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-chen og -lein

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Bertel Lund Hansen

unread,
Jul 17, 1998, 3:00:00 AM7/17/98
to
Guten Tag

Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und
"Frauchen" klingt merkwürdig, aber gibt's eine Regel? Gibt es
Wörter, die man mit beiden benutzen kann?

Ich würde glauben, daß es sich nur um klangmässige/praktische
Verhältnisse dreht, aber ich weiss es nicht.

Gruß, Bertel
--
(Meine E-mailadresse darf nicht geändert werden)

C. Rieb

unread,
Jul 17, 1998, 3:00:00 AM7/17/98
to
Hallo Bertel!

Bertel Lund Hansen schrieb in Nachricht <35d31745...@news.image.dk>...


|Guten Tag
|
|Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und
|"Frauchen" klingt merkwürdig

Aber "Frauchen" gibt es doch!

gibt's eine Regel? Gibt es
|Wörter, die man mit beiden benutzen kann?

Ob es eine Regel gibt, weiß ich nicht. Ich hab den Eindruck, daß es
verschiedene Gründe dafür gibt, ob bei der Verkleinerung "lein" oder "chen"
benutzt wird (z.B. Sprachökonomie oder Sprachgeschichte). Mein Grammatikbuch
schweigt sich hier jedenfalls aus... Es gibt aber durchaus eine Menge
Wörter, bei denen beide Endungen gebräuchlich sind (Kind, Mann ;), Frau ;),
Weib ;) und bestimmt noch viele andere, die mir im Moment nicht einfallen).

|Ich würde glauben, daß es sich nur um klangmässige/praktische
|Verhältnisse dreht, aber ich weiss es nicht.

Unter welchen Umständen würdest Du es denn glauben? ;)) Könnte stimmen...

Herzliche Grüße
von Carmen

Otto Stolz

unread,
Jul 17, 1998, 3:00:00 AM7/17/98
to
Bertel Lund Hansen schrieb:

> Wie ist es mit diesen Endungen?

> "Balllein" geht ja nicht,
Warum nicht? Zumindest im Schwäbischen singen die Kinder bei Prellen
eines Balls den Reim:
Ballle, Ballle, sag mir doch:
Wieviel Jahre leb ich noch?
(wobei das schwäbische "-le" für norddeutsch "-lein" steht).

> und "Frauchen" klingt merkwürdig,

Hab ich auch schon gelesen, als Kosenamen "mein Frauchen", da
"Fräulein" schon als offizielle Anrede belegt. Außerdem gibt
es Dialekte (z. B. Ostpreusisch), die das "-chen" dem "-lein"
so sehr vorziehen, dass es dort regelmäßig "Frauchen" heißt.

> aber gibt's eine Regel?

Ich kenne keine.

> Gibt es Wörter, die man mit beiden benutzen kann?

Sicher. Die meisten. "Häuschen"/"Häuslein", "Bäumchen"/"Bäumlein"
-- alles, was dir einfällt.

> Ich würde glauben, daß es sich nur um klangmässige/praktische
> Verhältnisse dreht,

Sicher. Außerdem um regionale Vorlieben.

Gruß,
Otto Stolz

Roland Weisz

unread,
Jul 17, 1998, 3:00:00 AM7/17/98
to
Bertel Lund Hansen <NOSPA...@image.dk> schrieb in Nachricht
35d31745...@news.image.dk...
>Guten Tag
>
>Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und
>"Frauchen" klingt merkwürdig, aber gibt's eine Regel? Gibt es

>Wörter, die man mit beiden benutzen kann?
>
>Ich würde glauben, daß es sich nur um klangmässige/praktische
>Verhältnisse dreht, aber ich weiss es nicht.
>
Da machen wir es uns in Österreich leicht. Wir verwenden in der
Umgangssprache die Endung
"-erl". Man kann Ballerl und u. U. Frauerl sagen.
Aber wahrscheinlich bin ich damit jetzt sowieso off-topic, da es hier ja um
deutsch und nicht um österreichisch geht ...

Roland

(Österreicher und Deutsche unterscheiden sich vor allem durch die gemeinsame
Sprache.)

Michael Pronay

unread,
Jul 17, 1998, 3:00:00 AM7/17/98
to
Bertel Lund Hansen schrieb

>Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und
>"Frauchen" klingt merkwürdig, aber gibt's eine Regel? Gibt es
>Wörter, die man mit beiden benutzen kann?

Ja, z. B. Haus, Maus, Stern, Sack, Rock -- es dürften recht viele
sein.

Bei Frau gibt's ebensfalls beide, allerdings mit genau fixierter
Bedeutung:

Fräulein: Siehe Thread
Frauchen: Hundehalterin

Regel? Da schweigt mein Verstand . . .

Michael


Christina Kunze

unread,
Jul 18, 1998, 3:00:00 AM7/18/98
to

Bertel Lund Hansen schrieb in Nachricht
<35d31745...@news.image.dk>...

HAllo Bertel,

>Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und
>"Frauchen" klingt merkwürdig,

"Frauchen" wird benutzt, um eine Hundebesitzerin zu bezeichnen.

>aber gibt's eine Regel?

Eine Regel kenne ich leider nicht. Ich glaube, bei Wörtern, die auf -l
auslauten, wird in der Hochsprache "-chen" benutzt. Regional sieht das
allerdings ganz anders aus.


Christina


Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 19, 1998, 3:00:00 AM7/19/98
to

Christina Kunze wrote:

Gibt es überhaupt eine Region, in der man mit "-lein" verkleinern kann,
ohne für übergeschnappt zu gelten? Ich kenne das nur aus der Dichtung.
Das Schwäbische hat das "-le" mit seinem eigenen Gebrauch, in
östereichischen (auch in anderen alpinen?) Dialekten sagt man "-erl, und
sonst "-chen" oder Verwandtes wie "-ken".Oder nicht?

Ralf
--
Er schlug mit einer Klappe zwischen zwei Fliegen.


Helga Saar

unread,
Jul 19, 1998, 3:00:00 AM7/19/98
to

Ralf Heinrich Arning schrieb in Nachricht
<6os0ec$t8n$1...@news01.btx.dtag.de>...


Christina Kunze wrote:

> Bertel Lund Hansen schrieb in Nachricht
> <35d31745...@news.image.dk>...

> >Wie ist es mit diesen Endungen? "Balllein" geht ja nicht, und


> >"Frauchen" klingt merkwürdig,
>
> "Frauchen" wird benutzt, um eine Hundebesitzerin zu bezeichnen.
>
> >aber gibt's eine Regel?
>
> Eine Regel kenne ich leider nicht. Ich glaube, bei Wörtern, die
auf -l
> auslauten, wird in der Hochsprache "-chen" benutzt. Regional sieht
das
> allerdings ganz anders aus.
>
> Christina

>Gibt es überhaupt eine Region, in der man mit "-lein" verkleinern
kann,
>ohne für übergeschnappt zu gelten? Ich kenne das nur aus der
Dichtung.
>Das Schwäbische hat das "-le" mit seinem eigenen Gebrauch, in
>östereichischen (auch in anderen alpinen?) Dialekten sagt man "-erl,
und
>sonst "-chen" oder Verwandtes wie "-ken".Oder nicht?

Ralf

Doch, in Franken gibt es die Verkleinerung mit "-lein", allerdings
verkürzt
zu "-la" ("Bildla"), ähnlich also wie im Schwäbischen das "-le".
Übrigens wird diese Verkleinerung
nicht nur bei Substantiven angewendet, wie der folgende, wohl sehr
alte Witz beweist:

Fränkische Hochzeitsnacht

"Auala"

"Etzatla"

"Sodala".

(Nein, ich übersetze das nicht!)

Helga

C. Rieb

unread,
Jul 19, 1998, 3:00:00 AM7/19/98
to
Hallo Ralf!

>Ralf Heinrich Arning schrieb in Nachricht
<6os0ec$t8n$1...@news01.btx.dtag.de>...

>Gibt es überhaupt eine Region, in der man mit "-lein" verkleinern kann,


>ohne für übergeschnappt zu gelten? Ich kenne das nur aus der Dichtung.
>Das Schwäbische hat das "-le" mit seinem eigenen Gebrauch, in
>östereichischen (auch in anderen alpinen?) Dialekten sagt man "-erl, und
>sonst "-chen" oder Verwandtes wie "-ken".Oder nicht?


"-chen" und "-lein" sind die hochsprachlichen Verkleinerungsformen. In den
Dialekten finden sich viele Varianten dieser Formen. Scheint so, als wären
Varianten des "-chen" eher im Norden zu finden und Varianten des "-lein"
eher im Süden. Interessant sind auch die Bildungen, in denen man beides
findet
(wie z.B. "Knöchelchen" und "Bündelchen").

Herzliche Grüße
von Carmen

Thorsten Meinecke

unread,
Jul 19, 1998, 3:00:00 AM7/19/98
to
'cr>' := C. Rieb <ri...@writeme.com>

cr> "-chen" und "-lein" sind die hochsprachlichen Verkleinerungsformen. In den
cr> Dialekten finden sich viele Varianten dieser Formen. Scheint so, als wären
cr> Varianten des "-chen" eher im Norden zu finden und Varianten des "-lein"
cr> eher im Süden.

Die Sprachkarte "Diminutivsuffix"[1] unterstützt das: zum Gebiet
des -lein" gehör(t)en Alemannisch, Bairisch, Ostfränkisch, süd-
liche Teile von Thüringisch und Obersächsisch sowie Schlesisch.

Allerdings nehme ich an, daß die jeweils vorherrschenden Formen
kartiert worden sind; ich kann mir nicht vorstellen, daß man im
Norden '*Zwergchen' oder '*Bächchen' sagt und im Süden '*Ballein'.

Noch keine Erwähnung fand bisher die Verkleinerungsform auf "-ing",
ein Merkmal des Mecklenburger Platt. Beispiele sind AFAIR etwa
"Kinnings" (Kinderchen) und "Henning" (kleiner Hans).

Gruß,
--Thorsten
[1] dtv-Atlas z. dt. Sprache; 8. Aufl. München 1991, S. 157

ArnoWolff

unread,
Jul 19, 1998, 3:00:00 AM7/19/98
to
In article <6oslp7$6b1$1...@surz18.HRZ.Uni-Marburg.DE>, C. Rieb
<ri...@writeme.com> writes

>Hallo Ralf!
>
>>Ralf Heinrich Arning schrieb in Nachricht
><6os0ec$t8n$1...@news01.btx.dtag.de>...
>
>>Gibt es überhaupt eine Region, in der man mit "-lein" verkleinern kann,
>>ohne für übergeschnappt zu gelten? Ich kenne das nur aus der Dichtung.
>>Das Schwäbische hat das "-le" mit seinem eigenen Gebrauch, in
>>östereichischen (auch in anderen alpinen?) Dialekten sagt man "-erl, und
>>sonst "-chen" oder Verwandtes wie "-ken".Oder nicht?
>
>
>"-chen" und "-lein" sind die hochsprachlichen Verkleinerungsformen. In den
>Dialekten finden sich viele Varianten dieser Formen. Scheint so, als wären
>Varianten des "-chen" eher im Norden zu finden und Varianten des "-lein"
>eher im Süden. Interessant sind auch die Bildungen, in denen man beides
>findet
>(wie z.B. "Knöchelchen" und "Bündelchen").
>
>Herzliche Grüße
>von Carmen
>
>
>
>
Zum -chen.
Ich bin immer der Meinung gewesen, das -chen hauptsaechlich in
Ostpreussen , Memel, gebraucht wurde.
Für zwei hochbetagte Tanten bin ich trotz meiner 66 Jahre immer noch das
Arnochen.


Viele Grüße von Arno Wolff aus Wales GB
--
ArnoWolff

Udo Seyfarth

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Michael Pronay wrote:
...
> Bei Frau gibt's ebensfalls beide, allerdings mit genau fixierter
> Bedeutung:
>
> Fräulein: Siehe Thread
> Frauchen: Hundehalterin
Hier muß ich Dir mit Bedauern auch seitens meines Sprachgefühles
widersprechen, es gibt die umgangssprachliche Benutzung von
"Frauchen" ohne Bezug zu irgendwelchen Vierbeinern.
In der vorigen Woche habe ich einen jüngeren(!) Mann im Radio
berichten hören, daß er noch nicht wisse, was er in der Frühstücks-
pause essen werde, da die Brote von seinem Frauchen bereitet worden
seien. Er fand es auch nicht irgendwie witzig sondern benutzte das
Wort völlig selbstverständlich. Es war auch nicht das erste Mal, daß
ich so etwas höre.

Udo

Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to

Thorsten Meinecke wrote:

Danke für den Hinweis auf das "-ing". Dies ist sicher verwandt mit der Bildung
westfälischer Patromymika: Vorname + -ing, bzw. Kurzform eines Vornamens +
-ing.Von Holsteinern (Menschen, nicht Pferden) kenne ich "tschüssing" als
Parallele zu "tschüßchen" und "tschüßle".
Daß die *Varianten* von -chen und -lein zwischen dem Norden (einschließlich dem
früheren Ostpreußen) und dem Süden aufgeteilt sind, ist unbestritten. Aber
während ich "-chen" durchaus höre und lese, begegnet mit "-lein" als
Verkleinerung nur in älterer Dichtung, ironischer Rede, Verballhornung etc. Also:
wird "-lein" hochsprachlich überhaupt heute verwendet?

Bertel Lund Hansen

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Thorsten Meinecke skrev:

>Noch keine Erwähnung fand bisher die Verkleinerungsform auf "-ing",
>ein Merkmal des Mecklenburger Platt. Beispiele sind AFAIR etwa
>"Kinnings" (Kinderchen) und "Henning" (kleiner Hans).

Ach so. "Henning" ist ein ganz gewöhnlicher Name in Dänemark, und
keiner denkt dabei auf "Hans".

Michael Pronay

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Ralf Heinrich Arning schrieb

>Also: wird "-lein" hochsprachlich überhaupt heute verwendet?

Ist "Zwerglein" gebräuchlich? Eher ja, oder?

Michael


Michael Pronay

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
>>Udo Seyfarth schrieb

>Michael Pronay wrote:
...
>> Bei Frau gibt's ebensfalls beide, allerdings mit genau fixierter
>> Bedeutung:
>> Fräulein: Siehe Thread
>> Frauchen: Hundehalterin

>Hier muß ich Dir mit Bedauern auch seitens meines Sprachgefühles
>widersprechen, es gibt die umgangssprachliche Benutzung von
>"Frauchen" ohne Bezug zu irgendwelchen Vierbeinern.

Brauchst Du doch nichts zu bedauern, nur weil mir die "wertfreie"
Bedeutung von "Frauchen nicht bekannt war!

>In der vorigen Woche habe ich einen jüngeren(!) Mann im Radio
>berichten hören, daß er noch nicht wisse, was er in der Frühstücks-
>pause essen werde, da die Brote von seinem Frauchen bereitet worden
>seien. Er fand es auch nicht irgendwie witzig sondern benutzte das
>Wort völlig selbstverständlich. Es war auch nicht das erste Mal, daß
>ich so etwas höre.

Akzeptier' ich gerne -- war nur mir unbekannt.

Michael


Jochen Messner

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Otto Stolz wrote:
>
> Bertel Lund Hansen schrieb:

> > Wie ist es mit diesen Endungen?
>
> > "Balllein" geht ja nicht,
> Warum nicht? Zumindest im Schwäbischen singen die Kinder bei Prellen
> eines Balls den Reim:
> Ballle, Ballle, sag mir doch:
> Wieviel Jahre leb ich noch?
> (wobei das schwäbische "-le" für norddeutsch "-lein" steht).
Wir sangen:
Balle, Balle, sag mir doch:
Wieviel Jahre lebscht Du noch?
Ohne Riss und ohne Loch,
Fall mir nit ins Gilleloch!

Das an Ball angehaengte -le wuerde ich aber nicht als Verkleinerungsform
sehen. Es dient wohl eher dazu die Folge Ball, Ball aussprechbar zu
machen und die Versstruktur einzuhalten.

Gruss,
Jochen

ArnoWolff

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
In article <35b30...@news.telekabel.at>, Michael Pronay
<pro...@teleweb.at> writes
Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden ?

Gruss Arno
--
ArnoWolff

ArnoWolff

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden .

Gruss Arno
--
ArnoWolff

Michael Pronay

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
ArnoWolff schrieb

>Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden .

Die Existenz des "-lein" in Gedichten und derlei war nie bestritten.

Michael


Alex Glintschert

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
On Mon, 20 Jul 1998, ArnoWolff wrote:

>In article <35b30...@news.telekabel.at>, Michael Pronay
><pro...@teleweb.at> writes
>>Ralf Heinrich Arning schrieb
>>
>>>Also: wird "-lein" hochsprachlich überhaupt heute verwendet?
>>
>>Ist "Zwerglein" gebräuchlich? Eher ja, oder?
>>
>>Michael
>>

>Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden ?

Natuerlich wird '-lein' hochsprachlich heute verwendet, auf jeden Fall
doch bei Substantiven, bei deren Verkleinerungsform, wuerde sie mit
'-chen' gebildet, zwei 'ch' aufeinandertraefen. Dadurch wuerde diese
Verkleinerungsform naemlich kaum aussprechbar werden:

Bach - Baechlein (Baechchen?)
Kuchen - Kuechlein (Kuechchen?)
Tuch - Tuechlein (Tuechchen?)
Koch - Koechlein (Koechchen?)

usw.

Alex.

--
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)
--------------------------------------------------------------------
Alexander Glintschert (http://www.informatik.hu-berlin.de/~glintsch)
See also: CityGuide Berlin - http://www.berlin-mitte.de


Christina Kunze

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to

ArnoWolff schrieb in Nachricht ...

>In article <35b30...@news.telekabel.at>, Michael Pronay
><pro...@teleweb.at> writes
>>Ralf Heinrich Arning schrieb
>>
>>>Also: wird "-lein" hochsprachlich überhaupt heute verwendet?
>>
>>Ist "Zwerglein" gebräuchlich? Eher ja, oder?


>Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden .

Na, ganz so heute ist das ja wohl nicht :-)

Christina


Manfred Russ

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
Am Mon, 20 Jul 1998 11:59:43 +0100 schrieb ArnoWolff:

> Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden ?

"O Röschen rot,
der Mensch liegt in größter Not"

(Des Knabe Wunderhorn)


Manfred

Thorsten Meinecke

unread,
Jul 20, 1998, 3:00:00 AM7/20/98
to
'chk>' := Christina Kunze <christi...@student.hu-berlin.de>

chk> ArnoWolff schrieb in Nachricht ...
> >Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden .

chk> Na, ganz so heute ist das ja wohl nicht :-)

Zumal wir mit 'Röschen' keine Schwierigkeiten haben.

[Nicht mit 'Rößlein' verwechseln. Das meint Mährchen (kleine Mähren).]

Gruß,
--Thorsten
Da hat doch dieser Typ diese Blume da gesehen, mitten im Wald, und da isser hin
und kiekt und denkt, sieht echt spitze aus, das Teil. Will er sie mitnehmen
(obwohl die Entnahme von Pflanzen und Pflanzenteilen streng verboten ist), und
dann zieht sich der Kerl noch'n Splitter rein, wie blöd kann man nur sein.

Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 21, 1998, 3:00:00 AM7/21/98
to

Alex Glintschert wrote:

> On Mon, 20 Jul 1998, ArnoWolff wrote:
>

> >In article <35b30...@news.telekabel.at>, Michael Pronay
> ><pro...@teleweb.at> writes
> >>Ralf Heinrich Arning schrieb
> >>
> >>>Also: wird "-lein" hochsprachlich überhaupt heute verwendet?
> >>
> >>Ist "Zwerglein" gebräuchlich? Eher ja, oder?
> >>

> >>Michael
> >>
> >Wie waere es denn mit dem Roeslein auf der Heiden ?
>
> Natuerlich wird '-lein' hochsprachlich heute verwendet, auf jeden Fall
> doch bei Substantiven, bei deren Verkleinerungsform, wuerde sie mit
> '-chen' gebildet, zwei 'ch' aufeinandertraefen. Dadurch wuerde diese
> Verkleinerungsform naemlich kaum aussprechbar werden:

Ich gebe zu: jetzt bin ich etwas angeschlagen. Vielleicht habe ich bisher
auch nur mit den falschen Leuten verkehrt...Die Regel für die Hochsprache
lautet wohl in etwa so:
Endet der Wortstamm auf einen Guttural, wird zur Verkleinerung "-lein"
verwendet.
Trotzdem: Michaels "Zwerglein" wirft meine Stirn in Falten. Mir erscheint
das als gehobene Sprache. Sagt man so im Süden, wenn man nicht mundartlich
redet? Oder redet man von kleinen Zwergen nur im Dialekt oder der
Umgangsprache mit starken Dialekteinschlag?

Und zu Axels Beispielen

> Bach - Baechlein (Baechchen?)

"Ich hört' ein Bächlein rauschen..." Das ist Dichtung. Ich würde
hochsprachlich vom "kleinen Bach" reden, also die Verkleinerung vermeiden.
Umgangssprachlich erfolgt ein Dialekteinschlag: "Bächsken". Das
Aufeinandertreffen zweier Gutturale wird durch -s-Einschub verhindert.

> Kuchen - Kuechlein (Kuechchen?)

Die Bildung ist korrekt, aber nicht eindeutig, s. "Ballett der Küchlein in
ihren Eierschalen" in den "Bildern einer Ausstellung". Ich würde wie oben
verfahren: "kleiner Kuchen" oder "Küchsken".

> Tuch - Tuechlein (Tuechchen?)

Ebenso. "Tüchlein" und "Bächlein" erscheinen mir von den Beispielen noch
am wenigsten problematisch. Es fällt mir aber schwer, mir einen
hochsprachlichen Zusammenhang vorzustellen, in denen der Gebrauch dieser
beiden Wörter selbstverständlich ist.

> Koch - Koechlein (Koechchen?)

Ist das Wort nur regelgerecht konstruiert, oder kommt kommt es auch
tatsächlich vor?. Ich hege schwere Bedenken.

Aber die Küche! Gibt es unter Euch jemanden, der oder die die folgenden
-lein-Parallelen als gebräuchlich empfindet? (Wohlbemerkt "-lein" und
nicht "-la" oder "-le".)

Täßschen Täßlein
Löffenchen Löffellein (Achtung: "l"!)
Tellerchen Tellerlein
Becherchen Becherlein
Näpfchen Näpflein
Gäbelchen Gäbellein
Döschen Döslein
Brettchen Brettlein
Kännchen Kännlein [1]
Krügchen [2] Krügleinandere Beispiele?

[1] Wird irgendwo im deutschen Sprachraum in Restaurants "1 Kännlein
Kaffee" angeboten. Wenn nein, dann gibt es ein Indiz, daß unter bestimmten
lautlichen Bedingungen "-chen" allgemein üblich ist.
[2] Das erscheint mit auch für den nördlichen deutschen Sprachraum nicht
üblich. Die mundartliche Möglichkeit lautet "Krüchsken".
Ich vermute daher, daß man im geographischen Bereich der niederdeutschen
Dialekte in der Hochsprache eher eine Verkleinerungsform überhaupt
vermiedet, als daß man "-lein" verwendet, wenn "-chen" lautlich schwierig
wird. Oder: "Say never "-lein" in northern Germany!"

Wer widerspricht?Ralf

Martin Gerdes

unread,
Jul 21, 1998, 3:00:00 AM7/21/98
to
Alex Glintschert <al...@infopark.de> schrieb:


>Bach - Baechlein (Baechchen?)
>Kuchen - Kuechlein (Kuechchen?)
>Tuch - Tuechlein (Tuechchen?)
>Koch - Koechlein (Koechchen?)

Ich kenne die Formen "Küchelchen" und "Tüchelchen".
Woher die Zusatzsilbe kommt, weiß ich nicht, daß sie fürs Sprechen
notwendig ist, wird keiner bezweifeln.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 21, 1998, 3:00:00 AM7/21/98
to
On 21 Jul 1998 02:07:40 GMT, Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich
Arning) wrote:

>
>[1] Wird irgendwo im deutschen Sprachraum in Restaurants "1 Kännlein

>Kaffee" angeboten. Wenn nein, dann gibt es ein Indiz, dass unter bestimm=


>ten
>lautlichen Bedingungen "-chen" allgemein üblich ist.

Das ist schwer zu sagen. Das Kännchen Kaffee ist in Österreich zwar
bekannt, gilt aber als ausgesprochen "piefkinesisch" und wird als
Synonym für ungenießbar und der Bezeichnung Kaffee nicht würdig
betrachtet, besonders, wenn der Kaffee auf dem a betont wird.

Bei uns bestellt man eine Melange, oder einen Verlängerten, oder einen
Einspänner oder einen Kapuziner oder einen Schwarzen oder einen Mokka
oder ...
(In gut geführten Lokalen ruft dann der Kellner in jedem Fall in die
Küche: an Kaffee! :-) )

Reinhard


Jens Walter Heckmann

unread,
Jul 21, 1998, 3:00:00 AM7/21/98
to hjw, h...@ber.axime-is.fr
Am 21. Juli 1998 schrieb Ralf Heinrich Arning:

>
> Die Regel für die Hochsprache
> lautet wohl in etwa so:
> Endet der Wortstamm auf einen Guttural, wird zur Verkleinerung "-lein"
> verwendet.

Hm ... demnach waeren also

- "Eckchen", "Stueckchen", "Stoeckchen", ...

nicht hochsprachlich?

Umgangssprachlich kann man uebrigens bisweilen "Tagchen!" hoeren (/taxC@n/).

Jens W. Heckmann


Jens Wuepper

unread,
Jul 22, 1998, 3:00:00 AM7/22/98
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Ich vermute daher, daß man im geographischen Bereich der niederdeutschen
> Dialekte in der Hochsprache eher eine Verkleinerungsform überhaupt
> vermiedet, als daß man "-lein" verwendet, wenn "-chen" lautlich schwierig
> wird. Oder: "Say never "-lein" in northern Germany!"

> Wer widerspricht

Ich stimme zu. In meinem Niederdeutsch ist gar kein Verkleinerungs-
suffix gebräuchlich. Da ist "ein Häuschen" einfach "n lütt Huus".

MfG
Jens
--
Jens Wüpper wue...@math.uni-hamburg.de Carpe diem!

Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 22, 1998, 3:00:00 AM7/22/98
to
Reinhard Gonaus wrote:

> On 21 Jul 1998 02:07:40 GMT, Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich
> Arning) wrote:
>
> >
> >[1] Wird irgendwo im deutschen Sprachraum in Restaurants "1 Kännlein
> >Kaffee" angeboten. Wenn nein, dann gibt es ein Indiz, dass unter bestimm=
> >ten
> >lautlichen Bedingungen "-chen" allgemein üblich ist.
>
> Das ist schwer zu sagen. Das Kännchen Kaffee ist in Österreich zwar
> bekannt, gilt aber als ausgesprochen "piefkinesisch" und wird als
> Synonym für ungenießbar und der Bezeichnung Kaffee nicht würdig
> betrachtet, besonders, wenn der Kaffee auf dem a betont wird.

Wenn man das e noch kürzt (Kaffe), wirkt es sicher richtig ekelhaft.
Es ist in Österreich sicher bekannt, daß bei einer Betonung auf der zweiten
Silbe auf piefkinesisch das "Café" gemeint ist.

> Bei uns bestellt man eine Melange, oder einen Verlängerten, oder einen
> Einspänner oder einen Kapuziner oder einen Schwarzen oder einen Mokka
> oder ...

Wie wärs mit einer kleinen Kaffeekunde? Was bedeuten diese Bezeichnungen?

Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 22, 1998, 3:00:00 AM7/22/98
to

Jens Walter Heckmann wrote:

> Am 21. Juli 1998 schrieb Ralf Heinrich Arning:
> >
> > Die Regel für die Hochsprache
> > lautet wohl in etwa so:
> > Endet der Wortstamm auf einen Guttural, wird zur Verkleinerung "-lein"
> > verwendet.
>
> Hm ... demnach waeren also
>
> - "Eckchen", "Stueckchen", "Stoeckchen", ...
>
> nicht hochsprachlich?

Ich bin einverstanden. Ich sehe hier meine Ausgangsvermutung bestätigt, daß
hochsprachlich nicht mit "-lein" verkleinert wird. Wie allgemeingültig ist die
These?Problematisch sind die Wörter, die auf -ch und -g.

> Umgangssprachlich kann man uebrigens bisweilen "Tagchen!" hoeren (/taxC@n/).

Die Leute die das sagen, mich eingeschlossen, sprechen den Buchstaben g am
Wortende nach Vokalen /x/ oder /C/ aus. Das Problem läßt sich auf den Auslaut
/C/ reduzieren, der ggf. wegen des Umlauts entsteht.

Existiert "Stöcklein" hochsprachlich?

[Ich hoffe, die ASCII-Lautzeichen waren richtig.]

Manfred Russ

unread,
Jul 23, 1998, 3:00:00 AM7/23/98
to
Am 22 Jul 1998 22:29:48 GMT schrieb Ralf Heinrich Arning:

> Wenn man das e noch kürzt (Kaffe), wirkt es sicher richtig ekelhaft.

Na, wenn's denn so schmeckt, wie's klingt, ist es doch in Ordnung.
Ich unterscheide auch durchaus zwischen Kassettenrekorder und
Cassettenrecorder.

> > Bei uns bestellt man eine Melange, oder einen Verlängerten, oder einen
> > Einspänner oder einen Kapuziner oder einen Schwarzen oder einen Mokka
> > oder ...
>
> Wie wärs mit einer kleinen Kaffeekunde? Was bedeuten diese Bezeichnungen?


Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?
Die Babel-faql gibt dazu nix her.


Manfred

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 23, 1998, 3:00:00 AM7/23/98
to
On 22 Jul 1998 22:29:48 GMT, Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich
Arning) wrote:

>>
>> Das ist schwer zu sagen. Das Kännchen Kaffee ist in Österreich zwar=


>
>> bekannt, gilt aber als ausgesprochen "piefkinesisch" und wird als
>> Synonym für ungenießbar und der Bezeichnung Kaffee nicht würdig
>> betrachtet, besonders, wenn der Kaffee auf dem a betont wird.
>

>Wenn man das e noch kürzt (Kaffe), wirkt es sicher richtig ekelhaft.

>Es ist in Österreich sicher bekannt, daß bei einer Betonung auf der
>zweiten
>Silbe auf piefkinesisch das "Café" gemeint ist.
>

Natürlich. Und das schreiben wir auch so. Normalerweise aber sagen wir
"Kaffeehaus".

>> Bei uns bestellt man eine Melange, oder einen Verlängerten, oder eine=
>n
>> Einspänner oder einen Kapuziner oder einen Schwarzen oder einen Mokka=
>
>> oder ...
>
>Wie wärs mit einer kleinen Kaffeekunde? Was bedeuten diese Bezeichnunge=
>n?
>
Na, jetzt hast du mich aber ziemlich erwischt! Ich weiß das auch nur
so ungefähr, zumal die traditionelle Zubereitungsart ziemlich
verschwunden ist: Kaffeebohnen reiben, in Wasser aufkochen und
abseihen. In Kaffeehäusern kommt heute alles aus der Espressomaschine,
und zu Hause machen wir Filterkaffe wie alle Welt.

Ich probier's mal:
Melange: Kaffe mit viel Milch und aufgeschäumter Milchhaube.
Verlängerter: Milchkaffe, der mit mehr Wasser als üblich zubereitet
wurde. Der mit der üblichen Menge heißt Brauner.
Einspänner: starker schwarzer Kaffe mit Schlagobershaube.
Kapuziner: Kaffee mit wenig, aber aufgeschäumter Milch, meist mit
etwas Kakao verfeinert. Entspricht dem italienischen Cappuccino.
Mokka: schwarzer Kaffee ohne weitere Zutat, auch Schwarzer genannt.

In guten Kaffeehäusern wird Kaffee welcher Art immer stets mit einem
Glas Wasser serviert. Ob man ihn süßen soll oder nicht, darüber gehen
die Meinungen auseinander. Ich halte es so: Kaffee sei hell und süß
wie die Liebe oder schwarz und bitter wie das Leben. :-)

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 23, 1998, 3:00:00 AM7/23/98
to
On Thu, 23 Jul 1998 13:13:41 +0200, ru...@online.de (Manfred Russ)
wrote:

>
>
>Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
>österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?
>Die Babel-faql gibt dazu nix her.
>

Ok. Ich fang mal an mit dem, was mir so einfällt. Das meiste hat mit
Essen und Trinken zu tun.

Paradeiser = Tomate
Ribisel = Johannisbeere
Palatschinken = Pfannkuchen?
Surbraten = in gewürzter Salzlake gepökeltes Fleisch zum Braten
selchen = räuchern
Marille = Aprikose
Erdäpfel = Kartoffel
Fisolen = grüne Bohnen
Agrasel = Stachelbeere
G'spritzter = Mit Soda- oder Mineralwasser versetzter Wein
Rindsbraten, Schweinsbraten statt Rinder- oder Schweinebraten
Knödel = Klöße
Schlapfen = Pantoffel
Heuriger = temporärer Gastbetrieb eines Weinhauers

Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter
Kieberer = uniformierter Polizist oder Gendarm
Die letzten beiden sind schon sehr umgangssprachlich.

Landsleute, helft mir weiter!

Reinhard

Oliver Gassner

unread,
Jul 23, 1998, 3:00:00 AM7/23/98
to
ru...@online.de (Manfred Russ) wrote/schrieb:

>Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
>österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?

Das duerfte es von DUDEN zu kauufen geben. Zumindest gibt es einen "Wie
sagt man in der Schweiz?"

Das gibt es sicher auch fuer Austria.

OG
--
Literatur am Draht:
http://www.carpe.com/lit/
laokoon i/o - Rezensionen:
http://www.carpe.com/lit/lio.htm


Wolfgang Palka

unread,
Jul 23, 1998, 3:00:00 AM7/23/98
to
Reinhard Gonaus <er...@aon.at> wrote:

> Landsleute, helft mir weiter!

vom Fleisch fallen = abmagern
Griß = Andrang
picken = kleben
Hacken = Arbeit
Haxn = Beine (auch: Dirnen)
sich abpecken = sehr lachen
etc.

Dr. Jochen Temper

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to

Reinhard Gonaus schrieb:

> On Thu, 23 Jul 1998 13:13:41 +0200, ru...@online.de (Manfred Russ)

> >Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
> >österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?

> Ok. Ich fang mal an mit dem, was mir so einfällt. Das meiste hat mit


> Essen und Trinken zu tun.

Ein gutes Zeichen für Genußmenschen...

> Paradeiser = Tomate
> Ribisel = Johannisbeere
> Palatschinken = Pfannkuchen?

Nö, viiiiel besser! Eigentlich unübersetzbar, aber umso eßbarer :-)))))

> Surbraten = in gewürzter Salzlake gepökeltes Fleisch zum Braten
> selchen = räuchern
> Marille = Aprikose
> Erdäpfel = Kartoffel
> Fisolen = grüne Bohnen
> Agrasel = Stachelbeere
> G'spritzter = Mit Soda- oder Mineralwasser versetzter Wein
> Rindsbraten, Schweinsbraten statt Rinder- oder Schweinebraten
> Knödel = Klöße
> Schlapfen = Pantoffel
> Heuriger = temporärer Gastbetrieb eines Weinhauers

Weinhauer? Fleischhauer ist ja noch logisch (der haut das Fleisch in
brauchbare Stücke), aber sooo harte und große Trauben hat's auch in
Österreich nicht.Melanzane = Aubergine
Karfiol = Blumenkohl
Vogerlsalat = Rapunzel, Ackersalat
Weichseln = Kirschen
Wein = auch Trauben
Powidl = Pflaumenmus (?)

> Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter
> Kieberer = uniformierter Polizist oder Gendarm
> Die letzten beiden sind schon sehr umgangssprachlich.
>
> Landsleute, helft mir weiter!

Gruß, Jochen (mit österr. Schwiegermami)


Dr. Jochen Temper

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to

Oliver Gassner schrieb:

> >Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
> >österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?
>

> Das duerfte es von DUDEN zu kauufen geben. Zumindest gibt es einen "Wie
> sagt man in der Schweiz?"
>
> Das gibt es sicher auch fuer Austria.

frei nach Manfred Krug: Du gönnst uns ja sonst nichts...
Dafür solltest Du Dein "schwäbisches Diktionärle" und den "Polyglott
Sprachführer Schwäbisch" verbrennen. Solche Bücher sind sonst geworfene
Perlen ;-))
SCNR, Jochen


Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Reinhard,

>> Bei uns bestellt man eine Melange, oder einen Verlängerten, oder einen


>> Einspänner oder einen Kapuziner oder einen Schwarzen oder einen Mokka

>> oder ...

Und bekommt man dann auch das Bestellte? Vor einigen Jahren war ich
mit meiner in Wien geborenen und aufgewachsenen Freundin in einem
Kaffeehaus. Sie bestellte eine Melange. Angeblich war das dem Kellner
unbekannt und es dauerte eine gewisse Zeit, bis sich meine Freundin
von dem Schock erholt hatte.

Wir haben fuerderhin Kaffeehaeuser gemieden. Als wir das naechste mal
in einer Baeckerei mit Stehcafe einen Espresso bestellten (fuer den
Fall, dass Melange dort ebenfalls unbekannt ist) wurden wir mit der
Frage konfrontiert, ob der Espresso mit Milch oder ohne sein soll. Um
nicht wieder einer aehnlichen Situation wie im Kaffeehaus ausgesetzt
zu sein, habe ich, voreilig wie ich gestehen muss, "mit Milch"
geantwortet. Woraufhin sich die Bedienung mit der Bemerkung "Dann ist
es aber kein Espresso!" wieder ihrer Arbeit zuwandte und wir
unverrichteter Dinge von hinnen zogen.

Gruss,

Klaus
----------------------
kme...@gmx.de
http://antiquariat.inwd.com/
http://www.inwd.com/kmedeke/

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Manfred,

>Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
>österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?

>Die Babel-faql gibt dazu nix her.

Ich unterstuetze diesen Vorschlag aufs Heftigste.

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Reinhard,

>Ok. Ich fang mal an mit dem, was mir so einfällt. Das meiste hat mit
>Essen und Trinken zu tun.

Erstaunlich, aber mir fallen auch fast nur kulinarische Ausdruecke
ein. Zusaetzlich zu den von Dir schon genannten:

Karfiol = Blumenkohl
Puffbohne = Saubohne
Powidl = Zwetschgenmus, und dazu
Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus

Deka = 10 Gramm
Stiege = Treppe
Augenglaeser = Brille
Busserl = Kuss

Und natuerlich das "Pickerl" nicht zu vergessen, das der Herr Stoiber
jetzt auch so gerne an den Windschutzscheiben sehen wuerde.

>Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter

Sicher eine der groessten Wortschoepfungen. ;-) Vergleichbar nur mit
dem in Frankfurt ueblichen "Trottwa" fuer Trottoir = Buergersteig.

>Landsleute, helft mir weiter!

Ich bin zwar kein Landsleut, aber ein geniessender Bewunderer der
oesterreichischen Sprache. Insbesondere ihrer Wiener Auspraegung.

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Reinhard,

>Ich probier's mal:
>Melange: Kaffe mit viel Milch und aufgeschäumter Milchhaube.

>...


>Mokka: schwarzer Kaffee ohne weitere Zutat, auch Schwarzer genannt.

Und der "kleine Kurze"? Ist das ein Espresso?

Manfred Russ

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Am Thu, 23 Jul 1998 17:06:38 GMT schrieb Reinhard Gonaus:

> >Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
> >österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?
> >Die Babel-faql gibt dazu nix her.
> >

> Ok. Ich fang mal an mit dem, was mir so einfällt. Das meiste hat mit
> Essen und Trinken zu tun.
>

> Paradeiser = Tomate
> Ribisel = Johannisbeere

Ribisl ? [schwarze? rote? beides?]

> Palatschinken = Pfannkuchen?

AFAIR süße Pfannkuchen (mit irgendeiner Schokosauce, ger.
Haselnüssen, Schlagsahne (-obers), noch was?)

> Surbraten = in gewürzter Salzlake gepökeltes Fleisch zum Braten
> selchen = räuchern
> Marille = Aprikose
> Erdäpfel = Kartoffel

nicht auch in Norddeutschland?

> Fisolen = grüne Bohnen
> Agrasel = Stachelbeere
> G'spritzter = Mit Soda- oder Mineralwasser versetzter Wein
> Rindsbraten, Schweinsbraten statt Rinder- oder Schweinebraten
> Knödel = Klöße

auch in Süddeutschland

> Schlapfen = Pantoffel
> Heuriger = temporärer Gastbetrieb eines Weinhauers
>

> Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter

> Kieberer = uniformierter Polizist oder Gendarm
> Die letzten beiden sind schon sehr umgangssprachlich.

Oberskren?
tafelspitz?

Trafik?

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 08:06:28 +0200, "Dr. Jochen Temper"
<tem...@mira.mcs.de> wrote:

>> Agrasel = Stachelbeere
>> G'spritzter = Mit Soda- oder Mineralwasser versetzter Wein
>> Rindsbraten, Schweinsbraten statt Rinder- oder Schweinebraten
>> Knödel = Klöße

>> Schlapfen = Pantoffel
>> Heuriger = temporärer Gastbetrieb eines Weinhauers
>

>Weinhauer? Fleischhauer ist ja noch logisch (der haut das Fleisch in
>brauchbare Stücke), aber sooo harte und große Trauben hat's auch in
>Österreich nicht.

Ist offensichtlich auch ein Austriazismus. Weinbauer heißen bei uns
Hauer. Weinhauer ist schon ein Kompromiss, damit auch die
"Zuag'roasten" verstehen, was gemeint ist. Vielleicht, weil im
Weingarten früher viel mit der Haue gearbeitet wurde?

>Melanzane = Aubergine

Ja. Ist aber eigentlich bloß der italienische Name der Frucht. Bei uns
kommt halt manches aus dem Italienischen, was in Deutschland aus dem
Französischen kommt.

>Karfiol = Blumenkohl
>Vogerlsalat = Rapunzel, Ackersalat
>Weichseln = Kirschen

Nein. Weichseln sind Sauerkirschen oder Schattmorellen.

>Wein = auch Trauben
>Powidl = Pflaumenmus (?)

Ist eine dick eingekochte, fast schwarze Zwetschkenmarmelade. Beliebt
als Fülle für Powidltascherl und Germknödel.
Bringt mich auf ein neues Wort:
Germ = Hefe

Reinhard

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 07:15:26 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>
>Und bekommt man dann auch das Bestellte? Vor einigen Jahren war ich
>mit meiner in Wien geborenen und aufgewachsenen Freundin in einem
>Kaffeehaus. Sie bestellte eine Melange. Angeblich war das dem Kellner
>unbekannt und es dauerte eine gewisse Zeit, bis sich meine Freundin
>von dem Schock erholt hatte.
>

Ja, sowas kann vorkommen. Erstens gibt es für die "Kaffee-Nomenklatur"
keine allgemein verbindlichen Regeln, zweitens ist das
Bedienungspersonal heutzutage öfters ausländischer Herkunft und mit
heimischen Kaffeebenamsungen vielleicht nicht immer so vertraut, und
drittens gehört eine gewisse Ruppigkeit, manchmal sogar
Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.

Reinhard


Martin Gerdes

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
pa...@netway.at (Wolfgang Palka) schrieb:

>vom Fleisch fallen = abmagern

das zählt nicht, da auch südteutonisch.

Ich kenne dafür "Zwetschken" mit "k" und "die" Joghurt.

Der "Schlagobers" auf dem Zwetschkenkuchen ist m.W. auch spezifisch
österreichisch.

Thomas Heuving

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Wolfgang Schwanke <wo...@berlin.snafu.de> wrote:
>>G'spritzter = Mit Soda- oder Mineralwasser versetzter Wein

> Hier: Alsterwasser, Potsdamer

Ist das nicht mit Zitronen- bzw. Orangenlimonade versetztes Bier?
G'spritzter = Weinschorle

--
Thomas Heuving Tel. : 49-30-39077500
info-soft GmbH priv.: 49-30-4025477

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 09:11:18 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>
>>Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter
>

>Sicher eine der groessten Wortschoepfungen. ;-) Vergleichbar nur mit
>dem in Frankfurt ueblichen "Trottwa" fuer Trottoir = Buergersteig.
>

Ja. Als es in Wien noch private Bestattungsunternehmungen gab, war
auch eine mit französischem Namen darunter. Societe des pompes
funebres oder so ähnlich (Für Rechtschreibung und Setzung der Akzente
möge wer anderer sorgen. Ich kann eigentlich nicht Französisch.) Heißt
soviel wie Gesellschaft für feierliche Begräbnisse.


>
>Ich bin zwar kein Landsleut, aber ein geniessender Bewunderer der
>oesterreichischen Sprache. Insbesondere ihrer Wiener Auspraegung.
>

Schön. Karl Kraus sagte mal, was die Österreicher von den Deutschen am
meisten unterscheide, sei die gemeinsame Sprache.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 09:11:18 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>>...
>>Mokka: schwarzer Kaffee ohne weitere Zutat, auch Schwarzer genannt.
>
>Und der "kleine Kurze"? Ist das ein Espresso?
>

Kenn ich nicht.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On 24 Jul 1998 09:25:47 GMT, wo...@berlin.snafu.de (Wolfgang Schwanke)
wrote:

>>Paradeiser = Tomate
>
>Sagt ihr eigentlich "Geldau-Paradeiser" fuer die Maschinen bei der Bank?
>
Häh? Das versteh ich nicht.

Reinhard


Chris

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 11:10:19 GMT, er...@aon.at (Reinhard Gonaus) wrote:

>On Fri, 24 Jul 1998 07:15:26 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:
>
...

>Ja, sowas kann vorkommen. Erstens gibt es für die "Kaffee-Nomenklatur"
>keine allgemein verbindlichen Regeln, zweitens ist das

Sicher? So wie ich das kenne, gibts da irgendwo ein Gesetz dazu...

>Bedienungspersonal heutzutage öfters ausländischer Herkunft und mit
>heimischen Kaffeebenamsungen vielleicht nicht immer so vertraut, und
>drittens gehört eine gewisse Ruppigkeit, manchmal sogar
>Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
>österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.

Leider manchmal auch Rassismus. Ich habe einmal Fürchterliches erlebt,
als ein deutscher Freund von mir im Café Museum einen Radler bestellt
hat. Dabei ist das, afaik, nichmal spezifisch "Deutsch", oder?

Chris
***************************************
Für die yahoo-Adresse Entschuldigung, es
ist eine Antispam- und Anti-Kollegentratsch-
Maßnahme. (und besser als .nospam.)

Wer mich anmailt, bekommt natürlich sofort
ein Reply von meiner "echten" Adresse!
*******************************************

Chris

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Thu, 23 Jul 1998 16:14:55 GMT, er...@aon.at (Reinhard Gonaus) wrote:

>On 22 Jul 1998 22:29:48 GMT, Ralf....@t-online.de (Ralf Heinrich
>Arning) wrote:
>
>>>
>>> Das ist schwer zu sagen. Das Kännchen Kaffee ist in Österreich zwar=
>>
>>> bekannt, gilt aber als ausgesprochen "piefkinesisch" und wird als
>>> Synonym für ungenießbar und der Bezeichnung Kaffee nicht würdig
>>> betrachtet, besonders, wenn der Kaffee auf dem a betont wird.
>>
>>Wenn man das e noch kürzt (Kaffe), wirkt es sicher richtig ekelhaft.
>>Es ist in Österreich sicher bekannt, daß bei einer Betonung auf der
>>zweiten
>>Silbe auf piefkinesisch das "Café" gemeint ist.
>>
>Natürlich. Und das schreiben wir auch so. Normalerweise aber sagen wir
>"Kaffeehaus".
>

Also ich sag Café. Ich finde Kaffeehaus viel zu lange.

...


>In guten Kaffeehäusern wird Kaffee welcher Art immer stets mit einem
>Glas Wasser serviert. Ob man ihn süßen soll oder nicht, darüber gehen
>die Meinungen auseinander. Ich halte es so: Kaffee sei hell und süß
>wie die Liebe oder schwarz und bitter wie das Leben. :-)

...afaik ist auch das Tablett vorgeschrieben (meistens Metall). Und
eine Tageszeitung muß vorhanden sein.
Ich glaube sogar, das ist ganz offiziell, wenn man sich "Wiener
Kaffeehaus" nennen will.

Christian Rudischer

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Martin Gerdes wrote:
>
> Der "Schlagobers" auf dem Zwetschkenkuchen ist m.W. auch spezifisch
> österreichisch.

Wenn Du die Bezeichnung "Schagobers" meinst, hast Du recht. Die
bezeichnete Handlung hingegen (Zwetschkenkuchen mit Schlagobers zu
servieren) sicherlich nicht, und ich würde einen solcherart
verunstalteten Kuchen sofort zurückschicken (ist mir gottseidank noch
nicht untergekommen).

ChR
--
DI Christian RUDISCHER
Christian-Doppler-Laboratorium fuer kontinuierliche Erstarrungsvorgaenge
(CD-Laboratory for continuous solidification processes)
Wiedner Hauptstr. 7/322, A-1040 Wien, AUSTRIA.
Tel:(43 1) 58801-4514 - Fax:(43 1) 5878904
email:Rudi...@tuwien.ac.at - SMS: 436763...@max.mail.at

Christian Rudischer

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Manfred Russ wrote:
>
> > Ribisel = Johannisbeere
>
> Ribisl ? [schwarze? rote? beides?]
Ribiseln sind rot.

>
> > Palatschinken = Pfannkuchen?
>
> AFAIR süße Pfannkuchen (mit irgendeiner Schokosauce, ger.
> Haselnüssen, Schlagsahne (-obers), noch was?)
>
Meistens mit süßer Fülle (Marmelade/Schokosauße/Topfen[War das Wort
eigentlich schon in der Liste?]/geriebenen Nüssen/Eis/Obst/Likör/...),
aber manchmal auch pikant (mit Würstel/Käse/Spargel/...
In Wien gibt es etliche Lokale, die auf ihrer mehrseiteigen Speiskarte
ausschließlich Palatschinken mit allen möglichen und unmöglichen
Füllungen anbieten.

Torsten Roensch

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Reinhard Gonaus schrieb:

Geld-Au-Tomaten!

:-)

Torsten

Thomas Heuving

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Christian Rudischer <Christian...@tuwien.ac.at> wrote:
> Meistens mit süßer Fülle ...

Ist die Bezeichnung Fülle statt Füllung spezifisch österreichisch?

> In Wien gibt es etliche Lokale, die auf ihrer mehrseiteigen Speiskarte

Die gleiche Frage habe ich für Speiskarte <=> Speisekarte
(oder war das nur ein schlichter Verschreiber?).


Tschüß

Tassilo Halbritter

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
In article <MPG.1021e3fe5...@news.easynews.net>, Manfred Russ

<URL:mailto:ru...@online.de> wrote:
> Am Thu, 23 Jul 1998 17:06:38 GMT schrieb Reinhard Gonaus:
>
> Ribisl ? [schwarze? rote? beides?]
>
Beide - rote oder schwarze Ribisel!


> > Palatschinken = Pfannkuchen?
>
> AFAIR süße Pfannkuchen (mit irgendeiner Schokosauce, ger.
> Haselnüssen, Schlagsahne (-obers), noch was?)
>

Klassisch ist mit roter Ribisel- oder Marillenmarmelade und sonst nix.
Alles andere ist mehr französisch von crepes beeinflußt ...

>
> Oberskren?
=Sahnemeerettich

> Tafelspitz?
=totgekochtes Rindfleisch, die Suppe davon schmeckt köstlich. Ansonsten
müssen zum Tafelspitz eine Menge (nicht Unmenge!) würziger Soßen und
Beilagen gereicht werden, damit es nach was schmeckt.
>
> Trafik?
Tabak-und Zeitschriftenladen
>

--
_____ _ _
|__ __|| | | | Tassilo Halbritter http://members.aon.at/artos
| | | |_| | Vienna/AUSTRIA mailto:tassilo.halbritter_at_aon.at
| | | _ | Antispam: Replace _at_ in my address with @
|_|a |_| |_|a Even a blind pig stumbles across an Acorn now and then

Tassilo Halbritter

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
In article <6p9jur$p44$1...@unlisys.unlisys.net>, Wolfgang Schwanke
<URL:mailto:wo...@berlin.snafu.de> wrote:

> er...@aon.at (Reinhard Gonaus) writes:
>
>
> Sagt ihr eigentlich "Geldau-Paradeiser" fuer die Maschinen bei der Bank?
Nein, völlig falsch! Die Dinger heißen bei uns "Bankomat".

Oliver Gassner

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
"Dr. Jochen Temper" <tem...@mira.mcs.de> wrote/schrieb:

>
>
>Oliver Gassner schrieb:


>
>> >Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
>> >österreichischer Begriffe (Austriaka?) wie Paradeiser & Co.?
>>

>> Das duerfte es von DUDEN zu kauufen geben. Zumindest gibt es einen "Wie
>> sagt man in der Schweiz?"
>>
>> Das gibt es sicher auch fuer Austria.
>
>frei nach Manfred Krug: Du gönnst uns ja sonst nichts...
>Dafür solltest Du Dein "schwäbisches Diktionärle" und den "Polyglott
>Sprachführer Schwäbisch" verbrennen. Solche Bücher sind sonst geworfene
>Perlen ;-))

Wie soll ich denn dann meine Schueler verstehen? Ich als Badeneder hab
da so meine Problääme.

Das beste sind die Ortsnamen.

Glabbich (Kleinglattbach oder Großglattbach (50 km Distanz;
Wortbedeutung je nach Ort des Sprechers)

Saxäne (Groß- oder Kleinsachsenheim, wo die Grenze verlaeuft weiss ich
nicht, fuer mich siehrt es wie ein Ort aus.)

Und so.

Witzig: Wir haben hier ein "Aurich". ;)

OG
--
Literatur am Draht:
http://www.carpe.com/lit/

Das aktuelle ligatur e.V.-Literatur-Info:
http://www.carpe.com/lit/lili.htm


Manfred Russ

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Am Fri, 24 Jul 1998 09:11:18 GMT schrieb Klaus Medeke:

> Karfiol = Blumenkohl
> Puffbohne = Saubohne
> Powidl = Zwetschgenmus, und dazu
> Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus

Was ist da anders im Unterschied zu Germknödel?


Manfred

Gerald Fix

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On 21 Jul 1998 02:07:40 GMT, Ralf....@t-online.de (Ralf
Heinrich Arning) wrote:

>andere Beispiele?

Goethe sprach afaik vom "Hölderlein".

SCNR, G.

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Reinhard,

>Ja, sowas kann vorkommen. Erstens gibt es für die "Kaffee-Nomenklatur"
>keine allgemein verbindlichen Regeln, zweitens ist das

>Bedienungspersonal heutzutage öfters ausländischer Herkunft und mit
>heimischen Kaffeebenamsungen vielleicht nicht immer so vertraut, und
>drittens gehört eine gewisse Ruppigkeit, manchmal sogar
>Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
>österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.

Ich vermute den dritten Punkt. Zwar hatte mich meine Freundin
diesbezueglich schon vorgewarnt, da ihr Vater und Bruder selbst
Kaffeehauskellner sind bzw. waren, aber das hat selbst ihr die Sprache
verschlagen. Ich fand das eher belustigend.

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Reinhard,

>Ja. Als es in Wien noch private Bestattungsunternehmungen gab, war
>auch eine mit französischem Namen darunter. Societe des pompes
>funebres oder so ähnlich (Für Rechtschreibung und Setzung der Akzente
>möge wer anderer sorgen. Ich kann eigentlich nicht Französisch.) Heißt
>soviel wie Gesellschaft für feierliche Begräbnisse.

Auch wenn es hier off topic ist: Ich empfehle dringend jedem
Wienreisenden den Besuch des dortigen Bestattungsmuseums. Erstens ist
der Museumsfuehrer von unglaublicher Sachkunde beseelt und zweitens
ist es eine aeusserst angenehme Erfahrung, wie locker dort mit dem
Thema umgegangen wird.

>Karl Kraus sagte mal, was die Österreicher von den Deutschen am
>meisten unterscheide, sei die gemeinsame Sprache.

Vive la difference. ;-)

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Manfred,

>> Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus
>
>Was ist da anders im Unterschied zu Germknödel?

Keine Ahnung. Entweder sind die Tascherln nicht aus Hefe oder in der
Form unterschiedlich. Sind denn Germknoedel ueberhaupt gefuellt?

Otto Stolz

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Manfred Russ:

>Wie wär's überhaupt mal mit einer Zusammenstellung spezifisch
> österreichischer Begriffe (Austriaka?)

Reinhard Gonaus :


> Ok. Ich fang mal an mit dem, was mir so einfällt. Das meiste hat mit
> Essen und Trinken zu tun.

Topfen = Quark


Gruß,
Otto Stolz

Otto Stolz

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Reinhard Gonaus schrieb:

> Ich halte es so: Kaffee sei hell und süß
> wie die Liebe oder schwarz und bitter wie das Leben. :-)

Der wahre Genießer trinkt seinen Kaffee so:
Schwarz wie die Nacht, wie die Liebe so heiß --
und süß wie die Sünde, von der niemand was weiß.

Gruß,
Otto Stolz

Tassilo Halbritter

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
In article <MPG.10228cd93...@news.easynews.net>, Manfred Russ

<URL:mailto:ru...@online.de> wrote:
> Am Fri, 24 Jul 1998 09:11:18 GMT schrieb Klaus Medeke:
>
> > Karfiol = Blumenkohl
> > Puffbohne = Saubohne
> > Powidl = Zwetschgenmus, und dazu
> > Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus
>
> Was ist da anders im Unterschied zu Germknödel?

Der das mit den Knödeln erklärt hat, war sichtlich kein Koch. Die mit
Powidl (einer Art Wagenschmiere auf Basis Pflaumenmus, es gibt dafür
auch einen nördlichen Ausdruck, der mir im Moment entfallen ist... ah
jetzt fällts mir ein: Latwerge) gefüllten Tascherln sind Teigtäschchen,
ähnlich wie Maultaschen. Werden in Salzwasser gekocht und mit Butter
und Brösel ungenießbar gemacht ....

Manfred Russ

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Am Fri, 24 Jul 1998 15:29:04 GMT schrieb Klaus Medeke:

> >> Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus
> >
> >Was ist da anders im Unterschied zu Germknödel?
>

> Keine Ahnung. Entweder sind die Tascherln nicht aus Hefe oder in der
> Form unterschiedlich. Sind denn Germknoedel ueberhaupt gefuellt?

Meine schon... :-)

Und dann noch eine Schmiere aus Mohn und heißer Butter obendrauf.
Lecker.


manfred

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Wolfgang,

>Bestattungsmuseum! Ich war noch nie richtig in Oesterreich, aber
>offenbar muss an dem Klischee des "morbiden" Wien doch was dran sein?

Als "morbid" moechte ich das nicht bezeichnen. Es scheint dort ein
deutlich unverkrampfteres Verhaeltnis zum Tod zu herrschen als
anderswo. In den Medien wird das gerne und haeufig als Klischee
dargestellt. Richtig ist sicher, dass zumindest in Wien der Tod eine
besondere Rolle spielt. An "Allerheiligen" auf dem Zentralfriedhof ist
ein Erlebnis fuer jemand, der das nicht kennt. Mich hat das tief
beeindruckt.

Klaus Medeke

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Hallo Otto,

>Topfen = Quark

Und gibt's nicht auch noch Topfengulatschen?

Unerwaehnt sind bislang auch die verschiedenen Wuerste geblieben, die
einem so herrlich aufs Hemd spritzen. Die Bezeichnungen fallen mir
partout nicht mehr ein. Es wird Zeit, wieder nach Wien zu fahren.

Christina Kunze

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to

Klaus Medeke schrieb in Nachricht <35b949a...@News.CIS.DFN.DE>...

>
>Karfiol = Blumenkohl
>Puffbohne = Saubohne
>Powidl = Zwetschgenmus, und dazu
>Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus
>
>Deka = 10 Gramm
>Stiege = Treppe
>Augenglaeser = Brille
>Busserl = Kuss
>
Zu meiner großen Freude stelle ich fest, daß man österreichisch sogar
versteht - wenn amn gut genug ungarisch kann :-)

Christina


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 12:25:18 GMT, ch...@yahoo.com (Chris) wrote:

>...


>>Ja, sowas kann vorkommen. Erstens gibt es für die "Kaffee-Nomenklatur"
>>keine allgemein verbindlichen Regeln, zweitens ist das
>

>Sicher? So wie ich das kenne, gibts da irgendwo ein Gesetz dazu...
>

Allenfalls den Lebensmittelkodex, ich glaub's aber eher nicht.

>>Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
>>österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.
>

>Leider manchmal auch Rassismus. Ich habe einmal Fürchterliches erlebt,
>als ein deutscher Freund von mir im Café Museum einen Radler bestellt
>hat. Dabei ist das, afaik, nichmal spezifisch "Deutsch", oder?
>

Rassismus? Den gibt's natürlich auch, aber vielleicht nicht
typischerweise im Kaffeehaus. Den Begriff "Radler" kenne ich von
meinen Kindern, aber was das genau ist, hab ich nicht recht
mitgekriegt. Vielleicht bist du einem antipreußischen Ressentiment
begegnet. Das ist aber nicht Rassismus, das ist "morbus Königgrätzus"
oder "1866erose". Das ist allerdings relativ weit verbreitet.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 15:03:08 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>>Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
>>österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.
>

>Ich vermute den dritten Punkt. Zwar hatte mich meine Freundin
>diesbezueglich schon vorgewarnt, da ihr Vater und Bruder selbst
>Kaffeehauskellner sind bzw. waren, aber das hat selbst ihr die Sprache
>verschlagen. Ich fand das eher belustigend.
>

Erzähl mal!

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 15:03:09 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>
>Auch wenn es hier off topic ist: Ich empfehle dringend jedem
>Wienreisenden den Besuch des dortigen Bestattungsmuseums. Erstens ist
>der Museumsfuehrer von unglaublicher Sachkunde beseelt und zweitens
>ist es eine aeusserst angenehme Erfahrung, wie locker dort mit dem
>Thema umgegangen wird.
>

Das täuscht. Die Depression ist eine österreichische
Nationalkrankheit, die Selbstmordrate ist eine der höchsten der Welt,
und locker ist da gar nichts. Allenfalls barock.

Nebenbei: Der Stadt Basel wird nachgesagt, sie sei etwa doppelt so
groß wie der Wiener Zentralfriedhof, aber nur halb so lustig.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On 24 Jul 1998 16:17:30 GMT, wo...@berlin.snafu.de (Wolfgang Schwanke)
wrote:

>


>Bestattungsmuseum! Ich war noch nie richtig in Oesterreich, aber
>offenbar muss an dem Klischee des "morbiden" Wien doch was dran sein?
>

Oh ja! Es gibt auch ein gerichtsmedizinisches Museum. Hübsch makaber.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 15:23:33 +0200, ru...@online.de (Manfred Russ)
wrote:

>> Powidltascherln = eine Art Kloesse, gefuellt mit Zwetschgenmus
>

>Was ist da anders im Unterschied zu Germknödel?
>

Powidltascherl (auch -tatschkerl) sind aus einer Art Nudelteig und
eher klein. Passen drei bis fünf auf einen Dessertteller. Sie sind in
gerösteten Bröseln gewälzt und bezuckert.

Germknödel sind aus Germteig, riesengroß, einen kannst du kaum
bewältigen. Sie werden mit geriebenem Mohn und Zucker bestreut und mit
geschmolzener Butter übergossen.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 18:54:33 +0200, Otto Stolz
<Otto....@uni-konstanz.de> wrote:

>Reinhard Gonaus schrieb:
>> Ich halte es so: Kaffee sei hell und s=FC=DF


>> wie die Liebe oder schwarz und bitter wie das Leben. :-)
>

>Der wahre Genie=DFer trinkt seinen Kaffee so:
> Schwarz wie die Nacht, wie die Liebe so hei=DF --
> und s=FC=DF wie die S=FCnde, von der niemand was wei=DF.
>
Halbwegs stark sollt' er schon auch sein!

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On 24 Jul 1998 12:17:23 GMT, wo...@berlin.snafu.de (Wolfgang Schwanke)
wrote:

>>>Sagt ihr eigentlich "Geldau-Paradeiser" fuer die Maschinen bei der Bank?
>>>


>>Häh? Das versteh ich nicht.
>

>Geldau-Tomaten?
>
Aber geh, das sind doch Fußabstreifer für Finanzfahrzeuge mit einem
Rechtschreibfehler! Geld-auto-mat(t)en.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 12:40:05 +0200, ru...@online.de (Manfred Russ)
wrote:

>


>Ribisl ? [schwarze? rote? beides?]
>

Ribisel. Schwarze, rote, weiße.

>> Palatschinken = Pfannkuchen?
>
>AFAIR süße Pfannkuchen (mit irgendeiner Schokosauce, ger.
>Haselnüssen, Schlagsahne (-obers), noch was?)
>

Nein. Es gibt auch Fleischpalatschinken.

>> Surbraten = in gewürzter Salzlake gepökeltes Fleisch zum Braten
>> selchen = räuchern
>> Marille = Aprikose
>> Erdäpfel = Kartoffel
>
>nicht auch in Norddeutschland?
>
Kann schon sein. Es gibt da einen gefühlsmäßigen Unterschied.
Kartoffel sind eine Hauptspeise, Erdöpfel eine Beilage.

>>
>> Pompfüneberer = bei Begräbnissen assistierender Friedhofsbediensteter
>> Kieberer = uniformierter Polizist oder Gendarm
>> Die letzten beiden sind schon sehr umgangssprachlich.
>
>Oberskren?

Mit Schlagobers vermengter Kren (Meerrettich). Beilage z. B. zu
Räucherforellen.

>tafelspitz?

Gekochtes Rindfleisch aus der gleichnamigen Fleischsorte. Heißt in
Deutschland angeblich Namlos (Schauder!). Beliebte Zutat: Semmelkren.
Gilt vielen als Inbegriff feiner österreichischer Küche. Ich mag's
nicht. Gekochtes Rindsfleisch ist für mich Hundefutter. Na ja.
Gusto und Watschen sind verschieden.
>
>Trafik?

Verkaufsstelle für Tabakwaren, Zeitungen, Brief- und Stempelmarken u.
dgl. Manchmal auch Tabakverschleißstelle genannt. War ursprünglich
eine Sozialeinrichtung der Tabakregie. Trafiken wurden an Mitarbeiter
der Tabakregie vergeben, die durch irgendwelche Umstände (Krieg,
Unfall, ...) ihrer bisherigen Arbeit nicht mehr nachgehen konnten,
aber noch keinen oder nur einen unzureichenden Pensionsanspruch
erworben hatten.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 15:29:04 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>. Sind denn Germknoedel ueberhaupt gefuellt?

Ja. Mit Powidl.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 19:06:14 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:


>
>Und gibt's nicht auch noch Topfengulatschen?
>

Die heißen Kolatschen oder Golatschen.

>Unerwaehnt sind bislang auch die verschiedenen Wuerste geblieben, die
>einem so herrlich aufs Hemd spritzen. Die Bezeichnungen fallen mir
>partout nicht mehr ein. Es wird Zeit, wieder nach Wien zu fahren.
>

Burenwurst? Käsekrainer? Debreziner?
Wirklich gut nur im Winter am Würstelstand "mit an schoarfen oder an
siaßen". (Senf)

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 12:27:55 GMT, ch...@yahoo.com (Chris) wrote:

>>Natürlich. Und das schreiben wir auch so. Normalerweise aber sagen wir
>>"Kaffeehaus".
>>
>
>Also ich sag Café. Ich finde Kaffeehaus viel zu lange.
>
Ja. Viele Kaffeehäuser heißen auch ganz offiziell Café. Im Vergleich
zu der Zeit, die man üblicherweise dort verbringt, ist aber Kaffeehaus
keineswgs zu lang. :-)
>...
>>In guten Kaffeehäusern wird Kaffee welcher Art immer stets mit einem
>>Glas Wasser serviert. Ob man ihn süßen soll oder nicht, darüber gehen
>>die Meinungen auseinander. Ich halte es so: Kaffee sei hell und süß


>>wie die Liebe oder schwarz und bitter wie das Leben. :-)
>

>...afaik ist auch das Tablett vorgeschrieben (meistens Metall). Und
>eine Tageszeitung muß vorhanden sein.
>Ich glaube sogar, das ist ganz offiziell, wenn man sich "Wiener
>Kaffeehaus" nennen will.
>
In einem ordentlichen Kaffeehaus sollte es sämtliche inländischen
Tageszeitungen geben, eigentlich auch die wichtigsten europäischen.
Kann schon sein, dass es eine diesbezügliche Vorschrift gibt, aber
darüber weiß ich nichts.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 22:54:35 +0200, "Christina Kunze"
<christi...@student.hu-berlin.de> wrote:

>>
>Zu meiner großen Freude stelle ich fest, daß man österreichisch sogar
>versteht - wenn amn gut genug ungarisch kann :-)
>

Ja. Tschechisch, Slowakisch, Kroatisch und Slowenisch sind auch
hilfreich. Bissel Italienisch kann nicht schaden.
(Womit ich nicht behaupten will, ich könnte das alles!)

Reinhard


Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Klaus Medeke <kme...@gmx.de> wrote:

> Vor einigen Jahren war ich
> mit meiner in Wien geborenen und aufgewachsenen Freundin in einem
> Kaffeehaus. Sie bestellte eine Melange. Angeblich war das dem Kellner
> unbekannt und es dauerte eine gewisse Zeit, bis sich meine Freundin
> von dem Schock erholt hatte.


Kann ich mir vorstellen. Großer Gott!
Aber im Grunde kann das ein Kaffeehaus nicht gewesen sein. :-))

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Reinhard Gonaus <er...@aon.at> wrote:

> drittens gehört eine gewisse Ruppigkeit, manchmal sogar

> Unverschämtheit dem Kunden gegenüber in gewissem Ausmaß zur
> österreichischen, speziell Wiener Kaffeehauskultur.

Ein "wahrer" Ober (=Kellner) schwankt zwischen Hybris und
Unterwürfigkeit (wobei die Unterwürfigkeit ein Geschenk ist, das der
Hybris entspringt); das mag mancher als unverschämt empfinden. (Nicht
der Kunde, der Ober ist König; und Trinkgeld nicht Belohnung, sondern
Tribut.)


--
"Der Körper scherzt nicht, wenn er warnend mahnt."
(Franz Grillparzer)

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Klaus Medeke <kme...@gmx.de> wrote:

> Und der "kleine Kurze"? Ist das ein Espresso?

Ein kleiner Schwarzer mit halb soviel Wasser gemacht; kann auch ein
Espresso sein ("ein Espresso kurz"); im Gegensatz zum Verlängerten, der
ein kleiner Brauner mit doppelt soviel Wasser ist (Verlängerter könnte
auch schwarz getrunken werden, ist aber unüblich). (Melange übrigens
versteh ich als einen kleinen Kaffee, der mit Milch auf einen großen
verlängert wird; das Aufschäumen der Milch halte ich für eine spätere
Entwicklung; kann mich aber irren. Auch kriegt man, wenn man eine
Melange bestellt, oft einen Verlängerten mit aufgeschäumter Milch.)
Denkbar ist auch ein großer Kurzer; wird man auch kriegen. Unüblich;
eher trinkt man 2 kleine Kurze.

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Martin Gerdes <m...@prothetik.zmk.mh-hannover.de> wrote:

> "die" Joghurt

Nein, "das" Joghurt.

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Chris <ch...@yahoo.com> wrote:

> Leider manchmal auch Rassismus. Ich habe einmal Fürchterliches erlebt,
> als ein deutscher Freund von mir im Café Museum einen Radler bestellt
> hat. Dabei ist das, afaik, nichmal spezifisch "Deutsch", oder?

Der Rassismus gegenüber Deutschen wird hier als anti-kolonialistische
Attitüde verstanden :-))
"Radler" hab ich in Bayern gelernt; ist nicht wienerisch.

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Tassilo Halbritter <lo...@bottom.of.my.sig> wrote:

> > Tafelspitz?
> =totgekochtes Rindfleisch, die Suppe davon schmeckt köstlich. Ansonsten
> müssen zum Tafelspitz eine Menge (nicht Unmenge!) würziger Soßen und
> Beilagen gereicht werden, damit es nach was schmeckt.

Verächter, Du :-)
Mein Lieblingsgericht (gefolgt von Erdäpfelgulasch).

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Christian Rudischer <Christian...@tuwien.ac.at> wrote:

> aber manchmal auch pikant (mit Würstel/Käse/Spargel/...

Spinat-Palatschinken; empfinde ich als "klassisch".

--
"Die edelste Nation von allen Nationen ist die Resignation."
(Johann Nestroy)

Wolfgang Palka

unread,
Jul 24, 1998, 3:00:00 AM7/24/98
to
Chris <ch...@yahoo.com> wrote:

> Und
> eine Tageszeitung muß vorhanden sein.
> Ich glaube sogar, das ist ganz offiziell, wenn man sich "Wiener
> Kaffeehaus" nennen will.

"Eine" Tageszeitung? "Alle" österreichischen und die NZZ sowie
_zumindest_ FAZ, Frankfurter Rundschau, SZ

Ralf Heinrich Arning

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to

Martin Gerdes wrote:

> pa...@netway.at (Wolfgang Palka) schrieb:
>
> >vom Fleisch fallen = abmagern
>
> das zählt nicht, da auch südteutonisch.

Es ist wohl allgemein gebräuchlich.

Ralf

--
Er schlug mit einer Klappe zwischen zwei Fliegen.


Gerald Fix

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 09:11:18 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke)
wrote:

>Karfiol = Blumenkohl

War Karfiol mal ein allgemeiner deutscher Ausdruck? Brecht
verwendet afair im Arturo Ui einen Karfiol-Trust.

G.

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
On Fri, 24 Jul 1998 17:05:09 +0200, pa...@netway.at (Wolfgang Palka)
wrote:

>
>Spinat-Palatschinken; empfinde ich als "klassisch".
>

Da fallen mir jetzt noch die Fritatten ein. In feine Streifen
geschnittene Palatschinken als Einlage in einer klaren Suppe.

Reinhard


Klaus Medeke

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
Hallo Reinhard,

>Oh ja! Es gibt auch ein gerichtsmedizinisches Museum. Hübsch makaber.

Ist das der "Narrenturm" oder was, das ich noch nicht kenne? Oder das
"Institut fuer Geschichte der Medizin"?

Klaus Medeke

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
Hallo Reinhard,

>Das täuscht. Die Depression ist eine österreichische
>Nationalkrankheit, die Selbstmordrate ist eine der höchsten der Welt,

Hoeher als in Skandinavien mit den langen Winternaechten?

>und locker ist da gar nichts.

Vielleicht laesst sich der Fremde durch Begriffe wie "Schlagerl" fuer
einen Schlaganfall taeuschen. Mit "locker" meinte ich zum Beispiel,
dass es mir noch auf keinem Friedhof so gegangen ist, wie in Wien,
dass einheimische Besucher den fotografierenden Gast mit einem
gewissen Stolz zu besonders interessanten Graebern fuehren. Anderswo
bin ich deswegen schon weggejagt worden.

Und ist nicht die Gaststaette unweit des "Friedhofs der Namenlosen"
sogar nach diesem benannt? Wo gibt es sowas sonst?

Klaus Medeke

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
Hallo Reinhard,

>Burenwurst? Käsekrainer? Debreziner?

Jaaaaa! Und mit welcher Kaltbluetigkeit selbst Opernbesucher sich den
Attacken der herausspritzenden Fluessigkeit (Wasser?) aussetzen, hat
mir die groesste Bewunderung abgerungen. ;-)

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
On Sat, 25 Jul 1998 12:31:39 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>Hallo Reinhard,
>
>>Das täuscht. Die Depression ist eine österreichische
>>Nationalkrankheit, die Selbstmordrate ist eine der höchsten der Welt,
>
>Hoeher als in Skandinavien mit den langen Winternaechten?
>

Fragen hast du!
Meines -ungefähren- Wissens die dritt- oder vierthöchste in Europa.

>>und locker ist da gar nichts.
>
>Vielleicht laesst sich der Fremde durch Begriffe wie "Schlagerl" fuer
>einen Schlaganfall taeuschen.

Oh ja. Mit Ausdrücken für sterben oder verstorben sein ließe sich ein
eigener thread füllen:
Er hat den Löffel abgegeben
Er hat a Bankl g'rissen
Er hat die Patschen ausg'streckt
Er hat si hamdraht (er hat sich umgebracht)
Er is umig'standen
Er hat ins Gras bissen
...

> Mit "locker" meinte ich zum Beispiel,
>dass es mir noch auf keinem Friedhof so gegangen ist, wie in Wien,
>dass einheimische Besucher den fotografierenden Gast mit einem
>gewissen Stolz zu besonders interessanten Graebern fuehren. Anderswo
>bin ich deswegen schon weggejagt worden.
>

Ja. Es gibt einen gewissen familiären Umgang mit dem Tod. Er kommt
auch in vielen Heurigenliedern vor. Das Phänomen ist wohl ein
geeignetes Forschungsthema für Tiefenpsychologen und hat etwas mit der
Affinität besonders der Wiener zum Barock zu tun. Ich verstehe, was du
mit locker meinst. Aber ich empfinde es als sehr ambivalent. Mir kommt
es wie eine sehr spezifische Art des Verdängens vor.

Reinhard

Reinhard Gonaus

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
On Sat, 25 Jul 1998 12:31:39 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:


>
>>Oh ja! Es gibt auch ein gerichtsmedizinisches Museum. Hübsch makaber.
>
>Ist das der "Narrenturm" oder was, das ich noch nicht kenne? Oder das
>"Institut fuer Geschichte der Medizin"?
>

Das weiß ich auch nicht. Ich war selber noch nie dort, habe nur
Berichte gelesen und Reportagen im Fernsehen gesehen.
Tut mir leid.

Reinhard


Reinhard Gonaus

unread,
Jul 25, 1998, 3:00:00 AM7/25/98
to
On Sat, 25 Jul 1998 12:31:40 GMT, kme...@gmx.de (Klaus Medeke) wrote:

>
>>Burenwurst? Käsekrainer? Debreziner?
>
>Jaaaaa! Und mit welcher Kaltbluetigkeit selbst Opernbesucher sich den
>Attacken der herausspritzenden Fluessigkeit (Wasser?) aussetzen, hat
>mir die groesste Bewunderung abgerungen. ;-)
>

Was da herausspritzt, ist Fett. (Rülps!)
Ich hab mir das immer aufschneiden lassen und die Stücke dann mit
Hilfe von Zahnstochern gegessen. Ist fast eine Variante des Essens mit
Stäbchen!

Aber langsam gehört das wohl nach de.rec.mampf oder so.

Reinhard


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