TIA und Gruss von
Karl
Natürlich der Buchhaltungs-Historiker:
"Vielmehr finden sich schon zahlreiche Belege über
das Vorhandensein der Buchhaltung bereits im Altertum,
doch ist ihre Ausgestaltung und Weiterbildung erst im
Mittelalter erfolgt, und zwar durch die damals den
Welthandel beherrschenden Italiener.
Dieser Fortschritt bestand zunächst in der Bildung
von Konten, die bereits am Anfang des 13. Jahrhunderts
erfolgt ist, wie aus einem von einer Florentiner
Bankgesellschaft geführten Handlungsbuche vom Jahre
1211 hervorgeht. Dabei finden sich die Formeln:
no di dare (= er muß uns geben) und di avire (er
soll haben) oder ci a dato (er hat uns gegeben).
Die deutliche Kennzeichnung der Schuld, Forderung
oder Zahlung hatte von jeher zum Wesen jeder Buchung
gehört. Ägypter und Babylonier hatten dafür die
Ausdrücke 'belasten' und 'erkennen', die Römer
ihr 'acceptum und expensum'. In Italien schrieb
man ursprünglich unter das 'de avere' das 'aver dato',
später erst 'de dar' links und 'de aver' rechts,
oder auch 'dover dare' (= Soll Geben) und 'dover
avere' (Soll Haben). Auf der linken Seite wurde zuerst
das dare (das Geben), auf der rechten ziemlich
später das dover (das Soll) weggelassen, und so
entstand unser heutiges Soll und Haben; Haben ist
sprachlich also Infinitiv."
(Aus: Penndorf, Balduin: Geschichte der Buchhaltung in
Deutschland, Stuttgart, 1913, S. 41 - 42)
M. Kranz
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>Natürlich der Buchhaltungs-Historiker:
>(Aus: Penndorf, Balduin: Geschichte der Buchhaltung in
>Deutschland, Stuttgart, 1913, S. 41 - 42)
Servus, das Usenet und eifrige Sprachfreunde machen es möglich.
Die Frage ist damit erschöpfend beantwortet.
Ich hatte auch schon an die "Italienische Buchführung" und deren
Herkunft gedacht. Nun weiss ich es ganz genau.
Vielen Dank für Deine Mühe.
Gruss von
Karl