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Klappen oder falten?

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Axel Reichert

unread,
Aug 27, 2021, 7:06:40 AM8/27/21
to
Servus zusammen,

diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt. Einen konkreten Fall kann
ich gerne spaeter nachliefern, haette aber zu Beginn lieber eine
unvoreingenommene Diskussion.

Tschoe!

Axel

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 7:10:28 AM8/27/21
to
Beim Klappen habe ich meistens ein Scharnier, das beide Teile zusammenhält.

Ich klappe die Motorhaube zu oder den Koffer.

Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.

Zwei paar Schuhe.

Grüße,

Frank

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 7:19:33 AM8/27/21
to
On 27.08.2021 13:10, Frank Hucklenbroich wrote:
> Am Fri, 27 Aug 2021 13:06:38 +0200 schrieb Axel Reichert:

>> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
>> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt. Einen konkreten Fall kann
>> ich gerne spaeter nachliefern, haette aber zu Beginn lieber eine
>> unvoreingenommene Diskussion.
>
> Beim Klappen habe ich meistens ein Scharnier, das beide Teile zusammenhält.
>
> Ich klappe die Motorhaube zu oder den Koffer.

Jedenfalls handelt es sich beim Klappen um einen vorgegebenen Ablauf, in
Form eines Mechanismus im weitesten Sinne. Auch ein Buch wird
zugeklappt, hier ist der Buchrücken der 'Mechanismus'.

> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.

Oder auch Folien. Die Faltstelle ist jedenfalls nicht durch einen
Mechanismus vorgegeben.

> Zwei paar Schuhe.

Sehe ich auch so. Das Buch wird geklappt, die Zeitung gefaltet.


Ciao
Toscha
--
Ihre Hunde heißen Null und Eins?
Ja, das sind Bitbulls.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 8:02:07 AM8/27/21
to
Axel Reichert schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 13:06:40 UTC+2:

> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt. Einen konkreten Fall kann
> ich gerne spaeter nachliefern, haette aber zu Beginn lieber eine
> unvoreingenommene Diskussion.

Das hat wunderbar

geklappt
*gefaltet.

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 8:53:40 AM8/27/21
to
Ähnlich, wenn auch umgekehrt, ist bei Zitronenfalter vs. *Zitronenklapper.


Ciao
Toscha
--
Wenn man es nicht Alkohol nennt sondern Spiritus, ist man auch kein
Alkoholiker. Man ist dann ein Spiritueller.
[Twitterperlen]

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 8:55:48 AM8/27/21
to
Was schon gefaltet ist, kann man auf- und zuklappen, oder wieder
aufschlagen. Sonst muss man es erst knicken ...

--
Johannes Leckebusch - AR3

https://johannes-leckebusch.de/
https://johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/index.html
https://foto.ungruen.de/index2.html
https://flickr.com/photos/johannes_leckebusch/

Quinn C

unread,
Aug 27, 2021, 9:14:40 AM8/27/21
to
* Thomas Schade:

> On 27.08.2021 13:10, Frank Hucklenbroich wrote:
>> Am Fri, 27 Aug 2021 13:06:38 +0200 schrieb Axel Reichert:
>
>>> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
>>> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt. Einen konkreten Fall kann
>>> ich gerne spaeter nachliefern, haette aber zu Beginn lieber eine
>>> unvoreingenommene Diskussion.
>>
>> Beim Klappen habe ich meistens ein Scharnier, das beide Teile zusammenhält.
>>
>> Ich klappe die Motorhaube zu oder den Koffer.
>
> Jedenfalls handelt es sich beim Klappen um einen vorgegebenen Ablauf, in
> Form eines Mechanismus im weitesten Sinne. Auch ein Buch wird
> zugeklappt, hier ist der Buchrücken der 'Mechanismus'.

Ein weiterer Aspekt ist, daß "klappen" oft mit Geräusch verbunden ist,
das im Wiederholungsfall zu "klappern" werden kann, wie beim
Klapperstorch.

Beim Falten hat man es in der Regel mit weichem Material zu tun, das
solche Geräusche nicht macht.
--
Wir haben ein Teil von Ihren persönlichen Angaben ausgestriechen.
Mit freundlichen Grüßen Managementteam der Angaben mit persönlichem
Charakter der Paypal
-- SPAMPOESIE

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 9:15:38 AM8/27/21
to
Johannes Dreckewutz schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 14:55:48 UTC+2:

> Was schon gefaltet ist, kann man auf- und zuklappen, oder wieder
> aufschlagen.

Wenn man jemanden zusammengefaltet hat, muß man ihn nicht auch noch aufschlagen.

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 9:24:08 AM8/27/21
to
On 27.08.2021 15:14, Quinn C wrote:
> * Thomas Schade:

>> Jedenfalls handelt es sich beim Klappen um einen vorgegebenen Ablauf, in
>> Form eines Mechanismus im weitesten Sinne. Auch ein Buch wird
>> zugeklappt, hier ist der Buchrücken der 'Mechanismus'.
>
> Ein weiterer Aspekt ist, daß "klappen" oft mit Geräusch verbunden ist,
> das im Wiederholungsfall zu "klappern" werden kann, wie beim
> Klapperstorch.

Dessen Name leitet sich aber doch, ähnlich der Klapperschlange, vom Verb
klappern ab, nicht von klappen. Auch wenn die möglicherweise eine
gemeinsame Herkunft haben mögen.


Ciao
Toscha
--
In einem Land, in dem man sich um Klopapier prügelt, sollte man ganz
leise sein, wenn Menschen in Afghanistan um Plätze in einem Flugzeug
kämpfen, die sie in Sicherheit bringen könnten.
[Twitterperlen]

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 9:25:16 AM8/27/21
to
Nein, der kann sich ja selbst wieder entfalten.

Christian Weisgerber

unread,
Aug 27, 2021, 9:30:05 AM8/27/21
to
On 2021-08-27, Axel Reichert <ma...@axel-reichert.de> wrote:

> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt.

„Klappen“ tut man starre Elemente, die mit einem Gelenk verbunden
sind. „Falten“ tut man biegsame Gegenstände mit prinzipiell frei
bestimmbarer Biegestelle, insbesondere Tuch, Papier, Folie.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 9:36:09 AM8/27/21
to
Christian Weisgerber produzierte am Freitag, 27. August 2021 um 15:30:05 UTC+2:
> On 2021-08-27, Axel Reichert <ma...@axel-reichert.de> wrote:
>
> > diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
> > gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt.
> „Klappen“ tut man

Nur nicht zu nah an der Schriftsprache?

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 27, 2021, 10:13:20 AM8/27/21
to
Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:

> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.

Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?

--
Bertel

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 10:32:41 AM8/27/21
to
On 27.08.2021 16:13, Bertel Lund Hansen wrote:
> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:

>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>
> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter).

Auch das Englische kennt wohl nur 'to fold' und unterscheidet nicht
zwischen klappen und falten. Weswegen eines der Samsung Klapphandys
(Foldables im Englischen) wohl auch 'Fold xx' heißt.

> Aber wir haben "foldedør".
> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?

Das ist anzunehmen, jedenfalls gibt es Falttüren hier; als Beispiel:
<https://www.falttuerenprofi.de/images/product_images/info_images/12554_0.jpg>


Ciao
Toscha
--
If you don't need a mask because god will protect you,
why do you need a gun?

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 10:50:02 AM8/27/21
to
Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 27, 2021, 11:33:58 AM8/27/21
to
Axel Reichert meinte:
Wenn ich etwas (zusammen-, zu-, auf-)klappe, dann besteht das aus zwei
Teilen, und zwischen diesen Teilen gibt es evtl., aber nicht zwingend
ein wie auch immer geartetres Gelenk. Ich kann ein Buch auf- oder
zuklappen, ich kann ein Butterbrot zusammenklappen, aber weder das Buch
zufalten noch das Butterbrot. Falten kann ich hingegen ein vorher
flaches Stück Papier oder auch ein Kleidungsstück.

Und im übertragebnen sinne kann ein Versuch klappen, aber nicht falten,
wohingegen ein Chef einen Unbtergebenen zusammenfalten kann - worauf der
evtl. dann vor Scham oder schreck zusammenklappt.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 11:40:48 AM8/27/21
to
On 27.08.2021 16:28, Diedrich Ehlerding wrote:

> Wenn ich etwas (zusammen-, zu-, auf-)klappe, dann besteht das aus zwei
> Teilen, und zwischen diesen Teilen gibt es evtl., aber nicht zwingend
> ein wie auch immer geartetres Gelenk. Ich kann ein Buch auf- oder
> zuklappen, ich kann ein Butterbrot zusammenklappen, aber weder das Buch
> zufalten noch das Butterbrot.

Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
(zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
ein Falten ist.


Ciao
Toscha
--
Warum heißt es eigentlich Erstgeborenes und nicht Starterkid?
[Twitterperlen]

Antonia H.

unread,
Aug 27, 2021, 11:47:41 AM8/27/21
to
Wir haben auch Faltenröcke...

A.

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 11:56:57 AM8/27/21
to
Da fehlen jetzt aber echt die Klappröcke und Klapphosen ...

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 11:58:38 AM8/27/21
to
Diedrich Ehlerding wähnte und vermeinte am Freitag, 27. August 2021 um 17:33:58 UTC+2:

> Und im übertragebnen sinne kann ein Versuch klappen, aber nicht falten,
> wohingegen ein Chef einen Unbtergebenen zusammenfalten kann

Beide Bedeutungen wurden längst angebracht, aber noch nicht von jedem.

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 12:00:24 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
Klappstühle, Klapptische ...

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 27, 2021, 12:56:22 PM8/27/21
to
Thomas Schade meinte:

> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
> ein Falten ist.

Ich schneide einbe einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
möglichst gleichgroße Teile.

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 27, 2021, 12:57:11 PM8/27/21
to
Thomas Schade meinte:

> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
> ein Falten ist.

Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
möglichst gleichgroße Teile.

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 1:02:56 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 18:57 schrieb Diedrich Ehlerding:
> Thomas Schade meinte:
>
>> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
>> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
>> ein Falten ist.
>
> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
> möglichst gleichgroße Teile.

Dann noch ein paar Scheiben Wurst oder/und Emmentaler-Käse als Gelenk
drauf - fertig ist das Klappbrot! Nur die Wurst wird gefaltet ...

{;-)))))

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 1:06:18 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 19:03 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 27.08.2021 um 18:57 schrieb Diedrich Ehlerding:
>> Thomas Schade meinte:
>>
>>> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
>>> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
>>> ein Falten ist.
>>
>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>> möglichst gleichgroße Teile.
>
> Dann noch ein paar Scheiben Wurst oder/und Emmentaler-Käse als Gelenk
> drauf - fertig ist das Klappbrot! Nur die Wurst wird gefaltet ...
>
> {;-)))))

Aber noch besser ist die Wurst- oder Schinkenklappsemmel: Nicht ganz
durch/aufschneiden, aufklappen, Wurst und Käse rein, zuklappen. Lecker!

René Marquardt

unread,
Aug 27, 2021, 1:10:08 PM8/27/21
to
On 8/27/2021 11:00, Johannes Leckebusch wrote:
> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20 UTC+2:
>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>
>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>
>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>
> Klappstühle, Klapptische ...

Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
rattle stools.

Reinhard Zwirner

unread,
Aug 27, 2021, 1:21:55 PM8/27/21
to
Frank Hucklenbroich schrieb:
Und was ist der Unterschied zwischen einem Faltrad und einem Klapprad?

Fragt (auch sich)

Reinhard

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 1:36:19 PM8/27/21
to
Ah - wunderbar. Ich suchte im Kopf vergeblich nach einem Faltmöbel ...

Äh, verblüfft:

Falt|stuhl, der: zusammenklappbarer, hockerartiger Stuhl mit einer
Sitzfläche aus Stoff od. Leder.

© 2000 Dudenverlag

Hatte ich den verklappt ... äh, verdrängt?

Ulf Kutzner

unread,
Aug 27, 2021, 1:43:50 PM8/27/21
to
Das ist nun wieder eine andere Kategorie.

Meines Wissens versuchen die Drogisten bislang nicht,
dem Schönen Geschlecht und/oder der eitlen Männerwelt
Faltcrème aufzudrücken...

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 1:46:11 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 18:00 schrieb Johannes Leckebusch:
> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20 UTC+2:
>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>
>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>
>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>
> Klappstühle, Klapptische ...

Mist, wo bleibt das Klappbett?

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 27, 2021, 1:58:25 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:
Tsss - man google mal nach "Klappstuhl" und nach "Faltstuhl". Da werden
schön prinzipielle Unterschiede sichtbar.

Irgendwo gibt es aber auch so eine Art Grenz-Übergangsbereich, scheint mir.

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 2:49:35 PM8/27/21
to
On 27.08.2021 18:57, Diedrich Ehlerding wrote:
> Thomas Schade meinte:

>> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
>> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
>> ein Falten ist.
>
> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
> möglichst gleichgroße Teile.

So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden. Aber ich falte
sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.


Ciao
Toscha
--
Tonic ohne Alkohol ist Ginlos.

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 3:25:26 PM8/27/21
to
Ja, die gibt es, das ist eine Tür, die sich wie eine Ziehharmonika
(Akkordeon) zusammenfaltet.

Nicht zu verwechseln mit der "Falltür":
Das ist eine Klappe im Boden, durch die jemand in den Abgrund stürzt, sowas
gab es im Mittelalter in Burgen. Wenn da ein Mitglied des Hofes vor dem
König stand und in Ungnade gefallen war, wurde ein Hebel betätigt, eine
versteckte Klappe im Boden öffnete sich, und derjenigte stürzte in ein
unterirdisches Verließ.

Das hat dann aber nichts mit "falten" zu tun, sondern mit "fallen", weil
derjenige hinab fällt, wenn die Falltür sich öffnet.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 3:28:17 PM8/27/21
to
Am Fri, 27 Aug 2021 19:36:26 +0200 schrieb Johannes Leckebusch:

> Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:
>> On 8/27/2021 11:00, Johannes Leckebusch wrote:
>>> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>>>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20
>>>> UTC+2:
>>>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>>>
>>>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>>>
>>>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>>>
>>> Klappstühle, Klapptische ...
>>
>> Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
>> rattle stools.
>
> Ah - wunderbar. Ich suchte im Kopf vergeblich nach einem Faltmöbel ...
>
> Äh, verblüfft:
>
> Falt|stuhl, der: zusammenklappbarer, hockerartiger Stuhl mit einer
> Sitzfläche aus Stoff od. Leder.
>
> © 2000 Dudenverlag
>
> Hatte ich den verklappt ... äh, verdrängt?

Angler haben sowas.

Den kann man zusammengefaltet auf dem Fahrrad transportieren. Oder unter
dem Arm.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 3:43:51 PM8/27/21
to
In den 70ern hatten meine Eltern Klappräder, das war damals so eine Mode.
Einfache Teile mit kleinen Reifen, ohne Gangschaltung. Da gab es dann so
einen Knebel am Rahmen, mit dem man das Rad zusammenklappen konnte. Dann
passte es in den Kofferraum der damals üblichen Autos (Kombis gab es da ja
noch nicht so viel).

Moderne "Falträder" sind deutlich besser ausgestattet und viel teurer. Ich
denke, "Faltrad" ist ein Marketingbegriff, um sich von den alten
"Klapprädern" abzugrenzen. Das sind Räder, die Hipster mit in den ICE
nehmen, um zum Job zu pendeln.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 3:47:15 PM8/27/21
to
Am Fri, 27 Aug 2021 20:49:32 +0200 schrieb Thomas Schade:

> On 27.08.2021 18:57, Diedrich Ehlerding wrote:
>> Thomas Schade meinte:
>
>>> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
>>> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
>>> ein Falten ist.
>>
>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>> möglichst gleichgroße Teile.
>
> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden.

Je nach Art des Brotes klappt sie dann wieder auf, und je nach Art des
Belages ist das dann eine Sauerei.

> Aber ich falte
> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.

"Falten" würde ich für Brot auch nicht verwenden.

Eben weil es sich nicht falten lässt und dafür eigentlich zu dick ist.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 27, 2021, 3:48:07 PM8/27/21
to
Am 27 Aug 2021 15:24:31 GMT schrieb Stefan Ram:

> Wir hatten hier neulich:
>
> "fälteln"
>
>|in kleine, nahe beeinanderliegende Falten legen

Das klingt für mich nach Helvetismus.

Grüße,

Frank

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 27, 2021, 4:04:56 PM8/27/21
to
Den 27.08.2021 kl. 20.49 skrev Thomas Schade:

> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden. Aber ich falte
> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.

Ich tue beides (doch nicht mit derselben Scheibe). Auf Dänisch heisst
das "en klapsammen".

--
Bertel

Stefan Schmitz

unread,
Aug 27, 2021, 4:06:30 PM8/27/21
to
Am 27.08.2021 um 17:40 schrieb Thomas Schade:
> On 27.08.2021 16:28, Diedrich Ehlerding wrote:
>
>> Wenn ich etwas (zusammen-, zu-, auf-)klappe, dann besteht das aus zwei
>> Teilen, und zwischen diesen Teilen gibt es evtl., aber nicht zwingend
>> ein wie auch immer geartetres Gelenk. Ich kann ein Buch auf- oder
>> zuklappen, ich kann ein Butterbrot zusammenklappen, aber weder das Buch
>> zufalten noch das Butterbrot.
>
> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
> ein Falten ist.

Die Scheibe müsste schon sehr dünn und biegsam sein, um sie falten zu
können.

Axel Reichert

unread,
Aug 27, 2021, 4:25:20 PM8/27/21
to
Frank Hucklenbroich <huckle...@gmx.net> writes:

> Am Fri, 27 Aug 2021 19:21:53 +0200 schrieb Reinhard Zwirner:
>
>> Und was ist der Unterschied zwischen einem Faltrad und einem
>> Klapprad?

[...]

> Moderne "Falträder" sind deutlich besser ausgestattet und viel
> teurer. Ich denke, "Faltrad" ist ein Marketingbegriff, um sich von den
> alten "Klapprädern" abzugrenzen. Das sind Räder, die Hipster mit in
> den ICE nehmen, um zum Job zu pendeln.

Genau diese Begrifflichkeiten waren der (noch nicht genannte)
Ausgangspunkt meiner Anfrage. Ein typischer Brompton-Fahrer verwahrt
sich gegen den Begriff "Klapprad" und insistiert auf "Faltrad". Die
Abgrenzung ist eine Sache (und in der Tat kann man mit so einem Ding 200
km mit 3000 Hoehenmetern als Tagestour fahren), aber nach der
fruchtbaren Diskussion hier (vielen Dank!) halte ich das eher fuer eine
ungenaue Uebersetzung des englischen "folding bike". In diesem Sinne:

Ich mag mein Klappi!

Axel

Quinn C

unread,
Aug 27, 2021, 5:40:36 PM8/27/21
to
* Thomas Schade:
Und was machst Du mit einer Zitronenscheibe?

--
Dieser Antrag wird uns erlauben, Ihre E-Mail-Adresse in 
Auftragslist e, es nicht zu Ende des vorhergehenden 
Kurierdienst Ya hoo verlieren.
-- SPAMPOESIE

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 5:43:33 PM8/27/21
to
On 27.08.2021 23:40, Quinn C wrote:
> * Thomas Schade:

>>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>>> möglichst gleichgroße Teile.
>>
>> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
>> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden. Aber ich falte
>> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.
>
> Und was machst Du mit einer Zitronenscheibe?

Auspressen. Das ist aber ganz was anderes.


Ciao
Toscha
--
Leute ohne Masken, die stolz verkünden, sie hätten 'keine Angst vor dem
Virus', haben erstaunlich oft Angst vor syrischen Kindern oder
Gender-Sternchen.

Thomas Schade

unread,
Aug 27, 2021, 5:45:16 PM8/27/21
to
On 27.08.2021 20:48, Frank Hucklenbroich wrote:
> Am Fri, 27 Aug 2021 20:49:32 +0200 schrieb Thomas Schade:

>>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>>> möglichst gleichgroße Teile.
>>
>> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
>> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden.
>
> Je nach Art des Brotes klappt sie dann wieder auf, und je nach Art des
> Belages ist das dann eine Sauerei.

Ja, bei Zuckerrübensirup z. B. Muss man halt dann schneller essen.

>> Aber ich falte
>> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.
>
> "Falten" würde ich für Brot auch nicht verwenden.
>
> Eben weil es sich nicht falten lässt und dafür eigentlich zu dick ist.

Eben. Aber zum Klappen fehlt das Scharnier. Verzwickt ...


Ciao
Toscha
--
Ich gebe mir diese ganzen Diskussionen übers Gendern nicht mehr.
Wenn ich alte weiße Männer heulen hören will, gehe ich auf ein
Coldplay-Konzert.

René Marquardt

unread,
Aug 27, 2021, 6:03:01 PM8/27/21
to
On 8/27/2021 12:58, Johannes Leckebusch wrote:
> Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:
>> On 8/27/2021 11:00, Johannes Leckebusch wrote:
>>> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>>>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20
>>>> UTC+2:
>>>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>>>
>>>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>>>
>>>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>>>
>>> Klappstühle, Klapptische ...
>>
>> Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
>> rattle stools.
>
> Tsss - man google mal nach "Klappstuhl" und nach "Faltstuhl". Da werden
> schön prinzipielle Unterschiede sichtbar.

Heissen trotzdem alle nur folding chair.

> Irgendwo gibt es aber auch so eine Art Grenz-Übergangsbereich, scheint mir.

Irgenwann springt das Quantum.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 12:40:55 AM8/28/21
to
Selbst Crêpes werden eher zusammengeklappt als -gefaltet.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 12:44:14 AM8/28/21
to
Thomas Schade schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 23:45:16 UTC+2:
> On 27.08.2021 20:48, Frank Hucklenbroich wrote:
> > Am Fri, 27 Aug 2021 20:49:32 +0200 schrieb Thomas Schade:
>
> >>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
> >>> möglichst gleichgroße Teile.
> >>
> >> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
> >> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden.
> >
> > Je nach Art des Brotes klappt sie dann wieder auf, und je nach Art des
> > Belages ist das dann eine Sauerei.
> Ja, bei Zuckerrübensirup z. B. Muss man halt dann schneller essen.
> >> Aber ich falte
> >> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.
> >
> > "Falten" würde ich für Brot auch nicht verwenden.
> >
> > Eben weil es sich nicht falten lässt und dafür eigentlich zu dick ist.
> Eben. Aber zum Klappen fehlt das Scharnier. Verzwickt ...

Nicht selten wird es durch einen etwas ungleichmäßigen Spontanriß ersetzt.

HC Ahlmann

unread,
Aug 28, 2021, 2:02:16 AM8/28/21
to
Axel Reichert <ma...@axel-reichert.de> wrote:

> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt. Einen konkreten Fall kann
> ich gerne spaeter nachliefern, haette aber zu Beginn lieber eine
> unvoreingenommene Diskussion.

Beim klappbaren Gegenständen sind ein oder mehrere parallachsige
Scharniere beteiligt, beim faltenbaren sind es mehrere, gruppenweise
parallele Scharniere, die sich in mehreren Ebenen schneiden (typisch für
gefaltetes Papier: Papierflieger, Origami).
--
Munterbleiben
HC

HC Ahlmann

unread,
Aug 28, 2021, 2:02:16 AM8/28/21
to
Johannes Leckebusch <jlno...@johannes-leckebusch.de> wrote:

> Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:
> > On 8/27/2021 11:00, Johannes Leckebusch wrote:
> >> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
> >>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20
> >>> UTC+2:
> >>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
> >>>>
> >>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
> >>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
> >>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
> >>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
> >>>
> >>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
> >>
> >> Klappstühle, Klapptische ...
> >
> > Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
> > rattle stools.
>
> Tsss - man google mal nach "Klappstuhl" und nach "Faltstuhl". Da werden
> schön prinzipielle Unterschiede sichtbar.

Bei Klappstühlen liegen alle Achsen der Scharniere parallel, sodass ein
Stuhl nur eins seiner Maße L, B, H durch Zusammenklappenverringert und
aus einem "Würfel" mit etwa L≈B≈H ein flacher "Quader" mit etwa L≈B>>h
wird.
Bei Faltstühlen sind nicht alle Achsen parallel, sondern in mehreren
Ebenen jeweils schneidend und oder gruppenweise parallel, sodass sich
zwei seiner Maße verringern und ein "Würfel" zu einem balkenartigen
"Quader" mit etwa L>>b≈h gefaltet wird.

> Irgendwo gibt es aber auch so eine Art Grenz-Übergangsbereich, scheint mir.

Erzähl mehr.
--
Munterbleiben
HC

HC Ahlmann

unread,
Aug 28, 2021, 2:02:16 AM8/28/21
to
Nein, Klappräder haben nur ein Gelenk und können damit ein Maß
verringern, während Falträder mehrere Gelenke haben und deutlich kleiner
gefaltet werden können (man suche nach Brompton, Birdie, Dahon).
--
Munterbleiben
HC

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 2:31:50 AM8/28/21
to
HC Ahlmann schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 08:02:16 UTC+2:

> Beim klappbaren Gegenständen sind ein oder mehrere parallachsige
> Scharniere beteiligt, beim faltenbaren

Weder existiert dieses Adjektiv, noch paßt der Singuplural.

wolfgang sch

unread,
Aug 28, 2021, 3:18:59 AM8/28/21
to
Johannes Leckebusch <jlno...@johannes-leckebusch.de>
wrote in news:iosndv...@mid.individual.net:

> Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:

>> Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
>> rattle stools.
>
> Tsss - man google mal nach "Klappstuhl" und nach "Faltstuhl". Da werden
> schön prinzipielle Unterschiede sichtbar.

Übrigens das französische Wort für "Sessel" ist "fauteuil", und ist ein
Lehnwort aus dem Germanisch-Fränkischen "faldistol", also "Faltstuhl".

https://fr.wiktionary.org/wiki/fauteuil#%C3%89tymologie

"Klappstuhl" hab ich mal bei Leuten aus Westdeutschland als Schimpfwort
ungefähr mit der Bedeutung "Idiot" gehört. Ist das irgendwo gängig,
wenn ja wo? Oder war das In-Jargon einer einzelnen Familie?

--
Wollt ihr den totalen Klimaschutz?

http://www.wschwanke.de/ usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 28, 2021, 3:44:49 AM8/28/21
to
Den 28.08.2021 kl. 09.18 skrev wolfgang sch:

> "Klappstuhl" hab ich mal bei Leuten aus Westdeutschland als Schimpfwort
> ungefähr mit der Bedeutung "Idiot" gehört. Ist das irgendwo gängig,
> wenn ja wo? Oder war das In-Jargon einer einzelnen Familie?

Auf Dänisch ist "klaptorsk" (Klapp-Kabeljau) ein gängiges Schimpfwort.
Ich glaube aber nicht, dass das eigentlich mit "klap" zu tun hat. Ich
vermute, dass es sich nur um den Laut handelt.

--
Bertel

Thomas Schade

unread,
Aug 28, 2021, 3:50:55 AM8/28/21
to
Das passiert, und nicht selten. Aber ob der reicht, um bei mir 'klappen'
zu begründen? Ich bin mir da sehr unschlüssig.


Ciao
Toscha
--
Und, was machst du beruflich?
Ich helfe Menschen in Not.
Oh, du bist Notarzt?
Nein, Winzer.

Gunhild Simon

unread,
Aug 28, 2021, 3:52:07 AM8/28/21
to
wolfgang sch schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 09:18:59 UTC+2:

...
> Übrigens das französische Wort für "Sessel" ist "fauteuil", und ist ein
> Lehnwort aus dem Germanisch-Fränkischen "faldistol", also "Faltstuhl".
>
> https://fr.wiktionary.org/w
>
Danke für die Eymologie
Ich, die ich Französisch erst als dritte Fremdsprache erwarb , hatte
zugegebenermaßen Probleme mit der Unterscheidung von Feuillton
und fauteuil. Das führte zu der bleibenden Vorstellung, man läse das
Feuilleton im Fauteuil.
Gruß
Gunhild

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 28, 2021, 4:01:53 AM8/28/21
to
Den 28.08.2021 kl. 09.52 skrev Gunhild Simon:

> Ich, die ich Französisch erst als dritte Fremdsprache erwarb , hatte
> zugegebenermaßen Probleme mit der Unterscheidung von Feuillton
> und fauteuil.

Ich verstehe das Problem, aber das ist nicht so schwierig auf Dänisch,
denn "føljeton" ist ein übliches Wort. Übrigens wird es heute ab und zu
(6%) falsch geschrieben, von "følge" (folgen) inspiriert: følgeton.

--
Bertel

Gunhild Simon

unread,
Aug 28, 2021, 4:02:07 AM8/28/21
to
Ulf Kutzner schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 06:40:55 UTC+2:

> Selbst Crêpes werden eher zusammengeklappt als -gefaltet.
Der Crêpier an dem Büdchen um die Ecke faltet sehr sorgsam
zu einem Viertelpäckchen

Gruß
Gunhild

Gunhild Simon

unread,
Aug 28, 2021, 4:18:00 AM8/28/21
to
Frank Hucklenbroich schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 21:25:26 UTC+2:
...
< Verließ.
...
das Verlies, Plural die Verliese

Eymologisch kommt es egienrartgerweise nicht von verlassen,
sondern von verlieren.

Wenn man verlassen ist, ist man auch verloren.
Und wer verlassen ist, hat einen Verlust erlitten.
Und wer etwas verlroren hat auch.
So schließt sich der Kreis.

Gruß
Gunhild

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 28, 2021, 7:10:00 AM8/28/21
to
Jedenfalls muss man eine Zeitung, in der ein Feuilleton vorhanden ist,
erst mal aufklappen, um das zu lesen.

--
Johannes Leckebusch - AR3

https://johannes-leckebusch.de/
https://johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/index.html
https://foto.ungruen.de/index2.html
https://flickr.com/photos/johannes_leckebusch/

Gerald Gruner

unread,
Aug 28, 2021, 7:11:53 AM8/28/21
to
Thomas Schade schrieb am 27.08.21:

> On 27.08.2021 18:57, Diedrich Ehlerding wrote:
>> Thomas Schade meinte:
>
>>> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
>>> (zusammen-) klappen, obwohl es, im Fall einer einzelnen Scheibe, eher
>>> ein Falten ist.
>>
>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>> möglichst gleichgroße Teile.
>
> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden. Aber ich falte
> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.

Für mich ist "falten" immer mit sehr dünnem und biegsamem Material
verbunden, typischerweise Papier und vergleichbares, während ich bei
"klappen" immer etwas festeres und irgendeine Art Gelenk (im weitesten
Sinne) erwarte.

Beim Brot passt beides nicht so ganz.
Es ist zu dick zum Falten und bricht mangels Gelenk an der Biegestelle.
Vielleicht ist hier "Klappen" eine Art Ersatzbegriff, der den Vorgang des
Zuklappens ähnlich wie beim Buch beschreibt?

MfG
Gerald

--
"Today the German youth - you know they have sort of their own brand of
Flower Power over there. They have hairy boys and girls with beads and
funny clothes, and they're Nazis. Just like their mothers and fathers.
The problem is they believe they are the new left."
- Frank Zappa (1968 nach einem abgebrochenen Konzert in Berlin)

Martin Udelhoven

unread,
Aug 28, 2021, 7:14:53 AM8/28/21
to
"wolfgang sch" schrieb:

> "Klappstuhl" hab ich mal bei Leuten aus Westdeutschland als
> Schimpfwort
> ungefähr mit der Bedeutung "Idiot" gehört. Ist das irgendwo gängig,
> wenn ja wo? Oder war das In-Jargon einer einzelnen Familie?

Ist mir geläufig (Rheinland), allerdings als Bezeichnung für jemanden,
der eher schmächtig ist. Jemand also, den man gegebenenfalls
"zusammenfalten" kann.

Martin

Reinhard Zwirner

unread,
Aug 28, 2021, 7:35:58 AM8/28/21
to
HC Ahlmann schrieb:

[...]> Nein, Klappräder haben nur ein Gelenk und können damit ein Maß
> verringern, während Falträder mehrere Gelenke haben und deutlich kleiner
> gefaltet werden können (man suche nach Brompton, Birdie, Dahon).

Wobei nach einer in diesem Thread gelesenen Definition Gelenke zum
"Klappen" dienen ...

Meint ja nur

Reinhard

HC Ahlmann

unread,
Aug 28, 2021, 8:20:11 AM8/28/21
to
Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:

> On 28.08.2021 06:44, Ulf Kutzner wrote:
> > Thomas Schade schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 23:45:16 UTC+2:
>
> >> > "Falten" würde ich für Brot auch nicht verwenden.
> >> >
> >> > Eben weil es sich nicht falten lässt und dafür eigentlich zu dick ist.
> >> Eben. Aber zum Klappen fehlt das Scharnier. Verzwickt ...
> >
> > Nicht selten wird es durch einen etwas ungleichmäßigen Spontanriß ersetzt.
>
> Das passiert, und nicht selten. Aber ob der reicht, um bei mir 'klappen'
> zu begründen? Ich bin mir da sehr unschlüssig.

Die Stulle klappt nicht, wenn das Brot reißt, aber wenn es zuvor
geschnitten worden ist, isst man eine Klappstulle.
Klingt komisch, ist aber so.
--
Munterbleiben
HC

Antonia H.

unread,
Aug 28, 2021, 8:22:19 AM8/28/21
to
Am 27.08.2021 um 19:43 schrieb Ulf Kutzner:
> Antonia H. schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 17:47:41 UTC+2:
>> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20 UTC+2:
>>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>>
>>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>>
>>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>>>
>> Wir haben auch Faltenröcke...
>
> Das ist nun wieder eine andere Kategorie.
>
> Meines Wissens versuchen die Drogisten bislang nicht,
> dem Schönen Geschlecht und/oder der eitlen Männerwelt
> Faltcrème aufzudrücken...
>
Hier sind nun wieder ANTI-Falten-Cremes gefragt...
Aber "Anti" ist hier im Moment nicht das Thema, oder?

A.

HC Ahlmann

unread,
Aug 28, 2021, 8:25:24 AM8/28/21
to
...wenn sämtliche Achsen der Gelenke zueinander parallel sind, sonst ist
es "falten".
--
Munterbleiben
HC

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 28, 2021, 8:28:07 AM8/28/21
to
Am Fri, 27 Aug 2021 23:43:31 +0200 schrieb Thomas Schade:

> On 27.08.2021 23:40, Quinn C wrote:
>> * Thomas Schade:
>
>>>> Ich schneide eine einzelne Scheibe vor dem Zusammenklappen in zwei
>>>> möglichst gleichgroße Teile.
>>>
>>> So verschieden sind die Leute. Eine einzelne Scheibe Brot /klappe/ ich
>>> üblicherweise zusammen, ohne sie vorher zu zerschneiden. Aber ich falte
>>> sie eben nicht, was meinen bisherigen Beiträgen so gesehen zuwiderläuft.
>>
>> Und was machst Du mit einer Zitronenscheibe?
>
> Auspressen. Das ist aber ganz was anderes.

Schade, sonst wärst du ein amtlicher Zitronenfalter! :-)

Grüße,

Frank

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 28, 2021, 8:28:45 AM8/28/21
to
Jetzt ist mein Klappschirm aber beleidigt ...

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 28, 2021, 8:32:22 AM8/28/21
to
Das meinte ich mit dem "Knebel" am Rahmen. Man klappt das Rad einmal der
Länge nach zusammen, es ist danach nur noch halb so groß und
Kofferraumtauglich.

> während Falträder mehrere Gelenke haben und deutlich kleiner
> gefaltet werden können (man suche nach Brompton, Birdie, Dahon).

Ganz genau, und bis zu zehnmal so teuer sein können, wie ein einfaches
Klapprad.

Grüße,

Frnak

Thomas Schade

unread,
Aug 28, 2021, 8:38:37 AM8/28/21
to
Ich finde den Gebrauch von /$nachname/ und /du/ im Deutschen immer noch
irritierend. ;)


Ciao
Toscha
--
Doktor: Lassen Sie mal den Alkohol weg, dann sehen wir, ob's besser
wird.
Patient: Warum kann ich ihn nicht verdoppeln, und wir schauen, ob's
schlimmer wird?

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 28, 2021, 8:38:51 AM8/28/21
to
Am Sat, 28 Aug 2021 07:18:57 -0000 (UTC) schrieb wolfgang sch:

> "Klappstuhl" hab ich mal bei Leuten aus Westdeutschland als Schimpfwort
> ungefähr mit der Bedeutung "Idiot" gehört. Ist das irgendwo gängig,
> wenn ja wo? Oder war das In-Jargon einer einzelnen Familie?

Das kam in einem "Werner"-Comic vor, wo die bösen Rocker aus Hamburg in
einer Kneipe einfallen und der Chef "Zuckerei" verlangt. Da blafft er den
Kellner an mit den Worten: "Trab an, Du Klappstuhl!".

Ob das vorher auch im Norden gängig war, oder ob das eine Erfindung des
"Werner"-Zeichners Brösel ist, weiß ich allerdings nicht.

Der Comicband erschien Mitte der 80er Jahre, und war deutschlandweit sehr
populär. Im später in den Kinos erschienen "Werner"-Film kam die Szene auch
vor.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Aug 28, 2021, 8:40:52 AM8/28/21
to
Am Sat, 28 Aug 2021 01:17:59 -0700 (PDT) schrieb Gunhild Simon:

> Frank Hucklenbroich schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 21:25:26 UTC+2:
> ...
> < Verließ.
> ...
> das Verlies, Plural die Verliese

Oha, wieder was gelernt. Wobei das auch nicht unbedingt zu meinem aktiven
Wortschatz gehört.

> Eymologisch kommt es egienrartgerweise nicht von verlassen,
> sondern von verlieren.

Deshalb habe ich es wohl falsch geschrieben, ich dachte tatsächlich das
käme von verlassen.

Grüße,

Frank

Quinn C

unread,
Aug 28, 2021, 9:56:44 AM8/28/21
to
* Antonia H.:
Unterschiedlich. Die einen sind anti, die anderen sind anti-anti.

--
Identitat ist heute ein mobiles Thema, und in der Vergangenheit
konnte sie einfach so entschwinden. Das andert sich.
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Aug 28, 2021, 9:56:46 AM8/28/21
to
* Gunhild Simon:

> wolfgang sch schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 09:18:59 UTC+2:
>
> ...
>> Übrigens das französische Wort für "Sessel" ist "fauteuil", und ist ein
>> Lehnwort aus dem Germanisch-Fränkischen "faldistol", also "Faltstuhl".
>>
>> https://fr.wiktionary.org/w
>>
> Danke für die Eymologie
> Ich, die ich Französisch erst als dritte Fremdsprache erwarb , hatte
> zugegebenermaßen Probleme mit der Unterscheidung von Feuillton
> und fauteuil.

Das mit der "dritten" ist keine Begründung (und ich nehme an, Du glaubst
das auch selber nicht). Im Gegensatz zu Zähnen ist ja bei der dritten
auch keineswegs Ende der Fahnenstange. Französisch und Japanisch sind
meine vierte und fünfte Fremdsprache, und ich kann in beiden eine
Konversation führen, in der zweiten und dritten dagegen (Russisch und
Latein) nicht so wirklich.

--
*Klicken Sie auf "Antwort" Fill the Grid Informationen.
Klicken Sie dann auf "Senden" One After-Füllung. *
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Aug 28, 2021, 9:56:47 AM8/28/21
to
* HC Ahlmann:

> Nein, Klappräder haben nur ein Gelenk und können damit ein Maß
> verringern, während Falträder mehrere Gelenke haben und deutlich kleiner
> gefaltet werden können (man suche nach Brompton, Birdie, Dahon).

Das "Klapprad" meiner Schwester wurde dereinst schlicht in zwei Teile
zerlegt. Eigentlich eher ein Schraubrad.

--
Aufgrundder Überlastung aller Yahoo-Nutzer und die Entfernung
aller unbenutzten YahooAccounts, würde Yahoo haben, um Ihr Konto
zu schließen [...]
-- SPAMPOESIE

Quinn C

unread,
Aug 28, 2021, 9:56:50 AM8/28/21
to
* HC Ahlmann:

> Johannes Leckebusch <jlno...@johannes-leckebusch.de> wrote:
>
>> Am 27.08.2021 um 19:10 schrieb René Marquardt:
>>> On 8/27/2021 11:00, Johannes Leckebusch wrote:
>>>> Am 27.08.2021 um 16:50 schrieb Ulf Kutzner:
>>>>> Bertel Lund Hansen schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 16:13:20
>>>>> UTC+2:
>>>>>> Den 27.08.2021 kl. 13.10 skrev Frank Hucklenbroich:
>>>>>>
>>>>>>> Während es sich beim Falten um ein einziges Stück eines dünnen Mediums
>>>>>>> handelt (Papier, Stoff...), das man übereinander legt.
>>>>>> Auf Dänisch ist es dasselbe (beide Wörter). Aber wir haben "foldedør".
>>>>>> Heisst die nicht "Falttür" auf Deutsch?
>>>>>
>>>>> Wir haben Drehtüren, Klapptüren, Falttüren, Drehfalttüren...
>>>>
>>>> Klappstühle, Klapptische ...
>>>
>>> Und Klappstühle heissen auf Englisch zB folding chairs, und nicht etwa
>>> rattle stools.
>>
>> Tsss - man google mal nach "Klappstuhl" und nach "Faltstuhl". Da werden
>> schön prinzipielle Unterschiede sichtbar.
>
> Bei Klappstühlen liegen alle Achsen der Scharniere parallel, sodass ein
> Stuhl nur eins seiner Maße L, B, H durch Zusammenklappenverringert und
> aus einem "Würfel" mit etwa L≈B≈H ein flacher "Quader" mit etwa L≈B>>h
> wird.
> Bei Faltstühlen sind nicht alle Achsen parallel, sondern in mehreren
> Ebenen jeweils schneidend und oder gruppenweise parallel, sodass sich
> zwei seiner Maße verringern und ein "Würfel" zu einem balkenartigen
> "Quader" mit etwa L>>b≈h gefaltet wird.

Interessante Idee, aber ich würde einen einfachen Hocker aus zwei
rechteckigen Rahmen mit einer Stoff-Sitzfläche "Falthocker" nennen und
nicht "Klapphocker", obwohl auch der nur in einer Dimension reduziert
wird. Wie sehen andere das?

Es scheint mir eher darum zu gehen, daß die Sitzfläche (und
gegebenenfalls die Lehne) gefaltet wird.

Andererseits haben wir unsere Liegestühle mit Stoff-Liegefläche damals
auf- und zusammengeklappt, nicht gefaltet. Es bleibt kompliziert.

--
BITTE AUSFUILLEN DEIN DATAS AUS UNTEN.
-- SPAMPOESIE

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 9:59:48 AM8/28/21
to
Gunhild Simon schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 10:18:00 UTC+2:
> Frank Hucklenbroich schrieb am Freitag, 27. August 2021 um 21:25:26 UTC+2:
> ...
> < Verließ.
> ...
> das Verlies, Plural die Verliese
>
> Eymologisch kommt es egienrartgerweise nicht von verlassen,
> sondern von verlieren.

Gar nicht einmal besonders merkürdig, wenn auch recht selten.
Vgl. kiesen -> gekoren.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 10:04:20 AM8/28/21
to
Schon recht, sonst müßten wir Hustensaft und Schmerztabletten erörtern.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 10:06:13 AM8/28/21
to
Hm. Ich kenne Falttüren, bei denen alle Gelenke vertikal angeordnet sind.

Thomas Schade

unread,
Aug 28, 2021, 10:12:30 AM8/28/21
to
Empfindest du vertikal als Gegensatz zu parallel? Kann ich mir nicht
recht vorstellen, was aber deine Aussage mich etwas schwierig zu
interpretieren macht.


Ciao
Toscha
--
Die Entscheidung, ob ein Thema relevant ist, sollte nicht ständig von
denen gefällt werden, die vom Missstand nicht betroffen sind.
[Sarah Bosetti]

Thomas Schade

unread,
Aug 28, 2021, 10:14:11 AM8/28/21
to
On 28.08.2021 16:06, Ulf Kutzner wrote:
Empfindest du vertikal als Gegensatz zu parallel? Kann ich mir nicht
recht vorstellen, was aber deine Aussage für mich etwas schwierig zu

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 11:26:03 AM8/28/21
to
Thomas Schade schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 16:12:30 UTC+2:
> On 28.08.2021 16:06, Ulf Kutzner wrote:
> > HC Ahlmann schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 14:25:24 UTC+2:
>
> >> > Wobei nach einer in diesem Thread gelesenen Definition Gelenke zum
> >> > "Klappen" dienen ...
> >> ...wenn sämtliche Achsen der Gelenke zueinander parallel sind, sonst ist
> >> es "falten".
> >
> > Hm. Ich kenne Falttüren, bei denen alle Gelenke vertikal angeordnet sind.
> Empfindest du vertikal als Gegensatz zu parallel? Kann ich mir nicht
> recht vorstellen, was aber deine Aussage mich etwas schwierig zu
> interpretieren macht.

Such bitte bei meinem Vorschreiber nach 'sonst'.

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 28, 2021, 11:36:18 AM8/28/21
to
Den 28.08.2021 kl. 14.38 skrev Thomas Schade:

> Ich finde den Gebrauch von /$nachname/ und /du/ im Deutschen immer noch
> irritierend. ;)

Heute bekam ich ein Mail, wo man "De" (Sie) und Vornamen benutzte.
Darüber habe ich mich beschwert.

--
Bertel

Stefan Schmitz

unread,
Aug 28, 2021, 11:40:46 AM8/28/21
to
Das ist keine Erklärung dafür, was du mit vertikal meinst.

Johannes Leckebusch

unread,
Aug 28, 2021, 11:50:20 AM8/28/21
to
Am 27.08.2021 um 15:06 schrieb Christian Weisgerber:
> On 2021-08-27, Axel Reichert <ma...@axel-reichert.de> wrote:
>
>> diese beiden Vorgaenge sehe ich als leicht unterschiedlich an und wuerde
>> gerne wissen, welche Konnotationen ihr habt.
>
> „Klappen“ tut man starre Elemente, die mit einem Gelenk verbunden
> sind. „Falten“ tut man biegsame Gegenstände mit prinzipiell frei
> bestimmbarer Biegestelle, insbesondere Tuch, Papier, Folie.

https://kunststoffkiste.wordpress.com/2013/01/08/faltboxen-klappboxen-praktisch-stabil-und-flexibel/

Ulf Kutzner

unread,
Aug 28, 2021, 12:02:51 PM8/28/21
to
Stefan Schmitz schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 17:40:46 UTC+2:

> Das ist keine Erklärung dafür, was du mit vertikal meinst.

Bei uns in der Gegend [TM] bedeutet das etwa so viel wie 'parallel zur
oder entlang der Hochachse verlaufend'.

Markus Ermert

unread,
Aug 28, 2021, 12:32:21 PM8/28/21
to
Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
> On 27.08.2021 16:28, Diedrich Ehlerding wrote:
>
>> ich kann ein Butterbrot zusammenklappen, aber weder das Buch
>> zufalten noch das Butterbrot.
>
> Das mit dem Brot ist etwas eigenartig. Ich spräche nämlich auch von
> (zusammen-) klappen,

Klappstulle sagt der Berliner.

Gunhild Simon

unread,
Aug 29, 2021, 4:47:14 AM8/29/21
to
Quinn C schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 15:56:46 UTC+2:
> * Gunhild Simon:

> > Ich, die ich Französisch erst als dritte Fremdsprache erwarb , hatte
> > zugegebenermaßen Probleme mit der Unterscheidung von Feuillton
> > und fauteuil.
> Das mit der "dritten" ist keine Begründung (und ich nehme an, Du glaubst
> das auch selber nicht). Im Gegensatz zu Zähnen ist ja bei der dritten
> auch keineswegs Ende der Fahnenstange. Französisch und Japanisch sind
> meine vierte und fünfte Fremdsprache, und ich kann in beiden eine
> Konversation führen, in der zweiten und dritten dagegen (Russisch und
> Latein) nicht so wirklich.

Das gilt es richtigzustellen:

Die 3. Fremdsprache war in meinem Gymnasium wahlfrei.
Da konnte man bei Nichtgefallen widerspruchslos aussteigen. Sie war
auch nicht abiturrelevant - weder im Guten noch im Schlechten: Das ist wohl
wegen der Kultus-Länderhoheit unterschiedlich geregelt.

Bei meinem Französisch-Spracherwerb spielten andere Dinge eine Rolle, denn
wäre es die zweite Fremdsprache gewesen, hätte sich meine Schullaufbahn
vielleicht anders entwickelt.
So, wie die Dinge lagen, nannte sich der Unterricht "Franz. für Lateiner",war in
Randstunden und Sache der Lateinlehrerin.
Da war klar, wohin die Reise ging.

Ein Schüleraustausch-Aufenthalt in Südfrankreich kaum in der Mitte der 60er Jahre
war damals wie eine Mondlandung: Man mußte Französisch sprechen, weil niemand
etwas anderes als den südfranzösische nSingsangsprach - und wenn Englisch, so
war es noch unverständlicher.

Kein Wunder, daß ich nach drei Wochen in der Sprachdiaspora die Umgangssprache im
Traum beherrschte.
Daraus folgte alles Weitere ...
Die Amitié Franco-Allemande tat ein Übriges. Besonders privatim.

Ich habe sogar mal ein Semster Französich studiert, aber da kam es eigenartigerweise
auf ganz etwas anderes an.

Mittlerweile ist das alles etwas eingerostet.

Wenn jetzt ein Franose zu Besuch ist, parlieren alle anderen Gäste französisch,
ungeachtet der Tatsache. daß er schon seit 30 Jahren in D. lebt.
Auch seine deutsche Partnerin tut dies. Da sind alle starr vor Staunen, Bewunderung ...
So sind wir Deutsche eben.

Gruß
Gunhild

Ulf Kutzner

unread,
Aug 29, 2021, 5:41:46 AM8/29/21
to
Gunhild Simon schrieb am Sonntag, 29. August 2021 um 10:47:14 UTC+2:

> Ein Schüleraustausch-Aufenthalt in Südfrankreich kaum in der Mitte der 60er Jahre
> war damals wie eine Mondlandung: Man mußte Französisch sprechen, weil niemand
> etwas anderes als den südfranzösische nSingsangsprach - und wenn Englisch, so
> war es noch unverständlicher.
>
> Kein Wunder, daß ich nach drei Wochen in der Sprachdiaspora die Umgangssprache im
> Traum beherrschte.

Dito Anfang der 80er, Ostfrankreich,
https://fr.wikipedia.org/wiki/Champagne_crayeuse#/media/Fichier:Champagne_crayeuse.jpg
Gastgeber mit deutschem Familiennamen, aber ohne Deutschkenntnisse
bis auf den Fremdsprachenunterricht der Kinder, soweit
bereits gegonnen.

Von Marseille-Singsang natürlich keine Spur, Entnasalierung lernte ich
erst später in und bei La Garde d'Adhémar (Oberstufenfahrt) und
bei anderer Gelegenheit in Südwestfrankreich kennen.

Christina Kunze

unread,
Aug 29, 2021, 6:00:53 AM8/29/21
to
Am 27.08.2021 um 15:24 schrieb Thomas Schade:
> On 27.08.2021 15:14, Quinn C wrote:
>> * Thomas Schade:
>
>>> Jedenfalls handelt es sich beim Klappen um einen vorgegebenen Ablauf,
>>> in Form eines Mechanismus im weitesten Sinne. Auch ein Buch wird
>>> zugeklappt, hier ist der Buchrücken der 'Mechanismus'.
>>
>> Ein weiterer Aspekt ist, daß "klappen" oft mit Geräusch verbunden ist,
>> das im Wiederholungsfall zu "klappern" werden kann, wie beim
>> Klapperstorch.
>
> Dessen Name leitet sich aber doch, ähnlich der Klapperschlange, vom Verb
> klappern ab, nicht von klappen. Auch wenn die möglicherweise eine
> gemeinsame Herkunft haben mögen.

"Klappern" ist das Iterativum zu "klappen", wie Quinn ja auch oben
geschrieben hat.

chr

Christina Kunze

unread,
Aug 29, 2021, 6:04:49 AM8/29/21
to
Am 27.08.2021 um 20:49 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am 27 Aug 2021 15:24:31 GMT schrieb Stefan Ram:
>
>> Wir hatten hier neulich:
>>
>> "fälteln"
>>
>> |in kleine, nahe beeinanderliegende Falten legen
>
> Das klingt für mich nach Helvetismus.

>
Für mich klingt das nach einem Schneiderismus, und meine Oma aus
Oberschlesien, dies Schweizerischen gänzlich unverdächtig, hat es ganz
normal benutzt, als sie mich selbiges lehrte.

chr

Christina Kunze

unread,
Aug 29, 2021, 6:10:28 AM8/29/21
to
Am 28.08.2021 um 09:44 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Den 28.08.2021 kl. 09.18 skrev wolfgang sch:
>
>> "Klappstuhl" hab ich mal bei Leuten aus Westdeutschland als Schimpfwort
>> ungefähr mit der Bedeutung "Idiot" gehört. Ist das irgendwo gängig,
>> wenn ja wo? Oder war das In-Jargon einer einzelnen Familie?
>
> Auf Dänisch ist "klaptorsk" (Klapp-Kabeljau) ein gängiges Schimpfwort.
> Ich glaube aber nicht, dass das eigentlich mit "klap" zu tun hat. Ich
> vermute, dass es sich nur um den Laut handelt.
>
Auf Deutsch gäbe es da "jemand hat einen Klaps" (ist ein bisschen dumm
oder verrückt). Das funktioniert auch in Komposita wie einem älteren
"Klapsmann" (Verrückter), das ich in meiner Kindheit noch gehört habe,
sowie dem mMn noch gebräuchlichen "Klapsmühle" für
Irrenanstalt/Psychiatrische Klinik.

chr

Gunhild Simon

unread,
Aug 29, 2021, 6:31:20 AM8/29/21
to
Ich halte das für zwei veraltete, eigenständige Verben mit gleicher Bedeutung:
kiesen, kieste, gekiest (klingt nach Rheintöchtern)
küren, kürte, gekoren -> Kurfürst, Kurhessen, (eine Jungfrau) auserkoren

Gruß
Gunhild

Axel Reichert

unread,
Aug 29, 2021, 7:20:10 AM8/29/21
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> writes:

> Ich halte das für zwei veraltete, eigenständige Verben mit gleicher
> Bedeutung:
> kiesen, kieste, gekiest (klingt nach Rheintöchtern)
> küren, kürte, gekoren -> Kurfürst, Kurhessen, (eine Jungfrau)
> auserkoren

Vielleicht nicht nach Rheintoechtern, eher nach "Die Walkuere",
insbesondere zweiter und dritter Aufzug:

Heervater
harret dein:
lass' ihn dir kuenden,
wie das Loos er gekies't!

[...]

Fromm streite fuer Fricka,
huete ihr Eh' und Eid!
Was sie erkor,
das kiese auch ich:
was frommte mir eig'ner Wille?

[...]

Was bist du, als meines Willens
blind waehlende Kuer?

[...]

Auf der Walstatt allein
erschein' ich Edlen:
wer mich gewahrt,
zur Wal kor ich ihn mir.

[...]

Erwarte dein Loos,
wie sich's dir wirft:
nicht kiesen kann ich es dir!

(Erst letzte Woche gehoert, daher noch frisch im Kopf, heute ist
"Goetterdaemmerung")

Tschoe!

Axel

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 29, 2021, 7:36:57 AM8/29/21
to
Gunhild Simon meinte:

>> Gar nicht einmal besonders merkürdig, wenn auch recht selten.
>> Vgl. kiesen -> gekoren.
>
> Ich halte das für zwei veraltete, eigenständige Verben mit gleicher
> Bedeutung: kiesen, kieste, gekiest (klingt nach Rheintöchtern)
> küren, kürte, gekoren -> Kurfürst, Kurhessen, (eine Jungfrau)
> auserkoren

Grimms Wörterbuch ist anderer Meinung:

| erkoren, erkören als inf. und in praesensformen finden nicht statt.
| denn wiewol sich vom ahd. chiosan ein schwaches chorôn tentare,
| gustare und ebenso pichorôn, mhd. bekorn, nhd. bekoren (1, 1428)
| leitet, die das part. gichorôt, pichorôt, bekort, bekoret bilden,
| erscheinen nirgend ahd. irchorôn, mhd. erkorn, nhd. erkorn, und das
| starke part. erkoren, praet. erkor gehören nothwendig zu erkiesen.

--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 29, 2021, 8:06:08 AM8/29/21
to
Christina Kunze schrieb am Sonntag, 29. August 2021 um 12:10:28 UTC+2:

> sowie dem mMn noch gebräuchlichen "Klapsmühle" für
> Irrenanstalt/Psychiatrische Klinik.

Gilt mittlerweile aber als hochgradig inkorrekt. Auch wenn ich der Meinung
wäre, sie wäre für mein Lieblingsdummchen in Oberbayern der einzig geeignete
Aufenthaltsort, so dürfte ich das wohl nicht öffentlich schreiben.

Was ein Glück, daß ich den Irrealis parat hatte!

Helmut Richter

unread,
Aug 29, 2021, 8:57:45 AM8/29/21
to
Im Deutschen ist es ungebräuchlich, wird aber gerne toleriert, weil es
einerseits die Steifheit von „Herr/Frau X“ vermeidet, aber andererseits
andere Leute nicht einfach duzt, ohne sicher zu sein, dass das passt. Ich
würde es anwenden, wenn jemand ein Namensschild trägt, auf dem nur der
Vorname steht. Ichschließe daraus, dass man die Person mit Vornamen
anreden darf, aber nicht unbedingt, dass man sie auch duzen darf. Siehe
auch „Hamburger Sie“ in der WP.

Die umgekehrte Variante (Nachname + du) ist im täglichen Leben seltener.
Sie wird manchmal angewandt, wenn man sich duzt, aber nicht möchte, dass
die Vornamen öffentlich genannt wird, damit sie nicht von jedermann
benutzt werden.

Das Grundproblem ist, dass unter Erwachsenen das Duzen immer für beide
Seiten gilt. Jemanden zu duzen, der einen siezt, wirkt komisch, und oft
sind es dann die jüngeren, die geduzt und damit wie Kinder behandelt
werden. Beidseitiges Duzen wird zunehmend normal; da tritt dieses Problem
nicht auf.

--
Helmut Richter

Ulf Kutzner

unread,
Aug 29, 2021, 9:13:48 AM8/29/21
to
Helmut Richter schrieb am Sonntag, 29. August 2021 um 14:57:45 UTC+2:
> On Sat, 28 Aug 2021, Bertel Lund Hansen wrote:
>
> > Den 28.08.2021 kl. 14.38 skrev Thomas Schade:
> >
> > > Ich finde den Gebrauch von /$nachname/ und /du/ im Deutschen immer noch
> > > irritierend. ;)
> >
> > Heute bekam ich ein Mail, wo man "De" (Sie) und Vornamen benutzte. Darüber
> > habe ich mich beschwert.
> Im Deutschen ist es ungebräuchlich, wird aber gerne toleriert, weil es
> einerseits die Steifheit von „Herr/Frau X“ vermeidet, aber andererseits
> andere Leute nicht einfach duzt, ohne sicher zu sein, dass das passt. Ich
> würde es anwenden, wenn jemand ein Namensschild trägt, auf dem nur der
> Vorname steht. Ichschließe daraus, dass man die Person mit Vornamen
> anreden darf, aber nicht unbedingt, dass man sie auch duzen darf. Siehe
> auch „Hamburger Sie“ in der WP.
>
> Die umgekehrte Variante (Nachname + du) ist im täglichen Leben seltener.

Wird WIMRe auch in der WP erwähnt, mit Benennung der Gegend.

> Sie wird manchmal angewandt, wenn man sich duzt, aber nicht möchte, dass
> die Vornamen öffentlich genannt wird, damit sie nicht von jedermann
> benutzt werden.
>
> Das Grundproblem ist, dass unter Erwachsenen das Duzen immer für beide
> Seiten gilt. Jemanden zu duzen, der einen siezt, wirkt komisch, und oft
> sind es dann die jüngeren, die geduzt und damit wie Kinder behandelt
> werden.

Ist so. Mir würde nicht im Traum einfallen, die Mutter einer Studienkollegin
(auch im Studium war ich schon volljährig) zu duzen; ihr würde es nicht einfallen,
mich zu siezen, bin ich doch in der Altersgruppe ihres Kindes.

Und deswegen mache ich da kein Faß auf, und ich fühle mich in dem Fall auch
nicht beleidigt. Würde sich allerdings jeder berufen fühlen, der entsprechend
älter ist als ich, würde ich auch etc.

Bertel Lund Hansen

unread,
Aug 29, 2021, 10:00:27 AM8/29/21
to
Den 29.08.2021 kl. 14.57 skrev Helmut Richter:

> Das Grundproblem ist, dass unter Erwachsenen das Duzen immer für beide
> Seiten gilt.

In Dänemark wird nur unsere Königin gesiezt, und sie antwortet in
derselben Weise. Wenn man zufälligerweise sie Duzt, antwortet sie:

Ich glaube nicht, dass wir in derselben Schulklasse gingen.

Unter allen anderen wird nur geduzt - auch bei die zwei Prinzen. Deshalb
kommt es sehr merkwürdig vor in einem Mail "De" zu sehen, und ich mag es
nicht.

--
Bertel

Stefan Schmitz

unread,
Aug 29, 2021, 10:15:33 AM8/29/21
to
Am 29.08.2021 um 16:00 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Den 29.08.2021 kl. 14.57 skrev Helmut Richter:
>
>> Das Grundproblem ist, dass unter Erwachsenen das Duzen immer für beide
>> Seiten gilt.
>
> In Dänemark wird nur unsere Königin gesiezt, und sie antwortet in
> derselben Weise. Wenn man zufälligerweise sie Duzt, antwortet sie:
>
>       Ich glaube nicht, dass wir in derselben Schulklasse gingen.
>
> Unter allen anderen wird nur geduzt - auch bei die zwei Prinzen.

Dann ist ihr Einwand doch unlogisch.
Dürfte sie denn überhaupt von ehemaligen Klassenkameraden geduzt werden?

Quinn C

unread,
Aug 29, 2021, 11:28:31 AM8/29/21
to
* Helmut Richter:

[Sie + Vorname]

> Das Grundproblem ist, dass unter Erwachsenen das Duzen immer für beide
> Seiten gilt. Jemanden zu duzen, der einen siezt, wirkt komisch, und oft
> sind es dann die jüngeren, die geduzt und damit wie Kinder behandelt
> werden. Beidseitiges Duzen wird zunehmend normal; da tritt dieses Problem
> nicht auf.

Ich hatte eine interessante Erfahrung mit genau diesem Problem bei
meiner HiWi-Stelle: Die Hiwis benutzten natürlich untereinander Du +
Vorname, aber auch der Chef wollte ebenso behandelt werden. Nur die
Sekretärin fühlte sich damit - vielleicht auch als Nichtakademikerin -
nicht so wohl, und so wurde sie von allen mit Sie + Frau W.
angesprochen, und sie ihrerseits nannte die anderen mit Sie + Vornamen.

--
Wenn Sie interessiert sind, mit mir freundlicherweise nach vorn
unten Angaben arbeiten:
-- SPAMPOESIE

Christian Weisgerber

unread,
Aug 29, 2021, 12:30:05 PM8/29/21
to
On 2021-08-29, Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:

> Ich halte das für zwei veraltete, eigenständige Verben mit gleicher Bedeutung:
> kiesen, kieste, gekiest (klingt nach Rheintöchtern)
> küren, kürte, gekoren -> Kurfürst, Kurhessen, (eine Jungfrau) auserkoren

Nein.

Es gibt ein veraltetes Verb
„erkiesen, erkor, erkoren“

Der Wechsel s/r ist eine Ausprägung eines sprachgeschichtlichen
Phänomens, das den seltsamen Namen „grammatischer Wechsel“ trägt.
Im Urgermanischen sind stimmlose Konsonanten abhängig von der
Betonung stellenweise stimmhaft geworden (Vernersches Gesetz),
aus *s ist so manchmal *z geworden. Dieses *z ist im Westgermanischen
wiederum zu r geworden.

(Vergleiche die unabhängige Lautverschiebung -s- /z/ > -r- im
Lateinischen, z.B. tempus, temporis < *tempos, *temposis.)

Die „Kür“ ist mit dem Verb verwandt.

Es gibt ein weiteres Verb
„küren, kürte, gekürt“
das aus dem Substantiv „Kür“ zurückgebildet ist.

Im heutigen Sprachempfinden – so sieht es auch der Grammatikduden –
sind diese beiden Verben zu einem zusammengefallen:
„erküren, erkor, erkoren“

Das englische Verb
„choose, chose, chosen“
entspricht direkt dem deutschen „(er)kiesen“. Der frühere Wechsel
s/r ist hier zugunsten von s vereinheitlicht worden. Das Substantiv
„choice“ ist nicht vom Verb abgeleitet, sondern von französisch
„choix“ entlehnt.

Das französische Verb
„choisir“
kommt aus dem Altfränkischen und ist entsprechend mit den obigen
germanischen Verben verwandt. Davon abgeleitet die Substantivierung
„choix“.

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
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