On Wed, 23 Nov 2022, Stefan Schmitz wrote:
> Wie werden Namen wie Mbappé oder Mpenza eigentlich richtig ausgesprochen?
> Gestern in den Tagesthemen sagte der Reporter "Embappe".
In vielen afrikanischen Sprachen sind Lautverbindungen zwischen einem
Konsonanten und einem davorliegenden homorganen Nasal häufig, z.B. in
Swahili mb [mb], mv [mv], mw [mw], nd [nd], nj [nɟ], nz [nz], ng [ŋg].
Man tut sich leichter, wenn man die beiden Konsonanten wie *einen*
behandelt, egal ob sie am Wortanfung oder sie mitten im Wort stehen:
"mbe-le" (vorne), "si-mba" (Löwe), "Ko-ngo". Daneben gibts das auch mit
anderen zweiten Konsonanten, wenn der Nasal ein eigenes Morphem ist.
Mindestens die mit den stimmhaften Plosiven b, d, g sollten für Deutsche
leicht aussprechbar sein, ohne dass sich der Nasal in den Vordergrund
drängt. Wie Stefan Ram bemerkt hat: Wer anlautendes b, d, g im Deutschen
wirklich stimmhaft ausspricht (also mit dem Einsatz der Stimme *vor* der
Eröffnung des Luftstroms, was allerdings halb Deutschland nicht tut), der
hat ja den Mund schon in der richtigen Lage für ein voranstehendes
unauffälliges m-, n-, ng-.
Vor stimmlosen Konsonanten wird der Nasal ein wenig besser hörbar, z.B.
"msingi" (Grundlage) oder "mfuko" (Tasche). Das m- bildet dann dort eine
eigene Silbe, besonders wenn der Nasal betont ist, wie zweimal in "mto wa
mbu" (Mückenfluss; Name einer Kleinstadt in Tansania).
> Das M einfach separat zu buchstabieren und den Rest normal zu sprechen,
> kann ja wohl nicht richtig sein.
Ja, das dürfte in allen oder fast allen Sprachen falsch ein.
> Allerdings kann ich nachvollziehen,
> dass Deutsche mit anderem überfordert wären.
Ich eigentlich nicht, wenigstens solange alles homorgan und stimmhaft ist,
siehe oben. Und auch sonst sind das keine Zungenbrecher. Kommt halt im
Deutschen zufällig nicht vor, genausowenig wie pfl- wie "Pflaume" in
Swahili.
> Bei Elyas M'Barek stellt sich neben der Aussprache noch die Frage, was der
> Apostroph da zu bedeuten hat.
Keine Ahnung, kann auch gut von einer Herkunftssprache zur anderen
verschieden sein. Zwei von vielen Möglichkeiten:
1. Kennzeichnung einer Phonemgrenze, wenn pränasalierte Konsonanten als
*ein* Phonem aufgefasst werden, etwa "N'Djaména" = n-dj-a-m-e-n-a und
nicht nd-j-a-m-e-n-a.
2. Großschreibung von Eigennamen trotz Präfix, etwa wenn "Djamena" die
Wortwurzel ist und großgeschrieben werden soll. In isiZulu verwendet
man Binnenmajuskeln, in Kiswahili (nicht: kiSwahili) schreibt man die
Vorsilbe groß und die Wortwurzel klein, vielleicht im Tschad oder
anderswo beides groß mit Apostroph dazwischen?
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Helmut Richter