Man braucht das ja auch nicht, die "vaskonisch angenommenen
Namensschicht" ist ja längst durch die riesige Verbreitung der
Alteuropäischen Hydronymie belegt. Und durch den a-Vokalismus
und durch das geringere Vorkommen der Verschlusslaute und durch
das Hauptaxiom der Toponomastik, dass nämlich Toponyme
weitgehend unverändert bleiben auch wenn die Bevölkerung die
Sprache wechselt.
Betrachten wir also _eine_ vaskonische Namensschicht - die der
Flussnamen - als belegt.
Daraus folgt, dass auch andere Toponyme, wie die Ortsnamen
zu dieser Namensschicht gehören müssen. Dieses Theorem ist
eine logische Ableitung aus den Axiomen.
Dass also "mar" in z.B. "Germersheim" vaskonisch ist, ist die
Grundannahme, jede andere Hypothese bedarf der Begründung.
Und das Protobaskisch, wie Trask schreibt, kein m hatte, bezieht
sich nur auf die letzten paar Tausend Jahre. Für unsere
These ist aber der Zustand von vor 10 000 Jahren relevant, und
da kann sich viel getan haben.
Die Landnahme in Mitteleuropa fand am Beginn der Mittelsteinzeit
statt, etwa vor 11000 Jahren: Die Maglemose-Kultur
<
https://de.wikipedia.org/wiki/Maglemose-Kultur>
Am Anfang dieser Zeit werden die Flüsse, und mit ihnen alle
anderen Toponyme wie Berge, See, Hochebenen usw. initial benannt.
Vorher gab es keine Namen dafür, weil es dort keine Menschen gab.
Der Phonem "m" kann zum Phonembestand des Protovaskonischen gehört
haben und ist viel später dann ausgestorben, sodass protobaskisch
bereits kein m mehr hatte. Andernorts hat sich m gehalten, weil
mittlerweile dort Sprecher einer anderen Sprache - des Indogermanischen
- dominant wurden. Indogermanisch hatte m als Phonem und bewahrte so
das vaskonische "m" in Ortnamen mit "mar"
Zudem darf man sich das vaskonische Gebiet nicht als monolithischen
Block vorstellen. Durch die Arealvergrösserung konnten die entfernteren
Gebiete erst dialektale dann immer weitergehende Eigenentwicklungen
durchmachen, denn ein Sprachkontakt der Bewohner Galiziens in
Nordspanien mit Sprechern an der heutigen Ostgrenze Polen - soweit
reicht die untersuchte Fläche des Alteuropäischen - fand sicher nicht
mehr statt.
Nach 7000 Jahren wird im Restvaskonischen das "m" nicht mehr
sprechbar, früh genug um die im Protobaskischen vermutete
Abwesenheit des m zu erklären.
"m" und "b" gehen übrigens häufig ineinander über da sie homorgan sind.
Gruss
Markus