Viele Gr��e von Dani
> dass das nat�rlich "erumpieren" hei�en m�sse
Nie geh�rt, das Wort.
Matthias
--
Nach der Schlacht von Leipzig sah man Pferde, denen 3, 4 und noch mehr
Beine abgeschossen waren, herrenlos herumlaufen. Prof. Galletti
Wer zum Kuckuck ist dieser Galletti? ==> <http://www.galletti.de/>
== Bitte bei Mailantwort Gro�buchstaben aus Reply-Adresse l�schen. ==
Gibt es ja auch offenbar nicht, ich hatte es nur einfach nach demselben
Schema gebildet, nach dem "korrumpieren" gebildet wurde.
Man nehme das lateinische Wort im Infinitiv Pr�sens und ver�ndere es.
corrumpere -> korrumpieren
erumpere -> erumpieren
corrigere -> korrigieren
erigere -> erigieren
Geht auch mit Verben auf "are":
penetrare -> penetrieren
conservare -> konservieren
Also ist MUSEN "eruptieren" einfach falsch.
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tats�chlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.
> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt?
Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
"eruption" 'r�ckw�rts' gebildet.
--
Gru�
Bertel, D�nemark
> Ich vermute, dass es vom Englischen kommt, oder auch ist es von
> "eruption" 'r�ckw�rts' gebildet.
Ja, die Idee kam mir auch und dann ist das englische Wort eben auch falsch.
Denn die "Eruption" ist ja zeitlich sp�ter. Vorher muss der volcano
"erump" und nicht "erupt".
> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natᅵrlich "erumpieren" heiᅵen mᅵsse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsᅵchlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.
> Jetzt frag ich nur, warum ist das korrekt? Das Wort kommt von lat.
> erumpere, eruptieren somit vom Partizip Perfekt. Und es heiᅵt ja auch
> "korrumpieren" und nicht "korruptieren".
Das ist der unaufhaltsam sich einschleichende Fortschritt!
Mein 1961er Duden kannte die Form noch nicht. Aber in den Zeiten
der Bildungsreformen wurde es unumgᅵnglich, daᅵ ich mir einen
neuen kaufte. Und in dem, Jubilᅵums-Ausgabe von 1980, wurde dann
schon eruptiert.
j/\a
--
Ich denke, hier gilt die übliche Begründung: das haben wir schon immer
so gemacht, das haben wir noch nie so gemacht, da könnt ja jeder kommen.
"Selegieren" statt "selektieren" sagen ja auch nur humanistisch
gebildete Besserwisser. Vgl auch edieren/editieren.
/Walter
> Heute sagte einer in einem Film: "Der Vulkan wird bald eruptieren!".
> Ich dachte mir, dass das natᅵrlich "erumpieren" heiᅵen mᅵsse, schlug
> aber sicherheitshalber im Duden nach. Und tatsᅵchlich: "eruptieren" ist
> laut Duden korrekt.
Function followes form:
Vielleicht gibt es bald auch eruptionssichere Gefᅵngnisse?
j/\a
--
> Diese Art R�ckw�rtsbildung ist im Englischen normal. Im Deutschen guckt
> man halt eher auf die Wirtssprache.
> Ein Deutschsprachler bildet zu "Translation" das Verb "transferieren",
Nein, das tut er nicht. "Translatio" ist ein lateinisches Verb.
"Transferieren" kommt vom lateinischen "trans + ferre", das
(auch) "�berf�hren" heisst. Der Deutschsprachler k�nnte aus
"Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.
> der Englischsprachler "to translate".
was ja auch ganz logisch ist.
ferre, fero, tuli, latum.
transferre, transfero, transtuli, translatum (translatio)
> Der Deutschsprachler k�nnte aus
> "Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
> geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.
>
>> der Englischsprachler "to translate".
>
> was ja auch ganz logisch ist.
>
Joachim
Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fällen ohne Latein- und
Griechischkenntnisse nicht möglich.
Joachim
> Tut er doch. 'Transfero' ('ich ᅵberfᅵhre') und 'translatum'
> ('ᅵberfᅵhrt', Partizip Perfekt) gehᅵren zu _einem_ (leider ziemlich
> unregelmᅵᅵig konjugierten) Verb.
Oh, ein Verb mit Stammwechsel:
transfero, transtuli, translatus
Sind das drei Stᅵmme oder nur zwei mit Metathese t-l <> l-t?
https://en.wiktionary.org/wiki/transfero#Inflection
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld
und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
herausgebildet, deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
in "translatieren" niederschlugen.
Allerdings ist fast allen Benutzern dieses Wortes die Lateinische
Sprache nur translatiert zug�nglich.
--
Roland Franzius
[gehört zum substantiv "Translation" das Verb "transferieren"?]
> Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fällen ohne Latein- und
> Griechischkenntnisse nicht möglich.
Und in manchen Fällen führt eine allzusehr an de Etymologie orientierte
Denkweise total in die Irre. Denn weder auf die Bedeutung noch auf die
Verwendung von Wörtern lässt sich durch Kenntnis eines lateinischen oder
altgriechischen Ursprungs sinnvoll schließen. So auch in diesem Falle.
In deutschen Texten findet man "Translation" zunächst einmal als
Anglizismus mit der Bedeutung "Übersetzung in eine andere Sprache". Dazu
passt das durchaus nicht unbekannte Verb "transferieren" schonmal nicht.
Ansonsten findet man es eigentlich nur in fachsprachlichem Kontext, wie
dich ein Blick in die allwissende Kristallgugel lehrt; etwa in
medizinischen Texten (z.B.
http://www.diebandscheibe.de/ibf/lofiversion/index.php/t27897-93.html ),
molekularbiologischen Texten
(http://www.u-helmich.de/bio/gen/reihe2/23/karte233.html ), in denen es
aber ebenfalls eher die Bedeutung "Übersetzung" (DNS in RNS, RNS in
Peptide) hat, oder in der Geologie / Kristallographie / Mineralogie, um
Versetzungen in Kristallen oder auch Verwerfungen nach Erdbeben zu
beschreiben (wieder ein Beispiel:
http://www.geologieinfo.de/gesteine/metamorphosearten.html )
Mit anderen Worten, "Translation" ist in deutschen Texten entweder ein
Anglizismus (und dann führt die Ortientierung am Lateinischen schon
deshalb in die Irre, weil ja bereits im Englischen, aus dem es in diesem
Fall entlehnt wurde (und nicht direkt aus dem Lateinischen) sowohl
"translate" als auch "transfer" existieren), oder es ist ein
fachsprachlicher Begriff, zu dem die übliche Bedeutung von "transferieren"
- nämlich "übertragen" im Deutschen genau überhaupt nicht passt.
Oder, in noch anderen Worten: "transferieren" ist in gar keiner Weise das
passende Verb zu "Translation", selbst wenn du dich noch so gut an
"ferre/tuli/latum" erinnerst.
...
> transfero, transtuli, translatus
>
> Sind das drei Stᅵmme oder nur zwei mit Metathese t-l<> l-t?
...
Eher zwei, vermute ich, aber keine Metathese, sondern etwas ᅵhnliches
wie Schwundstufe (und normale Endung '-atum'): 'tlatum' > 'latum'
Ich habe gerade keine Zeit, Meisers "Historische Laut- und Formenlehre
der lateinischen Sprache" zu suchen. Sollte ich heute noch dazu kommen,
wᅵrde ich mich berichtigen, falls Obiges Unsinn sein sollte.
Tschᅵs, Jᅵrgen
>> transferre, transfero, transtuli, translatum (translatio)
>
> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld
und Personen
> und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
> herausgebildet, deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
> in "translatieren" niederschlugen.
>
Also wie beim Editieren. Na gut, genehmigt.
Joachim
Wenn sich erstmal ein abweichender Gebrauch durchgesetzt hat, braucht
man die Wörter ja auch nicht mehr zu bilden.
Joachim
"Eruptieren" aber ist ebenso wie "Erumpieren" eine Neubildung, und ich
denke, keine aus dem Englischen.
Joachim
>
> Vielleicht handelt es sich hier um einen Fall von multipler Wortkorumption.
>
Geschliffen rekursives Beispiel, deine multiple Wortkorumption.
Joachim
> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> schrieb:
>
>> Mein 1961er Duden kannte die Form noch nicht. Aber in den Zeiten
>> der Bildungsreformen wurde es unumgänglich, daß ich mir einen
>> neuen kaufte. Und in dem, Jubiläums-Ausgabe von 1980, wurde dann
>> schon eruptiert.
>
> Ja, siehe auch:
> http://www.duden.de/rechtschreibung/eruptieren
Die enttäuschen mich aber jetzt arg mit der Auskunft:
| Die Suche nach „erektieren“ lieferte 0 Treffer
Das ist ja fast schon anzüglich! :(
j/\a
--
Anscheinend ist es nicht vom Inf Pres, sondern vom P Particip
'eruptus' gebildet bezw. abgeleitet.
Gruß
Richard
Im Lateinischen gibt es Verba intensiva. Die leiten sich
nomormalerweise vom Partizip Perfekt Passiv ab und haben eine
Infinitivendung, die sie oft zur a-Konjugation zählen läßt:venire
(kommen) - venitare (immer wieder kommen), videre (sehen) - visitare
(besuchen). Im Deutschen etwa: agieren - agitieren.
Gruß
Gunhild
Ich bin immer wieder von neuem dankbar für eine kluge Positionierung
in einer sonnenärmeren Gegend:
Der Altar weist allerdings nach Norden.Dagegen besteht die rechte Wand
daneben, die die östliche Seite der Kirche ist, aus farbigem Glas. Nur
so kann der Altarraum überwiegend günstig in schönes Licht getaucht
werden.
Gruß
Gunhild
> Der Altar weist allerdings nach Norden.
Martini in Eppendorf?
j/\a
--
Nein, es ist St. Nikolai , die Hauptkirche am Klosterstern.
Hier ein Foto und ein Artikel, mit dem ich mich sehr unbeliebt in der
Gemeinde gamacht habe.
"Herausforderung" als Euphemismus für Arbeit ist mir bereits bei
Erwachsenen suspekt.
Gruß
Gunhild
> > "Eruptieren" aber ist ebenso wie "Erumpieren" eine Neubildung, und ich
> > denke, keine aus dem Englischen.
>
> Ich vermute das sehr wohl - und zwar ᅵber die Schiene, dass man
> bekanntlich im Englischen jedes Sunstantiv zu einem Verb machen kann und
> umgekehrt.
In dieser Allgemeinheit ist das falsch.
> Ich vermute also einen im Englischen unaufffᅵlligen Text, in
> dem aus der "eruption" eines Vulkans ein "erupting vulcano" wurde, oder
> aber der Vulkan "erupts".
Du meinst einen *"eruptioning volcano" bzw. *"the volcano eruptions"?
Nein, natᅵrlich nicht. Wie man sieht, kann man eben nicht jedes
Substantiv so einfach als Verb verwenden.
Und ja, "to erupt" ist ganz normales Englisch. Bis zu dieser
Diskussion hier war mir gar nicht aufgefallen, dass ein entsprechendes
Verb im Deutschen und im Franzᅵsischen Mangelware ist.
Im Deutschen verwendet man fᅵr Vulkane eine Lehnᅵbersetzung:
aus-brechen < e(x)-rumpere. Im Franzᅵsischen kombiniert man irgendein
allgemeines Verb mit dem Substantiv: faire une ᅵruption, produire
une ᅵruption, ᅵtre en ᅵruption. Ein Verb *ᅵrompre sucht man vergebens.
> Und das hat dann irgendein ᅵbersetzer minderer Qualitᅵt zu "eruptieren"
> verbalhornt.
Naja, wenn man diese Bildung im Deutschen ablehnt, weil sie lateinisch
falsch sei, dann ist sie das im Englischen auch. Die englischen
Wᅵrterbᅵcher sagen zur Herkunft nur von lat. "eruptus", erster Beleg
von 1657.
> Korrekte deutsche Wortbildung ist in manchen Fᅵllen ohne Latein- und
> Griechischkenntnisse nicht mᅵglich.
Ich glaube in gehobenem Franzᅵsisch ist das noch viel ausgeprᅵgter, wo
man z.B. zu ererbten Substantiven dann Adjektive aus der lateinischen
Form bildet wie "bouche" - "buccal".
>
> Naja, wenn man diese Bildung im Deutschen ablehnt, weil sie lateinisch
> falsch sei, dann ist sie das im Englischen auch. Die englischen
> Wᅵrterbᅵcher sagen zur Herkunft nur von lat. "eruptus", erster Beleg
> von 1657.
>
Ich denke, die Englᅵnder bilden gern ihre Lateinimportverben aus dem
Partizip perfekt, wir aus dem Prᅵsens.
Englisch: to edit, deutsch edieren. Englisch to corrupt, deutsch
korrumpieren.
Joachim
"Transfer" klingt zwar nach "transferre/transfero", aber die Herkunft
w�rde mich schon interessieren.
"Transmit" ist auch so ein Fall, von transmittere/transmitto (mit
doppel-t); das Verb heist nicht "transmiss". ("dismiss" zeigt, dass es
durchaus so hei�en k�nnte).
Joachim
(Gruppenwechsel)
"Falsch" ist ein starkes Wort. Fremdw�rter leben in den Zielsprachen
weiter, von ihnen k�nnen auch Verben gebildet werden, die nicht denen in
den AUsgangssprachen entsprechen. Dies geschieht vor allem, wenn die
Sprecher der Zielsprache die Ausgangssprache nicht k�nnen.
"Erumpieren" habe ich auf Deutsch noch nie geh�rt, "eruptieren" auch
nicht, und es st�rt mich auch nicht, wenn es von einem Wort ein
lateinischst�mmigtes Substantiv wie Eruption gibt, das Verb dazu aber
ein deutsches wie ausbrechen ist.
chr
und f�r �bersetzungen bei theoretischer Betrachtung, s.
Translationswissenschaft
>
>> herausgebildet,
chr
Wie wäre es mit ausbrechen?
Carsten
--
Pferdewetten sichere Anlagen
http://www.toonpool.com/user/1608/files/sichere_investments_845615.jpg
> Und ablehnen tue ich "eruptieren" und "translatieren" nicht,
> weil diese Bildungen im lateinischen falsch waeren, sodnern weil
> sie affektierte, hochgestochene, ueberfluessige
> Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit "ausbrechen" und
> "uebersetzen" allgemein verstaendliche und weithin in Gebrauch
> befindliche deutsche Woerter gibt.
Ich glaub', ich hab's schon einmal gesagt: Das ehemalige "Institut
f�r �bersetzer- und Dolmetschausbildung" an der philosophischen
Fakult�t der Universit�t Wien hei�t nunmehr - gendergerecht! -
"Institut f�r Translationswissenschaften".
M.
Ganz bestimmt!
Carsten
--
Merkel schn�rt
http://www.toonpool.com/user/636/files/merkel_schnuert_845885.jpg
> > Der Beitrag hat eine sehr intensive sachliche Diskussion ausgelᅵst, ich
> > habe sie gerne gelesen. "Der Vulkan wird bald explodieren!"
>
> Das ist aber nicht dasselbe wie "ausbrechen". Wenn ein Vulkan
> ausbricht, geschieht es ohne gewaltsamen Laute, und die Lava
> fliesst aus der ᅵffnung lange Zeit hindurch.
Mein Sprachverstᅵndnis ist anders. Wenn ein Vulkan ausbricht, dann
stᅵᅵt er Gase, Asche, Lava aus. Darᅵber, ob dies mit einer gewaltigen
Explosion oder leise geschieht, sagt "Ausbruch"/"ausbrechen" nichts
aus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbruch_des_Mount_St._Helens_1980
>> äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.
>
> Wie wäre es mit ausbrechen?
Gewiss doch. Schrieb ich doch auch:
| es doch mit "ausbrechen" und "übersetzen" allgemein verständliche
| und weithin in Gebrauch befindliche deutsche Wörter gibt.
Diedrich
> Am 09.10.2011 15:26, schrieb Bertel Lund Hansen:
>
> 'Transfero' ('ich �berf�hre') und 'translatum'
> ('�berf�hrt', Partizip Perfekt) geh�ren zu _einem_ (leider ziemlich
> unregelm��ig konjugierten) Verb.
Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein d�rfte,
so wie man im Englischen als Pr�teritum von "to go" dasjenige des
inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem daf�r in j�ngster
Zeit ein neues Pr�teritum "wended" spendiert wurde).
Beim Verb "sein" ist das vielleicht in denn meisten
indogermanischen Sprachen so.
--
The Internet? Is that thing still around? - Homer Simpson
> Der Deutschsprachler k�nnte aus
> "Translation" "translatieren" bilden, wie es offentsichtlich auch
> geschehen ist, obwohl ich dieses Wort nicht mag.
N�her l�ge MUSEN "translieren", wenn man die Ausgangssprache nicht
beherrscht, siehe kombinieren, rotieren, konzentrieren,
delegieren, motivieren, eskalieren ...
--
A chrysanthemum by any other name would be easier to spell.
Peter Moylan in alt.usage.english
Dankesch�n! Jeg er enig = ich bin einverstanden.
--
Gru� :�)
Herluf Holdt
DK-3140
>>> Ich bin nicht einig.
>> einverstanden.
Diesen Fehler habe ich auch gemacht. Ich habe einen anderen
Ausdruck daf�r gelernt:
Ich bin derselben Meinung.
--
Gru�
Bertel, D�nemark
> PS. Ich bemerkte, dass du "deutsch" und "englisch"
> kleingeschrieben hast. Englischer Einfluß?
Nö. Auf Englisch wird der Sprachenname genauso
wie auf Deutsch groß geschrieben.
> > 'Transfero' ('ich überführe') und 'translatum'
> > ('überführt', Partizip Perfekt) gehören zu _einem_ (leider ziemlich
> > unregelmäßig konjugierten) Verb.
>
> Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein dürfte,
> so wie man im Englischen als Präteritum von "to go" dasjenige des
> inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem dafür in jüngster
> Zeit ein neues Präteritum "wended" spendiert wurde).
Schon im Altenglischen war _gān_ ein Beispiel für Suppletion mit
Präteritum _ēode_. Es wurde also ein unverwandter Stamm durch einen
anderen ersetzt.
Auch im Deutschen ist etwas faul: Der Stammwechsel von _gehen_ zu
_ging_/_gegangen_ ist unregelmäßig und laut Herkunftsduden liegt
hier ebenfalls ein alter Fall von Suppletion vor.
Merkwürdigerweise neigen Verben mit der Bedeutung "gehen" auch in
anderen indogermanischen Sprachen zu Stammwechseln. Französisch
_aller_ mit seinen Stämmen a(i)ll-, va-, ir- ist aus den lateinischen
Verben _ambulāre_, _vādere_ und _īre_ zusammengestückelt.
(_īre_/_eō_ ist auch schon erschreckend unregelmäßig, aber ich nehme
an ähnlich franz. _avoir_ liegt hier nur ein einzelner Stamm vor,
der wegen seiner Kürze stark von Lautverschiebungen in Mitleidenschaft
gezogen wurde.)
In den slawischen Sprachen hat das Verb für "gehen" mit _id-_ und
_šel-_ ebenfalls verschiedene Stämme für Präsens und Präteritum.
Slowenisch geht noch einen Schritt weiter und hat den Präsensstamm
durch _gre-_ ersetzt; der ursprünglich lebt nur in _po-jd-_ im
Perfektivverb fort.
> Beim Verb "sein" ist das vielleicht in denn meisten
> indogermanischen Sprachen so.
Slawisch und Latein begnügen sich noch damit, das Verb aus zwei
Stämmen, idg. *es- und *bheu-, zusammenzusetzen. (Latein: f- < *bh-)
Im Germanischen kommt dann noch *wes- dazu.
Die romanischen Sprachen haben ein Futur _ser-_ ausgebildet.
Merkwürdigerweise erklärt man das für Iberisch als von dem separaten
Verb _sedēre_ übernommen, für die anderen Sprachen als von vulgärlat.
_(es)sere_ < _esse_ abgeleitet.
Die meisten romanischen Sprachen haben zwei Verben, die für
verschiedene Sinne von "sein" verwendet werden und aus lat. _esse_
und _stāre_ entstanden sind. Im Altfranzösischen haben sich durch
Lautverschiebungen die Formen beider Verben als _est-_ soweit
angenähert, dass sie wieder zu einem zusammengefallen sind, und
heute lässt sich nur noch schwer nachvollziehen, welche der _ét-_Formen
welchen Ursprung haben.
> Als Euklidindianer und Liegroupie kommen mir da Zweifel,
Das war jetzt fies.
Viele Gr��e von Dani
> Und ja, "to erupt" ist ganz normales Englisch. Bis zu dieser
> Diskussion hier war mir gar nicht aufgefallen, dass ein entsprechendes
> Verb im Deutschen und im Franzᅵsischen Mangelware ist.
War es ja auch nicht. Bis dato durften Vulkane einfach ausbrechen.
Viele Grᅵᅵe von Dani
> Das durch "Zusammenlegen" mehrerer Verben entstanden sein d�rfte,
> so wie man im Englischen als Pr�teritum von "to go" dasjenige des
> inzwischen seltenen "to wend" einsetzt (und dem daf�r in j�ngster
> Zeit ein neues Pr�teritum "wended" spendiert wurde).
Vado, vai, va, andiamo, andate, vanno.
Ist im Italienischen �hnlich.
> Bildungen im lateinischen falsch wären, sodnern weil sie affektierte,
> hochgestochene, überflüssige Verfremdwortungen darstellen, woe es doch mit
> "ausbrechen" und "übersetzen" allgemein verständliche und weithin in
> Gebrauch befindliche deutsche Wörter gibt. Und aus eben dieem Grunde
> konveniert ... äh ... sagt mit auch "erumpieren" nicht zu.
Jo, das sehe ich genauso. Aber wenn schon ein Fremdwort, dann möchte ich
es gerne richtig hergeleitet haben.
Viele Grüße von Dani
> Hier ein Foto und ein Artikel, mit dem ich mich sehr unbeliebt in der
> Gemeinde gamacht habe.
Hast Du evtl. eine Kleinigkeit vergessen?
> "Herausforderung" als Euphemismus f�r Arbeit ist mir bereits bei
> Erwachsenen suspekt.
Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung. Wenn
ich aber einen Job antrete, wo ich mir von vornherein nicht ganz sicher
bin, ob ich ihn stemme, dann ist das eine Herausforderung.
Und wenn ich nun immer schwierigere Jobs suche, weil ich vorher nicht
ausgelastet war, dann suche ich neue Herausforderungen.
Oder ich signalisiere damit eben, dass ich mich nicht unterkriegen lasse.
> Nichtdestomerowinger hat sich im Deutschen "Transfer" f�r G�ter und Geld
findet ja auch gerade statt.
> und die "Translation" f�r streng geometrische Verschiebungen
> herausgebildet,
Und die hat schon stattgefunden, insofern hab ich da kein Problem.
> deren letzere sich dann �ber den englischen Umweg auch
> in "translatieren" niederschlugen.
Und so einen Schmarrn mache ich einfach nicht mit.
> Allerdings ist fast allen Benutzern dieses Wortes die Lateinische
> Sprache nur translatiert zug�nglich.
Da die Leute, die sowas benutzen, besonders schlau sein wollen, komme
ich ihnen dann halt mit Latein. Und es trifft keine Falschen, denn das
sind dann auch die, die "stati" sagen.
> Im Lateinischen gibt es Verba intensiva. Die leiten sich
> nomormalerweise vom Partizip Perfekt Passiv ab und haben eine
> Infinitivendung, die sie oft zur a-Konjugation z�hlen l��t:venire
> (kommen) - venitare (immer wieder kommen), videre (sehen) - visitare
> (besuchen). Im Deutschen etwa: agieren - agitieren.
Oh! Das wu�te ich noch nicht. Aber damit macht man so ein Wort ja noch
viel gebildeter.
Vermutlich richtet dann ein eruptierender Vulkan auch deutlich mehr
Schaden an als ein schn�de ausbrechender.
> Faszinierend war, da�, obwohl D�nisch anfangs sehr fremd klingt,
> ich nach einer Woche bereits hier und da verstanden habe, worum es
> ging (ich �bernachtete bei einem Studenten im Wohnheim, und sie
> hatten jeden Abend Party). Zumindest kam es mir so vor. Nein, ich
> habe nicht viel getrunken.
Bei der Gelegenheit: Ich hab k�rzlich den Film "Almanya" angesehen, und
da wurde zu einem Kunstgriff gegriffen: Alles, was f�r die T�rken
t�rkisch war, war im Film Deutsch, aber alles, was in Echt deutsch war,
war: ? D�nisch vielleicht? Wei� das wer?
> Als ich in Kopenhagen war, traf ich eine Frau, die sagte, sie
> spreche lieber Deutsch als Englisch, "weil sie aus J�tland sei".
> Gibt es da wirklich einen deutlichen regionalen Unterschied?
Ob es einen generellen Unterschied zwischen Jylland und das
�brige Land gibt, wei� ich nicht, aber in S�nderjylland und
Nordschleswig glaube ich, dass alle Leute zweisprachige sind.
> Faszinierend war, da�, obwohl D�nisch anfangs sehr fremd klingt,
> ich nach einer Woche bereits hier und da verstanden habe, worum es
> ging (ich �bernachtete bei einem Studenten im Wohnheim, und sie
> hatten jeden Abend Party). Zumindest kam es mir so vor. Nein, ich
> habe nicht viel getrunken.
Es wundert mich gar nicht, wenn du begann ein bi�chen zu
verstehen. Die zwei Sprachen sind ja eng verbunden, und die halbe
Arbeit besteht darin unsere Melodie und Rhytmus zu dekodieren.
Und hier dasselbe auf D�nisch:
Det undrer mig slet ikke, hvis du begyndte at forst� en smule. De
to sprog er jo n�rt forbundne, og det halve arbejde best�r i at
afkode vores melodi og rytme.
Selber habe ich zum Beispiel beim Fernsehen erlebt einen
zuf�lliggen Kanal zu �ffnen und danach mir wundern, welche
Sprache die Leute sprachen - bis es mir klar wurde, da� es
D�nisch war. Wenn man unsynkronisiert in einer Sprachstrom
landet, kann sogar seine eigene Sprache fremd vorkommen.
>Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
>machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
>irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
>gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung.
Schon mal probiert?
--
Viele Gr��e
Gerald Fix
> Bei der Gelegenheit: Ich hab kürzlich den Film "Almanya" angesehen, und
> da wurde zu einem Kunstgriff gegriffen: Alles, was für die Türken
> türkisch war, war im Film Deutsch, aber alles, was in Echt deutsch war,
> war: ? Dänisch vielleicht? Weiß das wer?
Grammelot.
Es liegt an der inflation�ren Verwendung des Begriffs "Herausforderung",
der in in keiner Bewerbung fehlen darf.
Er wird als vorgestanzter Baustein aus dem Bewerbungsvokabular f�r
"Arbeitssuche" verwendet. Das meine ich mit Euphemismus.
Und aus dem Mund eines Kindes klingt er vollends daneben.
Gru�
Gunhild
Die starken Verben machen sich im Umgang mit sprachunkundigen Kindern
immer ganz gut. F�r die sind Lautverschiedenheiten f�r verschiedene
Aktionsformen ziemlich wichtig. Das Erlernen des regelm��ige Teils der
Grammatik erfolgt dann in der Zeit des intellektuellen Bl�hprozesses.
Mein erster Ansatz zum Gebrauch einer regelm��igen Grammatik soll mit
dem abendlichen Satz begonnen haben: "Mutter Erschichte gez�hlen."
Bei der Betreuung der schwerh�rigen und dementen, �lteren
Familienmitglieder sieht man dann wieder denselben Effekt. Die reagieren
dann meist immer noch genau diesen f�r den Tagesablauf wichtigen
Stammsprachbereich, in dem lautliche Differenzierungen als Steuersignale
wirken.
--
Roland Franzius
Zumal man einen ausbrechenden Vulkan ja wieder einfangen kann. Versuch das
mal mit einem eruptierenden...
SCNR,
Frank
Eine Art Flie�bandarbeit habe ich mal probiert, n�mlich B�cher zum
Versand einpacken. Das war keine Herausforderung, da in 10 Minuten
erlernt und in wenigen Tagen Routine. Nat�rlich trotzdem, teils
sogar gerade deswegen, anstrengend, falls Du darauf anspielen
wolltest.
�brigens: in Japan steht man tats�chlich an der Kasse, vermutlich
weil sitzend einen stehenden Kunden zu bedienen eine unm�gliche
Unh�flichkeit w�re.
--
"Bother", said the Borg, as they assimilated Pooh.
>>> Als Euklidindianer und Liegroupie kommen mir da Zweifel,
>>
>> Das war jetzt fies.
>
> Ja, f�r die Nichtmathematikanten etwas algebrachial.
Wobei ich mich nicht unbedingt �ffentlich als L�gen-Groupie geoutet h�tte.
Ciao
Toscha
--
Give Beer a Chance
> Aber wenn schon ein Fremdwort, dann möchte ich
> es gerne richtig hergeleitet haben.
Was ist denn "richtig hergeleitet"? Wir müssten ja erstmal feststellen, ob
es von "erumpere" oder von "erupt" übernommen wurde. Wie ja auch andere
schon bemerkt haben, gibt es noch einige Beispiele mehr, in denen
englische Vokabeln romanischen Ursprungs aus dem Partizip Perfekt
hergeleitet sind (corrupt wurde schon genannt). Insofern ist das im
Englischen eine nach englischen Regeln durchaus richtige Bildung. Zu
klären wäre zunächst einmal , woher "eruptieren" ins Deutsche
hineingeleckt ist.
Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
> Übrigens: in Japan steht man tatsächlich an der Kasse, vermutlich
> weil sitzend einen stehenden Kunden zu bedienen eine unmögliche
> Unhöflichkeit wäre.
Es gibt Leute, die mögen es, stehend zu arbeiten; im von mir
meistfrequentierten Supermarkt gibt es eine (recht kleine) Verkäuferin,
die meistens steht. In der Firma sind die meisten Arbeitstische in der
Höhe elektrisch verstellbar, manche (wenige) Entwickler stehen immer,
aber wenn zwei, drei Leute um einen Bildschirm rumstehen, stellt man den
Tisch fast automatisch in Stehposition. Viele Sitzungen sind bei uns
Stehungen (scrum). Ich seh den Vorteil - geht scheller - mag die
Steherei aber nicht so.
Lokomotivführer und auch Strassenbahnfahrer standen bis vor ein paar
Jahrzehnten auch. Die Tramgeneration aus den späten 50ern, die hier in
Zürich erst vor ein paar Jahren ausser Betrieb genommen wurde, hatte
einen Klappsitz, einige Tramfahrer sind da bis zuletzt stehend gefahren.
Ich kann verstehen, dass man in einer Restaurantküche steht. Aber
zuhause sitz ich ich beim Kochen lieber, beim Gemüseputzen sowieso, aber
auch am Herd.
- Andi
>>>Ich finde den Ausdruck nicht falsch, weil man ja nicht stupide irgendwas
>>>machen m�chte, sondern was leisten, wenn ich jetzt als Arbeitslose
>>>irgendwo am Flie�band oder an der Kasse stehen m�chte, weil ich sonst
>>>gar kein Geld verdiene, ist das nat�rlich keine Herausforderung.
>>
>> Schon mal probiert?
>
>Eine Art Flie�bandarbeit habe ich mal probiert, n�mlich B�cher zum
>Versand einpacken. Das war keine Herausforderung, da in 10 Minuten
>erlernt und in wenigen Tagen Routine. Nat�rlich trotzdem, teils
>sogar gerade deswegen, anstrengend, falls Du darauf anspielen
>wolltest.
Zum Teil wollte ich das. An der Kasse kommt noch das Problem hinzu,
dass du dich mit real existierenden Mensch herumschlagen musst und
ziemlich viele Fehler machen kannst.
Ich habe als Student mal das Umgekehrte gemacht: Rückläufer
bei einem Heftchenverlag wieder sortiert.
Das ist so wie bei der Pralinenfabrik: man verliert ganz schnell
die Lust zu naschen. (Mal abgesehen davon, dass Lassiter und
Dr. Bruckner nicht meine bevorzugte Lektüre waren.)
Aber die Gnade, den ganzen Tag nichts denken zu müssen, und
den Rest dann abends am Firmentor auch noch zu vergessen,
konnte ich nicht so recht genießen.
Ich denke lieber, auch nach Feierabend.
/Walter
Guggstu z.B. hier - http://www.kinnarps.de, Works GE.
(Bin jetzt nicht sicher, ob wir die oder was anderes Schwedisches haben,
prinzipiell tun die sich aber nichts.)
Bei uns in Großraumbüros Standard, in Kleinräumen optional.
Einer der wenigen Vorteile der Einführung von Großraumbüros.
>
>> manche (wenige) Entwickler stehen immer,
>> aber wenn zwei, drei Leute um einen Bildschirm rumstehen, stellt man den
>> Tisch fast automatisch in Stehposition.
>
> Hm, um im Stehen tippen zu können, müßten man nicht auch den
> Abstand Monitor-Tastatur deutlich vergrößern? Sind Tischteile
> separat verstellbar?
>
Wieso? Monitor und Tastatur stehen doch auf dem Tisch und
fahren damit hoch. Das geht schon.
/Walter