>man spricht und dann immer strukturierter und bewusster. Man lernt die
>Satzstukturen, man lernt die Wortarten kennen. Damit weiss man, wenn man
>schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
... und das beweisst alles, daß die Großschreibung unnötig ist.
>haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
>damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
>Deutschen unter Beweis stellen.
Warum nur beim Schreiben?
Gruß, Bertel
Ausserdem wirkt ein deutscher deutscher Text ohne Grossbuchstaben für
mich "nackt". Die Grossbuchstaben sind eines der Merkmale der deutschen
Sprache. Wieso wollt Ihr sie weglassen? Sind wir doch stolz auf unsere
Grossbuchstaben!
Ich behaupte, dass die Grossbuchstaben für Schreibende kein Problem
sind. Wenn man schreibt, dann schreibt man bewusst. Man überlegt vorher
und ordnet die Gedanken im Gehirn und erst anschliesslich bringt man sie
zu Papier. Im Gegensatz zum Sprechen, denn man spricht Gedanken aus, die
einem soeben gekommen sind, ohne sie vorher geordnet zu haben (Es soll
keiner behaupten, dass er seine Gedanken immer zuerst strukturiert bevor
es sie ausspricht). Nun, wenn ich schreibe, dann halte ich mich an
grammatikalische Strukturen, das heisst, ich weiss dann auch welches
Wort im Satz ein Substantiv ist und welches nicht.
Heute müssen alle Kinder zur Schule. In der Schule lernt man Schreiben,
man lernt bewusst zu Schreiben. Anfangs schreibt man noch eher so wie
man spricht und dann immer strukturierter und bewusster. Man lernt die
Satzstukturen, man lernt die Wortarten kennen. Damit weiss man, wenn man
schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
Deutschen unter Beweis stellen. Für mich gilt das Argument, dass deutsch
ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
nicht. Die wirlichen Schwierigkeiten des Deutschen liegen doch in der
Deklination und im fast beliebigen Verschieben der Satzglieder.
Gibt es nicht eine einfache Regel für die korrekte Anwendung von
Grossbuchstaben? Obwohl ich keine Regel verwende,bin ich mir sicher,
dass ich schon einmal eine gehört habe.
chrysaetos
chrysaetos wrote:
> Nun, wenn ich schreibe, dann halte ich mich an
> grammatikalische Strukturen, das heisst, ich weiss dann auch welches
> Wort im Satz ein Substantiv ist und welches nicht.
Das weiß und mache ich nicht nur auch beim Sprechen, sondern auch, wenn ich
alles klein schreibe. Ein Substantiv hat grammatische Funktion und ist nicht
davon abhängig, ob und wie es geschrieben oder gesprochen wird.
> Heute müssen alle Kinder zur Schule. In der Schule lernt man Schreiben,
> man lernt bewusst zu Schreiben. Anfangs schreibt man noch eher so wie
> man spricht und dann immer strukturierter und bewusster. Man lernt die
> Satzstukturen, man lernt die Wortarten kennen.
Kenntnisse über Satzstrukturen und Grammatik haben nichts mit Groß- oder
Kleinschreibung zu tun. Wie steht's bei Blindenschrift? Ein Blinder weiß
auch, was ein Substantiv ist, ohne es groß oder klein schreiben zu müssen.
> Damit weiss man, wenn man
> schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
Groß- und Kleinschreibung ist eine schriftliche Konvention. Als einzige
Frage stellt sich dabei, ob die Groß- und Kleinschreibung die
Rezeptionsschnelligkeit und -güte eines Textes erhöht oder nicht.
> In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
> sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
> Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
> Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
> haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> Deutschen unter Beweis stellen.
Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
> Für mich gilt das Argument, dass deutsch
> ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
> nicht.
Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
Grüße.
Guido
*Namen* sind jedenfalls großzuschrieben, sofern sie nicht adjektivisch
abgeleitet werden, selbst wenn es sich dabei um Fantasiepseudonyme,
Prenonyme, Allonyme oder dergleichen handelt, werter Chrysaetos! ;-)
SCNR...<g>
CU \\ // Oliver
Bertel Lund Hansen wrote:
> chrysaetos skrev:
>
> >man spricht und dann immer strukturierter und bewusster. Man lernt die
> >Satzstukturen, man lernt die Wortarten kennen. Damit weiss man, wenn man
> >schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
>
> ... und das beweisst alles, daß die Großschreibung unnötig ist.
>
Nein, das beweist nur, dass die Grossbuchstaben kein Problem beim Schreiben
sind. Sie sind aber für mich unentbehrlich, aus ästhetischen Gründen. Und
sowieso, wenn sie kein Problem für den Schreibenden sind, wieso sollte man
denn die Grossbuchstaben abschaffen. Sie stören also niemanden! Und ich will
die Grossbuchstaben nicht abschaffen, nur weil sie in vielen anderen
indo-europäischen Sprachen nicht oder nur teilweise vorhanden sind! Jede
Sprache hat ihre Eigenheiten. Wenn ich französisch schreibe, dann schreibe
ich französisch: also nur teilweise Grossbuchstaben. Aber wenn ich deutsch
schreibe, dann schreibe ich richtig deutsch: also mit Grossbuchstaben am
richtigen Ort. Und die Grossbuchstaben sind nun einmal ein wichtiger
Bestandteil der deutschen Sprache.
>
> >haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> >damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> >Deutschen unter Beweis stellen.
>
> und warum nur bein Schreiben?
Sie können ihr grammatikalisches Verständnis natürlich auch beim Sprechen
unter Beweis stellen. Da habe ich nichts dagegen. Sie sollen aber auch mit
Grossbuchstaben schreiben.
chrysaetos
Guido Wojaczek wrote:
> chrysaetos wrote:
>
> > Nun, wenn ich schreibe, dann halte ich mich an
> > grammatikalische Strukturen, das heisst, ich weiss dann auch welches
> > Wort im Satz ein Substantiv ist und welches nicht.
>
> Das weiß und mache ich nicht nur auch beim Sprechen, sondern auch, wenn ich
> alles klein schreibe.
Ich auch.
> Ein Substantiv hat grammatische Funktion und ist nicht
> davon abhängig, ob und wie es geschrieben oder gesprochen wird.
>
Einverstanden. Aber dies bedeutet ja gerade, dass die Grossbuchstaben für den
Schreibenden kein Problem sind. Und darum gibt es auch keinen Grund sie
abzuschaffen. Warum soll man etwas abschaffen, wenn es kein Problem damit gibt?
Weil es einige anderen gleich machen? Nein, dafür bin ich nicht. Vorallem wenn
dank der Grosschreibung das Schriftbild viel schöner, natürlicher wirkt. Sag mir
bitte welchen Nachteil Du an den Grossbuchstaben zu bemängeln hast! Ich
versuchte in meinem Text nur zu zeigen, dass ich keine Mängel feststellen kann,
nur Gutes. Darum verstehe ich nicht wieso man auf den absurden Gedanken kommt,
die Grosschreibung abzuschaffen, nur weil es ein paar andere Länder um
uns(deutschsprachigen Länder) herum so machen.
>
> > Heute müssen alle Kinder zur Schule. In der Schule lernt man Schreiben,
> > man lernt bewusst zu Schreiben. Anfangs schreibt man noch eher so wie
> > man spricht und dann immer strukturierter und bewusster. Man lernt die
> > Satzstukturen, man lernt die Wortarten kennen.
>
> Kenntnisse über Satzstrukturen und Grammatik haben nichts mit Groß- oder
> Kleinschreibung zu tun. Wie steht's bei Blindenschrift? Ein Blinder weiß
> auch, was ein Substantiv ist, ohne es groß oder klein schreiben zu müssen.
>
Wie ich es oben schon versucht habe zu erklären, will ich Dir und Euch vorallem
zeigen, dass die Grossbuchstaben kein Problem für den Schreibenden sind. Also
sehe ich keinen Grund, wieso man die Grossbuchstaben abschaffen soll. Zudem
finde ich sie schön. Weisst Du jetzt wie ich es meine?
>
> > Damit weiss man, wenn man
> > schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
>
> Groß- und Kleinschreibung ist eine schriftliche Konvention. Als einzige
> Frage stellt sich dabei, ob die Groß- und Kleinschreibung die
> Rezeptionsschnelligkeit und -güte eines Textes erhöht oder nicht.
>
Oder ob es schöner aussieht oder nicht, meiner Meinung nach. Ich bin mir sicher,
dass die Grossbuchstaben die Lesesgeschwindigkeit nicht negativ beeinflussen?
Also, wieso soll man sie dann abschaffen? Sie sind für niemanden ein Hindernis?
>
> > In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
> > sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
> > Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
> > Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
> > haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> > damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> > Deutschen unter Beweis stellen.
>
> Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
> in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
>
Sprache ist auch Kultur. Zur Kultur der deutschen Sprache gehören eben auch die
Grossbuchstaben. Ich finde dies logisch. Die Grossbuchstaben hat nicht einfach
jemand willkürlich erfunden, glaube ich. Oder sonst war es auf jeden Fall eine
glückliche Erfindung. Wenn ich nun aber französisch schreibe, dann schreibe ich
auch wie die Franzosen schreiben. Ich tauche ein in die französische Sprache.
Ich habe dort kein Problem, trotz den wenigen Grossbuchstaben. Aber ich sage
mir: Die Franzosen machen wenige Grossbuchstaben, also mach ich es auch so. Ich
kann dann eine ganz andere "Welt" erleben, die französische. Ich geniesse es
dann eine andere Sprachkultur erleben zu dürfen. Wenn ich dann aber ins deutsche
wechsle, schreibe ich wieder Grossbuchstaben und habe kein Problem damit.
>
> > Für mich gilt das Argument, dass deutsch
> > ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
> > nicht.
>
> Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
> Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
Kinder lernen Sprachen anders als Erwachsene. Es ist erwiesen (*), dass
Erwachsene, die nicht schreiben können, nicht über ein bestimmtes Niveau
herauskommen. "Irgendwann ist es fertig" und man kann keine Fortschritte machen.
Ich nehme aber an, dass "Schwelle" beim Wörter lernen keinen Einfluss hat
(höchstens Nuancen). Meiner Meinung nach beeinträchtigt diese Schwelle das
fortgeschrittene, tiefe grammatikalische und strukturelle Verständnis einer
Sprache. Ich glaube diese Schwelle beginnt bei etwa 5 Jährigen. Kindern unter
ca. 5 Jahren ist es noch möglich eine Sprache perfekt zu lernen, ohne sie lesen
zu können, nachher geht das leider, leider nicht mehr.
* Ich kann leider keine Qeulle angeben. Ich habe dies in der Schule gelernt.
Wenn Du es aber verlangst, werde ich selbstverständlich auf die Suche nach der
Quelle machen.
>
> Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
>
Eben nicht. Die Begründung habe ich oben bereits erläutert.
>
> Grüße.
>
> Guido
Auch einen schönen Gruss von mir.
chrysaetos
Oliver Wiechmann wrote:
Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ihr erkläre Dir gerne warum ich meinen
Übernahmen klein schreibe. Ich weiss zwar nicht was Prenonym, Allonym oder
dergleichen heisst, ich weiss aber sehr wohl, dass "chrysaetos" (*) kein
Fantasiepseudonym ist. Mein Übernahme ist griechisch. Er bezeichnet den
Steinadler. Und wie ich meinem Vogelbuch entnehme, schreibt man diesen
chrysaetos auf griechisch (mit unseren Buchstaben) klein. Wenn ich einen
griechischen Übernahmen verwende, dann schreibe ich ihn auch klein. Und
mein Gefühl sagt mir auch, dass er klein besser aussieht.
* chrysos (gr.): gold, oder der Goldene (sicher eins von beiden)
aetos (gr.): der Adler
> SCNR...<g>
> CU \\ // Oliver
Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
Was heisst"CU \\//"? Ich nehme an, "CU" heisst see you, aber der Rest?
Oliver verstehe ich wieder.
Tschüss Oliver!
chrysaetos
chrysaetos wrote:
> einem soeben gekommen sind, ohne sie vorher geordnet zu haben (Es soll
> keiner behaupten, dass er seine Gedanken immer zuerst strukturiert bevor
>
> es sie ausspricht).
Ich habe natürlich gemeint: ... bevor ER sie ausspricht. Tschuldigung!
Ich entschuldige mich zudem für meinen "zerschnittenen" Text. Ich kann aber
nicht sagen, ob es mein Fehler, der meines Programmes, oder der Fehler von
Bluewindow war.
chrysaetos
> Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen
> müssen, was in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
"Wer eine neue Sprache erlernt, bekommt eine neue Seele."
(tschechisches Sprichwort)
Gruß,
Volker
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Besser hohe Grundsätze, die man befolgt, als noch höhere,
die man außer Acht lässt. (Albert Schweitzer)
Volker Gringmuth wrote:
> Guido Wojaczek ließ am 24.04. das Stimmlein also schallen:
>
> > Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen
> > müssen, was in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
>
> "Wer eine neue Sprache erlernt, bekommt eine neue Seele."
> (tschechisches Sprichwort)
Danke Volker. Dies wollte ich sagen. Aber wieso kompliziert, wenn es
auch einfacher geht. Danke!
chrysaetos
chrysaetos wrote:
> Guido Wojaczek wrote:
>
> > chrysaetos wrote:
> >
> > Ein Substantiv hat grammatische Funktion und ist nicht
> > davon abhängig, ob und wie es geschrieben oder gesprochen wird.
> >
>
> Einverstanden. Aber dies bedeutet ja gerade, dass die Grossbuchstaben für den
> Schreibenden kein Problem sind.
Hat man denn ohne Großbuchstaben beim Schreiben Probleme?
> Und darum gibt es auch keinen Grund sie
> abzuschaffen. Warum soll man etwas abschaffen, wenn es kein Problem damit gibt?
Beim Schreiben auf einer Tastatur muß man beim Großbuchstaben eine zusätzliche Taste
drücken. Das summiert sich und hemmt den Schreibfluß.
> Weil es einige anderen gleich machen? Nein, dafür bin ich nicht. Vorallem wenn
> dank der Grosschreibung das Schriftbild viel schöner, natürlicher wirkt.
Gleichmäßiger wirkt es durch die zusätzlichen Oberlängen aber nicht.
> Sag mir
> bitte welchen Nachteil Du an den Grossbuchstaben zu bemängeln hast! Ich
> versuchte in meinem Text nur zu zeigen, dass ich keine Mängel feststellen kann,
> nur Gutes.
Du machst ästhetische Gründe geltend. Abwägen muß man aber die These der besseren
Leserezeption vs. des Minderaufwandes beim Schreiben.
> Darum verstehe ich nicht wieso man auf den absurden Gedanken kommt,
> die Grosschreibung abzuschaffen, nur weil es ein paar andere Länder um
> uns(deutschsprachigen Länder) herum so machen.
> > > In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
> > > sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
> > > Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
> > > Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
> > > haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> > > damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> > > Deutschen unter Beweis stellen.
> >
> > Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
> > in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
> >
>
> Sprache ist auch Kultur. Zur Kultur der deutschen Sprache gehören eben auch die
> Grossbuchstaben.
Sprache ist aber keine Besitzstandwahrung.
> > > Für mich gilt das Argument, dass deutsch
> > > ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
> > > nicht.
> >
> > Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
> > Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
>
> Kinder lernen Sprachen anders als Erwachsene. Es ist erwiesen (*), dass
> Erwachsene, die nicht schreiben können, nicht über ein bestimmtes Niveau
> herauskommen. "Irgendwann ist es fertig" und man kann keine Fortschritte machen.
> Ich nehme aber an, dass "Schwelle" beim Wörter lernen keinen Einfluss hat
> (höchstens Nuancen). Meiner Meinung nach beeinträchtigt diese Schwelle das
> fortgeschrittene, tiefe grammatikalische und strukturelle Verständnis einer
> Sprache. Ich glaube diese Schwelle beginnt bei etwa 5 Jährigen. Kindern unter
> ca. 5 Jahren ist es noch möglich eine Sprache perfekt zu lernen, ohne sie lesen
> zu können, nachher geht das leider, leider nicht mehr.
Nein. Das hat lediglich etwas mit der didaktischen Vermittlung zu tun. Wir
favorisieren in den Schulen beim Fremdsprachenerwerb lediglich ein Modell, das stark
am Schriftbild einer Sprache orientiert ist. Es würde anders genauso gut
funktionieren. Niemand würde hier bloß auf die Idee kommen, in ein fremdes Land
fahren und versuchen, die Sprache durch bloße Kommunikation und orale Rezeption zu
erlernen. Aber es geht.
> > Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
> >
>
> Eben nicht. Die Begründung habe ich oben bereits erläutert.
Du kennst es bloß nicht anders.
Grüße.
Guido
chrysaetos wrote:
> Oliver Wiechmann wrote:
>
> > chrysaetos <chrys...@bluewin.ch> schrieb:
> > > Gibt es nicht eine einfache Regel für die korrekte Anwendung von
> > > Grossbuchstaben
> > >
> > > chrysaetos
> > >
> >
> > *Namen* sind jedenfalls großzuschrieben, sofern sie nicht adjektivisch
> > abgeleitet werden, selbst wenn es sich dabei um Fantasiepseudonyme,
> > Prenonyme, Allonyme oder dergleichen handelt, werter Chrysaetos! ;-)
> >
>
> Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ihr erkläre Dir gerne warum ich meinen
> Übernahmen klein schreibe. Ich weiss zwar nicht was Prenonym, Allonym oder
> dergleichen heisst, ich weiss aber sehr wohl, dass "chrysaetos" (*) kein
> Fantasiepseudonym ist. Mein Übernahme ist griechisch.
Die Kleinschreibung ist aber auch nicht original. Man schrieb ursprünglich
Großbuchstaben.
> Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
Sorry, could not resist.
Grüße.
Guido
>> Damit weiss man, wenn man
>> schreibt, welche Wörter man gross schreiben muss.
>
>Groß- und Kleinschreibung ist eine schriftliche Konvention. Als einzige
>Frage stellt sich dabei, ob die Groß- und Kleinschreibung die
>Rezeptionsschnelligkeit und -güte eines Textes erhöht oder nicht.
Was nachgewiesenermaßen so ist.
>> In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
>> sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
>> Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
>> Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
>> haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
>> damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
>> Deutschen unter Beweis stellen.
>
>Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
>in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
Blödsinn: Da kann ich mich ja genauso fragen, warum ich im
Französischen Akzente setzen soll.
>> Für mich gilt das Argument, dass deutsch
>> ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
>> nicht.
>
>Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
>Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
>Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
Wenn wir über Großschreibung reden, reden wir über Schriftsprache.
Das, was Du sagst, hat mit dem debattierten Thema überhaupt nichts zu
tun.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Müller
----------------------------------------------------------
"Das neue Regelwerk ist sprachwissenschaftlich so schlecht,
daß wir auf seiner Basis nie zu einer gemeinsamen Schreib-
weise zurückkehren können.... Und hier können Sie sehen,
daß das Regelwerk sprachwissenschaftlich auf den Müll
gehört."
(Peter Eisenberg,
Mitglied der Mannheimer Rechtschreibreform-Reformkommission)
Selbst das ehemalige Mitglied der Rechtschreibkommission
Prof. Dr. Peter Eisenberg, Uni Potsdam, gesteht ein:
"Unter unabhängigen Didaktikern und Praktikern besteht
Konsens, daß die Zahl der Rechtschreibfehler nicht abnehmen
wird." (Die WELT vom 26.2.98)
"Christoph Müller" wrote:
> On Mon, 24 Apr 2000 09:36:18 +0200, Guido Wojaczek
> <guido.w...@split.uni-bamberg.de> wrote:
>
> >Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
> >in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
>
> Blödsinn:
Ach Christoph, mäßige dich bitte etwas.
> Da kann ich mich ja genauso fragen, warum ich im
> Französischen Akzente setzen soll.
Du weißt offensichtlich nicht, welchen Einfluß Akzente im Französischen auf die
Aussprache des betroffenen Vokals haben und worin folglich der Unterschied zur
Großschreibung im Deutschen liegt.
> >> Für mich gilt das Argument, dass deutsch
> >> ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
> >> nicht.
> >
> >Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
> >Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
> >Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
>
> Wenn wir über Großschreibung reden, reden wir über Schriftsprache.
> Das, was Du sagst, hat mit dem debattierten Thema überhaupt nichts zu
> tun.
Du hast das Usprungsposting gelesen und den Gedankengang verfolgt und
verstanden?
Grüße.
Guido
>
>Gibt es nicht eine einfache Regel für die korrekte Anwendung von
>Grossbuchstaben? Obwohl ich keine Regel verwende,bin ich mir sicher,
>dass ich schon einmal eine gehört habe.
>
Die Regel ist in der Tat überwältigend einfach: Nomina und Satzanfänge
schreibt man groß.
Der Hund liegt im Detail begraben, weil jedes Wort fallweise zum Nomen
werden kann und auch jedes Nomen seiner nominalen Eigenschaften
verlustig gehen kann, und weil's Grenz- und Zweifelsfälle sonder Zahl
gibt.
Und Ähnliches, wenn auc vielleicht nicht so häufig, gilt für die
Satzanfänge.
Und alle diese Regeln werden häufig in den fehlerproduzierenden
(Fehler produzierenden?) Versionen überliefert oder verstanden:
Nach Punkt schreibt man groß, nach "der, die oder das" schreibt man
groß.
Reinhard
--
Hin und her schwingt das
Pendel der Uhr. Wer kann sagen:
Jetzt ist es da?
"dergleichen" = Ähnliches, Vergleichbares, von ähnlicher Art, [in diesem
Fall auch:] aus der gleichen Wortfamilie stammend,...
"Prenonym" = Deckname, der aus einem Vornamen besteht oder gebildet ist.
"Chrysaetos" hätte meiner ersten Annahme nach vielleicht eine
[menschliche] Gestalt aus der griechischen Historie, Literatur oder Sage
sein und es sich sonach um einen evtl. von dir abgewandelten "Vornamen"
derselben handeln können. ;-)
"Allonym" = Sonderform des Pseudonyms, bei dem sich der Name eines
bekannten bzw. berühmten Zeitgenossen angeeignet wird.
Bei [dem mir unbekannten] "Chrysaetos" hätte es sich ja um eine derzeit
real existierende Persönlichkeit aus entweder Politik,
Schriftstellertum, Wirtschaft usw. usf. drehen können, die du dir
dermaßen zum Vorbild genommen hast, dass sich die Übernahme dieses
Übernamens <g> für dich als ehrwürdig erwies. ;-)
In Internet-Chatrooms verkehren z.B. etliche Leutchen unter Noms de
plume wie "Queen Elizabeth", "Bugs Bunny", "Tom Cruise", "Helmut Kohl"
oder was-weiß-ich-nicht-alles...!
Ferner existieren in vergleichbarem Zusammenhang die Begriffe:
Ananym, Pseudogynym, Pseudandronym, Kryptonym, Phraseonym, Hagionym,
Hieronym, Asteronym, Norbertblym sowie 'Spitzname'... ;-))
>
> Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
>
Sorry, could not resist <grins>!
Zu gut deutsch in etwa:
"Verzeihung, dass ich mir den kleinen ironischen Spaß nicht verkneifen
konnte!" ;-)
Zumal du ja die Einhaltung der Großschreibung in der deutschen Sprache
sowie die Befolgung des dazu gehörigen Regelwerkes hier mit Überzeugung
befürworten wolltest, dann dich aber paradoxerweise ausgerechnet selbst
mit diesem kleinen Verstoß, "Chrysaetos" kleinzuschreiben, dagegen
widersetztest und IMO ein Bein stelltest. %-(
Der griechische Originalterminus zur Bezeichnung dieses Federviehs an
sich mag ja in Fachbüchern kleingeschrieben stehen dürfen - wenn du
denselben allerdings zur Kennung deiner Selbst konvertierst, verwandelt
er sich m.E. folglich in einen "Namen".
Und jegliche Namen, wie "Chrysaetos" ja dann eben ein solcher zu sein
pflegt, haben nunmal -wie von mir dem DUDEN-Werk entlehnt im ersten
Artikel angeführt- im deutschen Schriftverkehr großgeschrieben (!) zu
werden. ;-)
>
> Was heisst CU \\ //?
>
CU = see you (engl.)!
\\ // = LLAP = live long and posper!
Tipp: Vielleicht solltest du mal einen oder mehrere Blicke auf eine der
im Folgenden aufgeführten Internet-Seiten werfen und dir den Inhalt
derselben gründlich zu Gemüte führen, um fortan nicht dazustehen wie der
legendäre "Ochs vorm Berg" - wie man so schön sagt. <i>
Diese liefern nämlich eine Reihe von wertvollen Informationen über die
Bedeutung der gängigsten bis hin zu seltensten Net-Abbrevationen
(sprich: Akronyme), die dir im Internet vor allem in Newsgroups und
Chats immer und immer wieder zum Darüberstolpern begegnen werden:
http://www.iconpcug.org/acronyms.htm (The Acronyms)
http://www.dkrz.de/~k202015/INDEX/yabla.notebook.html (The Acronym
Glossary)
http://www.ardman.demon.co.uk/acronyms.html (Clarks Acronym Dictionary)
http://www.marshall.edu/isp/ct107/emoticons.html (Online Acronyms and
Emoticons)
http://users.snip.net/~cgonski/index3.htm (Email, Acronyms and
Emoticons)
>
> Oliver verstehe ich wieder.
>
Oliver = mein [von mir hier keineswegs allonymisch angegebener] Vorname,
der aber meinetwegen gern als Allonym verwendet werden darf, falls sich
jemand damit freiwillig beschlagen möchte! <g>
HAND Chrysaetos!
CU \\ // Oliver
> >Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen
> >müssen, was in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
>
> Blödsinn: Da kann ich mich ja genauso fragen, warum ich im
> Französischen Akzente setzen soll.
Und bei den slavischen Sprachen erst... Und wieso kyrillische Schrift
lernen, wenn man Russisch lernt (die Englisch-Schreibende verwenden ja
auch lateinische Schrift).
Aber wieso überhaupt noch Deutsch, Französisch, Russisch, Chinesisch,
Malaisisch,.... lernen? Alle Welt spricht doch heute sowieso Englisch.
Katharina, kopfschüttelnd
Das ist aber schon lange her. Die Gebrüder Grimm haben m.W. ihr
berühmtes Wörterbuch auch in Kleinschrift verfasst. Unsere heutige
Groß- und Kleinschreibung ist wohl noch nicht so fürchterlich alt.
Um auf den Gedanken von Herrn G. Adler zurückzukommen, dass die
Großbuchstaben wie Leuchttürme im Text sind:
Subjekt und Objekt eines Satzes sind doch in den meisten Fällen Nomen;
durch die Großschreibung der Nomen wird der Satz dann auch schon
grammatisch etwas vorstrukturiert, was bei der oft recht freien
Wortstellung im deutschen Satz sicher von Vorteil ist, aber wohl auch
bei normaler Satzstellung. Wenn das Verb noch dazu immer kursiv wäre,
wäre ein Satz sicher noch schneller zu erfassen, aber das wäre sicher
etwas übertrieben.
Meine Studenten hier in Taiwan haben beim Erlernen des Deutschen
eigentlich recht wenig Schwierigkeiten bei der Groß/Kleinschreibung;
das dürfte also kein argument sein. Die sind mit ihrer chinesischen
Schrift noch ganz andere Sachen gewohnt, da verstehe ich die
Anstellerei von anderen Völkern beim Fremdsprachenlernen nicht ganz.
BTW: Andere Sprachen, andere Sitten.
--
Beste Gruesse
Heinz Lohmann
Guido Wojaczek wrote:
> > Und darum gibt es auch keinen Grund sie
> > abzuschaffen. Warum soll man etwas abschaffen, wenn es kein Problem damit gibt?
>
> Beim Schreiben auf einer Tastatur muß man beim Großbuchstaben eine zusätzliche Taste
> drücken. Das summiert sich und hemmt den Schreibfluß.
Mit dem einem Finger der einen Hand drückt man die Umschalttaste und mit einem Finger
der anderen Hand drückt man den Buchstaben, den man gross schreiben will. Dies kostet
keine zusätzliche Zeit und bedeutet für geübte Tastaturbenutzer somit keine Hemmung des
Schreibflusses.
>
> > Weil es einige anderen gleich machen? Nein, dafür bin ich nicht. Vorallem wenn
> > dank der Grosschreibung das Schriftbild viel schöner, natürlicher wirkt.
>
> Gleichmäßiger wirkt es durch die zusätzlichen Oberlängen aber nicht.
>
Das Schriftbild muss meiner Meinung nach nicht gleichmässig, sondern harmonisch sein.
Aber hier kann man sich ewig streiten. Das sieht jeder wieder anders. Ich persönlich
finde einen Text mit Grossbuchstaben auf jeden Fall schöner.
>
> > Sag mir
> > bitte welchen Nachteil Du an den Grossbuchstaben zu bemängeln hast! Ich
> > versuchte in meinem Text nur zu zeigen, dass ich keine Mängel feststellen kann,
> > nur Gutes.
>
> Du machst ästhetische Gründe geltend. Abwägen muß man aber die These der besseren
> Leserezeption vs. des Minderaufwandes beim Schreiben.
>
Also, wenn Du möchtest:
Die Leserezeption wird sicher nicht vermindert, eher verbessert, wenn man mit
Grossbuchstaben schreibt, wie ich einem älteren Artikel entnehmen konnte. Und
konkretisier bitte Dein Argument betreffend des Minderaufwandes.
> > die Grosschreibung abzuschaffen, nur weil es ein paar andere Länder um
> > uns(deutschsprachigen Länder) herum so machen.
>
> > > > In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
> > > > sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
> > > > Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
> > > > Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
> > > > haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> > > > damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> > > > Deutschen unter Beweis stellen.
> > >
> > > Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
> > > in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
> > >
> >
> > Sprache ist auch Kultur. Zur Kultur der deutschen Sprache gehören eben auch die
> > Grossbuchstaben.
>
> Sprache ist aber keine Besitzstandwahrung.
Ich verstehe das Wort Besitzstandwahrung nicht ganz. Aber ich glaube nicht, dass die
Sprache etwas besitzt, weder dass jemand die Sprache besitzt. Sprache entsteht. Sprache
lebt. Die deutsche Sprache hat nun einmal Grossbuchstaben, die meisten Leute verwenden
sie und ich sehe keinen Grund sie grundlos abzuschaffen.
> > > > Für mich gilt das Argument, dass deutsch
> > > > ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
> > > > nicht.
> > >
> > > Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
> > > Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
> >
> > Kinder lernen Sprachen anders als Erwachsene. Es ist erwiesen (*), dass
> > Erwachsene, die nicht schreiben können, nicht über ein bestimmtes Niveau
> > herauskommen. "Irgendwann ist es fertig" und man kann keine Fortschritte machen.
> > Ich nehme aber an, dass "Schwelle" beim Wörter lernen keinen Einfluss hat
> > (höchstens Nuancen). Meiner Meinung nach beeinträchtigt diese Schwelle das
> > fortgeschrittene, tiefe grammatikalische und strukturelle Verständnis einer
> > Sprache. Ich glaube diese Schwelle beginnt bei etwa 5 Jährigen. Kindern unter
> > ca. 5 Jahren ist es noch möglich eine Sprache perfekt zu lernen, ohne sie lesen
> > zu können, nachher geht das leider, leider nicht mehr.
>
> Nein. Das hat lediglich etwas mit der didaktischen Vermittlung zu tun. Wir
> favorisieren in den Schulen beim Fremdsprachenerwerb lediglich ein Modell, das stark
> am Schriftbild einer Sprache orientiert ist.
Einverstanden.
> Es würde anders genauso gut
> funktionieren.
Nein, eben ab ca. dem 5. Lebensjahr nicht mehr. Du kannst dann die Sprache zwar
sprechen, die Leute verstehen Dich sicher auch. Aber Du wirst nie fähig sein die Sprache
perfekt oder fast perfekt zu sprechen oder zu schreiben. Du wirst also immer Fehler
machen, man wird auch nach 50 Jahren noch merken, dass Du kein Einheimischer bist,
allein an deiner Sprache.
> Niemand würde hier bloß auf die Idee kommen, in ein fremdes Land
> fahren und versuchen, die Sprache durch bloße Kommunikation und orale Rezeption zu
> erlernen. Aber es geht.
>
Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dann ist es fertig. Dann nützen viele Jahre
lernen nichts mehr. Es geht dann einfach nicht mehr besser.
>
> > > Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
> > >
> >
> > Eben nicht. Die Begründung habe ich oben bereits erläutert.
>
> Du kennst es bloß nicht anders.
Nein, ich kenne es nicht anders. Aber ich habe gelernt, dass es anders nicht gehen kann,
ab einem gewissen Niveau. Nimmt denn kein Psychologe an diesem Forum teil, der mir dies
bestätigen könnte?
>
> Grüße.
>
> Guido
Ebenfalls einen schönen Gruss!
chrysaetos
chrysaetos wrote:
> Guido Wojaczek wrote:
>
> > > Und darum gibt es auch keinen Grund sie
> > > abzuschaffen. Warum soll man etwas abschaffen, wenn es kein Problem damit gibt?
> >
> > Beim Schreiben auf einer Tastatur muß man beim Großbuchstaben eine zusätzliche Taste
> > drücken. Das summiert sich und hemmt den Schreibfluß.
>
> Mit dem einem Finger der einen Hand drückt man die Umschalttaste und mit einem Finger
> der anderen Hand drückt man den Buchstaben, den man gross schreiben will. Dies kostet
> keine zusätzliche Zeit und bedeutet für geübte Tastaturbenutzer somit keine Hemmung des
> Schreibflusses.
Ich muß eine zusätzliche Taste drücken, was eine zusätzliche Koordinationsbewegung
erfordert.
> >
> > > Sag mir
> > > bitte welchen Nachteil Du an den Grossbuchstaben zu bemängeln hast! Ich
> > > versuchte in meinem Text nur zu zeigen, dass ich keine Mängel feststellen kann,
> > > nur Gutes.
> >
> > Du machst ästhetische Gründe geltend. Abwägen muß man aber die These der besseren
> > Leserezeption vs. des Minderaufwandes beim Schreiben.
> >
>
> Also, wenn Du möchtest:
> Die Leserezeption wird sicher nicht vermindert, eher verbessert, wenn man mit
> Grossbuchstaben schreibt, wie ich einem älteren Artikel entnehmen konnte. Und
> konkretisier bitte Dein Argument betreffend des Minderaufwandes.
s.o.
>
> > > die Grosschreibung abzuschaffen, nur weil es ein paar andere Länder um
> > > uns(deutschsprachigen Länder) herum so machen.
> >
> > > > > In anderen Sprachen muss man auch wissen welche Wörter Substantive
> > > > > sind, zum Beispiel um das Adjektiv anzugleichen (französisch). Auch
> > > > > Ausländer, die deutsch lernen sollten keine Probleme mit den
> > > > > Grossbuchstaben haben. Sie gehen oder gingen ebenfalls zur Schule und
> > > > > haben die grammatikalischen Strukturen ihrer Sprache gelernt. Sie haben
> > > > > damit ein grammatikalisches Verständnis, dieses können sie nun auch im
> > > > > Deutschen unter Beweis stellen.
> > > >
> > > > Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
> > > > in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
> > > >
> > >
> > > Sprache ist auch Kultur. Zur Kultur der deutschen Sprache gehören eben auch die
> > > Grossbuchstaben.
> >
> > Sprache ist aber keine Besitzstandwahrung.
>
> Ich verstehe das Wort Besitzstandwahrung nicht ganz. Aber ich glaube nicht, dass die
> Sprache etwas besitzt, weder dass jemand die Sprache besitzt. Sprache entsteht. Sprache
> lebt. Die deutsche Sprache hat nun einmal Grossbuchstaben, die meisten Leute verwenden
> sie und ich sehe keinen Grund sie grundlos abzuschaffen.
Und wenn die Leute sie abschaffen möchten (rein theoretisch)?
Grüße.
Guido
Heinz Lohmann wrote:
> Guido Wojaczek schrieb:
> >Die Kleinschreibung ist aber auch nicht original. Man schrieb ursprünglich
> >Großbuchstaben.
>
> Das ist aber schon lange her. Die Gebrüder Grimm haben m.W. ihr
> berühmtes Wörterbuch auch in Kleinschrift verfasst. Unsere heutige
> Groß- und Kleinschreibung ist wohl noch nicht so fürchterlich alt.
>
> Um auf den Gedanken von Herrn G. Adler zurückzukommen, dass die
> Großbuchstaben wie Leuchttürme im Text sind:
> Subjekt und Objekt eines Satzes sind doch in den meisten Fällen Nomen;
> durch die Großschreibung der Nomen wird der Satz dann auch schon
> grammatisch etwas vorstrukturiert, was bei der oft recht freien
> Wortstellung im deutschen Satz sicher von Vorteil ist, aber wohl auch
> bei normaler Satzstellung.
Danke für die Bemerkung! Ein weiteres gutes Argument für die Grossbuchstaben!
>Meine Studenten hier in Taiwan haben beim Erlernen des Deutschen eigentlich
>recht wenig Schwierigkeiten bei der Groß/Kleinschreibung; das dürfte also kein
>argument sein.
Genau. Das wollte ich den anderen auch schon erklären.
> BTW: Andere Sprachen, andere Sitten.
Jawohl. Und dies soll auch so bleiben. Wir wollen doch nicht, dass die ganze
Welt aussieht wie die Vereinigten Staaten von Amerika.
>
> --
> Beste Gruesse
>
> Heinz Lohmann
Gruss
chrysaetos
Oliver Wiechmann wrote:
>
> Hallo goldener Steinadler!
>
Hallo mein goldener Oliver!
Ich bin mir nicht sicher, ob Du meine Nachricht genau gelesen hast. Ich habe
geschrieben, dass meine chrysaetos Goldadler heisst, oder wenn Du willst
goldener Adler.
>
> "dergleichen" = Ähnliches, Vergleichbares, von ähnlicher Art, [in diesem
> Fall auch:] aus der gleichen Wortfamilie stammend,...
>
Danke! Dies habe zwar bereits gewusst, aber man kann ja nie wissen!
>
> "Prenonym" = Deckname, der aus einem Vornamen besteht oder gebildet ist.
> "Chrysaetos" hätte meiner ersten Annahme nach vielleicht eine
> [menschliche] Gestalt aus der griechischen Historie, Literatur oder Sage
> sein und es sich sonach um einen evtl. von dir abgewandelten "Vornamen"
> derselben handeln können. ;-)
>
Ja, das hätte sein können... Vielleicht versuchst Du Dich bitte das nächste
Mal zu informieren, bevor Du annimmst, es könne doch sein, falls...
>
> "Allonym" = Sonderform des Pseudonyms, bei dem sich der Name eines
> bekannten bzw. berühmten Zeitgenossen angeeignet wird.
> Bei [dem mir unbekannten] "Chrysaetos" hätte es sich ja um eine derzeit
> real existierende Persönlichkeit aus entweder Politik,
> Schriftstellertum, Wirtschaft usw. usf. drehen können, die du dir
> dermaßen zum Vorbild genommen hast, dass sich die Übernahme dieses
> Übernamens <g> für dich als ehrwürdig erwies. ;-)
Ja, dies hätte sein können...
>
> In Internet-Chatrooms verkehren z.B. etliche Leutchen unter Noms de
> plume wie "Queen Elizabeth", "Bugs Bunny", "Tom Cruise", "Helmut Kohl"
> oder was-weiß-ich-nicht-alles...!
>
Eben, Du weisst es nicht. Also, bitte, informiere Dich das nächste Mal,
bevor Du annimmst.
>
> Ferner existieren in vergleichbarem Zusammenhang die Begriffe:
> Ananym, Pseudogynym, Pseudandronym, Kryptonym, Phraseonym, Hagionym,
> Hieronym, Asteronym, Norbertblym sowie 'Spitzname'... ;-))
>
Danke! Ich bezweifle aber, dass ich je wieder eines dieser vielen Wörter
brauchen, weder hören werde. Spitzname kenne ich. Dieses werde ich wohl
wieder einmal brauchen.
>
> >
> > Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
> >
> Sorry, could not resist <grins>!
Ich kann jetzt auch nicht wiederstehen und weise Dich darauf hin, dass Du
Dich in einem deutschen Forum befindest. Darum fände ich es nicht mehr als
anständig von Dir, wenn Du auf solche englischen Abkürzungen verzichten
würdest.
>
> Zu gut deutsch in etwa:
> "Verzeihung, dass ich mir den kleinen ironischen Spaß nicht verkneifen
> konnte!" ;-)
Ich verzeihe Dir. Wieso sollte ich mich mit Deinen Ausrutschern
beschäftigen?
>
> Zumal du ja die Einhaltung der Großschreibung in der deutschen Sprache
> sowie die Befolgung des dazu gehörigen Regelwerkes hier mit Überzeugung
> befürworten wolltest, dann dich aber paradoxerweise ausgerechnet selbst
> mit diesem kleinen Verstoß, "Chrysaetos" kleinzuschreiben, dagegen
> widersetztest und IMO ein Bein stelltest. %-(
Ich habe mir kein Bein gestellt. Ich stehe dazu, dass meinen Spitznamen
klein schreibe. Ich werde ihn auch weiterhin klein schreiben. Es ist mein
Spitzname und ich schreibe meinen Spitznamen klein. Ich habe auch nicht das
Gefühl gegen eine Regel zu verstossen. Ich bin sogar fest überzeugt, gegen
keine Regel zu verstossen. Der Name chrysaetos gehört zu mir. Ich würde mich
nie Chrysaetos nennen. Das sieht viel zu protzig aus. Das passt gar nicht zu
einem Steinadler. In dieser Sache musst Du mich aber nicht verstehen. Es ist
mir auch egal ob Du mich verstehst. Aber ich verlange von Dir, dass Du
chrysaetos klein schreibst und ich verlange es auch von allen anderen. Ich
benenne Dich auch so, wie Du willst. Jeder hat das Recht dazu. Und wenn Du
mich provozieren oder nerven willst, dann musst Du Dir etwas anderes
ausdenken. Und lass doch bitte diese vielen englischen Abkürzungen oder
diese Zeichen, mit deren Hilfe Du versuchst Deine Emotionen auszudrücken.
Wenn Du Dich Deiner Sprache schämst, dann musst Du halt an ihr arbeiten.
Nun, ich kehre wieder zum eigentlichen Thema zurück. Ich will ja sachlich
bleiben. Ich schreibe die Grossbuchstaben nicht wegen der bestehenden Regel
gross. Sondern weil ich sie gross schreiben will. Und wieso ich sie gross
schreiben will, habe ich nun schon oft genug erklärt.
>
> Der griechische Originalterminus zur Bezeichnung dieses Federviehs
Wieso so abschätzig? Ich nenne Dich auch nicht Knochengerüst. Dieses Tier
bezeichnet man als Greifvogel.
>
> an
> sich mag ja in Fachbüchern kleingeschrieben stehen dürfen - wenn du
> denselben allerdings zur Kennung deiner Selbst konvertierst, verwandelt
> er sich m.E. folglich in einen "Namen".
>
> Und jegliche Namen, wie "Chrysaetos" ja dann eben ein solcher zu sein
> pflegt, haben nunmal -wie von mir dem DUDEN-Werk entlehnt im ersten
> Artikel angeführt- im deutschen Schriftverkehr großgeschrieben (!) zu
> werden. ;-)
>
Wenn Du Dich so an den DUDEN hälst. Wieso beschwerst Du Dich dann gegen die
Grossbuchstaben? Mein Name, den ich mir gegeben habe, den bestimme ich. Der
folgt meinen eigenen Regeln und Launen. Und ich will, dass mein chrysaetos
klein geschrieben wird.
>
> >
> > Was heisst CU \\ //?
> >
> CU = see you (engl.)!
Mit englisch kannst Du vielleicht andere beeindrucken, aber nicht mich.
Trotzdem danke für diese Übersetzung. Ich bitte ich das nächste Mal, wenn Du
schon unbedingt eine Abkürzung verwenden willst, eine deutsche zu verwenden.
>
>
> \\ // = LLAP = live long and posper!
>
Danke. Mein Kommentar zu englischen Abkürzungen in einem deutschen Forum
steht oben.
>
> Tipp: Vielleicht solltest du mal einen oder mehrere Blicke auf eine der
> im Folgenden aufgeführten Internet-Seiten werfen und dir den Inhalt
> derselben gründlich zu Gemüte führen, um fortan nicht dazustehen wie der
> legendäre "Ochs vorm Berg" - wie man so schön sagt. <i>
Ich finde es gar nicht schön mich als einen "Ochs am Berg" zu bezeichnen.
Ich hoffe Du langweilst die anderen Teilnehmer dieses Forums nicht länger
mit Deinen legendären Sprüchen. Ich werde hierzu auch nicht weiter Stellung
beziehen, denn ich will die anderen auf jeden Fall nicht langweilen. Ich
will Ihnen meine Meinung über die Verwendung von Grossbuchstaben
näherbringen. Bitte melde Dich also nur wieder, wenn Du etwas zur Diskussion
um das Thema "Grossbuchstaben der deutschen Sprache" mitzuteilen wünschst.
>
> Diese liefern nämlich eine Reihe von wertvollen Informationen
Ich finde diese Informationen nicht wertvoll. Es gibt einige solcher
Ausdrücke, die ich verstehe und verwende. Ich werde aber sicher nicht solche
Ausdrücke auswendig lernen, nur um nachher an unpassender Stelle, mitten in
einer Diskussion mit solchen Ausdrücken um mich zu werfen.
>
> HAND Chrysaetos!
> CU \\ // Oliver
Ich hoffe nicht, dass ich je wieder eine Nachricht von Dir mit einem
weiteren für mich unverständlichen Zeichen lesen werde. Aber bitte mach Dir
nicht die Mühe mir dieses "HAND" zu erklären. Mich interessiert dies nicht.
Ich hoffe aber sehr wohl, auch von Dir noch eine konstruktive Bemerkung zu
hören.
chrysaetos
Ehrlich wie immer.
>> > Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
>> >
>> Sorry, could not resist <grins>!
>
>Ich kann jetzt auch nicht wiederstehen und weise Dich darauf hin, dass Du
>Dich in einem deutschen Forum befindest. Darum fände ich es nicht mehr als
>anständig von Dir, wenn Du auf solche englischen Abkürzungen verzichten
>würdest.
Erstens hat er dir höflich erklärt, was das ganze bedeutet.
Zweitens handelt es sich um eine der im Usenet verbreitetsten
Abkürzungen.
>Wenn Du Dich Deiner Sprache schämst, dann musst Du halt an ihr arbeiten.
O Himmel.
Wie einer seine Gefühle ausdrückt, ob durch Symbole und Sonderzeichen,
wohl gesetzte Worte oder gar symbolträchtige Tiere, sei jedem selbst
überlassen. Und woran die Teilnehmer dieses Forums arbeiten oder
nicht, das musst du sie ebenfalls selbst entscheiden lassen.
Falls dich englische Abkürzungen tatsächlich stören, dann informiere
dich doch bitte darüber, beispielsweise hier:
http://www.atug.at/einsteiger/akronyme.html
>Mit englisch kannst Du vielleicht andere beeindrucken, aber nicht mich.
>Trotzdem danke für diese Übersetzung. Ich bitte ich das nächste Mal, wenn Du
>schon unbedingt eine Abkürzung verwenden willst, eine deutsche zu verwenden.
Du kannst sicher sein, dass diese Abkürzungen *nicht* dazu dienen,
irgendjemanden zu beeindrucken. Sie sind einfach üblich.
>Danke. Mein Kommentar zu englischen Abkürzungen in einem deutschen Forum
>steht oben.
Penetranz hat noch selten geholfen, die Kommunikation zu verbessern.
Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany) | http://www.ringeisen.de |
"Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python) |
>
>
>"Christoph Müller" wrote:
>
>> On Mon, 24 Apr 2000 09:36:18 +0200, Guido Wojaczek
>> <guido.w...@split.uni-bamberg.de> wrote:
>>
>> >Eben, und sie fragen sich, warum sie im Deutschen etwas machen müssen, was
>> >in ihrer Muttersprache nicht nötig ist.
>>
>> Blödsinn:
>
>Ach Christoph, mäßige dich bitte etwas.
>
>> Da kann ich mich ja genauso fragen, warum ich im
>> Französischen Akzente setzen soll.
>
>Du weißt offensichtlich nicht, welchen Einfluß Akzente im Französischen auf die
Und Du demonstrierst hier, daß Du keine Ahnung hast, wozu
Großbuchstaben notwendig sind. Aber du bist ja Geisteswissenschaftler
und darfst das.
>Aussprache des betroffenen Vokals haben und worin folglich der Unterschied zur
>Großschreibung im Deutschen liegt.
>
>> >> Für mich gilt das Argument, dass deutsch
>> >> ohne Grossbuchstaben attraktiver und einfacher zu lernen wäre jedenfalls
>> >> nicht.
>> >
>> >Auf das Lernen einer Sprache hat das imho wenig Einfluß. Ich kann eine
>> >Sprache auch lernen, ohne sie schreiben zu können. Jedes Kind tut das.
>> >Schreibenlernen ist für den Erwerb einer Sprache ein sekundärer Vorgang.
>>
>> Wenn wir über Großschreibung reden, reden wir über Schriftsprache.
>> Das, was Du sagst, hat mit dem debattierten Thema überhaupt nichts zu
>> tun.
>
>Du hast das Usprungsposting gelesen und den Gedankengang verfolgt und
>verstanden?
Du offensichtlich nicht.
>Grüße.
>
>Guido
> Ich muß eine zusätzliche Taste drücken, was eine zusätzliche
> Koordinationsbewegung erfordert.
Ach wie fürchterlich. Schon mal ausgerechnet, wie viel Zeit (und
Energieaufwand für Koordination) du sparst, wenn du ganz aufs
Schreiben verzichtest?
Und wie viel Lesezeit du den Lesern deiner Beiträge ersparst, die
Texte mit Großbuchstaben eben leichter entziffern können?
Außerdem möchte ich dich bitten, deine Quotes auf ein Maß zu
reduzieren, das meinen Lesefluss nicht weiter als nötig hemmt. Meine
Zeit ist nicht weniger wertvoll als deine.
SCNR,
Volker
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, sondern wir müssen uns
nach ihr richten. (Matthias Claudius)
Peter Ringeisen writes:
> chrysaetos <chrys...@bluewin.ch> wrote:
>>> es sich sonach um einen evtl. von dir abgewandelten "Vornamen"
>>> derselben handeln können. ;-)
>>Ja, das hätte sein können... Vielleicht versuchst Du Dich bitte das nächste
>>Mal zu informieren, bevor Du annimmst, es könne doch sein, falls...
Du, chrysaetos, erwartest also, dass man sich informiere ...
>>[...]
>>> In Internet-Chatrooms verkehren z.B. etliche Leutchen unter Noms de
>>> plume wie "Queen Elizabeth", "Bugs Bunny", "Tom Cruise", "Helmut Kohl"
>>> oder was-weiß-ich-nicht-alles...!
>>Eben, Du weisst es nicht. Also, bitte, informiere Dich das nächste Mal,
>>bevor Du annimmst.
... vor allem bevor man etwas annimmt. Schön, wieso
nimmst *Du* eigentlich an, Du seiest hier mit einem
Pseudonym willkommen, ohne dich in news:de.newusers.infos
informiert zu haben, dass dem nicht ist?
>>> Sorry, could not resist <grins>!
>> Ich kann jetzt auch nicht wiederstehen und weise Dich darauf hin, dass Du
>> Dich in einem deutschen Forum befindest.
Da nimmst Du wieder falsch an: Es handelt sich um eine
vorwiegend /deutschsprachige Newsgroup/, also weder deutsch,
was auch deine Anwesenheit erklärt, noch um ein Forum im
www-üblichen Sinn.
>> Darum fände ich es nicht mehr als anständig von Dir, wenn Du
>> auf solche englischen Abkürzungen verzichten würdest.
> Erstens hat er dir höflich erklärt, was das ganze bedeutet.
> Zweitens handelt es sich um eine der im Usenet verbreitetsten
> Abkürzungen.
Ich lese es inzwischen mehr als festen Begriff, den
ich überhaupt nicht mehr auflöse, vergleichbar mit
»LOL« oder »ROFL«.
>> Wenn Du Dich Deiner Sprache schämst, dann musst Du halt an ihr arbeiten.
Auch wieder eine Annahme und dann noch über die Beweggründe
eines Anderen - das ist mutig.
> Falls dich englische Abkürzungen tatsächlich stören, dann informiere
> dich doch bitte darüber, beispielsweise hier:
> http://www.atug.at/einsteiger/akronyme.html
Als Einstiegslektüre sollte dem unbedingt news:de.newusers.infos
vorausgehen.
Christoph
(Noch ein Hinweis: Ich beispielsweise bekomme aufgrund meines
automatischen Pseudonymfilters Artikel von Autoren, die z.B.
nur »cyprianos« heißen, normalerweise gar nicht zu sehen.
Und ich bin nicht der einzige, der so ein kleines Helferlein
betreibt. :-)
Guido Wojaczek wrote:
> chrysaetos wrote:
>
> > Aber ich glaube nicht, dass die
> > Sprache etwas besitzt, weder dass jemand die Sprache besitzt. Sprache entsteht. Sprache
> > lebt. Die deutsche Sprache hat nun einmal Grossbuchstaben, die meisten Leute verwenden
> > sie und ich sehe keinen Grund sie grundlos abzuschaffen.
>
> Und wenn die Leute sie abschaffen möchten (rein theoretisch)?
>
Rein theoretisch: Es kommt darauf an wieviele Leute sie abschaffen wollen würden. Einen
grossen Einfluss hätten sicher auch die Zeitungen und anderen Medien, sowie die Verlage.
>
> Grüße.
>
> Guido
Gruss.
chrysaetos
Peter Ringeisen wrote:
> On Mon, 24 Apr 2000 23:02:46 +0200, chrysaetos <chrys...@bluewin.ch>
> wrote in <8e2csj$ft4$2...@bw107zhb.bluewin.ch>:
>
> >> > Was heisst, bitte, SCNR...<g>?
> >> >
> >> Sorry, could not resist <grins>!
> >
> >Ich kann jetzt auch nicht wiederstehen und weise Dich darauf hin, dass Du
> >Dich in einem deutschen Forum befindest. Darum fände ich es nicht mehr als
> >anständig von Dir, wenn Du auf solche englischen Abkürzungen verzichten
> >würdest.
>
> Erstens hat er dir höflich erklärt, was das ganze bedeutet.
> Zweitens handelt es sich um eine der im Usenet verbreitetsten
> Abkürzungen.
>
Einverstanden. Ich hätte mich etwas höflicher ausdrücken können. Ich entschuldiege mich!
Sonst stehe ich aber immer noch voll hinter meiner Aussage. Ich würde es begrüssen, wenn
Ihr oder Oliver in einem, mindestens in diesem deutschen Forum keine "englischen
Abkürzungen" verwenden würdet. Ich finde dies gehört sich in einem der deutschen Sprache
gewidmeten Forum.
>
> >Wenn Du Dich Deiner Sprache schämst, dann musst Du halt an ihr arbeiten.
>
> O Himmel.
> Wie einer seine Gefühle ausdrückt, ob durch Symbole und Sonderzeichen,
> wohl gesetzte Worte oder gar symbolträchtige Tiere, sei jedem selbst
> überlassen.
> Und woran die Teilnehmer dieses Forums arbeiten oder
> nicht, das musst du sie ebenfalls selbst entscheiden lassen.
Eigentlich hätte ich nichts gegen Deine Aussage einzuwenden. Wenn ich aber meine Meinung
über die Grossbuchstaben kundzutun versuche, dann möchte ich gerne Antworten, die sich
ebenfalls auf dieses Thema beziehen. Ich würde gerne einmal Argumente von den
"Grossbuchstaben-Abschaffer" hören.
>
> Falls dich englische Abkürzungen tatsächlich stören, dann informiere
> dich doch bitte darüber, beispielsweise hier:
> http://www.atug.at/einsteiger/akronyme.html
>
Danke für den Hinweis. Mir genügt es aber, wenn ich die gängigsten Akronyme verstehe, da
ich sie selten bis nie selber verwende.
>
> >Mit englisch kannst Du vielleicht andere beeindrucken, aber nicht mich.
> >Trotzdem danke für diese Übersetzung. Ich bitte ich das nächste Mal, wenn Du
> >schon unbedingt eine Abkürzung verwenden willst, eine deutsche zu verwenden.
>
> Du kannst sicher sein, dass diese Abkürzungen *nicht* dazu dienen,
> irgendjemanden zu beeindrucken. Sie sind einfach üblich.
>
Üblich sind sie, das stimmt sehr wohl. Ich wäre trotzdem glücklich wenn man in einem
deutschen Forum auf "englische", ich habe englische gesagt, Abkürzungen verzichten
könnte. Braucht doch die Deutschen, ich werde nichts dagegen haben. Z.Bsp. mfg oder
sonstige.
>
> >Danke. Mein Kommentar zu englischen Abkürzungen in einem deutschen Forum
> >steht oben.
>
> Penetranz hat noch selten geholfen, die Kommunikation zu verbessern.
>
Dieser Verweis war überhaupt nicht penetrant gemeint. Ich wollte damit nur diejenigen
verschonen, die nicht gerne zweimal nacheinander das gleiche lesen.
>
> Gruß
> pcr
>
> --
> Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany) | http://www.ringeisen.de |
> "Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python) |
Gruss
chrysaetos
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.
Christoph von Nathusius wrote:
> [Quoting etwas rekonstruiert]
>
> Peter Ringeisen writes:
> > chrysaetos <chrys...@bluewin.ch> wrote:
> >>[...]
> >>> In Internet-Chatrooms verkehren z.B. etliche Leutchen unter Noms de
> >>> plume wie "Queen Elizabeth", "Bugs Bunny", "Tom Cruise", "Helmut Kohl"
> >>> oder was-weiß-ich-nicht-alles...!
> >>Eben, Du weisst es nicht. Also, bitte, informiere Dich das nächste Mal,
> >>bevor Du annimmst.
>
> ... vor allem bevor man etwas annimmt.
Danke für den Hinweis, Christoph.
> Schön, wieso
> nimmst *Du* eigentlich an, Du seiest hier mit einem
> Pseudonym willkommen, ohne dich in news:de.newusers.infos
> informiert zu haben, dass dem nicht ist?
>
Ich weiss, dass einige in diesem Forum etwas gegen Pseudonyme haben. Ich finde es
zwar intolerant finde, aber jemand hat einmal gesagt Ihr habet Eure Gründe dafür.
Tja, Vorurteile kann ich Euch nicht verbieten. Ich würde es aber eigenltlich
schätzen wenn gerade diese Herren, die ein solches kleines Helferlein, wie Du
Deinen Pseudonymenfilter bezeichnest, haben, doch einmal sachlich zu meinen
Aussagen über die Grossbuchstaben Stellung nehmen. Bitteschön. Dies war
eigentlich mein Beweggrund den Artikel zu schreiben, ich hoffte brauchbare Kritik
zu bekommen und habe auch viele guten Antworten erhalten. Ich lasse mich auch
gerne überzeugen, bisher konnte mich aber noch kein Gegenargument überzeugen. Ich
danke den werten Guido, Bertel, Volker, Christoph Müller, Katharina, Heinz,
Peter, Reinhard für Ihre Antworten. Natürlich bedanke ich mich auch bei Oliver
und Christoph von Nathusius, von Euch beiden würde ich aber gerne trotzdem noch
eine Stellungsnahme betreffen den Grossbuchstaben hören. Danke.
Ihr düft mich aber nicht falsch verstehen. Ich will Euch durchaus nichts
aufzwingen.
>
> >>> Sorry, could not resist <grins>!
> >> Ich kann jetzt auch nicht wiederstehen und weise Dich darauf hin, dass Du
> >> Dich in einem deutschen Forum befindest.
>
> Da nimmst Du wieder falsch an: Es handelt sich um eine
> vorwiegend /deutschsprachige Newsgroup/,
in der über 99 % deutsch geschrieben wird.
> also weder deutsch,
wenn man die Sprache meint schon
>
> was auch deine Anwesenheit erklärt,
wenn Du meine deutschschweizer Herkunft ansprichst hast Du recht.
> noch um ein Forum im
> www-üblichen Sinn.
>
was meinst Du bitte mit "www-üblichem"?
>
> >> Darum fände ich es nicht mehr als anständig von Dir, wenn Du
> >> auf solche englischen Abkürzungen verzichten würdest.
> > Erstens hat er dir höflich erklärt, was das ganze bedeutet.
> > Zweitens handelt es sich um eine der im Usenet verbreitetsten
> > Abkürzungen.
>
> Ich lese es inzwischen mehr als festen Begriff, den
> ich überhaupt nicht mehr auflöse, vergleichbar mit
> »LOL« oder »ROFL«.
>
"Lol" lese ich auch als festen Begriff. Jedoch stört es mich immer noch ein
wenig. Aber ich will es niemandem verbieten.
>
> >> Wenn Du Dich Deiner Sprache schämst, dann musst Du halt an ihr arbeiten.
>
> Auch wieder eine Annahme und dann noch über die Beweggründe
> eines Anderen - das ist mutig.
>
Diesen Satz habe ich extra etwas provokativ formuliert. Ich warte aber immer noch
auf Olivers Antwort, sie würde mich interessieren.
>
> > Falls dich englische Abkürzungen tatsächlich stören, dann informiere
> > dich doch bitte darüber, beispielsweise hier:
> > http://www.atug.at/einsteiger/akronyme.html
>
Danke.
>
> Als Einstiegslektüre sollte dem unbedingt news:de.newusers.infos
> vorausgehen.
>
Habe ich bereits einmal gelesen, wenn auch nicht sehr genau.
>
> Christoph
> (Noch ein Hinweis: Ich beispielsweise bekomme aufgrund meines
> automatischen Pseudonymfilters Artikel von Autoren, die z.B.
> nur »cyprianos« heißen, normalerweise gar nicht zu sehen.
> Und ich bin nicht der einzige, der so ein kleines Helferlein
> betreibt. :-)
Dies finde ich intolerant und hochnäsig. Aber wenn Du von Dem Nutzen deines
Programmes überzeugt bist...
Gruss.
chrysaetos
Ist es nicht sowas wie eine Grundeinstellung, anzunehmen, dass man nicht
anhand seines Namens beurteilt wird, sondern anhand dessen, was man
sagt/schreibt/tut?
Wie sagt Forrest Gump doch so schön? ... Na, egal.
Doch etliche der Nickname-Freaks bestätigen immer wieder aufs
Schönste, dass die Vorurteile gegen sie zumindest nicht unbe-
gründet sind.
Es gibt edle Ausnahmen: Schönen Gruß an "mkhan". :-)
MMN reicht schon eine Ausnahme, um ein Vorurteil unbegründet werden zu
lassen.
Na, dann fang mal an. Es gibt eine schöne Windows-Hilfedatei
(kuerzel.exe) mit jeder Menge Erklärungen zu den Abkürzungen im Usenet
und auch Erklärungen zur Netiquette. Da kannst du doch mal einige
Vorschläge für griffige Übersetzungen machen und posten.
Adressen:
http://www.rhusmann.de
http://ourworld.compuserve.com/homepages/gabriel_anton/software.htm
http://www.s-a-ve.com
BTW: Zu Pseudonymen steht dort:
>Viele User haben mit Trägern von Pseudonymen schlechte Erfahrungen gemacht.
>Deshalb sind sie nirgendwo gerne gesehen und in vielen Foren auch nicht
>zugelassen. Bitte logge Dich, wenn es irgendwie geht unter Deinem wirklichen
>Namen ein und rechne mit empörten Reaktionen, wenn Du es nicht tust.
>
Und die Anwendung von Filtern erklärt eventuell auch, warum einige
Leute nicht mit dir diskutieren: Sie sehen deine Beiträge gar nicht.
Ceterum censeo => dag°
(Übersetzung: Im übrigen bin ich dafür, diese Pseudonymdiskussionen
grundsätzlich ab Stufe drei nach dag° zu verlegen.)
Ich kann das nicht überprüfen und lasse es einmal so stehen. Es scheint
mir
aber nicht unlogisch.
Alois
[Pseudonyme und Pseudofilter]
> Tja, Vorurteile kann ich Euch nicht verbieten.
Für die einen sind es Vorurteile, für die anderen
die vielleicht längste Erfahrung im Usenets.
> Ich würde es aber eigenltlich
> schätzen wenn gerade diese Herren, die ein solches kleines Helferlein, wie Du
> Deinen Pseudonymenfilter bezeichnest, haben, doch einmal sachlich zu meinen
> Aussagen über die Grossbuchstaben Stellung nehmen.
Das wird schwierig: wie soll ich mich zu etwas äußern, das ich
nicht sehe? Ich kann dich aber in soweit beruhigen, dass Folgeartikel
auf meine wieder soweit hochgesetzt werden, dass sie sichtbar
bleiben.
> Bitteschön. Dies war eigentlich mein Beweggrund den Artikel
> zu schreiben,
Du wirst lachen, es gibt schon einen Thread, in dem es
genau um Klein- und Großschreibung geht.
Da hättest Du einen Teil meiner Positionen »bestaunen«
können.
(Zu den »Vorurteilen« über ein Pseudonym kommt dann auch noch
das Gefühl, da schriebe einer los, ohne erst mal zu lesen,
wie denn so der Stand in der NG ist, so was bestätigt die
Erwartungen.)
> von Euch beiden würde ich aber gerne trotzdem noch eine
> Stellungsnahme betreffen den Grossbuchstaben hören. Danke.
Das kannst Du alles nachlesen ...
> Ihr düft mich aber nicht falsch verstehen. Ich will Euch durchaus nichts
> aufzwingen.
... ausser vielleicht einem Aspekt: ich finde das Schriftbild
mit Großschreibung auch abwechslungsreicher und schöner. :-)
>> noch um ein Forum im www-üblichen Sinn.
> was meinst Du bitte mit "www-üblichem"?
Ein Forum im www ist i.a. eine geschlossene, relativ unabhängige
Einheit. Desd an sich ist dagegen »Nichts«, desd ist eine Newsgroup
und daher nur als Teil des großen Ganzen, des Usenets denkbar.
(schwafel ;-)
>> automatischen Pseudonymfilters Artikel von Autoren, die z.B.
> Dies finde ich intolerant und hochnäsig. Aber wenn Du von Dem Nutzen deines
> Programmes überzeugt bist...
Ich kenne dessen Nutzen sehr genau. Bei derzeit
etwa 70 abonnierten NGs ist so eine Vorauswahl
sehr hilfreich.
Christoph
Irgendwie so war's.
Andreas
"Life's like a box of chocolates. You never know what you're gonna
get." ;-)
Aber das meinte ich nicht. Ich bezog mich auf:
"Mommy says stupid is as stupid does."
Schönen Gruß
Hallo!
Ich lerne gerade fürs Examen und habe gelesen, dass die Lutherbibel diese
unsägliche Großschreibung aufgebracht hat. Diese war aber bis zur Einführung
des Duden (ca. 1905) noch umstritten!
1847 nannte Jakob Grimm die Großschreibung eine Unsitte, die er durch
konsequente Kleinschreibung zu überwinden hoffte
Gruß Ulrich
Ulrich Rosner wrote:
> >weißt vielleicht jemand, seit wann genau gibt es im Deutschen die
> >Großbuchstaben für die Nomen?
>
> Hallo!
> Ich lerne gerade fürs Examen und habe gelesen, dass die Lutherbibel diese
> unsägliche Großschreibung aufgebracht hat. Diese war aber bis zur Einführung
> des Duden (ca. 1905) noch umstritten!
Nicht ganz. Großbuchstaben tauchen erstmals im 13. Jh. in Urkunden auf. Bis zum
17. Jh. hat sich der Gebrauch ausgeweitet, allerdings ohne erkennbare Regel.
Gottsched war einer der stärksten Verfechter der Substantivgroßschreibung. Dazu
Nerius (Deutsche Orthographie, Leipzig 2. A. 1989, S. 236):
"GOTTSCHED sah in der Großschreibung der Substantive eine lobenswerte
Errungenschaft des Deutschen und betrachtete die relativ schwere Erlernbarkeit
dieser Regelung als ein Möglichkeit zur Aufrechterhaltung des Bildungsprivilegs
von Adel und aufstrebendem Bürgertum gegenüber dem einfachen Volk."
Durch Johann Christoph Adelung wurde die Substantivgroßschreibung in der
Nachfolge Gottscheds quasi einzementiert.
> 1847 nannte Jakob Grimm die Großschreibung eine Unsitte, die er durch
> konsequente Kleinschreibung zu überwinden hoffte
Grimm war lediglich einer der Verfechter einer radikalen Kleinschreibung. Seit
der I. Orthographischen Konferenz im Jahr 1876 taucht die Forderung nach einer
gemäßigten Kleinschreibung in allen Reformvorschlägen (und es waren einige) als
einer der Hauptpunkte auf.
Grüße.
Guido
Hat das Gottsched irgendwo explizit so ausgedrückt oder unterstellt
ihm Nerius eine solche Absicht, weil jener vielleicht gar nicht klar
gesagt hat, warum ihm die Substantivgrossschreibung gefiel?
- Andi
Andreas Karrer wrote:
Ich habe das nur so aus Nerius (bei Scheuringer, Geschichte der deutschen
Rechtschreibung) zitiert gefunden. Die konkreten Äußerungen Gottscheds sind dort
nicht abgedruckt. Scheuringer bezeichnet die Äußerung von Nerius aber als
gerechtfertigt. Gottsched hat ja (und das ist unbestritten) die beste Mundart des
Deutschen (das Meißnisch-Obersächsische) an die soziale Obeschicht gebunden. Zitat
Gottsched (nach Scheuringer): " nicht die Aussprache des Pöbels in diesen
Residenzen, sondern der Vornehmern und Hofleute". Gottscheds Elitarismus ist
unverkennbar.
Grüße.
Guido