Quinn C schrieb am Samstag, 28. August 2021 um 15:56:46 UTC+2:
> * Gunhild Simon:
> > Ich, die ich Französisch erst als dritte Fremdsprache erwarb , hatte
> > zugegebenermaßen Probleme mit der Unterscheidung von Feuillton
> > und fauteuil.
> Das mit der "dritten" ist keine Begründung (und ich nehme an, Du glaubst
> das auch selber nicht). Im Gegensatz zu Zähnen ist ja bei der dritten
> auch keineswegs Ende der Fahnenstange. Französisch und Japanisch sind
> meine vierte und fünfte Fremdsprache, und ich kann in beiden eine
> Konversation führen, in der zweiten und dritten dagegen (Russisch und
> Latein) nicht so wirklich.
Das gilt es richtigzustellen:
Die 3. Fremdsprache war in meinem Gymnasium wahlfrei.
Da konnte man bei Nichtgefallen widerspruchslos aussteigen. Sie war
auch nicht abiturrelevant - weder im Guten noch im Schlechten: Das ist wohl
wegen der Kultus-Länderhoheit unterschiedlich geregelt.
Bei meinem Französisch-Spracherwerb spielten andere Dinge eine Rolle, denn
wäre es die zweite Fremdsprache gewesen, hätte sich meine Schullaufbahn
vielleicht anders entwickelt.
So, wie die Dinge lagen, nannte sich der Unterricht "Franz. für Lateiner",war in
Randstunden und Sache der Lateinlehrerin.
Da war klar, wohin die Reise ging.
Ein Schüleraustausch-Aufenthalt in Südfrankreich kaum in der Mitte der 60er Jahre
war damals wie eine Mondlandung: Man mußte Französisch sprechen, weil niemand
etwas anderes als den südfranzösische nSingsangsprach - und wenn Englisch, so
war es noch unverständlicher.
Kein Wunder, daß ich nach drei Wochen in der Sprachdiaspora die Umgangssprache im
Traum beherrschte.
Daraus folgte alles Weitere ...
Die Amitié Franco-Allemande tat ein Übriges. Besonders privatim.
Ich habe sogar mal ein Semster Französich studiert, aber da kam es eigenartigerweise
auf ganz etwas anderes an.
Mittlerweile ist das alles etwas eingerostet.
Wenn jetzt ein Franose zu Besuch ist, parlieren alle anderen Gäste französisch,
ungeachtet der Tatsache. daß er schon seit 30 Jahren in D. lebt.
Auch seine deutsche Partnerin tut dies. Da sind alle starr vor Staunen, Bewunderung ...
So sind wir Deutsche eben.
Gruß
Gunhild