Kann mir bitte jemand erkl�ren, was "au�en vor bleiben" bedeutet und
woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das kein gutes bzw.
korrektes Deutsch.
Gr��e aus Wien
Georg Klein
Nach der n�heren Umgebung hier zu urteilen, wo praktisch alles au�en vor
bleiben muss, ist das westf�lische Umgangssprache und bedeutet
ueberwiegend, dass man Argumente aus Diskussionen oder spezielle
Bereiche in Projekten ausschlie�en will. Ist wohl platten Ursprungs.
Gut zufrieden? (Auch so ein lokales Ph�nomen)
--
Roland Franzius
Ich verstehe es im Sinne von "ausgeschlossen sein" oder "nicht
ber�cksichtigt werden" (bezogen auf Personen oder Fakten/Informationen).
Wenn bestimmte Fakten oder Informationen nicht ber�cksichtigt werden
(oder au�er Betracht gelassen werden), w�rde ich stattdessen auch "au�en
vor lassen" verwenden.
> und woher diese Phrase kommt?
Keine Ahnung. Mir kommt sie aber relativ selbsterkl�rend vor
(vermutlich, weil ich sie seit Jahren kenne).
> Meinem Gef�hl nach ist das kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
Ich halte es auch f�r Umgangsspache, aber nicht unbedingt "schlecht".
Einer meiner Mathe-Profs (Niederl�nder) verwendete "tut nicht mit" im
Sinne von "geh�rt nicht zur Menge X", "daf�r gilt Aussage A nicht" oder
"bleibt au�en vor".
Gru�
Norbert
Aber auch im Rheinland �blich (platt/umgangssprachlich).
Nach meinem Verst�ndnis k�nnen auch Personen "au�en vor bleiben", wenn
sie im w�rtlichen ("Du komms hier net rein!") oder �bertragenen Sinn
("Hartz-4-Empf�nger bleiben bei vielen gesellschaftlichen Ereignissen
au�en vor.") ausgeschlossen werden, oder ihre Interessen nicht
ber�cksichtigt werden ("X blieb bei der Aufteilung des Erbes au�en vor.").
> Gut zufrieden? (Auch so ein lokales Ph�nomen)
*Das* kenne ich wiederum nicht.
Gru�
Norbert
> Nach der näheren Umgebung hier zu urteilen, wo praktisch alles außen
> vor bleiben muss, ist das westfälische Umgangssprache und bedeutet
> ueberwiegend, dass man Argumente aus Diskussionen oder spezielle
> Bereiche in Projekten ausschließen will. Ist wohl platten Ursprungs.
'Außen vor bleiben' lassen kenne ich aus vielen Bereichen (Schule,
Freizeit, Firma), kennzeichnet wie Du schon schreibst, dass man nicht
in einen Kreis, ein Problem, ein 'ungeschriebenes Gesetz' hineinkommt.
Oder man lässt erst einmal die Feinheiten 'außen vor', ehe man nicht
die grundsätzliche Sache geklärt hat.
> Gut zufrieden? (Auch so ein lokales Phänomen)
Im Sinne von: Ich bin heute gar nicht 'gut zufrieden' (gesundheitlich
nicht 'gut drauf') oder mit Lehrerspruch 'Ich bin mit Euch gut
zufrieden' (im Sinne von 'es reisst mich nicht vom Hocker, aber ich
merke, ihr habt es verstanden und könnt es umsetzen') hab ich es schon
gehört.
Dorothee
Zugbr�cke rauf
Carsten
--
____________________________________
( unter besonderer Ber�cksichtigung )
( h�herer Lehranstalten )
------------------------------------
o
o
__
UooU\.'@@@@@@`.
\__/(@@@@@@@@@@)
(@@@@@@@@)
`YY~~~~YY'
|| ||
Bedeutet schlicht soviel wie "unber�cksichtigt /unbeachtet bleiben".
im sozialen Sinne auch, wie hier erw�hnt, "nicht beteiligt werden".
> woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das kein gutes bzw.
> korrektes Deutsch.
Das ist, wie so oft in sprachlichen Dingen, reine Geschmackssache,
um nicht b�ser zu sagen: ein Vorurteil. Nicht alles, was man selbst
nicht kennt, ist deshalb schon schlecht. Man gew�hnt sich an allem.
:-)
> Gr��e aus Wien
> Georg Klein
Gr��e
Frank
Je n�rdlicher, desto korrekter.
Kann mir bitte jemand erkl�ren, wie "sich etwas ausgehen"
kann und woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das
kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
chr
Also ich bin Österreicher und kenne es noch, verwende es
aber nicht aktiv.
> Kann mir bitte jemand erklären, wie "sich etwas ausgehen"
> kann und woher diese Phrase kommt? Meinem Gefühl nach ist das
> kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
Das hingegen ist für mich Alltagsdeutsch: Wenn sich etwas
ausgeht, dann ist es paßgenau, maßhaltig, zueinanderpassend,
den Erfordernissen entsprechend etc.
"Ich habe mir gedacht, der Faden reicht nicht, aber es ist
sich dann doch gerade noch ausgegangen."
Ich als Österreicher empfinde das weder als unkorrekt noch
als schlecht.
Scheint eine �sterreichische Variante von "sich etwas ergeben" im Sinn
von Ausgang=Ergebnis zu sein.
--
Roland Franzius
> "Georg Klein" <usenet...@reflex.at> schrieb
>> Ich lese immer wieder die Phrase "außen vor bleiben".
>>
>> Kann mir bitte jemand erklären, was "außen vor bleiben" bedeutet und
>> woher diese Phrase kommt? Meinem Gefühl nach ist das kein gutes bzw.
>> korrektes Deutsch.
>
> Je nördlicher, desto korrekter.
Ich als Stuttgarter kenne das und empfinde es nicht als falsch...
> Kann mir bitte jemand erklären, wie "sich etwas ausgehen"
> kann und woher diese Phrase kommt? Meinem Gefühl nach ist das
> kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
... im Gegensatz dazu. Ich habe dies schon öfters gehört (bzw eher in Foren
gelesen), und es schüttelt mich dabei regelrecht.
> Christina Kunze schrieb:
>> Kann mir bitte jemand erklären, wie "sich etwas ausgehen"
>> kann und woher diese Phrase kommt? Meinem Gefühl nach ist das
>> kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
>
> Scheint eine österreichische Variante von "sich etwas ergeben" im Sinn
> von Ausgang=Ergebnis zu sein.
Nein. Die Erklärung von Ralph Aichinger stimmt.
Ciao
Wolfram
--
Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin gut. Und ich habe das
alles selbst entdeckt!
STANISLAW JERZY LEC
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>
Das ist schon ein wenig auch eine 'Hör-Gewohnheit'.
Aus NRW kommend hat sich mein Ohr (und mein Sprachgefühl) dem
Süddeutschen angepasst. Und je mehr ich in der 'weicheren,
umschreibenderen' Sprachmodalität zu Hause bin, desto mehr fällt
mir dann die 'Härte' der Ausdrucksweise in Norddeutschland auf.
> Das hingegen ist für mich Alltagsdeutsch: Wenn sich etwas
> ausgeht, dann ist es paßgenau, maßhaltig, zueinanderpassend,
> den Erfordernissen entsprechend etc.
> "Ich habe mir gedacht, der Faden reicht nicht, aber es ist
> sich dann doch gerade noch ausgegangen."
> Ich als Österreicher empfinde das weder als unkorrekt noch
> als schlecht.
Kenne ich hier aus dem Allgäu auch, ohne es selbst zu verwenden.
Dorothee
Rolf Magnus schrieb:
> Ich als Stuttgarter kenne das und empfinde es nicht als falsch...
>
> > Kann mir bitte jemand erkl�ren, wie "sich etwas ausgehen"
> > kann und woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das
> > kein gutes bzw. korrektes Deutsch.
>
> ... im Gegensatz dazu. Ich habe dies schon �fters geh�rt (bzw eher in Foren
> gelesen), und es sch�ttelt mich dabei regelrecht.
Mir geht es genau umgekehrt: wenn "sich etwas ausgeht", dann bin ich
froh, wenn etwas "au�en vor bleibt", dann sch�ttelt es mich. Ich sehe
jedoch, dass ich mich offensichtlich an "au�en vor bleiben" gew�hnen
muss. Danke f�r die Beantwortung meiner Frage.
HG gk
> Ich als Stuttgarter kenne das und empfinde es nicht als falsch...
>
Noch etwas weiter südlicher: Niederbayern. Ich kenne das auch und es fällt
mir nicht unangenehm auf. Wahrscheinlich verwende ich es manchmal sogar
selber. Aber es ist klar, daß es ein Import von weiter oben ist.
Ciao
Wolfram
--
Als Kortzfleysch noch bei Sinnen war,
Schnitt er sich stündlich das wallende Haar.
> Kann mir bitte jemand erkl�ren, wie "sich etwas ausgehen" kann
> und woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das kein
> gutes bzw. korrektes Deutsch.
Ist in AT v�llig �blich und absolut unauff�llig:
"Wir waren schon ein bissel sp�t dran, aber es ist sich noch
locker ausgegangen, dass wir den Zug erreicht haben."
Das �WB meint:
| (ugs.) sich a.; es geht sich mit dem Geld nicht aus
Wahrig kennt's nicht, der 10er-Duden schon. Allerdings w�rde ich
die beiden Bedeuungen (13a und 13b) nicht im mindesten als einen
Unterfall empfinden und h�tte "sich ausgehen" als Punkt 14 (den
letzten) notiert:
| *13. a)* /ein Gel�nde eine Strecke o. �. gehend durchmessen:/
| [...]
| *13. b)* <a.+ sich> (�sterr.) /gerade ausreichen:/ das Geld, die
| Zeit geht sich aus; <oft unpers.:> es geht sich noch aus, dass
| wir den Zug erreichen.
HTH a little,
M.
Ich vermute stark, dass Christina genau darauf hinauswollte.
Gr��e,
Ekkehard
> Am 24.11.2009 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>> Am Tue, 24 Nov 2009 06:50:39 +0100 schrieb Rolf Magnus:
>>
>>> Ich als Stuttgarter kenne das und empfinde es nicht als falsch...
>>>
>> Noch etwas weiter südlicher: Niederbayern. Ich kenne das auch und es fällt
>> mir nicht unangenehm auf. Wahrscheinlich verwende ich es manchmal sogar
>> selber. Aber es ist klar, daß es ein Import von weiter oben ist.
>
> Als Mittelfranke kenne ich das "außen vor lassen" auch, aber ich
> verwende es selbst nicht, höchstens ironisch.
Na ja, ironisch. Ich verwende es mehr als fremdländische Redewendung, so
wie ich auch gerne "Moin, moin" sage.
> "Es geht sich aus, oder auch nicht" kenne ich aus Österreich und dabei
> schüttelt es mich, im Gegensatz zum "außen vor", nicht.
Mich auch nicht, dafür kenne ich das schon viel zu lange, vor allem vom
Österreichischen Fernsehen, bzw. Radio (früher konntet ihr in Franken so
was ja nicht empfangen).
Ciao
Wolfram
--
Cannibal Heart
Der Heilige Sankt Nikolaus, / Lud einst zu einem Festesschmaus. / Es kamen
viele Gäste / Vom Nikolaus blieben nur Reste.
HILFE! Müsst Ihr denn alles wörtlich nehmen?
Ich habe mit genau demselben Satz wie der OP, der eine
norddeutsche Wendung beäugte, eine österreichische
beäugt.
chr
Na, endlich hat es jemand gemerkt. Danke, Ekkehard!
chr
Sorry, normalerweise erkenn ich sowas auch ohne Ironiekringel.
Bei meinem Posting war ich einfach zu schläfrig ;)
/ralph -- ich habs mir schon beim nochmal lesen heute gedacht.
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
> Kann mir bitte jemand erklļæ½ren, was "auļæ½en vor bleiben" bedeutet und
> woher diese Phrase kommt?
"unberļæ½cksichtigt"
Alle Gewinne muļæ½ man versteuern, aber wenn du zusļæ½tzlich noch auf der
Straļæ½e fļæ½nfzig Pfennig gefunden hast, die kļæ½nnen auļæ½envor bleiben.
> Meinem Gefļæ½hl nach ist das kein gutes bzw.
> korrektes Deutsch.
Genauso korrekt wie "untendrunter", "mittendrin" und "obenauf".
Jļæ½rn
> Na ja, ironisch. Ich verwende es mehr als fremdlļæ½ndische Redewendung, so
> wie ich auch gerne "Moin, moin" sage.
"Gr�� Gott" finde ich z.B. viel fremdl�ndischer als "Moin Moin" (was
ļæ½brigens "Guten Morgen" heiļæ½t, nicht etwa "Morgen, Morgen").
Jļæ½rn
> "Moin Moin" (was
> �brigens "Guten Morgen" hei�t, nicht etwa "Morgen, Morgen").
N�, Moin hat mit Morgen nix zu tun, es hei�t einfach: "Moijen Dag", also
Sch�nen Tag.
--
Diedrich
> On Tue, 24 Nov 2009 14:31:36 +0100, Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Na ja, ironisch. Ich verwende es mehr als fremdländische Redewendung, so
>> wie ich auch gerne "Moin, moin" sage.
>
> "Grüß Gott" finde ich z.B. viel fremdländischer als "Moin Moin" (was
> übrigens "Guten Morgen" heißt, nicht etwa "Morgen, Morgen").
>
Wenn du von weit aus dem Norden kommst, wird dir "Moin, Moin" sicher nicht
fremd vorkommen. (Ich weiß, daß das "Guten Morgen" heißt und den ganzen Tag
über gebraucht wird.) "Grüß Gott" ist in Bayern dagegen Standard, wird auch
von Atheisten verwendet. "Gelobt sei Jesus Christus" als Eintrittsgruß ist
dagegen dem Pfarrer vorbehalten.
Ciao
Wolfram
--
Ein alter Weiser sagte und klagte, der Mensch sei leichter zu erlösen als
zu ernähren.
ERNST BLOCH
> "Gr�� Gott" finde ich z.B. viel fremdl�ndischer als "Moin Moin" (was
> �brigens "Guten Morgen" hei�t, nicht etwa "Morgen, Morgen").
Die Furchtbare wei� hierzu Interessantes.
vG
--
"80 Prozent der Deutschen sind f�r Mindestlohn und gegen den
Afghanistaneinsatz. Aber nur 14 Prozent w�hlen die Partei, die das so sieht
wie sie selber. 66 Prozent der Deutschen w�hlen eine Partei, die das genaue
Gegenteil von dem vertritt, was sie selbst vertreten. Das ist doch lustig,
oder?"
(Volker Pispers, "Bis neulich")
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>>
>> Mich auch nicht, daf�r kenne ich das schon viel zu lange, vor allem vom
>> �sterreichischen Fernsehen, bzw. Radio (fr�her konntet ihr in Franken so
>> was ja nicht empfangen).
>>
> Franken war das Dresden Bayerns?
Nein, nicht schon wieder!
Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Altstadt Spandau: Beginn Weihnachtsmarkt
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Mich auch nicht, dafür kenne ich das schon viel zu lange, vor allem vom
>> Österreichischen Fernsehen, bzw. Radio (früher konntet ihr in Franken so
>> was ja nicht empfangen).
>>
> Franken war das Dresden Bayerns?
>
Nicht nur Franken. Schon in Regensburg hast du den Österreicher nicht mehr
richtig reinbekommen. Das war hart, war das.
Ciao
Wolfram
--
Raummordungsverfahren - Wenn Sie jetzt "Raumordnungsverfahren" gelesen
haben, haben Sie sich geirrt. Andererseits haben Sie natürlich durchaus
recht, in einem Höheren Sinne.
> > Franken war das Dresden Bayerns?
>
> Nicht nur Franken. Schon in Regensburg hast du den Österreicher nicht mehr
> richtig reinbekommen. Das war hart, war das.
Ist doch schön. So hatte man mehr Zeit für den Bayernkurier.
Ch.
Ach ja, der "Bayernkurier". Ich war 1972 mal für 10 Wochen Briefträger und
jeden Donnerstag hatte ich die Tasche voll mit dem "Bayernkurier". Jedes
CSU-Mitglied ist nämlich automatisch auch Abonnent des "Bayernkurier" und
in Eggenfelden gibt’s da einige. Dadurch wurde nicht nur die Tasche schwer,
hinterher waren meine Hände auch ganz schwarz von dem vielen Reingreifen in
die Tasche.
Mein Trost war, daß mir der "Bayernkurier" nur die Hände schwarz macht,
während er bei den anderen das Hirn schwärzt.
Ciao
Wolfram
--
Heut tu ich mal nichts. Ich tu zwar sonst auch nichts, aber heute nehm' ich
mir auch nichts vor.
UNBEKANNTER MEISTER
>>>> Kann mir bitte jemand erkl�ren, wie "sich etwas ausgehen" kann
>>>> und woher diese Phrase kommt? Meinem Gef�hl nach ist das kein
>>>> gutes bzw. korrektes Deutsch.
>>> Ist in AT v�llig �blich und absolut unauff�llig:
>> Ich vermute stark, dass Christina genau darauf hinauswollte.
> Na, endlich hat es jemand gemerkt. Danke, Ekkehard!
Manxmoi bin i halt a bissele langsamer ...
M.