welche Schreibweise ist Euch f�r heute f�r das unges�uerte Brot vertraut?
Der Duden (24) hat Matze, Mazze, Matzen, Mazzen, ich erinnere mich daran,
dass manche Mazza sagen.
Was kann man heute unauff�llig verwenden?
chr
In Supermärkten habe ich bisher, glaube ich, nur "Matzen" gelesen.
Grüße,
Ekkehard
Mir ist Mazze am geläufigsten. Auch Mazza glaube ich schon gehört zu
haben - vielleicht im syrischen Restaurant. Scheint etwas trockene
Pessachspeise zu sein.
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://grenzgaenge.files.wordpress.com/2009/04/mazze.jpg&imgrefurl=http://grenzgaenge.wordpress.com/2009/04/02/da-faellt-mir-ein/&usg=__rd2soEwjiTRgJiSNOeZrOc9OoKo=&h=300&w=440&sz=26&hl=de&start=1&sig2=tNfRQrIRJAtntYcluFLiug&um=1&itbs=1&tbnid=UpESKhiWxG2dQM:&tbnh=87&tbnw=127&prev=/images%3Fq%3Dmazze%26um%3D1%26hl%3Dde%26lr%3D%26sa%3DX%26rlz%3D1G1GGLQ_DEDE280%26tbs%3Disch:1&ei=1ru4S7qEGsHIsAaitKmnDg
Matze ist für mich eine Abkürzung für Matthias.
Wiki nennt für Mazze auch noch etwas ganz anderes, was mir gar nichts
sagt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mazze
Gruß
Gunhild
Die, die ich neulich im Supermarkt gesehen habe, waren
mit "Matzen" beschriftet.
> Wiki nennt für Mazze auch noch etwas ganz anderes, was mir gar nichts
> sagt:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Mazze
Führt aber das ungesäuerte Brot unter Matze mit TZ auf. Ich halte
das für falsch. Im Jiddischen gibt es kein TZ, nur bei den deutschen
Brotbackkonzernen.
MfG,
L.W.
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Gewinnen und verlieren in einer Diskussion können sich
vernünftigerweise nur beziehen auf Gewinn an Erkenntnis und Verlust
von Vorurteilen. Wer meint, es ginge um Gewinnen von Plätzen in der
Hackordnung und Niedermachen eines "Gegners", sollte sich begraben
lassen.
Jiddisch wird doch normalerweise in hebräischen Buchstaben geschrieben. Und
Das Wort "Matze" (auch "Mazze") geschrieben, ist ein deutsches, dem
Jiddischen entlehntes Wort.
Joachim
Na ja.
Das Jiddische wird ja mit hebr�ischen Buchstaben geschrieben.
Da es aber eine Variante des Deutschen ist, darf man den entsprechenden
Laut wohl in deutscher Umschrift auf die im Deutschen �bliche Weise
wiedergeben.
> Frohe Ostern allerseits,
Danke gleichfalls!
> welche Schreibweise ist Euch für heute für das ungesäuerte Brot
> vertraut? Der Duden (24) hat Matze, Mazze, Matzen, Mazzen, ich
> erinnere mich daran, dass manche Mazza sagen.
> Was kann man heute unauffällig verwenden?
Also mir erscheint "Mazzes" wohl am unauffälligsten.
Die aus Israel stammende, in Iwrit und Englisch beschriftete
Packung, die meine bessere Hälfte vor einiger Zeit nach Haus
gebracht hat (schmeckte urfad), trug die Bezeichnung "Matzot"
(wimre).
M.
Wie ich mich von der ersten (und letzten) Kommunion erinnere, schmeckten die
Teile auch ziemlich fad. Es ist auch ziemlich das gleiche.
> trug die Bezeichnung "Matzot"
> (wimre).
Matzot ist plural. Die Schreibweise tz ist auf jeden Fall sehr deutsch. Im
Hebräischem und Jiddisch wird es mit tsade geschrieben, das den gleichen
Laut representiert.
Ich kenne nur Matza(s), Matzas(pl), Matzot(pl).
Waldemar
>> Die aus Israel stammende, in Iwrit und Englisch beschriftete
>> Packung, die meine bessere Hälfte vor einiger Zeit nach Haus
>> gebracht hat (schmeckte urfad),
> Wie ich mich von der ersten (und letzten) Kommunion erinnere,
> schmeckten die Teile auch ziemlich fad. Es ist auch ziemlich das
> gleiche.
Also das, was hier Hostie hieß (eine ganz dünne, milchig-weiße
Scheibe) und das, was man hier als Mazzes zu kaufen bekommt
(Aussehen und Konsistenz wie Knäckebrot) ist mitnichten "ziemlich
das Gleiche".
But YMMV, of course.
M.
Matzes und Hostie basieren auf gleichem Teig. Hostie wird dünn im
Waffeleisen gebacken, Matzes eventuell auch, ist aber etwas dicker, der Teig
hat weniger Wasser. Also ziemlich das Gleiche, auch wenn die Methode etwas
anders ist.
Waldemar
> Herr Willms schrieb:
[Wikipedia ...]
>> Führt aber das ungesäuerte Brot unter Matze mit TZ auf. Ich halte
>> das für falsch. Im Jiddischen gibt es kein TZ, nur bei den deutschen
>> Brotbackkonzernen.
>
> Na ja.
> Das Jiddische wird ja mit hebräischen Buchstaben geschrieben.
> Da es aber eine Variante des Deutschen ist, darf man den entsprechenden
> Laut wohl in deutscher Umschrift auf die im Deutschen übliche Weise
> wiedergeben.
Auch das reicht mir nicht ganz als Erklärung, denn im Englischen ist,
soweit meine Erfahung reicht, "matzo" die üblichste Schreibweise, und
das ist weder im Englischen üblich noch scheint es aus dem Deutschen
übernommen (wegen -o).
--
GOGELICH,gogelig, (...) 'fröhlich, lustig, ausgelassen'
GRIMM, Deutsches Wörterbuch
> > Also mir erscheint "Mazzes" wohl am unauffälligsten.
Mir auch, weil ich es bei Salcia Landmann so zuerst gelesen habe.
> > Die aus Israel stammende, in Iwrit und Englisch beschriftete
> > Packung,
[...]
> > trug die Bezeichnung "Matzot"
> > (wimre).
>
> Matzot ist plural. Die Schreibweise tz ist auf jeden Fall sehr deutsch.
Aber, um auch Olivers Einwand zu entkräften, würde ein Engländer das
Wort "Mazze" nicht falsch aussprechen? Wie in "buzz"? Vielleicht ist
daher das tz notwendig, während es eigenartigerweise im Deutschen
(vielleicht auch wegen Frau Landmann) auch mit zz bekannt ist.
> Im
> Hebräischem und Jiddisch wird es mit tsade geschrieben, das den gleichen
> Laut representiert.
Interessant. Also stimmlos?
> Ich kenne nur Matza(s), Matzas(pl), Matzot(pl).
Ich nur Mazze (f) und Mazzen (pl). Landmann halt.
Viele Grüße
Steffen
Chemisch gesehen schon. Weizenmehl und Wasser und sonst nix.
Daher der fade Geschmack.
> Das Jiddische wird ja mit hebräischen Buchstaben geschrieben.
nicht immer.
> Da es aber eine Variante des Deutschen ist, darf man den entsprechenden
> Laut wohl in deutscher Umschrift auf die im Deutschen übliche Weise
> wiedergeben.
Es aber falsch. Es sind zwei Konsonanten, nicht einer.
Ich find dies "am deutschen Wesen soll die Welt genesen"
schrecklich, die alles eindeutschen will, als ob die anderen Sprachen
nicht existieren würden.
So z.B. die Namen von fremden Ländern zu verfälschen, obwohl da
überhaupt nichts aus nicht-latein-Schriften transskribiert werden muß.
Ein bißchen Respekt sollte man doch vor anderen Menschen haben, und
sie nicht unter die deutsche Knute nehmen wollen.
> > Matzot ist plural. Die Schreibweise tz ist auf jeden Fall sehr deutsch.
>
> Aber, um auch Olivers Einwand zu entkräften, würde ein Engländer das
> Wort "Mazze" nicht falsch aussprechen? Wie in "buzz"? Vielleicht ist
> daher das tz notwendig, während es eigenartigerweise im Deutschen
> (vielleicht auch wegen Frau Landmann) auch mit zz bekannt ist.
überhaupt nicht merkwürdigerweise.
> > Im
> > Hebräischem und Jiddisch wird es mit tsade geschrieben, das den gleichen
> > Laut representiert.
>
> Interessant. Also stimmlos?
Ich müßte man den Radikal wissen, um das mit dem Arabischen
vergleichen zu können. Oder die ursprüngliche Bedeutung des Wortes.
mfG,
L.W.
> > > Im
> > > Hebräischem und Jiddisch wird es mit tsade geschrieben, das den gleichen
> > > Laut representiert.
> >
> > Interessant. Also stimmlos?
Ja, und mindestens heute als Affrikat gesprochen, also als ts.
> Ich müßte man den Radikal wissen, um das mit dem Arabischen
> vergleichen zu können. Oder die ursprüngliche Bedeutung des Wortes.
Es ist ein Zade. Ich kann kein Arabisch, habe aber irgendwo mal eine
Tabelle gesehen, welche arabischen Buchstaben welchen hebräischen
entsprechen. Das ist sehr oft 1:1, aber gerade das Zade hat drei
Gegenstücke im Arabischen: Sad/Zad/Dha (keine Ahnung, welcher
Transliteration der Buchstabennamen ich da aufgesesen bin; vielleicht
krieg ich noch was raus, aber vermutlich gibts jemanden hier, ders gleich
richtig weiß, z.B. Ph.R.).
Strong (19.Jhdt.) führt das Wort auf die Wurzel MCC (Mem-Zade-Zade)
zurück, was von der Wortgestalt her einleuchtend ist, aber vom Sinn weit
hergeholt erscheint: was hat "ungesäuertes Brot" mit "absaugen/drainieren"
zu tun? Das eine Wort ist sehr speziell, das andere sehr selten (nur
einmal in der hebr. Bibel); das macht es schwer, Zusammenhänge zu sichern
oder zu verwerfen. Noch dazu, wenn man, wie ich, kein Fachmann ist.
--
Helmut Richter
Auf Arabisch wird's mit Sad geschrieben (<مصة> /maṣṣa/), wie auch eine der
Wurzeln für "saugen" (davon dann recht weitgefächerte Ableitungen z.b.
<مصاصة> /maṣṣāṣa/ "Vampir" etc.).
Es gibt aber noch eine ganze Reihe ähnlicher Wurzeln mit ähnlichen
Bedeutungen (mwṣ/myṣ, mzz). Ich habe gerade als einziges vergleichendes
Wörterbuch Leslaus "Comparative Dictionary of Ge'ez" zur Hand; das gibt
unter "mṣṣ" einen ganz guten Überblick, wie diese Wurzeln in den
semitischen Sprachen aussehen. Da ist von Akkadisch bis Äthiopisch
eigentlich alles dabei. Dahinter dürfte (wie bei vielen geminierten und
schwachen Wurzeln) irgendwann mal eine zweiradikalige Form gestanden haben.
Die Wurzel ist insofern ganz gut belegt; was die Semantik nun damit zu tun
hat, ist eine andere Frage. Da bin ich auch kein Fachmann, und, wie du
schreibst, scheint ja auch die Quellenlage recht dünn zu sein.
Philipp
> Ich kann kein Arabisch, habe aber irgendwo mal eine Tabelle gesehen,
> welche arabischen Buchstaben welchen hebräischen entsprechen.
Da brauchst Du doch nur nach den Zahlenwerten zu gehen.
--
Jeder, der den Islam als gewalttätig verleumdet,
wird durch das Schwert des Islam sterben!
> > So z.B. die Namen von fremden Ländern zu verfälschen, obwohl da
> > überhaupt nichts aus nicht-latein-Schriften transskribiert werden muß.
>
> Das ist zu vielschichtig, als es mit "an deutschen Wesen" abtun zu können.
> Historische Gründe spielen eine Rolle (zB ehemals ganz oder teilweise
> deutsches Sprachgebiet), Aussprachegründe oder andere.
Das ist klar, die Namen die sich die verschiedenen Völker in Europa
teils vor 1000 Jahren gegenseitig gegeben haben, und die in den
verschiedenen Sprachen und mehr oder minder voneinander abgeschotteten
politischen Einheiten unterschiedliche Entwicklungen genommen haben.
Abstoßend find ich es, wenn erst im 20. Jahrhundert entstandenen
Staaten bzw. ihre Unabhängigkeit erlangt habenen Nationen die Namen
gleich eingedeutscht werden, obwohl die im Ursprung auch in
Lateinschrift geschrieben werden und eine Transliteration absolut
überflüssig wäre, also z.B. Simbabwe statt richtig Zimbabwe, Sambia
statt Zambia, u.v.a.m. Aber auch für Namen, die man schon aus dem 19.
Jahrhundert kennt, wie z.B. Cuba finde ich die Konsonantenverschiebung
ausgesprochen unangenehm.
> Möglicherweise werden Jamaica, Djibouti oder Costa Rica über kurz oder
> lang Jamaika, Dschibuti oder Kostarika ganz verdrängen, aber gegen Ungarn,
> Kroatien oder Albanien gebe ich Magyarország, Hrvatska und Shqipëri nicht
> den Hauch einer Chance. Wozu auch?
Ganz meine Meinung.
"Kostarika" habe ich noch nie so gesehen, m.W. hat auch noch nie
ein deutscher Beamter die "Cote d'Ivoire" mit K zu schreiben. Die
übersetzen das leiber gleich, obwohl -- soviel ich weiß -- die
Regierungen von Cote d'Ivoire den Namen ihres Landes als nicht
übersetzbar ansehen. Die hätten nach der Unabhängigkeit aber auch
gleich einen afrikanischen Namen wählen können, wie Ghana, Dahomey,
oder später Burkina Faso.
MfG,
L.W.
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