wer kann mir bei der Wahl der richtigen Briefanreden für folgende
Titelträger helfen?:
- Dr. Franz Graf von und zu XXXX
- XXXX Graf Fugger von XXXX
- H.H. XXXXX, Domkapitular
- Prälat XXXX, Domkapitular
"H.H." bedeutet wohl "Hochwürdiger Herr"?
Vielen Dank vorab,
Otto
Sehr geehrter Herr Doktor $Nachname,
> - XXXX Graf Fugger von XXXX
Sehr geehrter Herr $Nachname,
$Nachname ist in meinen Augen nur XXXX, aber offiziell gehört wohl auch das
ganze von-und-zu-Brimborium dazu. Ganz falsch wäre auf jeden Fall
$Floskel Graf ...,
es sei denn, es handelt sich um eine Person aus einem Land in dem es noch
Adelstitel gibt (manche Abkömmlinge ehemaliger deutscher Adelsfamilien sehen
es natürlich trotzdem gern). Dienstgrade und Amtsbezeichnungen, auch
religiöse, sollte man in vielen Fällen hinter das Mann/Frau setzen, aber
nicht in allen. Eine kurze Googlesuche förderte z.B. dieses detaillierte PDF
zutage: <http://www.dfroemberg.de/anredenutitel.pdf>.
> - H.H. XXXXX, Domkapitular
> - Prälat XXXX, Domkapitular
Das sagt mir alles nichts, aber obiges PDF enthält:
Titel, Stand, | | Schriftliche | Mündliche
Rang, Beruf | Briefanschrift | Anrede | Anrede
---------------+---------------------+--------------+------------
Domherr | Dem Hochwürdigen | Hochwürdiger | Herr Prälat
| Domherrn (Nachname) | Herr |
--
»Nun freilich starren Sinnes zu behaupten, dass das,
was ich gesprochen habe, auch unbedingte Wahrheit sei,
das schickt sich nicht für einen, der zu denken pflegt.«
Platon
>> wer kann mir bei der Wahl der richtigen Briefanreden für folgende
>> Titelträger helfen?:
>> - Dr. Franz Graf von und zu XXXX
> Sehr geehrter Herr Doktor $Nachname,
Das "Neue Lexikon der populären Irrtümer" schreibt, daß der Doktortitel
kein Teil des Namens sei. Er wird auf Antrag in den Reisepaß und in den
Personalausweis eingetragen (aber sonst in kein anderes amtliches
Dokument).
Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
$NACHNAME" zu schreiben?
Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
nur "Herr soundso" verwenden.
Gruß,
Marcus
--
"Love for the death and for the defecation
Romance and assassination
Give me the love of genocide
Give me love"
Teil des Namens im Gegensatz zu »Graf von und zu« vielleicht nicht, aber der
(förmlichen) Anrede schon.
> Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
> $NACHNAME" zu schreiben?
Gesetzlich geregelt ist da nichts, aber einen Titel, den jemand sich
verdient hat, kann man m.M.n. ruhig mit anführen. Ich mag das
verfloskulierte »Sehr geehrte[r]« z.B. überhaupt nicht, vor allem nicht,
wenn ich den oder die Adressaten nicht persönlich kenne.
> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
> nur "Herr soundso" verwenden.
Ich höre überwiegend »Herr Professor« bzw. Vornamen, aber Briefanreden
müssen ja auch nicht mit persönlichen übereinstimmen.
Herr Müller-Lüdenscheidt sagt auf jeden Fall immer brav »Herr Doktor
Klöbner«.
--
»Die Vorstellung, es gebe auf der Welt für jeden Menschen genau einen
perfekten Partner, ist, gelinde gesagt, naiv.
Sechs Milliarden Menschen sind bei weitem zu viele, als dass man ihn je fände,
und zu wenige, als dass es ihn gäbe.«
> Eine kurze Googlesuche förderte z.B. dieses detaillierte PDF
> zutage: <http://www.dfroemberg.de/anredenutitel.pdf>.
Korrektur dazu: Bei "Mönch" heißt es "ehrwürdiger Bruder" mit der
Fußnote, das gelte nur bei "Nichttheologen", die würden nämlich mit
"Pater" angesprochen, was natürlich nicht ganz richtig ist:
Ordenspriester werden mit "Pater" angesprochen, Laienbrüder mit
"Bruder", wobei es da wohl noch persönliche Befindlichkeiten und je
nach Orden durchaus Ausnahmen geben kann. Übrigens ist nicht jeder
Bruder Nichttheologe, auch wenn die Studierten normalerweise Priester
sind.
(Ach ja: Der einzige Dekan, mit dem ich mich regelmäßig unterhale, würde
sich etwas seltsam vorkommen, sagte ich "Herr Professor" zu ihm. Ich
sage normalerweise "Herr Pfarrer".)
-fn-
>Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
>$NACHNAME" zu schreiben?
Bei mir privat wird jeder mit "Sehr geehrter Herr XY" angeschrieben,
ausser vielleicht ein Bundesrat ;-). Den Arzt (falls das vorkommt)
begrüsse ich immer mit "Grüezi Herr Zimmermann". Ich finde jene Leute,
die auf ihre Titel in der Anrede bestehen, etwas, gelinde gesagt,
speziell.
Werner Gamper
> Christoph Päper scripsit:
>
>> Eine kurze Googlesuche förderte z.B. dieses detaillierte PDF
>> zutage: <http://www.dfroemberg.de/anredenutitel.pdf>.
>
> Korrektur dazu: Bei "Mönch" heißt es "ehrwürdiger Bruder" mit der
> Fußnote, das gelte nur bei "Nichttheologen", die würden nämlich mit
> "Pater" angesprochen, was natürlich nicht ganz richtig ist:
> Ordenspriester werden mit "Pater" angesprochen, Laienbrüder mit
> "Bruder", wobei es da wohl noch persönliche Befindlichkeiten und je
> nach Orden durchaus Ausnahmen geben kann. Übrigens ist nicht jeder
> Bruder Nichttheologe, auch wenn die Studierten normalerweise Priester
> sind.
Das sehe ich genauso - und das "ehrwürdiger" ist überflüssig, korrekt
ist es (falls ich mich nicht irre), einfach zu schreiben:
Sehr geehrter Bruder Anton
oder
Sehr geehrter Pater Markus
Gruss,
Karl-Heinz
--
Karl-Heinz Zimmer, Senior Software Engineer, Klarälvdalens Datakonsult AB
<mailto:k...@klaralvdalens-datakonsult.se> <mailto:k...@kde.org>
"For every complex problem there is an
answer that is clear, simple, and wrong." H. L. Mencken, 1880 - 1956
Danke für die rasche Hilfe - die Quelle liefert ausreichend Informationen.
Otto
> > Sehr geehrter Herr Doktor $Nachname,
>
> Das "Neue Lexikon der populären Irrtümer" schreibt, daß der Doktortitel
> kein Teil des Namens sei.
Das ist mir neu.
> Er wird auf Antrag in den Reisepaß und in den
> Personalausweis eingetragen (aber sonst in kein anderes amtliches
> Dokument).
Meines Wissens hat man ein Recht auf die Nennung.
> Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
> $NACHNAME" zu schreiben?
Naja, eine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne wäre es wohl
nicht... :)
> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
> nur "Herr soundso" verwenden.
Das liegt am lässigen Understatement. An einer Uni wird einfach
erwartet,
daß man einen Doktortitel hat. Jemand, der auf die Nennung bestünde,
würde sich lächerlich machen...
--
Hoy la lluvia no me moja, hoy en día soy el huracán
Voy levantando las hojas, voy zarpado por todo el lugar
Hoy la fuerza me sonríe, hoy la vida me quiere ayudar
Me levanto aunque me tiren, no me duele, no me ves llorar
> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
> nur "Herr soundso" verwenden.
Ich dachte, die duzen sich...
Gruß Dirk.
>> Das "Neue Lexikon der populären Irrtümer" schreibt, daß der Doktortitel
>> kein Teil des Namens sei.
> Das ist mir neu.
Die Quellen im Buch dazu sind:
F. Kahle: Der Mißbrauch von Titeln. Berufsbezeichnungen und Abzeichen -
Rechtsgut, Schutzzweck und Anwendungsbereich des § 132a StGB, Marburg
1995.
"Kein Bestandteil des Namens", Leserbrief von Gerhard Schlund,
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht, in: Forschung und Lehre
12/1996, S. 660.
>> Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
>> $NACHNAME" zu schreiben?
> Naja, eine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne wäre es wohl
> nicht... :)
Mit "erlaubt" meinte ich auch eher, "erlaubt sein im alltäglichen
Umgang".
Gruß,
Marcus
--
"IMO steht der englische Begriff `BurceForce' fuer dieses Passwort-Knack-
verfahren, bzw. das dazu meist verwendete Programm. Vielleicht nehme ich
`BrufeForde-' dort raus, wenn ich dazu keinen erneuten Anhaltspunkt finde."
Johannes Sackmann in mpdsh über seine Sicherheits-FAQ
Das sowieso. Ich dachte eher an Verweise der Art "Gehen Sie zu..."
oder "Fragen Sie..."
Gruß,
Marcus
--
"Eines Tages werden diese Menschen dafür büßen.
Eines Tages werden sie dafür in der Hölle brennen."
>> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
>> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
>> nur "Herr soundso" verwenden.
>
> Ich dachte, die duzen sich...
Als krassen Extremfall gab oder gibt es an der ETH eine Dame
(Oesterreicherin), die auf der Anrede "Frau Doktor Sowieso"
besteht, die alle Studenten und Institutsmitarbeiter siezt, auch
ihren Buerokollegen, und diesen mit Herr Doktor anspricht ("Herr
Doktor Mueller, nehmen Sie auch einen Kaffee?"). Die Frau ist weit
ueber das Institut hinaus als "die Frau Doktor" bekannt.
Vor 1968 war das wohl nicht allzu unueblich.
- Andi
> >> Wäre es dann nicht auch erlaubt, einfach nur "Sehr geehrter Herr
> >> $NACHNAME" zu schreiben?
>
> > Naja, eine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne wäre es wohl
> > nicht... :)
>
> Mit "erlaubt" meinte ich auch eher, "erlaubt sein im alltäglichen
> Umgang".
Wahrscheinlich wäre niemand beleidigt, aber positiv auffallen
wird es sicher nicht. Das wirkt eher so wie "nicht richtig
aufgepaßt und den Titel vergessen". Ob man sich an so eine
Regel halten will, ist wie bei allen Anstandsregeln einem
selbst überlassen. Die Konsequenzen auch. In einem
Schreiben an einen Kunden oder bei einer Bewerbung würde
ich zum Nennen des Titels raten...
> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
> nur "Herr soundso" verwenden.
Och, an österreichischen Universitäten (wie auch außerhalb) ist die Nennung
des akademischen Grades gang und gäbe (auch einfach nur "Herr Doktor").
Florian
Ich glaube, daran haben sich die 68er in Österreich vergeblich die
Zähne ausgebissen.
Gruß,
Gerhard
> > >> Nebenbei bemerkt: Ich habe an meiner Uni auch noch nie erlebt, daß die
> > >> Leute sich gegenseitig mit "Herr Doktor soundso" anreden sondern immer
> > >> nur "Herr soundso" verwenden.
> > >
> > > Ich dachte, die duzen sich...
> >
> > Als krassen Extremfall gab oder gibt es an der ETH eine Dame
> > (Oesterreicherin), die auf der Anrede "Frau Doktor Sowieso"
> > besteht, die alle Studenten und Institutsmitarbeiter siezt, auch
> > ihren Buerokollegen, und diesen mit Herr Doktor anspricht ("Herr
> > Doktor Mueller, nehmen Sie auch einen Kaffee?"). Die Frau ist weit
> > ueber das Institut hinaus als "die Frau Doktor" bekannt.
> >
> > Vor 1968 war das wohl nicht allzu unueblich.
>
> Ich glaube, daran haben sich die 68er in Österreich vergeblich die
> Zähne ausgebissen.
Ein Freund war jüngst Zweitgutachter in einem Promotionsverfahren und
kam zu einer Besprechung ins Institut des Doktoranden. Er kam sich vor
wie in einer anderen Welt: die Studenten und Assistenten trugen
Schlipse und siezten sich. Einer sagte: Guten Tag, Herr Professor!
Mein Freund grüßte freundlich zurück, mußte aber feststellen, daß er
gar nicht gemeint war, sondern jemand hinter ihm. Er war nämlich der
einzige ohne Schlips und Kragen und wurde daher nicht als Prof.
wahrgenommen. Die Zeiten scheinen sich wieder zu ändern - FR
> es sei denn, es handelt sich um eine Person aus einem Land in dem es noch
> Adelstitel gibt (manche Abkömmlinge ehemaliger deutscher Adelsfamilien sehen
> es natürlich trotzdem gern). Dienstgrade und Amtsbezeichnungen, auch
> religiöse, sollte man in vielen Fällen hinter das Mann/Frau setzen, aber
> nicht in allen. Eine kurze Googlesuche förderte z.B. dieses detaillierte PDF
> zutage: <http://www.dfroemberg.de/anredenutitel.pdf>.
Hm, der Reichsfreiherr fehlt. Und ein Prinz wird doch mit Durchlaucht
angeredet, wenn ick mir nich irre: Seiner Durchlaucht dem Prinzen zu
Schaumburg-Lippe - FR
> Ein Freund war jüngst Zweitgutachter in einem Promotionsverfahren und
> kam zu einer Besprechung ins Institut des Doktoranden. Er kam sich vor
> wie in einer anderen Welt: die Studenten und Assistenten trugen
> Schlipse und siezten sich. Einer sagte: Guten Tag, Herr Professor!
> Mein Freund grüßte freundlich zurück, mußte aber feststellen, daß er
> gar nicht gemeint war, sondern jemand hinter ihm. Er war nämlich der
> einzige ohne Schlips und Kragen und wurde daher nicht als Prof.
> wahrgenommen. Die Zeiten scheinen sich wieder zu ändern - FR
Welches Fach?
Ralf
--
It is easier to get into something than to get out of it.
Donald Rumsfeld
> Florian Ritter <flor...@yahoo.com> wrote:
>
[...]
> > gar nicht gemeint war, sondern jemand hinter ihm. Er war nämlich der
> > einzige ohne Schlips und Kragen und wurde daher nicht als Prof.
> > wahrgenommen. Die Zeiten scheinen sich wieder zu ändern - FR
>
> Welches Fach?
Und welche Uni?
Gruß,
Gerhard
>
> (Ach ja: Der einzige Dekan, mit dem ich mich regelmäßig unterhalte,
> würde sich etwas seltsam vorkommen, sagte ich "Herr Professor" zu
> ihm. Ich sage normalerweise "Herr Pfarrer".)
>
Es gibt zwei Dekane, den Vorsteher von ca. 10 Kirchengemeinden (deka =
zehn) und den Vorstand einer Uni-Fakultät. Letzterer hat die schöne
alte Anrede 'Spektabilität', während der Rektor (also der Oberboss
der Uni) mit 'Magnifizenz' anzusprechen ist (wird in AT noch so
geübt!).
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Wer Moral und Ethik für gegeben hält, weil sie in
| | | |_| | einem 2000 Jahre alten Buch stehen, das angeblich
| | | _ | von Gott stammt, hört teilweise auf, bestimmte
|_|a |_| |_|a Dinge zu hinterfragen." (Johannes Schwarz in dswc)
>> (Ach ja: Der einzige Dekan, mit dem ich mich regelmäßig unterhalte,
>> würde sich etwas seltsam vorkommen, sagte ich "Herr Professor" zu
>> ihm. Ich sage normalerweise "Herr Pfarrer".)
>>
>
>Es gibt zwei Dekane, den Vorsteher von ca. 10 Kirchengemeinden (deka =
> zehn) und den Vorstand einer Uni-Fakultät.
Der Vorsteher der 10 Kirchengemeinden heißt aber Dechant. Und deren
Gebiet Dekanat.
Reinhard
--
Das Schicksal steht beim Himmel,
der Zuckerreiskuchen liegt im Wandschrank.
(Zen-Sprichwort)
In AT mag das so sein, in DE heißt der auch Dekan.
Gruß, Michael
Das variiert je nach Landschaft und Konfession. Hier im Erzbistum
Freiburg heißen die Dechanten Dekane und haben meist deutlich mehr als
zehn Pfarreien; mein Heimatdekanat Philippsburg ist das kleinste mit
elf.
"Decanus" bezeichnete ursprünglich einen Anführer von zehn Personen,
die sowohl Soldaten als auch Mönche sein konnten. Mit der heutigen
kirchlichen Bedeutung des Titels "Dekan" und den Aufgaben seines
Trägers hat das nur noch mittelbar zu tun. Das letzte (mir bekannte)
Mal, daß im kirchlichen Bereich der Begriff "decanus" tatsächlich für
den Vorsteher von zehn Personen benutzt wird, ist in der
benediktinischen Ordensregel. Inwiefern es dieses Amt heute noch gibt,
überlasse ich Kundigeren zu berichten.
-fn-
> Letzterer hat die schöne alte Anrede 'Spektabilität', während der
> Rektor (also der Oberboss der Uni) mit 'Magnifizenz' anzusprechen
> ist (wird in AT noch so geübt!).
In Bonn (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität) sind diese
Anreden auch noch geläufig. Ob nur bei Antrittsvorlesungen oder auch
im Briefverkehr kann ich allerdings nicht sagen.
Josef 'Jupp' Schugt
Ganz Klar S(eine) D(urchlaucht) Prinz Willy von Thurn und Taxis
Das mit dem Nuntius ist auch falsch: Er ist ja der Vertreter des Hl.
Stuhls in einem Land also muss noch zusätzlich Exzellenz Anmgefügt
werden
Also: (für den ehemaligen Österreichischen)
H.H Botschafter
S.E. Dr. Donatus Cardinal Squiccarini
Titualarerzbischof von xy
Adresse
Beim Wr. Erzbischof:
H.H S.E
S.D. Dr. Christoph Card. Schönborn OP
Titularerzbischof von xy
Erzbischof und Metropolit von Wien
Wollzeile 2
1010 Wien
wobei zugegebener Maßen die Zeile mit Titularerzbischof entfallen
darf.
Da mein Freund und Kupferstecher Naturwissenschaftler ist wird es sich
um ein dementspr. Inst. handeln.
> Und welche Uni?
Soviel ich weiß TU Hannover. Sicher kann ich's erst sagen, wenn ich
meine Auskunftsperson mal wieder spreche. Ich will ihn nicht telefon.
stören, der Mann ist ziemlich fertig. Er hatte letztes Semester über
80 Studienanfänger (gibt es jetzt wieder einen Trend hin zu
Naturwissenschaften?) und einen winzigen Etat. Dazu ist ihm unlängst
ein Labor mit für die Ausbildung unabdingbaren Geräten ausgebrannt.
Dabei stellte sich heraus, daß die ganze Univ. nicht brandversichert
ist - Zustände wie im alten Rom - FR
> > Hm, der Reichsfreiherr fehlt. Und ein Prinz wird doch mit Durchlaucht
> > angeredet, wenn ick mir nich irre: Seiner Durchlaucht dem Prinzen zu
> > Schaumburg-Lippe - FR
>
> Ganz Klar S(eine) D(urchlaucht) Prinz Willy von Thurn und Taxis
Was ich meinte war die Anrede in der Anschrift.
> Das mit dem Nuntius ist auch falsch: Er ist ja der Vertreter des Hl.
> Stuhls in einem Land also muss noch zusätzlich Exzellenz Anmgefügt
> werden
Gleichermaßen fehlt der Reichsgraf, der mit Erlaucht tituliert wird.
Wie aber wird ein Wild und Rheingraf angeredet? Fragen über Fragen - FR
> Gleichermaßen fehlt der Reichsgraf, der mit Erlaucht tituliert wird.
Für diese Behauptung fehlt mir immer noch der Nachweis. Ich darf noch
mal an die diesbezügliche Bemerkung v. Rezzoris erinnern.
http://makeashorterlink.com/?Z3B342935
> Wie aber wird ein Wild (...) angeredet?
Du Hirsch!
> Fragen über Fragen -
Werden hier beantwortet.
> FR
Gruß jovo
> Dazu ist ihm unlängst ein Labor mit für die Ausbildung unabdingbaren
> Geräten ausgebrannt. Dabei stellte sich heraus, daß die ganze Univ.
> nicht brandversichert ist - Zustände wie im alten Rom - FR
Universitäten und vergleichbare staatliche Einrichtungen sind SWIW
grundsätzlich nicht versichert, da es nicht als lohnend angesehen
wird. Brand-, Diebstahls- und ähnliche Schäden werden mit Geld aus dem
normalen Etat beglichen, jedenfalls theoretisch.
- Sebastian
--
Hühner, die im Freien laufen,
können Sie bei uns _nicht_ kaufen.
(Fa. Markus Kartenbach, Neustadt-Glewe)
Du Hirschkäfer! FR
> Die Fahrzeuge der Bundesbehörden sind auch nicht versichert.
Die Bundesbahn auch nicht. Wozu auch?
M.
> Rüdiger Silberer <Argentum...@T-Online.de> wrote:
>
>> Die Fahrzeuge der Bundesbehörden sind auch nicht versichert.
>
> Die Bundesbahn auch nicht. Wozu auch?
Um auf universitäre Stellen zurückzukommen, die merken u. U. recht
schnell, wozu, wenn tatsächlich mal etwas passiert. Dann sind sie
nämlich auf das Wohlwollen der Universitätsleitung angewiesen, einen
Anspruch wie gegenüber einer Versicherung haben sie nicht.
>>> Die Fahrzeuge der Bundesbehörden sind auch nicht versichert.
>> Die Bundesbahn auch nicht. Wozu auch?
> Um auf universitäre Stellen zurückzukommen, die merken u. U.
> recht schnell, wozu, wenn tatsächlich mal etwas passiert. Dann
> sind sie nämlich auf das Wohlwollen der Universitätsleitung
> angewiesen, einen Anspruch wie gegenüber einer Versicherung
> haben sie nicht.
Meine Frage bezog sich offensichtlich auf frühere Zeiten, wo die
Zurechnung von Fahrzeugen der Bundesbehörden, der Bundesbahn und
natülich auch der Universitäten zu Bundes- oder
Landesdienststellen völlig unstrittig war: da haftete der
Rechtsträger, also Bund oder Bundesland, völlig uneingeschränkt,
und deren Haftungsstock war unzweifelhaft größer als der jedes
einzelnen Haftpflichtversicherers.
Heutzutage, mit zunemender Privatisierung/Privatrechtsbelehnung
sind die Zurechnungen nimmer so einfach, das geb ich gerne zu.
M.
> Rüdiger Silberer <Argentum...@T-Online.de> wrote:
>
>> Die Fahrzeuge der Bundesbehörden sind auch nicht versichert.
>
> Die Bundesbahn auch nicht. Wozu auch?
Weil sie mittlerweile die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft geworden
ist?
Josef 'Jupp' Schugt
Nun, davon abgesehen sprachen FR und ich natürlich nicht von
Haftpflichtversicherungen. Rüdiger hat uns da durcheinandergebracht.
Wenn man sagt: "... ist abgebrannt, war nicht versichert", meint man,
daß der ehemalige Besitzer nun keinen Ersatz für seinen Verlust
bekommt. Sagt man "Das Auto ist nicht versichert", so spricht man in
der Regel von einem Kraftfahrzeug, für das keine
Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen ist, was im Falle einer
Privatperson zur Stillegung des Fahrzeugs führt, jedenfalls in
Deutschland. Darüberhinaus gibt es ja auch Kaskoversicherungen. Ich
gehe davon aus, daß die Fahrzeuge der Bundesbehörden nicht
kaskoversichert sind.
>Ich
>gehe davon aus, daß die Fahrzeuge der Bundesbehörden nicht
>kaskoversichert sind.
Die Fahrzeuge der deutschen Bundesbehörden -vermutlich auch die
anderer deutscher Behörden- sind weder kasko- noch
haftpflichtversichert. Dafür sollte der Fahrer eine Versicherung
haben, da er leicht in Regress genommen werden kann.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Habe ich in meiner Zeit bei einer deutschen Bundesbehörde nie erlebt,
es sei denn bei Fahrten unter Alkoholeinfluß oder bei unbefugter
Fahrzeugnutzung. Und in diesen Fällen hilft auch keine Versicherung.
Ich will kein Loblied auf die deutsche Beamtenschaft singen, aber
Kfz-Haftpflichtversicherer geben nicht ohne Grund einen
"Beamtenrabatt". Das unaufgeregte Arbeitsleben wirkt sich eben auch
auf den Fahrstil aus. Wer wüßte das besser als ein Schadensregulierer.
>> Die Fahrzeuge der deutschen Bundesbehörden -vermutlich auch die
>> anderer deutscher Behörden- sind weder kasko- noch
>> haftpflichtversichert. Dafür sollte der Fahrer eine Versicherung
>> haben, da er leicht in Regress genommen werden kann.
>
> Habe ich in meiner Zeit bei einer deutschen Bundesbehörde nie erlebt,
> es sei denn bei Fahrten unter Alkoholeinfluß oder bei unbefugter
> Fahrzeugnutzung.
So isses: Nur bei grob fahrlässigem Fahrverhalten, und das muß man ja
erst mal nachweisen.
> Ich will kein Loblied auf die deutsche Beamtenschaft singen, aber
> Kfz-Haftpflichtversicherer geben nicht ohne Grund einen
> "Beamtenrabatt". Das unaufgeregte Arbeitsleben wirkt sich eben auch
> auf den Fahrstil aus. Wer wüßte das besser als ein Schadensregulierer.
Hm. Ich kann's nicht ganz nachvollziehen. Nun sind zwar die
Herrschaften, die die y-bekennzeichneten Fahrzeuge bewegen, keine
Beamten im engsten Sinne. Doch muß man sich wohl den entsprechenden
Fuhrpark als einen der größten denken, für dessen Kfz die genannten
Bedingungen gelten. Nach dem üblichen Klarstand zu urteilen, scheint das
Fahrverhalten der Fahrzeugbeweger nicht halb so unaufgeregt zu sein wie
angenommen. Im Eifer des Gefechts wird mancher Pilot sogar recht
hitzig - ich habe schon Panzerchen kopfüber im Erdloch stecken sehen.
Gruß jovo
> Habe ich in meiner Zeit bei einer deutschen Bundesbehörde nie erlebt,
> es sei denn bei Fahrten unter Alkoholeinfluß oder bei unbefugter
> Fahrzeugnutzung. Und in diesen Fällen hilft auch keine Versicherung.
> Ich will kein Loblied auf die deutsche Beamtenschaft singen, aber
> Kfz-Haftpflichtversicherer geben nicht ohne Grund einen
> "Beamtenrabatt". Das unaufgeregte Arbeitsleben wirkt sich eben auch
> auf den Fahrstil aus.
Nicht bei Polizeibeamten ...
> einen "Beamtenrabatt". Das unaufgeregte Arbeitsleben wirkt sich
> eben auch auf den Fahrstil aus. Wer wüßte das besser als ein
> Schadensregulierer.
Du hast Dich noch niemals mit einem Sprung voe einem Postfahrzeuge
retten müssen wie ich in mehreren Palmströmesken Erlebnissen?
--
Oliver Cromm
> Elektropostadresse, ...
Nein: Bernkraftzustellanschrift
Volker Gringmuth in desd
> Peter Gleissner meinte:
>
>> einen "Beamtenrabatt". Das unaufgeregte Arbeitsleben wirkt sich
>> eben auch auf den Fahrstil aus. Wer wüßte das besser als ein
>> Schadensregulierer.
>
> Du hast Dich noch niemals mit einem Sprung voe einem Postfahrzeuge
> retten müssen wie ich in mehreren Palmströmesken Erlebnissen?
Naja, aufgeregt warst ja wahrscheinlich nur Du, nicht der
Postfahrer. <braesig>"Ich fahre da ganz normal mit 120 ueber die rote
Ampel, und da spuer' ich ploetzlich so ein Ruckeln unter den
Vorderraedern, und ich denk' noch, war da was?"</braesig>
Das glaube ich unbesehen.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß bei es dem Riesenfuhrpark
immer noch finanziell günstiger ist, die Schäden selber zu regeln, als
jahrein, jahraus Versicherungsprämien zu zahlen (besonders für
Panzer...).
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, läuft das bei einer der
Ex-Behörden weiterhin so mit der Selbstversicherung. Obwohl da
inzwischen ein Haftplichtversicherer mit unter Vertrag ist, der
zunächst für den Schaden beim Unfallgegner einsteht.
Bevor ich weiter spekuliere, werde ich mich aber besser mal
erkundigen.
Peter Gleißner
: Es gibt zwei Dekane, den Vorsteher von ca. 10 Kirchengemeinden (deka =
: zehn) und den Vorstand einer Uni-Fakultät. Letzterer hat die schöne
: alte Anrede 'Spektabilität', während der Rektor (also der Oberboss
: der Uni) mit 'Magnifizenz' anzusprechen ist (wird in AT noch so
: geübt!).
Gab es zumindest vor ein paar Jahren an der Mannheimer Uni auch, allerdings
praktisch nur in formalen Schreiben, beispielsweise Einladungen zu Gremien-
sitzungen.
... Martin
>On Tue, 15 Jul 2003 22:50:08 +0200, "Johannes Volkmar"
><johannes...@unibw-muenchen.de> wrote:
>
>>Peter Gleissner wrote:
>>
schnipp
>>
>>Hm. Ich kann's nicht ganz nachvollziehen. Nun sind zwar die
>>Herrschaften, die die y-bekennzeichneten Fahrzeuge bewegen, keine
>>Beamten im engsten Sinne. Doch muß man sich wohl den entsprechenden
>>Fuhrpark als einen der größten denken, für dessen Kfz die genannten
>>Bedingungen gelten. Nach dem üblichen Klarstand zu urteilen, scheint das
>>Fahrverhalten der Fahrzeugbeweger nicht halb so unaufgeregt zu sein wie
>>angenommen. Im Eifer des Gefechts wird mancher Pilot sogar recht
>>hitzig - ich habe schon Panzerchen kopfüber im Erdloch stecken sehen.
>>
>Das glaube ich unbesehen.
>Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß bei es dem Riesenfuhrpark
>immer noch finanziell günstiger ist, die Schäden selber zu regeln, als
>jahrein, jahraus Versicherungsprämien zu zahlen (besonders für
>Panzer...).
>Wenn ich das richtig mitbekommen habe, läuft das bei einer der
>Ex-Behörden weiterhin so mit der Selbstversicherung. Obwohl da
>inzwischen ein Haftplichtversicherer mit unter Vertrag ist, der
>zunächst für den Schaden beim Unfallgegner einsteht.
>Bevor ich weiter spekuliere, werde ich mich aber besser mal
>erkundigen.
>
Also bei der Ex-Behörde mit dem einem Buchstaben im Logo gibt es
richtige seriöse Verträge mit namhaften Haftpflichtversicherern.
Die Namen der Versicherungsgesellschaften sieht man am Aufkleber in
der Ecke der Frontscheibe.....