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Kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet

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Frank A. Simon

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Feb 18, 2009, 9:37:15 AM2/18/09
to
Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
Aussprache.

Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
Korrektur.

Schwaben - Ruhrgebiet
========================================
Halbweissbrot - Graubrot
Lyoner - Mortadella
Pariser - Baguette
Geldbeutel - Geldbörse
im Geschäft - bei der Arbeit
Fasching - Karneval
Volksfest - Kirmes
Hohlstunde - Freistunde
Apfelbutzen - Apfelkitsche
Klingelbutz - Klingelmännchen
Orange - Apfelsine
Erstklässler - I-Dötzchen
Weckmann - Stutenkerl
Imbissstube - Pommesbude
Kiosk - Trinkhalle, Bude
Putzlumpen - Aufnehmer
Spülen (WC) - Abziehen (WC)

Klar lässt sich dies beliebig fortsetzen, aber das sind die
Unterschiede, die sich bei mir nachhaltig eingeprägt haben.

Michael Pachta

unread,
Feb 18, 2009, 9:42:32 AM2/18/09
to
Frank A. Simon schrieb:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe

Ich komme vom Niederrhein, hart am Rande des Ruhrgebiets, und mein Vater
war Bergmann, daher erlaube ich mit zwei Anmerkungen:

> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================
> Geldbeutel - Geldbörse

Geldbörse nur im Schriftlichen, ansonsten heißt es Portmon... äh ... ihr
wisst schon.

> im Geschäft - bei der Arbeit

auch: auf der Arbeit bzw. auf Arbeit

Michael

Gerald Fix

unread,
Feb 18, 2009, 10:14:44 AM2/18/09
to
On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
<frank...@ymail.com> wrote:

>Schwaben - Ruhrgebiet
>========================================
>Halbweissbrot - Graubrot

Halbweißbrot ist - allerhöchstens! - hochdeutsch.

>Lyoner - Mortadella
>Pariser - Baguette
>Geldbeutel - Geldbörse
>im Geschäft - bei der Arbeit
>Fasching - Karneval

>Volksfest - Kirmes

Kerwe ist auch üblich (Kirchweih).

>Hohlstunde - Freistunde

Hohlstunde sagt mir nichts, eher Leerstunde.

>Apfelbutzen - Apfelkitsche
>Klingelbutz - Klingelmännchen
>Orange - Apfelsine
>Erstklässler - I-Dötzchen
>Weckmann - Stutenkerl

Was ist das?

>Imbissstube - Pommesbude

Stube ist auch nicht schwäbisch, Wurschtstand ist häufiger.

>Kiosk - Trinkhalle, Bude
>Putzlumpen - Aufnehmer
>Spülen (WC) - Abziehen (WC)


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 18, 2009, 10:16:18 AM2/18/09
to
Frank A. Simon schrieb:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
> Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
> Aussprache.
>
> Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
> Korrektur.
>
> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================

> Klingelbutz - Klingelmännchen

> Weckmann - Stutenkerl

Wasndas?
(gibt es eine schriftdeutsche Umschreibung?)


--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich nenn mich katholisch, du nennst mich
| | | |_| | Spinner. Steinigen oder verbrennen tun
| | | _ | wir deshalb schon lange keinen mehr."
|_|a |_| |_|a (W. Zähl in desd)

Michael Pachta

unread,
Feb 18, 2009, 10:31:06 AM2/18/09
to
Tassilo Halbritter schrieb:
> Frank A. Simon schrieb:

>>
>> Schwaben - Ruhrgebiet
>> ========================================
>
>> Klingelbutz - Klingelmännchen

Kinder spielen oder machen Klingelmännchen. Das ist ein Streich von
Kindern, die an der Haustüre klingeln (auch: schellen), dann wegrennen
und aus einem Versteck heraus beobachten, wie jemand die Türe öffnet und
sich wundert, dass niemand da ist (auch Schellemännchen oder
Schellemänneken genannt).

>> Weckmann - Stutenkerl

Ein Stück süßes Weißbrot in Form eines Männchens, meist mit Rosinen als
Augen und, als besonderes Merkmal, einer kleinen Tonpfeife im Arm.
Häufig ab der frühen Vorweihnachtszeit bis Weihnachten herum angeboten
(etwa ab St. Martin). Am Niederrhein sagt man eher Weggemann. Den
Begriff Stutenkerl würde ich eher im Münsterland vermuten.

Florian Ritter

unread,
Feb 18, 2009, 10:35:21 AM2/18/09
to
On 18 Feb., 15:37, "Frank A. Simon" <frank.si...@ymail.com> wrote:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet

> aufstellen (...)

Hasch koi Gschäft?

FR

Erick T. Barkhuis

unread,
Feb 18, 2009, 10:37:20 AM2/18/09
to
Michael Pachta:
> Tassilo Halbritter schrieb:
> > Frank A. Simon schrieb:

> >> Weckmann - Stutenkerl
>
> [...] Den Begriff Stutenkerl würde ich eher im Münsterland vermuten.

Wird bei Wikipedia bestätigt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hefeteigmann

--
Erick

Florian Ritter

unread,
Feb 18, 2009, 10:39:39 AM2/18/09
to
On 18 Feb., 16:14, Gerald Fix <gerald....@t-online.de> wrote:

> >Volksfest - Kirmes
>
> Kerwe ist auch üblich (Kirchweih).

Irgendwo sagt man auch Kerb.

> >Putzlumpen - Aufnehmer

Nach meiner Erinnerung sagt man in Stuttgart nicht Putzlumpen,
vielmehro Hader, und zum Abfalleimer Kutter.

FR

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 18, 2009, 10:47:50 AM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:

> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
> <frank...@ymail.com> wrote:

>>Weckmann - Stutenkerl
>
> Was ist das?

So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken, mit Rosinen als
Augen und mit Pfeife oder Lolly im Arm. Gibt es hier in NRW für die Kinder
an St. Martin.

Wobei man in Köln "Weckmann" sagt, "Stutenkerl" kenne ich eher aus der
Wuppertaler Ecke.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Feb 18, 2009, 10:51:48 AM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST) schrieb Frank A. Simon:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
> Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
> Aussprache.
>
> Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
> Korrektur.

Die meisten der Ausdrücke würde man hier in Köln genauso benutzen wie im
Ruhrgebiet.

> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================
> Halbweissbrot - Graubrot
> Lyoner - Mortadella
> Pariser - Baguette
> Geldbeutel - Geldbörse

Hier sagt man allerdings "Portemonnaie" (manchmal auch "Brieftasche").
"Geldbörse" sagt kein Mensch.

> im Geschäft - bei der Arbeit
> Fasching - Karneval

Oder "Fasteloovend"/"Fasteleer".

> Volksfest - Kirmes
> Hohlstunde - Freistunde
> Apfelbutzen - Apfelkitsche

Auch kurz: (der) "Apfelkitsch".

> Klingelbutz - Klingelmännchen

Das kenne ich auch als "Klingelmäuschen".

> Orange - Apfelsine
> Erstklässler - I-Dötzchen
> Weckmann - Stutenkerl

Das wiederum nicht, in Köln sagt man "Weckmann" bzw. "Weggemann".

> Imbissstube - Pommesbude
> Kiosk - Trinkhalle, Bude

Büdchen

Grüße,

Frank

Dirk Schneïder

unread,
Feb 18, 2009, 10:49:53 AM2/18/09
to
Michael Pachta schrieb am 18.02.2009 16:31:

>>> Weckmann - Stutenkerl
> Ein Stück süßes Weißbrot in Form eines Männchens, meist mit Rosinen als
> Augen und, als besonderes Merkmal, einer kleinen Tonpfeife im Arm.
> Häufig ab der frühen Vorweihnachtszeit bis Weihnachten herum angeboten
> (etwa ab St. Martin). Am Niederrhein sagt man eher Weggemann. Den
> Begriff Stutenkerl würde ich eher im Münsterland vermuten.

Bei uns im Siegerland kenne ich es ausschließlich als Stutenmann und man
bekommt es traditionell am Nikolaus (6.12.) geschenkt. Und die
Ton-/Gipspfeife wird seit ein paar Jahren leider zunehmend durch eine
aus Plastik ersetzt.

Dirk

Erick T. Barkhuis

unread,
Feb 18, 2009, 10:55:41 AM2/18/09
to
Frank Hucklenbroich:

> Die meisten der Ausdrücke würde man hier in Köln genauso benutzen wie im
> Ruhrgebiet.
>
> > Schwaben - Ruhrgebiet

> > Geldbeutel - Geldbörse
>
> Hier sagt man allerdings "Portemonnaie" (manchmal auch "Brieftasche").
> "Geldbörse" sagt kein Mensch.

Dafür aber "Büggel", oder?

> im Geschäft - bei der Arbeit

am Malooche


--
Erick

Michael Pachta

unread,
Feb 18, 2009, 11:01:11 AM2/18/09
to
Dirk Schneïder schrieb:

> Und die
> Ton-/Gipspfeife wird seit ein paar Jahren leider zunehmend durch eine
> aus Plastik ersetzt.

Oh. Dann wird diese Plastikpfeife wohl nach dem Backen angepappt, oder?
Die Tonpfeife jedenfalls wird mitgebacken, erkennbar daran, dass sie
sich unter dem Arm des Männchens befindet und dort festgebacken ist.

M.

Frank A. Simon

unread,
Feb 18, 2009, 11:25:30 AM2/18/09
to
On 18 Feb., 16:47, Frank Hucklenbroich <Hucklenbroic...@aol.com>
wrote:

> Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:
>
> > On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
> > <frank.si...@ymail.com> wrote:
> >>Weckmann - Stutenkerl
>
> > Was ist das?
>
> So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken, mit Rosinen als
> Augen und mit Pfeife oder Lolly im Arm. Gibt es hier in NRW für die Kinder
> an St. Martin.

Gutes Stichwort für eine Ergänzung:

Das Fest "St. Martin" kannte ich aus dem Schwabenländle nur unter der
Bezeichnung "Laterne".
Bin ich unter Heiden aufgewachsen oder ist das dort allgemein nur als
"Laterne" oder evtl. "Laternenfest" bekannt?

Walter Schmid

unread,
Feb 18, 2009, 11:39:21 AM2/18/09
to
Frank Hucklenbroich schrieb:

> Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:
>
>> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
>> <frank...@ymail.com> wrote:
>
>>> Weckmann - Stutenkerl
>> Was ist das?
>
> So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken, mit Rosinen als
> Augen und mit Pfeife oder Lolly im Arm. Gibt es hier in NRW für die Kinder
> an St. Martin.

Der heisst bei uns Grättimaa (Basel) oder Grittibenz (Ostschweiz)

Gruss

Walter

Oliver Voß

unread,
Feb 18, 2009, 1:22:42 PM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 16:49:53 +0100 schrieb Dirk Schneïder:


> Bei uns im Siegerland kenne ich es ausschließlich als Stutenmann und man
> bekommt es traditionell am Nikolaus (6.12.) geschenkt. Und die
> Ton-/Gipspfeife wird seit ein paar Jahren leider zunehmend durch eine
> aus Plastik ersetzt.
>

Ich kenne auch von hier (Paderborner Ecke) nur den "Stutenkerl". Dessen
Pfeife muß natürlich aus Ton sein, wo käme man denn sonst hin?
Schließlich kann man in eine Plastikpfeife keinen Tabak oder sonstiges
Kraut reintaun und dann rauchen.

Gruß,

Oliver

--
Ham Radio Station DL1YOV: http://www.mydarc.de/dl1yov

Oliver Voß

unread,
Feb 18, 2009, 1:29:14 PM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 schrieb Frank A. Simon:

> Lyoner - Mortadella
Also, Lyoner ist für mich was anderes als Mortadella. Und als ich das
letzte mal Lyoner gekauft habe, war das eher sowas wie Leberkäs.

> Geldbeutel - Geldbörse
... oder Portemonnaie

> im Geschäft - bei der Arbeit

Nun, einige Leute gehen zur Arbeit ins Geschäft, aber bei weitem nicht
alle. Was ist denn mit denen, die z.B. in einer Fabrikhalle oder
Werkstatt arbeiten? Und ist z.B. mit Straßenarbeitern oder Gärtnern? Die
würden nie im Leben, wenn sie zur Arbeit gehen, sagen "Ich gehe ins
Geschäft".

> Apfelbutzen - Apfelkitsche
Kenne ich nur als "Hünkel".

> Klingelbutz - Klingelmännchen
Kenne ich aus meiner Kindheit noch als "Klingeljagd".

Volker Gringmuth

unread,
Feb 18, 2009, 2:25:02 PM2/18/09
to
Gerald Fix wrote:

>>Hohlstunde - Freistunde
>
> Hohlstunde sagt mir nichts, eher Leerstunde.

Dabei hab ich diese Vokabel grad heute in Heidenheim (Brenz) gelernt. Eine
Hohlstunde ist eine Freistunde mittendrin, die halt einen Hohlraum zwischen
zwei prallgefüllten Unterrichtsstunden darstellt.


vG

--
"Man könnte ihn höchstens fragen, was das für eine blöde Idee war, am Rand
des Haifischbeckens Nasenbluten zu kriegen." (David Kastrup über einen
Anfängerthread in de.rec.musik.machen)
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin für jeden: <http://debian.org/> --

Dirk Schneïder

unread,
Feb 18, 2009, 2:37:56 PM2/18/09
to
Oliver Voß schrieb am 18.02.2009 19:22:

> Ich kenne auch von hier (Paderborner Ecke) nur den "Stutenkerl". Dessen
> Pfeife muß natürlich aus Ton sein, wo käme man denn sonst hin?
> Schließlich kann man in eine Plastikpfeife keinen Tabak oder sonstiges
> Kraut reintaun und dann rauchen.

Eben, dass man da Gras reinstopft und anzündet, gehört ja zu einer
normalen Kindheit. Und wenn das ein unbedarftes Kind mit der
Plastikpfeife macht, mh ...

Dirk

Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 18, 2009, 2:42:33 PM2/18/09
to
Frank A. Simon meinte:


> Das Fest "St. Martin" kannte ich aus dem Schwabenländle nur unter der
> Bezeichnung "Laterne".
> Bin ich unter Heiden aufgewachsen oder ist das dort allgemein nur als
> "Laterne" oder evtl. "Laternenfest" bekannt?

Wohl eher unter Ketzern aka Protestanten als unter Heiden.
Heiligengedenktage sind ja eher eine katholische Veranstaltung. Wenn
sich "Schwabenland" auf die Heimat des Pietcong bezieht, mag es
durchaus sein, dass "St. Martin" da als Bezeichnung durchaus unbekannt
war.

Ich kannte es als Kind aus protestantischer Umgebung (damals waren die
Schulklassen noch sauber getrennt, und mit den Katholen spielte man
nicht!) auch nur als "Laterne laufen". Die Bezeichnung "St. Martin"
habe ich erst durch meine Frau (katholischer Provenienz) kennengelernt.

Inzwischen scheinen aber die Berührungsängste der Konfessionen etwas
zurückgegangen zu sein - hier zu Stadtteil wird die herbstliche
Kleinkinderdemo von beiden Gemeinden organisiert; in einem Jahr geht
der Zug von dieser zu jener Kirche, im anderen umgekehrt.

Diedrich

--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
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HTML-Mail wird ungelesen entsorgt.

Dieter Bruegmann

unread,
Feb 18, 2009, 2:59:00 PM2/18/09
to
Dirk Schneïder (2009-02-18 2037):

Kennt jemand noch die Lakritzpfeifen, die im "Pfeifenkopf" eine süße,
bunte Füllung hatten?


Da Didi
Adressen zum Fressen: http://bruhaha.de/robots/
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://bruhaha.de
Hier wird kein Wissen vermittelt, hier ist der Schrottplatz am Ende
des Universums, die letzte Tanke vor dem Abgrund, die Höhle der
Finsternis, hier ist die Gruft. (Axel Woelke in und über dag°)

G.O.Tuhls

unread,
Feb 18, 2009, 3:13:43 PM2/18/09
to
On 18 Feb., 20:59, Dieter Bruegmann wrote:

> Kennt jemand noch die Lakritzpfeifen, die im "Pfeifenkopf" eine süße,
> bunte Füllung hatten?

Ja, sind aber nicht mal bei Kado zu bekommen, also vermutlich total
raus aus der Süßholzszene.

Gruß
G.O.

Juergen Grosse

unread,
Feb 18, 2009, 4:05:46 PM2/18/09
to
G.O.Tuhls schrieb:

...


>> Kennt jemand noch die Lakritzpfeifen, die im "Pfeifenkopf" eine süße,
>> bunte Füllung hatten?
>
> Ja, sind aber nicht mal bei Kado zu bekommen, also vermutlich total
> raus aus der Süßholzszene.

...

Aber noch nicht sehr lange. Bis vor ca. zwei Monaten hatte meine
Freundin mir diese wohlschmeckenden Pfeifen regelmäßig mitgebracht,
seitdem allerdings bekommt ihr Händler sie tatsächlich nicht mehr.


Tschüs, Jürgen

Dieter Bruegmann

unread,
Feb 18, 2009, 4:28:07 PM2/18/09
to
Juergen Grosse (2009-02-18 2205):

Tante Gu findet u.a. diese Seite:
http://blog.sweet24.de/2008/12/03/lakritz-pfeifen-und-baerenschule-ausgelistet/

Aber es muß ja nicht immer Haribo sein. Hier gips Hilfe:
<http://www.kado.de/>

Und gerade habe ich selber Appetit darauf bekommen. Vielleicht sollte
ich die Reise ins ferne Kreuzberg wagen...


Da Didi
Adressen zum Fressen: http://bruhaha.de/robots/
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://bruhaha.de

Gestern fand ich in der Schublade meines Mitbewohners Tabletten gegen
Schizophrenie; ich fing schon an, mir Sorgen zu machen, aber heute
fiel mir wieder ein, daß ich ja alleine wohne.

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Manfred Hoß

unread,
Feb 18, 2009, 4:45:47 PM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST) schrieb Frank A. Simon:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
> Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
> Aussprache.
>
> Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
> Korrektur.
>

> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================
> Halbweissbrot - Graubrot

Trotz Reform schreiben wir "Halbweißbrot" noch immer mit ß.

> Pariser - Baguette
"Baguette" ist hier auch bekannt und wird benutzt.

> Klingelbutz - Klingelmännchen
"Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
Tätigkeit.

> Imbissstube - Pommesbude
"Imbissstube" ist mir nicht geläufig, "Schnellimbiss" hingegen schon,
wenngleich es inzwischen seltener verwendet wird. Oder kurz und bündig
"Imbiss".

Gruß
Manfred.

Thomas Schade

unread,
Feb 18, 2009, 4:49:23 PM2/18/09
to
On 18.02.2009 22:45, Manfred Hoß wrote:
> Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST) schrieb Frank A. Simon:

>> Klingelbutz - Klingelmännchen
> "Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
> Tätigkeit.

Es geht hier aber um den Klingelstreich. Den kenne ich aus dem
Ruhrgebiet auch nur als 'Klingelmännchen'.
'Klinkenputzen' ist für mich die Tätigkeit des klassischen Vertreters.


Ciao
Toscha--
So kiss me, I'm shitfaced
I'm soaked, I'm soiled and brown
in the trousers, she kissed me
And I only bought her one round [Dropkick Murphys]

Thomas Schade

unread,
Feb 18, 2009, 4:51:25 PM2/18/09
to
On 18.02.2009 22:45, Manfred Hoß wrote:
> Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST) schrieb Frank A. Simon:

>> Klingelbutz - Klingelmännchen
> "Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
> Tätigkeit.

Es geht hier aber um den Klingelstreich. Den kenne ich aus dem

Walter P. Zaehl

unread,
Feb 18, 2009, 5:32:41 PM2/18/09
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Frank A. Simon <frank...@ymail.com> wrote:
>
>> Das Fest "St. Martin" kannte ich aus dem Schwabenländle nur unter der
>> Bezeichnung "Laterne".
>> Bin ich unter Heiden aufgewachsen
>
> Unter Evangelischen vielleicht.

eben ...

/Walter

Manfred Hoß

unread,
Feb 18, 2009, 5:36:10 PM2/18/09
to
Am Wed, 18 Feb 2009 22:51:25 +0100 schrieb Thomas Schade:

> On 18.02.2009 22:45, Manfred Hoß wrote:
>> Am Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST) schrieb Frank A. Simon:
>
>>> Klingelbutz - Klingelmännchen
>> "Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
>> Tätigkeit.
>
> Es geht hier aber um den Klingelstreich. Den kenne ich aus dem
> Ruhrgebiet auch nur als 'Klingelmännchen'.

Hier ist "Klingelputzen" der gängige Ausdruck.

> 'Klinkenputzen' ist für mich die Tätigkeit des klassischen Vertreters.

Des lästigen Vertreters, mAn.

Gruß
Manfred.

Message has been deleted

Christina Kunze

unread,
Feb 18, 2009, 6:34:20 PM2/18/09
to
"Frank Hucklenbroich" <Hucklen...@aol.com> schrieb

> Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:
>
>> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
>> <frank...@ymail.com> wrote:
>
>>>Weckmann - Stutenkerl
>>
>> Was ist das?
>
> So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken,

Das Wesentliche am Stuten ist MUBEN, dass der Hefeteig mit
Milch angesetzt ist und nicht mit Wasser.
(Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, vielleicht
sind die Stuten, die ich backe, ja verkappte Hengste.)

chr

Christina Kunze

unread,
Feb 18, 2009, 6:36:07 PM2/18/09
to
"Michael Pachta" <mip...@gmx.de> schrieb
> Tassilo Halbritter schrieb:
>> Frank A. Simon schrieb:
>>>
>>> Schwaben - Ruhrgebiet
>>> ========================================
>>
>>> Klingelbutz - Klingelmännchen
>
> Kinder spielen oder machen Klingelmännchen. Das ist ein Streich von
> Kindern, die an der Haustüre klingeln (auch: schellen), dann wegrennen
> und aus einem Versteck heraus beobachten, wie jemand die Türe öffnet und
> sich wundert, dass niemand da ist (auch Schellemännchen oder
> Schellemänneken genannt).

Ach so, sie machen einen Klingelstreich.

chr

Oliver Cromm

unread,
Feb 18, 2009, 7:24:47 PM2/18/09
to
* "Frank A. Simon" <frank...@ymail.com> wrote:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
> Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
> Aussprache.
>
> Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
> Korrektur.

Ich ergänze die in meiner heimatlich-südhessischen Umgebung üblich
gewesenen Ausdrücke (ich hoffe, ich erinnere mich korrekt)

> Schwaben - Ruhrgebiet - Südhessen
> ========================================
> Halbweissbrot - Graubrot - Graubrot
> Lyoner - Mortadella - Fleischwurst, Aufschnitt?
> Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)

Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
bestellen.

> Geldbeutel - Geldbörse - Portemonnaie
> im Geschäft - bei der Arbeit - auf der Arbeit
> Fasching - Karneval - Fasching
> Volksfest - Kirmes - Kerb
> Hohlstunde - Freistunde - Freistunde
> Apfelbutzen - Apfelkitsche - Apfelkrotz(?)
> Klingelbutz - Klingelmännchen - Schellekloppe
> Orange - Apfelsine - Orange
> Erstklässler - I-Dötzchen - Erstkläßler/ABC-Schützen
> Weckmann - Stutenkerl - ?

Diese haben in meiner Sozialisation keine entscheidende Rolle gespielt,
offenbar im Unterschied zu vielen anderen hier. Von einer Pfeife ist mir
gleich gar nichts bekannt.

> Imbissstube - Pommesbude - Pommesbude
> Kiosk - Trinkhalle, Bude - Büdchen, Kiosk
> Putzlumpen - Aufnehmer - Putzlumpen
> Spülen (WC) - Abziehen (WC) - Ziehen

Wie zu erwarten, liegt Südhessen dazwischen.

--
Microsoft designed a user-friendly car:
instead of the oil, alternator, gas and engine
warning lights it has just one: "General Car Fault"

Dieter Bruegmann

unread,
Feb 18, 2009, 7:38:01 PM2/18/09
to
Oliver Cromm (2009-02-19 0124):

> * "Frank A. Simon" <frank...@ymail.com> wrote:

[...]


>> Schwaben - Ruhrgebiet - Südhessen
>> ========================================
>> Halbweissbrot - Graubrot - Graubrot
>> Lyoner - Mortadella - Fleischwurst, Aufschnitt?
>> Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)
>
> Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
> bestellen.

Das kann ich verstehen, denn in Kanada würde das ja sowieso kaum einer
(miß)verstehen können.


Da Didi
Adressen zum Fressen: http://bruhaha.de/robots/
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://bruhaha.de

Sei relativ zu Dir selbst. Das verwirrt Deine Umwelt.
(Markus Mehring in de.alt.arnooo)

Michael Pachta

unread,
Feb 18, 2009, 7:39:50 PM2/18/09
to
Christina Kunze schrieb:
> "Michael Pachta" <mip...@gmx.de> schrieb

>> Das ist ein Streich von
>> Kindern, die an der Haustüre klingeln (auch: schellen), dann wegrennen
>> [...]

>
> Ach so, sie machen einen Klingelstreich.

Ja, ich denke, das ist ein weiterer Name unter den vielen, die diesen
Streich benennen.

> chr

Gute Nacht.

Michael Pachta

unread,
Feb 18, 2009, 7:45:40 PM2/18/09
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

>
> Frank A. Simon <frank...@ymail.com> wrote:
>> Apfelbutzen - Apfelkitsche
> Appelkuchen

Appelkuchen heißt bei dir das Kerngehäuse des Apfels, welches man
normalerweise nicht isst? Merkwürdig.

>> Imbissstube - Pommesbude
> Welcher Imbißschtubengascht
> schwätzt so?

Wie jetzt - Pommesbude ist dir nicht geläufig? Du bist Schwabe, oder?

>> Kiosk - Trinkhalle, Bude
> Trinkhalle sagt keiner, oder?

Am Niederrhein (Raum Moers) steht häufig sogar "Trinkhalle" auf dem
Schild, was außen an der Lokalität hängt. Warum also sollte das keiner
sagen?

M.

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 19, 2009, 2:46:44 AM2/19/09
to
Michael Pachta schrieb:

In Wien: Glöckerlpartie ...


--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich nenn mich katholisch, du nennst mich
| | | |_| | Spinner. Steinigen oder verbrennen tun
| | | _ | wir deshalb schon lange keinen mehr."
|_|a |_| |_|a (W. Zähl in desd)

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 19, 2009, 2:51:03 AM2/19/09
to
Christina Kunze schrieb:

Das glaub ich ja alles! Aber wie kommt das Ding zu seinem Namen als
Enkerl einer Stute?
Und warum muß es eine Tonpfeife tragen?
Übrigens ist der Übername für derartige Backwaren "Gebildbrote" und
in der Volkskunde (= europäische Ethnologie) ein eigenes
Forschungsgebiet.

Horst Thaler

unread,
Feb 19, 2009, 3:09:50 AM2/19/09
to
Am Thu, 19 Feb 2009 08:51:03 +0100 schrieb Tassilo Halbritter:

> Christina Kunze schrieb:
>> "Frank Hucklenbroich" <Hucklen...@aol.com> schrieb
>>> Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:
>>>
>>>> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
>>>> <frank...@ymail.com> wrote:
>>>>> Weckmann - Stutenkerl
>>>> Was ist das?
>>> So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken,
>>
>> Das Wesentliche am Stuten ist MUBEN, dass der Hefeteig mit
>> Milch angesetzt ist und nicht mit Wasser.
>> (Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, vielleicht
>> sind die Stuten, die ich backe, ja verkappte Hengste.)
>>
>
> Das glaub ich ja alles! Aber wie kommt das Ding zu seinem Namen als
> Enkerl einer Stute?

Das kommt von dem verwendeten Teig, der heißt "Stutenteig". (Teig aus
Weizenmehl, Zucker und Hefe = süßer Hefeteig). Segmentiere also nicht
Stut-enkerl, sondern Stuten-kerl.

Schönen Gruß
Horst

Frank A. Simon

unread,
Feb 19, 2009, 3:39:24 AM2/19/09
to
On 19 Feb., 01:24, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:
> > Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)
>
> Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
> bestellen.

Macht im Stuttgarter Raum jeder. Probier's mal!

Eins ist mir noch eingefallen:

Strafzettel - Knolle, Knöllchen

Holger Kunadt

unread,
Feb 19, 2009, 3:32:40 AM2/19/09
to
Tassilo Halbritter schrieb:

> >>> Kindern, die an der Haustüre klingeln (auch: schellen), dann wegrennen
> >>> [...]
> >> Ach so, sie machen einen Klingelstreich.
> > Ja, ich denke, das ist ein weiterer Name unter den vielen, die diesen
> > Streich benennen.
> In Wien: Glöckerlpartie ...

Dresden: Klingelrutscher ...

Qno

--
»Im Prinzip war die Erde unbewohnt und unbewohnbar
und ist es noch immer.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm

Yvonne Steiner

unread,
Feb 19, 2009, 3:51:18 AM2/19/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:

> > Halbweissbrot - Graubrot - Graubrot
> > Lyoner - Mortadella - Fleischwurst, Aufschnitt?
> > Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)
>
> Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
> bestellen.

In der Schweiz kannst du dich - ohne auch nur ein bisschen rot zu werden - schon
getrauen. Verlange sie einfach im Diminutiv! <http://tinyurl.com/bqesuv>

("Pariserbrot", für grössere Laibe, geht natürlich auch).

--
Yvonne Steiner

Lothar Frings

unread,
Feb 19, 2009, 3:56:44 AM2/19/09
to
Frank A. Simon tat kund:

> Ich möchte hier mal ein kleines Wörterbuch Schwaben <-> Ruhrgebiet
> aufstellen, wie ich es erlebt habe - ohne Anspruch auf
> Vollständigkeit. Hier geht es um andere Worte, nicht um die
> Aussprache.
>
> Sicher irre ich hier im einen oder anderen Punkt und bitte um
> Korrektur.
>

> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================

[...]

> Spülen (WC) - Abziehen (WC)

Kenne ich im Schwäbischen als "Nonderschwenge"
(Hinunterschwenken?)

G.O.Tuhls

unread,
Feb 19, 2009, 5:38:56 AM2/19/09
to
On 18 Feb., 22:28, Dieter Bruegmann wrote:

> Aber es muß ja nicht immer Haribo sein. Hier gips Hilfe:
> <http://www.kado.de/>
>
> Und gerade habe ich selber Appetit darauf bekommen. Vielleicht sollte
> ich die Reise ins ferne Kreuzberg wagen...

Lohnt sich auf jeden Fall, und die Pfeifchen mit den rosa Perlen drauf
sind ein brauchbarer Ersatz - nur die rosa Perlen in den Autositzen
nerven nach dem Verzehr.

Gruß
G.O.

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 19, 2009, 5:35:32 AM2/19/09
to
Yvonne Steiner schrieb:

> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:
>
>>> Halbweissbrot - Graubrot - Graubrot
>>> Lyoner - Mortadella - Fleischwurst, Aufschnitt?
>>> Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)
>> Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
>> bestellen.
>
> In der Schweiz kannst du dich - ohne auch nur ein bisschen rot zu werden - schon
> getrauen. Verlange sie einfach im Diminutiv! <http://tinyurl.com/bqesuv>
>

Also wenn Pariserle ein Brot ist, wie heißt dann das Vorbeugerle in
der Schweiz?

Thomas Frieling

unread,
Feb 19, 2009, 5:59:02 AM2/19/09
to
On 18 Feb., 16:14, Gerald Fix <gerald....@t-online.de> wrote:
> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"

> (...)
> >Stutenkerl
> Was ist das? (...)

Ein transsexueller Hengst.

Thomas

Yvonne Steiner

unread,
Feb 19, 2009, 6:40:31 AM2/19/09
to
Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> wrote:

> Yvonne Steiner schrieb:
> > Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:
> >
> >>> Halbweissbrot - Graubrot - Graubrot
> >>> Lyoner - Mortadella - Fleischwurst, Aufschnitt?
> >>> Pariser - Baguette - Franzosenbrot(?)
> >> Also, ich würde mich nicht trauen, in der Bäckerei "'n Pariser" zu
> >> bestellen.
> >
> > In der Schweiz kannst du dich - ohne auch nur ein bisschen rot zu werden
> > - schon getrauen. Verlange sie einfach im Diminutiv!
> > <http://tinyurl.com/bqesuv>
> >
>
> Also wenn Pariserle ein Brot ist,

Also bei uns gibt es keine "-le"; nur "-li".



>wie heißt dann das Vorbeugerle in der Schweiz?

Ja genügt dir denn _dafür_ ein kleines?

<duckundweg>
--
Yvonne Steiner

Florian Ritter

unread,
Feb 19, 2009, 7:01:43 AM2/19/09
to
On 18 Feb., 22:28, Dieter Bruegmann <dieterbruegm...@gmx.net> wrote:

> >>> Kennt jemand noch die Lakritzpfeifen, die im "Pfeifenkopf" eine süße,
> >>> bunte Füllung hatten?
>
> >> Ja, sind aber nicht mal bei Kado zu bekommen, also vermutlich total
> >> raus aus der Süßholzszene.
> > ...
>
> > Aber noch nicht sehr lange. Bis vor ca. zwei Monaten hatte meine
> > Freundin mir diese wohlschmeckenden Pfeifen regelmäßig mitgebracht,
> > seitdem allerdings bekommt ihr Händler sie tatsächlich nicht mehr.
>
> Tante Gu findet u.a. diese Seite:http://blog.sweet24.de/2008/12/03/lakritz-pfeifen-und-baerenschule-au...


>
> Aber es muß ja nicht immer Haribo sein. Hier gips Hilfe:
> <http://www.kado.de/>
>
> Und gerade habe ich selber Appetit darauf bekommen. Vielleicht sollte
> ich die Reise ins ferne Kreuzberg wagen...

Ich möchte dafürhalten, daß es alle Arten von Lakritze bei Hussel
gibt, eine Ktte, die zum gleichen Konzern gehört wie die der Douglas-
Parfümerien - FR

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 19, 2009, 7:07:00 AM2/19/09
to
Yvonne Steiner schrieb:

Komm, wir machens doch beide immer ohne!

Florian Ritter

unread,
Feb 19, 2009, 7:13:32 AM2/19/09
to
On 19 Feb., 01:45, Michael Pachta <mip...@gmx.de> wrote:

> >> Apfelbutzen - Apfelkitsche
> >                 Appelkuchen
>
> Appelkuchen heißt bei dir das Kerngehäuse des Apfels, welches man
> normalerweise nicht isst? Merkwürdig.

Zugegeben, ich dachte auch erst, daß das eine Kuchenart meint. Es ist
aber wohl das, wozu ich Appelgriepsch sage. Manche essen den aber auch
mit. Und, Kinder, denkt immer dranm, die meisten Vitamine sitzen
direkt unter der Schale!

> >> Imbissstube - Pommesbude
> > Welcher Imbißschtubengascht schwätzt so?
>
> Wie jetzt - Pommesbude ist dir nicht geläufig? Du bist Schwabe, oder?

Als Teilhaber einer angemieteten Werkstatt hatte ich mal einen
Aachener (1 etwas übersteiler Charakter, Fach- & Oberarzt in einem
chirurg. Fach, ließ mal mitten in 1 OP die Haken fahren, schaffte dem
Chef das Arschlecken an, verließ den Saal & begann 1 anderes Studium),
der sagte Frittenbude und dort nährte er sich von purem Selchgift.

> >> Kiosk - Trinkhalle, Bude
> >           Trinkhalle sagt keiner, oder?
>
> Am Niederrhein (Raum Moers) steht häufig sogar "Trinkhalle" auf dem
> Schild, was außen an der Lokalität hängt. Warum also sollte das keiner
> sagen?

Ehmt.
Trinkhallen gibts im Ruhrgebiet allüberall. FR

Message has been deleted

Christina Kunze

unread,
Feb 19, 2009, 9:55:08 AM2/19/09
to
"Florian Ritter" <flor...@yahoo.com> schrieb

>Ich möchte dafürhalten, daß es alle Arten von Lakritze bei Hussel
>gibt, eine Ktte, die zum gleichen Konzern gehört wie die der Douglas-
>Parfümerien - FR

Also: alle Arten, naja. Ich mag Lakritz zum Beispiel
etwas stärker, und dafür ist Hussel mit Sicherheit
die falsche Anlaufstelle.

Ich meine reinen eingekochten Süßholzsaft.

chr

Thomas Frieling

unread,
Feb 19, 2009, 10:20:25 AM2/19/09
to
On 19 Feb., 15:32, rha1...@t-online.de (Ralf Heinrich Arning) wrote:
>(...)
> Das ist Schriftdeutsch. Das Wort könnte auch in einem Polizeibericht
> erscheinen. Hast Du schon Sätze gehört wie:
> "Ickeh mal anne Trinkhalle ein' heben", "Bring mich ma vonne Trinkhalle
> 'n' Kakao mit"? (...)

In Frankfurt ist es das "Wasserhäuschen" (Wa - sää - häus - sche, alle
Laute stimmhaft und weich gesprochen).

Thomas

G.O.Tuhls

unread,
Feb 19, 2009, 11:01:20 AM2/19/09
to
On 19 Feb., 13:01, Florian Ritter wrote:

> Ich möchte dafürhalten, daß es alle Arten von Lakritze bei Hussel
> gibt, eine Ktte, die zum gleichen Konzern gehört wie die der Douglas-
> Parfümerien - FR

[_] Du kennst Dich mit Lakritze aus.

Bei Hussel findest Du bestenfalls 8-10 Sorten Industrielakritz,
überwiegend Bonner Qualität. Das geht mal als Notbehelf, wenn ich es
nicht schaffe, in die Gräfestraße zu fahren.

Gruß
G.O.

P.S. Lakritzprieme vermisse ich schon lange und schmerzlich, diese
Raupen. Die gab es sogar vor Jahrzehnten mal bei 'üsel, dann nur noch
bei Kado und nun nirnx mehr.

Michael Pachta

unread,
Feb 19, 2009, 11:08:08 AM2/19/09
to
Ralf Heinrich Arning schrieb:

> Das ist Schriftdeutsch. Das Wort könnte auch in einem Polizeibericht
> erscheinen. Hast Du schon Sätze gehört wie:
> "Ickeh mal anne Trinkhalle ein' heben", "Bring mich ma vonne Trinkhalle
> 'n' Kakao mit"?

Nicht nur gehört, sondern selbst häufig gesagt: "Ich geh mal eben zur
Trinkhalle. Brauchste was?"

Mittlerweile lebe ich nicht mehr am Niederrhein, aber damals (TM) war
das Wort "Trinkhalle" gang und gäbe in gesprochener Sprache.

M.

Gerald Fix

unread,
Feb 19, 2009, 11:55:38 AM2/19/09
to
On Wed, 18 Feb 2009 20:25:02 +0100, Volker Gringmuth
<vgrin...@gmx.net> wrote:

>Gerald Fix wrote:
>
>>>Hohlstunde - Freistunde
>>
>> Hohlstunde sagt mir nichts, eher Leerstunde.
>
>Dabei hab ich diese Vokabel grad heute in Heidenheim (Brenz) gelernt. Eine
>Hohlstunde ist eine Freistunde mittendrin, die halt einen Hohlraum zwischen
>zwei prallgefüllten Unterrichtsstunden darstellt.

Oder einen leeren Raum ...


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Walter Schmid

unread,
Feb 19, 2009, 12:14:45 PM2/19/09
to
Gerald Fix schrieb:


Ich möchte gerne wissen, ob Lehrer oder Schüler das Wort
"Hohlstunde" geprägt haben. Wenn die Schüler ihre Freizeit "hohl"
nennen, ist es Selbsterniedrigung, und wenn die Lehrer schulfreie
Zeit so nennen,dann auch.

Ich halte es deshalb für einen Schreibfehler: es muss "Holstunde"
heissen, analog zu "Holschuld". Es ist eine Stunde, wo sich der
Schüler Wissen 'holen' muss, wo es ihm nicht 'gebracht' wird.

Gruss

Walter

Wolfram Heinrich

unread,
Feb 19, 2009, 12:40:23 PM2/19/09
to
Am Thu, 19 Feb 2009 12:40:31 +0100 schrieb Yvonne Steiner:

> Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> wrote:
>
>>wie heißt dann das Vorbeugerle in der Schweiz?
>
> Ja genügt dir denn _dafür_ ein kleines?
>

Wenn der Gorilla mit 4 cm (erigiert) auskommt, sollte der Mensch (Mann)
auch damit klarkommen. Nö.

Ciao
Wolfram
--
Nenne mich einen Backofen, du wirst doch kein Brot in mir backen.
LITAUISCHES SPRICHWORT
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>

Erick T. Barkhuis

unread,
Feb 19, 2009, 12:45:28 PM2/19/09
to
Yvonne Steiner:
> Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> wrote:
>
> >wie heißt dann das Vorbeugerle in der Schweiz?
>
> Ja genügt dir denn _dafür_ ein kleines?
>

Welche Marke war es nochmal, die feststellte, dass von den drei Größen
"small", "medium" und "large" die beiden ersteren in den Läden liegen
blieben....und die deshalb auf "large", "extra large" und "king size"
umstellte ?

--
Erick

Oliver Voß

unread,
Feb 19, 2009, 12:46:54 PM2/19/09
to
Am Thu, 19 Feb 2009 17:08:08 +0100 schrieb Michael Pachta:

> Nicht nur gehört, sondern selbst häufig gesagt: "Ich geh mal eben zur
> Trinkhalle. Brauchste was?"
>
> Mittlerweile lebe ich nicht mehr am Niederrhein, aber damals (TM) war
> das Wort "Trinkhalle" gang und gäbe in gesprochener Sprache.
>

Ich frage mich schon seit längerem, warum die Dinger eigentlich
"Trinkhallen" heißen. Eine "Halle" ist für mich eigentlich eher eine
großer, hoher Raum. Die "Trinkhallen" sind jedoch genau das Gegenteil
davon. Na gut, der Begriff "Trinkhalle" wird auch im Kurwesen verwendet,
dort handelt es sich aber tatsächlich um Hallen (in denen die Kurgäste
das Heilwasser zu sich nehmen).

Gruß,

Oliver


--
Ham Radio Station DL1YOV: http://www.mydarc.de/dl1yov

Marc Olschok

unread,
Feb 19, 2009, 2:05:05 PM2/19/09
to

Am (Nieder)rhein werden auch durchaus "Weckmann" und "Stuten"
gleichzeitig verwendet, wobei mit Stuten ein (oft kastenförmiges)
Brot aus dem Teig bezeichnet wird --- also das, was in der runden Form
weiter südlich unter "Platz" läuft.

--
Marc

G.O.Tuhls

unread,
Feb 19, 2009, 2:06:17 PM2/19/09
to
On 19 Feb., 18:46, Oliver Voß wrote:

> Ich frage mich schon seit längerem, warum die Dinger eigentlich
> "Trinkhallen" heißen. Eine "Halle" ist für mich eigentlich eher eine
> großer, hoher Raum. Die "Trinkhallen" sind jedoch genau das Gegenteil
> davon.

Na und, dafür waren Kaufhallen Hallen, aber es gab nichts zum Kaufen.

Gruß
G.O.

Helga Schulz

unread,
Feb 19, 2009, 2:34:30 PM2/19/09
to
Michael Pachta <mip...@gmx.de> schrieb vorher:

>Tassilo Halbritter schrieb:
>> Frank A. Simon schrieb:
>>>
>>> Schwaben - Ruhrgebiet
>>> ========================================
>>
>>> Klingelbutz - Klingelmännchen
>
>Kinder spielen oder machen Klingelmännchen. Das ist ein Streich von


>Kindern, die an der Haustüre klingeln (auch: schellen), dann wegrennen

>und aus einem Versteck heraus beobachten, wie jemand die Türe öffnet und
>sich wundert, dass niemand da ist (auch Schellemännchen oder
>Schellemänneken genannt).

Nicht Schwaben, aber nebenan:
- Klingelstreich
>
>>> Weckmann - Stutenkerl
>
>Ein Stück süßes Weißbrot in Form eines Männchens, meist mit Rosinen als
>Augen und, als besonderes Merkmal, einer kleinen Tonpfeife im Arm.
>Häufig ab der frühen Vorweihnachtszeit bis Weihnachten herum angeboten
>(etwa ab St. Martin). Am Niederrhein sagt man eher Weggemann. Den
>Begriff Stutenkerl würde ich eher im Münsterland vermuten.

-Weggemaa
In der Schweiz gibt es die auch, bin mir aber nicht sicher, ob
die dort "Samichlaus" (St.Nikolaus) heißen, oder ob es die zu
Samichlaus gibt.
In Backbüchern habe ich sowas schonmal als "Gebildbrot"
bezeichnet gesehen.

Jedenfalls ist der Weggemaa aus süßem Hefeteig; die Versionen,
die ich kenne, haben keine Pfeife, sondern 2 Rosinenaugen und
einen Rosinenmund und 3, 4 Rosinen als Knöpfe vornedrauf.

Helga Schulz

unread,
Feb 19, 2009, 2:34:39 PM2/19/09
to
"Christina Kunze" <ku...@revesz.de> schrieb vorher:

>"Frank Hucklenbroich" <Hucklen...@aol.com> schrieb
>> Am Wed, 18 Feb 2009 16:14:44 +0100 schrieb Gerald Fix:
>>
>>> On Wed, 18 Feb 2009 06:37:15 -0800 (PST), "Frank A. Simon"
>>> <frank...@ymail.com> wrote:
>>
>>>>Weckmann - Stutenkerl
>>>
>>> Was ist das?
>>
>> So ein Männlein, aus Weißbrotteig (="Wecken") gebacken,

Nicht Weißbrotteig, Zopfteig!


>
>Das Wesentliche am Stuten ist MUBEN, dass der Hefeteig mit
>Milch angesetzt ist und nicht mit Wasser.

Eben.

>(Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, vielleicht
> sind die Stuten, die ich backe, ja verkappte Hengste.)

Möglicherweise, der Berliner Barches (gab es früher beim Moabiter
Bäcker, es sah aus wie Zopf) ist wohl ohne Milch oder ohne
Butter, jedenfalls weniger milchprodukthaltig als die mir sonst
bekannte südwestdeutsche Variante "Zopf".

Helga Schulz

unread,
Feb 19, 2009, 2:34:43 PM2/19/09
to
ermert...@gmail.com (Markus Ermert) schrieb vorher:

>Frank A. Simon schrieb:
>
>> Schwaben - Ruhrgebiet
>> ========================================

>> Halbweissbrot - Graubrot
>
>Bei Brot- und Wurstsorten gibt es so zahlreiche regionale
>Bezeichnungsvarianten wie in kaum einem anderen Bereich.

Und nicht nur Bezeichnungs- auch Sachvarianten.
>
>> Lyoner - Mortadella
>
>Mortadella? Wohl eher Fleischwurst, wenn Du die gekringelte meinst.

Wobei Lyoner, Fleischwurst und Mortadella aber jeweils was anders
sind (abweichendes Rezept. Lyoner enthält wohl u.a. Sahne oder
Milch, Mortadella gewiß nicht)

Thomas Schade

unread,
Feb 19, 2009, 3:51:30 PM2/19/09
to
On 18.02.2009 23:36, Manfred Hoß wrote:
> Am Wed, 18 Feb 2009 22:51:25 +0100 schrieb Thomas Schade:>
>> On 18.02.2009 22:45, Manfred Hoß wrote:

>>>> Klingelbutz - Klingelmännchen
>>> "Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
>>> Tätigkeit.
>>
>> Es geht hier aber um den Klingelstreich. Den kenne ich aus dem
>> Ruhrgebiet auch nur als 'Klingelmännchen'.
>
> Hier ist "Klingelputzen" der gängige Ausdruck.

Wo ist bei dir denn hier?

>> 'Klinkenputzen' ist für mich die Tätigkeit des klassischen Vertreters.

Wobei ich mich gerade frage, wieso ich beim 'Klingelputzen' ein k
gelesen habe.

> Des lästigen Vertreters, mAn.

Der klassische Vertreter ist natürlich lästig.


Ciao
Toscha
--
Frauen sind wie Tee:
Man soll sie ziehen lassen.

Thomas Schade

unread,
Feb 19, 2009, 3:55:31 PM2/19/09
to
On 19.02.2009 01:24, Oliver Cromm wrote:

>> Weckmann - Stutenkerl - ?
>
> Diese haben in meiner Sozialisation keine entscheidende Rolle gespielt,
> offenbar im Unterschied zu vielen anderen hier. Von einer Pfeife ist mir
> gleich gar nichts bekannt.

Sowas: http://www.kettiger.de/toni/07.htm
kennst du nicht?


Ciao
Toscha
--
Those who would give up essential Liberty,
to purchase a little temporary Safety,
deserve neither Liberty nor Safety."
[Benjamin Franklin]

Manfred Hoß

unread,
Feb 19, 2009, 4:20:37 PM2/19/09
to
Am Thu, 19 Feb 2009 21:51:30 +0100 schrieb Thomas Schade:

> On 18.02.2009 23:36, Manfred Hoß wrote:
>> Am Wed, 18 Feb 2009 22:51:25 +0100 schrieb Thomas Schade:>
>>> On 18.02.2009 22:45, Manfred Hoß wrote:
>
>>>>> Klingelbutz - Klingelmännchen
>>>> "Klingelputzer", wenn du die Person meinst, "Klingelputzen" für die
>>>> Tätigkeit.
>>>
>>> Es geht hier aber um den Klingelstreich. Den kenne ich aus dem
>>> Ruhrgebiet auch nur als 'Klingelmännchen'.
>>
>> Hier ist "Klingelputzen" der gängige Ausdruck.
>
> Wo ist bei dir denn hier?

Schwaben, Großraum Stuttgart.

Gruß
Manfred.

Volker Gringmuth

unread,
Feb 19, 2009, 4:43:35 PM2/19/09
to
Walter Schmid wrote:

> Ich halte es deshalb für einen Schreibfehler: es muss "Holstunde"
> heissen, analog zu "Holschuld". Es ist eine Stunde, wo sich der
> Schüler Wissen 'holen' muss, wo es ihm nicht 'gebracht' wird.

Neinneinnein. In solchen Stunden zieht sich der Schöler in die /Höhle/ des
Computerraumes zurück und macht das Internet 45 Minuten lang unsicher.


vG

--
Diese Nachricht wurde mit freundlicher Unterstützung eines freilaufenden
Pinguins erstellt und ist garantiert frei von Microsoft-Viren.
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin für jeden: <http://debian.org/> --

Christina Kunze

unread,
Feb 19, 2009, 5:58:37 PM2/19/09
to
"Helga Schulz" <h...@colorcraze.de> schrieb

> -Weggemaa
> In der Schweiz gibt es die auch, bin mir aber nicht sicher, ob
> die dort "Samichlaus" (St.Nikolaus) heißen, oder ob es die zu
> Samichlaus gibt.
> In Backbüchern habe ich sowas schonmal als "Gebildbrot"
> bezeichnet gesehen.

Gebildbrot ist der Überbegriff, das sind auch kreuzförmige
und Lilien und Osterlämmer und was man sonst noch so in
Formen haut.
Ich finde den Begriff schön und sage Gebildkekse, wenn ich
zu Nikolaus aus Spekulatiusteig Figuren backe (um nicht
schon wieder Schokolade zu verschenken).

chr

Yvonne Steiner

unread,
Feb 19, 2009, 6:09:10 PM2/19/09
to
Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:

> Michael Pachta <mip...@gmx.de> schrieb vorher:

> >Ein Stück süßes Weißbrot in Form eines Männchens, meist mit Rosinen als


> >Augen und, als besonderes Merkmal, einer kleinen Tonpfeife im Arm.
> >Häufig ab der frühen Vorweihnachtszeit bis Weihnachten herum angeboten
> >(etwa ab St. Martin). Am Niederrhein sagt man eher Weggemann. Den
> >Begriff Stutenkerl würde ich eher im Münsterland vermuten.
>
> -Weggemaa
> In der Schweiz gibt es die auch, bin mir aber nicht sicher, ob
> die dort "Samichlaus" (St.Nikolaus) heißen, oder ob es die zu
> Samichlaus gibt.

Ja, es gibt sie hierzulande zum 6. Dezember, dem Nikolaustag.
Sie heissen "Grittibänzen". <http://tinyurl.com/cfzj57>


--
Yvonne Steiner

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Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 20, 2009, 2:38:40 AM2/20/09
to
Wolfgang Schwanke meinte:

>> Inzwischen scheinen aber die Berührungsängste der Konfessionen etwas
>> zurückgegangen zu sein - hier zu Stadtteil wird die herbstliche
>> Kleinkinderdemo von beiden Gemeinden organisiert; in einem Jahr geht
>> der Zug von dieser zu jener Kirche, im anderen umgekehrt.
>
> Ist St. Martin nicht inzwischen längst durch Hällowien
> überlagert/verdrängt?

Nein, das ist nur dazugekommen und hat nichts verdrängt. Früher (zu
meiner Kinderzeit) gabs nur Laternenumzüge Anfang Dezember;
hinzugekommen ist, dass Kindertrupps bettelnd um die Häuser ziehen.

Die Bettelbanden kommen zwar hier zu Stadt inzwischen sowohl wg.
Halloween ("Süßes, sonst Saures") wg. St. Martin ("Matten Matten
Mähren ...") und fordern vehement eine Ration Süßbapp ein.
Laternenumzüge finden nur wg. St. Martin statt.

Diedrich
--
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Lothar Frings

unread,
Feb 20, 2009, 2:56:56 AM2/20/09
to
Wolfram Heinrich tat kund:

> Am Thu, 19 Feb 2009 12:40:31 +0100 schrieb Yvonne Steiner:
>
> > Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> wrote:
>
> >>wie heißt dann das Vorbeugerle in der Schweiz?
>
> > Ja genügt dir denn _dafür_ ein kleines?
>
> Wenn der Gorilla mit 4 cm (erigiert) auskommt, sollte der Mensch (Mann)
> auch damit klarkommen.

Kommt er ja auch. Das Problem ist die Frau.

Christian Seidl

unread,
Feb 20, 2009, 5:15:02 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 00:09, ystei...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) wrote:

> > -Weggemaa
> > In der Schweiz gibt es die auch, bin mir aber nicht sicher, ob
> > die dort "Samichlaus" (St.Nikolaus) heißen, oder ob es die zu
> > Samichlaus gibt.
>
> Ja, es gibt sie hierzulande zum 6. Dezember, dem Nikolaustag.
> Sie heissen "Grittibänzen". <http://tinyurl.com/cfzj57>

Oder "Grättimannen".

Ch.

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 6:13:25 AM2/20/09
to
On 18 Feb., 15:37, "Frank A. Simon" <frank.si...@ymail.com> wrote:

> Schwaben - Ruhrgebiet
> ========================================
> Halbweissbrot - Graubrot

Halbweissbrot? Noch nie gehört. Klingt eher nach Brüsseldeutsch.

> Lyoner - Mortadella

Lyoner und Mortadella sind durchaus verschieden.

> Fasching - Karneval

Also, Fasching geht gar nicht!
Fasnet hoißt des.

> Volksfest - Kirmes

Ach was. Eher so
Hockete - Volksfest

> Klingelbutz - Klingelmännchen

Was soll das jetzt sein?

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 6:15:17 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 08:38, Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerd...@t-online.de>
wrote:

> Wolfgang Schwanke meinte:
>
> >> Inzwischen scheinen aber die Berührungsängste der Konfessionen etwas
> >> zurückgegangen zu sein - hier zu Stadtteil wird die herbstliche
> >> Kleinkinderdemo von beiden Gemeinden organisiert; in einem Jahr geht
> >> der Zug von dieser zu jener Kirche, im anderen umgekehrt.
>
> > Ist St. Martin nicht inzwischen längst durch Hällowien
> > überlagert/verdrängt?
>
> Nein, das ist nur dazugekommen und hat nichts verdrängt. Früher (zu
> meiner Kinderzeit) gabs nur Laternenumzüge Anfang Dezember;

Dann kann das nichts mit St. Martin zu tun haben, denn die Martinsgans
haucht ihr Leben definitiv vor dem 11. November aus.

Lothar Frings

unread,
Feb 20, 2009, 6:29:45 AM2/20/09
to
Ingo Menger tat kund:

> On 18 Feb., 15:37, "Frank A. Simon" <frank.si...@ymail.com> wrote:

> > Volksfest - Kirmes
>
> Ach was. Eher so
> Hockete - Volksfest

Eine Kirmes heißt im Ruhrgebiet definitiv Kirmes
und nicht Volksfest.

>
> > Klingelbutz - Klingelmännchen
>
> Was soll das jetzt sein?

Man drückt an einem Haus auf alle
Klingelknöpfe und rennt schnell weg.

Lothar Frings

unread,
Feb 20, 2009, 6:34:15 AM2/20/09
to
Ingo Menger tat kund:

Die Laternenumzüge finden definitiv zu St. Martin statt,
also stimmt eher Diedrichs Erinnerung betreffs Datum nicht.

Florian Ritter

unread,
Feb 20, 2009, 6:38:43 AM2/20/09
to
On 19 Feb., 20:06, "G.O.Tuhls" <G.O.Tu...@googlemail.com> wrote:

> > Ich frage mich schon seit längerem, warum die Dinger eigentlich
> > "Trinkhallen" heißen. Eine "Halle" ist für mich eigentlich eher eine
> > großer, hoher Raum. Die "Trinkhallen" sind jedoch genau das Gegenteil
> > davon.
>
> Na und, dafür waren Kaufhallen Hallen, aber es gab nichts zum Kaufen.

Von Dir, Freundchen, von Dir laß ick mir meene DDR schon ma jarnich
schlecht machen - FR

Florian Ritter

unread,
Feb 20, 2009, 6:44:17 AM2/20/09
to
On 19 Feb., 20:34, Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:

> >(Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, vielleicht
> > sind die Stuten, die ich backe, ja verkappte Hengste.)
>
> Möglicherweise, der Berliner Barches (gab es früher beim Moabiter
> Bäcker, es sah aus wie Zopf)

"Berliner Barches"? Hab ich noch nie gesehen noch gehört. Das muß eine
koschere Bäckerei gewesen sein, denn - FT-Leser wissen mehr - Barches
ist eine jüdische Backware. Wo war denn der Bäcker in Moabit? (Ich
habe mal - anfangs der 80er - in der Thomasiusstr. gewohnt)

FR

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 6:48:31 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 12:29, Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
> Ingo Menger tat kund:
>
> > On 18 Feb., 15:37, "Frank A. Simon" <frank.si...@ymail.com> wrote:
> > > Volksfest - Kirmes
>
> > Ach was. Eher so
> > Hockete - Volksfest
>
> Eine Kirmes heißt im Ruhrgebiet definitiv Kirmes
> und nicht Volksfest.

Das dachte ich mir. Meines war als neuer Eintrag gemeint.
Daß es im Schwäbischen verschiedene Wörter für Kirchweih gibt, hatten
ja andere schon geschrieben, aber Hockete ist natürlich keines davon.

> > > Klingelbutz - Klingelmännchen
>
> > Was soll das jetzt sein?
>
> Man drückt an einem Haus auf alle
> Klingelknöpfe und rennt schnell weg.

Ach so, eine Klingelpartie.

Florian Ritter

unread,
Feb 20, 2009, 6:55:24 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 12:13, Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> wrote:

> > Lyoner - Mortadella
>
> Lyoner und Mortadella sind durchaus verschieden.

In Norditalien habe ich mal 'ne Mortadelle-Fabrik besichtigt, machte
aber nix her. Da war eine Käserei, die Parmesan herstellte, schon
intressanter. Der gemeine Pommer spricht Lyoner übrigens wie Leone
aus, war mir anfanx unverständlich.

> > Fasching - Karneval
>
> Also, Fasching geht gar nicht!
> Fasnet hoißt des.
>
> > Volksfest - Kirmes
>
> Ach was. Eher so
> Hockete - Volksfest

Erschtemal heißt das Hocketse und zwotens ist das kein Volksfest. Am
ehesten mit den Strauch- oder Besenwirtschaften zu vergleichen. Da
hocken die Schwaben in Garagen wie die Sardinen inner Dose aufeinander
& sauffen sich mit dem für Auswärtige ungenießbaren Trollinger die
Hucke voll. Dazu Schmalzstullen u.ä.

Ein Ruhrgebietler bestellte bei einer Hocketse wie folgt: "Isch hätte
jerne 'n kleines Helles, ain Köörnschen und die kleine Pieza." Um ein
kleines wäre da Lynchjustiz geübt worden - FR

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 20, 2009, 7:49:55 AM2/20/09
to
Florian Ritter schrieb:

> On 20 Feb., 12:13, Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> wrote:
>
>>> Lyoner - Mortadella
>> Lyoner und Mortadella sind durchaus verschieden.
>
> In Norditalien habe ich mal 'ne Mortadelle-Fabrik besichtigt, machte
> aber nix her. Da war eine Käserei, die Parmesan herstellte, schon
> intressanter. Der gemeine Pommer spricht Lyoner übrigens wie Leone
> aus, war mir anfanx unverständlich.
>
>>> Fasching - Karneval
>> Also, Fasching geht gar nicht!
>> Fasnet hoißt des.
>>
>>> Volksfest - Kirmes
>> Ach was. Eher so
>> Hockete - Volksfest
>
> Erschtemal heißt das Hocketse und zwotens ist das kein Volksfest. Am
> ehesten mit den Strauch- oder Besenwirtschaften zu vergleichen. Da
> hocken die Schwaben in Garagen wie die Sardinen inner Dose aufeinander
> & sauffen sich mit dem für Auswärtige ungenießbaren Trollinger die
> Hucke voll. Dazu Schmalzstullen u.ä.
>

Zum Trollinger ißt man doch Handkäs mit Musik, odr?

> Ein Ruhrgebietler bestellte bei einer Hocketse wie folgt: "Isch hätte
> jerne 'n kleines Helles, ain Köörnschen und die kleine Pieza." Um ein
> kleines wäre da Lynchjustiz geübt worden - FR

Ist mir imaginierbar! Das gleiche passiert, wenn Du hier in ein
strikt veganisches Lokal gehst und 1 Gulasch, 1 Bier und 1 Schachtel
Zigaretten ordrest!

--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Ich nenn mich katholisch, du nennst mich
| | | |_| | Spinner. Steinigen oder verbrennen tun
| | | _ | wir deshalb schon lange keinen mehr."
|_|a |_| |_|a (W. Zähl in desd)

Helga Schulz

unread,
Feb 20, 2009, 9:07:26 AM2/20/09
to
Florian Ritter <flor...@yahoo.com> schrieb vorher:

Ach, schau an, auch Du warst also ein Temporärmoabiter.

Die Bäckerei war in der Perleberger, etwa Ecke Wilsnacker. Daß
die koscher war, glaub ich aber nicht, denn ich kaufte dort
mehrfach Erdbeertörtchen, bei denen an Gelatine nicht gespart
worden war. Die waren recht speziell, denn die hatten eine dünne
Schokoladenschicht auf dem Teig.
Barches hatten sie ab und an (sah aus wie Zopf mit 4 Strängen),
ich war davon recht angetan, weil mir Zopf nämlich immer zu
matschig ist, und der Barches schmeckte mir besser. Vielleicht
hatten die Nachbarn halt ähnliche Geschmäcker wie ich und mochten
das Überweiche auch nicht so arg, und der Bäcker hatte das Rezept
mal von jemand bekommen oder danach gefragt.
Es war ein Brotbäcker, der aber auch fast immer 2, 3 Torten
hatte. Leider machte er Anfang der 90er zu, wann weiß ich nicht
mehr, aber noch bevor ich weggezogen bin.

Obs den syrischen Bäcker in der Perleberger weiter oben, fast
schon gegenüber der Polizei, noch gibt? Der hatte
Baumstamm-Baklava am Stück, sah aus eine Liane. Aber der war
ziemlich exotisch mit seiner arabischen Beschriftung und der fast
leeren Vitrine, nicht so ein "normaler" Bäcker wie der andere.

Aber sonst sind mir in Berliner Bäckereien weder Barches noch
Zopf untergekommen. Plunder und Rumkugeln findet man oft, aber
mit dem geflochtenen Hefeteig haben sies nicht so.

Helga Schulz

unread,
Feb 20, 2009, 9:07:27 AM2/20/09
to
Florian Ritter <flor...@yahoo.com> schrieb vorher:

>On 20 Feb., 12:13, Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> wrote:


>
>> > Lyoner - Mortadella
>>
>> Lyoner und Mortadella sind durchaus verschieden.
>
>In Norditalien habe ich mal 'ne Mortadelle-Fabrik besichtigt, machte
>aber nix her.

Italienische Mortadella ist sehr anders als deutsche Mortadella!
Die italienische ist mehr eine Frisch- oder Weichwurst, die
deutsche gleicht eher einer Hartwurst (zu stark gehäckselte
Salami). Zutaten dürften auch ganz anders sein.

Helga Schulz

unread,
Feb 20, 2009, 9:07:27 AM2/20/09
to
Ingo Menger <quetz...@consultant.com> schrieb vorher:

>> Halbweissbrot - Graubrot
>
>Halbweissbrot? Noch nie gehört. Klingt eher nach Brüsseldeutsch.

Na, dann wird es aber Zeit, daß man Dir davon erzählt!
Ich habe zu Zeiten Halbweißbrot gegessen, als in Brüssel gerade
mal das Atomium stand und es noch keine EG, geschweige denn EU
gab. Halbweißbrot war das Standardbrot, das es beim Bäcker gab,
ein helles Brot aus 2/3 Weizen und 1/3 Roggenmehl, wenn ichs
richtig in Erinnerung habe. Der Laib war länglich-rund, glänzend,
oben mit mehreren wenig tiefen Zierschnitten versehen, und dürfte
etwa 2 kg gehabt haben. Es schmeckte auch in vertrocknetem
Zustand noch sehr gut, als Kind nagte ich gern die getrockneten
Knäusle zusammen mit Äpfeln.
Wie weit das Verbreitungsgebiet des Halbweißbrotes reichte, weiß
ich nicht, in Südbaden war es jedenfalls anzutreffen in den
1960ern und 1970ern. Danach begann die Umstellung in der Bäckerei
und die örtlichen Dorfbäcker, die immer auch Halbweißbrot gehabt
hatten, verschwanden fast vollständig. Da es heute nur noch sehr
wenig Bäckereien gibt, die ihr Brot wirklich aus regionalen
Zutaten nach früheren Rezepten selber backen, mußt Du ziemlich
suchen, bis Du heute noch ein Halbweißbrot bekommst.

Helga Schulz

unread,
Feb 20, 2009, 9:07:27 AM2/20/09
to
Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> schrieb vorher:

>Florian Ritter schrieb:
>> On 20 Feb., 12:13, Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> wrote:

>Zum Trollinger ißt man doch Handkäs mit Musik, odr?

Halte ich für unwahrscheinlich, "Handkäs mit Musik" ist SIW was
Hessisches, da wirds eher Äppelwoi dazu geben.

Christina Kunze

unread,
Feb 20, 2009, 9:12:33 AM2/20/09
to
"Wolfgang Schwanke" <s...@sig.nature> schrieb
> Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> wrote in
> news:au4u66x...@diedrich.ehlerding.dialin.t-online.de:

>
>> Inzwischen scheinen aber die Berührungsängste der Konfessionen etwas
>> zurückgegangen zu sein - hier zu Stadtteil wird die herbstliche
>> Kleinkinderdemo von beiden Gemeinden organisiert; in einem Jahr geht
>> der Zug von dieser zu jener Kirche, im anderen umgekehrt.
>
> Ist St. Martin nicht inzwischen längst durch Hällowien
> überlagert/verdrängt?

Das kommt auf die Konfessionszugehörigkeit an. Bei uns Katholiken
spielt Halloween eigentlich fast keine Rolle, St. Martin aber sehr.
Außerdem kommt es mir so vor, als richtete sich Halloween an
größere Kinder als der Lampionumzug.

chr

Tassilo Halbritter

unread,
Feb 20, 2009, 9:31:06 AM2/20/09
to
Helga Schulz schrieb:

> Florian Ritter <flor...@yahoo.com> schrieb vorher:
>
>> On 19 Feb., 20:34, Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
>>
>>>> (Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, vielleicht
>>>> sind die Stuten, die ich backe, ja verkappte Hengste.)
>>> Möglicherweise, der Berliner Barches (gab es früher beim Moabiter
>>> Bäcker, es sah aus wie Zopf)
>> "Berliner Barches"? Hab ich noch nie gesehen noch gehört. Das muß eine
>> koschere Bäckerei gewesen sein, denn - FT-Leser wissen mehr - Barches
>> ist eine jüdische Backware. Wo war denn der Bäcker in Moabit? (Ich
>> habe mal - anfangs der 80er - in der Thomasiusstr. gewohnt)
>
> Ach, schau an, auch Du warst also ein Temporärmoabiter.
>
> Die Bäckerei war in der Perleberger, etwa Ecke Wilsnacker. Daß
> die koscher war, glaub ich aber nicht, denn ich kaufte dort
> mehrfach Erdbeertörtchen, bei denen an Gelatine nicht gespart
> worden war. Die waren recht speziell, denn die hatten eine dünne
> Schokoladenschicht auf dem Teig.

Das ist ein grober Hausfrauen-Irrtum, daß Geleetörtchen auf Gelatine
basieren. Der heutige Koch nimmt dazu Pektin (aus Früchten, zB
Äpfeln od. Orangen gewonnen)!
Also könnten es durchaus koschere Törtchen gewesen sein ...

> Barches hatten sie ab und an (sah aus wie Zopf mit 4 Strängen),
> ich war davon recht angetan, weil mir Zopf nämlich immer zu
> matschig ist, und der Barches schmeckte mir besser. Vielleicht
> hatten die Nachbarn halt ähnliche Geschmäcker wie ich und mochten
> das Überweiche auch nicht so arg, und der Bäcker hatte das Rezept
> mal von jemand bekommen oder danach gefragt.
> Es war ein Brotbäcker, der aber auch fast immer 2, 3 Torten
> hatte. Leider machte er Anfang der 90er zu, wann weiß ich nicht
> mehr, aber noch bevor ich weggezogen bin.
>
> Obs den syrischen Bäcker in der Perleberger weiter oben, fast
> schon gegenüber der Polizei, noch gibt? Der hatte
> Baumstamm-Baklava am Stück, sah aus eine Liane. Aber der war
> ziemlich exotisch mit seiner arabischen Beschriftung und der fast
> leeren Vitrine, nicht so ein "normaler" Bäcker wie der andere.
>
> Aber sonst sind mir in Berliner Bäckereien weder Barches noch
> Zopf untergekommen. Plunder und Rumkugeln findet man oft, aber
> mit dem geflochtenen Hefeteig haben sies nicht so.

Lothar Frings

unread,
Feb 20, 2009, 9:49:12 AM2/20/09
to
Helga Schulz tat kund:

Wer sowas ißt, der wählt auch Koch.

Gerald Fix

unread,
Feb 20, 2009, 9:57:29 AM2/20/09
to
On Fri, 20 Feb 2009 15:07:27 +0100, Helga Schulz <h...@colorcraze.de>
wrote:

Im Schwäbischen gibt es den Backsteinkäse.


--
Viele Grüße
Gerald Fix

Richard Loebner

unread,
Feb 20, 2009, 10:14:46 AM2/20/09
to
The message <499ea6ea$0$2299$91ce...@newsreader02.highway.telekom.at>
from Tassilo Halbritter <m...@privacy.net> contains these words:


Gibts beim Trollinger auch Nonnenpfoerzle, oder muss man da erst nach
Augsburg umziehen?

--

Gruß
Richard

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 11:37:33 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 15:07, Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
> Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> schrieb vorher:

>
> >> Halbweissbrot - Graubrot
>
> >Halbweissbrot? Noch nie gehört. Klingt eher nach Brüsseldeutsch.
>
> Na, dann wird es aber Zeit, daß man Dir davon erzählt!
> Ich habe zu Zeiten Halbweißbrot gegessen, als in Brüssel gerade
> mal das Atomium stand und es noch keine EG, geschweige denn EU
> gab. Halbweißbrot war das Standardbrot, das es beim Bäcker gab,
> ein helles Brot aus 2/3 Weizen und 1/3 Roggenmehl, wenn ichs
> richtig in Erinnerung habe. Der Laib war länglich-rund, glänzend,
> oben mit mehreren wenig tiefen Zierschnitten versehen, und dürfte
> etwa 2 kg gehabt haben. Es schmeckte auch in vertrocknetem
> Zustand noch sehr gut, als Kind nagte ich gern die getrockneten
> Knäusle zusammen mit Äpfeln.

Du beschreibst etwas, das ich als Roggenmischbrot bezeichnen würde.
Es kann aber sein, daß ich in fast 20 Jahren württembergischen Exils
noch nicht oft genug Brot gekauft habe, meistens hole ich meins ja
nicht beim Bäcker, sondern vom Bauernhof und dort kann man es sich
einfach nehmen, wenn man das Geld in die Kasse gelegt hat. Dieses Brot
heißt übrigens "Roggenkaschte" und wäre in meinem früheren Leben als
"(kastenförmiges) Roggenvollkornbrot" oder - etwas ungenauer -
"Schwarzbrot" angesprochen worden.

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 11:52:40 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 12:55, Florian Ritter <flori...@yahoo.com> wrote:
> On 20 Feb., 12:13, Ingo Menger <quetzalc...@consultant.com> wrote:
>
> > > Lyoner - Mortadella
>
> > Lyoner und Mortadella sind durchaus verschieden.
>
> In Norditalien habe ich mal 'ne Mortadelle-Fabrik besichtigt, machte
> aber nix her.

Das ändert ja nichts dran, daß Lyoner keine Mortadella ist. Im Namen
des Verbraucherschutzes beschwöre ich daher alle Mitleser, diese
Übersetzung nicht zu verwenden. Man sagt ja auch nicht Sülze, wenn man
Rotwurst meint. Letztere mag man in gewissen Regionen, um von den
Eingeborenen besser verstanden zu werden, auch "Schwarzwust" nennen,
aber nicht Sülze.

> > Hockete - Volksfest
>
> Erschtemal heißt das Hocketse

Die Frage ist, wo. Oder gar was.

> und zwotens ist das kein Volksfest. Am
> ehesten mit den Strauch- oder Besenwirtschaften zu vergleichen.

Ach so. Jetzt wird mir das klar. Also "was". Daß der Name von Ding A
sich von dem eines anderen Dings B unterscheidet, ist aber nicht so
ungewöhnlich.

> Da
> hocken die Schwaben in Garagen wie die Sardinen inner Dose aufeinander
> & sauffen sich mit dem für Auswärtige ungenießbaren Trollinger die
> Hucke voll. Dazu Schmalzstullen u.ä.

Nicht bei der Hockete.
Bei der "Dorfhockete" beispielsweise sitzen einfach die Schwaben und
solche, die es werden wollen, ganz normal auf Bänken an Tischen
(vorzugsweise draußen oder aber im "Dorfgemeinschaftshaus", so man hat)
und sauffen Bier. Dazu "Rote" u.ä.

Ingo Menger

unread,
Feb 20, 2009, 11:59:45 AM2/20/09
to
On 20 Feb., 15:07, Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
> Florian Ritter <flori...@yahoo.com> schrieb vorher:

Ich wußte gar nicht, daß es außer Mortadella noch andere Erzeugnisse
gibt, die "Mortadella" im Namen tragen.


Diedrich Ehlerding

unread,
Feb 20, 2009, 8:01:57 AM2/20/09
to
Lothar Frings meinte:


>> Dann kann das nichts mit St. Martin zu tun haben, denn die
>> Martinsgans haucht ihr Leben definitiv vor dem 11. November aus.
>
> Die Laternenumzüge finden definitiv zu St. Martin statt,
> also stimmt eher Diedrichs Erinnerung betreffs Datum nicht.

Genau so ist es. Als Nichtkatholik kenne ich den Heiligenkalender nicht
so gut.

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