Das wird er auch nicht durch ein eingeschobenes 'möchte'.
Meiner Erfahrung nach benutzt man Sprache nicht anhand eng absteckter
Bedeutungs-Abgrenzungen, sondern der Ton und Nuancierungen vor allem
bei Willens- und Wunschäußerungen, aber auch bei der Verdeutlichung
eigener und beim anderen vorausgesetzter Erwartungen sind mindestens
ebenso wichtig wie die wörtliche Bedeutung. Hier wäre für mich die Frage,
ob ein 'ich lade Dich ein' nicht so verstanden werden könnte, dass der
Sprecher mehr oder weniger erwartet, dass der Eingeladene der Einladung
Folge leistet. Außerdem, darauf hatte jemand hier hingewiesen, kann man
diese leicht barsch vorgetragene Einladung als 'Vogel friss oder stirb'
verstehen: Wenn du kommst, gut, wenn nicht, ist das dein Problem', wohin-
gegen die verhöflichte Einladung das Zusatzangebot andeutet, sich über den
Termin ja noch weiter verständigen zu können.
Wenn man den Satz jedoch aus dem Kontext herauspräpariert liest und nur
auf die Wortbedeutungen schaut, trifft Deine Aussage zu.
Gruß Ralf Joerres