Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

eruptieren

69 views
Skip to first unread message

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 8, 2011, 7:49:53 PM10/8/11
to
Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
Ich dachte mir, dass das nat�rlich "erumpieren" hei�en m�sse, schlug
aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tats�chlich: "eruptieren" ist
laut Duden korrekt.
Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.
erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es hei�t ja auch
"korrumpieren" und nicht "korruptieren".


Viele Gr��e von Dani

Matthias Opatz

unread,
Oct 8, 2011, 8:11:19 PM10/8/11
to
Daniela Duerbeck gab zur Kenntnis:

> dass das nat�rlich "erumpieren" hei�en m�sse

Nie geh�rt, das Wort.

Matthias

--
Nach der Schlacht von Leipzig sah man Pferde, denen 3, 4 und noch mehr
Beine abgeschossen waren, herrenlos herumlaufen. Prof. Galletti
Wer zum Kuckuck ist dieser Galletti? ==> <http://www.galletti.de/>
== Bitte bei Mailantwort Gro�buchstaben aus Reply-Adresse l�schen. ==

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 8, 2011, 9:41:40 PM10/8/11
to
Matthias Opatz wrote:
> Daniela Duerbeck gab zur Kenntnis:
>
>> dass das nat�rlich "erumpieren" hei�en m�sse
>
> Nie geh�rt, das Wort.

Gibt es ja auch offenbar nicht, ich hatte es nur einfach nach demselben
Schema gebildet, nach dem "korrumpieren" gebildet wurde.
Man nehme das lateinische Wort im Infinitiv Pr�sens und ver�ndere es.
corrumpere -> korrumpieren
erumpere -> erumpieren
corrigere -> korrigieren
erigere -> erigieren

Geht auch mit Verben auf "are":
penetrare -> penetrieren
conservare -> konservieren

Also ist MUSEN "eruptieren" einfach falsch.

Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 8, 2011, 10:02:03 PM10/8/11
to
Daniela Duerbeck skrev:

> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tats�chlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.
> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt?

Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
"eruption" 'r�ckw�rts' gebildet.

--
Gru�
Bertel, D�nemark

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 9, 2011, 12:08:06 AM10/9/11
to
Bertel Lund Hansen wrote:

> Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
> "eruption" 'r�ckw�rts' gebildet.

Ja, die Idee kam mir auch und dann ist das englische Wort eben auch falsch.
Denn die "Eruption" ist ja zeitlich sp�ter. Vorher muss der volcano
"erump" und nicht "erupt".

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 5:38:25 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011 06:08, schrieb Daniela Duerbeck:
> Bertel Lund Hansen wrote:
>
>> Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
>> "eruption" 'rückwärts' gebildet.
>
> Ja, die Idee kam mir auch und dann ist das englische Wort eben auch falsch.
> Denn die "Eruption" ist ja zeitlich später. Vorher muss der volcano
> "erump" und nicht "erupt".

Diese Art Rückwärtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
man halt eher auf die Wirtssprache.

Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
der Englischsprachler "to translate".

Manche fehlgeleiteten deutschen Physiker allerdings sagen
"translatieren". (Oder man sieht "translatieren" als neues
sprachbereicherndes Fremdwort aus dem Englischen, vergleichbar mit
"edieren"/"editieren".

Joachim

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 9, 2011, 6:00:32 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011, 01:49 Uhr, schrieb Daniela Duerbeck
<daniela....@gmx.de>:

> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".

> Ich dachte mir, dass das natᅵrlich "erumpieren" heiᅵen mᅵsse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsᅵchlich: "eruptieren" ist

> laut Duden korrekt.
> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.

> erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es heiᅵt ja auch

> "korrumpieren" und nicht "korruptieren".

Das ist der unaufhaltsam sich einschleichende Fortschritt!
Mein 1961er Duden kannte die Form noch nicht. Aber in den Zeiten
der Bildungsreformen wurde es unumgᅵnglich, daᅵ ich mir einen
neuen kaufte. Und in dem, Jubilᅵums-Ausgabe von 1980, wurde dann
schon eruptiert.

j/\a
--

Walter P. Zähl

unread,
Oct 9, 2011, 6:48:31 AM10/9/11
to
Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> wrote:
> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natürlich "erumpieren" heißen müsse, schlug aber
> sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsächlich: "eruptieren" ist laut Duden korrekt.

> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.
> erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es heißt ja auch

> "korrumpieren" und nicht "korruptieren".
>

Ich denke, hier gilt die übliche Begründung: das haben wir schon immer
so gemacht, das haben wir noch nie so gemacht, da könnt ja jeder kommen.

"Selegieren" statt "selektieren" sagen ja auch nur humanistisch
gebildete Besserwisser. Vgl auch edieren/editieren.

/Walter

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 9, 2011, 7:53:53 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011, 01:49 Uhr, schrieb Daniela Duerbeck
<daniela....@gmx.de>:

> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natᅵrlich "erumpieren" heiᅵen mᅵsse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsᅵchlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.

Function followes form:
Vielleicht gibt es bald auch eruptionssichere Gefᅵngnisse?

j/\a
--

Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 9, 2011, 9:26:24 AM10/9/11
to
Joachim Pense skrev:

> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt

> man halt eher auf die Wirtssprache.

> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",

Nein, das tut er nicht. "Translatio" ist ein lateinisches Verb.
"Transferieren" kommt vom lateinischen "trans + ferre", das
(auch) "�berf�hren" heisst. Der Deutschsprachler k�nnte aus
"Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.



> der Englischsprachler "to translate".

was ja auch ganz logisch ist.

Juergen Grosse

unread,
Oct 9, 2011, 9:56:18 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:

...
> Nein, das tut er nicht. "Translatio" ist ein lateinisches Verb.
> "Transferieren" kommt vom lateinischen "trans + ferre", das (auch)
> "überführen" heisst.
...

Tut er doch. 'Transfero' ('ich überführe') und 'translatum'
('überführt', Partizip Perfekt) gehören zu _einem_ (leider ziemlich
unregelmäßig konjugierten) Verb.


Tschüs, Jürgen

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 11:26:46 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:
> Joachim Pense skrev:
>
>> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
>> man halt eher auf die Wirtssprache.
>
>> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
>
> Nein, das tut er nicht. "Translatio" ist ein lateinisches Verb.
> "Transferieren" kommt vom lateinischen "trans + ferre", das
> (auch) "�berf�hren" heisst.

ferre, fero, tuli, latum.

transferre, transfero, transtuli, translatum (translatio)

> Der Deutschsprachler k�nnte aus
> "Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
> geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.
>
>> der Englischsprachler "to translate".
>
> was ja auch ganz logisch ist.
>

Joachim

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 9, 2011, 11:39:36 AM10/9/11
to
Daniela Duerbeck meinte:

> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natürlich "erumpieren" heißen müsse,

Ich hätte ja gedacht, das müsse "ausbrechen" heißen. Weder "erumpieren"
noch "eruptieren" habe ich je gehört (und finde beide Versionen, na ja ...
hochgestochen, um nicht zu sagen: affig.)

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 9, 2011, 11:36:23 AM10/9/11
to
Joachim Pense meinte:

> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
^^^^^^^

Wenn du die Betonung auf "ein" legst und dich selber damit meinst, mag das
ja stimmen. Ansonsten tut das allenfalls einer mit großem Latinum, und der
bildet dieses Verb eigentlich nicht, sondern kennt es schon aus seinem
Lateinunterricht.

Welche Sprache sprechen denn deiner Ansicht nach Leute, die hier im Lande
aufgewachsen sind und von sich vermutlich denken, sie wären
deutschsprachig, aber die der Segnungen humanistischer Bildung,
insbesondere der intimen Kenntnis lateinischer unregelmäßiger Verben bis
dato nicht teilhaftig geworden sind?

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 11:44:19 AM10/9/11
to
Am 09.10.2011 17:36, schrieb Diedrich Ehlerding:
> Joachim Pense meinte:
>
>> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
> ^^^^^^^
>
> Wenn du die Betonung auf "ein" legst und dich selber damit meinst, mag das
> ja stimmen. Ansonsten tut das allenfalls einer mit großem Latinum, und der
> bildet dieses Verb eigentlich nicht, sondern kennt es schon aus seinem
> Lateinunterricht.
>
> Welche Sprache sprechen denn deiner Ansicht nach Leute, die hier im Lande
> aufgewachsen sind und von sich vermutlich denken, sie wären
> deutschsprachig, aber die der Segnungen humanistischer Bildung,
> insbesondere der intimen Kenntnis lateinischer unregelmäßiger Verben bis
> dato nicht teilhaftig geworden sind?
>

Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fällen ohne Latein- und
Griechischkenntnisse nicht möglich.

Joachim

Christian Weisgerber

unread,
Oct 9, 2011, 11:49:51 AM10/9/11
to
Juergen Grosse <gro...@hansenet.de> wrote:

> Tut er doch. 'Transfero' ('ich ᅵberfᅵhre') und 'translatum'
> ('ᅵberfᅵhrt', Partizip Perfekt) gehᅵren zu _einem_ (leider ziemlich
> unregelmᅵᅵig konjugierten) Verb.

Oh, ein Verb mit Stammwechsel:
transfero, transtuli, translatus

Sind das drei Stᅵmme oder nur zwei mit Metathese t-l <> l-t?

https://en.wiktionary.org/wiki/transfero#Inflection
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Message has been deleted

Roland Franzius

unread,
Oct 9, 2011, 1:54:38 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 17:26, schrieb Joachim Pense:
> Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:
>> Joachim Pense skrev:
>>
>>> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
>>> man halt eher auf die Wirtssprache.
>>
>>> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
>>
>> Nein, das tut er nicht. "Translatio" ist ein lateinisches Verb.
>> "Transferieren" kommt vom lateinischen "trans + ferre", das
>> (auch) "�berf�hren" heisst.
>
> ferre, fero, tuli, latum.
>
> transferre, transfero, transtuli, translatum (translatio)

Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld
und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
herausgebildet, deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
in "translatieren" niederschlugen.

Allerdings ist fast allen Benutzern dieses Wortes die Lateinische
Sprache nur translatiert zug�nglich.

--

Roland Franzius

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 9, 2011, 1:59:04 PM10/9/11
to
Joachim Pense meinte:

[gehört zum substantiv "Translation" das Verb "transferieren"?]


> Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fällen ohne Latein- und
> Griechischkenntnisse nicht möglich.

Und in manchen Fällen führt eine allzusehr an de Etymologie orientierte
Denkweise total in die Irre. Denn weder auf die Bedeutung noch auf die
Verwendung von Wörtern lässt sich durch Kenntnis eines lateinischen oder
altgriechischen Ursprungs sinnvoll schließen. So auch in diesem Falle.

In deutschen Texten findet man "Translation" zunächst einmal als
Anglizismus mit der Bedeutung "Übersetzung in eine andere Sprache". Dazu
passt das durchaus nicht unbekannte Verb "transferieren" schonmal nicht.
Ansonsten findet man es eigentlich nur in fachsprachlichem Kontext, wie
dich ein Blick in die allwissende Kristallgugel lehrt; etwa in
medizinischen Texten (z.B.
http://www.diebandscheibe.de/ibf/lofiversion/index.php/t27897-93.html ),
molekularbiologischen Texten
(http://www.u-helmich.de/bio/gen/reihe2/23/karte233.html ), in denen es
aber ebenfalls eher die Bedeutung "Übersetzung" (DNS in RNS, RNS in
Peptide) hat, oder in der Geologie / Kristallographie / Mineralogie, um
Versetzungen in Kristallen oder auch Verwerfungen nach Erdbeben zu
beschreiben (wieder ein Beispiel:
http://www.geologieinfo.de/gesteine/metamorphosearten.html )

Mit anderen Worten, "Translation" ist in deutschen Texten entweder ein
Anglizismus (und dann führt die Ortientierung am Lateinischen schon
deshalb in die Irre, weil ja bereits im Englischen, aus dem es in diesem
Fall entlehnt wurde (und nicht direkt aus dem Lateinischen) sowohl
"translate" als auch "transfer" existieren), oder es ist ein
fachsprachlicher Begriff, zu dem die übliche Bedeutung von "transferieren"
- nämlich "übertragen" im Deutschen genau überhaupt nicht passt.

Oder, in noch anderen Worten: "transferieren" ist in gar keiner Weise das
passende Verb zu "Translation", selbst wenn du dich noch so gut an
"ferre/tuli/latum" erinnerst.

Juergen Grosse

unread,
Oct 9, 2011, 2:11:25 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 17:49, schrieb Christian Weisgerber:

...


> transfero, transtuli, translatus
>
> Sind das drei Stᅵmme oder nur zwei mit Metathese t-l<> l-t?

...

Eher zwei, vermute ich, aber keine Metathese, sondern etwas ᅵhnliches
wie Schwundstufe (und normale Endung '-atum'): 'tlatum' > 'latum'

Ich habe gerade keine Zeit, Meisers "Historische Laut- und Formenlehre
der lateinischen Sprache" zu suchen. Sollte ich heute noch dazu kommen,
wᅵrde ich mich berichtigen, falls Obiges Unsinn sein sollte.


Tschᅵs, Jᅵrgen

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 2:38:42 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 19:54, schrieb Roland Franzius:
> Am 09.10.2011 17:26, schrieb Joachim Pense:
>> Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:
>>> Joachim Pense skrev:
>>>
>>>> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
>>>> man halt eher auf die Wirtssprache.
>>>
>>>> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
>>>

>> transferre, transfero, transtuli, translatum (translatio)


>
> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld

und Personen

> und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
> herausgebildet, deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
> in "translatieren" niederschlugen.
>

Also wie beim Editieren. Na gut, genehmigt.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 2:41:06 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 19:59, schrieb Diedrich Ehlerding:
> Joachim Pense meinte:
>
> [gehört zum substantiv "Translation" das Verb "transferieren"?]
>> Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fällen ohne Latein- und
>> Griechischkenntnisse nicht möglich.
>
> Und in manchen Fällen führt eine allzusehr an de Etymologie orientierte
> Denkweise total in die Irre. Denn weder auf die Bedeutung noch auf die
> Verwendung von Wörtern lässt sich durch Kenntnis eines lateinischen oder
> altgriechischen Ursprungs sinnvoll schließen. So auch in diesem Falle.

Wenn sich erstmal ein abweichender Gebrauch durchgesetzt hat, braucht
man die Wörter ja auch nicht mehr zu bilden.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 2:42:16 PM10/9/11
to

"Eruptieren" aber ist ebenso wie "Erumpieren" eine Neubildung, und ich
denke, keine aus dem Englischen.

Joachim

Roland Franzius

unread,
Oct 9, 2011, 2:54:29 PM10/9/11
to
Vielleicht handelt es sich hier um einen Fall von multipler Wortkorumption.

--

Roland Franzius

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 2:55:57 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 20:54, schrieb Roland Franzius:

>
> Vielleicht handelt es sich hier um einen Fall von multipler Wortkorumption.
>

Geschliffen rekursives Beispiel, deine multiple Wortkorumption.

Joachim

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 9, 2011, 3:01:02 PM10/9/11
to
Joachim Pense meinte:

> "Eruptieren" aber ist ebenso wie "Erumpieren" eine Neubildung, und ich
> denke, keine aus dem Englischen.

Ich vermute das sehr wohl - und zwar über die Schiene, dass man
bekanntlich im Englischen jedes Sunstantiv zu einem Verb machen kann und
umgekehrt. Ich vermute also einen im Englischen unaufffälligen Text, in
dem aus der "eruption" eines Vulkans ein "erupting vulcano" wurde, oder
aber der Vulkan "erupts". Die Gugel findet in der Tat > 1 Mio Treffer für
"erupting vulcano", das scheint also wirklich nicht auffällig zu sein. .
Und das hat dann irgendein Übersetzer minderer Qualität zu "eruptieren"
verbalhornt.

Joachim Pense

unread,
Oct 9, 2011, 3:49:58 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011 21:01, schrieb Diedrich Ehlerding:

> verbalhornt.

Typo oder Absicht?

verbalst...
Joachim

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 9, 2011, 4:57:54 PM10/9/11
to
Am 09.10.2011, 19:52 Uhr, schrieb Sepp Neuper <Sepp_...@web.de>:

> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb:


>
>> Mein 1961er Duden kannte die Form noch nicht. Aber in den Zeiten

>> der Bildungsreformen wurde es unumgänglich, daß ich mir einen
>> neuen kaufte. Und in dem, Jubiläums-Ausgabe von 1980, wurde dann
>> schon eruptiert.
>
> Ja, siehe auch:
> http://www.duden.de/rechtschreibung/eruptieren

Die enttäuschen mich aber jetzt arg mit der Auskunft:
| Die Suche nach „erektieren“ lieferte 0 Treffer
Das ist ja fast schon anzüglich! :(

j/\a
--

nicked

unread,
Oct 9, 2011, 6:59:11 PM10/9/11
to
On 9 Okt., 02:41, Daniela Duerbeck <daniela.duerb...@gmx.de> wrote:
> Matthias Opatz wrote:
> > Daniela Duerbeck gab zur Kenntnis:
>
> >> dass das nat rlich "erumpieren" hei en m sse
>
> > Nie geh rt, das Wort.
>
> Gibt es ja auch offenbar nicht, ich hatte es nur einfach nach demselben
> Schema gebildet, nach dem "korrumpieren" gebildet wurde.
> Man nehme das lateinische Wort im Infinitiv Pr sens und ver ndere es.
> corrumpere -> korrumpieren
> erumpere -> erumpieren
> corrigere -> korrigieren
> erigere -> erigieren
>
> Geht auch mit Verben auf "are":
> penetrare -> penetrieren
> conservare -> konservieren
>
> Also ist MUSEN "eruptieren" einfach falsch.

>
> Viele Gr e von Dani

Anscheinend ist es nicht vom Inf Pres, sondern vom P Particip
'eruptus' gebildet bezw. abgeleitet.

Gruß
Richard

Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Oct 10, 2011, 2:28:47 AM10/10/11
to
On 9 Okt., 01:49, Daniela Duerbeck <daniela.duerb...@gmx.de> wrote:
> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das nat rlich "erumpieren" hei en m sse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tats chlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.

> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.
> erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es hei t ja auch

> "korrumpieren" und nicht "korruptieren".

Im Lateinischen gibt es Verba intensiva. Die leiten sich
nomormalerweise vom Partizip Perfekt Passiv ab und haben eine
Infinitivendung, die sie oft zur a-Konjugation zählen läßt:venire
(kommen) - venitare (immer wieder kommen), videre (sehen) - visitare
(besuchen). Im Deutschen etwa: agieren - agitieren.

Gruß
Gunhild

Message has been deleted
Message has been deleted

Roland Franzius

unread,
Oct 10, 2011, 6:51:49 AM10/10/11
to
Am 10.10.2011 12:26, schrieb Ralf Heinrich Arning:
> Roland Franzius<roland....@uos.de> wrote:
>
>> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" für Güter und Geld
>> und die "Translation" für streng geometrische Verschiebungen
>
> und die Überführung von Heroen- und Heiligengebeinen

Als Euklidindianer und Liegroupie kommen mir da Zweifel, ob eine starre
Heiligengebeintranslation ohne Rotation denkbar ist. Vielleicht war die
starre Ostausrichtung der Kirchen dazu zweckdienlich

--

Roland Franzius

Gunhild Simon

unread,
Oct 10, 2011, 7:17:50 AM10/10/11
to
On 10 Okt., 12:51, Roland Franzius <roland.franz...@uos.de> wrote:
...
> Vielleicht war die
> starre Ostausrichtung der Kirchen dazu zweckdienlich.

Ich bin immer wieder von neuem dankbar für eine kluge Positionierung
in einer sonnenärmeren Gegend:

Der Altar weist allerdings nach Norden.Dagegen besteht die rechte Wand
daneben, die die östliche Seite der Kirche ist, aus farbigem Glas. Nur
so kann der Altarraum überwiegend günstig in schönes Licht getaucht
werden.

Gruß
Gunhild

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 10, 2011, 8:09:56 AM10/10/11
to
Am 10.10.2011, 13:17 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Der Altar weist allerdings nach Norden.

Martini in Eppendorf?

j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Oct 10, 2011, 8:35:19 AM10/10/11
to
On 10 Okt., 14:09, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.de>
wrote:

> Am 10.10.2011, 13:17 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de>:
>
> > Der Altar weist allerdings nach Norden.
>
> Martini in Eppendorf?

Nein, es ist St. Nikolai , die Hauptkirche am Klosterstern.

Hier ein Foto und ein Artikel, mit dem ich mich sehr unbeliebt in der
Gemeinde gamacht habe.
"Herausforderung" als Euphemismus für Arbeit ist mir bereits bei
Erwachsenen suspekt.

Gruß
Gunhild

WJacobs

unread,
Oct 10, 2011, 10:39:23 AM10/10/11
to
Am 09.10.2011 20:11, schrieb Juergen Grosse:
> Am 09.10.2011 17:49, schrieb Christian Weisgerber:
> ...
>> transfero, transtuli, translatus
>>
>> Sind das drei Stämme oder nur zwei mit Metathese t-l<> l-t?
>
> Eher zwei, vermute ich, aber keine Metathese, sondern etwas Ähnliches
> wie Schwundstufe (und normale Endung '-atum'): 'tlatum' > 'latum'
>
-----------------------------------

Ja, zwei. Szemerényi spricht hier von einer Suppletivform zu fer-ō:
tulī (< altlat. tetulī) und *tlātos.
Auch im Agriech. erscheinen Suppletivformen nicht selten.

Ciao, Wo.
-------------

Christian Weisgerber

unread,
Oct 10, 2011, 10:29:23 AM10/10/11
to
Diedrich Ehlerding <diedrich....@t-online.de> wrote:

> > "Eruptieren" aber ist ebenso wie "Erumpieren" eine Neubildung, und ich
> > denke, keine aus dem Englischen.
>

> Ich vermute das sehr wohl - und zwar ᅵber die Schiene, dass man

> bekanntlich im Englischen jedes Sunstantiv zu einem Verb machen kann und
> umgekehrt.

In dieser Allgemeinheit ist das falsch.

> Ich vermute also einen im Englischen unaufffᅵlligen Text, in

> dem aus der "eruption" eines Vulkans ein "erupting vulcano" wurde, oder
> aber der Vulkan "erupts".

Du meinst einen *"eruptioning volcano" bzw. *"the volcano eruptions"?
Nein, natᅵrlich nicht. Wie man sieht, kann man eben nicht jedes
Substantiv so einfach als Verb verwenden.

Und ja, "to erupt" ist ganz normales Englisch. Bis zu dieser
Diskussion hier war mir gar nicht aufgefallen, dass ein entsprechendes
Verb im Deutschen und im Franzᅵsischen Mangelware ist.

Im Deutschen verwendet man fᅵr Vulkane eine Lehnᅵbersetzung:
aus-brechen < e(x)-rumpere. Im Franzᅵsischen kombiniert man irgendein
allgemeines Verb mit dem Substantiv: faire une ᅵruption, produire
une ᅵruption, ᅵtre en ᅵruption. Ein Verb *ᅵrompre sucht man vergebens.

> Und das hat dann irgendein ᅵbersetzer minderer Qualitᅵt zu "eruptieren"
> verbalhornt.

Naja, wenn man diese Bildung im Deutschen ablehnt, weil sie lateinisch
falsch sei, dann ist sie das im Englischen auch. Die englischen
Wᅵrterbᅵcher sagen zur Herkunft nur von lat. "eruptus", erster Beleg
von 1657.

Christian Weisgerber

unread,
Oct 10, 2011, 10:36:11 AM10/10/11
to
Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> wrote:

> Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fᅵllen ohne Latein- und
> Griechischkenntnisse nicht mᅵglich.

Ich glaube in gehobenem Franzᅵsisch ist das noch viel ausgeprᅵgter, wo
man z.B. zu ererbten Substantiven dann Adjektive aus der lateinischen
Form bildet wie "bouche" - "buccal".

Message has been deleted

Joachim Pense

unread,
Oct 10, 2011, 12:52:06 PM10/10/11
to
Am 10.10.2011 16:29, schrieb Christian Weisgerber:

>
> Naja, wenn man diese Bildung im Deutschen ablehnt, weil sie lateinisch
> falsch sei, dann ist sie das im Englischen auch. Die englischen
> Wᅵrterbᅵcher sagen zur Herkunft nur von lat. "eruptus", erster Beleg
> von 1657.
>

Ich denke, die Englᅵnder bilden gern ihre Lateinimportverben aus dem
Partizip perfekt, wir aus dem Prᅵsens.

Englisch: to edit, deutsch edieren. Englisch to corrupt, deutsch
korrumpieren.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Oct 10, 2011, 12:58:16 PM10/10/11
to
Am 10.10.2011 18:30, schrieb Martin Gerdes:
> Joachim Pense<sn...@pense-mainz.eu> schrieb:

>
>> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
>> man halt eher auf die Wirtssprache.
>
>> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
>> der Englischsprachler "to translate".
>
> "Transfer" ist als Verb und Nomen im Englischen absolut g�ngig.
>

"Transfer" klingt zwar nach "transferre/transfero", aber die Herkunft
w�rde mich schon interessieren.
"Transmit" ist auch so ein Fall, von transmittere/transmitto (mit
doppel-t); das Verb heist nicht "transmiss". ("dismiss" zeigt, dass es
durchaus so hei�en k�nnte).

Joachim
(Gruppenwechsel)

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 10, 2011, 2:24:10 PM10/10/11
to
Christian Weisgerber meinte:

> Und ja, "to erupt" ist ganz normales Englisch. Bis zu dieser
> Diskussion hier war mir gar nicht aufgefallen, dass ein entsprechendes
> Verb im Deutschen und im Französischen Mangelware ist.

Inwiefern im Deutschen? Du schreibst doch selbst:
>
> Im Deutschen verwendet man für Vulkane eine Lehnübersetzung:
> aus-brechen < e(x)-rumpere.

Denn das ist doch das (sogar wörtlich und haargenau) entsprechende Verb.

>> Und das hat dann irgendein Übersetzer minderer Qualität zu "eruptieren"
>> verbalhornt.
>
> Naja, wenn man diese Bildung im Deutschen ablehnt, weil sie lateinisch
> falsch sei, dann ist sie das im Englischen auch. Die englischen
> Wörterbücher sagen zur Herkunft nur von lat. "eruptus", erster Beleg
> von 1657.

Wie wir auch an "translate" sehen, scheint das Englische gelegentlich
Fremdwörter aus dem lateinischehn Partizip und nicht dem Infinitiv
herzuleiten. Insofern ist es im Englischen nicht unbedingt falsch, wenn es
im Lateinischen falsch war.

Und ablehnen tue ich "eruptieren" und "translatieren" nicht, weil diese
Bildungen im lateinischen falsch wären, sodnern weil sie affektierte,
hochgestochene, überflüssige Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit
"ausbrechen" und "übersetzen" allgemein verständliche und weithin in
Gebrauch befindliche deutsche Wörter gibt. Und aus eben dieem Grunde
konveniert ... äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.

Christina Kunze

unread,
Oct 10, 2011, 4:45:48 PM10/10/11
to
Am 09.10.2011 06:08, schrieb Daniela Duerbeck:
> Bertel Lund Hansen wrote:
>
>> Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
>> "eruption" 'r�ckw�rts' gebildet.
>
> Ja, die Idee kam mir auch und dann ist das englische Wort eben auch falsch.
> Denn die "Eruption" ist ja zeitlich sp�ter. Vorher muss der volcano
> "erump" und nicht "erupt".

"Falsch" ist ein starkes Wort. Fremdw�rter leben in den Zielsprachen
weiter, von ihnen k�nnen auch Verben gebildet werden, die nicht denen in
den AUsgangssprachen entsprechen. Dies geschieht vor allem, wenn die
Sprecher der Zielsprache die Ausgangssprache nicht k�nnen.
"Erumpieren" habe ich auf Deutsch noch nie geh�rt, "eruptieren" auch
nicht, und es st�rt mich auch nicht, wenn es von einem Wort ein
lateinischst�mmigtes Substantiv wie Eruption gibt, das Verb dazu aber
ein deutsches wie ausbrechen ist.

chr

Christina Kunze

unread,
Oct 10, 2011, 4:49:27 PM10/10/11
to
Am 10.10.2011 12:26, schrieb Ralf Heinrich Arning:
> Roland Franzius<roland....@uos.de> wrote:
>
>> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld
>> und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
>
> und die �berf�hrung von Heroen- und Heiligengebeinen

und f�r �bersetzungen bei theoretischer Betrachtung, s.
Translationswissenschaft
>
>> herausgebildet,

chr


Paul Ney

unread,
Oct 10, 2011, 8:24:00 PM10/10/11
to

"Daniela Duerbeck" <daniela....@gmx.de> schrieb am 09.10.2011 01:49
den Newsbeitrag news:4e90e1a2$0$6641$9b4e...@newsspool2.arcor-online.net

> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natürlich "erumpieren" heißen müsse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsächlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.
> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.
> erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es heißt ja auch
> "korrumpieren" und nicht "korruptieren".

Der Beitrag hat eine sehr intensive sachliche Diskussion ausgelöst, ich
habe sie gerne gelesen. "Der Vulkan wird bald explodieren!" kommt manchmal
auch vor ;-) Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Vulkan ist lesenswert, da
kann man auch "en" oder "fr" zuschalten. Lateinisch ist auch dabei:
http://la.wikipedia.org/wiki/Mons_ignifer

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]


Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 10, 2011, 9:25:15 PM10/10/11
to
Paul Ney skrev:

> Der Beitrag hat eine sehr intensive sachliche Diskussion ausgelöst, ich
> habe sie gerne gelesen. "Der Vulkan wird bald explodieren!"

Das ist aber nicht dasselbe wie "ausbrechen". Wenn ein Vulkan
ausbricht, geschieht es ohne gewaltsamen Laute, und die Lava
fliesst aus der Öffnung lange Zeit hindurch.

Bei einer Explosion ... eh, explodiert der Vulkan mit einem
lauten Knall wie ein Monsterbombe. Alle Materialen werden auf
einmal ausgeschleudert.

--
Gruß
Bertel, Dänemark

Herluf Holdt, 3140

unread,
Oct 11, 2011, 1:47:58 AM10/11/11
to
Bertel Lund Hansen skrev:
Ich bin nicht einig. Alle Vulkanausbrüche sind Eruptionen.
Es gibt verschiedenen Tüpen davon. Eruptieren ist ein
Fachwort der Geologen und auch der Ärzte. Ein Milchzahn
kann auch eruptieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulkanausbruch


--
Gruß :·)
Herluf Holdt
DK-3140

Carsten Thumulla

unread,
Oct 11, 2011, 2:04:17 AM10/11/11
to
Am 10.10.2011 20:24, schrieb Diedrich Ehlerding:
>
> äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.

Wie wäre es mit ausbrechen?


Carsten
--
Pferdewetten sichere Anlagen
http://www.toonpool.com/user/1608/files/sichere_investments_845615.jpg

Michael Pronay

unread,
Oct 11, 2011, 4:02:31 AM10/11/11
to
Diedrich Ehlerding wrote:

> Und ablehnen tue ich "eruptieren" und "translatieren" nicht,

> weil diese Bildungen im lateinischen falsch waeren, sodnern weil
> sie affektierte, hochgestochene, ueberfluessige


> Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit "ausbrechen" und

> "uebersetzen" allgemein verstaendliche und weithin in Gebrauch
> befindliche deutsche Woerter gibt.

Ich glaub', ich hab's schon einmal gesagt: Das ehemalige "Institut
f�r �bersetzer- und Dolmetschausbildung" an der philosophischen
Fakult�t der Universit�t Wien hei�t nunmehr - gendergerecht! -
"Institut f�r Translationswissenschaften".

M.

Roland Franzius

unread,
Oct 11, 2011, 4:09:54 AM10/11/11
to
Am 11.10.2011 10:02, schrieb Michael Pronay:
> Diedrich Ehlerding wrote:
>
>> Und ablehnen tue ich "eruptieren" und "translatieren" nicht,
>> weil diese Bildungen im lateinischen falsch waeren, sodnern weil
>> sie affektierte, hochgestochene, ueberfluessige
>> Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit "ausbrechen" und
>> "uebersetzen" allgemein verstaendliche und weithin in Gebrauch
>> befindliche deutsche Woerter gibt.
>
> Ich glaub', ich hab's schon einmal gesagt: Das ehemalige "Institut
> für Übersetzer- und Dolmetschausbildung" an der philosophischen
> Fakultät der Universität Wien heißt nunmehr - gendergerecht! -
> "Institut für Translationswissenschaften".

Das hat nichts mit gendergerecht zu tun.

Die Umwandlung dem Namen nach - manchmal auch der Aufgabe nach - eines
pädagogischen Instituts in ein Forschungsinstitut mit EU-gerechtem Namen
ist notwendige Voraussetzung zur Einwerbung von Drittmitteln wie auch
zur finanziellen und wahrnehmungstechnischen Gleichstellung in der
Fakultät.

--

Roland Franzius

Carsten Thumulla

unread,
Oct 11, 2011, 5:12:38 AM10/11/11
to
Am 11.10.2011 10:09, schrieb Roland Franzius:
>
> Das hat nichts mit gendergerecht zu tun.
>
> Die Umwandlung dem Namen nach - manchmal auch der Aufgabe nach - eines
> p�dagogischen Instituts in ein Forschungsinstitut mit EU-gerechtem Namen

> ist notwendige Voraussetzung zur Einwerbung von Drittmitteln wie auch
> zur finanziellen und wahrnehmungstechnischen Gleichstellung in der
> Fakult�t.

Ganz bestimmt!


Carsten
--
Merkel schn�rt
http://www.toonpool.com/user/636/files/merkel_schnuert_845885.jpg

Christian Weisgerber

unread,
Oct 11, 2011, 11:50:17 AM10/11/11
to
Bertel Lund Hansen <splittemi...@lundhansen.dk> wrote:

> > Der Beitrag hat eine sehr intensive sachliche Diskussion ausgelᅵst, ich


> > habe sie gerne gelesen. "Der Vulkan wird bald explodieren!"
>
> Das ist aber nicht dasselbe wie "ausbrechen". Wenn ein Vulkan
> ausbricht, geschieht es ohne gewaltsamen Laute, und die Lava

> fliesst aus der ᅵffnung lange Zeit hindurch.

Mein Sprachverstᅵndnis ist anders. Wenn ein Vulkan ausbricht, dann
stᅵᅵt er Gase, Asche, Lava aus. Darᅵber, ob dies mit einer gewaltigen
Explosion oder leise geschieht, sagt "Ausbruch"/"ausbrechen" nichts
aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbruch_des_Mount_St._Helens_1980

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 11, 2011, 1:33:55 PM10/11/11
to
Carsten Thumulla meinte:

>> äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.
>
> Wie wäre es mit ausbrechen?

Gewiss doch. Schrieb ich doch auch:

| es doch mit "ausbrechen" und "übersetzen" allgemein verständliche
| und weithin in Gebrauch befindliche deutsche Wörter gibt.

Diedrich

Message has been deleted
Message has been deleted

Oliver Cromm

unread,
Oct 11, 2011, 6:22:05 PM10/11/11
to
* Juergen Grosse:

> Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:
>
> 'Transfero' ('ich �berf�hre') und 'translatum'
> ('�berf�hrt', Partizip Perfekt) geh�ren zu _einem_ (leider ziemlich
> unregelm��ig konjugierten) Verb.

Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein d�rfte,
so wie man im Englischen als Pr�teritum von "to go" dasjenige des
inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem daf�r in j�ngster
Zeit ein neues Pr�teritum "wended" spendiert wurde).

Beim Verb "sein" ist das vielleicht in denn meisten
indogermanischen Sprachen so.

--
The Internet? Is that thing still around? - Homer Simpson

Oliver Cromm

unread,
Oct 11, 2011, 6:22:08 PM10/11/11
to
* Bertel Lund Hansen:

> Der Deutschsprachler k�nnte aus
> "Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
> geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.

N�her l�ge MUSEN "translieren", wenn man die Ausgangssprache nicht
beherrscht, siehe kombinieren, rotieren, konzentrieren,
delegieren, motivieren, eskalieren ...

--
A chrysanthemum by any other name would be easier to spell.
Peter Moylan in alt.usage.english

Message has been deleted

Paul Ney

unread,
Oct 11, 2011, 8:27:56 PM10/11/11
to

"Bertel Lund Hansen" <splittemi...@lundhansen.dk> schrieb am
11.10.2011 03:25 den Newsbeitrag
news:4e939ade$0$290$1472...@news.sunsite.dk

> Paul Ney skrev:
>
>> Der Beitrag hat eine sehr intensive sachliche Diskussion ausgelöst, ich
>> habe sie gerne gelesen. "Der Vulkan wird bald explodieren!"
>
> Das ist aber nicht dasselbe wie "ausbrechen".

Sicherlich nicht. Einfach gesehen: Die Materie in einem unterirdischen
Raum übt wachsenden Druck aus, irgendwann explodiert das Ganze und die
austretende Materie nimmt sich jeden gebotenen Weg. Mit etwas Glück findet
die Materie einen Weg über ein Loch an der Oberfläche und da bildet sich
der bekannte Berg. Bei einem Vulkanausbruch nimmt die Materie den alten
Weg übers Loch.

> Wenn ein Vulkan ausbricht, geschieht es ohne gewaltsamen Laute, und die
> Lava fliesst aus der Öffnung lange Zeit hindurch.

Das ist also der Standard-Vulkanausbruch.

> Bei einer Explosion ... eh, explodiert der Vulkan mit einem
> lauten Knall wie ein Monsterbombe. Alle Materialen werden auf
> einmal ausgeschleudert.

Wenn also so eine Druckkammer explodiert und die Materie an den
schwächsten Stellen entweicht, dabei ist (ihr) egal, ob ein Vulkanberg an
der Oberfläche steht oder nicht...

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]


Herluf Holdt, 3140

unread,
Oct 12, 2011, 1:26:34 AM10/12/11
to
Ralf Heinrich Arning skrev:
> Herluf Holdt, 3140 wrote:
>
>> Ich bin nicht einig.
> einverstanden.
>
>> Es gibt verschiedenen T�pen davon.
> Typen

Dankesch�n! Jeg er enig = ich bin einverstanden.

--
Gru� :�)
Herluf Holdt
DK-3140

Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 12, 2011, 3:50:34 AM10/12/11
to
Herluf Holdt, 3140 skrev:

>>> Ich bin nicht einig.
>> einverstanden.

Diesen Fehler habe ich auch gemacht. Ich habe einen anderen
Ausdruck daf�r gelernt:

Ich bin derselben Meinung.

--
Gru�
Bertel, D�nemark

Message has been deleted

Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 12, 2011, 7:52:19 AM10/12/11
to
Ralf Heinrich Arning skrev:

> Nebenbei: Ich kann kein Dänisch. Ich muß mich aber irgendwann in den
> nächsten Monaten durch ein dänisches Buch kämpfen. Gibt es eine dänische
> Usenet-Gruppe, wo man auf deutsch oder englisch zu einzelnen
> Formulierungen Fragen stellen kann, ähnlich desd?

Natürlich. Dk.kultur.sprog ist eine solche Gruppe, und sowohl ich
als auch Herluf Holdt und Dieter Britz sind Teilnehmer.

Die Sprache in fast allen Beiträgen ist Dänisch, aber wir
akzeptieren allerlei Sprachen, und es gibt mehrere Leute, die
Deutsch verstehen. Englisch verstehen die meisten Dänen.


PS. Ich bemerkte, dass du "deutsch" und "englisch"
kleingeschrieben hast. Englischer Einfluß?

--
Gruß
Bertel, Dänemark

Lothar Frings

unread,
Oct 12, 2011, 8:15:59 AM10/12/11
to
Bertel Lund Hansen tat kund:

> PS. Ich bemerkte, dass du "deutsch" und "englisch"
> kleingeschrieben hast. Englischer Einfluß?

Nö. Auf Englisch wird der Sprachenname genauso
wie auf Deutsch groß geschrieben.

Christian Weisgerber

unread,
Oct 12, 2011, 11:17:25 AM10/12/11
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:

> > 'Transfero' ('ich überführe') und 'translatum'
> > ('überführt', Partizip Perfekt) gehören zu _einem_ (leider ziemlich
> > unregelmäßig konjugierten) Verb.
>
> Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein dürfte,
> so wie man im Englischen als Präteritum von "to go" dasjenige des
> inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem dafür in jüngster
> Zeit ein neues Präteritum "wended" spendiert wurde).

Schon im Altenglischen war _gān_ ein Beispiel für Suppletion mit
Präteritum _ēode_. Es wurde also ein unverwandter Stamm durch einen
anderen ersetzt.

Auch im Deutschen ist etwas faul: Der Stammwechsel von _gehen_ zu
_ging_/_gegangen_ ist unregelmäßig und laut Herkunftsduden liegt
hier ebenfalls ein alter Fall von Suppletion vor.

Merkwürdigerweise neigen Verben mit der Bedeutung "gehen" auch in
anderen indogermanischen Sprachen zu Stammwechseln. Französisch
_aller_ mit seinen Stämmen a(i)ll-, va-, ir- ist aus den lateinischen
Verben _ambulāre_, _vādere_ und _īre_ zusammengestückelt.
(_īre_/_eō_ ist auch schon erschreckend unregelmäßig, aber ich nehme
an ähnlich franz. _avoir_ liegt hier nur ein einzelner Stamm vor,
der wegen seiner Kürze stark von Lautverschiebungen in Mitleidenschaft
gezogen wurde.)

In den slawischen Sprachen hat das Verb für "gehen" mit _id-_ und
_šel-_ ebenfalls verschiedene Stämme für Präsens und Präteritum.
Slowenisch geht noch einen Schritt weiter und hat den Präsensstamm
durch _gre-_ ersetzt; der ursprünglich lebt nur in _po-jd-_ im
Perfektivverb fort.

> Beim Verb "sein" ist das vielleicht in denn meisten
> indogermanischen Sprachen so.

Slawisch und Latein begnügen sich noch damit, das Verb aus zwei
Stämmen, idg. *es- und *bheu-, zusammenzusetzen. (Latein: f- < *bh-)
Im Germanischen kommt dann noch *wes- dazu.

Die romanischen Sprachen haben ein Futur _ser-_ ausgebildet.
Merkwürdigerweise erklärt man das für Iberisch als von dem separaten
Verb _sedēre_ übernommen, für die anderen Sprachen als von vulgärlat.
_(es)sere_ < _esse_ abgeleitet.

Die meisten romanischen Sprachen haben zwei Verben, die für
verschiedene Sinne von "sein" verwendet werden und aus lat. _esse_
und _stāre_ entstanden sind. Im Altfranzösischen haben sich durch
Lautverschiebungen die Formen beider Verben als _est-_ soweit
angenähert, dass sie wieder zu einem zusammengefallen sind, und
heute lässt sich nur noch schwer nachvollziehen, welche der _ét-_Formen
welchen Ursprung haben.

Oliver Cromm

unread,
Oct 12, 2011, 12:46:52 PM10/12/11
to
* Bertel Lund Hansen:

> Natürlich. Dk.kultur.sprog ist eine solche Gruppe, und sowohl ich
> als auch Herluf Holdt und Dieter Britz sind Teilnehmer.
>
> Die Sprache in fast allen Beiträgen ist Dänisch, aber wir
> akzeptieren allerlei Sprachen, und es gibt mehrere Leute, die
> Deutsch verstehen. Englisch verstehen die meisten Dänen.

Als ich in Kopenhagen war, traf ich eine Frau, die sagte, sie
spreche lieber Deutsch als Englisch, "weil sie aus Jütland sei".
Gibt es da wirklich einen deutlichen regionalen Unterschied?

Faszinierend war, daß, obwohl Dänisch anfangs sehr fremd klingt,
ich nach einer Woche bereits hier und da verstanden habe, worum es
ging (ich übernachtete bei einem Studenten im Wohnheim, und sie
hatten jeden Abend Party). Zumindest kam es mir so vor. Nein, ich
habe nicht viel getrunken.

--
The generation of random numbers is too important to be left to
chance.
Robert R. Coveyou
Message has been deleted
Message has been deleted

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:16:24 PM10/12/11
to
Roland Franzius wrote:

> Als Euklidindianer und Liegroupie kommen mir da Zweifel,

Das war jetzt fies.

Viele Gr��e von Dani

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:47:30 PM10/12/11
to
Christian Weisgerber wrote:

> Und ja, "to erupt" ist ganz normales Englisch. Bis zu dieser
> Diskussion hier war mir gar nicht aufgefallen, dass ein entsprechendes
> Verb im Deutschen und im Franzᅵsischen Mangelware ist.

War es ja auch nicht. Bis dato durften Vulkane einfach ausbrechen.

Viele Grᅵᅵe von Dani

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:03:08 PM10/12/11
to
Oliver Cromm wrote:

> Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein d�rfte,
> so wie man im Englischen als Pr�teritum von "to go" dasjenige des
> inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem daf�r in j�ngster
> Zeit ein neues Pr�teritum "wended" spendiert wurde).

Vado, vai, va, andiamo, andate, vanno.
Ist im Italienischen �hnlich.

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:51:32 PM10/12/11
to
Diedrich Ehlerding wrote:

> Bildungen im lateinischen falsch wären, sodnern weil sie affektierte,
> hochgestochene, überflüssige Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit

> "ausbrechen" und "übersetzen" allgemein verständliche und weithin in

> Gebrauch befindliche deutsche Wörter gibt. Und aus eben dieem Grunde
> konveniert ... äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.

Jo, das sehe ich genauso. Aber wenn schon ein Fremdwort, dann möchte ich
es gerne richtig hergeleitet haben.

Viele Grüße von Dani

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:25:37 PM10/12/11
to
Gunhild Simon wrote:

> Hier ein Foto und ein Artikel, mit dem ich mich sehr unbeliebt in der
> Gemeinde gamacht habe.

Hast Du evtl. eine Kleinigkeit vergessen?

> "Herausforderung" als Euphemismus f�r Arbeit ist mir bereits bei
> Erwachsenen suspekt.

Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung. Wenn
ich aber einen Job antrete, wo ich mir von vornherein nicht ganz sicher
bin, ob ich ihn stemme, dann ist das eine Herausforderung.
Und wenn ich nun immer schwierigere Jobs suche, weil ich vorher nicht
ausgelastet war, dann suche ich neue Herausforderungen.
Oder ich signalisiere damit eben, dass ich mich nicht unterkriegen lasse.

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 6:11:25 PM10/12/11
to
Roland Franzius wrote:

> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld

findet ja auch gerade statt.

> und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
> herausgebildet,

Und die hat schon stattgefunden, insofern hab ich da kein Problem.

> deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
> in "translatieren" niederschlugen.

Und so einen Schmarrn mache ich einfach nicht mit.

> Allerdings ist fast allen Benutzern dieses Wortes die Lateinische
> Sprache nur translatiert zug�nglich.

Da die Leute, die sowas benutzen, besonders schlau sein wollen, komme
ich ihnen dann halt mit Latein. Und es trifft keine Falschen, denn das
sind dann auch die, die "stati" sagen.

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 7:04:40 PM10/12/11
to
Gunhild Simon wrote:

> Im Lateinischen gibt es Verba intensiva. Die leiten sich
> nomormalerweise vom Partizip Perfekt Passiv ab und haben eine
> Infinitivendung, die sie oft zur a-Konjugation z�hlen l��t:venire
> (kommen) - venitare (immer wieder kommen), videre (sehen) - visitare
> (besuchen). Im Deutschen etwa: agieren - agitieren.

Oh! Das wu�te ich noch nicht. Aber damit macht man so ein Wort ja noch
viel gebildeter.
Vermutlich richtet dann ein eruptierender Vulkan auch deutlich mehr
Schaden an als ein schn�de ausbrechender.

Daniela Duerbeck

unread,
Oct 12, 2011, 7:12:24 PM10/12/11
to
Oliver Cromm wrote:

> Faszinierend war, da�, obwohl D�nisch anfangs sehr fremd klingt,


> ich nach einer Woche bereits hier und da verstanden habe, worum es

> ging (ich �bernachtete bei einem Studenten im Wohnheim, und sie


> hatten jeden Abend Party). Zumindest kam es mir so vor. Nein, ich
> habe nicht viel getrunken.

Bei der Gelegenheit: Ich hab k�rzlich den Film "Almanya" angesehen, und
da wurde zu einem Kunstgriff gegriffen: Alles, was f�r die T�rken
t�rkisch war, war im Film Deutsch, aber alles, was in Echt deutsch war,
war: ? D�nisch vielleicht? Wei� das wer?

Bertel Lund Hansen

unread,
Oct 12, 2011, 9:38:26 PM10/12/11
to
Oliver Cromm skrev:

> Als ich in Kopenhagen war, traf ich eine Frau, die sagte, sie

> spreche lieber Deutsch als Englisch, "weil sie aus J�tland sei".


> Gibt es da wirklich einen deutlichen regionalen Unterschied?

Ob es einen generellen Unterschied zwischen Jylland und das
�brige Land gibt, wei� ich nicht, aber in S�nderjylland und
Nordschleswig glaube ich, dass alle Leute zweisprachige sind.

> Faszinierend war, da�, obwohl D�nisch anfangs sehr fremd klingt,


> ich nach einer Woche bereits hier und da verstanden habe, worum es

> ging (ich �bernachtete bei einem Studenten im Wohnheim, und sie


> hatten jeden Abend Party). Zumindest kam es mir so vor. Nein, ich
> habe nicht viel getrunken.

Es wundert mich gar nicht, wenn du begann ein bi�chen zu
verstehen. Die zwei Sprachen sind ja eng verbunden, und die halbe
Arbeit besteht darin unsere Melodie und Rhytmus zu dekodieren.

Und hier dasselbe auf D�nisch:
Det undrer mig slet ikke, hvis du begyndte at forst� en smule. De
to sprog er jo n�rt forbundne, og det halve arbejde best�r i at
afkode vores melodi og rytme.

Selber habe ich zum Beispiel beim Fernsehen erlebt einen
zuf�lliggen Kanal zu �ffnen und danach mir wundern, welche
Sprache die Leute sprachen - bis es mir klar wurde, da� es
D�nisch war. Wenn man unsynkronisiert in einer Sprachstrom
landet, kann sogar seine eigene Sprache fremd vorkommen.

Gerald Fix

unread,
Oct 13, 2011, 1:22:34 AM10/13/11
to
On Thu, 13 Oct 2011 00:25:37 +0200, Daniela Duerbeck
<daniela....@gmx.de> wrote:

>Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
>machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
>irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
>gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung.

Schon mal probiert?

--
Viele Gr��e
Gerald Fix

Lothar Frings

unread,
Oct 13, 2011, 2:18:12 AM10/13/11
to
Daniela Duerbeck tat kund:

> Bei der Gelegenheit: Ich hab kürzlich den Film "Almanya" angesehen, und
> da wurde zu einem Kunstgriff gegriffen: Alles, was für die Türken
> türkisch war, war im Film Deutsch, aber alles, was in Echt deutsch war,
> war: ? Dänisch vielleicht? Weiß das wer?

Grammelot.

Gunhild Simon

unread,
Oct 13, 2011, 2:31:29 AM10/13/11
to

On 13 Okt., 00:25, Daniela Duerbeck <daniela.duerb...@gmx.de> wrote:
> Gunhild Simon wrote:
> > Hier ein Foto und ein Artikel, mit dem ich mich sehr unbeliebt in der
> > Gemeinde gamacht habe.
>
> Hast Du evtl. eine Kleinigkeit vergessen?
Ja. Tats�chlich. Sorry.
http://www.blog.institut1.de/2008/hamburg-st-nikolai-kinder-an-die-macht/

>
> > "Herausforderung" als Euphemismus f r Arbeit ist mir bereits bei
> > Erwachsenen suspekt.
>
> Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
> machen m chte, sondern was leisten, ...

Es liegt an der inflation�ren Verwendung des Begriffs "Herausforderung",
der in in keiner Bewerbung fehlen darf.

Er wird als vorgestanzter Baustein aus dem Bewerbungsvokabular f�r
"Arbeitssuche" verwendet. Das meine ich mit Euphemismus.

Und aus dem Mund eines Kindes klingt er vollends daneben.

Gru�
Gunhild

Roland Franzius

unread,
Oct 13, 2011, 3:18:39 AM10/13/11
to

Die starken Verben machen sich im Umgang mit sprachunkundigen Kindern
immer ganz gut. F�r die sind Lautverschiedenheiten f�r verschiedene
Aktionsformen ziemlich wichtig. Das Erlernen des regelm��ige Teils der
Grammatik erfolgt dann in der Zeit des intellektuellen Bl�hprozesses.
Mein erster Ansatz zum Gebrauch einer regelm��igen Grammatik soll mit
dem abendlichen Satz begonnen haben: "Mutter Erschichte gez�hlen."

Bei der Betreuung der schwerh�rigen und dementen, �lteren
Familienmitglieder sieht man dann wieder denselben Effekt. Die reagieren
dann meist immer noch genau diesen f�r den Tagesablauf wichtigen
Stammsprachbereich, in dem lautliche Differenzierungen als Steuersignale
wirken.

--

Roland Franzius

Frank Hucklenbroich

unread,
Oct 13, 2011, 3:56:57 AM10/13/11
to

Zumal man einen ausbrechenden Vulkan ja wieder einfangen kann. Versuch das
mal mit einem eruptierenden...

SCNR,

Frank

Oliver Cromm

unread,
Oct 13, 2011, 12:46:46 PM10/13/11
to
* Gerald Fix:

Eine Art Flie�bandarbeit habe ich mal probiert, n�mlich B�cher zum
Versand einpacken. Das war keine Herausforderung, da in 10 Minuten
erlernt und in wenigen Tagen Routine. Nat�rlich trotzdem, teils
sogar gerade deswegen, anstrengend, falls Du darauf anspielen
wolltest.

�brigens: in Japan steht man tats�chlich an der Kasse, vermutlich
weil sitzend einen stehenden Kunden zu bedienen eine unm�gliche
Unh�flichkeit w�re.

--
"Bother", said the Borg, as they assimilated Pooh.

Thomas Schade

unread,
Oct 13, 2011, 1:03:29 PM10/13/11
to
On 13.10.2011 00:24, Oliver Cromm wrote:

> * Daniela Duerbeck wrote:
>> Roland Franzius wrote:

>>> Als Euklidindianer und Liegroupie kommen mir da Zweifel,
>>
>> Das war jetzt fies.
>

> Ja, f�r die Nichtmathematikanten etwas algebrachial.

Wobei ich mich nicht unbedingt �ffentlich als L�gen-Groupie geoutet h�tte.


Ciao
Toscha
--
Give Beer a Chance

Diedrich Ehlerding

unread,
Oct 13, 2011, 2:13:19 PM10/13/11
to
Daniela Duerbeck meinte:

> Aber wenn schon ein Fremdwort, dann möchte ich
> es gerne richtig hergeleitet haben.

Was ist denn "richtig hergeleitet"? Wir müssten ja erstmal feststellen, ob
es von "erumpere" oder von "erupt" übernommen wurde. Wie ja auch andere
schon bemerkt haben, gibt es noch einige Beispiele mehr, in denen
englische Vokabeln romanischen Ursprungs aus dem Partizip Perfekt
hergeleitet sind (corrupt wurde schon genannt). Insofern ist das im
Englischen eine nach englischen Regeln durchaus richtige Bildung. Zu
klären wäre zunächst einmal , woher "eruptieren" ins Deutsche
hineingeleckt ist.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

Andreas Karrer

unread,
Oct 13, 2011, 3:57:23 PM10/13/11
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:

> Übrigens: in Japan steht man tatsächlich an der Kasse, vermutlich
> weil sitzend einen stehenden Kunden zu bedienen eine unmögliche
> Unhöflichkeit wäre.

Es gibt Leute, die mögen es, stehend zu arbeiten; im von mir
meistfrequentierten Supermarkt gibt es eine (recht kleine) Verkäuferin,
die meistens steht. In der Firma sind die meisten Arbeitstische in der
Höhe elektrisch verstellbar, manche (wenige) Entwickler stehen immer,
aber wenn zwei, drei Leute um einen Bildschirm rumstehen, stellt man den
Tisch fast automatisch in Stehposition. Viele Sitzungen sind bei uns
Stehungen (scrum). Ich seh den Vorteil - geht scheller - mag die
Steherei aber nicht so.

Lokomotivführer und auch Strassenbahnfahrer standen bis vor ein paar
Jahrzehnten auch. Die Tramgeneration aus den späten 50ern, die hier in
Zürich erst vor ein paar Jahren ausser Betrieb genommen wurde, hatte
einen Klappsitz, einige Tramfahrer sind da bis zuletzt stehend gefahren.

Ich kann verstehen, dass man in einer Restaurantküche steht. Aber
zuhause sitz ich ich beim Kochen lieber, beim Gemüseputzen sowieso, aber
auch am Herd.

- Andi

Gerald Fix

unread,
Oct 14, 2011, 3:40:14 AM10/14/11
to
On Thu, 13 Oct 2011 12:46:46 -0400, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>>>Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
>>>machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
>>>irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
>>>gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung.
>>
>> Schon mal probiert?
>
>Eine Art Flie�bandarbeit habe ich mal probiert, n�mlich B�cher zum
>Versand einpacken. Das war keine Herausforderung, da in 10 Minuten
>erlernt und in wenigen Tagen Routine. Nat�rlich trotzdem, teils
>sogar gerade deswegen, anstrengend, falls Du darauf anspielen
>wolltest.

Zum Teil wollte ich das. An der Kasse kommt noch das Problem hinzu,
dass du dich mit real existierenden Mensch herumschlagen musst und
ziemlich viele Fehler machen kannst.

Walter P. Zähl

unread,
Oct 14, 2011, 9:25:21 AM10/14/11
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:
> * Gerald Fix:
>
>> On Thu, 13 Oct 2011 00:25:37 +0200, Daniela Duerbeck
>> <daniela....@gmx.de> wrote:
>>
>>> Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
>>> machen möchte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
>>> irgendwo am Fließband oder an der Kasse stehen möchte, weil ich sonst
>>> gar kein Geld verdiene, ist das natürlich keine Herausforderung.
>>
>> Schon mal probiert?
>
> Eine Art Fließbandarbeit habe ich mal probiert, nämlich Bücher zum

> Versand einpacken. Das war keine Herausforderung, da in 10 Minuten
> erlernt und in wenigen Tagen Routine. Natürlich trotzdem, teils

> sogar gerade deswegen, anstrengend, falls Du darauf anspielen
> wolltest.
>

Ich habe als Student mal das Umgekehrte gemacht: Rückläufer
bei einem Heftchenverlag wieder sortiert.
Das ist so wie bei der Pralinenfabrik: man verliert ganz schnell
die Lust zu naschen. (Mal abgesehen davon, dass Lassiter und
Dr. Bruckner nicht meine bevorzugte Lektüre waren.)

Aber die Gnade, den ganzen Tag nichts denken zu müssen, und
den Rest dann abends am Firmentor auch noch zu vergessen,
konnte ich nicht so recht genießen.

Ich denke lieber, auch nach Feierabend.

/Walter

Message has been deleted

Walter P. Zähl

unread,
Oct 14, 2011, 3:42:30 PM10/14/11
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:
> * Andreas Karrer:

>
>> Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:
>>
>>> Übrigens: in Japan steht man tatsächlich an der Kasse, vermutlich
>>> weil sitzend einen stehenden Kunden zu bedienen eine unmögliche
>>> Unhöflichkeit wäre.
>>
>> Es gibt Leute, die mögen es, stehend zu arbeiten; im von mir
>> meistfrequentierten Supermarkt gibt es eine (recht kleine) Verkäuferin,
>> die meistens steht. In der Firma sind die meisten Arbeitstische in der
>> Höhe elektrisch verstellbar,
>
> Tu felix Helvetia! ich wußte nicht mal, daß es sowas gibt.

Guggstu z.B. hier - http://www.kinnarps.de, Works GE.
(Bin jetzt nicht sicher, ob wir die oder was anderes Schwedisches haben,
prinzipiell tun die sich aber nichts.)
Bei uns in Großraumbüros Standard, in Kleinräumen optional.
Einer der wenigen Vorteile der Einführung von Großraumbüros.

>
>> manche (wenige) Entwickler stehen immer,
>> aber wenn zwei, drei Leute um einen Bildschirm rumstehen, stellt man den
>> Tisch fast automatisch in Stehposition.
>

> Hm, um im Stehen tippen zu können, müßten man nicht auch den
> Abstand Monitor-Tastatur deutlich vergrößern? Sind Tischteile
> separat verstellbar?
>
Wieso? Monitor und Tastatur stehen doch auf dem Tisch und
fahren damit hoch. Das geht schon.


/Walter

Message has been deleted

Andreas Karrer

unread,
Oct 14, 2011, 6:11:31 PM10/14/11
to
* Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info>:
> * Andreas Karrer:

>> die meistens steht. In der Firma sind die meisten Arbeitstische in der
>> Höhe elektrisch verstellbar,
>
> Tu felix Helvetia! ich wußte nicht mal, daß es sowas gibt.

Hier

http://www.netcetera.com/de/services.html

einer unserer Steh-/Sitzungsräume, bei dem auch der runde Tisch in der
Mitte auf Stehhöhe angehoben werden kann. Stühle unbenutzt in der Ecke.

http://www.netcetera.com/de/services/project-management.html

zwei Kollegen am Plaudern am hochgestellten, rechts hinten yours truly
kopfkratzend am tiefgestellten Tisch.

> Abgesehen davon tendiert die neuere experimentelle Medizin dazu,
> daß sowohl Stehen als auch jedes bißchen Gehen, auch nur, um
> Kaffee zu holen, die Gesundheit verbessert. Dauerhaft sitzen ist
> ein Todesurteil.

Schon so: Es ist erschreckend, mitanzusehen, wie die fitten 24jährigen
Hochschulabgänger nach drei Jahren in der Firma Bauchansatz kriegen und
zusehends verfetten. Ich bin fast der älteste Mitarbeiter und hab noch
einen BMI unter 25, das liegt aber kaum am fünfmaligen Pilgergang zur
Kaffeemaschine. Ich fahr mit dem Rad zur Arbeit (4,5 km, nur bei
trockener Strasse und > 0°C), manchmal auch zu Fuss, treib aber sonst
so gut wie keinen Sport.

- Andi
Message has been deleted

Jakob Achterndiek

unread,
Oct 15, 2011, 7:45:35 AM10/15/11
to
Am 15.10.2011, 13:08 Uhr, schrieb Ralf Heinrich Arning
<rhause...@t-online.de>:

> Hat jemand eine Ahnung, warum von "stehen" das
> Verbalsubstantiv nicht gebildet wird?

Vielleicht weil kein Bedarf ist?

j/\a
--

Thomas Schade

unread,
Oct 15, 2011, 7:56:41 AM10/15/11
to
Wäre auch meine erste Vermutung. Eine echte 'Stehung', im Sinne von sich
nicht bewegen, gibt es wohl nur bei den armen Leuten, die eine
Formalausbildung (heißt das noch so, also so was wie Strammstehen zum
Gelöbnis und ähnlicher Unfug) bei der Bundeswehr über sich ergehen
lassen müssen. Ansonsten wird bei Stehbesprechungen oder -empfängen eben
eher nur selten dauerhaft gestanden.

Interessanter ist Ralfs Hinweis auf andere Verben, zu denen ein
ähnlicher Substantiv ebenfalls nicht existiert. Zu 'gehen' z.B. gibt es
die 'Gehung' nur als 'Umgehung' oder 'Begehung'. Und auch längeres
'liegen' wird nicht zur 'Liegung'.


Ciao
Toscha
--
Bildung ist, was übrig bleibt,
wenn wir das Gelernte vergessen haben.
[Marquis of Halifax]

Yvonne Steiner

unread,
Oct 15, 2011, 8:03:37 AM10/15/11
to
Ralf Heinrich Arning <rhause...@t-online.de> wrote:

[...]

> "Steh-/Sitzungsraum" ist MUSEN inkonsistent. Wenn der Stehraum auch für
> Besprechungen genutzt wird, müßte es "Stehung" bzw. "Stehungsraum"
> heißen. Aber überraschenderweise gibt es das Pendant zu "Sitzung" nicht.
>
> Hat jemand eine Ahnung, warum von "stehen" das Verbalsubstantiv nicht
> gebildet wird?

Es *ist* doch schon gebildet worden.
Googelt einfach nach "Stehungen"!

Oder, um nur mal schnell zwei herauszunehmen:
<http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/karriere/schnelle-kommunikation-im-steh
en-126383/index.do>

Und hier das Warum?
<http://www.nautilus-nine.com/pdf/presse/Sitzungen_effizienter_gestalten.pdf>

| Regel 9 Die effizienteste Sitzung ist eine Stehung.
| Gemütlichkeit ist der Todfeind effizienter Sitzungen. Bequeme Sessel,
| ein Tasse Kaffe, womöglich noch Gipfeli oder Konfekt, und alle fühlen
| sich so wohl, dass sie nie mehr auseinander gehen wollen.
| Das beste Mittel dagegen: Kurze Meetings an einem Stehtisch.


--
Yvonne Steiner

Dr. Falstaff

unread,
Oct 15, 2011, 9:20:13 AM10/15/11
to
_____________
( Schnarchung )
-------------
o
o
__
UooU\.'@@@@@@`.
\__/(@@@@@@@@@@)
(@@@@@@@@)
`YY~~~~YY'
|| ||

Roland Franzius

unread,
Oct 15, 2011, 10:24:05 AM10/15/11
to
Mann könnte ja aus Worte wie auf-, an- über-, unter- strammstehen den
Stand dazu nutzen. Die Stehungen existieren auch mit Vorsilben wie
Aufer- und Ent-.

Es sieht also eher so aus, als sei der Volksmund der Meinung, dass
Sitzen eine nicht weiter zu differenzierende Untätigkeit sei, während
Stehen in vielerlei Variationen möglich ist.

--

Roland Franzius
It is loading more messages.
0 new messages