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ich lade dich ein - ich möchte dich einladen

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Ralf Joerres

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Jul 12, 2018, 12:20:34 AM7/12/18
to
Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
'ich lade dich für Sonntag ein'? Oder täusche ich mich da?

Gruß Ralf Joerres

Ulf.K...@web.de

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Jul 12, 2018, 2:45:34 AM7/12/18
to
Am Donnerstag, 12. Juli 2018 06:20:34 UTC+2 schrieb Ralf Joerres:
> Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
> 'ich lade dich für Sonntag ein'? Oder täusche ich mich da?

Gilt als höflicher, konjunktivisch herumzueiern.

Gruß, ULF

Jaakob Kind

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Jul 12, 2018, 7:49:19 AM7/12/18
to
"Ralf Joerres" wrote in message
news:f91af90f-cfa6-42c5...@googlegroups.com...

> Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
> 'ich lade dich für Sonntag ein'? Oder täusche ich mich da?

Macht man das? Ich verwende beides mit einer Präferenz auf "ich lade ein".
Die Leute, die mit "möchte" arbeiten, denken wahrscheinlich, dass das
höflicher ist. Ich sehe aber zumindest beim Verb "einladen" keinen
Unterschied.

Viele Grüße
Jaakob

Ulf.K...@web.de

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Jul 12, 2018, 7:53:46 AM7/12/18
to
Am Donnerstag, 12. Juli 2018 13:49:19 UTC+2 schrieb Jaakob Kind:
> "Ralf Joerres" wrote in message
> news:f91af90f-cfa6-42c5...@googlegroups.com...
>
> > Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
> > 'ich lade dich für Sonntag ein'? Oder täusche ich mich da?
>
> Macht man das?

Nein, niemals. https://www.presseportal.de/pm/112032/3035514

Jakob Achterndiek

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Jul 12, 2018, 7:58:40 AM7/12/18
to
Am 12.07.2018 um 06:20 schrieb Ralf Joerres:
> Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
> 'ich lade dich für Sonntag ein'?

Was mir noch unter den Nägeln brennt:
Sagt ihr auch eher "guten Morgen" als "guten Abend"?
--
;) j/\a

Jaakob Kind

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Jul 12, 2018, 8:14:31 AM7/12/18
to
wrote in message
news:cc954d30-c3d5-402f...@googlegroups.com...

> Nein, niemals. https://www.presseportal.de/pm/112032/3035514

Anekdotische Evidenz ist nicht geeignet, zu beweisen, was man "eher" macht.
Der OP hat IMHO behauptet, dass die "möchte"-Konstruktion häufiger ist. Dass
das stimmt, belegt man nicht dadurch, dass man ein Beispiel angibt.

Viele Grüße
Jaakob


Ulf.K...@web.de

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Jul 12, 2018, 8:24:26 AM7/12/18
to
Am Donnerstag, 12. Juli 2018 14:14:31 UTC+2 schrieb Jaakob Kind:

> Anekdotische Evidenz ist nicht geeignet, zu beweisen, was man "eher" macht.

Eher zur Erhöhung gefühlter Förm- und Höflichkeit.

Bei engsten Familienmitgliedern eher entbehrlich ;)

> Der OP hat IMHO behauptet, dass die "möchte"-Konstruktion häufiger ist. Dass
> das stimmt, belegt man nicht dadurch, dass man ein Beispiel angibt.

Statistische Auswertung mache ich dafür nicht.
In der Tat hatte ich bei Deiner Rückfrage diesen Bezug
nicht mehr auf dem Schirm.

Helmut Richter

unread,
Jul 12, 2018, 9:38:01 AM7/12/18
to
– „Ich würde sagen ...“

– „Dann sags doch oder lass es bleiben.“

--
Helmut Richter

Ralf Joerres

unread,
Jul 12, 2018, 11:03:39 AM7/12/18
to
Sehr witzig, echt! Eine Teilnehmerin schrieb (!) in einer Übungs-E-Mail:
"Den Umzug habe ich jetzt geschafft, und alle Möbel sind jetzt auch an
ihrem richtigen Platz. Ich lade dich für nächsten Sonntag ein. Schreib
mir, ob das für dich geht."

Ich fand das in diesem Zusammenhang unpassend und wunderte mich darüber.
Daher die Frage.

Ich bin jetzt also nicht, wie Deine Frage andeutet, völlig abgedreht,
sondern stelle wie meistens eine ernst gemeinte Frage.

Ralf Joerres

Jaakob Kind

unread,
Jul 12, 2018, 11:53:47 AM7/12/18
to
"Ralf Joerres" wrote in message
news:6ae8ee77-59fb-4b06...@googlegroups.com...

> "Den Umzug habe ich jetzt geschafft, und alle Möbel sind jetzt auch an
> ihrem richtigen Platz. Ich lade dich für nächsten Sonntag ein.

Für mich völlig in Ordnung. Ich würde noch schreiben, wozu eingeladen wird
und wann man da sein soll, aber "möchte" erhöht für mich hier die
Höflichkeit nicht. Es wirkt eher geschwollen.

> Schreib mir, ob das für dich geht."

Hier würde ich aber ein "bitte" einsetzen. Und eher "ob es dir passt"
schreiben.

Viele Grüße
Jaakob

Tobias J. Becker

unread,
Jul 12, 2018, 12:37:35 PM7/12/18
to
Ralf Joerres schrieb am 12.07.2018, 06:20 Uhr:
> Wieso sagt man eher 'ich möchte dich für Sonntag einladen' als
> 'ich lade dich für Sonntag ein'? Oder täusche ich mich da?

Sofern man das wirklich tut: vermutlich aus Höflichkeit, um nicht so
nötigend zu wirken. Wie es zum Beispiel bei einer ähnlich lautenden
Vorladung der Fall ist.


Aber: Wenn man es ganz wörtlich nimmt, bedeutet "einladen" ja eine
tatsächliche räumliche Integration. Hier integriert man jemanden in die
Räumlichkeit, in welcher die Festlichkeit stattfindet - jedoch erst
dann, wenn derjenige auch tatsächlich erscheint. Bis dahin möchte man
ihn nur ein-laden, kann es aber noch gar nicht.

Es hätte also zumindest einen gewissen etymologischen Sinn, aber ich
möchte nicht behaupten (und tue es auch nicht), dass das wirklich der
Hintergrund einer solchen Verwendung ist.


Tobias

Erik Meltzer

unread,
Jul 13, 2018, 5:22:24 AM7/13/18
to
Moin!

On 12.07.2018 18:36, Tobias J. Becker wrote:
> Aber: Wenn man es ganz wörtlich nimmt, bedeutet "einladen" ja eine
> tatsächliche räumliche Integration. Hier integriert man jemanden in die
> Räumlichkeit, in welcher die Festlichkeit stattfindet - jedoch erst
> dann, wenn derjenige auch tatsächlich erscheint. Bis dahin möchte man
> ihn nur ein-laden, kann es aber noch gar nicht.

Du meinst, wie einen Koffer, dem man ja auch vorher sagen würde,
man möchte ihn in den Kofferraum "einladen", bevor man es tut?
Interessanter Gedanke.

Liebe Grüße, Ermel, dem das hätte-wäre-würde-Gedruckse aber auch
nicht gefällt
--
Nach 10 Jahren oder so zurück im Usenet.
Schmeckt wie früher.

Thomas Schade

unread,
Jul 13, 2018, 5:35:42 AM7/13/18
to
On 13.07.2018 10:55, Erik Meltzer wrote:
> On 12.07.2018 18:36, Tobias J. Becker wrote:

>> Aber: Wenn man es ganz wörtlich nimmt, bedeutet "einladen" ja eine
>> tatsächliche räumliche Integration. Hier integriert man jemanden in die
>> Räumlichkeit, in welcher die Festlichkeit stattfindet - jedoch erst
>> dann, wenn derjenige auch tatsächlich erscheint. Bis dahin möchte man
>> ihn nur ein-laden, kann es aber noch gar nicht.
>
> Du meinst, wie einen Koffer, dem man ja auch vorher sagen würde,
> man möchte ihn in den Kofferraum "einladen", bevor man es tut?
> Interessanter Gedanke.

Erinnert an den Dialog zwischen Mutter und Tochter anlässlich Tochters
neuem Auto:
Mutter: Kannst du mir den Sitz bitte vorstellen?
Tochter: Sitz, dies ist Mutti; Mutti, das ist Sitz.


Ciao
Toscha
--
Der neue Faschismus wird nicht sagen, er sei der neuer Faschismus.
Er wird sagen: "Ich bin ja kein Nazi, aber ..."

Erik Meltzer

unread,
Jul 13, 2018, 7:03:36 AM7/13/18
to
Moin!

On 13.07.2018 11:35, Thomas Schade wrote:
> Erinnert an den Dialog zwischen Mutter und Tochter anlässlich Tochters
> neuem Auto:
> Mutter: Kannst du mir den Sitz bitte vorstellen?
> Tochter: Sitz, dies ist Mutti; Mutti, das ist Sitz.

"Kannst du mal bitte den Ofen anmachen?"
"Heey Ofen, na, wie wärs mit uns beiden?"
"Ich meinte anfeuern!"
"O-fen! O-fen! O-fen!"

EKNW,
Ermel.

Detlef Meißner

unread,
Jul 13, 2018, 8:27:04 AM7/13/18
to
Erik Meltzer schrieb:
> Moin!
>
> On 13.07.2018 11:35, Thomas Schade wrote:
>> Erinnert an den Dialog zwischen Mutter und Tochter anlässlich Tochters
>> neuem Auto:
>> Mutter: Kannst du mir den Sitz bitte vorstellen?
>> Tochter: Sitz, dies ist Mutti; Mutti, das ist Sitz.
>
> "Kannst du mal bitte den Ofen anmachen?"
> "Heey Ofen, na, wie wärs mit uns beiden?"
> "Ich meinte anfeuern!"
> "O-fen! O-fen! O-fen!"
>
"Schrecke bitte die Eier ab!"
"HUUUH!"

--
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der
Persönlichkeit. (Mark Twain)

Ulf.K...@web.de

unread,
Jul 13, 2018, 10:24:19 AM7/13/18
to
Am Donnerstag, 12. Juli 2018 18:37:35 UTC+2 schrieb Tobias J. Becker:

> Aber: Wenn man es ganz wörtlich nimmt, bedeutet "einladen" ja eine
> tatsächliche räumliche Integration. Hier integriert man jemanden in die
> Räumlichkeit, in welcher die Festlichkeit stattfindet - jedoch erst
> dann, wenn derjenige auch tatsächlich erscheint.

Dann wäre ungeladene Gäste eingeladen.

> Bis dahin möchte man
> ihn nur ein-laden, kann es aber noch gar nicht.

Nein, denn Einladungen kann man ausschlagen oder ignorieren,
ohne daß sie deswegen keine Einladung mehr wären.

Die konjunktivische Höflichkeit mag auch damit
zusammenhängen, daß der Eingeladene durch Terminkollision
verhindert sein könnte. Ist der Adressatenkreis nicht zu
groß, kann man ggf. umterminieren.

Gruß, ULF

Stefan Schmitz

unread,
Jul 13, 2018, 4:29:01 PM7/13/18
to
Am Donnerstag, 12. Juli 2018 13:49:19 UTC+2 schrieb Jaakob Kind:
Man könnte den Satz ohne das "möchte" als Verpflichtung zum Erscheinen
ansehen. Ergänzt man es, wird der Angebotscharakter betont.

Jaakob Kind

unread,
Jul 16, 2018, 6:51:37 AM7/16/18
to
"Stefan Schmitz" wrote in message
news:45ed8228-f0c9-4a2f...@googlegroups.com...

> Man könnte den Satz ohne das "möchte" als Verpflichtung zum Erscheinen
> ansehen. Ergänzt man es, wird der Angebotscharakter betont.

Könnte man, aber für mich ist eine Einladung immer ein Angebot, das man
nicht wahrnehmen muss, wenn man nicht möchte, aber meistens doch etwas
Positives. Den Angebotscharakter muss man IMHO nicht betonen.

Viele Grüße
Jaakob

Ralf Joerres

unread,
Jul 16, 2018, 7:39:58 AM7/16/18
to
Das wird er auch nicht durch ein eingeschobenes 'möchte'.

Meiner Erfahrung nach benutzt man Sprache nicht anhand eng absteckter
Bedeutungs-Abgrenzungen, sondern der Ton und Nuancierungen vor allem
bei Willens- und Wunschäußerungen, aber auch bei der Verdeutlichung
eigener und beim anderen vorausgesetzter Erwartungen sind mindestens
ebenso wichtig wie die wörtliche Bedeutung. Hier wäre für mich die Frage,
ob ein 'ich lade Dich ein' nicht so verstanden werden könnte, dass der
Sprecher mehr oder weniger erwartet, dass der Eingeladene der Einladung
Folge leistet. Außerdem, darauf hatte jemand hier hingewiesen, kann man
diese leicht barsch vorgetragene Einladung als 'Vogel friss oder stirb'
verstehen: Wenn du kommst, gut, wenn nicht, ist das dein Problem', wohin-
gegen die verhöflichte Einladung das Zusatzangebot andeutet, sich über den
Termin ja noch weiter verständigen zu können.

Wenn man den Satz jedoch aus dem Kontext herauspräpariert liest und nur
auf die Wortbedeutungen schaut, trifft Deine Aussage zu.

Gruß Ralf Joerres
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