacken.
>>
>> Lack auftragen?
> Aufs Laken? Wizo?
Damit die Lake nicht so ins Laken zieht, natürlich.
--
Space - the final frontier
>>>> Vgl. Lacken.
>>>
>>> Lack auftragen?
>
>> Aufs Laken? Wizo?
>
> Damit die Lake nicht so ins Laken zieht, natürlich.
Die Lake des Kakers oder die Lake des - Achtung! - Cornfs?
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Würde ich dir jemals eine rhetorische Frage stellen?
> Gruss aus Wien
> Andrea Sturm
Sturm? Wien?
Bist Du "Sturmi", die beste Freundin von Steffi Wöhrer?
Falls ja: PM.
Falls nein: Vergisses. ;-)
Gruß aus der Pfalz
Ingo
--
Ingo Dierck, dierck & meyer mediengestaltung
mailto:ingo....@addcom.de
Na toll, Ingo, erst machst Du uns neugierig, und dann willst Du nicht
verraten, wie es ausgegangen ist...
Ist Andrea tatsächlich Sturmi? Gibt es mehr als eine Sturmi in Wien?
Wer ist Steffi Wöhrer, und was hat sie dem Ingo über Sturmi erzählt?
Seit wann heißt es "Sturm Wien" und nicht mehr Rapid Wien? Werden wir
je erfahren, wie die Geschichte ausgeht???
Gruß,
Michael
Ingo Dierck wrote:
>
> Bist Du "Sturmi", die beste Freundin von Steffi Wöhrer?
>
Nein, nur mit einem Allerweltsnamen geschlagen. :-/
Gruesschen
Andrea
Matthias Opatz wrote:
> Warum denn das?
> Stell Dir vor, *Du* wärst der Kücken-Sprecher und -Schreiber (weil es in
> deiner Gegend und/oder Familie so Usus ist), und die meisten Deiner
> Gesprächspartner hielten es ebenso, und dann käme einer und wollte Dir
> Kü:ken aufs Auge drücken und wedelte mit irgendeinem Wörterbuch.
Och, ich will ganz bestimmt niemandem etwas aufs Auge (oder sonstwohin)
drücken. Aber mein ganz subjektives Auge zuckt trotzdem zusammen.
Gruesschen
Andrea
> oder den Regionalsprech
> /schu:ster/ für "Schuster"
Wegen Schuhmacher, Schuhe usw.
> (Warum nicht /mu:ster/?)
Muhmacher und Muhe waren gerade aus. ;)
> Weil die große Mehrheit das Wort /kü:ken/ ausspricht und "Kücken"
> entweder als Fehlaussprache oder als missverstandenes Dehnungs-ck
> interpretiert. Vgl. "Lacken" für das Betttuch oder den Regionalsprech
> /schu:ster/ für "Schuster" (Warum nicht /mu:ster/?)
>
Nur weil es jemand falsch verstehen könnte, ist es noch lange nicht
falsch. "Schuster" mit langem "u" ist übrigens richtig. War schon im
mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen lang. Sprichst du Kloster
auch kurz? Und was ist mit rösten? Das kann man nämlich kurz oder lang
sprechen, ist beides richtig.
-helge
> Weil man "Schuh" und "Husten" schließlich auch mit kurzem u
> spricht. Die große Mehrheit jedenfalls. Sach ich mal so.
Ähm ... aber nein!
Beide Male lang. Ich hab' ja keinen "Hussten", wenn ich zum Arzt muss,
und bringen keinen kaputten "Schu" zum "Schusster".
Grüße
Matthias
> Ja, gell? Und dabei handelt es sich um ein Viech, das nun wirklich
> nicht selten auf den Tisch kommt ;-)
Oje. Bisher ging ich davon aus, jedes Viech komme nur einmal - und
damit selten - auf den Tisch.
SCNR
Thomas
Mal ganz davon abgesehen, dass betonte offene Silben im Standardeutschen
(das es natürlich gar nicht gibt) nicht kurz sein können. "Schuh" kann
also gar nicht mit Kurzvokal gesprochen werden.
-helge
> Oje. Bisher ging ich davon aus, jedes Viech komme nur einmal - und
> damit selten - auf den Tisch.
Wenn du deines auf dem Teller zurückgelassen hast, bekommts der nächste
Gast. :)
--
Yvonne Steiner
> Den "Schuhster" spreche ich mit langem u (wie den Schuh und den Husten).
Ich auch - auf hochdeutsch.
> Im Dialekt steht für diese u ein Zwielaut "ua".
Bei mir im Dialekt ist das "ou": Housde (Husten), Rou (Ruhe), Schou
(Schuhe), aber Schuch (Schuh) und Schus[td]er mit kurzem u. "Schousder"
kommt mir allerdings auch nicht völlig fremd vor.
CU
Thomas
>"Matthias Kryn" <usene...@planet-interkom.de> schrieb:
>
>>> Weil man "Schuh" und "Husten" schließlich auch mit kurzem u
>>> spricht. Die große Mehrheit jedenfalls. Sach ich mal so.
>
>>Ähm ... aber nein!
>
>"Batterien" spricht man aber mit kurzem a und "Akkus" auch!
>
>"Kühken" empfinde ich als Borealismus wie "Kühche", "Duhsche" und
>"Geruhch".
>
Ach, lasstes mal gut sein! Die meisten bei uns sagen sowieso
"Singerl".
> Ach, lasstes mal gut sein! Die meisten bei uns sagen sowieso
> "Singerl".
Bei uns "Küken" (auf hochdeutsch und mit langem ü) oder "Biebche" (im
Dialekt).
CU
Thomas
In Sachsen im Dialekt Schippch[e]n (auch. Schiebch[e]n).
> "Batterien" spricht man aber mit kurzem a und "Akkus" auch!
Ich schau gleich mal im Wörterbuch nach und suche noch 100 Wöter heraus,
die man mit kurzem Vokal spricht. Und dann suche ich noch 100 Wörter mit
Langvokal heraus. Was bringt das?
>
> "Kühken" empfinde ich als Borealismus wie "Kühche", "Duhsche" und
> "Geruhch".
"Duschsche" empfinde ich als NRWismus. Helge Schneider und HaPe
Kerkeling sprechen so:
"Jetz hamm Se ne Duschschhaube gewonn! Da hamm wir ne Menge Spass gehabt!"
Geruch und Küche spreche ich mit Kurzvokal. Dusche mit Langvokal.
>
> Alle die spreche ich mit kurzem ü, wobei mir wie üblich der Siebs egal
> ist.
Aha. Kann es also sein, dass du die Standardwerke zitierst, wenn sie
deinen Privatsprech stützen, sie aber ignorierst, wenn sie dir gegen den
Strich gehen? Nicht, dass du mich jetzt falsch verstehst: ich finde das
durchaus vertretbar.
Leider habe ich keinen Siebs zur Hand, aber die Ausspracheangaben im
Langenscheidtwörterbuch Deutsch/Spanisch geben für Küche und Geruch
Kurzvokal, für Dusche beide Varianten an, die die Version mit Langvokal
als erste. Da sehe ich mich recht gut repräsentiert. Ich betrachte mich
übrigens als durchaus boreal ;)
> Den "Schuhster" spreche ich mit langem u (wie den Schuh und den Husten).
> Im Dialekt steht für diese u ein Zwielaut "ua".
Rheiderländer Platt: Schoh und Schooster (Orthographie nach Byl):
[Sg@aU] und [Sg@aUst@], Hoosten [h@aUstn], Köken [køykN]. Dusche passt
hier als Fremdwort nicht richtig rein.
Wie spricht man bei euch "rösten" aus? Mit Lang- oder Kurzvokal. Ich
kenne es nur kurz und war sehr perplex, als ich zum ersten Mal in der
Fernsehwerbung einen "mild geröösteten Kaffee" angeboten bekam.
-helge
> Martin Gerdes schrieb:
>>"Batterien" spricht man aber mit kurzem a und "Akkus" auch!
"Batterien" mit kurzem "a" und langem, betontem "e"? ;)
> "Duschsche" empfinde ich als NRWismus. Helge Schneider und HaPe
> Kerkeling sprechen so:
> "Jetz hamm Se ne Duschschhaube gewonn! Da hamm wir ne Menge Spass gehabt!"
Gehört wohl in die gleiche ecke wie der "Gassherd".
> Wie spricht man bei euch "rösten" aus? Mit Lang- oder Kurzvokal. Ich
> kenne es nur kurz und war sehr perplex, als ich zum ersten Mal in der
> Fernsehwerbung einen "mild geröösteten Kaffee" angeboten bekam.
In der südwestdeutschen schule wurde mir Rost kurz = korrosion
und Rost lang = grill beigebracht. Aus dem "borealen" elternhaus
kannte ich es nur kurz.
Aus der schreibung ist vor "st" kein rückschluss auf kürze oder
länge des vokals zu ziehen. Der Gast rast, weil der Most tost.
(Oder doch? "rast" und "tost" sind verbformen mut langem wort-
stamm ....)
--
tobias benjamin köhler ____________________________ t...@uncia.de
_________ ______________ ______________ ______________ __>_____
========H|H============H|H============H|H============H|=H=====`)
------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^o-o--o-o=
> Nein, nur mit einem Allerweltsnamen geschlagen. :-/
Schon gut.
Gruß
> Ist Andrea tatsächlich Sturmi?
Nein.
> Gibt es mehr als eine Sturmi in Wien?
Anscheinend.
> Werden wir je erfahren, wie die Geschichte ausgeht???
Ihr? Nein.
Gruß
> Nix. Aber Nachladen bringts, bei Matthias und bei Dir.
Versteh ich jetzt nicht.
> Es ist nicht in jedem Fall sinnvoll, Sprachgrenzen mit rechten Winkeln
> ziehen zu wollen. Die berühmte Sprachgrenze zwischen "Samstag" und
> "Sonnabend" beispielsweise verläuft ja auch schräg durch Deutschland.
> Mit der Kurz-u-Dusche dürfte es ähnlich sein.
>
> Fussball (mit kurzem u) allerdings sagt man nur in gewissen Gegenden im
> Westen.
Was ich nur sagen wollte: Küche und Geruch gehören zu einer anderen
Gruppe als die Dusche.
Die Binsenweisheit mit den Sprachgrenzen hättest du dir also sparen
können :)
> Nein, das kann nicht sein, was einem aufmerksamen Leser auch aufgegangen
> sein dürfte. Jenen "Siebs" beispielsweise bekomme ich immer nur zitiert.
> Ich wüßte nicht, daß ich aus demselben mal aktiv zitiert hätte.
Gut möglich, dann nehme ich das natürlich zurück.
>>Wie spricht man bei euch "rösten" aus? Mit Lang- oder Kurzvokal.
>
>
> Lang natürlich, wie auch der dazu passende Rost ein langes o hat und
> sich insofern vom Eisenoxid unterscheidet. Der Engländer spricht das
> Rostbiff übrigens sowohl mit (langem) Zwielaut vorn als auch mit langem
> "i" hinten. Du siehst, der kann auch nicht richtig sprechen, dieser
> Engländer.
"Natürlich!"
Sprachgeschichtlich ist deine Variante wahrhaftig die schönere. Denn
mhd. trennt man deutlich zwischen rôst und rost. Der "Schusster"
jedenfalls fällt nach den gleichen Kriterien durch (aber das betrifft
dich ja nicht).
Achja: seit wann ist die Vokallänge im Englischen ausschlaggebend für
die Aussprache des verwandten deutschen Wortes? "Foot" wird ja auch kurz
gesprochen, "Fuß" nicht (mal von einigen "Fuss"ballexzentrikern
abgesehen). Rostbiff sieht mir auch eher schwedisch als deutsch aus. Ich
sage auch "Roostbief".
-helge
> Martin Gerdes schrieb:
>> Alle die spreche ich mit kurzem ü, wobei mir wie üblich der Siebs egal
>> ist.
>
> Aha. Kann es also sein, dass du die Standardwerke zitierst, wenn sie
> deinen Privatsprech stützen, sie aber ignorierst, wenn sie dir gegen den
> Strich gehen? Nicht, dass du mich jetzt falsch verstehst: ich finde das
> durchaus vertretbar.
>
> Leider habe ich keinen Siebs zur Hand, [...]
Seit vorgestern besitze ich einen Siebs [zi:ps] (Sonderangebot für 5
Euronen). Siebs als Norddeutscher will alles lang haben: die betonten
Vokale in Kritik, schon, Barsch, Städte, Titel, Husten, gehabt, gibt,
Behörde, höchst, Erde; bei fast allen diesen Wörtern ist in .ch oder
.at auch kurz offiziell richtig. Nur beim Rebhuhn macht er eine
Ausnahme, das muss kurz sein. Ob mit dem langen "werden" auch "wird"
lang sein soll, steht nicht drin; "gibt" ist lang, "ging" kurz.
Für mich ist "Kritiek", "schoon" und "Stähdte" eindeutig Waterkant,
"höckst" und "Ärrde" eindeutig Schweiz/Österreich, und das dazwischen
Verhandlungssache. Den "Baarsch" habe ich noch nie gehört: hat sich
den Siebs ausgedacht, damit er anders gesprochen wird als "barsch"?
Den in der Schweiz normgerechten "Bratroost" im Gegensatz zum "Rost"
Fe(OH)2 hat er allerdings verschmäht.
Das norddeutsche "Ratt" und "Grass" unterstützt Siebs ebensowenig wie
den süddeutschen "Spass", den man bei einer "Mass" hat - m.E. zu
Recht, weil beides ausgeprägte Regionalismen sind.
Helmut Richter
> Geruch und Küche spreche ich mit Kurzvokal. Dusche mit Langvokal.
[...]
> Leider habe ich keinen Siebs zur Hand, aber die Ausspracheangaben
> im Langenscheidtwörterbuch Deutsch/Spanisch geben für Küche und
> Geruch Kurzvokal, für Dusche beide Varianten an, die die Version
> mit Langvokal als erste. Da sehe ich mich recht gut repräsentiert.
Und Küken lang? Dann haben wir beide ganz zufällig mal wieder dieselbe
Verteilung.
> Ich betrachte mich übrigens als durchaus boreal ;)
Und ich mich als durchaus nichtboreal. Da wird es doch nicht etwa einen
überregionalen - Jehova!! - Standard geben?
> Wie spricht man bei euch "rösten" aus? Mit Lang- oder Kurzvokal.
> Ich kenne es nur kurz und war sehr perplex, als ich zum ersten Mal
> in der Fernsehwerbung einen "mild geröösteten Kaffee" angeboten
> bekam.
Oh, da sage ich selbst "röösten", rössten ist mir aber auch vertraut.
--
Oliver Cromm
> Elektropostadresse, ...
Nein: Bernkraftzustellanschrift
Volker Gringmuth in desd
Küken lang, Kücken kurz. Aber nur Küken verwende ich aktiv. :)
> Und ich mich als durchaus nichtboreal. Da wird es doch nicht etwa einen
> überregionalen - Jehova!! - Standard geben?
Nein, so etwas gibt es natürlich nicht. Das bilden wir uns jetzt
lediglich ein.
-helge
> Seit vorgestern besitze ich einen Siebs [zi:ps] (Sonderangebot für 5
> Euronen). Siebs als Norddeutscher will alles lang haben: die betonten
> Vokale in Kritik, schon, Barsch, Städte, Titel, Husten, gehabt, gibt,
> Behörde, höchst, Erde; bei fast allen diesen Wörtern ist in .ch oder
> .at auch kurz offiziell richtig. Nur beim Rebhuhn macht er eine
> Ausnahme, das muss kurz sein. Ob mit dem langen "werden" auch "wird"
> lang sein soll, steht nicht drin; "gibt" ist lang, "ging" kurz.
Machen wir mal die Probe.
Ich spreche lang:
Kriti:k, scho:n, Stä:dte, Ti:tel, Hu:sten, hö:chst, Re:bhuhn
und kurz:
gehabt, gibt, Behörde, Erde, werden, wird, gibt, ging
naturgemäß unklar für mich Nordlicht: Barsch (ich höre keinen
Unterschied zwischen langem und kurzem A vor R.)
Mehr Meinungen.
-helge
> Lang natürlich, wie auch der dazu passende Rost ein langes o hat und
> sich insofern vom Eisenoxid unterscheidet.
Ts ts ts.
> Der Engländer spricht das
> Rostbiff übrigens sowohl mit (langem) Zwielaut vorn als auch mit langem
> "i" hinten.
Dafür sagt der Franzose dann "rosbif" (und schreibt es auch,
mitunter). Alte Rivalitäten...
-- Erik (und ja, ich weiß, daß /roastbeef/ ein englisches Wort ist)
--
Der Strahlengang ist umkehrbar.
> und kurz:
>
> gehabt, gibt, Behörde, Erde, werden, wird, gibt, ging
^^^^ ^^^^^^^ ^^^^ ^^^^^^ °°°°
Ich lang.
°°°°:
<neureuther>
Dafür ziehen wir einen Punkt ab.
</neureuther>
Grüße
Matthias
> Helmut Richter schrieb:
>
>> Siebs als Norddeutscher will alles lang haben:
>
> Machen wir mal die Probe.
>
> Ich spreche lang:
>
> Kriti:k, scho:n, Stä:dte, Ti:tel, Hu:sten, hö:chst, Re:bhuhn
Hier:
Kritik (kurz), scho:n (für sich, mitten im Satz eher kurz), die anderen
klar lang. "hö:chst" allerdings i.d.R. mit /k/. Das ist wohl mal ein
Südismus bei mir.
> und kurz:
>
> gehabt, gibt, Behörde, Erde, werden, wird, gibt, ging
Alle kurz. "gi:bt" soll doch aber für Nordlichter wie Dich ganz
natürlich sein, habe ich mich kürzlich hier belehren lassen.
> naturgemäß unklar für mich Nordlicht: Barsch (ich höre keinen
> Unterschied zwischen langem und kurzem A vor R.)
In dem Beispiel finde ich das auch schwierig; "haart" und
"harrt"/"hart" sind schon deutlich verschieden.
> "hö:chst" allerdings i.d.R. mit /k/. Das ist wohl mal ein
> Südismus bei mir.
Was ich kenne, ist die Aussprache "ne:ste" für "nächste". Ich schwanke
zwischen "ne:chste" und "ne:ste". "ne:kste" kenne ich zwar, empfinde ich
aber als ungewohnt.
> Alle kurz. "gi:bt" soll doch aber für Nordlichter wie Dich ganz
> natürlich sein, habe ich mich kürzlich hier belehren lassen.
Von wem? Hier gehen ja auch 'ne Menge Gerüchte um ;) Aber ehrlich: gibt
mit langem "i" kenne ich natürlich, ich empfand es aber immer als
stärker regional geprägt.
> In dem Beispiel finde ich das auch schwierig; "haart" und
> "harrt"/"hart" sind schon deutlich verschieden.
Ich komem mir beinahe etwas bekloppt vor. Ich habe das jetzt zigmal vor
mich hingesprochen, der Unterschied ist für mich minimal. Selbst im
direkten Minimalpaar mache ich so gut wie keinen Unterschied. Haben denn
langes und kurzes A bei dir auch unterschiedliche Qualität?
-helge
> Oliver Cromm schrieb:
>
>> "hö:chst" allerdings i.d.R. mit /k/. Das ist wohl mal ein
>> Südismus bei mir.
>
> Was ich kenne, ist die Aussprache "ne:ste" für "nächste".
Die hätte ich für reine Maulfaulheit gehalten. Oder für Klausisch: nah,
näher, am nähsten. Aber nein, dann wäre es vermutlich "am nahsten".
>> Alle kurz. "gi:bt" soll doch aber für Nordlichter wie Dich ganz
>> natürlich sein, habe ich mich kürzlich hier belehren lassen.
>
> Von wem? Hier gehen ja auch 'ne Menge Gerüchte um ;)
Von etlicher Prominenz ;-) (HP, RHA, SK, und mit Einschränkungen GT)
Siehe <3o7utv4m3bw8$.d...@ocromm.my-fqdn.de> ff.
>> In dem Beispiel finde ich das auch schwierig; "haart" und
>> "harrt"/"hart" sind schon deutlich verschieden.
>
> Ich komem mir beinahe etwas bekloppt vor. Ich habe das jetzt
> zigmal vor mich hingesprochen, der Unterschied ist für mich
> minimal. Selbst im direkten Minimalpaar mache ich so gut wie
> keinen Unterschied. Haben denn langes und kurzes A bei dir auch
> unterschiedliche Qualität?
Nein, aber neben der reinen Länge ändert sich noch die Prominenz des
"r". Da mag der Knackpunkt liegen, wenn man ein sehr schwaches "r" hat.
> Machen wir mal die Probe.
>
> Ich spreche lang:
Immer?
>
> Kriti:k, scho:n, Stä:dte, Ti:tel, Hu:sten, hö:chst, Re:bhuhn
Diese spreche ich mal lang, mal kurz: Kritik, schon, Titel.
Halblang ist "Städte".
Immer lang: Husten, höchst, Rebhuhn.
>
> und kurz:
Immer?
>
> gehabt, gibt, Behörde, Erde, werden, wird, gibt, ging
Diese spreche ich mal lang, mal kurz: gehabt, gibt.
Immer kurz: ging.
Lang ist: Behörde, Erde, werden und wird. Das postvokalische R läßt
nämlich einen Diphthong entstehen.
>
> naturgemäß unklar für mich Nordlicht: Barsch (ich höre keinen
> Unterschied zwischen langem und kurzem A vor R.)
>
Hörst Du, wenn Du nicht gerade mit Rheinländern sprichst, überhaupt ein
R?
(Meine Angaben stellen kein Standarddeutsch dar.)
Ralf
--
It is easier to get into something than to get out of it.
Donald Rumsfeld
>>Was ich kenne, ist die Aussprache "ne:ste" für "nächste".
>
>
> Die hätte ich für reine Maulfaulheit gehalten. Oder für Klausisch: nah,
> näher, am nähsten. Aber nein, dann wäre es vermutlich "am nahsten".
Mag auch Mundfaulheit sein. Bei "höchste" mach ich's auch.
Schockschwerenot!
> Nein, aber neben der reinen Länge ändert sich noch die Prominenz des
> "r". Da mag der Knackpunkt liegen, wenn man ein sehr schwaches "r" hat.
Postvokalisches R? Ich bitte dich. Das kommt mir nicht ins Haus. Soviel
Borealismus muss sein ;) Das bin ich dem Niederdeutschen schuldig.
-helge
>>Kriti:k, scho:n, Stä:dte, Ti:tel, Hu:sten, hö:chst, Re:bhuhn
>
>
> Diese spreche ich mal lang, mal kurz: Kritik, schon, Titel.
> Halblang ist "Städte".
> Immer lang: Husten, höchst, Rebhuhn.
Naja, der entscheidende Unterschied zwischen Lang- und Kurzvokalen ist
im Deutschen sowieso nicht die Länge, sondern die Qualität
(offen/geschlossen), da man betonte Kurzvokale ja auch emphatisch dehnen
und unbetonte Langvokale kürzen kann. Ich spreche die o.g. Vokale
jedenfalls IMMER gespannt (geschlossen), wenn auch bisweilen sehr kurz,
eventuell ungefähr so: [kRi'tik], [Son], ['Stet@] usw. Wichtig ist, dass
ich sie jedoch nie offen (ungespannt) ausspreche, wie es ja durchaus
auch vorkommt, also wie "Kritick", "schonn", "Stätte" oder "Tittel".
>
>>und kurz:
>
>
> Immer?
>
>>gehabt, gibt, Behörde, Erde, werden, wird, gibt, ging
>
>
> Diese spreche ich mal lang, mal kurz: gehabt, gibt.
> Immer kurz: ging.
gehabt immer kurz, bei "gibt" ist mir die Variante mit gespanntem Vokal
auch geläufig. Ich kenne sie auch aus meinem Umfeld, empfand sie selber
aber immer als irgendwie "niedlich".
> Lang ist: Behörde, Erde, werden und wird. Das postvokalische R läßt
> nämlich einen Diphthong entstehen.
Ersatzdehnung. Aber ist der Vokal gespannt oder ungespannt? Ich
belausche mich noch einmal selbst und muss sagen: [b@'hÖ9d@] und
['?E9d@]. Allerdings wird es hier wirklich unscharf, da hier bei mir
auch explizit gespannte Langvokale kurz und relativ offen werden:
hören [hÖ9n] oder [hö9n]
scheren [SE9n] oder [Se9n]
Spontan klingen für mich beide Varianten geläufig.
> Hörst Du, wenn Du nicht gerade mit Rheinländern sprichst, überhaupt ein
> R?
Wie meinst du das jetzt genau? Bei mir selber?
-helge
> Oliver Cromm schrieb:
>> In dem Beispiel finde ich das auch schwierig; "haart" und
>> "harrt"/"hart" sind schon deutlich verschieden.
>
> Ich komem mir beinahe etwas bekloppt vor. Ich habe das jetzt zigmal vor
> mich hingesprochen, der Unterschied ist für mich minimal. Selbst im
> direkten Minimalpaar mache ich so gut wie keinen Unterschied. Haben denn
> langes und kurzes A bei dir auch unterschiedliche Qualität?
Das kannst Du dann aber nicht mehr als »Standardlautung« verkaufen. Auch
bei vokalischem R behält das vorangehende A seine Länge bzw. Kürze.
Ich kenne diesen Sprachfehler vom Umgang der Norddeutschen mit meinem
Vornamen, den ich kurz gewohnt bin. Den Unterschied zwischen [e:6] und
[E6] kriegen viele nicht hin.
Gerd
>> Danke. Broiler wird also beinahe so verwendet, als handele es sich um
>> eine besondere Tierart.
>
> In Bezug auf Haltungsbedingungen, Futterregime und Medikation allemal.
> Und dabei handelt es sich um ein Viech, das nun wirklich nicht selten auf
> den Tisch kommt ;-)
Stimmt. Bei mir nicht nur nicht selten, sondern gar nicht. Allein wegen
Haltungsbedingungen, Futterregime und Medikation. Wobei ich nicht
zwischen Broilern und Hühnchen unterscheide, weil ich den Unterschied eh
nicht nachprüfen kann.
Gerd
> helge willkowei <NOS...@tkkg-forum.de> schrieb:
>
>>Was ich nur sagen wollte: Küche und Geruch gehören zu einer anderen
>>Gruppe als die Dusche.
>
> Gibts diesbezüglich "Gruppen"?
Na, das will ich doch hoffen, sonst könnte man gar nicht von Dialekten
sprechen.
--
Oliver Cromm
Zwar ist richtig, dass einer nicht Arzt sein kann, der nicht die Logik
studiert hat, aber sie taugt nur als Seziermesser fuer die Gedanken,
nicht fuer die Gedaerme - Horst Stern, Mann aus Apulien
> S'tell Dich ma am Tresen baam Schlachta hia in Hanofa.
> Dann höhrstes.
Hia in Hanofa? Kein Wunda, dass wia uns so einich sind. Daar hebben mien
Ollskes ok hör Dütsk lehrt. Wie sieht's eigentlich mit dem Ostfälischen
aus, ist dir da schon mal ein echter Sprecher über den Weg gelaufen,
oder ist das inzwischen auch ganz ausgestorben?
-helge
>>Für mich ist "Kritiek", "schoon" und "Stähdte" eindeutig Waterkant,
>
>
> "Steehte" bitteschön, dazu natürlich auch "Meedchen".
>
Alles andere is Keese!
-helge
> Das kannst Du dann aber nicht mehr als »Standardlautung« verkaufen. Auch
> bei vokalischem R behält das vorangehende A seine Länge bzw. Kürze.
Verkaufe ich auch nicht als Standardlautung. Außerdem gibt es ja keine
Standardlautung, wie hier einige Leute steif und fest behaupten. ;)
>
> Ich kenne diesen Sprachfehler vom Umgang der Norddeutschen mit meinem
> Vornamen, den ich kurz gewohnt bin. Den Unterschied zwischen [e:6] und
> [E6] kriegen viele nicht hin.
Ist kein Sprachfehler. Ist regionaler Substandard. Lispeln ist ein
Sprachfehler.
-helge
> dazu natürlich auch "Meedchen".
Aber nur echt mit Außlautverhächtunk: "Meetchen".
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Webmaster dürfen alles, deswegen sind sie "Master". Die Leute am anderen Ende
der Leitung sind doch nur die Webslaves." (Uwe Schröder in dciwam)
> Ich sprechs kurz und mit dem typischen, gutturalen r (das in meinem
> Namen gleich zweimal vorkommt)
Ach. Ist dein hanöfasches Umfeld nicht anderer Meinung?
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.
> Stimmt. Bei mir nicht nur nicht selten, sondern gar nicht. Allein wegen
> Haltungsbedingungen, Futterregime und Medikation. Wobei ich nicht
> zwischen Broilern und Hühnchen unterscheide, weil ich den Unterschied eh
> nicht nachprüfen kann.
Du könntest aber Deinen Vogel beim Halter holen, dessen Haltungsweise Dir
bekannt ist. Gleiches gilt für Kaninchen, die Kaufhallen-Kanins kommen meist
auch aus Aufzuchtbatterien.
Matthias
--
Auch in den ältesten Zeiten hat man schon Schnee fabricirt.
Prof. Galletti
*** Wer zum Teufel ist Galletti? => http://www.galletti.de/ ***
> Ralf Heinrich Arning schrieb:
>
> >>Kriti:k, scho:n, Stä:dte, Ti:tel, Hu:sten, hö:chst, Re:bhuhn
> >
> >
> > Diese spreche ich mal lang, mal kurz: Kritik, schon, Titel.
> > Halblang ist "Städte".
> > Immer lang: Husten, höchst, Rebhuhn.
>
> Naja, der entscheidende Unterschied zwischen Lang- und Kurzvokalen ist
> im Deutschen sowieso nicht die Länge, sondern die Qualität
> (offen/geschlossen), da man betonte Kurzvokale ja auch emphatisch dehnen
> und unbetonte Langvokale kürzen kann.
Und das macht man auch. Es ist eine Grenze der Aussprachewörterbücher,
daß sie daß nicht berücksichtigen.
> Ich spreche die o.g. Vokale
> jedenfalls IMMER gespannt (geschlossen), wenn auch bisweilen sehr kurz,
> eventuell ungefähr so: [kRi'tik], [Son], ['Stet@] usw. Wichtig ist, dass
> ich sie jedoch nie offen (ungespannt) ausspreche, wie es ja durchaus
> auch vorkommt, also wie "Kritick", "schonn", "Stätte" oder "Tittel".
Ich variiere bei manchen auch in der Qualität, z. B. bei "Kritik". Die
Qualität des O in "schon" ist abhängig von der Länge. Das Ä in "Städte"
ist immer offen. (Über die Aussprache von "Städte" hatten wir vor nicht
allzulanger Zeit einen Thread.)
>
[...]
>
> gehabt immer kurz, bei "gibt" ist mir die Variante mit gespanntem Vokal
> auch geläufig. Ich kenne sie auch aus meinem Umfeld, empfand sie selber
> aber immer als irgendwie "niedlich".
Man muß ins Kalkül ziehen, daß die regionale Aussprache in der Schule
manipuliert und bewertet wird.
>
> > Lang ist: Behörde, Erde, werden und wird. Das postvokalische R läßt
> > nämlich einen Diphthong entstehen.
>
> Ersatzdehnung. Aber ist der Vokal gespannt oder ungespannt? Ich
> belausche mich noch einmal selbst und muss sagen: [b@'hÖ9d@] und
> ['?E9d@]. Allerdings wird es hier wirklich unscharf, da hier bei mir
> auch explizit gespannte Langvokale kurz und relativ offen werden:
> hören [hÖ9n] oder [hö9n]
> scheren [SE9n] oder [Se9n]
>
> Spontan klingen für mich beide Varianten geläufig.
Genau das meinte ich. Das sind Ausdrucksmittel der lebendigen Sprache,
die in Aussprachebüchern gar nicht vorgesehen sind. Sie sind regional
bestimmt.
>
> > Hörst Du, wenn Du nicht gerade mit Rheinländern sprichst, überhaupt ein
> > R?
>
> Wie meinst du das jetzt genau? Bei mir selber?
Letzteres wohl kaum. Denn wenn Du mit Dir selber sprichst, dann sprichst
Du nicht mit einem Rheinländer.
In einem anderen Posting hast Du geschrieben, daß Dir ein
postvokalisches R nicht ins Haus kommt. Das meine ich. Da ist ein kurzer
Vokal gar nicht möglich. (Na ja, in manchen geht vielleicht sogar das.)
>>>Hörst Du, wenn Du nicht gerade mit Rheinländern sprichst, überhaupt ein
>>>R?
>>
>>Wie meinst du das jetzt genau? Bei mir selber?
>
>
> Letzteres wohl kaum. Denn wenn Du mit Dir selber sprichst, dann sprichst
> Du nicht mit einem Rheinländer.
> In einem anderen Posting hast Du geschrieben, daß Dir ein
> postvokalisches R nicht ins Haus kommt. Das meine ich. Da ist ein kurzer
> Vokal gar nicht möglich. (Na ja, in manchen geht vielleicht sogar das.)
Ich versteh die ursprüngliche Frage immer noch nicht, tut mir leid :(
Bei Rheinländern höre ich ein [R], bei Bayern auch ab und zu ein [r],
auch postvokalisch. Ich selber vokalisiere es normalerweise völlig, aber
es ist mir durchaus bewusst, dass da ein R steht, wenn ich also eine
Silbe mit R besonders betonen will, kommt es mir durchaus ab und zu über
die Lippen.
-helge
> Ralf Heinrich Arning schrieb:
>
> >>>Hörst Du, wenn Du nicht gerade mit Rheinländern sprichst, überhaupt ein
> >>>R?
> >>
> >>Wie meinst du das jetzt genau? Bei mir selber?
> >
> >
> > Letzteres wohl kaum. Denn wenn Du mit Dir selber sprichst, dann sprichst
> > Du nicht mit einem Rheinländer.
> > In einem anderen Posting hast Du geschrieben, daß Dir ein
> > postvokalisches R nicht ins Haus kommt. Das meine ich. Da ist ein kurzer
> > Vokal gar nicht möglich. (Na ja, in manchen geht vielleicht sogar das.)
>
> Ich versteh die ursprüngliche Frage immer noch nicht, tut mir leid :(
Na, das wird noch. ;-)
Du suchst mehr als da ist.
>
> Bei Rheinländern höre ich ein [R], bei Bayern auch ab und zu ein [r],
> auch postvokalisch. Ich selber vokalisiere es normalerweise völlig, aber
> es ist mir durchaus bewusst, dass da ein R steht, wenn ich also eine
> Silbe mit R besonders betonen will, kommt es mir durchaus ab und zu über
> die Lippen.
Das muß Dir nicht peinlich sein.
Rheinländer sprechen das postvokalische R, manchmal besonders deutlich.
Damit läßt sich die Silbe schließen und der Vokal kurz sprechen.
Man mag als Nicht-Rheinländer wissen, daß nach dem Vokal ein R
vokalisiert wurde. Aber das ist passiert und damit die Möglichkeit,
Längen und Kürzen zu unterschscheiden (wie in Deinem Beispiel Barsch),
weggefallen. Der entstandene Diphthong ist sowieso lang.
* Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb:
> Volker Gringmuth <eink...@gmx.net> schrieb:
>
>>Martin Gerdes (martin...@gmx.de) wrote:
>>
>>> Ich sprechs kurz und mit dem typischen, gutturalen r (das in meinem
>>> Namen gleich zweimal vorkommt)
>>
>>Ach. Ist dein hanöfasches Umfeld nicht anderer Meinung?
>
> "Maatin" ist in Hannover natürlich klar. Mein Nachname (der ja nun
> wirklich explizit nooddoitsch ist), wird verblüffend häufig falsch
> geschrieben, Häufig (ortsständig) mit langem erstem e gesprochen und oft
> mit Längungszeichen geschrieben (und/oder ohne r).
Nun hier wärst Du eher der: Machtin Jerdes (wobei das `ch' eher ein
hartes r ist und das erste `e' ein bisschen in Richtung `ä' ginge).
Bis dann
Mark
--
Mark Trettin ------- *Aachen* -- Wo ist das? ------> N: 50°46' O: 06°05'
BOFH excuse #408:
Computers under water due to SYN flooding.
>> Den Unterschied zwischen [e:6] und [E6] kriegen viele nicht hin.
>
> Ist kein Sprachfehler. Ist regionaler Substandard. Lispeln ist ein
> Sprachfehler.
Was ist der Unterschied? Nur die Menge der Sprachfehlenden? Es geht ja
nicht um Nichtwollen, sondern um Nichtkönnen. Etwa so, wie ich den
Unterschied zwischen hellem und dunklem bairischem A nicht höre und auch
nicht sprechen kann..
Gerd
Genau das ist es. natürlich KANN ich den Unterschied sprechen, das
können die meisten hier wohl. Aber er kommt halt nicht in unserer
gewohnten Sprache vor. Ich kann auch Retroflexlaute sprechen. Sie kommen
in meiner Sprache auch nicht vor, deshalb spreche ich sie nur selten.
Habe ich deshalb einen Sprachfehler?
Ein Sprachfehler liegt nur vor, wenn man einen Laut nicht aussprechen
kann, der von der Sprache, die man gewöhnlich spricht, gefordert wird.
Und natürlich in der Variante, die man aus seiner Umgebung gewohnt ist.
Wenn Süddeutsche Probleme mit dem stimmhaften S haben, ist das kein
Sprachfehler, wenn ich kein postvokalisches R spreche, ist es auch
keiner. Wenn ich als Engländer kein TH, als Italiener kein
Zungenspitzen-R oder als Deutscher kein Ü sprechen kann, dann liegt
wahrscheinlich ein Sprachfehler vor (immer vorausgesetzt, die Laute
werden in der Umgebung des Sprechers für gewöhnlich gebildet).
-helge
> Wenn ich als Engländer kein TH, als Italiener kein
> Zungenspitzen-R oder als Deutscher kein Ü sprechen kann, dann liegt
> wahrscheinlich ein Sprachfehler vor (immer vorausgesetzt, die Laute
> werden in der Umgebung des Sprechers für gewöhnlich gebildet).
Wenn Du als Deutscher trotz ernsthaften Bemühens kein englisches TH
sprechen kannst, dann hast Du vielleicht einen Sprachfehler, der in Deiner
Muttersprache bloß nicht auffiel. Wie will man das unterscheiden?
--
Oliver Cromm
Die durchgehaltene Moral ist das Ende jeder die Menschen bedenkenden
Politik. Sie fuehrt zu nichts als Selbstgerechtigkeit.
> On Sat, 06 Sep 2003 20:35:50 +0200, helge willkowei wrote:
>
>
>>Wenn ich als Engländer kein TH, als Italiener kein
>>Zungenspitzen-R oder als Deutscher kein Ü sprechen kann, dann liegt
>>wahrscheinlich ein Sprachfehler vor (immer vorausgesetzt, die Laute
>>werden in der Umgebung des Sprechers für gewöhnlich gebildet).
>
>
> Wenn Du als Deutscher trotz ernsthaften Bemühens kein englisches TH
> sprechen kannst, dann hast Du vielleicht einen Sprachfehler, der in Deiner
> Muttersprache bloß nicht auffiel. Wie will man das unterscheiden?
Berechtigter Einwand. Aber ein Engländer, der kein TH spricht, weil in
seinem Regiolekt stattdessen ein T oder S oder was auch immer gesprochen
wird (mal angenommen), hat deswegen nicht automatisch einen
Sprachfehler. Gerds Posting hatte ich aber so verstanden und wollte auch
nur das bestreiten. Und nur um diese Abgrenzung ging es mir, dein
Einwand macht auf eine Grauzone aufmerksam, die meiner Meinung nach
nicht sonderlich relevant ist.
Und zur Unterscheidung: Nur weil ich ein arabisches 'Ain oder
südafrikanische Schnalzlaute nicht korrekt sprechen kann, fühle ich mich
nicht als mit "Sprachfehlern" behaftet. Genausowenig würde ich einem
englischen Muttersprachler, der kein Ü sprechen kann, einen Sprachfehler
attestieren. Sprachfehler taugt meiner Meinung nach als Beschreibung für
in der Muttersprache (Eltern- und Umgebungssprache, nicht überregionale
Verkehrssprache) vorhandene Laute, die der Betreffende nicht
artikulieren kann. Ein Süddeutscher, der kein stimmhaftes S, ein Däne
oder Deutscher, der kein Zungenspitzen-R sprechen kann, hat deshalb
keinen Sprachfehler. Tatsächlich ist es natürlich so, dass das
Zungenspitzen-R viele Deutsche beim Fremdspracherwerb vor große Probleme
stellt. In manchen Sprachen wirkt das dann lediglich ungewöhnlich
(Italienisch?), in einigen erinnert es an regionale Substandards
(Schwedisch), aber in manchen zerstört es Phonemoppositionen (Arabisch,
eventuell auch Isländisch und Spanisch). Hier ist natürlich die Frage,
ob ein echter Sprachfehler vorliegt, oder einfach mangelnde Übung. Das
muss man im Einzelfall herausfinden. Beim Zungenspitzen-R hilft in
vielen Fällen einfach Training und eine Anleitung zur korrekten Aussprache.
Du kennst das R-Problem ja auch aus dem Japanischen. Aber wie sagt man
so schön: Ich hab schon Pferde kotzen sehen, und Japaner/innen sehr
schöne Gaumen-Rs artikulieren hören!
-helge
> helge willkowei schrieb:
>
>
>>"Duschsche" empfinde ich als NRWismus. Helge Schneider und HaPe
>>Kerkeling sprechen so:
>
>
> Wie kommen die Leute nur immer auf den absurden Gedanken, NRW sei ein
> einheitliches Mundartgebiet?
>
Hat doch niemand behauptet. Aber um genauer zu sein, hätte ich jetzt
noch ewig schauen müssen, aus welchen Orten die beiden genau kommen.
Umgekehrt wusste ich jedoch, dass fast alle, die ich kenne, und die so
sprechen aus NRW kommen. Zugegeben: eine etwas grobe Eingrenzung, aber
wohl noch wesentlich genauer, als die Bezeichnung "Borealismus", die ich
hier lesen muss, deren Erscheinungen zum Teil gerade mal den halben
Norden betreffen.
Mal was anderes: Ich habe letztens einen Düsseldorfer Kneipenwirt
sprechen hören und (man verzeihe mir!) fand, dass sich seine Intonation
kaum von der eines Kölners unterschied. Die Benrather Linie verläuft
aber doch eigentlich genau um und bei Düsseldorf. Und in Düsseldorf soll
es ja angeblich noch Platt geben. Wenn Du aus der Ecke kommst, kannst Du
da mal ein paar Takte zu sagen? Oh! Borealismus! Kannst du DAZU ein
paar Takte sagen?
-helge
> helge willkowei schrieb:
>
> > "Duschsche" empfinde ich als NRWismus. Helge Schneider und HaPe
> > Kerkeling sprechen so:
>
> Wie kommen die Leute nur immer auf den absurden Gedanken, NRW sei ein
> einheitliches Mundartgebiet?
Das ist es sicherlich nicht. Aber der WDR hat schon seine Wirkung.
> helge willkowei schrieb:
>
> > "Duschsche" empfinde ich als NRWismus. Helge Schneider und HaPe
> > Kerkeling sprechen so:
>
> Wie kommen die Leute nur immer auf den absurden Gedanken, NRW sei ein
> einheitliches Mundartgebiet?
War's denn so gemeint? Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, bestimmte
Aussprachevarianten als >baden-wüttembergisch< oder >norddeutsch<
einzuordnen. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich BW oder
Norddeutschland für einheitliche Mundartgebiete halte - es besagt
lediglich, dass ich diese Aussprachevarianten irgendwo dort "verorte".
Tschüs,
Christian
> Und zur Unterscheidung: Nur weil ich ein arabisches 'Ain oder
> südafrikanische Schnalzlaute nicht korrekt sprechen kann, fühle
> ich mich nicht als mit "Sprachfehlern" behaftet.
[und weitere Beispiele]
Grundsätzlich Zustimmung. Mein Einwand deutete eher auf eine
philosophische Lücke in der Begriffsbestimmung als auf ein praktisches
Problem.
> Du kennst das R-Problem ja auch aus dem Japanischen. Aber wie sagt
> man so schön: Ich hab schon Pferde kotzen sehen, und Japaner/innen
> sehr schöne Gaumen-Rs artikulieren hören!
R ist überhaupt interessant, weil es fast in jeder Sprache ein anderes
gibt. Ich habe ein Zungenspitzen-R für Russisch gelernt, kann auch noch
ein kastilisches einigermaßen nachahmen, aber ein im italienischen
unauffälliges Zungenspitzen-R will mir dennoch nicht gelingen.
> Fussball (mit kurzem u) allerdings sagt man nur in gewissen Gegenden
> im Westen.
Das ist auch vielerorts im Fränkischen üblich. Ich will jedoch nicht
ausschließen, daß die WDR-Sportschau daran schuld ist.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
Das ist dein Problem. Ich habe jedenfalls "Hussten", auch wenn ichs
nicht so schreibe. Das kann ich dir fluehstern.