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-ingen (in Ortsnamen)

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Hans-Dieter Bergmeier

unread,
Oct 31, 1995, 3:00:00 AM10/31/95
to
In article <DGyAG...@news.dlr.de>, Klaus....@europa.rs.kp.dlr.de (Klaus Eckler) writes:
>
> Weiss jemand, was die Endung -ingen bedeutet, die man in einigen
> Gegenden Deutschlands in fast jedem Ortsnamen findet?
>
> - Klaus
>
> ---------------------------------------------
> The things one feels absolutely certain about
> are never true. (Oscar Wilde)
> ---------------------------------------------

Was die Endung bedeutet weiss ich leider auch nicht.
Aber ich wohne in Owingen und dieser Ortsname bildet eine der Ausnahmen (oder die Regel :-) )
----
Der Ort war vor langer Zeit eine kleine Siedlung mit Namen Owi oder so aehnlich.
Und es begab sich vor langer langer Zeit ein Bischof mit Namen Gebhard nach Owi.
Und da dieser Bischof nach Owi ging wurde daraus Owiging. Und die Siedlung hiess Owigingen.
Daraus wurde dann Owingen.

- Hans-Dieter

--

Alexandra Musto

unread,
Nov 6, 1995, 3:00:00 AM11/6/95
to
In article <476a19$f...@op1d56cmp.il.us.swissbank.com> berg...@swissbank.com (Hans-Dieter Bergmeier) writes:

>Was die Endung bedeutet weiss ich leider auch nicht.
>Aber ich wohne in Owingen und dieser Ortsname bildet eine der Ausnahmen (oder die Regel :-) )

Halloechen,

leider kann ich dazu auch nur ein gesundes Halbwissen
verbreiten, aber vielleicht bringe ich damit ein
bisschen Licht ins Dunkel, und der Fragesteller
kann sich dann genauer informieren. Erst vorgestern
habe ich mit meiner Schwester, die Lehrerin an der
Grund- und Hauptschule ist, darueber geredet.

In Bayern gibt es typische Endungen fuer Siedlungsnamen,
die auf den besiedelnden Stamm hinweisen: -ing, -ingen, -itz
und -heim. Bei den Bajuwaren endeten die Namen oft
auf -ing (Freising, Garching, usw.), bei den Allemannen
auf -ingen (Dillingen, Villingen-Schwenningen, Lauingen)
und bei irgendwelchen anderen Staemmen, die ich jetzt
nicht mehr weiss, auf -heim und -itz.

Die Endungen bedeuteten in den jeweiligen Sprachen
irgendwas, wahrscheinlich Dorf oder Heim oder
sowas. Das weiss ich jetzt nicht mehr.

In Bayern lernt man das jetzt anscheinend in der
Grundschule, ich hab das auch noch nicht gelernt.

Gruss

Klexi
--
Alexandra Musto * mu...@informatik.unibw-muenchen.de * klexi@irc
http://inf2-www.informatik.unibw-muenchen.de/musto/alexandra.html
"Affen lesen keine Philosophiebuecher!" "Doch Otto, das tun sie!
Sie verstehen sie nur nicht!" (Ein Fisch namens Wanda)

Wolfgang Schwanke

unread,
Nov 6, 1995, 3:00:00 AM11/6/95
to
mu...@informatik.unibw-muenchen.de (Alexandra Musto) writes:

>In Bayern gibt es typische Endungen fuer Siedlungsnamen,
>die auf den besiedelnden Stamm hinweisen: -ing, -ingen, -itz
>und -heim. Bei den Bajuwaren endeten die Namen oft
>auf -ing (Freising, Garching, usw.), bei den Allemannen
>auf -ingen (Dillingen, Villingen-Schwenningen, Lauingen)
>und bei irgendwelchen anderen Staemmen, die ich jetzt
>nicht mehr weiss, auf -heim und -itz.

Angelsaechsisch: -ing (Reading), -ham (Birmingingham)
Niederlaendisch: -ingen (Groningen)

>Die Endungen bedeuteten in den jeweiligen Sprachen
>irgendwas, wahrscheinlich Dorf oder Heim oder
>sowas.

-heim und -ham heissen sicher Heim.

Gruss

Wolfgang

--
\ wolfi | Wolfgang Schwanke /
\ E-Post: wo...@cs.tu-berlin.de | wo...@berlin.snafu.de /
/ sozial relevant vernetzte Multimediasuperdatenhighwayinfobahn \
/ mit grafischer Benutzeroberflaeche: http://www.snafu.de/~wolfi/ \

Uwe Neugebauer

unread,
Nov 7, 1995, 3:00:00 AM11/7/95
to
In <MUSTO.95N...@demokrit.informatik.unibw-muenchen.de>, mu...@informatik.unibw-muenchen.de (Alexandra Musto) writes:
>In Bayern gibt es typische Endungen fuer Siedlungsnamen,
>die auf den besiedelnden Stamm hinweisen: -ing, -ingen, -itz
>und -heim. Bei den Bajuwaren endeten die Namen oft
>auf -ing (Freising, Garching, usw.), bei den Allemannen
>auf -ingen (Dillingen, Villingen-Schwenningen, Lauingen)
>und bei irgendwelchen anderen Staemmen, die ich jetzt
>nicht mehr weiss, auf -heim und -itz.
>
>Die Endungen bedeuteten in den jeweiligen Sprachen
>irgendwas, wahrscheinlich Dorf oder Heim oder
>sowas. Das weiss ich jetzt nicht mehr.
>
>In Bayern lernt man das jetzt anscheinend in der
>Grundschule, ich hab das auch noch nicht gelernt.
>
>Gruss
>
> Klexi
>--

Hallo allerseits,

das bestimmte Endungen in Ortsnamen einer gewissen regionalen Verteilung
unterliegen kann ich bestätigen. So kommt hier in der rheinischen Ecke häufiger
das -nich vor (z.B. Kessenich, Endenich, LÖvenich, Meschernich). Von meinen Eltern
(beide aus Oberschlesien) sind mir Ortsnamen mit der Endung -witz bzw. -itz aus
deren Heimatregion bekannt (z.B. Löwitz, Hennerwitz, Sauerwitz, Bleischwitz, Poßnitz).
Über die entsprechenden Bedeutungen dieser Endungen kann ich jedoch leider auch
keine Angaben machen. Aber vielleicht gibt es hier ja einen wissenden Menschen, der
uns darüber aufklärt.


Gruß

Uwe
--
_/ _/_/ _/ Uwe Neugebauer
_/ _/ _/ _/ Abt. Theoretische Biologie Universität Bonn
_/ _/ _/ _/ WWW: http://sonne.bota.uni-bonn.de/~neugebau/neugebau.html
_/ _/ _/ _/ e-mail:neug...@sn-bota-1.bota.uni-bonn.de
_/_/_/_/ _/_/ STOPPT TIERVERSUCHE -- NEHMT WINDOOF-USER

Andreas Karrer

unread,
Nov 7, 1995, 3:00:00 AM11/7/95
to
In article <MUSTO.95N...@demokrit.informatik.unibw-muenchen.de>, Alexandra Musto wrote:

>In Bayern gibt es typische Endungen fuer Siedlungsnamen,
>die auf den besiedelnden Stamm hinweisen: -ing, -ingen, -itz
>und -heim. Bei den Bajuwaren endeten die Namen oft
>auf -ing (Freising, Garching, usw.), bei den Allemannen
>auf -ingen (Dillingen, Villingen-Schwenningen, Lauingen)
>und bei irgendwelchen anderen Staemmen, die ich jetzt
>nicht mehr weiss, auf -heim und -itz.

In der Deutschschweiz gibt es neben -ingen auch -ikon; auch aus
Allemannischer Zeit. Welche Endung aelter sind hab ich vergessen. Mein
Schwager -- Ostfriese -- hat sich halb totgelacht, als er hierher
gezogen ist und das Nachbardorf "Ottikon" entdeckt hat.

In (Ober-?)Bayern bedeutet die ebenfalls haeufige Endung -ried
(Fuerstenried, Martinsried) dasselbe wie "Reute" anderswo, also eine
Wald-Rodung. Hier ist ein Ried das, was anderswo Moos oder Sumpf oder
Torfgebiet ist.

+---------------
Andi Karrer, Institute for Electronics, ETH Zuerich, Switzerland
"Further, experience leads me to be very sceptical concerning the effectiveness
of writing warning messages into a programme's documentation or output."
- Howard Flack, <1995Jul11.1...@news.unige.ch>


Burkhard Ludwig

unread,
Nov 7, 1995, 3:00:00 AM11/7/95
to
Alexandra Musto (mu...@informatik.unibw-muenchen.de) wrote:

: leider kann ich dazu auch nur ein gesundes Halbwissen
: verbreiten,

Ich auch.

: In Bayern lernt man das jetzt anscheinend in der


: Grundschule, ich hab das auch noch nicht gelernt.

Ich auch nicht, sondern in der Volksschule. Nichts neues also. Eher Engagement
der Lehrerin.

: Die Endungen bedeuteten in den jeweiligen Sprachen
: irgendwas, ...

Z.B: Sendling == Ort des Sentilo.

Zumindestens in I-Baiern sind i.d.R. die Ort auf `ing' die aeltesten Orte, und
beziehen sich (Halbwissen!!, siehe Beispiel) auf einen Eigennamen -- z.B. einen
Sippenhaeuptling -- aus der sogenannten Landnahme. Spaetere Orte enden dann
auf `ried' oder `reut' usw. Man kann also aus dem Namen einen Teil der Siedlungs-
geschichte ablesen. Und genau dort wuerde ich auch weitersuchen. (Oder im Schmeller)

--

Sincerly yours.

B. Ludwig
e-mail: lud...@zfe.siemens.de

Johannes Fassbinder

unread,
Nov 8, 1995, 3:00:00 AM11/8/95
to
>>>>> "Andreas" == Andreas Karrer <kar...@ife.ee.ethz.ch> writes:

Andreas> In der Deutschschweiz gibt es neben -ingen auch -ikon;
Andreas> auch aus Allemannischer Zeit. Welche Endung aelter sind
Andreas> hab ich vergessen. Mein Schwager -- Ostfriese -- hat sich
Andreas> halb totgelacht, als er hierher gezogen ist und das
Andreas> Nachbardorf "Ottikon" entdeckt hat.

Andreas> In (Ober-?)Bayern bedeutet die ebenfalls haeufige Endung
Andreas> -ried (Fuerstenried, Martinsried) dasselbe wie "Reute"
Andreas> anderswo, also eine Wald-Rodung. Hier ist ein Ried das,
Andreas> was anderswo Moos oder Sumpf oder Torfgebiet ist.

Oder -reuth, -rode, -roda (letzteres hier in der Gegend).

Ok., los gehts, wer erklärt oder ergänzt:

-lohn
-ede
-ecke
-stedt
-in
-ow
-scheid
-rath
-loe (Buch~ und Oldes~ gleiche Bedeutung??)
-werda
-mar
-um (manchmal lateinisch wie in Lank-Latum, aber bei Bochum?)

(die offensichtlichen -berg, -dorf, -bronn etc. habe ich mal
weggelassen)
--
Johannes Faßbinder | Häufigste Bedeutung einer eingeschalteten
Jahnstr.3,D-07740 Jena | Warnblinkanlage:
i...@imsid.uni-jena.de | "Ich parke unverschämt und weiß es."
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Dokumentation

Julia A M Simon

unread,
Nov 8, 1995, 3:00:00 AM11/8/95
to
Hallo!

Uwe Neugebauer (u...@groucho.bota.uni-bonn.de) wrote:

:> das bestimmte Endungen in Ortsnamen einer gewissen regionalen Verteilung


:> unterliegen kann ich bestätigen. So kommt hier in der rheinischen Ecke häufiger
:> das -nich vor (z.B. Kessenich, Endenich, LÖvenich, Meschernich). Von meinen Eltern
:> (beide aus Oberschlesien) sind mir Ortsnamen mit der Endung -witz bzw. -itz aus
:> deren Heimatregion bekannt (z.B. Löwitz, Hennerwitz, Sauerwitz, Bleischwitz, Poßnitz).
:> Über die entsprechenden Bedeutungen dieser Endungen kann ich jedoch leider auch
:> keine Angaben machen. Aber vielleicht gibt es hier ja einen wissenden Menschen, der
:> uns darüber aufklärt.

Also, was diese Endungen bedeuten, weiss ich leider auch nicht; aber die
Endung, die in deutschsprachigen Ortsnamen als -witz erscheint, kenne ich
aus verschiedenen slawischen Sprachen: im Polnischen ist es -wice, im
Serbokroatischen -wica.

Als Variante von -witz kenne ich -uetz.

mfg,
Julia 8-)

--
Julia Simon Hypp"a"aj"at"ar Sprachen-Freak vom Dienst

email: si...@cc.helsinki.fi, sil...@coli.uni-sb.de
snailmail: Akanapolku 2 L 401, 01370 Vantaa, Finland
homepage: http://www.lingsoft.fi/~simon

* It's 1995: do you know where your quantum physicist is? *

Thorsten Meinecke

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
>>>>> "Andreas" == Andreas Karrer <kar...@ife.ee.ethz.ch> writes:
Andreas> In (Ober-?)Bayern bedeutet die ebenfalls haeufige Endung
Andreas> -ried (Fuerstenried, Martinsried) dasselbe wie "Reute"
Andreas> anderswo, also eine Wald-Rodung. Hier ist ein Ried das,
Andreas> was anderswo Moos oder Sumpf oder Torfgebiet ist.

'ijf>' := Johannes Fassbinder <i...@ullr.imsid.uni-jena.de>
ijf> Oder -reuth, -rode, -roda (letzteres hier in der Gegend).

Weitere Rodungsnamen (aus der Zeit des Landausbaus im MA, also wesentlich
jünger als -ing/-ingen):

-schwand (Menzenschwand; zu schwenden "roden")
-mais (Bodenmais; mhd. meiz "Holzschlag")
-wede (Worpswede; zu wede "Gehölz")
-grün (Bischofsgrün)

Die Namen auf -wald(e), -hau, -schneid, -schlag usw. sind durchsichtig.

ijf> Ok., los gehts, wer erklärt oder ergänzt:
ijf> -ow

In artikel <lupus.811523313@berlin>, 95/09/20,
Wolfgang Rackebrandt (lu...@berlin.snafu.de) wrote:
: >Bedeutet das slawische -ow oder -uw etwas anderes, als "Wiese"?

: Es ist die maennliche Variante eines Suffixes zur Bildung eines
: Possessivadjektivs. Pankow ist also sozusagen "Pank seins" (zu
: ergaenzen ist sowas wie Dorf, Burg, Flecken, Ort, was weiss ich.) Das
: ist uebrigens genau dasselbe, wie das -ow in vielen russischen
: Familiennamen:

ijf> -werda

..., -werder, -wörth: synonym zu "Furt"

ijf> -um (manchmal lateinisch wie in Lank-Latum, aber bei Bochum?)

Nein, das ist die niederdeutsche (u. friesische?) Variante von -heim.

Was aus römisch/keltischer Zeit z.B. an Ableitungen auf -acum übrig-
geblieben ist, ist schon längst nicht mehr kenntlich:
Jülich (< Juliacum), Echternach (< Epternacum), Lorch (<Lauriacum)

Meine 2 Pf. für die Pandora-Büchse,
--Thorsten

Burkhard Knopf

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
>>>>> "Julia" == Julia A M Simon <si...@cc.Helsinki.FI> writes:

[...]
Julia> Also, was diese Endungen bedeuten, weiss ich leider auch
Julia> nicht; aber die Endung, die in deutschsprachigen Ortsnamen als
Julia> -witz erscheint, kenne ich aus verschiedenen slawischen
Julia> Sprachen: im Polnischen ist es -wice, [...]
^^^
[Haarspaltmodus ein]
Oder auch "sind". Katowice ist beispielsweise Mehrzahl. Ob das der Normalfall
ist, weiss ich allerdings nicht.
[Haarspaltmodus aus]
Das ist besonders dann ueberraschend, wenn Polen auf deutsch ueber Staedte
sprechen; da stutzt man erst mal. (Hmm, ist in ...sprache.deutsch eigentlich
nicht ganz richtig aufgehoben, aber ich wollt's mal anmerken.)

und tschues
Burkhard

--
Burkhard Knopf and when they say 'take of his body'
e-mail: I think I'll take from mine instead
kn...@tlaloc.in.tu-clausthal.de "Icicle" - Tori Amos

Burkhard Knopf

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
>>>>> "Johannes" == Johannes Fassbinder <i...@ullr.imsid.uni-jena.de> writes:

Johannes> Ok., los gehts, wer erklärt oder ergänzt:

Johannes> [...]
Johannes> -werda

Auch Werder oder Furt. Naemlich selbige, eine Stelle, an der man einen
Fluss ueberqueren kann.

Thomas Hettmann

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
i...@ullr.imsid.uni-jena.de (Johannes Fassbinder) wrote:
>
>Ok., los gehts, wer erklärt oder ergänzt:
>
>-lohn
>-ede
[lange Liste von Endungen gekuerzt]

>-um (manchmal lateinisch wie in Lank-Latum, aber bei Bochum?)
>
>(die offensichtlichen -berg, -dorf, -bronn etc. habe ich mal
>weggelassen)
[...]

Im Landkreis Hildesheim gibt es sehr haeufig die Endung -sum (Heyersum,
Machtsum, Harsum, Ochtersum und unzaehlige mehr). Hat jemand dazu eine Idee?

Gruesse aus Luebeck (vor langer Zeit: Lubice)
Thomas
--
/\___/\ Thomas Hettmann / Institut fuer Biochemie / Med. Univ. zu Luebeck
| o o | email: hett...@physik.mu-luebeck.de
__\_^_/__
(__/ \__) Windows: Just another pane in the glass.
_| . |_
(__\___/__)


Thomas Hettmann

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to

Uli Baehr

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
Johannes Fassbinder (i...@ullr.imsid.uni-jena.de) wrote:
: >>>>> "Andreas" == Andreas Karrer <kar...@ife.ee.ethz.ch> writes:

: Ok., los gehts, wer erklärt oder ergänzt:

: -lohn
:[...]

In Sachsen, Thüringen etc. gibt es auch auffallend viele Orte mit
-a am Ende. Wo kommt denn das her? War das mal ein -er?

--
--
Uli Baehr |s |d &|m | software design & management
| | | | GmbH & Co. KG
uli....@sdm.de | | | | Thomas-Dehler-Str. 27
Tel. 089/ 638 12 - 106 | | | | 81737 Muenchen, Germany

Thorsten Guenther

unread,
Nov 9, 1995, 3:00:00 AM11/9/95
to
In <47n82u$n...@salomon.mchp.siemens.de> Burkhard Ludwig wrote:

>Alexandra Musto (mu...@informatik.unibw-muenchen.de) wrote:
>: Die Endungen bedeuteten in den jeweiligen Sprachen
>: irgendwas, ...
>
>Z.B: Sendling == Ort des Sentilo.

Das gibt es auch anders, der Name "Rellingen" (nordwestlich von Hamburg)
soll von "Reinlage" (wobei rein=schön, also "schön gelegen") stammen.

Thorsten

--
- guen...@cabal.shnet.org (Thorsten Günther) - _O
------------------------------------------------ /
- "Es gibt keine Wahrheit." - Jason dinAlt - \_
----ä=ae--ö=oe--ü=ue--Ä=Ae--Ö=Oe--Ü=Ue--ß=sz---- )

Nils Hammelrath

unread,
Nov 10, 1995, 3:00:00 AM11/10/95
to
Gemeinsam mit dem Text von Karl-Heinz vom 10.11.95 entstand hier zum Thema
"Re: -ingen (in Ortsnamen)" folgende Prosa:

K> > -rath
K>
K> Das kommt von "roden", hat also die gleiche Bedeutung wie -reuth oder
K> -rode. -rath kommt am Niederrhein häufig vor: Anrath, Osterrath, Rath,
K> Oberrath, Unterrath ...
Oder bei *Hammelrath*

SCNR

Gruß,
Nils


Nils Hammelrath N.Hamm...@IUS.GUN.de
- Duisburg - (sd0...@unidui.uni-duisburg.de)

C. Engelmann

unread,
Nov 10, 1995, 3:00:00 AM11/10/95
to
Thorsten Guenther (guen...@cabal.shnet.org) wrote:
: >Z.B: Sendling == Ort des Sentilo.

: Das gibt es auch anders, der Name "Rellingen" (nordwestlich von Hamburg)
: soll von "Reinlage" (wobei rein=schön, also "schön gelegen") stammen.

Dabei wurde die Etymologie vom örtlichen Fremdenverkehrsverein
übernommen. ;-)

-Carsten


Julia A M Simon

unread,
Nov 10, 1995, 3:00:00 AM11/10/95
to
Hallo!

Johannes Fassbinder (i...@ullr.imsid.uni-jena.de) wrote:

:> -um (manchmal lateinisch wie in Lank-Latum, aber bei Bochum?)

Dass man bei sowas ganz schoen auf die Nase fallen kann, habe ich
gemerkt, als ich erfahren habe, dass Berus (ein Ort im Saarland) trotz
der so schoen lateinisch aussehenden Endung -us ein keltischer Ortsname
ist.

C. Engelmann

unread,
Nov 11, 1995, 3:00:00 AM11/11/95
to
Heine Matthias (he...@igbmc.u-strasbg.fr) wrote:

: Vor kurzem erfuhr ich, dass die Niederlaender diesen Buchstaben (den es
: in ihrer Sprache nicht gibt) "Ringel-s" nennen, sagt man das in
: Deutschland auch?

Hier in der Gegend nicht.

Vielleicht, wenn mal ein paar Holländer vorbeischauen. :)

-Carsten


Markus Gail

unread,
Nov 11, 1995, 3:00:00 AM11/11/95
to
Heine Matthias (he...@igbmc.u-strasbg.fr) wrote:
: Kn...@tlaloc.in.TU-Clausthal.de (Burkhard Knopf) wrote:

: >Nein. Dieses Ort (es heiszt tatsaechlich "das") ist eher ...

: Deine Schreibweise von "heiszt" hat mich irritiert. Gibt es irgendeinen
: vernuenftigen Grund fuer die Transkription des "scharfen s" als "sz"?

Ja, der Dueden schlaegt vor, bei der Verwendung von Versalien "SS" als
"SZ" zu schreiben, wenn der Sinnghalt durch eine Verwechslungsgefahr auf dem
Spiel steht: :-)

"MASSE" <-> "MASZE"

: Ich bevorzuge immer noch die Variante "ss", da sie allgemein Konvention
: ist, auch wenn historisch betrachtet die Herkunft des "scharfen s" von
: "sz" nicht zu leugnen ist.

Nun ja, vor einiger Zeit gab es hier eine interessante Diskussion, ob das
Eszet nun eine Kombination von dem langen deutschen s (f) mit einem
runden s oder dem z darstellt: also "fs" oder "fz". Zu einem konkreten
Ergebnis kamen wir, glaube ich, nicht...

: Uebrigens, weiss jemand, wo die Bezeichnung "Dreierles-s" herkommt?

Noch nie gehoert.

: Vor kurzem erfuhr ich, dass die Niederlaender diesen Buchstaben (den es
: in ihrer Sprache nicht gibt) "Ringel-s" nennen, sagt man das in
: Deutschland auch?

Ebenfalls noch nie gehoert.

Bye,
Markus

Michael Mauch

unread,
Nov 12, 1995, 3:00:00 AM11/12/95
to
Heine Matthias wrote:

> Kn...@tlaloc.in.TU-Clausthal.de (Burkhard Knopf) wrote:
>
> >Nein. Dieses Ort (es heiszt tatsaechlich "das") ist eher ...
>
> Deine Schreibweise von "heiszt" hat mich irritiert. Gibt es irgendeinen
> vernuenftigen Grund fuer die Transkription des "scharfen s" als "sz"?

> Ich bevorzuge immer noch die Variante "ss", da sie allgemein Konvention
> ist, auch wenn historisch betrachtet die Herkunft des "scharfen s" von
> "sz" nicht zu leugnen ist.

Die Diskussion hatten wir vor 'nem halben Jahr schon einmal hier. Ergebnis war
wohl, dass der Duden "ss" empfiehlt, solange keine Zweideutigkeiten entstehen
(z.B. Masze anstatt Masse). Jemand wies auch darauf hin, dass die generelle
"sz"-Schreibweise im Telex- und Telegraphenbetriebe ueblich war/ist.

Es gab auch kilometerweise Diskussionen, ob das "scharfe s" wirklich aus einer
"sz"-Ligatur entstanden ist, oder nicht vielmehr aus der Ligatur von "langem" s
(das, das in der alten Schrift fast so aussieht wie ein 'f') und "normalem" s.
Da gab's wohl kein eindeutiges Ergebnis, wenn ich mich recht erinnere.



> Uebrigens, weiss jemand, wo die Bezeichnung "Dreierles-s" herkommt?

Meine Vermutung: weil's so aehnlich aussieht. Manchmal liest man hier ja auch
die Schreibweise "/3".



> Vor kurzem erfuhr ich, dass die Niederlaender diesen Buchstaben (den es
> in ihrer Sprache nicht gibt) "Ringel-s" nennen, sagt man das in
> Deutschland auch?

Ich hab's zumindest noch nie gehoert... Suedlich des Weisswurst-Aequators sagt
man wohl eher "scharfes s", noerdlich davon "Eszett".


Tschuess...
Michael


Joerg Jankowitsch

unread,
Nov 12, 1995, 3:00:00 AM11/12/95
to
User Kra...@btx.dtag.de wrote on 12.11.95:

K> Das kommt von "roden", hat also die gleiche Bedeutung wie -reuth oder

K> -rode. -rath kommt am Niederrhein haeufig vor: Anrath, Osterrath, Rath,
K> Oberrath, Unterrath ...
.... Quadrath(-Ichendorf) ... .hat, so denke ich, nichts mit der
geometrischen Form zu tun ;)


JJ


Andreas Karrer

unread,
Nov 13, 1995, 3:00:00 AM11/13/95
to
In article <47o4je$1...@news00.btx.dtag.de>, Karl-Heinz Krause wrote:
>Hallo!
>
>Zum Thema will ich mal eine Anekdote beisteuern, auch wenn sie
>vielleicht nicht so ganz zum Thema paßt.

[ Entstehung des Namens "Uerdingen" ]

Hehe. Ich bin an einer Strasse namens "Im Kalender" aufgewachsen, die
ganz aehnlich zu ihrem Namen kam. In den Fuenfzigern gab es eine
Gemeindeversammlung, bei der das dafuer zustaendige Gremium sowas
mediokres wie "Birkenweg" vorschlug. Ein Bauer verlangte das Wort und
meinte, dass die Gegend da schon immer den Flurnamen "Im Kalender"
gehabt haette -- das wurde dann beschlossen.

Nach der Gemeindeversammlung gab der Bauer zu, dass er den Namen
schlicht erfunden hatte...

Ideales Futter fuer Ortsnamenforscher in 100, 200 Jahren. Oder
vielleicht benutzen die dann Usenet News als Geschichtsquellen, wer
weiss...

Joerg Jankowitsch

unread,
Nov 14, 1995, 3:00:00 AM11/14/95
to
User kar...@ife.ee.ethz.ch wrote on 12.11.95:

k> In (Ober-?)Bayern bedeutet die ebenfalls haeufige Endung -ried
k> (Fuerstenried, Martinsried) dasselbe wie "Reute" anderswo, also eine
k> Wald-Rodung. Hier ist ein Ried das, was anderswo Moos oder Sumpf oder
k> Torfgebiet ist.


Dazu Anmerkungen vom mittl. Niederrhein:


Zunaechst zu "-ried" und "-donk":

Aus der sumpfigen Niederung ragten einzelne, hoEher gelegene und damit
trockene Stellen hervor - die Donken. Daran erinnern noch Millendonk und
Neersdonk, bei uns die Rhedung, im Volksmund ,,die Rhie''. Ihr Name
bedeutet wohl Ried-Donk, eine kleine Erhebung im Sumpf, deren Rand
mit Ried bewachsen war." (Quelle: "Kleinenbroich", Hubert KoEhnen, 1974)


Dann noch zu Sumpf:

a) dazu aus "Kleinenbroich", Hubert KoEhnen, 1974:

Man ist heute der Ansicht, dasZ das ganze nordwesteuropaEische Tiefland
von einem Volke bewohnt war, dasZ weder den Kelten noch den Germanen
zuzuzaEhlen ist. Es gehoErte zur indogermanischen Sprachfamilie, doch
haben sich nur geringe Sprachreste erhalten, da dieses Volk zwischen zwei
gewaltigen Bewegungen voEllig aufgerieben wurde. Da war einmal der
Vormarsch der RoEmer durch Gallien (das heutige Frankreich) an den Rhein
und zum anderen das Vordringen der Germanen von Osten her. Vielleicht ist
dieses Volk mit den ,,Belgen'' identisch, die von CaEsar in seinem
,,Gallischen Krieg'' erwaEhnt werden. Ortsnamen, die man bisher aus dem
Keltischen ableitete, enthalten noch Sprachreste dieses Volkes. [...] Aus
,,glan'' = Bach entstand Glehn. [Anm. von JJ: auch ein Ort in der Gegend.]
Vielleicht laEsZt sich auch unser Ortsname daher ableiten, der als
,,Bruke'' = Bruch urkundlich feststeht, aber auch als ,,gelehnenbruke'',
also Bruch am Bach, bezeichnet worden ist. Dieses ,,gelehnenbruke''
schlisZ im Volksmunde zu Klenebrok ab, aus dem dann ins Hochdeutsche
uEbertragen Kleinenbroich wurde.

b) wie man im "Duden >>Etymologie<<", 1989 nachlesen kann, hat das Wort
'Bruch' u.a. die Bedeutung 'Sumpfland' und dazu aehnliche Bedeutungen.

c) Zu "-broich" ist noch zu sagen, dasZ es [bro:ch] gesprochen wird
(Dehnungs-i), ausser von einigen Zugezogenen ;) , und ausZerdem in den
folgenden Orts-(Gebiets-)namen vorkommt: Korschenbroich, Kleinenbroich,
Raderbroich, Herzbroich, Grevenbroich, Pferdsbroich


JJ

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