soeben wurde betreffs einer von mir eingerichteten Vereins-Homepage
kritisiert, es gebe keine "Kassenwärtin" sondern in jedem Fall nur den
Kassenwart, auch wenn Amt von einer Frau geführt werde.
Der Duden weiß nix zu dem Thema. Hat hier jemand eine qualifizierte
Meinung? Ich selbst habe keine Präferenz, ich will nur meiner eigenen
Pedanterie genügen.
Merci vielmals,
--Daniel
--
"With me is nothing wrong! And with you?" (from r.a.m.p)
Nenn die gute Frau doch Schatzmeisterin.
Ciao Henning
Warum schaust Du nicht einfach in die Satzung des Vereines?
> Warum schaust Du nicht einfach in die Satzung des Vereines?
Die Satzung kennt nur männliche Ämter. Das ist alles nicht so
ultramodern ;-)
Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
> Moin Leute,
>
> soeben wurde betreffs einer von mir eingerichteten Vereins-Homepage
> kritisiert, es gebe keine "Kassenwärtin" sondern in jedem Fall nur den
> Kassenwart, auch wenn Amt von einer Frau geführt werde.
>
> Der Duden weiß nix zu dem Thema.
Warum nicht "Kassenwartin"?
Es gibt z. B. auch die "Abwartin" (zumindest in der CH);
("Abwärtin" klänge doch irgendwie *abwärtend).
--
ys
> soeben wurde betreffs einer von mir eingerichteten
> Vereins-Homepage kritisiert, es gebe keine "Kassenwärtin"
> sondern in jedem Fall nur den Kassenwart, auch wenn Amt von
> einer Frau geführt werde.
>
> Der Duden weiß nix zu dem Thema. Hat hier jemand eine
> qualifizierte Meinung? Ich selbst habe keine Präferenz, ich will
> nur meiner eigenen Pedanterie genügen.
In AT heißt dieses Amt bei Vereinen üblicherweise Kassier. Da ist
"Kassierin" kein Problem.
M.
Mit Modernität hat das nichts zu tun, das ist eher eine Frage
der Weltanschauung. Ich würde es so machen, wie es in der
Satzung steht. Soll der Verein doch seine Satzung ändern,
wenn er meint, er müsse da mit der Mode gehen.
> Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
> überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
Gibt es ja, aber man benutzt sie nur, wenn man der Auffassung
ist, daß das grammatische Geschlecht mit dem biologischen
Geschlecht in Einklang stehen muß. Darüber gibt es
unterschiedliche Meinungen, und die offizielle
Meinung des Vereines entnimmt man für gewöhnlich
der Satzung.
> Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
> überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
Gugel findet ungefähr 6420 Kassenwartinnen. Man sollte ihr in diesem
Fall trauen dürfen ...
--
> I'm killfiling you for 30 days, for the same reason that I don't answer my
> door on Sundays unless someone has called in advance:
Shit, dude, you kill-filed me last week for 60 days. Can't you even do
kill-files right? -- Alan Connor and Captain Dondo in c.o.l.misc
Kassier*er* - Kassiererin
Kassier - Kassière?
Wäre das nicht mal eine richtig scharfe Austriazisme?
Gruß
Heiner.
--
"Have you any four volt, two watt bulbs?"
"For what?" "No, two."
"Two what?" "Yes, two watt."
"No!"
> Daniel Haude schrieb:
>> Die Satzung kennt nur männliche Ämter. Das ist alles nicht so
>> ultramodern ;-)
Vielleicht kennt sie nur Ämter, die gleichermaßen von Männer oder Frauen
besetzt werden können, z.B. das Amt des Kassenwarts. Erst relativ spät kam
jemand auf die Idee, es müsse sich um der Gleichberechtigung willen um
zwei verschiedenen Ämter handeln, je nachdem, wer es gerade innehat.
> Mit Modernität hat das nichts zu tun, das ist eher eine Frage
> der Weltanschauung. Ich würde es so machen, wie es in der
> Satzung steht. Soll der Verein doch seine Satzung ändern,
> wenn er meint, er müsse da mit der Mode gehen.
Ich würde den abstrakten Begriff aus der Satzung nehmen, hier also wohl
"Kassenwart". Wenn man will, kann man trotzdem dann dort "Kassenwartin"
schreiben, wo es sich um eine konkret benennbare Frau geht, z.B.:
Der Kassenwart kümmert sich um [...]. Zur Zeit ist Frau Erna Huber
Kassenwartin.
aber ich sehe auch kein Problem mit:
Zur Zeit ist Frau Erna Huber Kassenwart.
weil das Wort "Kassenwartin" eben nicht so eingeführt ist wie "Ärztin"
oder "Lehrerin".
Formulierungen wie "der Kassenwart oder die Kassenwartin" sind dagegen
nicht nur holprig, sondern auch in einem doppelten Sinne diskriminierend.
Wenn sie nicht so in der Satzung stehen, sind sie überdies auch inhaltlich
fragwürdig.
> Gibt es ja, aber man benutzt sie nur, wenn man der Auffassung
> ist, daß das grammatische Geschlecht mit dem biologischen
> Geschlecht in Einklang stehen muß. Darüber gibt es
> unterschiedliche Meinungen, [...]
Darüber gibt es eigentlich keine Meinungen, weil man an vielen Beispielen
sehen kann, dass diese Auffassung objektiv falsch ist: wenn es sich aus
der Bedeutung eines Wortes nicht ergibt, ob damit ein Mann oder eine Frau
gemeint ist, kan das Wort männlich (Mensch, Kassenwart), weiblich (Person,
Koryphäe) oder sächlich (Individuum, Kind) sein.
Helmut Richter
>> In AT heißt dieses Amt bei Vereinen üblicherweise Kassier. Da ist
>> "Kassierin" kein Problem.
> Kassier*er* - Kassiererin
> Kassier - Kassière?
>
> Wäre das nicht mal eine richtig scharfe Austriazisme?
Ich hab zwar keine Ahnung, was Du eigentlich sagen willst, aber
"Kassier" und "Kassierin" sind die einzigen im ÖWB verzeichneten
Formen dieses Berufsstandes.
Apropos: Hotelier/Hotelière funktioniert, Portier/Portière nicht.
M.
> Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
> überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
Auf jeden Fall ist ein (Wasweißich-)Wartin etwas anders als eine
Wärterin und wieder etwas anders als eine Wartefrau. Oder irre ich?
Matthias
--
Gustav Adolph, König von Schweden, lebte kurz vor seinem Tode
noch. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Galletti? => http://www.galletti.de/ **
## Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Adresse löschen ##
> Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
> überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
Auf jeden Fall ist eine (Wasweißich-)Wartin etwas anders als eine
> Heiner Blett <Heiner...@yahoo.de> wrote:
>
>>> In AT heißt dieses Amt bei Vereinen üblicherweise Kassier. Da ist
>>> "Kassierin" kein Problem.
>
>> Kassier*er* - Kassiererin
>> Kassier - Kassière?
>>
>> Wäre das nicht mal eine richtig scharfe Austriazisme?
>
> Ich hab zwar keine Ahnung, was Du eigentlich sagen willst,
ich manchmal auch nicht, aber in diesem speziellen Falle...
> aber "Kassier" und "Kassierin" sind die einzigen im ÖWB verzeichneten
> Formen dieses Berufsstandes.
wollte ich lediglich meiner Verwunderung ob oben genannter Wendungen
Ausdruck verleihen. Obschon süddeutscher Herkunft habe ich den Ausdruck
"Kassier" noch /nie/ gehört. Kannte lediglich (szervusz Buda)
"Kas|sier, der; -s, -e [ital. cassiere, zu: cassa, Kassa] (südd., österr.,
schweiz.): *Kassierer*" diesen letztgenannten Ausdruck.
Um den Geschlechterkampf an der Kasse zu schlichten könnte man sich ja auf
"Kasserolle" einigen. ;-)
> Apropos: Hotelier/Hotelière funktioniert, Portier/Portière nicht.
Nett, à propos: das klingt etwa so wie die Fritteurin, PC-mäßige Version
der Fritteuse.
> M.
Schöne Grüße
Ha e i enn e err Punkt
> Obschon süddeutscher Herkunft habe ich den Ausdruck "Kassier"
> noch /nie/ gehört. Kannte lediglich (szervusz Buda) "Kas|sier,
> der; -s, -e [ital. cassiere, zu: cassa, Kassa] (südd., österr.,
> schweiz.): *Kassierer*" diesen letztgenannten Ausdruck.
Umgekehrt habe ich nicht gewusst, dass "Kassier" offenbar ein
lupenreiner Austriazismus (und kein Südgermanismus) ist. Der
Gaskassier war bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts
eine alltägliche Erscheinung in Wien.
Im übrigen ist der obige Eintrag wieder mal Wasser auf meine
Mühlen, was die Zuverlässigkeit des Gelbheimers in Sachen
Austriazismen betrifft.
M.
>> Obschon süddeutscher Herkunft habe ich den Ausdruck "Kassier"
>> noch /nie/ gehört. Kannte lediglich (szervusz Buda) "Kas|sier,
>> der; -s, -e [ital. cassiere, zu: cassa, Kassa] (südd., österr.,
>> schweiz.): *Kassierer*" diesen letztgenannten Ausdruck.
>
>Umgekehrt habe ich nicht gewusst, dass "Kassier" offenbar ein
>lupenreiner Austriazismus (und kein Südgermanismus) ist. Der
>Gaskassier war bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts
>eine alltägliche Erscheinung in Wien.
Süddeutscher Herkunft seiend ist mir das Wort Kassier durchaus
geläufig: Alle Schatzmeister in all meinen Vereinen wurden Kassier
genannt - in der Satzung allerdings Kassenwart, wenn diese besonders
hochdeutsch klingen sollte. Kassierer ist dagegen jemand, der an einer
Registrierkasse sitzt oder mit einer Bauchkasse durch die Reihen des
Publikums geht.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Nein. Und man kann ja die Google-Mehrheit entscheiden lassen: und da
stehen 565 Kassenwärtinnen 6420 Kolleginnen ohne Pünktchen gegenüber. Also
scheint "Kassenwartin" die allgemein akzeptierte weibliche Form von
"Kassenwart" zu sein.
> Und man kann ja die Google-Mehrheit entscheiden lassen: und da
> stehen 565 Kassenwärtinnen 6420 Kolleginnen ohne Pünktchen gegenüber.
Wie hast Du das ermittelt?
Einmal nach "Kassenwart" gesucht und einmal nach "Kassenwärtin".
> On Mon, 1 Dec 2003 17:01:16 +0100,
> Matthias Opatz <spam-c...@onlinehome.de> wrote
> in Msg. <929t4atx9zwa.5ecwprv1jhim$.d...@40tude.net>
>> Daniel Haude schrieb:
>>
>>> Und man kann ja die Google-Mehrheit entscheiden lassen: und da
>>> stehen 565 Kassenwärtinnen 6420 Kolleginnen ohne Pünktchen gegenüber.
>>
>> Wie hast Du das ermittelt?
>
> Einmal nach "Kassenwart" gesucht und einmal nach "Kassenwärtin".
Woher willst Du dann wissen, dass die Kassenwarte Kolleginnen der
Kassenwärtinnen [1] sind? Es können ebenso gut
- männliche Kollegen sein
- Kollegen ohne nähere geschlechtliche Spezifizierung sein
Und selbst wann Du das genau ermittelt hast, feht Dir über eine Aussage,
über den Anteil des Gebrauchs der weiblichen Form noch die Statistik,
wieviele Personen in einer solchen Funktion üblicherweise weiblich sind
(prozentual).
Man kann aus der geringen Häufigkeit des Auftretens des Begriffs "Päpstin"
schließlich auch nicht folgern, dass sich Päpstinnen überwiegend "Papst"
nennen (oder so genannt werden).
[1] Ich hätte übrigens auch noch nach Kassenwartin gesucht
> On Mon, 1 Dec 2003 17:01:16 +0100,
> Matthias Opatz <spam-c...@onlinehome.de> wrote
> in Msg. <929t4atx9zwa.5ecwprv1jhim$.d...@40tude.net>
>> Daniel Haude schrieb:
>>
>>> Und man kann ja die Google-Mehrheit entscheiden lassen: und da
>>> stehen 565 Kassenwärtinnen 6420 Kolleginnen ohne Pünktchen gegenüber.
>>
>> Wie hast Du das ermittelt?
>
> Einmal nach "Kassenwart" gesucht und einmal nach "Kassenwärtin".
Woher willst Du dann wissen, dass die Kassenwarte Kolleginnen der
Kassenwärtinnen [1] sind? Es können ebensogut
- männliche Kollegen sein
- Kollegen ohne nähere geschlechtliche Spezifizierung sein
Und selbst wenn Du das genau ermittelt hast, fehlt Dir für eine Aussage
über den Anteil des Gebrauchs der weiblichen Form noch die Statistik,
wieviele Personen in einer solchen Funktion überhaupt üblicherweise
weiblich sind (prozentual).
Man kann aus der geringen Häufigkeit des Auftretens des Begriffs "Päpstin"
schließlich auch nicht folgern, dass sich Päpstinnen überwiegend "Papst"
nennen (oder so genannt werden).
[1] Ich hätte übrigens auch noch nach Kassenwartin gesucht
Matthias
>On Mon, 01 Dec 2003 10:44:43 +0100,
> Dietmar Kulsch <dk.n...@kulsch.de> wrote
> in Msg. <3FCB0D8B...@kulsch.de>
>
>> Warum schaust Du nicht einfach in die Satzung des Vereines?
>
>Die Satzung kennt nur männliche Ämter. Das ist alles nicht so
>ultramodern ;-)
>
>Abgesehen davon ist es doch eine interessante Frage, ob es eine -wärtin
>überhaupt gibt, oder eine andere korrekte weibliche Form von -wart?
>
Ach ja.
Probleme solcher Art kommen schon in der Bibel vor und werden dort
höchst pragmatisch gelöst. 5 Mose 15, 12.
Reinhard
--
Klopf an den Himmel,
und horche auf den Klang!
(Zen-Sprichwort)
> Süddeutscher Herkunft seiend ist mir das Wort Kassier durchaus
> geläufig: Alle Schatzmeister in all meinen Vereinen wurden Kassier
> genannt [..]- Kassierer ist dagegen jemand, [...]
Ja. Ebenso.
Martin
--
Martin Rost
Schon der zweite. Hatte ja geschrieben, dass _mir_ das Wort Kassier
unbekannt war. Wie spricht man das übrigens aus? Kassié oder Kassia?
Kassierer: sitzt an der Kasse im Supermarkt.
Kassenwart: verwaltet das Geld eines Vereins z.B.
So, mehr habe ich zu dem Thema - es sei denn, es wird off topic - nicht zu
bieten.
Schönen Abend allerseits.
Heiner.
>Moin Leute,
>
>soeben wurde betreffs einer von
>mir eingerichteten Vereins-Homepage
>kritisiert, es gebe keine "Kassenwärtin"
>sondern in jedem Fall nur den
>Kassenwart, auch wenn Amt von einer
>Frau geführt werde.
Hast Du die weibl. und die männliche Form
immer nebeneinander benutzt?
>Der Duden weiß nix zu dem Thema.
Sprache ist nicht nur etwas, was man im Wörterbuch findet...
>Hat hier jemand eine qualifizierte Meinung?
Gute Frage, nächste Frage....
>Ich selbst habe keine Präferenz, ich will nur meiner
>eigenen Pedanterie genügen.
Mich würde erst mal interessieren, ob Deine Leute sich
an der Verwendung der weiblichen Form oder an der
"Form der weiblichen Form" (sprich: dem ä-Umlaut
darin) stören.
Mach doch einfach vorweg eine kurze Anmerkung, die
besagt, dass die männl. Formen der Amts- und
Funktionsbezeichnungen als geschlechtsneutral zu verstehen
sind in dem Sinne, dass sie gemäß dem Gleichheitsgrundsatz
selbstverständlich von Personen beiderlei Geschlechts ausgeübt
werden können. Basta.
Für eine Vereinssatzung ist das okay,
schließlich geben jurist. Texte auch im Bewusstsein der
Uneindeutigkeiten von Sprache Definitionen ab, und
zwar aus gutem Grund. Bei Dir genügt ein Satz.
Dann ersparst Du dir die Doppelnennungen, die die
Sätze nach dem Muster der ...er /die ...erin nur
blödsinnig aufblähen.
Ganz nebenbei weiß ich mit Sicherheit, dass die männl.
/weibl. Form juristisch so ziemlich bedeutungslos ist. Es
gibt einen bekannten vom EuGH entschiedenen Fall,
in dem eine Frau ganz explizit mit dem Hinweis auf die
niederländische Form des Wortes "Ehefrau" einen Geldanspruch
geltend machen wollte, nachdem eine Behörde ihr eine Zahlung
unter Hinweis auf die vernünftige Interpretation im Sinne von
"Ehepartner" verweigert hatte. Der EuGH gab der Behörde recht
(Gleichheitsgrundsatz sowie Sinn und Zweck des Gesetzes hebeln
den Sprachgebrauch bzw. den Wortlaut stets aus, da ändert kein
Sprachwiss. und kein Germanist was dran).
Du könntest auch durchgehend die weiblichen Formen
benutzen (Ich meine natürlich die sprachlichen .... ;-))). Wenn
die Männer damit Schwierigkeiten haben, ist das ihr Problem.
Wenn das ein Problem ist, dann haben Frauen dieses
ständig.
Kurz und gut: Wenn ein Kassenwart und eine Kassenwa(e)rtin
nebeneinander gewählt würden, wäre es natürlich relevant.
Wird das Amt nur von einer Person ausgeübt, ist die weibliche
genauso wie die männliche Form unter juristisch-sachlichem
Blickwinkel letztlich neutral.
Unter rein sprachlichem Aspekt ist die Verwendung der
männlichen Form für beide Geschlechter in jedem Falle
üblicher, und zwar durchgehend durch alle mir bekannten
Sprachen.
Grüße
Frank
> Süddeutscher Herkunft seiend ist mir das Wort Kassier durchaus
> geläufig: Alle Schatzmeister in all meinen Vereinen wurden Kassier
> genannt - in der Satzung allerdings Kassenwart, wenn diese besonders
> hochdeutsch klingen sollte. Kassierer ist dagegen jemand, der an einer
> Registrierkasse sitzt oder mit einer Bauchkasse durch die Reihen des
> Publikums geht.
Auch hierzulande (CH) heissen die Finanzminister von Vereinen Kassiere.
Manchmal, selten nur noch, heissen sie auch Säckelmeister (z.B. im
Kanton Appenzell AI), ein Begriff, der anderswo nur in Narrenzünften
verwendet wird. Das ist dann ein bisschen pikant, wenn es sich um eine
Frau Säckelmeister(in) handelt, denn das fast gleich ausgesprochene
"Seckel" ist im Schweizerdeutschen ein derbes Schimpfwort, das
zweifellos vom Hodensack kommt.
Die Leute hinter Registerkassen heissen hier auch Kassiere. Mein
Grossvater war Bankkassier in einer kleinen Regionalbank.
Das Wort ist aber m.E. im Rückgang, man spricht heute eher von
Bankangestellten, obwohl Kassier eine genauere Bezeichnung wäre.
Den Mann mit der Bauchkasse würde ich Einkassierer nennen.
Dann gibt es auch noch das Kassationsgericht. Hier können bestimmte
Entscheide von untergeordneten Gerichten angerufen werden und das
Gericht kann ein Urteil "kassieren", aufheben. Man nennt
Kassationsrichter aber nicht Kassiere oder Kassierer.
- Andi
>Schon der zweite. Hatte ja geschrieben, dass _mir_ das Wort Kassier
>unbekannt war. Wie spricht man das übrigens aus? Kassié oder Kassia?
Wie Barbier.
Ahh, vertippt. Ich habe "Kassenwärtin" mit "Kassenwartin" verglichen,
nicht "Kassenwart".
> [1] Ich hätte übrigens auch noch nach Kassenwartin gesucht
Habe ich auch. Steht ja auch in meinem ursprünglichen Text: die "Kollegin
ohne Pünktchen" der Kassenwärtin kann ja nur die Kassenwartin sein, nicht
aber die Kassenwart, denn die wäre "ohne Pünktchen und 'en'".
--Daniel
>>Ich selbst habe keine Präferenz, ich will nur meiner
>>eigenen Pedanterie genügen.
>
>
> Mich würde erst mal interessieren, ob Deine Leute sich
> an der Verwendung der weiblichen Form oder an der
> "Form der weiblichen Form" (sprich: dem ä-Umlaut
> darin) stören.
Weiß ich nicht, aber die Kritikerin (die zwar Vereinsmitglied ist, aber
keine -wärtin, -wartin oder -wart) war, ganz in meinem Sinne, um
"Korrektheit" bemüht, und da dachte ich, ich frag mal die Korinthenkacker
auf desd. Bin ja selbst einer. Ihr eigener Vorschlag war, gar keine
weibliche Form zu benutzen. Schließlich ist das ein Ruderclub, der sogar
Steuerfrauen hat!
> Mach doch einfach vorweg eine kurze Anmerkung, die
> besagt, dass die männl. Formen der Amts- und
> Funktionsbezeichnungen als geschlechtsneutral zu verstehen
> sind in dem Sinne, dass sie gemäß dem Gleichheitsgrundsatz
> selbstverständlich von Personen beiderlei Geschlechts ausgeübt
> werden können. Basta.
Umgotteswillen: Dann ist diese Klausel ja länger als die eine
Kontakt-Bildschirmseite, auf der die fünf Figuren mit Telefon und email
aufgelistet sind.
Es handelt sich hier um eine kleine Webseite, nicht die Satzung. In
letzterer wäre der PC-Kram gut aufgehoben, weil sowieso niemand das
Kleingedruckte liest.
> Du könntest auch durchgehend die weiblichen Formen
> benutzen (Ich meine natürlich die sprachlichen .... ;-))).
Neinnein, es ist eine tabellarische Auflistung konkreter Peronen a la:
1. Vorsitzender: (Name)
Kassenwartin: (Name)
Jugendwart: (Name)
Also mein Sprachgefühl würde stark zu "Kassenwartin" tendieren,
"Kassenwärtin" klingt mir komisch.
Ob man für Amtsbezeichnungen und Berufe weibliche und männliche Formen
benutzt oder nur die männliche, ist recht gemischt, in den 80ern gab
es eine starke Tendenz zu ersterem, seit den 90ern (u.a. durch
Eingemeindung der Ostler, bei denen das immer so war) wieder stärker
das zweitere... es ist im Fluss, keine abschließende Regelung in
Sicht.
>>Schon der zweite. Hatte ja geschrieben, dass _mir_ das Wort
>>Kassier unbekannt war. Wie spricht man das übrigens aus? Kassié
>>oder Kassia?
> Wie Barbier.
Recte. Nicht so aber offenbar in der Schweiz, denn ich hab Emil
Steinberger im Kopf, der als Vorsitzender eines Vereins die Bitte
an den Kassier/Cassier (wie Hotelier ausgesprochen) richtet, "den
Chassabricht obezläse."
M.
>> Wie Barbier.
>
> Recte. Nicht so aber offenbar in der Schweiz, denn ich hab Emil
> Steinberger im Kopf, der als Vorsitzender eines Vereins die Bitte
> an den Kassier/Cassier (wie Hotelier ausgesprochen) richtet, "den
> Chassabricht obezläse."
Das hängt aber ganz davon ab, wie man Hotelier ausspricht ...
Die Aussprache Kassihr ist m.E. die heute eher übliche, die Aussprache
Kassié (wie bei Emil noch) ist auch möglich, aber seltener geworden.
Vor 20, 30 Jahren waren die Gnomen am Paradeplatz noch Banquiers, heute
sind es Banker.
- Andi
> Das hängt aber ganz davon ab, wie man Hotelier ausspricht ...
Hotelié.
> Die Aussprache Kassihr ist m.E. die heute eher übliche, die
> Aussprache Kassié (wie bei Emil noch) ist auch möglich, aber
> seltener geworden.
Danke, wieder was gelernt.
M.
> Frank Husel <frank...@gmx.de> wrote
>> Mich würde erst mal interessieren, ob Deine Leute sich
>> an der Verwendung der weiblichen Form oder an der
>> "Form der weiblichen Form" (sprich: dem ä-Umlaut
>> darin) stören.
>
>Weiß ich nicht, aber die Kritikerin (die zwar Vereinsmitglied ist, aber
>keine -wärtin, -wartin oder -wart) war, ganz in meinem Sinne, um
>"Korrektheit" bemüht,
Ach so, da geht's lang...
Na, vielleicht beruhigt es dich, zu wissen, dass Sprache
keineswegs immer eindeutige Regeln besitzt...
Ich find ...wärtin nicht unbedingt falscher oder richtiger
als ...wartin, auch wenn ich deutlich die 2. Form
bevorzugen würde.
Typischerweise entzünden sich solche Fragen immer an
Funktionsbezeichnungen.
Die Franzosen veranstalten da keine ideologischen
Eiertänze, es heißt "Madame le Ministre" und basta.
>und da dachte ich, ich frag mal die Korinthenkacker auf desd.
>Bin ja selbst einer.
Willkommen im Club.
>Ihr eigener Vorschlag war, gar keine
>weibliche Form zu benutzen.
Also ging ihr Einwand wohl mehr in Richtung
"Einheitliches Erscheinungsbild".
Naja, bei einer Liste von nur 5 Personen ....
>Schließlich ist das ein Ruderclub, der sogar
>Steuerfrauen hat!
Klingt ein bisschen nach Finanzamt.
Und die anderen sind dann wohl die Ruder-Luder....
;-) SCNR.
Nun, wenn die amtsinhabenden Personen (Klippe schön
umschifft, nicht wahr ... ;-) wechseln, kannste auch grad auf
der Website die weibl. und männl. Formen austauschen.
>Umgotteswillen: Dann ist diese Klausel ja länger als die eine
>Kontakt-Bildschirmseite, auf der die fünf Figuren mit Telefon
>und email aufgelistet sind.
>
>1. Vorsitzender: (Name)
>Kassenwartin: (Name)
>Jugendwart: (Name)
Na, dann is ja alles kein Problem,
nur ein Problemchen.
Wie sagt man bei den Ruderern?
Wassermanns Heil? Mast- und Schotbruch?
Bandscheibenvorfall und Oberschenkelstrecker-Zerrung?
;-D
Allzeit Rückenwind und eine Handbreit
Wasser unterm Kiel!
Frank
(Landratte, die mal aufm Ijsselmeer segeln war)
--
Wie hieß noch gleich diese barbarische Bestrafung auf See?
Hamburgwegbringen... Travemündesuchen... Ach nee: Kielholen!
>Recte. Nicht so aber offenbar in der Schweiz, denn ich hab Emil
>Steinberger im Kopf, der als Vorsitzender eines Vereins die Bitte
>an den Kassier/Cassier (wie Hotelier ausgesprochen) richtet, "den
>Chassabricht obezläse."
"... wer hat den Pfefferminztee?" Später von Loriot in "Ödipussi"
schamlos verbraten, aber trotzdem gut.
Ich kenn nur die schriftdeutsche Variante, auch da ist allerdings vom
"Cassié" die Rede.
Grüße
Jörg.
--
"Recht hat er, der Dingsbums!"
> Die Franzosen veranstalten da keine ideologischen
> Eiertänze, es heißt "Madame le Ministre" und basta.
Ja, aber trésorière. Wenn man sich ein paar Hundert Funktionsbezeichnungen
vornimmt, dann gibt es auch in Frankreich viele unterschiedliche Muster,
und das Sprachgefühl der Einzelnen differiert; an der Göttinger Uni ist mir
mal ein diesbezüglicher Fragebogen zu Augen gekommen.
Anders wieder in Québec, hier wird konsequent verweiblicht, in obigem
Beispiel zu "Madame la ministre", hier war meine Vorgesetzte eine
Professeure und auf meinem Ausweis stand Étudiant(e) Libre ou
Visiteur(euse). Was eine Visiteureuse ist, weiß ich bis heute nicht.
Oliver C.
> Frank Husel meinte:
>
>> Die Franzosen veranstalten da keine ideologischen
>> Eiertänze, es heißt "Madame le Ministre" und basta.
>
> Ja, aber trésorière. Wenn man sich ein paar Hundert Funktionsbezeichnungen
> vornimmt, dann gibt es auch in Frankreich viele unterschiedliche Muster,
> und das Sprachgefühl der Einzelnen differiert;
Man sagt auch "Madame le Maire", hochoffiziell, "Madame la Maire" klänge,
finde ich, richtiger und auch irgendwie mütterlicher.
> Anders wieder in Québec, hier wird konsequent verweiblicht, in obigem
> Beispiel zu "Madame la ministre", hier war meine Vorgesetzte eine
> Professeure und auf meinem Ausweis stand Étudiant(e) Libre ou
> Visiteur(euse). Was eine Visiteureuse ist, weiß ich bis heute nicht.
Vielleicht ist es die Kurzform des Wunsches: "nous vous souhaitons une
visite heureuse"?
Gruß
Heiner.
>Daniel Haude <ha...@physnet.uni-hamburg.de> schrieb:
>>Kassenwartin: (Name)
>>Jugendwart: (Name)
(Gemischter Club? Aber doch wohl nicht an der Alster!?)
>Wie sagt man bei den Ruderern?
Riemen- und Dollenbruch!
Gruß
Gerd, Fa-rit
> Am Thu, 04 Dec 2003 05:28:48 GMT schrieb Oliver Cromm:
^^^^^^^
Muss das sein?
> Man sagt auch "Madame le Maire", hochoffiziell, "Madame la Maire" klänge,
> finde ich, richtiger und auch irgendwie mütterlicher.
Google gibt Dir nicht völlig recht, vor allem auch im Hinblick auf den
Pariser Stadtrat.
>> Anders wieder in Québec, [...] auf meinem Ausweis stand Étudiant(e) Libre ou
>> Visiteur(euse). Was eine Visiteureuse ist, weiß ich bis heute nicht.
>
> Vielleicht ist es die Kurzform des Wunsches: "nous vous souhaitons une
> visite heureuse"?
Merci(e)!
Oliver C.
> Heiner Blett meinte:
>
>> Am Thu, 04 Dec 2003 05:28:48 GMT schrieb Oliver Cromm:
> ^^^^^^^
> Muss das sein?
>
>> Man sagt auch "Madame le Maire", hochoffiziell, "Madame la Maire" klänge,
>> finde ich, richtiger und auch irgendwie mütterlicher.
>
> Google gibt Dir nicht völlig recht, vor allem auch im Hinblick auf den
> Pariser Stadtrat.
1140 Treffer mit "Madame la Maire" gegenüber 4500 "Madame le Maire".
"Madame la Maire" spricht man IMO lediglich die /Ehefrau des amtierenden
Bürgermeisters/ an.
Was hat es mit dem Pariser Stadtrat auf sich?
Gruß
Heiner.
--
X-No-Sig: NO
> 1140 Treffer mit "Madame la Maire" gegenüber 4500 "Madame le
> Maire". "Madame la Maire" spricht man IMO lediglich die /Ehefrau
> des amtierenden Bürgermeisters/ an.
Ach so, das habe ich nicht geprüft.
> Was hat es mit dem Pariser Stadtrat auf sich?
Einige der ersten Treffer führten zu Debatten des conseil municipal,
und ich dachte, wenn man es da sagt ...
Oliver C.