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Verenglischung der deutschen Sprache

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John Miller

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Hallo,

vorweg möchte ich sagen, daß ich seit 15 Jahren in Deutschland lebe. Ich
bin gebürtiger Engländer, also entschuldigt bitte eventuelle
Rechtschreibefehler. Nun aber zum Thema.

Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, wird immer mehr zum
Denglisch. Ich finde das sehr schade, denn Deutsch ist eine wirklich
schöne Sprache, nur wird sie durch die Verenglischung, vor allem durch
die ungeprüfte Übernahme technischer Begriffe, nicht besser sondern
schlechter. Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter
benutzt. Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
den Begriff "E-Mail". Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet". Was habt Ihr gegen den
schönen Begriff "herunterladen". Gut, man muß es ja nicht gleich
übertreiben, z. B. aus dem Wort "Internet" ein "Zwischennetz" machen,
obwohl ich den Begriff phonetisch viel interessanter finde.

Weitere Vorschläge von mir:

Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
Newsgroup = Neuigkeitengruppe
User = Benutzer
Newuser = Neuling
Computer = Rechner
follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
poster = Verschicker
reply = Antwort
Posting = Nachricht

Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere
Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also
benutzt und pflegt sie auch. Mit Anglizismen könnt Ihr vielleicht noch
Eure Oma beeindrucken, aber das war es dann auch schon. Ich als
Engländer empfinde die Verenglischung aber sehr störend und schließe
daraus auf eine eher fehlende Identität mit der sehr schönen Sprache
Deutsch.

Gruß
John


a9509553

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
John Miller wrote in message <3784589c...@news.cis.dfn.de>...
>Hallo,

>
>Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, wird immer mehr zum
>Denglisch. [...] Was habt Ihr gegen den

>schönen Begriff "herunterladen". Gut, man muß es ja nicht gleich
>übertreiben, z. B. aus dem Wort "Internet" ein "Zwischennetz" machen,
>obwohl ich den Begriff phonetisch viel interessanter finde.
>
>Weitere Vorschläge von mir:
>
>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>Newsgroup = Neuigkeitengruppe
>User = Benutzer
>Newuser = Neuling
>Computer = Rechner
>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
>poster = Verschicker
>reply = Antwort
>Posting = Nachricht
>


[...]

Hai Dschonn,

auch wenn ich deine Begeisterung für die Phonetik der deutschen
Sprache nicht ganz teile, stimme ich dir voll und ganz zu, wenn es um
die sinnlose Benutzung von Fremdwörtern geht, obwohl mit den Mitteln
der deutschen Sprache ohne weiteres ein zutreffender Begriff
geschaffen werden könnte.

Manchmal ist es jedoch nicht von Vorteil, die englischen Begriffe
einfach zu übersetzen: Oft werden sie dadurch schlicht als sinnlose
und -leere Worthülsen entlarvt. Hier mag das Hauptproblem bei der
Schaffung entsprechender deutscher Begriffe liegen: Sie müssen alle
erst gefunden werden.

Grüße,
Martin

Christian Heller

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Am Wed, 7 Jul 1999 17:16:36 +0200 schrieb "a9509553"
<a950...@unet.univie.ac.at>:

>Manchmal ist es jedoch nicht von Vorteil, die englischen Begriffe
>einfach zu übersetzen: Oft werden sie dadurch schlicht als sinnlose
>und -leere Worthülsen entlarvt. Hier mag das Hauptproblem bei der
>Schaffung entsprechender deutscher Begriffe liegen: Sie müssen alle
>erst gefunden werden.

Vielleicht sollte man eine Liste an erfundenen deutschen Worten ohne
jede Bedeutung sammeln und diesen dann die englischen Worte zuordnen?

C.H.
--
http://pages.vossnet.de/heller/

Friedrich Ningelgen

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to

John Miller a écrit dans le message <3784589c...@news.cis.dfn.de>...

>Hallo,
>
>
>Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, wird immer mehr zum
>Denglisch. Ich finde das sehr schade, denn Deutsch ist eine wirklich
>schöne Sprache, nur wird sie durch die Verenglischung, vor allem durch
>die ungeprüfte Übernahme technischer Begriffe, nicht besser sondern
>schlechter. >

[...]


>Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also
>benutzt und pflegt sie auch. Mit Anglizismen könnt Ihr vielleicht noch
>Eure Oma beeindrucken, aber das war es dann auch schon. Ich als
>Engländer empfinde die Verenglischung aber sehr störend und schließe
>daraus auf eine eher fehlende Identität mit der sehr schönen Sprache
>Deutsch.


Hallo beisammen,
Ich bin ganz deiner Meinung, John, und viel wäre zu sagen über das, was du
"eine eher fehlende Identität" nennst. Ich habe in Deutschland oft die
vernichtende Erfahrung gemacht, daß es umso besser geht als es
"ausländischer" klingt.

Wenn ich, als französischer Übersetzer deutscher Literatur mit deutschen
Verlagen zu tun habe, kann es passieren, daß die mir englische Briefe
schreiben... Von all denen ganz abgesehen, die ihre Beiträge hier mit "Hi"
einführen.

Wenn man seit Jahren versucht, als Deutschlehrer im französischen Ausland
die deutsche Sprache an den Mann / die Frau ;-) zu bringen, dann ist man
einfach entsetzt, wenn ein ehemaliger Student, der sich bemüht hat, einen
Brief an eine deutsche Firma auf Deutsch zu schreiben, eine englische
Antwort bekommen hat. Frage des betreffenden ehemaligen Studenten: "Wozu
habe ich 10 Jahre lang Deutsch gelernt" (d.h. : Warum habe ich mir soviel
Mühe gegeben, anstatt gleich English als 1. Fremdsprache zu lernen? Ergebnis
: in den letzten 4 Jahren haben wir 4% Schüler verloren, die Deutsch als 1.
Fremdsprache wählen. Wenn es so weiter geht, gibt es bald keine Germanisten
mehr, und wir reden alle Airport-English... Leider.

Gruß,
jean-claude
--
http://pro.wanadoo.fr/jc-c/

Gerald Fix

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
On Wed, 07 Jul 1999 15:59:00 GMT, hel...@vossnet.de (Christian
Heller) wrote:

>Vielleicht sollte man eine Liste an erfundenen deutschen Worten ohne
>jede Bedeutung sammeln und diesen dann die englischen Worte zuordnen?

Jepp. Ich bin dafür, dass das Internet ab jetzt Knochengewölk
heißt.

SCNR,
--
Grüsse, Gerald Fix

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
john....@gmx.de (John Miller) wrote:

>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.

Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

>Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
>den Begriff "E-Mail".

Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.
Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
nachbilden kannst.

>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"

Was ist dumm daran?

>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".

Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.

>Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".

Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen Begriff
fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es was mit
Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.

>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger

Klingt ja schauderlich. Internet liefern stelle ich mir uebrigens
schwierig vor. Internet versorgen hat bestimmt was mit Computerbau zu
tun, oder?

>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz

Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.

>Newsgroup = Neuigkeitengruppe

Neuigkeitenverbreitungsgruppe findet sich in detebe. Und schon weiss
wieder keiner, worum es geht. Es gibt aber Newsgruppen im Deutschen.

>User = Benutzer

Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?

>Newuser = Neuling

Anfaenger klaenge besser.

>Computer = Rechner

Was hast Du jetzt auf einmal gegen Fremdwoerter aus dem Lateinischen?
Willst Du die auch aus dem Englischen entfernen?

>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...

Ganz uebel. Es gibt Programme, die sowas machen. Ergebnis: Die Leute
koennen nicht mehr kommunzieren. Headerfelder sind nuneinmal in
Englisch gehalten, in Deutsch funktionieren sie nicht. Im uebrigen ist
Umleitung unzutreffend.

>poster = Verschicker

Auf Deutsch: Absender

>reply = Antwort

Ungeeignet, da die Abgrenzung zum Followup nicht klar wird.

>Posting = Nachricht

Nennt man Artikel.

>Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere

>Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also


>benutzt und pflegt sie auch.

Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann. Die
Welt waechst zusammen.

>Mit Anglizismen könnt Ihr vielleicht noch
>Eure Oma beeindrucken, aber das war es dann auch schon. Ich als
>Engländer empfinde die Verenglischung aber sehr störend und schließe
>daraus auf eine eher fehlende Identität mit der sehr schönen Sprache
>Deutsch.

Da sind wir doch beim Punkt. Du hast Angst, dass wir Dir die Sprache
wegnehmen;-) Wende Dich vertrauensvoll nach detebe. Da werden Sie
geholfen.

pi
--
Usenet is like Tetris for those who still can read.

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Friedrich Ningelgen (friedrich...@wanadoo-antispam.fr) meinte
folgendes:

[Anglizismen vermeiden]

>Hallo beisammen,
>Ich bin ganz deiner Meinung, John, und viel wäre zu sagen über das, was du
>"eine eher fehlende Identität" nennst. Ich habe in Deutschland oft die
>vernichtende Erfahrung gemacht, daß es umso besser geht als es
>"ausländischer" klingt.
>
>Wenn ich, als französischer Übersetzer deutscher Literatur mit deutschen
>Verlagen zu tun habe, kann es passieren, daß die mir englische Briefe
>schreiben... Von all denen ganz abgesehen, die ihre Beiträge hier mit "Hi"
>einführen.

Also wenn Du meinen Opa gefragt hättest, dann hätter der sich genauso
über Dein "Hallo" beschwert. "Zu seiner Zeit" (so meinte er) riefen sich
Schiffsleute im Nebel dieses Wort zu, damit ihre Kähne nicht
zusammenstoßen. ;-) (ist aber immerhin kein Anglizismus, obwohl hier
auch der Verdacht besteht, dass eine Bedeutungswandlung unter dem
Einfluss des englischen "hello" stattgefunden hat).

>Gruß,
>jean-claude

D'ailleurs, wer ist Fritz Ningelgen?

Gruß, Wolfram

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Gerald Fix (geral...@uumail.de) meinte folgendes:

Sollen wir einen RfD initiieren oder gleich zum CfV übergehen? ;-))

Gruß, Wolfram

Michael Pronay

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> schrieb in Nachricht ...

>
>Wende Dich vertrauensvoll nach detebe.
^^^^^^

Was ist das? Bisher kenn ich das nur als Diogenes-Taschenbuch.

M-.


Falco Meurer

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Hallo alle!

Boris 'pi' Piwinger schrieb:

>>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter
>>benutzt.
>Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was
>bei den Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

In den Sprachen, aus denen die Fremdwörter kommen, sind es doch ganz
normale Ausdrücke oder setzen sich zumindest aus normalgebräuchlichen
Wörtern zusammen, und sie werden auch verstanden, d.h. mit dem Bereich
assoziiert, in den sie gehören. Beispiele: E-Mail, Newsgroup,
Follow-Up, Download, Provider, Browser, usw. Warum können wir
Deutschsprechende dann nicht auch unsere eigenen Wörter benutzen?

>>Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
>>den Begriff "E-Mail".
>Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der
>Sache. Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post
>nicht nachbilden kannst.


Bedeutet "mail" eine einzelne Nachricht? Ich dachte immer, die
korrekte Übersetzung sei Post, d.h. viele Nachrichten.
Übrigens könnte man das im Deutschen wunderbar lösen:
ein E-Brief, die E-Post.

>>Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".
>Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen
>Begriff fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es
>was mit Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.


Erklär mir mal bitte, wie man eine Datei vom Laster runterlädt? Man
erkennt doch die Bedeutung sofort aus dem Zusammenhang!

>>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch
>nicht.

Ich finde, man sollte Wörter nur dann unübersetzt lassen, wenn es
entweder Eigennamen, Produkte oder für den betreffenden Sprachraum
typische Dinge sind. Dazu gehört das "Usenet" meiner Meinung nach aber
nicht.

>>Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch
>>bessere Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne
>>Sprache, also benutzt und pflegt sie auch.
>Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann.
>Die Welt waechst zusammen.

Daß die Welt zusammenwächst, ist sehr wünschenswert. Aber daß dabei
Kultur - und dazu gehört auch die Sprache - einfach verkommt und so
langsam aber sicher ausgerottet wird, ist doch wohl nicht Sinn der
Sache!

Schützt unsere schöne Sprache!

Falco


Thomas Bliesener

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
John Miller <john....@gmx.de> wrote:


> Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger

> Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz

> Newsgroup = Neuigkeitengruppe
> User = Benutzer
> Newuser = Neuling

> follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...

> poster = Verschicker


> Computer = Rechner


> reply = Antwort
> Posting = Nachricht

Die deutschen Begriffe der zweiten Gruppe werden durchaus häufig
benutzt. Kann es daran liegen, daß diese im Gegensatz zur ersten Gruppe
nicht länger oder schwieriger auszusprechen sind als die englischen
(oder besser: US-amerikanischen) Begriffe?

bli

John Miller

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
<k5ODNyxzPNLNAH...@4ax.com>:

>>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
>
>Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
>Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

Das sehe ich aber ganz anders.

>>Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
>>den Begriff "E-Mail".
>
>Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.
>Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
>nachbilden kannst.

Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der
Sache widergeben. Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
nach noch beinhalten?

>>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
>
>Was ist dumm daran?

"herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden", nur daß "downloaden"
eben viel "cooler" ist, weil's ja in der "megastrongen" Sprache Englisch
ist.

>>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>
>Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.

Eben, diese Wörter sind einfach "Dummdeutsch".

>>Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".
>
>Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen Begriff
>fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es was mit
>Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.

Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
kopiert". Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es
wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden. Es muß ja
keine Eins-zu-Eins-Übersetzung sein, es gibt so viele Möglichkeiten der
Kombination und Neuerstellung von Wörtern.

>>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>

>Klingt ja schauderlich. Internet liefern stelle ich mir uebrigens
>schwierig vor. Internet versorgen hat bestimmt was mit Computerbau zu
>tun, oder?

Aber genau das besagt "Provider". Ein Provider ist ein Lieferant. Wo
liegt denn Dein Problem? Willst Du nicht verstehen was Du sagst.

>>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>

>Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.

Das Usenet ist eine _Sache_. Es besteht aus ein paar Leitungen und
Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
jetzt zu "Auto" "car" sagen. Noch besser, sprich doch nur noch Englisch,
dann wird es wenigstens nicht von den bösen und schlechten deutschen
Wörtern unterbrochen.

>>Newsgroup = Neuigkeitengruppe
>
>Neuigkeitenverbreitungsgruppe findet sich in detebe. Und schon weiss
>wieder keiner, worum es geht. Es gibt aber Newsgruppen im Deutschen.

"detebe" sagt mir nichts. "Newsgruppen" ist doch wohl einfach nur
lächerlich.

>>User = Benutzer
>
>Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?

Ja, vielleicht gefällt Dir aber auch "Anwendertreffen" oder
"Verbrauchertreffen" besser?

>>Newuser = Neuling
>
>Anfaenger klaenge besser.

Wie auch immer.

>>Computer = Rechner
>
>Was hast Du jetzt auf einmal gegen Fremdwoerter aus dem Lateinischen?
>Willst Du die auch aus dem Englischen entfernen?

Der in Deutschland verwendete Begriff "Computer", kommt vom englischen
"to compute" = "rechnen". Das Englische hat den Begriff aus dem
lateinischen genommen, nämlich von "computo -are", was soviel heißt wie
"rechnen". "to compute" ist ein uralters englisches Wort, das schon
benutzt wurde, als noch niemand an den "computer" gedacht hat. In
Deutschland wird dieses Wort "Comp_ju_ter" ausgesprochen. Dieses _ju_,
hat nichts mit einer direkten Übertragung eines lateinischen Wortes in
ein deutsches zu tun.

>>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
>

>Ganz uebel. Es gibt Programme, die sowas machen. Ergebnis: Die Leute
>koennen nicht mehr kommunzieren. Headerfelder sind nuneinmal in
>Englisch gehalten, in Deutsch funktionieren sie nicht. Im uebrigen ist
>Umleitung unzutreffend.

Es geht nicht um die Programme und deren Protokolle. Kein normaler
Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung. Was soll an dem Satz
"Antworten auf meine Nachrichten werden nach news:soc.culture.german
umgeleitet" so unzutreffend und falsch sein?

>>poster = Verschicker
>
>Auf Deutsch: Absender

Was auch immer. Es gibt oft mehrere deutsche Begriffe für ein Wort.

>>reply = Antwort
>
>Ungeeignet, da die Abgrenzung zum Followup nicht klar wird.

"Ich schreibe eine Antwort" = Reply
"Ich leite eine Nachricht um/nach" = follow up to
Warum ist Dir da die Abgrenzung nicht klar?

>>Posting = Nachricht
>
>Nennt man Artikel.

Es gibt mehrere....

>>Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere
>>Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also
>>benutzt und pflegt sie auch.
>
>Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann. Die
>Welt waechst zusammen.

Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
Einheitsmenschen werden? Die Sprache und Kultur machen ein Volk zu einem
Volk. Wenn die Sprache stirbt, stirbt auch das Volk. Ich schätze den
Kulturaustausch sehr, Du nicht?

Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden. Die Japaner benutzen für
das Wort "Fernsehen" die Wörter "terebijon", "juzou" und "terebi". Sind
die vielleicht irgendwie ganz weit zurück mit ihrer Fernsehproduktion
und -entwicklung, nur weil sie nicht das "ultracoole" Wort "television"
benutzt haben? Mit Deutschen kann man Deutsch sprechen und wenn man mit
Ausländern auf einer amerikanischen Fachtagung spricht, kann man die
englischen Wörter benutzen. Ist es denn so schwer, mal ein paar Vokabeln
zu lernen?

Gruß
John


Christoph von Nathusius

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
In de.etc.sprache.deutsch, Gerald Fix wrote:
>On Wed, 07 Jul 1999 15:59:00 GMT, hel...@vossnet.de (Christian
>Heller) wrote:
>
>>Vielleicht sollte man eine Liste an erfundenen deutschen Worten ohne
>>jede Bedeutung sammeln und diesen dann die englischen Worte zuordnen?
>Jepp. Ich bin dafür, dass das Internet ab jetzt Knochengewölk
>heißt.

ROTFL

Sag mal, hast Du das von langer Hand geplant und Dir
die Vorlage zusammengebastelt?

Christoph
Frag ja nur ...

Guido Wojaczek

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to

John Miller wrote:

> Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
> <k5ODNyxzPNLNAH...@4ax.com>:
>
> >>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
> >
> >Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
> >Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.
>
> Das sehe ich aber ganz anders.

Zahlreiche Debatten hier in desd haben imho deutlich genug gezeigt, daß man
viele Bezeichnungen eben nicht einfach in eine neue Sprache übersetzen kann.

>
> >>Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
> >>den Begriff "E-Mail".
> >
> >Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.
> >Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
> >nachbilden kannst.
>
> Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der
> Sache widergeben. Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
> nach noch beinhalten?

Ein Brief ist doch wohl etwas anderes als eine elektronische Nachricht, die
man heutzutage als E-Mail bezeichnet.

> >>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
> >
> >Was ist dumm daran?
>
> "herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden", nur daß "downloaden"
> eben viel "cooler" ist, weil's ja in der "megastrongen" Sprache Englisch
> ist.
>
> >>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
> >
> >Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.
>
> Eben, diese Wörter sind einfach "Dummdeutsch".

Definier doch mal bitte 'Dummdeutsch' und nenne bitte auch ein paar
Entscheidungskriterien für diese Einstufung.

> Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
> kopiert". Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es
> wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden. Es muß ja
> keine Eins-zu-Eins-Übersetzung sein, es gibt so viele Möglichkeiten der
> Kombination und Neuerstellung von Wörtern.

Warum fährst du dann 'Auto', gehst in die 'Disko', hörst 'Radio' etc.?

> >>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
> >
> >Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.
>
> Das Usenet ist eine _Sache_.

Auch Sachen können Namen haben.

> Es besteht aus ein paar Leitungen und
> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
> jetzt zu "Auto" "car" sagen.

und somit ein griechisches Wort durch ein englisches ersetzen? Auch nicht
schlecht...

> Noch besser, sprich doch nur noch Englisch,
> dann wird es wenigstens nicht von den bösen und schlechten deutschen
> Wörtern unterbrochen.

> >>User = Benutzer


> >
> >Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>
> Ja, vielleicht gefällt Dir aber auch "Anwendertreffen" oder
> "Verbrauchertreffen" besser?

Verbrauchst du das Internet? Lass mir aber bitte noch etwas übrig! :-)

> >>Computer = Rechner
> >
> >Was hast Du jetzt auf einmal gegen Fremdwoerter aus dem Lateinischen?
> >Willst Du die auch aus dem Englischen entfernen?
>
> Der in Deutschland verwendete Begriff "Computer", kommt vom englischen
> "to compute" = "rechnen". Das Englische hat den Begriff aus dem
> lateinischen genommen, nämlich von "computo -are", was soviel heißt wie
> "rechnen". "to compute" ist ein uralters englisches Wort, das schon
> benutzt wurde, als noch niemand an den "computer" gedacht hat. In
> Deutschland wird dieses Wort "Comp_ju_ter" ausgesprochen. Dieses _ju_,
> hat nichts mit einer direkten Übertragung eines lateinischen Wortes in
> ein deutsches zu tun.

> >>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
> >
> >Ganz uebel. Es gibt Programme, die sowas machen. Ergebnis: Die Leute
> >koennen nicht mehr kommunzieren. Headerfelder sind nuneinmal in
> >Englisch gehalten, in Deutsch funktionieren sie nicht. Im uebrigen ist
> >Umleitung unzutreffend.
>
> Es geht nicht um die Programme und deren Protokolle. Kein normaler
> Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung. Was soll an dem Satz
> "Antworten auf meine Nachrichten werden nach news:soc.culture.german
> umgeleitet" so unzutreffend und falsch sein?

Etwas umständlich, oder?

> >>Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere
> >>Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also
> >>benutzt und pflegt sie auch.
> >
> >Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann. Die
> >Welt waechst zusammen.
>
> Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
> also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
> Einheitsmenschen werden? Die Sprache und Kultur machen ein Volk zu einem
> Volk. Wenn die Sprache stirbt, stirbt auch das Volk. Ich schätze den
> Kulturaustausch sehr, Du nicht?
>
> Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
> wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden. Die Japaner benutzen für
> das Wort "Fernsehen" die Wörter "terebijon", "juzou" und "terebi". Sind
> die vielleicht irgendwie ganz weit zurück mit ihrer Fernsehproduktion
> und -entwicklung, nur weil sie nicht das "ultracoole" Wort "television"
> benutzt haben? Mit Deutschen kann man Deutsch sprechen und wenn man mit
> Ausländern auf einer amerikanischen Fachtagung spricht, kann man die
> englischen Wörter benutzen. Ist es denn so schwer, mal ein paar Vokabeln
> zu lernen?

Also dann eliminieren wir doch einfach alle Wörter, die fremdsprachigen
Ursprungs sind aus dem Deutschen, um unsere hehre Sprache rein zu halten.
Danach müssen wir aber wahrscheinlich wieder trommeln, um uns zu
verständigen.
Mich wundert bei der ganzen Anglizismus-Debatte doch immer wieder, mir
welcher Selbstverständlichkeit 'alte' Fremdwörter in der deutschen Sprache
hingenommen (ob sie nun aus dem Griechischen, Lateinischen, Jiddischen etc.
stammen mögen), mit welcher Vehemenz man aber gegen neue Übernahmen vorgeht.
Da werden Vokabeln gebraucht wie 'Dummdeutsch', die bei näherer Betrachtung
imho ein größeres Armutszeugnis für die deutsche Sprache sind, als 'E-Mail'
oder
'Computer'.
Nationalistische Sprachtendenzen halte ich nicht nur für absolut
unangebracht, sie sind auch von der Sprachgeschichte her von Anfang an zum
Scheitern verurteilt.

Grüße.

Guido

volker multhopp

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
John Miller wrote:

> Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
> wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden. Die Japaner benutzen für
> das Wort "Fernsehen" die Wörter "terebijon", "juzou" und "terebi". Sind
> die vielleicht irgendwie ganz weit zurück mit ihrer Fernsehproduktion
> und -entwicklung, nur weil sie nicht das "ultracoole" Wort "television"
> benutzt haben?

Du trollst wohl? "Terebijon" ist ja nichts anderes als "television",
und "terebi" etwa "tv".

--Volker

volker multhopp

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
John Miller wrote:

> Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
> wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden. Die Japaner benutzen für
> das Wort "Fernsehen" die Wörter "terebijon", "juzou" und "terebi". Sind
> die vielleicht irgendwie ganz weit zurück mit ihrer Fernsehproduktion
> und -entwicklung, nur weil sie nicht das "ultracoole" Wort "television"
> benutzt haben?

Du trollst wohl? "Terebijon" ist ja nichts anderes als "television"
mit japanicher Aussprache, und "terebi" etwa "tv".

--Volker

Michael Pronay

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
Guido Wojaczek schrieb in Nachricht
<3783CAA3...@split.uni-bamberg.de>...

>
>Mich wundert bei der ganzen Anglizismus-Debatte doch
>immer wieder, mi[t] welcher Selbstverständlichkeit

>'alte' Fremdwörter in der deutschen Sprache hingenommen
>(ob sie nun aus dem Griechischen, Lateinischen,
>Jiddischen etc. stammen mögen), mit welcher Vehemenz
>man aber gegen neue Übernahmen [aus dem englischen
>Sprachraum] vorgeht.

Vorsicht. Ich habe mich bisher absichtlich nicht
eingemischt, denn im Grunde gebe ich Dir völlig recht.
Es gibt aber Anglizismen, die stören mich doch, weil
sie nur schlampig und schludrig sind (und viele das
nicht einmal mehr wissen). Zwei Beispiele:

"Sinn machen" ist MUSEN ärgerlich, denn "Sinn haben"
oder "Sinn ergeben" sagt's ohne das "to make sense"
im Hintergrund.

Und:

"Ich werde Dich vermissen" für "I will miss you".
Das ist ein ärgerlicher Anglizismus (wiederum imvho),
denn im Begriff des Vermissens steckt jenes Quäntchen
des Verschollen-Seins, des Nicht-Wissens, wo die
gesuchte Person oder der gesuchte Gegenstand sich
befindet ("XY auf Expedition vermißt"; "Ich vermisse
meinen Schlüsselbund"), der die Phrase bei Abschieden
aller Art höchst hohl klingen läßt. Da gehört "Du
wirst mir fehlen/abgehen" hin. "Ich werde Dich
vermissen" klingt wie "Ich werde in kürze über Deine
Verschollenheit klagen." Woher weiß denn das der
Abschiednehmer?

Michael


Michael Pronay

unread,
Jul 7, 1999, 3:00:00 AM7/7/99
to
volker multhopp schrieb in Nachricht
<3783CE5F...@erols.com>...

>
> Du trollst wohl? "Terebijon" ist ja nichts
>anderes als "television",

Oho, das ist ja phonetisch! Ich hatte es nicht bemerkt.

>und "terebi" etwa "tv".

Naja: dann schon eher "televi". (Diese Abkürzung war
mal tatsächlich im Gebrauch, ich kenne sie aus den
späten 60ern aus England oder Kanada.)

Michael


Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Guido Wojaczek (guido.w...@split.uni-bamberg.de) meinte folgendes:

>
>John Miller wrote:
>
>> Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
>> <k5ODNyxzPNLNAH...@4ax.com>:
>>
>> >>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
>> >
>> >Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
>> >Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.
>>
>> Das sehe ich aber ganz anders.
>
>Zahlreiche Debatten hier in desd haben imho deutlich genug gezeigt, daß man
>viele Bezeichnungen eben nicht einfach in eine neue Sprache übersetzen kann.

Man muss sie nicht unbedingt _übersetzen_, man muss die neue Sache nur
(mit deutschen Wörtern) bezeichnen (wollen), was i.d.R. auch möglich
wäre.
Man tut es nur einfach nicht. Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass
der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist
im Englischen eben nicht nur der Internet-Provider, sondern u.U. jede
Art von Lieferant. Warum soll, was im Englischen aus dem Kontext
hervorgeht, nicht auch im Deutschen klappen, indem man z.B. "Internet-
Versorger", "Internet-Lieferant" oder "Internet-Anbieter" sagt.
Natürlich hört sich das jetzt mehr oder weniger schwachsinnig an, aber
doch nur, weil man sich an den englischen Ausdruck gewöhnt hat. Bei
"Strom-Lieferant" und "Strom-Versorger" wundert sich merkwürdigerweise
niemand.
Und wenn jemand sagt: "Ich trage Linsen", dann denkt auch niemand, dass
derjenige Hülsenfrüchte mit sich herumschleppt. Man kann also durchaus
im Deutschen bereits vorhandene, vermeintlich ungenaue Begriffe
benutzen, um eine (ehemals) neue Sache zu bezeichen.

>> Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der
>> Sache widergeben. Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
>> nach noch beinhalten?
>
>Ein Brief ist doch wohl etwas anderes als eine elektronische Nachricht, die
>man heutzutage als E-Mail bezeichnet.

Gleiches Problem. Wenn man nur wollte, wäre die deutsche Sprache und
auch die Deutschen anpassungsfähig genug, eine E-Mail als E-Brief zu
bezeichnen und dies nicht merkwürdig zu finden. Im Englischen hat das
mit dem Begriff "mail" ja auch funktioniert.

>> Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
>> kopiert". Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es
>> wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden. Es muß ja
>> keine Eins-zu-Eins-Übersetzung sein, es gibt so viele Möglichkeiten der
>> Kombination und Neuerstellung von Wörtern.
>
>Warum fährst du dann 'Auto', gehst in die 'Disko', hörst 'Radio' etc.?

(nur nebenbei angemerkt: die ersten beiden Begriffe sind Gallizismen)
Bei diesen Begriffen bestand wohl eher die Notwendigkeit, Fremdwörter
einzuführen. Es geht aber auch nicht darum, gar keine Anglizismen o.ä.
mehr zu übernehmen. Die internet- und computerspezifischen Anglizismen
sind aber eine wahre Flut, die eigentlich in dem Maße nicht sein muss.
Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.

>> Es besteht aus ein paar Leitungen und
>> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
>> jetzt zu "Auto" "car" sagen.
>
>und somit ein griechisches Wort durch ein englisches ersetzen? Auch nicht
>schlecht...

Wenn Du in der "Entwicklungsgeschichte" so weit zurückgehst, dass Du
Auto als griechisch bezeichnest, musst Du "car" auch als lateinisch (von
'carrus') bezeichnen.

>Nationalistische Sprachtendenzen halte ich nicht nur für absolut

^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Godwin's Law?

>unangebracht, sie sind auch von der Sprachgeschichte her von Anfang an zum
>Scheitern verurteilt.

Das 'nationalistisch' überlese ich mal als unpassend. Bezüglich des
Scheiterns solltest Du mal an die ganzen französischen Fremdwörter
denken, die in den letzten 50 Jahren so ziemlich verschwunden sind, z.B.
Trottoir, Fauteuil, Ticket (mit franz. Aussprache)...

Auch wenn es sich so anhören mag, ich bin kein Anglizismen- oder
Fremdwörter-Hasser und gegen Wörter wie "E-Mail" und "Computer" habe ich
auch nichts, sie haben sich nunmal eingebürgert und sind heute
selbstverständlich. Es gibt aber keine Zwangsläufigkeit in der
Verwendung von Anglizismen. Das häufigste Argument, deutsche Wörter
seien ungenauer, zieht einfach nicht, da im Deutschen derselbe
Sprachwandel vonstatten gehen könnte, wie er es im Englischen auch tut.

Gruß, Wolfram

Dietmar Sommerfeld

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Michael Pronay schrieb:

Das Kürzel für de.talk.bizarre.
de.talk.bizarre = dtb = detebe

Ciao, Dietmar

--
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich
dabei doch auch was denken lassen. (Arthur Schopenhauer)

Guido Wojaczek

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Wolfram Meyer-von Gagern wrote:

> Guido Wojaczek (guido.w...@split.uni-bamberg.de) meinte folgendes:
> >

> >Zahlreiche Debatten hier in desd haben imho deutlich genug gezeigt, daß man
> >viele Bezeichnungen eben nicht einfach in eine neue Sprache übersetzen kann.
>

> Man muss sie nicht unbedingt _übersetzen_, man muss die neue Sache nur
> (mit deutschen Wörtern) bezeichnen (wollen), was i.d.R. auch möglich
> wäre.
> Man tut es nur einfach nicht. Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass
> der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
> beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist
> im Englischen eben nicht nur der Internet-Provider, sondern u.U. jede
> Art von Lieferant. Warum soll, was im Englischen aus dem Kontext
> hervorgeht, nicht auch im Deutschen klappen, indem man z.B. "Internet-
> Versorger", "Internet-Lieferant" oder "Internet-Anbieter" sagt.
> Natürlich hört sich das jetzt mehr oder weniger schwachsinnig an, aber
> doch nur, weil man sich an den englischen Ausdruck gewöhnt hat. Bei
> "Strom-Lieferant" und "Strom-Versorger" wundert sich merkwürdigerweise
> niemand.

Ist es denn wirklich notwendig, diese Begriffe immer zu übersetzen? Ich glaube das
nicht. Die Lösung liegt imho irgendwo in der Mitte.

> >Warum fährst du dann 'Auto', gehst in die 'Disko', hörst 'Radio' etc.?
>

> (nur nebenbei angemerkt: die ersten beiden Begriffe sind Gallizismen)

Mea culpa, ich neige berufsbedingt manchmal dazu, solche neuzeitliche
Sprachentwicklungen zu übergehen und mich stattdessen gleich mit dem eigentlichen
Ursprung zu befassen.

> Bei diesen Begriffen bestand wohl eher die Notwendigkeit, Fremdwörter
> einzuführen. Es geht aber auch nicht darum, gar keine Anglizismen o.ä.
> mehr zu übernehmen. Die internet- und computerspezifischen Anglizismen
> sind aber eine wahre Flut, die eigentlich in dem Maße nicht sein muss.
> Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.

*nick*

> >> Es besteht aus ein paar Leitungen und
> >> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
> >> jetzt zu "Auto" "car" sagen.
> >
> >und somit ein griechisches Wort durch ein englisches ersetzen? Auch nicht
> >schlecht...
>

> Wenn Du in der "Entwicklungsgeschichte" so weit zurückgehst, dass Du
> Auto als griechisch bezeichnest, musst Du "car" auch als lateinisch (von
> 'carrus') bezeichnen.

:-))
Witzig daran ist, daß 'carrus' ein Wort ist, das die lateinische Sprache aus dem
Gallischen übernommen hat.

> >Nationalistische Sprachtendenzen halte ich nicht nur für absolut

> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Godwin's Law?

Nein, so war das nicht gemeint! Ich gerate nur manchmal etwas in Rage, wenn ich
lese, daß jemand die deutsche Sprache rein halten möchte, indem er ihren baldigen
Untergang durch eine globale Anglizismen-Verschwörung prognostiziert.

> >unangebracht, sie sind auch von der Sprachgeschichte her von Anfang an zum
> >Scheitern verurteilt.

> Auch wenn es sich so anhören mag, ich bin kein Anglizismen- oder


> Fremdwörter-Hasser und gegen Wörter wie "E-Mail" und "Computer" habe ich
> auch nichts, sie haben sich nunmal eingebürgert und sind heute
> selbstverständlich. Es gibt aber keine Zwangsläufigkeit in der
> Verwendung von Anglizismen. Das häufigste Argument, deutsche Wörter
> seien ungenauer, zieht einfach nicht, da im Deutschen derselbe
> Sprachwandel vonstatten gehen könnte, wie er es im Englischen auch tut.

Da gebe ich Dir recht, da ich das ähnlich sehe. Was mich stört, ist die Tatsache,
daß für die meisten hier kein Mittelweg möglich zu sein scheint. Ich speichere
auch Dateien, die ich mir heruntergeladen habe, und save keine Files ...
Aber die krampfhaften Versuche, für Wörter wie 'Computer', 'Internet' oder
'Server' eine (fürchterlich gekünstelte) Übersetzung zu suchen, weil sonst die
deutsche Sprache und Kultur dem Untergang anheim fällt, nerven mich doch
mittlerweile sehr und schaden imho mehr, weil sie auf den Großteil der Bevölkerung
lächerlich wirken, der dann erst recht zu dem englischen Begriff greift.

Grüße.

Guido


Ulrich F. Heidenreich

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger schrieb am Wed, 07 Jul 1999 20:10:28 +0200 :

>john....@gmx.de (John Miller) wrote:
>>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
>
>Was ist dumm daran?
>

>>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>
>Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.

Du berücksichtigst hier eventuell nicht John's Betrachtungswinkel. Hier
wird ein Wort seiner Muttersprache von Deutschen so erbärmlich falsch
konjugiert, daß es ihm vermutlich in den Ohren wehtut. Und das, obwohl
mit "Herunterladen" tatsächlich eine verständliche deutsche Übersetzung
existiert. Doppeldeutige Begriffe erhalten bekanntermaßen Ihre Bedeutung
aus dem Zusammenhang: Daten werde ich wohl kaum vom LKW herunterladen.
(Und eine Pizza nicht aus dem Netz)

Vieles - aber beileibe nicht alles!(s.u.) - was die
"Deutsch-den-Deutschen"-Fanatiker so fordern, hat durchaus seine
Berechtigung. Ich erinnere mich dunkel an den Spruch - wohl - aus der
deutschen Besatzungszeit "Schief (gemeint war wohl 'Chief'?) ist
Englisch und Englisch ist Modern", der nicht besser die heutige
Situation karikiert, in der alles cool oder hip ist, was irgendwie
amerikanisch klingt.

Wenn ich - wie Du richtig bemerkst - statt Posting Artikel, statt Reply
Antwort, usw. nutze, bewege ich mich im durchaus 'legalen' Rahmen der
Eindeutschung. Stehende Fachbegriffe zu schnell oder überhaupt ins
Deutsche zu übersetzen halte ich andererseits für wenig sinnvoll.

Mensch, was habe ich bei Word 2 lange über den Satz "Setzen sie die
Einfügemarke auf das Wort und betätigen die Eingabetaste" gegrübelt, bis
mir der Geistesblitz kam, daß damit lediglich "Setzen Sie den Cursor auf
das Wort und drücken Enter" gemeint war. Heute wäre jener Satz durchaus
verständlich, da die deutschen Pedante inzwischen geläufig sind; damals
hat mir kein einziges Computerfachlexikon helfen können.

Standardbeispiel für irreführend übersetzte Fachbegriffe ist auch die
berühmte String-Taste. Der Übersetzungsversuch von "Control" in
"Steuerung" gefolgt von der Deutschen Abkürzungswut hat hier das
Paradoxon geschaffen, daß fast jeder Nutzer in die Strg-Taste einen
englischen Begriff hereininterpretiert. Zum Glück ist bei der
Entflcht-Taste dieser Irrsinn nicht wiederholt worden.

Auch sollte man zwanghafte Eindeutschungsversuche meiden, wenn der
korrespondierende deutsche Fachbegriff gerade nicht greifbar ist. Bevor
ich zum Beispiel ein 'Framegrabberboard' mit 'Rahmengreifbrett'
übersetze (O-Ton aus einer Twain-Anleitung), laß ich's lieber.

Inzwischen im Deutschen geläufig gewordene angelsächsische Begriffe
sollte man allerdings tunlichst im Original verwenden. Ich kann mich
noch sehr gut an einen heftigen Disput mit einer Kundin erinnern,
dergegenüber ich Fachbegriffe meiden wollte und sie bat, ihren Rechner
(nicht Computer) zur Fehlerdiagnose in den Laden zu bringen:

"Wenn wir den Fehler mit dem Joystick¹) so nicht eingrenzen können,
müßten Sie den Rechner noch mal 'reinbringen." Erstaunte Rückfrage:
"Welchen Rechner?". Noch erstauntere Rückfrage: "Na, den, an dem der
Joystick nicht funktioniert. Welchen denn sonst?".

An der harschen Reaktion der Kundin "Wollen Sie mich etwa mit Ihrem
Fachwissen vera*schen!?" durfte ich dann leider erkennen, daß die Dame
mit "Rechner" irgendetwas spezifisch technisch Anderes als ihren
Computer assoziierte.

Auch komme ich mit dem Neuigkeitenleseprogramm Herausschauganzschnell in
der Version 5 absolut nicht zurecht, da auch dort wieder krampfhaft
deutsche Wortschöpfungen anstelle von geläufigen - ich vermeide jetzt
bewußt, 'englischen'! - Fachbegriffen Verwendung finden.

Just meine beiden Centimes,
Ulrich

___
¹) Ich glaube nicht, daß der deutsche Begriff "Freudenstab" hier die
Situation deutlich entschärft hätte.

--
In diesem Artikel fehlt zur allgemeinen
Erheiterung absichtlich irgendwo ein "n" ;o}

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
john....@gmx.de (John Miller) wrote:

>>>Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
>>
>>Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
>>Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.
>
>Das sehe ich aber ganz anders.

Kannst Du dazu mal Beispiele nennen. Wo ist die Bedeutung von E-Mail,
Newsgroup, Internet, Usenet etc. ohne jeden Zusammenhang unklar?

>>Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.
>>Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
>>nachbilden kannst.
>
>Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der
>Sache widergeben.

Aha, schon sind es zwei Woerter.

>Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
>nach noch beinhalten?

Die zwei von Dir angefuehrten Bedeutungen. Beispiel: Etwas per E-Mail
schicken (E-Mail als Gesamtheit). Ich habe heut morgen schon wieder 37
E-Mails gehabt (E-Mails als einzelne Nachrichten).

>>>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
>>
>>Was ist dumm daran?
>
>"herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden",

Aber eben auch viel mehr.

>>>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>>
>>Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.
>
>Eben, diese Wörter sind einfach "Dummdeutsch".

Den Ausdruck zu diffamieren, ist keine Erklaerung.

>>>Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".
>>
>>Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen Begriff
>>fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es was mit
>>Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.
>
>Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
>kopiert".

Klar kann man.

>Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es

Schon wieder. Keine Erklaerung, nur beschimpfen.

>wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden.

Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.

>>>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>>
>>Klingt ja schauderlich. Internet liefern stelle ich mir uebrigens
>>schwierig vor. Internet versorgen hat bestimmt was mit Computerbau zu
>>tun, oder?
>
>Aber genau das besagt "Provider".

Im Englischen mag das so sein, im Deutschen nicht.

>>>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>>
>>Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.
>
>Das Usenet ist eine _Sache_.

Usenet ist der Name fuer diese "Sache".

>Es besteht aus ein paar Leitungen und
>Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
>jetzt zu "Auto" "car" sagen. Noch besser, sprich doch nur noch Englisch,
>dann wird es wenigstens nicht von den bösen und schlechten deutschen
>Wörtern unterbrochen.

Du willst einfach nicht verstehen, stimmt's? Es geht nicht um die von
Dir staendig in unzaehligen Anfuehrungszeichen gesetzten Woerter, es
geht um zweckmaessige Bezeichnungen.

>>>Newsgroup = Neuigkeitengruppe
>>
>>Neuigkeitenverbreitungsgruppe findet sich in detebe. Und schon weiss
>>wieder keiner, worum es geht. Es gibt aber Newsgruppen im Deutschen.
>
>"detebe" sagt mir nichts.

de.talk.bizarre

>"Newsgruppen" ist doch wohl einfach nur lächerlich.

"Laecherlich" ist auch durch staendige Widerho(h)lung kein Argument.

>>>User = Benutzer
>>
>>Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>
>Ja, vielleicht gefällt Dir aber auch "Anwendertreffen" oder
>"Verbrauchertreffen" besser?

Nicht wirklich. Netztreffen gibt wenigstens halbwegs den Inhalt
wieder.

>>>Computer = Rechner
>>
>>Was hast Du jetzt auf einmal gegen Fremdwoerter aus dem Lateinischen?
>>Willst Du die auch aus dem Englischen entfernen?
>
>Der in Deutschland verwendete Begriff "Computer", kommt vom englischen
>"to compute" = "rechnen". Das Englische hat den Begriff aus dem
>lateinischen genommen, nämlich von "computo -are", was soviel heißt wie
>"rechnen".

Exakt.

>"to compute" ist ein uralters englisches Wort, das schon
>benutzt wurde, als noch niemand an den "computer" gedacht hat.

Eben. Damals war es -- um mit Deinen Worten zu sprechen -- cool und
megain, die megastronge Sprache Latein fuer Fremdwoerter
heranzuziehen. Fanden auch damals einige sicherlich laecherlich und
dumm. Hier tun sich Deutsch und Englisch sicher nicht viel, aber so
ist das.

>>>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
>>
>>Ganz uebel. Es gibt Programme, die sowas machen. Ergebnis: Die Leute
>>koennen nicht mehr kommunzieren. Headerfelder sind nuneinmal in
>>Englisch gehalten, in Deutsch funktionieren sie nicht. Im uebrigen ist
>>Umleitung unzutreffend.
>
>Es geht nicht um die Programme und deren Protokolle.

Ich sage doch, dass es um Kommunikationsfaehigkeit geht.

>Kein normaler Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung.

Irrtum. Bei fast jedem Crossposting (schon wieder so ein Wort) sollte
er ein Followup-To setzen, sonst wird ihm das schon jemand sagen.
Gelegentlich hoert man dann: "Mein Programm hat sowas nicht", was in
Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.

>Was soll an dem Satz
>"Antworten auf meine Nachrichten werden nach news:soc.culture.german
>umgeleitet" so unzutreffend und falsch sein?

Man sieht gelegentlich Threads, die crossgepostet oder off-topic sind,
und dann versucht einer, diesen umzuleiten, indem er ein Posting
reinschreibt und ein F'up setzt, was natuerlich nichts aendert, da die
Antworten auf die inhaltlichen Beitraege nicht umgeleitet werden. Auch
das Posting, das dieses Feld enthaelt, wird nicht umgeleitet.

>>>reply = Antwort
>>
>>Ungeeignet, da die Abgrenzung zum Followup nicht klar wird.
>
>"Ich schreibe eine Antwort" = Reply

Ich schreibe hier auch gerade eine Antwort, das ist aber ein Followup
und kein Reply, das waere Mail.

>>Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann. Die
>>Welt waechst zusammen.
>
>Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
>also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
>Einheitsmenschen werden?

Wer redet von Aufgabe? Aber eine Verschmelzung ist in einigen
Bereichen zu beobachten und auch sinnvoll.

>Die Sprache und Kultur machen ein Volk zu einem
>Volk. Wenn die Sprache stirbt, stirbt auch das Volk. Ich schätze den
>Kulturaustausch sehr, Du nicht?

Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.

>Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
>wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden.

Wie waere es mit PR, IR, ROI etc.? Es gibt auch dort einige
Fremdwoerter. Von allen war auch nie die Rede.

>Mit Deutschen kann man Deutsch sprechen und wenn man mit
>Ausländern auf einer amerikanischen Fachtagung spricht, kann man die
>englischen Wörter benutzen. Ist es denn so schwer, mal ein paar Vokabeln
>zu lernen?

Je mehr es werden und je spezieller sie sind, desto aufwendiger wird
das Lernen. Beispiel: Ich kann ohne grosse Probleme RfCs lesen, da das
Fachvokabular kein Problem darstellt. Ich diskutiere weiterhin derzeit
auf eine Beta-Tester-Mailingliste in Englisch ueber einen Newsreader,
kommunikativ ganz unkompliziert.

Vielleicht magst Du ein Beispiel aus einem computerfernen Bereich? Ich
bin Logiker, alle relevante Literatur ist Englisch, die meisten
Fachausdruecke werden nicht uebersetzt. So kann sogar jemand, der kein
bzw. sehr wenig Deutsch spricht, zur Not noch etwas in Deutsch
abgefasstem folgen. Man verzichtet darauf, krampfhaft dt.
Begrifflichkeiten zu erfinden.

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
gag...@gmx.de (Wolfram Meyer-von Gagern) wrote:

>>unangebracht, sie sind auch von der Sprachgeschichte her von Anfang an zum
>>Scheitern verurteilt.
>

>Das 'nationalistisch' überlese ich mal als unpassend. Bezüglich des
>Scheiterns solltest Du mal an die ganzen französischen Fremdwörter
>denken, die in den letzten 50 Jahren so ziemlich verschwunden sind, z.B.
>Trottoir, Fauteuil, Ticket (mit franz. Aussprache)...

Danke fuer die Vorlage. Ich erlaube mir mal, einen Freund zu zitieren,
der erklaert hat, warum er Frankreich nicht mag:

"verhindern einer rettungsaktion in der dritten welt (kosten 90 Mio)
weil die software fuer den medikamenten-tausch nicht auf franzoesisch
verfuegbar ist"

"exmatrikulation eines freundes in paris, weil seine homepage nur auf
englisch verfuegbar ist"

Die Franzosen machen es vor, wie man die Sprache reinhaelt. Auf einmal
durften Jeans und Computer nicht mehr verkauft werden.

>Auch wenn es sich so anhören mag, ich bin kein Anglizismen- oder
>Fremdwörter-Hasser und gegen Wörter wie "E-Mail" und "Computer" habe ich
>auch nichts, sie haben sich nunmal eingebürgert und sind heute
>selbstverständlich.

Bingo. Nach einer gewissen Zeit passiert das. Jedes Wort faengt mal
klein an.

>Es gibt aber keine Zwangsläufigkeit in der
>Verwendung von Anglizismen. Das häufigste Argument, deutsche Wörter
>seien ungenauer, zieht einfach nicht, da im Deutschen derselbe
>Sprachwandel vonstatten gehen könnte, wie er es im Englischen auch tut.

Die Fremdwoerter im Deutschen erfahren gegenueber der
Ursprungsbedeutung oftmals eine Bedeutungseinschraenkung, was sie im
Deutschen wesentlich aussagekraeftiger macht.

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Roland Jesse <je...@cs.uni-magdeburg.de> wrote:

>> Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
>> nachbilden kannst.
>

>Nicht? Was ist an E-Mail eindeutiger als an E-Post?

Wie war doch gleich der Plural von E-Post?

>> Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.
>

>Warum? Warum nicht auch "gedownloadet", "gedownloadet" oder vielleicht
>sogar "gedowngeloaded"? Schön, dass wir uns alle verstehen. ;)

"ed" am Ende vertraegt sich nicht mit "ge" zur Perfektbildung.
Entweder man konjugiert deutsch oder englisch. Ich habe das mal
ausfuehrlich dagelegt, leider nur kommerziell im Buchhandel
erhaeltlich;-)

>> Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>

>Was ist daran schwer zu verstehen?

Was Benutzen sie denn?

Clemens Meier

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Harro!

"Michaer Pronay" <pro...@tereweb.at> writes:

> >und "terebi" etwa "tv".
>

> Naja: dann schon eher "terevi".

Japaner nicht haben r.

CU

Cremens

----------------------------------------------------------------------------
When there is usefur information which [your] crm...@riri.uni-biereferd.de
program can send to the terminar but not get Cremens Meier
at itserf, your customers start to say very GO C++ 3$ UR R+>+++ E++>+++ P-
unkindry things about you. R.A.O'Keefe N++ R+>+++ G'''' b++ TWERPS+++

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
"Falco Meurer" <fal...@online.de> wrote:

>>Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der

>>Sache. Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post
>>nicht nachbilden kannst.
>


>Bedeutet "mail" eine einzelne Nachricht? Ich dachte immer, die
>korrekte Übersetzung sei Post, d.h. viele Nachrichten.

Es geht hier aber nicht um Uebersetzungen sonder um Fremdwoerter.

>>>Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".
>>
>>Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen
>>Begriff fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es
>>was mit Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.
>

>Erklär mir mal bitte, wie man eine Datei vom Laster runterlädt?

Die Datei hast Du jetzt aber hinzugefuegt.

>Man erkennt doch die Bedeutung sofort aus dem Zusammenhang!

Kommt vor, ist aber nicht immer so.

>>>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>>
>>Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch
>>nicht.
>

>Ich finde, man sollte Wörter nur dann unübersetzt lassen, wenn es
>entweder Eigennamen, Produkte oder für den betreffenden Sprachraum
>typische Dinge sind. Dazu gehört das "Usenet" meiner Meinung nach aber
>nicht.

Was macht einen Namen irgend eines Autos oder Spuelmittels besser als
den Namen eines weltumspannenden Netzes? Musst Du erst Geld dafuer
zahlen?

>Schützt unsere schöne Sprache!

In welcher Fassung? 1800, 1850, 1900, 1940, 1980, 1990, 1995, 1999?

Dirk Taggesell

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger wrote:
>
> john....@gmx.de (John Miller) wrote:
>
> >Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
>
> Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
> Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

Wenn es nur so wäre...

> Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen Begriff
> fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es was mit
> Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.

Die tatsächliche Bedeutung des Wortes herunterladen ergibt sich
für gewöhnlich aus dem Kontext, wodurch eine Verwechslungsgefahr
nicht besteht.

> >Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger

[...]


> >Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz

[...]
> >Newsgroup = Neuigkeitengruppe
[...]
> Klingt ja schauderlich.

In der Tat. Da muß ich Dir recht geben.

> >User = Benutzer


>
> Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?

Wir sollten bei der Wahl von Begriffen die jeweiligen
Zielgruppen,
bei Artikeln in Zeitschriften z.B. die Leserschaft, im Auge
behalten.

Während ich in einer Bedienungsanleitung, das Wort Anwender oder
Benutzer vorziehe, ist die Ankündigung eines Benutzertreffens
wohl etwas ungewöhnlich. Hier kann ich nämlich davon ausgehen,
daß die interessierte Zielgruppe weiß, was ein User ist.

> >Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere
> >Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also
> >benutzt und pflegt sie auch.
>

> Auf dass man sich danach moeglichst schlecht verstaendigen kann. Die
> Welt waechst zusammen.

Falscher Ansatz. Nochmal: ich muß mir überlegen, zu _wem_ ich
etwas
sage oder für _wen_ ich etwas schreibe. Danach muß ich meinen
Wortschatz aussuchen. Und wenn ich Otto Normalverbraucher
erreichen
will, dann muß ich befürchten, daß dieser des Englischen nicht
mächtig ist. Deshalb versuche ich, möglichst wenig Fachchinesisch
zu verwenden und mein Anliegen möglichst in gebräuchlichen
deutschen
Worten darzubringen.

BTW:
Das haben leider nicht alle verstanden. Zumindest nicht die
Werbeagentur der Allianz, die im deutschen Fernsehen einen
Werbespot einer deutschen Firma einem deutschen Publikum
aufdrückt, der ausschließlich in englisch gehalten ist.
Das ist in meinen Augen eine grobe Unhöflichkeit und für
mich Grund genug, einen persönlichen Boykott dieser
Versicherung in Betracht zu ziehen.

Die Werbefuzzis sind eh' die größten Sprachverhunzer unter
der Sonne.

Also stoßt mal lieber Eure Allianz-Aktien unauffällig
ab, die gehen demnächst in den Keller :-)

--
Mit freundlichen Grüßen

Dirk Taggesell
CyberSolutions GmbH http://www.cys.de/

Klaus Lottmann

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

> Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, wird immer mehr zum
> Denglisch. Ich finde das sehr schade, denn Deutsch ist eine wirklich
> schöne Sprache, nur wird sie durch die Verenglischung, vor allem durch
> die ungeprüfte Übernahme technischer Begriffe, nicht besser sondern

> schlechter. Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter

Durch einzelne Übernahmen wird Deutsch sicherlich weder besser noch
schlechter, störend sind da schon eher Artikel, in denen 'die Inhalte mit
Anchors verlinkt werden', oder 'Framesets gebookmarkt' und 'Bookmark-sichere
Alternativen ... präzise auf Ihren Content verweisen'.

> benutzt. Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
> den Begriff "E-Mail".

Warum nicht E-Brief

>
> Weitere Vorschläge von mir:
>
> User = Benutzer
Die beiden Begriffe werden doch eh schon synonym verwendet.

> Computer = Rechner
dto.

> reply = Antwort
> Posting = Nachricht

Zumindest Winzigweich benutzt hier auch die deutschen Ausdrücke.

> Ich als
> Engländer empfinde die Verenglischung aber sehr störend und schließe
> daraus auf eine eher fehlende Identität mit der sehr schönen Sprache
> Deutsch.

Das tun wohl sehr viele. Wenn Du Dich bestätigt sehen willst, dann ließ doch
mal 'Deutsch und anders' von Dieter Zimmer.

--
kl...@lottmann.de
www.lottmann.de


Klaus Lottmann

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Wolfram Meyer-von Gagern <gag...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:

> Man muss sie nicht unbedingt _übersetzen_, man muss die neue Sache nur
> (mit deutschen Wörtern) bezeichnen (wollen), was i.d.R. auch möglich
> wäre.
> Man tut es nur einfach nicht. Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass
> der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
> beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist
> im Englischen eben nicht nur der Internet-Provider, sondern u.U. jede
> Art von Lieferant. Warum soll, was im Englischen aus dem Kontext
> hervorgeht, nicht auch im Deutschen klappen, indem man z.B. "Internet-
> Versorger", "Internet-Lieferant" oder "Internet-Anbieter" sagt.

Internet-Anbieter wird inzwischen auch schon benutzt - zumindest in den
readktionellen Teilen diverser Computerzeitschriften.

> Natürlich hört sich das jetzt mehr oder weniger schwachsinnig an, aber
> doch nur, weil man sich an den englischen Ausdruck gewöhnt hat. Bei
> "Strom-Lieferant" und "Strom-Versorger" wundert sich merkwürdigerweise
> niemand.

> Und wenn jemand sagt: "Ich trage Linsen", dann denkt auch niemand, dass
> derjenige Hülsenfrüchte mit sich herumschleppt. Man kann also durchaus
> im Deutschen bereits vorhandene, vermeintlich ungenaue Begriffe
> benutzen, um eine (ehemals) neue Sache zu bezeichen.
>

Leider werden die neuen englischen Begriffe aber sehr schnell sehr weit
verbreitet, so daß deutsche Übersetzungen es anschließend sehr schwer haben,
die Anglizismen zu verdrängen.

--
und ein Verweis auf
www.anglizismus.de (noch im aufbau)

Klaus Lottmann

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> schrieb in im Newsbeitrag:

> Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
> auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
> neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.

Es geht ja wohl nicht darum, daß es deutsch 'klingt'. Aber wenn Du von
elektronischen Briefen sprichst, kann sich auch jeder, der kein englisch
spricht, etwas darunter vorstellen. Da aber die Gruppe derjenigen, die kein
englisch können - und englisch sowieso gerade so 'hipp' ist - immer kleiner
wird, halten es auch immer weniger Leute für nötig, deutsche Entsprechungen
für Anglizismen zu finden.


> Vielleicht magst Du ein Beispiel aus einem computerfernen Bereich? Ich
> bin Logiker, alle relevante Literatur ist Englisch, die meisten
> Fachausdruecke werden nicht uebersetzt. So kann sogar jemand, der kein
> bzw. sehr wenig Deutsch spricht, zur Not noch etwas in Deutsch
> abgefasstem folgen. Man verzichtet darauf, krampfhaft dt.
> Begrifflichkeiten zu erfinden.

Aber ein Deutscher der fachfremd ist, wird dafür überhaupt nichts mehr
verstehen.

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger (3....@detebe.org) meinte folgendes:

>Roland Jesse <je...@cs.uni-magdeburg.de> wrote:
>
>>> Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
>>> nachbilden kannst.
>>
>>Nicht? Was ist an E-Mail eindeutiger als an E-Post?
>
>Wie war doch gleich der Plural von E-Post?

E-Briefe.
Ist doch sogar ein schönes Beispiel dafür, dass hier die deutsche
Sprache genauer wäre, da sie zwei verschiedene Sachverhalte mit zwei
verschiedenen Begriffen bezeichnet. Das müsste doch sogar Dich
überzeugen, da Du argumentiert hast, die englischen Ausdrücke seien
genauer.

>>> Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>>

>>Was ist daran schwer zu verstehen?
>
>Was Benutzen sie denn?

Was usen die User?
Gehen in eine Verbraucherschutzzentrale nur Verbraucher?

Gruß, Wolfram

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Guido Wojaczek (guido.w...@split.uni-bamberg.de) meinte folgendes:
>
>
>Wolfram Meyer-von Gagern wrote:
>
>> Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass
>> der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
>> beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist
>> im Englischen eben nicht nur der Internet-Provider, sondern u.U. jede
>> Art von Lieferant. Warum soll, was im Englischen aus dem Kontext
>> hervorgeht, nicht auch im Deutschen klappen, indem man z.B. "Internet-
>> Versorger", "Internet-Lieferant" oder "Internet-Anbieter" sagt.
>> Natürlich hört sich das jetzt mehr oder weniger schwachsinnig an, aber
>> doch nur, weil man sich an den englischen Ausdruck gewöhnt hat. Bei
>> "Strom-Lieferant" und "Strom-Versorger" wundert sich merkwürdigerweise
>> niemand.
>
>Ist es denn wirklich notwendig, diese Begriffe immer zu übersetzen?

Nein, das Problem ist ME nur, dass es so gut wie nie gemacht wird.

>Ich glaube das
>nicht. Die Lösung liegt imho irgendwo in der Mitte.

Ja, so sehe ich das auch.

>> Wenn Du in der "Entwicklungsgeschichte" so weit zurückgehst, dass Du
>> Auto als griechisch bezeichnest, musst Du "car" auch als lateinisch (von
>> 'carrus') bezeichnen.
>
>:-))
>Witzig daran ist, daß 'carrus' ein Wort ist, das die lateinische Sprache aus dem
>Gallischen übernommen hat.

Oh, stimmt, man sollte tatsächlich einen Text immer zuende lesen ;-))

Gruß, Wolfram

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger (3....@detebe.org) meinte folgendes:
>gag...@gmx.de (Wolfram Meyer-von Gagern) wrote:
>
>>>unangebracht, sie sind auch von der Sprachgeschichte her von Anfang an zum
>>>Scheitern verurteilt.
>>
>>Das 'nationalistisch' überlese ich mal als unpassend. Bezüglich des
>>Scheiterns solltest Du mal an die ganzen französischen Fremdwörter
>>denken, die in den letzten 50 Jahren so ziemlich verschwunden sind, z.B.
>>Trottoir, Fauteuil, Ticket (mit franz. Aussprache)...
>
>Danke fuer die Vorlage. Ich erlaube mir mal, einen Freund zu zitieren,
>der erklaert hat, warum er Frankreich nicht mag:

[...schlimme Franzosen...]

Zum einen wäre eine Quellenangabe, wo man das nachprüfen kann, nicht
schlecht. Aussagen wie "mein Freund hat gesagt..." können auch gut
Einleitungen zu modernen Legenden sein. Nachzulesen z.B. in "Die Spinne
in der Yucca-Palme" u.ä. (Deja-vu-Effekt garantiert).
Zum anderen weiß ich nun wirklich überhaupt nicht, was das auch nur im
geringsten mit dem Thema zu tun hat. Wir diskutieren über die Situation
in Deutschland und nicht in Frankreich. Und keiner redet hier davon,
dass in Deutschland "französische Verhältnisse" eingeführt werden
sollen.
Oder sollte es heißen, dass wir nach dem Motto vorgehen sollen:
Amis gut -> Amerikanismen gut
Franzosen schlecht -> Gallizismen schlecht?

>Die Franzosen machen es vor, wie man die Sprache reinhaelt. Auf einmal
>durften Jeans und Computer nicht mehr verkauft werden.

Das ist wirklich Blödsinn. Du kannst in jedem franz. Klamottenladen
Hosen kaufen, die auch in Frankreich "jeans" geschrieben werden. Es gab
vor ein paar Jahren bei Einführung eines neuen Gesetzes mal die
Befürchtung, dass nun alle Anglizismen verboten würden, dass eine Kneipe
sogar nicht mehr den (üblichen) Begriff "bar" benutzen dürfe. Einges hat
sich wohl als Legende bis heute gehalten.

>Die Fremdwoerter im Deutschen erfahren gegenueber der
>Ursprungsbedeutung oftmals eine Bedeutungseinschraenkung, was sie im
>Deutschen wesentlich aussagekraeftiger macht.

Und genau das könnte im Einzelfall auch mit deutschen Wörtern gehen.

Gruß, Wolfram

Katarina & Simon Hayston

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Hallo John,

Du hast mit Sicherheit recht, dass in der deutschen Sprache immer mehr
englische Begriffe auftauchen. Und nicht immer hoert sich das gut an. Ab er
wir wollen doch nicht uebersehen, dass
1. auch in anderen Sprachen 'auslaendische' Begriffe beigemischt werden
und 2. wir ja schon sehr viele auslaendische Begriffe verwenden, wie z.B.
Restaurant, Portemonnaie, Saldo, Kredit etc. sicher, viele der Begriffe
wurden ueber die Zeit verdeutscht. Nichts desto trotz ist deren Ursprung
franzosesich, italienisch usw.

Und das gerade im Computer / Technik Bereich die englische Sprache Einzug
gehalten hat, liegt daran, dass im internationalen Verkehr englisch eben DIE
Sprache ist.

Gruss,

Katarina
John Miller <john....@gmx.de> wrote in message
news:3784589c...@news.cis.dfn.de...
> Hallo,
>
> vorweg möchte ich sagen, daß ich seit 15 Jahren in Deutschland lebe. Ich
> bin gebürtiger Engländer, also entschuldigt bitte eventuelle
> Rechtschreibefehler. Nun aber zum Thema.


>
> Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, wird immer mehr zum
> Denglisch. Ich finde das sehr schade, denn Deutsch ist eine wirklich
> schöne Sprache, nur wird sie durch die Verenglischung, vor allem durch
> die ungeprüfte Übernahme technischer Begriffe, nicht besser sondern
> schlechter. Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter

> benutzt. Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als

> den Begriff "E-Mail". Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
> und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet". Was habt Ihr gegen den
> schönen Begriff "herunterladen". Gut, man muß es ja nicht gleich
> übertreiben, z. B. aus dem Wort "Internet" ein "Zwischennetz" machen,
> obwohl ich den Begriff phonetisch viel interessanter finde.
>
> Weitere Vorschläge von mir:


>
> Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger

> Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz

> Newsgroup = Neuigkeitengruppe
> User = Benutzer
> Newuser = Neuling

> Computer = Rechner


> follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...

> poster = Verschicker


> reply = Antwort
> Posting = Nachricht
>

> Naja, es gibt noch sehr viel mehr und bestimmt fallen Euch noch bessere
> Übersetzungen ein. Deutsch ist wirklich eine schöne Sprache, also

> benutzt und pflegt sie auch. Mit Anglizismen könnt Ihr vielleicht noch
> Eure Oma beeindrucken, aber das war es dann auch schon. Ich als


> Engländer empfinde die Verenglischung aber sehr störend und schließe
> daraus auf eine eher fehlende Identität mit der sehr schönen Sprache
> Deutsch.
>

> Gruß
> John
>

Gernot Zander

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Hi,

in de.etc.sprache.deutsch John Miller <john....@gmx.de> wrote:
> >Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
> >Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

> Das sehe ich aber ganz anders.

> Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der


> Sache widergeben. Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
> nach noch beinhalten?

E-Brief ist ein Einschreib-Brief. Post ist auch kein deutsches
Wort, denke ich. Also mache einen besseren Vorschlag.

> >>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
> >
> >Was ist dumm daran?

> "herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden", nur daß "downloaden"
> eben viel "cooler" ist, weil's ja in der "megastrongen" Sprache Englisch
> ist.

Und "herunterladen" ist schlechtes bzw. gar kein Deutsch, weil
man einen LKW "ablädt", und auch Dinge von seiner Ladefläche ablädt,
und nicht "herunterlädt". Als nächstes käme also der Feldzug
gegen dieses schlechte Wort. Eine Datei abladen bedeutete aber
ganz was anderes.

> Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
> kopiert". Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es

"mir kopiert" ist ebenfalls lächerlich, ebenfalls dummdeutsch.

> Aber genau das besagt "Provider". Ein Provider ist ein Lieferant. Wo
> liegt denn Dein Problem? Willst Du nicht verstehen was Du sagst.

Das Internet liefert mir aber niemand, es bleibt, wo es ist.

> >>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
> >
> >Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.

> Das Usenet ist eine _Sache_. Es besteht aus ein paar Leitungen und
> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab

Das Usenet ist keine Sache und besteht auch nicht nur aus ein
paar Leitungen und Rechnern.

> Es geht nicht um die Programme und deren Protokolle. Kein normaler


> Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung. Was soll an dem Satz

Leider doch.

> "Ich schreibe eine Antwort" = Reply
> "Ich leite eine Nachricht um/nach" = follow up to
> Warum ist Dir da die Abgrenzung nicht klar?

Dir ist sie nicht klar. Ein Followup ist was anderes als die
Headerzeile "Followup-To:" und wieder was anderes als ein
Reply.

Zum Schluss: Ich bin wirklich kein Freund von englischen
Begriffen, wenn es treffende deutsche Wörter dafür gibt
(Drucker, Maus, Artikel...). Aber nur dann.
Ich bin gegen eine gewaltsame Reinigung einer Sprache von
Fremdwörtern und Fachbegriffen. Das hatten wir schon mal,
und das ging nicht gut.

Ach ja - ein Rechner ist was anderes als ein Computer,
der ist nämlich ein programmgesteuerter Rechner. Rechner
auf englisch wäre calculator.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Die Anwendung von Intelligenz ist weit weniger anstrengend, als
Sie vermuten! (Werner Schneyder)

Gernot Zander

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Hi,

in de.etc.sprache.deutsch Wolfram Meyer-von Gagern <gag...@gmx.de> wrote:
> Man tut es nur einfach nicht. Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass

> der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
> beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist

Wie genau der im englischen ist, spielt für unseren Gebrauch ja
auch keine Rolle.

> Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.

Da sind wir uns alle einig. Nur fehlt die echte Alternative!
Herunterladen ist nämlich genau der gleiche Unsinn.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
New processes are created by other processes, just like new humans.
New humans are created by other humans, of course, not by processes.
(Unix System Administration Handbook)

Jörg Digmayer

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Clemens Meier <clm...@lili8.lili.uni-bielefeld.de> schrieb in
de.etc.sprache.deutsch:

>Japaner nicht haben r.

Das ist mir neu. Der einzige Ausdruck, den ich auf Japanisch kenne,
hat ein r: Domo arigato.

Glüße an die Volulteile
Jölg.
--
Joerg Digmayer; digm...@uni-passau.de
"Recht hat er, der Dingsbums!"

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> wrote:

>> Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.
>
>Da sind wir uns alle einig. Nur fehlt die echte Alternative!
>Herunterladen ist nämlich genau der gleiche Unsinn.

Ich stelle mir immer vor, wie sich die Leute im Netz irgendwas
runtergeholt haben.

pi

Tassilo Halbritter

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
In article <q9n1x7m...@lili8.lili.uni-bielefeld.de>, Clemens Meier

<URL:mailto:clm...@lili8.lili.uni-bielefeld.de> wrote:
>
> Harro!
>
> "Michaer Pronay" <pro...@tereweb.at> writes:
>
> > >und "terebi" etwa "tv".
> >
> > Naja: dann schon eher "terevi".
>
> Japaner nicht haben r.
>
Doch, doch. Es ist ihnen nur egal, ob sie es als r oder l aussprechen. Genauso,
wie uns das ich- und ach-'ch' gleich erscheint.

--
_____ _ _ Tassilo Halbritter mailto:halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Frage ist nicht, ob es ein Jenseits gibt, sondern
| | | |_| | wie weit es von Manhattan entfernt ist und wann es
| | | _ | geöffnet hat."
|_|a |_| |_|a Woody Allen


Guido Wojaczek

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Dirk Taggesell wrote:

> Das haben leider nicht alle verstanden. Zumindest nicht die
> Werbeagentur der Allianz, die im deutschen Fernsehen einen
> Werbespot einer deutschen Firma einem deutschen Publikum
> aufdrückt, der ausschließlich in englisch gehalten ist.
> Das ist in meinen Augen eine grobe Unhöflichkeit und für
> mich Grund genug, einen persönlichen Boykott dieser
> Versicherung in Betracht zu ziehen.

Wie heißt es doch so schön:
Hoffentlich Arroganz versichert...

Grüße.

Guido


Guido Wojaczek

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Klaus Lottmann wrote:

> Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> schrieb in im Newsbeitrag:
>

> > Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
> > auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
> > neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.
>

> Es geht ja wohl nicht darum, daß es deutsch 'klingt'. Aber wenn Du von
> elektronischen Briefen sprichst, kann sich auch jeder, der kein englisch
> spricht, etwas darunter vorstellen.

Wirklich? Jemand, der nicht weiß, was eine E-Mail ist, kann sich imho kaum
etwas unter einem elektronischen Brief vorstellen. Auch wenn er die einzelnen
Wörter _elektronisch_ (übrigens auch ein Fremdwort) und _Brief_ (auch eines,
außerdem ein tolles Beispiel für ein Bedeutungsverschiebung) versteht, mit
einem _elektronischen Brief_ kann er sicherlich nichts anfangen.

> Da aber die Gruppe derjenigen, die kein
> englisch können - und englisch sowieso gerade so 'hipp' ist -

Ist es das? Im Bereich 'Computer' und 'Internet' trifft man sicher verstärkt
auf Anglizismen, im normalen Leben geht man immer noch in die _Bäckerei_ und
kauft dort _Brötchen_, _Semmeln_, _Rundstücke_ oder was auch immer.

> immer kleiner
> wird, halten es auch immer weniger Leute für nötig, deutsche Entsprechungen
> für Anglizismen zu finden.

Das Problem liegt imho nicht am "Suchen-Wollen", sondern am "Finden-Können".

> > Vielleicht magst Du ein Beispiel aus einem computerfernen Bereich? Ich
> > bin Logiker, alle relevante Literatur ist Englisch, die meisten
> > Fachausdruecke werden nicht uebersetzt. So kann sogar jemand, der kein
> > bzw. sehr wenig Deutsch spricht, zur Not noch etwas in Deutsch
> > abgefasstem folgen. Man verzichtet darauf, krampfhaft dt.
> > Begrifflichkeiten zu erfinden.
>

> Aber ein Deutscher der fachfremd ist, wird dafür überhaupt nichts mehr
> verstehen.

Ich halte es für äußerst fraglich, ob jemand, der fachfremd ist, die Dinge
besser versteht, wenn man sie mit deutschen Fachausdrücken bezeichnet.

Grüße.

Guido


John Miller

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
<gFGEN50iUCENpp...@4ax.com>:

>>>Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
>>>Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.
>>
>>Das sehe ich aber ganz anders.
>
>Kannst Du dazu mal Beispiele nennen. Wo ist die Bedeutung von E-Mail,
>Newsgroup, Internet, Usenet etc. ohne jeden Zusammenhang unklar?

Deiner Oma sind diese Begriffe ganz bestimmt ohne Zusammenhang unklar.
Jeder, der sich noch nie mit dem Internet beschäftigt hat, kennt
höchstens die Worte "E-Mail" und "Internet". Würdest Du statt der
englischen Begriffe Wörter wie E-Post, Neuigkeitengruppe, Internet oder
ähnliches benutzen, könnte sich vielleicht sogar Deine Oma etwas unter
einer Neuigkeitengruppe im Internet vorstellen. Als ich zum ersten Mal
in meine Leben das Wort "Usenet" gehört habe, konnte ich mir auch nichts
gescheites darunter vorstellen. Dasselbe bei dem Wort "Telefon". Wer
wußte denn kurz nach der Erfindung dieses Gegenstandes, was ein Telefon
ist?

>>>Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.
>>>Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
>>>nachbilden kannst.
>>
>>Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den Kern der
>>Sache widergeben.
>
>Aha, schon sind es zwei Woerter.

Ich habe doch mit den von mir angeregten Wörtern kein Dogma aufgestellt.
Es waren lediglich Vorschläge, die mir als erstes in den Sinn kamen und
ich schrieb auch, daß anderen vielleicht bessere Vorschläge einfallen.
Du beschwerst Dich hier die ganze Zeit, daß Dir die Wörter nicht
gefallen, weil Du dann verstehst, was sie wirklich bedeuten. Im
Englischen wurden diese Begriffe aber erfunden, bei uns beschwert sich
allerdings niemand, daß doch die ganzen Wörter für unsere Sprache nicht
eindeutig genug sind. Wir benutzen fast ausschließlich normale englische
Begriffszusammensetzungen, wie z. B. "Motherboard" und für uns klingt es
eben hier genauso, als ob man als Deutscher "Mutterbrett" sagen würde.
Wenn man den Begriff "Mutterbrett" nur oft genug wiederholte, würden
alle Leute zu diesem Ding "Mutterbrett" sagen und sich weiter nichts
dabei denken. Ein anderes Beispiel im Deutschen ist das Wort "Denkmal".
Wieviele Leute nehmen den bewusst war, daß wenn man diese Wort
aufspaltet entweder die Aufforderung "denk mal!" oder eben ein Mal zum
denken. Den wahren Ursprung dieses Wortes kenne ich zwar nicht, aber
interessant finde ich diese Tatsache schon. Ob Dir also der "ISP =
Internet Service Provider = Internet Dienst Anbieter bzw. Lieferant"
gefällt oder nicht, dieser Ausruck besagt aber genau das was es ist. Ein
"Internet Service Provider" richtet sich nur an die englischsprechende
Menschen in Deutschland, ihm scheinen die deutschspechenden Kunden egal
zu sein. Ein "Internet Dienst Anbieter" würde sich aber auch an eine
deutschsprachige Kunschaft wenden, wovon man wohl in Deutschland
ausgehen sollte.

>>Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
>>nach noch beinhalten?
>
>Die zwei von Dir angefuehrten Bedeutungen. Beispiel: Etwas per E-Mail
>schicken (E-Mail als Gesamtheit). Ich habe heut morgen schon wieder 37
>E-Mails gehabt (E-Mails als einzelne Nachrichten).

Sagst Du auch: "Gestern habe ich viele Zuckers gekauft", "Ich will
meinen Kaffee mit Zuckis"? Was ist so schwer daran zu sagen, "Ich habe
heute morgen schon wieder 37 E-Post gehabt"? Ich wiederhole mich, es ist
nur eine Frage der Gewöhnung. Wenn Du Wörter wie E-Post oder E-Brief ein
paar mal hören würdest, könntest Du Dich damit daran genauso gewöhnen,
wie es die englischen Muttersprachler mit dem Wort E-Mail gemacht haben.

>>>>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
>>>
>>>Was ist dumm daran?
>>
>>"herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden",
>
>Aber eben auch viel mehr.

Was soll es denn mehr aussagen. Daß Du mal Englisch gelernt hast und das
jetzt auch überall anwenden willst, auch wenn andere denken, Du bist ein
(zensiert) Blender mit viel heißer Luft und nichts dahinter? Jemand der
sich vor seiner eigenen Sprache schämt und alles ablehnt was Deutsch
ist, um zu zeigen, wie weltoffen, tolerant und intelligent er doch ist?
Wenn Du das meinst, daß "downloaden" eben auch viel mehr bedeutet, dann
muß ich Dir voll zustimmen.

>>>>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>>>
>>>Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.
>>
>>Eben, diese Wörter sind einfach "Dummdeutsch".
>
>Den Ausdruck zu diffamieren, ist keine Erklaerung.

"downloaden" heißt übersetzt "herunterladen". Die meisten Menschen, die
Fremdwörter benutzen, _obwohl_ diese überhaupt nicht angebracht sind und
auch keinen weiteren und zusätzlich erhellenden Sinn ergeben, haben sehr
oft ein geringes Selbstbewußtsein. Dieses versuchen sie dann durch die
übermäßige Verwendung von Fremdwörtern auszugleichen, um zu zeigen, "ich
weiß ganz viel". Wohlgermerkt, ich habe ganz bestimmt nichts gegen die
Verwendung von Fremdwörtern, es gibt allerdings Menschen, die bei einem
Satz mit 10 Worten, 5 Fremdwörter benutzen. Das ist das Thema dieser
Diskussion. Es geht nicht darum, ob jemand gelegentlich diese Begriffe
zu Auflockerung oder um Sachen genauer zu erzählen, in eine normale
Unterhaltung oder in einen Brief einstreut.

>>Du kannst ja auch sagen, "Ich habe mir ein Programm aus dem Netz
>>kopiert".
>
>Klar kann man.
>
>>Der Begriff "Download" ist im Deutschen einfach lächerlich. Es
>
>Schon wieder. Keine Erklaerung, nur beschimpfen.

"lächerlich" ist für Dich eine Beschimpfung? Du hast recht, ich bin
wirklicher ein ganz böser Junge, wenn ich solche Sachen schreibe.
Warum ich den Begriff "Download" lächerlich finde, habe ich weiter ob
schon einmal geschrieben.

>>wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden.
>
>Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
>auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
>neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.

Welchen Begriff bringt die Übernahem eines englsichen Begriffes? Gibt es
dafür Geld? Dann sage mir doch bitte mal wo, ich melde mich dann da auch
mal an. Die Japaner sagen zu "E-Mail" "denshime-ru". Wo liegt denn das
Problem, einen deutschen Begriff zu wählen? Dabei verliert niemand
etwas, aber die deutsche Sprache gewinnt dazu. Im Moment verliert nur
die deutsche Sprache. Kein Sprache übernimmt diese Verenglischung so
stark wie die deutsche. Das kann man auch am Beispiel des Wortes "Handy"
sehen. Kein englischsprachiges Land dieser Welt benutzt das Wort
"Handy". Woanders heißt es z. B. "cellular phone" oder "mobile phone".
Was soll also dieses "Handy"? Handlich, nützlich oder was? Warum
verstecken sich so viele Menschen in Deutschland eigenen Sprache?

>>>>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>>>
>>>Klingt ja schauderlich. Internet liefern stelle ich mir uebrigens
>>>schwierig vor. Internet versorgen hat bestimmt was mit Computerbau zu
>>>tun, oder?
>>
>>Aber genau das besagt "Provider".
>
>Im Englischen mag das so sein, im Deutschen nicht.

Im Deuschen gibt es das Wort Provider gar nicht. Provider ist ein
englisches Wort, das in die deutsche Sprache vergewaltigt wird. Es soll
auch Leute geben, die walken in Deutschland auf dem pedestrian precinct,
weil sie diese Begriffe so toll finden, deswegen sind diese Worte aber
noch lange nicht deutsch, sondern sie werden ohne ihr Wollen in etwas
gezwängt, was ihrer Phonetik sehr weh tut.

>>>>Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>>>
>>>Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.
>>
>>Das Usenet ist eine _Sache_.
>
>Usenet ist der Name fuer diese "Sache".

Usenet ist der Name, den die englische Sprache dieser Sache zugewiesen
hat. Die deutsche Sprache hat ihr keinen Namen gegeben.

>>Es besteht aus ein paar Leitungen und
>>Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab
>>jetzt zu "Auto" "car" sagen. Noch besser, sprich doch nur noch Englisch,
>>dann wird es wenigstens nicht von den bösen und schlechten deutschen
>>Wörtern unterbrochen.
>
>Du willst einfach nicht verstehen, stimmt's? Es geht nicht um die von
>Dir staendig in unzaehligen Anfuehrungszeichen gesetzten Woerter, es
>geht um zweckmaessige Bezeichnungen.

Was hast Du gegen Anführungszeichen oder noch schöner "Gänsefüßchen"?
Ist doch toll. Oder ärgert es Dich, weil ich nicht "'" die andern
benutzte. Ist Dir das zu Deutsch? Ich weiß, das war Polemik?

Mir geht es auch um die zweckmäßige Bedeutung, nur benutzt Du die
zweckmäßige Bedeutung, die die englischsprechenden Völker für sich
festgelegt haben, anstatt daß hier endlich mal jemand anfängt, sich über
mögliche deutsche Begriffe Gedanken zu machen.

>>"Newsgruppen" ist doch wohl einfach nur lächerlich.
>
>"Laecherlich" ist auch durch staendige Widerho(h)lung kein Argument.

Danke gleichfalls.

>>>>User = Benutzer
>>>
>>>Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>>
>>Ja, vielleicht gefällt Dir aber auch "Anwendertreffen" oder
>>"Verbrauchertreffen" besser?
>
>Nicht wirklich. Netztreffen gibt wenigstens halbwegs den Inhalt
>wieder.

Ein Netztreffen gibt eher die Bedeutung von Netzen, die sich treffen
wieder.

>>"to compute" ist ein uralters englisches Wort, das schon
>>benutzt wurde, als noch niemand an den "computer" gedacht hat.
>
>Eben. Damals war es -- um mit Deinen Worten zu sprechen -- cool und
>megain, die megastronge Sprache Latein fuer Fremdwoerter
>heranzuziehen.

In der Kirche wurde sogar in Latein gepredigt. Die Gebildeten sprachen
unter sich ausschließlich Latein. Es gab auch mal eine Zeit, da sprachen
alle Gebildeten unter sich nur Französisch und hielten Deutsch für die
Sprache der Dummen und Ungebildeten. Wenn Du also auch zu den Gebildeten
zählen möchtest, dann höre doch einfach auf ein Gebrabell von Deutsch
und Englisch zu sprechen und schreiben und rede nur noch Englisch.

Es mischen sich in jeder Sprache die Einflüsse anderer Sprachen ein, das
ist auch sehr natürlich. Englisch kann davon ein Lied singen. Das steht
allerdings nicht im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung der
deutschen Sprache, denn in Deutschland wird _jedes_ englische Wort
übernommen, daß unseren Alltag verändert. Es werden sich überhaupt keine
Gedanken darüber gemacht, diese Wörter in das Deutsche zu übersetzen. In
keinem Land der Welt werden die Begriffe so unbesehen übernommen wie in
Deutschland. Früher wurde hier und da mal ein paar Begriffe aus dem
Griechischen oder Lateinischen übernommen, aber so extrem wie jetzt ist
das nie geschehen. Wenn so viele Begriffe vom Lateinischen in das
Deutsche übernommen worden wären wie heute die Wörter vom Englischen in
das Deutsche, würde heute keiner mehr Deutsch sondern nur noch Latein
sprechen. Der ständige Vergleich, daß früher so unglaublich viele
lateinische Wörter in das Deutsche übertragen wurden, ist absolut
unhaltbar.

>Fanden auch damals einige sicherlich laecherlich und
>dumm. Hier tun sich Deutsch und Englisch sicher nicht viel, aber so
>ist das.

Nein, die normalen Bauern haben sich bestimmt nicht so schnell
angepasst, wie Du es gerne warhaben willst. Es waren immer ein paar
Leute, die glaubten, sie müssen sich vom normalen Dorfpöbel abheben, um
zu zeigen, daß sie ja so intelligent und viel besser als die andern
waren. Außerdem ist Englisch so etwas wie ein "Bastardsprache". Es ist,
bedingt durch die hohen Einwanderungszahlen in die USA, ein Schmelztigel
der Sprachen. Latein ist dagegen eine recht reine Sprache, aus der man
sich eher bedienen sollte.

>>>>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...

[...]


>>Kein normaler Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung.
>
>Irrtum. Bei fast jedem Crossposting (schon wieder so ein Wort) sollte
>er ein Followup-To setzen, sonst wird ihm das schon jemand sagen.
>Gelegentlich hoert man dann: "Mein Programm hat sowas nicht", was in
>Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.

Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest. Deshalb
sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich
und nicht hier hin. Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
hingehen. Dort hat er sogar eine noch größere Auswahl. Was nutzt ein
deutschsprachiger Bereich des Neuigkeitennetzes, bei dem ein "de."
steht, wenn niemand Deutsch lesen will. Warum gehen die Leute denn dann
in den "de." Bereich?

>>Was soll an dem Satz
>>"Antworten auf meine Nachrichten werden nach news:soc.culture.german
>>umgeleitet" so unzutreffend und falsch sein?
>
>Man sieht gelegentlich Threads, die crossgepostet oder off-topic sind,
>und dann versucht einer, diesen umzuleiten, indem er ein Posting
>reinschreibt und ein F'up setzt, was natuerlich nichts aendert, da die
>Antworten auf die inhaltlichen Beitraege nicht umgeleitet werden. Auch
>das Posting, das dieses Feld enthaelt, wird nicht umgeleitet.

Du als gebürtiger Deutsche, wirst Dir bestimmt bessere Ausdrücke
einfallen lassen können als ich, oder?

>>"Ich schreibe eine Antwort" = Reply
>
>Ich schreibe hier auch gerade eine Antwort, das ist aber ein Followup
>und kein Reply, das waere Mail.

Nein, Du hast eine Antwort auf meinen Beitrag geschrieben. Im Englischen
haben wir auch keine Unterscheidung zwischen "Reply = Antwort" und "Mail
= Post". Was soll also diese unsinnige Unterscheidung?

>>Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
>>also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
>>Einheitsmenschen werden?
>
>Wer redet von Aufgabe? Aber eine Verschmelzung ist in einigen
>Bereichen zu beobachten und auch sinnvoll.

Ja, in wirtschaftlichen Bereichen. Die Bürger der EU werden hoffentlich
ihrer Identität weiter pflegen. Ich mag den Kulturaustausch, die
Erweiterung des eigenen Horizontes. Wenn aber jemand, so wie im Moment
Deutschland, diese Identität aufgibt, ist das ein Armutszeugnis.

>>Die Sprache und Kultur machen ein Volk zu einem
>>Volk. Wenn die Sprache stirbt, stirbt auch das Volk. Ich schätze den
>>Kulturaustausch sehr, Du nicht?
>
>Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.

Annehmen ja, aber die deutsche Sprache nimmt nichts an, sondern sie gibt
sich selbst auf. Austausch heißt auch das zwei Seiten etwas abgeben.
Aber Deutsch gibt nichts ab sondern verliert sich selbst. Es ist wie im
Leben, mit Leuten, die nur nehmen wollen, gebe ich mich nicht ab, weil
daß eine sehr unangenehme Charaktereigenschaft ist.

>>Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
>>wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden.
>
>Wie waere es mit PR, IR, ROI etc.? Es gibt auch dort einige
>Fremdwoerter. Von allen war auch nie die Rede.

PR hieß früher mal Werbung oder noch schöner Reklame. Leute die diese
Wörter gerne benutzten, haben oft nur heiße Luft. Viel Geschwätz, mit
Wörtern, die sie kaum verstehen.

>>Mit Deutschen kann man Deutsch sprechen und wenn man mit
>>Ausländern auf einer amerikanischen Fachtagung spricht, kann man die
>>englischen Wörter benutzen. Ist es denn so schwer, mal ein paar Vokabeln
>>zu lernen?
>
>Je mehr es werden und je spezieller sie sind, desto aufwendiger wird
>das Lernen. Beispiel: Ich kann ohne grosse Probleme RfCs lesen, da das
>Fachvokabular kein Problem darstellt. Ich diskutiere weiterhin derzeit
>auf eine Beta-Tester-Mailingliste in Englisch ueber einen Newsreader,
>kommunikativ ganz unkompliziert.

Genau, da geht es um eine internationalen Austausch und da Englisch die
Sprache ist, die viele Menschen auf dieser Welt mal gelernt haben,
verständigt man sich in Englisch. Dagegen habe ich nichts einzuwenden.
Aber in einer Diskussion mit Deutschen benutzt man Deutsch, weil sie mit
dieser Sprache aufgewachsen sind. Warum in einer Sprache diskutieren die
die wenigsten Nichtmuttersprachler wirklich perfekt beherrschen und wo
Dein Problem mit den Paar Vokabeln liegt kann ich nicht nachvollziehen.
Du mußt ja nicht tausende neue Wörter lernen, die auch noch in fremden
Schriftzeichen verfasst sind. Ein bißchen Bildung hat noch keinem
geschadet.

>Vielleicht magst Du ein Beispiel aus einem computerfernen Bereich? Ich
>bin Logiker, alle relevante Literatur ist Englisch, die meisten
>Fachausdruecke werden nicht uebersetzt. So kann sogar jemand, der kein
>bzw. sehr wenig Deutsch spricht, zur Not noch etwas in Deutsch
>abgefasstem folgen. Man verzichtet darauf, krampfhaft dt.
>Begrifflichkeiten zu erfinden.

Wenn sich jemand, der überhaupt kein Deutsch spricht, einen Text
durchliest, wird er den Zusammenhang nicht im geringsten verstehen. Du
kannst Dir ja mal einen computerbezogenen Text auf Portugisisch
durchlesen in dem ein paar Fachwörter vorkommen. Wenn Du den
Zusammenhang verstehts, bekommst Du von mir einen Ferrari, eine Villa
und eine Pferdepfegerin geschenkt.

Gruß
John

roman kawe

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
john....@gmx.de (John Miller) writes:


> Das Usenet ist eine _Sache_. Es besteht aus ein paar Leitungen und


> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch ab

<korinthenkack>
Auch falsch. Das Usenet ist eine _Idee_. Oder eine
Ansammlung von Formatvorschriften, also ein Protokoll.
</korinthenkack>


> jetzt zu "Auto" "car" sagen. Noch besser, sprich doch nur noch Englisch,

Warum ein Fremdwort durch das andere ersetzen? Wenn Du schon
witzig sein willst, solltest Du ihn dazu bringen, seine
"Karre" gegen "car" zu tauschen. Oder ein Kraftfahrzeug zu
benutzen.

> >>Newsgroup = Neuigkeitengruppe

Warum dann nicht Nachrichtengruppe, wenn
überhaupt. Interessanterweise wird aber auch hier so langsam
das Fremdwort "Newsgroup" durch das Fremdwort "Forum"
ersetzt. Das ist allerdings nicht englisch - wie übrigens
noch die meisten Fremdworter, die wir Tag für Tag benutzen.

> Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine

> wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden. Die Japaner benutzen für
> das Wort "Fernsehen" die Wörter "terebijon", "juzou" und "terebi". Sind
> die vielleicht irgendwie ganz weit zurück mit ihrer Fernsehproduktion
> und -entwicklung, nur weil sie nicht das "ultracoole" Wort "television"
> benutzt haben? Mit Deutschen kann man Deutsch sprechen und wenn man mit

Äusserst schlechtes Beispiel. Nur weil die Japaner
"television" nicht aussprechen können, und deswegen
"terebijon" sagen, sollen wir unseren guten alten Fernseher
nicht mehr benutzen?

Wir bauen ja (angeblich) auch keine schlechten Autos, obwohl
wir dieses (nicht englische!) gr/lat Mischwort benutzen.

(Oder war Auto jetzt garnicht griechisch?)

--
roman kawe
Umweltskandale! Siliziumdioxid wird in Deutschland auf offenen
Lastwagen transportiert! Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre
liegt unter 25%! Salz enthält große Mengen Natriumchlorid!

Marc Haber

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> wrote:
>Ich stelle mir immer vor, wie sich die Leute im Netz irgendwas
>runtergeholt haben.´

"aus dem Netz gezogen".

Grüße
Marc

--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Beginning of Wisdom " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fax: *49 721 966 31 29

Mathieu von Rohr

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
John Miller <john....@gmx.de> wrote in message
news:3786c140...@news.cis.dfn.de...

> Wir benutzen fast ausschließlich normale englische
> Begriffszusammensetzungen, wie z. B. "Motherboard" und für uns klingt
es
> eben hier genauso, als ob man als Deutscher "Mutterbrett" sagen würde.
> Wenn man den Begriff "Mutterbrett" nur oft genug wiederholte, würden
> alle Leute zu diesem Ding "Mutterbrett" sagen und sich weiter nichts
> dabei denken.

Das ist eben nicht ganz richtig, da Wörter in verschiedenen Sprachen
auch bei sich überschneidenden Bedeutungen unterschiedliche Wortfelder
abdecken.

Zum Thema Anglizismen möchte ich auch noch einmal meinen Senf dazugeben,
dann ist für mich EOD.
Eine "reine deutsche Sprache" existiert nicht. Heutiges Deutsch
beinhaltet nun mal Entlehnungen aus den verschiedensten anderen
Sprachen, die wir heute gar nicht mehr als solche erkennen.
An der Sprache lassen sich noch heute die grossen Wellen
einströmender Fremdwörter beobachten, die von zwischensprachlichen
Beziehungen zeugen. jeder Kontakt mit einer anderen Kultur hat sich als
sprachlich bereichernd erwieden und mehr oder weniger deutliche Spuren
hinterlassen. Diese Entlehnungen spiegeln Kriege und historisches
Geschehen, Ideologien, Moderichtungen, Kulturwandel, wissenschaftliche
und technische Entwicklung.
Eine kleine, oberflächliche Übersicht über die Einflüsse fremder
Sprachen auf das Deutsche/Germanische (Quelle: Stedje):

- die Römerzeit, 50 v. Chr - 500 n. Chr:
Latein, die "erste lateinische Welle"
- die Zeit der Christianisierung, etwa 500 - 800 n. Chr:
Latein, die "zweite lateinische Welle"
- die höfische Zeit, 1150 - 1250: Französisch
- das Zeitalter des Humanismus, Ende des 15. Jh. - 16. Jh.:
Latein, die "dritte lateinische Welle"
- 30jähriger Krieg und Alamodezeit, 17. Jh.:
romanische Sprachen, dann besonders Französisch
- 19. - 20. Jh.: Internationalismen aus
lateinischen und griechischen Wortstämmen
- nach dem 2. Weltkrieg: Anglo-amerikanisch

Zudem benutzen wir u.a. Entlehnungen aus folgenden Sprachen:
Keltisch (germanische Zeit), Griechisch (voralthochdeutsche Zeit),
Italienisch (durch ital. Buchführung im 15. Jh.), slawische Sprachen,
Niederländisch (bes. im 17. Jh.), Niederdeutsch, nordische Sprachen,
Indisch, Arabisch und amerikanischen Indianersprachen.

Ein Anglizismus ist keine Krankheit, sondern ein - sprachgeschichtlich
gesehen - völlig normales Phänomen, ohne das sich die Sprache nicht
weiterentwickeln könnte. Den Sprachpurismus den einige hier an den Tag
legen kann ich deshalb absolut nicht nachvollziehen - wenn ich mich auch
hin und wieder über Mitmenschen ärgere, die in ihren Sätzen eine
50%-Anglizismenquote aufrechtzuerhalten versuchen, um "hip" zu klingen.
Auch für die Sprachpuristen gibt es historische Analogien. Ist es nötig
zu sagen, dass sie wenig erfolgreich waren? Als Trost für die
Anglizismus-Gepeinigten liesse sich vielleicht noch anfügen, dass von
den
Unmengen französischer Fremdwörter, die das Deutsche im 17. Jh.
(Alamodezeit)
überfluteten, nur etwa die Hälfte übrig geblieben ist.

Gruss,
Mathieu

Guido Wojaczek

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

John Miller wrote:

> Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
> <gFGEN50iUCENpp...@4ax.com>:
>
> >>>Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
> >>>Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.
> >>
> >>Das sehe ich aber ganz anders.
> >
> >Kannst Du dazu mal Beispiele nennen. Wo ist die Bedeutung von E-Mail,
> >Newsgroup, Internet, Usenet etc. ohne jeden Zusammenhang unklar?
>
> Deiner Oma sind diese Begriffe ganz bestimmt ohne Zusammenhang unklar.
> Jeder, der sich noch nie mit dem Internet beschäftigt hat, kennt
> höchstens die Worte "E-Mail" und "Internet". Würdest Du statt der
> englischen Begriffe Wörter wie E-Post, Neuigkeitengruppe, Internet oder
> ähnliches benutzen, könnte sich vielleicht sogar Deine Oma etwas unter
> einer Neuigkeitengruppe im Internet vorstellen.

Ich wage zu bezweifeln, daß sich eine Oma etwas unter E-Post vorstellen kann.
Unter Post sehr wohl, aber was E-Post sagt ihr doch genauso wenig wie die
Neuigkeitengruppe. Was hier fehlt ist der Kontext, aus dem sich die Bedeutung
für sie erschließen läßt.

> Als ich zum ersten Mal
> in meine Leben das Wort "Usenet" gehört habe, konnte ich mir auch nichts
> gescheites darunter vorstellen. Dasselbe bei dem Wort "Telefon". Wer
> wußte denn kurz nach der Erfindung dieses Gegenstandes, was ein Telefon
> ist?

Noch so ein verdammenswertes Fremdwort. Warum sagen wir nicht 'Fernsprecher'?

> Ein anderes Beispiel im Deutschen ist das Wort "Denkmal".
> Wieviele Leute nehmen den bewusst war, daß wenn man diese Wort
> aufspaltet entweder die Aufforderung "denk mal!" oder eben ein Mal zum
> denken. Den wahren Ursprung dieses Wortes kenne ich zwar nicht, aber
> interessant finde ich diese Tatsache schon. Ob Dir also der "ISP =
> Internet Service Provider = Internet Dienst Anbieter bzw. Lieferant"
> gefällt oder nicht, dieser Ausruck besagt aber genau das was es ist. Ein
> "Internet Service Provider" richtet sich nur an die englischsprechende
> Menschen in Deutschland, ihm scheinen die deutschspechenden Kunden egal
> zu sein. Ein "Internet Dienst Anbieter" würde sich aber auch an eine
> deutschsprachige Kunschaft wenden, wovon man wohl in Deutschland
> ausgehen sollte.

Glaubst Du das wirklich?

> Was soll es denn mehr aussagen. Daß Du mal Englisch gelernt hast und das
> jetzt auch überall anwenden willst, auch wenn andere denken, Du bist ein
> (zensiert) Blender mit viel heißer Luft und nichts dahinter? Jemand der
> sich vor seiner eigenen Sprache schämt und alles ablehnt was Deutsch
> ist, um zu zeigen, wie weltoffen, tolerant und intelligent er doch ist?

Was ist denn 'Deutsch' deiner Meinung nach. Du solltest dich doch einmal mit
der Etymologie der deutschen Sprache gründlich auseinandersetzen. Dann wirst
du feststellen, wie wenig 'Deutsches' es in der deutschen Sprache gibt.
Genauso verhält es sich übrigens beim Englischen.

> "downloaden" heißt übersetzt "herunterladen". Die meisten Menschen, die
> Fremdwörter benutzen, _obwohl_ diese überhaupt nicht angebracht sind und
> auch keinen weiteren und zusätzlich erhellenden Sinn ergeben, haben sehr
> oft ein geringes Selbstbewußtsein.

Diese Unterstellung solltest du doch einmal belegen. Immer zu behaupten, daß
jemand, der Fremdwörter benutzt, ein Persönlichkeitsproblem hat, mag
vielleicht irgendwelche Stammtischbrüder beeindrucken, hier kann ich darüber
nur lächeln.

> Dieses versuchen sie dann durch die
> übermäßige Verwendung von Fremdwörtern auszugleichen, um zu zeigen, "ich
> weiß ganz viel". Wohlgermerkt, ich habe ganz bestimmt nichts gegen die
> Verwendung von Fremdwörtern, es gibt allerdings Menschen, die bei einem
> Satz mit 10 Worten, 5 Fremdwörter benutzen.

Wenn es das Thema erfordert, halte ich das durchaus für legitim. Das würde ja
sonst jeden wissenschaftlichen Dialog verhindern.

> Das ist das Thema dieser
> Diskussion. Es geht nicht darum, ob jemand gelegentlich diese Begriffe
> zu Auflockerung oder um Sachen genauer zu erzählen, in eine normale
> Unterhaltung oder in einen Brief einstreut.

Das ist lediglich deine These. Beweise dafür hast du noch keine gebracht.

> Die Japaner sagen zu "E-Mail" "denshime-ru". Wo liegt denn das
> Problem, einen deutschen Begriff zu wählen? Dabei verliert niemand
> etwas, aber die deutsche Sprache gewinnt dazu.

Wo liegt das Problem, einen schon vorhandenen Begriff aus einer anderen
Sprache zu übernehmen? Ein Reinheitsgebot gibt es in Deutschland bislang nur
für das Bier.

> Im Moment verliert nur
> die deutsche Sprache.

Tut sie das? Belege doch mal, wie eine Sprache an der Übernahme von (großzügig
geschätzt) hundert Fremdwörtern zugrunde gehen kann. Daß diese Wörter dir so
häufig begegnen, liegt nur daran, daß du dich täglich mit Computern und
Internet auseinandersetzt. Trotz der täglichen Untergangsprognosen reden sie
in meiner Lieblingsbäckerei immer noch Deutsch und verkaufen ihre Semmeln.

> Kein Sprache übernimmt diese Verenglischung so
> stark wie die deutsche.

Hast du Untersuchungsergebnisse für andere Sprachen, die das belegen, oder ist
das auch bloß eine Einschätzung deinerseits?

> Das kann man auch am Beispiel des Wortes "Handy"
> sehen. Kein englischsprachiges Land dieser Welt benutzt das Wort
> "Handy".

Natürlich. Denn dieses Wort gibt es im Englischen nicht. Es handelt sich dabei
um eine höchst interessante deutsche Neuschöpfung.

> Woanders heißt es z. B. "cellular phone" oder "mobile phone".
> Was soll also dieses "Handy"?

Es bezeichnet eine Sache, für die es vorher keine Bezeichnung im Deutschen
gab. Ist das Daseinsberechtigung genug?

> Im Deuschen gibt es das Wort Provider gar nicht. Provider ist ein
> englisches Wort, das in die deutsche Sprache vergewaltigt wird.

Ist jede Fremdwortübernahme für dich eine sprachliche Vergewaltigung?

> Es soll
> auch Leute geben, die walken in Deutschland auf dem pedestrian precinct,

Ehrlich? Bist du sicher, daß du hier nicht zwei Dinge vermischt, nämlich die
Alltagssprache mit der Jugendsprache, für die seit eh und je eigene Gesetze
galten?

> weil sie diese Begriffe so toll finden, deswegen sind diese Worte aber
> noch lange nicht deutsch, sondern sie werden ohne ihr Wollen in etwas
> gezwängt, was ihrer Phonetik sehr weh tut.

Wie kann man der Phonetik weh tun? Indem man ein Wort ausspricht?

> Usenet ist der Name, den die englische Sprache dieser Sache zugewiesen
> hat. Die deutsche Sprache hat ihr keinen Namen gegeben.

Muß sie das denn? Warum? Die deutsche Sprache hat vielen Dingen keinen Namen
gegeben, sondern einen aus anderen Sprachen übernommen.

> In der Kirche wurde sogar in Latein gepredigt. Die Gebildeten sprachen
> unter sich ausschließlich Latein. Es gab auch mal eine Zeit, da sprachen
> alle Gebildeten unter sich nur Französisch und hielten Deutsch für die
> Sprache der Dummen und Ungebildeten. Wenn Du also auch zu den Gebildeten
> zählen möchtest, dann höre doch einfach auf ein Gebrabell von Deutsch
> und Englisch zu sprechen und schreiben und rede nur noch Englisch.

Wir können auch wieder Latein reden. Oder auch alle Fremdwörtern aus dem
Deutschen eliminieren. Dann müssen wir allerdings wieder trommeln zur
gegenseitigen Verständigung.

> Es mischen sich in jeder Sprache die Einflüsse anderer Sprachen ein, das
> ist auch sehr natürlich. Englisch kann davon ein Lied singen.

Genau. Wo liegt dann dein Problem?

> Das steht
> allerdings nicht im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung der
> deutschen Sprache, denn in Deutschland wird _jedes_ englische Wort
> übernommen, daß unseren Alltag verändert.

Ehrlich? Hast du für diese These auch Belege?

> Es werden sich überhaupt keine
> Gedanken darüber gemacht, diese Wörter in das Deutsche zu übersetzen. In
> keinem Land der Welt werden die Begriffe so unbesehen übernommen wie in
> Deutschland.

Worauf stützt du diese Behauptung?

> Früher wurde hier und da mal ein paar Begriffe aus dem
> Griechischen oder Lateinischen übernommen, aber so extrem wie jetzt ist
> das nie geschehen.

Entschuldige, aber da muß ich doch lachen. Hier und da? Kauf dir doch mal das
Buch 'Unser tägliches Latein' von Bernhard Kytzler und Lutz Redemund. Du wirst
dich wundern, wirklich wundern.

> Wenn so viele Begriffe vom Lateinischen in das
> Deutsche übernommen worden wären wie heute die Wörter vom Englischen in
> das Deutsche, würde heute keiner mehr Deutsch sondern nur noch Latein
> sprechen.

Entschuldige, aber diese Behauptung wirst du nicht einmal ansatzweise halten
können, wenn du mal in einem etymologischen Lexikon blättern solltest.

> Der ständige Vergleich, daß früher so unglaublich viele
> lateinische Wörter in das Deutsche übertragen wurden, ist absolut
> unhaltbar.

Ach ja? Lies doch bitte erst einmal einschlägige Literatur.

> >Fanden auch damals einige sicherlich laecherlich und
> >dumm. Hier tun sich Deutsch und Englisch sicher nicht viel, aber so
> >ist das.
>
> Nein, die normalen Bauern haben sich bestimmt nicht so schnell
> angepasst, wie Du es gerne warhaben willst. Es waren immer ein paar
> Leute, die glaubten, sie müssen sich vom normalen Dorfpöbel abheben, um
> zu zeigen, daß sie ja so intelligent und viel besser als die andern
> waren.

Nanana. Das meinst du aber nicht ernst?

> Außerdem ist Englisch so etwas wie ein "Bastardsprache".

Hast du schlechte Erfahrungen mit dem Englischen gemacht?

> Es ist,
> bedingt durch die hohen Einwanderungszahlen in die USA, ein Schmelztigel
> der Sprachen. Latein ist dagegen eine recht reine Sprache, aus der man
> sich eher bedienen sollte.

Jede Sprache ist ein Schmelztiegel, auch das Lateinische. Wenn du dich mit der
Etymologie anderer Sprachen nicht auskennst, solltest du mit solchen
Behauptungen etwas vorsichtiger sein. Rein ist das Lateinische jedenfalls
nicht.

> Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
> ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest.

Muß ich das? Und was mache ich, wenn ich auch im englischsprachigen Usenet
Neuigkeiten lese? Noch ein Programm installieren? Und was mache ich, wenn ich
so polyglott bin, daß ich auch noch französische Nachrichten lese?

> Deshalb
> sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
> ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich
> und nicht hier hin. Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
> hingehen.

Deutschland denen, die ein 'reines' Deutsch sprechen?

> Nein, Du hast eine Antwort auf meinen Beitrag geschrieben. Im Englischen
> haben wir auch keine Unterscheidung zwischen "Reply = Antwort" und "Mail
> = Post". Was soll also diese unsinnige Unterscheidung?

Es scheint, daß die deutsche Sprache hier eine Bedeutungsverschiebung oder
auch -einengung vorgenommen hat, oder? Da war man offensichtlich doch nicht so
gedankenlos bei der Übernahme.

> >>Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
> >>also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
> >>Einheitsmenschen werden?
> >
> >Wer redet von Aufgabe? Aber eine Verschmelzung ist in einigen
> >Bereichen zu beobachten und auch sinnvoll.
>
> Ja, in wirtschaftlichen Bereichen. Die Bürger der EU werden hoffentlich
> ihrer Identität weiter pflegen. Ich mag den Kulturaustausch, die
> Erweiterung des eigenen Horizontes.

Nur den Kulturaustausch und den sprachlichen nicht? Aber Pizza ißt du trotzdem
und nennst sie auch so?

> Wenn aber jemand, so wie im Moment
> Deutschland, diese Identität aufgibt, ist das ein Armutszeugnis.

Bitte, belege doch mal, wie man mit der Übernahme von ein paar Fremdwörtern
seine Identität aufgibt.

> >Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.
>
> Annehmen ja, aber die deutsche Sprache nimmt nichts an, sondern sie gibt
> sich selbst auf. Austausch heißt auch das zwei Seiten etwas abgeben.
> Aber Deutsch gibt nichts ab sondern verliert sich selbst.

Ach ja? Wie steht es denn mit 'Kindergarten' im Englischen? Und das ist kein
Einzelfall.

> PR hieß früher mal Werbung oder noch schöner Reklame.

PR ist imho doch etwas mehr als bloß Werbung oder Reklame. Laß dich mal von
einem PR-Menschen aufklären.

> Leute die diese
> Wörter gerne benutzten, haben oft nur heiße Luft. Viel Geschwätz, mit
> Wörtern, die sie kaum verstehen.

Bist du sicher? Das hieße ja, daß in Deutschland nur Idioten rumlaufen, die
nicht verstehen, was sie sagen.

> und wo
> Dein Problem mit den Paar Vokabeln liegt kann ich nicht nachvollziehen.
> Du mußt ja nicht tausende neue Wörter lernen, die auch noch in fremden
> Schriftzeichen verfasst sind. Ein bißchen Bildung hat noch keinem
> geschadet.

...

> Wenn sich jemand, der überhaupt kein Deutsch spricht, einen Text
> durchliest, wird er den Zusammenhang nicht im geringsten verstehen. Du
> kannst Dir ja mal einen computerbezogenen Text auf Portugisisch
> durchlesen in dem ein paar Fachwörter vorkommen. Wenn Du den
> Zusammenhang verstehts, bekommst Du von mir einen Ferrari, eine Villa
> und eine Pferdepfegerin geschenkt.

Oh, da nehme ich dich beim Wort. Könnte teuer für dich werden.

Grüße.

Guido


Juergen Amrhein

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Guido Wojaczek schrieb:

> Ich wage zu bezweifeln, daß sich eine Oma etwas unter E-Post
> vorstellen kann. Unter Post sehr wohl, aber was E-Post sagt ihr doch
> genauso wenig wie die Neuigkeitengruppe.

Aber die sprichwörtliche Oma hätte keine Probleme, E-Brief und E-Post
auszusprechen und zu schreiben.

> Was ist denn 'Deutsch' deiner Meinung nach. Du solltest dich doch
> einmal mit der Etymologie der deutschen Sprache gründlich
> auseinandersetzen. Dann wirst du feststellen, wie wenig 'Deutsches' es
> in der deutschen Sprache gibt. Genauso verhält es sich übrigens beim > Englischen.

Am Deutschen ist folgendes deutsch: die Syntax, der Grundwortschatz,
große Teile des Fachwortschatzes (v.a. im Handwerk) und nicht zuletzt:
die Phonologie. Vernachlässigbar wenig?

> > Die Japaner sagen zu "E-Mail" "denshime-ru". Wo liegt denn das
> > Problem, einen deutschen Begriff zu wählen? Dabei verliert niemand
> > etwas, aber die deutsche Sprache gewinnt dazu.
>
> Wo liegt das Problem, einen schon vorhandenen Begriff aus einer
> anderen Sprache zu übernehmen? Ein Reinheitsgebot gibt es in
> Deutschland bislang nur für das Bier.

Das Problem liegt in der fremden phonologischen Struktur vieler Wörter
und in der manchmal fehlenden Möglichkeit, sie in bestehende
Flexionsparadigmen einzupassen.

E-mail, gesprochen "I-mejl". Den Diphtong "ej" gibt es aber sonst
nirgends im Deutschen, außer in "Hei!". (Aber Interjektionen halten
sich auch sonst nicht an die einzelsprachlichen Regeln der
Phonemkombination.)

"downloaden", Partizip II "downgeloadet" oder "downgeloadet". Ja wat
nu? Keiner weiß das recht, da versagt jedes Sprachgefühl. Das ist ein
Ungetüm, das so schnell im Deutschen außerhalb bestimmter Kreise nicht
heimisch werden wird. "Herunterladen" tut es genauso, ich verstehe die
Aufregung nicht. Außerdem ist der Diphtong "ou" im Hochdeutschen nicht
existent.

Gruß,
Jürgen

Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Clemens Meier schrieb in Nachricht ...

>
>Harro!
>
>"Michaer Pronay" <pro...@tereweb.at> writes:
>
>> >und "terebi" etwa "tv".
>>
>> Naja: dann schon eher "terevi".
>
>Japaner nicht haben r.

Bitteschön: Ich weiß nicht, wer hier in mein Zitat
eingegriffen hat. Von mir stammt die Zeile

Naja: dann schon eher "te_l_evi".

Bitte nachzusehen. Und gemeint war, daß das phonetische
"terebi" nicht von den beiden englischen Buchstaben T
und V (sprich "tiwii"), sondern von der früher üblichen
Abkürzung "televi" ("telewii", von televi[sion]) kommt.

Michael


Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Tassilo Halbritter schrieb in Nachricht ...

In article <q9n1x7m...@lili8.lili.uni-bielefeld.de>, Clemens Meier
<URL:mailto:clm...@lili8.lili.uni-bielefeld.de> wrote:
>
> Harro!
>
> "Michaer Pronay" <pro...@tereweb.at> writes:
>
> > >und "terebi" etwa "tv".
> >
> > Naja: dann schon eher "terevi".
>
> Japaner nicht haben r.
>
>Doch, doch. Es ist ihnen nur egal, ob sie es als r oder l
>aussprechen. Genauso, wie uns das ich- und ach-'ch' gleich
>erscheint.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, daß von mir
»Naja: dann schon eher "televi".« geschrieben wurde.

Michael

roman kawe

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
john....@gmx.de (John Miller) writes:

> Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht

> >Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.
>
> Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
> ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest. Deshalb
> sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
> ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich
> und nicht hier hin.

Das Wort "FollowUp-To " muss *wörtlich* in den Headern
(nein, *nicht* Kopfzeilen) eines Postings (nein, ich sage
*nicht* Nachricht oder Anschlag oder Beitrag oder
Neuigkeit.) erscheinen. Warum man das wohl auch
genauso ankündigt?

Du kannst ja gerne (zur Verwirrung aller) ain paar RfC
(AfKs?) schreiben, um das zu ändern.

Das Usenet wurde halt in den USA erfunden (und hat dort
seinen Namen bekommen).

> Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
> hingehen.

Genau. "Geh doch nach drüben, wenn's Dir hier nicht passt."
Hat meine Omma auch immer gesagt (und es alle paar Monate
getan).

> Dort hat er sogar eine noch größere Auswahl. Was nutzt ein
> deutschsprachiger Bereich des Neuigkeitennetzes, bei dem ein "de."
> steht, wenn niemand Deutsch lesen will. Warum gehen die Leute denn dann
> in den "de." Bereich?

Dummes Zeug.

Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
roman kawe schrieb in Nachricht ...

>
>(Oder war Auto jetzt garnicht griechisch?)

Ich fordere den Ipsokineten!

M-.


Juergen Amrhein

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Boris 'pi' Piwinger schrieb:


>
> john....@gmx.de (John Miller) wrote:
>
> >Warum werden nicht öfter deutsche Ausdrücke und Wörter benutzt.
>

> Die verwendeten Fremdwoerter haben eine klare Bedeutung, was bei den
> Uebersetzungsversuchen oft nicht hinhaut.

Eine klarere Bedeutung, als sie in den Ursprungssprachen besitzen. Die
deutschen Logiker wirds freuen.



> >Phonetisch finde ich z. B. das Wort "E-Post" viel schöner als
> >den Begriff "E-Mail".
>

> Mag phonetisch sein, aber es trifft absolut nicht den Kern der Sache.

Doch, genau das trifft den Kern!

> Eine E-Mail ist eine einzelne Nachricht, was Du mit E-Post nicht
> nachbilden kannst.

Aha! ;-) Ich erinnere mich der erbitterten Widerstände, die es
gekostet hat, den Singular E-Mail bei den Computerfreaks der ersten
Stunde durchzusetzen ... Natürlich ist dies bei der E-Post nicht
möglich, weil hier der Singular E-Brief lauten müßte.


> >und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>
> Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.

Und warum? Nur bei abtrennbaren Partikelverben wie z.B.
"herunterladen" steht das Präfix zwischen Partikel und Verb. Sagst du
analog zu "ich lade etwas herunter" auch "ich loade etwas down"? Nein?
;-)



> >Was habt Ihr gegen den schönen Begriff "herunterladen".
>

> Gar nichts. Es gibt aber im Deutschen oftmals mehr als einen Begriff
> fuer dieselbe Sache. Bei Download ist sofort klar, dass es was mit
> Netz zu tun hat. Runterladen kann man auch vom Laster.

Klaro, z.B. 20 kg Software ... ;-) Im Ernst: sind wir Deutschen denn
so blöd, daß wir Mehrdeutigkeiten nicht kontextuell auflösen können
wie andere intelligente Völker auch?



> >Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>
> Klingt ja schauderlich.

Genauso schauderlich wie die "Grundversorgung" der
öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten? Wie wärs in Zukunft mit
"Fernsehprovider"?


> >Usenet = Neuigkeitennetz oder noch kürzer Nutznetz
>
> Graeuslich. Usenet ist ein Name, Du uebersetzt Deinen ja auch nicht.

Nordsee/North Sea, Great Britain/Großbritannien, Köln/Cologne,
Deutschland/Germany/Allemagne ... Wo ist das Problem???

Jürgen


Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Juergen Amrhein schrieb in Nachricht
<3784ED4B...@uni-koeln.de>...
>
>E-mail, gesprochen "I-mejl". Den Diphtong "ej" ...

Also _ich_ höre hier kaum einen Dipghtong. Zumindest
ein nicht unbeträchtlicher Teil meiner Umgebung spricht
E-Mail so aus, als wäre es "I-Mehl" geschrieben, was
übrigens im Usenet inzwischen recht häufig auch schrift-
lich auftritt. Die Verschleifung (oder nennt man das
Verflachung?) vom Diphtong zum normalen Vokal (Monophtong?
- verzeih, mir fehlt das linguistische Grundwissen, aber
ich hoffe Du weißt, was ich meine) ist MUSEN in vollem Gange.

>Das Problem liegt in der fremden phonologischen Struktur
>vieler Wörter

Also imvho sehen wir gerade beim "E-Mail" das Verschwinden
der fremde phonologischen Struktur.

Außerdem gibt's hübsche Beispiele, daß sich das Deutsche
quasi "eigene fremde" phonologische Strukturen schafft.
Das Spiel mit den Elfenbeinkugeln, das in Österreich
beispielsweise französisch "bijjaa" ausgesprochen wird,
hat sich in Deutschland die seltsame Mischform "billjad"
zugelegt.

Aber das hatten wir schon, daß das österreischische Deutsch
bei den Fremdwörtern aus dem französischen Bereich oft
näher am Original bleibt als das deutsche. Auch das
schweizerische Deutsch ist phonologisch treuer, auch wenn
dort häufig eine Betonungsverschiebung in Richtung
Wortspitze stattfindet.

Michael


Guido Wojaczek

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Juergen Amrhein wrote:

> Aber die sprichwörtliche Oma hätte keine Probleme, E-Brief und E-Post
> auszusprechen und zu schreiben.

Wir sollten die Oma nicht unterschätzen. In dem Moment, in dem sie das Wort 'E-Mail'
verwenden möchte, wird sie sehr schnell lernen, es auch zu schreiben.

> Am Deutschen ist folgendes deutsch: die Syntax, der Grundwortschatz,
> große Teile des Fachwortschatzes (v.a. im Handwerk) und nicht zuletzt:
> die Phonologie. Vernachlässigbar wenig?

Es ging hier doch um die Übernahme von Wörtern aus anderen Sprachen. Da finden sich auch
im Grundwortschatz genügend Beispiele für Wörter mit anderssprachigen Wurzeln.

> > Wo liegt das Problem, einen schon vorhandenen Begriff aus einer
> > anderen Sprache zu übernehmen? Ein Reinheitsgebot gibt es in
> > Deutschland bislang nur für das Bier.
>

> Das Problem liegt in der fremden phonologischen Struktur vieler Wörter

> und in der manchmal fehlenden Möglichkeit, sie in bestehende
> Flexionsparadigmen einzupassen.

Auch da hilft sich die Sprache mit der Zeit, sowohl was die Phonologie, als auch was die
Flexion betrifft.

> E-mail, gesprochen "I-mejl". Den Diphtong "ej" gibt es aber sonst
> nirgends im Deutschen, außer in "Hei!". (Aber Interjektionen halten
> sich auch sonst nicht an die einzelsprachlichen Regeln der
> Phonemkombination.)

Also ich höre oft genug "I-mehl". Das findet man sogar schon in schriftlicher Form so.
Aber es graust mich jedesmal, wenn ich es lese.

> "downloaden", Partizip II "downgeloadet" oder "downgeloadet". Ja wat
> nu? Keiner weiß das recht, da versagt jedes Sprachgefühl. Das ist ein
> Ungetüm, das so schnell im Deutschen außerhalb bestimmter Kreise nicht
> heimisch werden wird. "Herunterladen" tut es genauso, ich verstehe die
> Aufregung nicht. Außerdem ist der Diphtong "ou" im Hochdeutschen nicht
> existent.

Ohne Zweifel. Wie ich an anderer Stelle schon gesagt habe, die Lösung liegt irgendwo in
der Mitte. Wogegen ich mich wehre, sind die ständigen Prognosen des drohenden
Untergangs, wenn man 'Computer' und 'Internet' sagt, und die damit verbundenen Appelle,
die deutsche Sprache doch rein zu halten.

Grüße.

Guido


Falco Meurer

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Mathieu von Rohr schrieb:

>Als Trost für die Anglizismus-Gepeinigten liesse sich vielleicht noch
>anfügen, dass von den Unmengen französischer Fremdwörter, die
>das Deutsche im 17. Jh. (Alamodezeit) überfluteten, nur etwa die
>Hälfte übrig geblieben ist.

Hallo Mathieu,

das Problem besteht meiner Meinung nach darin, daß die englischen
Lehnwörter von der Phonetik her oft überhaupt nicht zum Deutschen
passen. Beispiele: Njuusgruup, I-Mäil, Kommpjuuter, riplei, follou,
usw. Das englische "r" unberücksichtigt. Unsere Sprache wird doch
durch diese fremden Phoneme total verhunzt!

Falco


Juergen Amrhein

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Michael Pronay schrieb:

> >E-mail, gesprochen "I-mejl". Den Diphtong "ej" ...
>
> Also _ich_ höre hier kaum einen Dipghtong. Zumindest
> ein nicht unbeträchtlicher Teil meiner Umgebung spricht
> E-Mail so aus, als wäre es "I-Mehl" geschrieben, was
> übrigens im Usenet inzwischen recht häufig auch schrift-
> lich auftritt.

Grüß Dich Michael,

ich hab noch einmal tief in mich hineingehorcht, und ich glaube, du
hast Recht. Die Umgangssprache scheint das englische Fremdwort schon
weitgehend phonologisch assimiliert zu haben.

> Die Verschleifung (oder nennt man das
> Verflachung?) vom Diphtong zum normalen Vokal (Monophtong?
> - verzeih, mir fehlt das linguistische Grundwissen, aber
> ich hoffe Du weißt, was ich meine) ist MUSEN in vollem Gange.

"Verschleifung" (phonologische Reduktion) und "Monophtongierung". Du
warst nah dran! ;-)

> Außerdem gibt's hübsche Beispiele, daß sich das Deutsche
> quasi "eigene fremde" phonologische Strukturen schafft.
> Das Spiel mit den Elfenbeinkugeln, das in Österreich
> beispielsweise französisch "bijjaa" ausgesprochen wird,
> hat sich in Deutschland die seltsame Mischform "billjad"
> zugelegt.

Wie die "Miljon", die "Miljarde" und das "Miljöh" ... "Bijjaa" hab ich
noch nie gehört, wieder was dazugelernt über die Alpenländler. Ist
diese Aussprache nun "Weanerisch" oder "Österreichisches Deutsch"? ;-)

(Übrigens gibt es in Österreich eine Gruppe von
Universitätslinguisten, die als ihr Forschungsgebiet tatsächlich
"Österreichisches Deutsch" angeben und sogar eine eigene Homepage
eingerichtet haben! Hier die URL:
http://gewi.kfunigraz.ac.at/~muhr/oedt/index.html)

Noch was zur "I-Mehl". Schriftsprachlich stört mich das "I", sofern
ich es mir nicht in "Internet-Mail" umdeute, wofür ich hier schon mal
plädiert habe. Wollen wir zukünftig "E-Mehl" schreiben? Ich kann nur
raten, welches Gesicht Uli Steins Bäckermäuse dazu machen würden ...
;-) (http://www.ulistein.de/CARTOONS/008.html)

In einem andern Thread hast du heute geschrieben:

> Das Österreichische Wörterbuch registriert *das* E-Mail
> als Haupt-, *die* Mail als Nebenvariante.

Wenn sich eines Tages "Mehl" für "mail" durchsetzen würde, dann wäre
die Nebenvariante die bessere Wahl. So könnte man beide Homonyme
wenigstens grammatisch unterscheiden. Aber dazu bedürfte es sicherlich
keiner amtlichen Regelung, die meisten Sprachbenutzer würden
instinktiv so vorgehen (sog. "Homonymenflucht").

Grüße,
Jürgen

Juergen Amrhein

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

Guido Wojaczek schrieb:



> Wir sollten die Oma nicht unterschätzen. In dem Moment, in dem sie das
> Wort 'E-Mail' verwenden möchte, wird sie sehr schnell lernen, es auch zu > schreiben.

Eine tolle Oma hast du! Ich bin da etwas skeptischer, ich kenne meine
Verwandtschaft. ;-)

> > Das Problem liegt in der fremden phonologischen Struktur vieler Wörter
> > und in der manchmal fehlenden Möglichkeit, sie in bestehende
> > Flexionsparadigmen einzupassen.
>
> Auch da hilft sich die Sprache mit der Zeit, sowohl was die Phonologie,
> als auch was die Flexion betrifft.

Bei der E-Mail vielleicht ja. Gegen den zähen Widerstand einer
kleinen, aber einflußreichen Minderheit hat sich z.B. der Plural "die
E-Mails" endlich durchsetzen können. Aber beim Downloaden seh ich
schwarz. Assimiliert wäre dieser Ausdruck erst, wenn sich folgender
Dialog entspannen könnte:

- Lodest du dir das neue Programm daun?
- Nicht nötig, ich hab es mir schon daungelodet!

Oder alternativ:

- Daunlodest du dir das neue Programm?
- Nicht nötig, ich hab es mir schon gedaunlodet!



> > E-mail, gesprochen "I-mejl". Den Diphtong "ej" gibt es aber sonst
> > nirgends im Deutschen, außer in "Hei!". (Aber Interjektionen halten
> > sich auch sonst nicht an die einzelsprachlichen Regeln der
> > Phonemkombination.)
>
> Also ich höre oft genug "I-mehl". Das findet man sogar schon in
> schriftlicher Form so. Aber es graust mich jedesmal, wenn ich es lese.

Vielleicht steht dir bei "I-Mehl" ein Haar weniger zu Berge und bei
"E-Mehl" sogar deren zwei. ;-)

> Wogegen ich mich wehre, sind die ständigen Prognosen des drohenden
> Untergangs, wenn man 'Computer' und 'Internet' sagt, und die damit
> verbundenen Appelle, die deutsche Sprache doch rein zu halten.

"Internet" ist ja auch herrlich. Da stößt sich keine Zunge daran. Ich
weiß ja auch nicht, was die Deutschtümler reitet. Es gibt gute Gründe,
bestimmte Wörter einzudeutschen. Manchmal reicht eine
phonologische/graphemische/syntaktische Assimilierung; manchmal ist es
auch nötig und angebracht, auf deutsche Wörter zurückzugreifen
("herunterladen"), insbesonders wenn sie das englische Wort treffend
übersetzen. Aber lieber geht man auf eine sprachliche Großjagd,
anstatt jeden Einzelfall argumentativ abzuwägen.

Grüße,
Jürgen

Falco Meurer

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Gernot Zander schrieb:

>>Ich denke, daß die Wörter E-Post oder auch E-Brief genau den
>>Kern der Sache widergeben. Was genau soll denn das Wort

>>"E-Mail" Deiner Meinung nach noch beinhalten?
>
>E-Brief ist ein Einschreib-Brief. Post ist auch kein deutsches
>Wort, denke ich. Also mache einen besseren Vorschlag.

Hallo Gernot,

Du hast recht. "Post" kommt von it. "posta". Aber in dem Wort "Post"
befindet sich kein Laut, der sonst nirgends in der deutschen Sprache
vorkommt - im Gegensatz zu dem Wort "Mail".

>Und "herunterladen" ist schlechtes bzw. gar kein Deutsch, weil
>man einen LKW "ablädt", und auch Dinge von seiner Ladefläche
>ablädt, und nicht "herunterlädt". Als nächstes käme also der
>Feldzug gegen dieses schlechte Wort. Eine Datei abladen
>bedeutete aber ganz was anderes.


Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und man erkennt die richtige
immer aus dem Zusammenhang. Beispiele: Glas, Sonne, Blatt, Strom,
Erde, Messer, usw. Meinst du irgendjemand hat sich schon mal darüber
beschwert?

>Das Internet liefert mir aber niemand, es bleibt, wo es ist.

Ein Internetlieferant liefert natürlich nicht das ganze Internet,
sondern nur einen klitzekleinen Teil. So wie der Milchlieferant nicht
die gesamte Milch liefert, die es auf der Welt gibt, sondern nur eine
bestimmte Menge. Meiner Meinung nach ist "Internetlieferant" völlig
korrekt. Denn auch abstraktes kann man liefern!

>Ach ja - ein Rechner ist was anderes als ein Computer,
>der ist nämlich ein programmgesteuerter Rechner. Rechner
>auf englisch wäre calculator.

Was tun Programme? Programme bekommen Zahlen als Eingabe und geben
diese nach Bearbeitung ihrer Befehle durch den Prozessor _berechnet_
wieder aus (Ausgabe). Drückste z.B. die Leertaste, merkt ein Programm:
"Aha! Das war Taste Nummer 57, jetzt muß ich die Zahl 32 für die
Leertaste zur Grafikkarte senden."

Und:
computare = to compute = rechnen
computator = computer = Rechner!


Falco


Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7m25pm$3g1$1...@scorpio.in-berlin.de...
> Hi,

>
>
> Ach ja - ein Rechner ist was anderes als ein Computer,
> der ist nämlich ein programmgesteuerter Rechner. Rechner
> auf englisch wäre calculator.
>
och, "Rechner" wird schon gelegentlich im Sinne von "Computer" benutzt. Wie
dem auch sei: man nennt dieses superschlaue Gerät doch nur "blöde Kiste"
oder nicht? :-)

Gruß Mikako

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Katarina & Simon Hayston <hay...@launch.net.au> schrieb in im Newsbeitrag:
zh1h3.106$X34....@nsw.nnrp.telstra.net...
> Hallo John,
>
> Du hast mit Sicherheit recht, dass in der deutschen Sprache immer mehr
> englische Begriffe auftauchen. Und nicht immer hoert sich das gut an. Ab
er
> wir wollen doch nicht uebersehen, dass
> 1. auch in anderen Sprachen 'auslaendische' Begriffe beigemischt werden
> und 2. wir ja schon sehr viele auslaendische Begriffe verwenden, wie z.B.
> Restaurant, Portemonnaie, Saldo, Kredit etc. sicher, viele der Begriffe
> wurden ueber die Zeit verdeutscht. Nichts desto trotz ist deren Ursprung
> franzosesich, italienisch usw.
>
> Und das gerade im Computer / Technik Bereich die englische Sprache Einzug
> gehalten hat, liegt daran, dass im internationalen Verkehr englisch eben
DIE
> Sprache ist.
>
Hallo Katarina

Bin ganz Deiner Meinung. Dieses Phänomen nennt man auch
"Sprachimerialismus".

Gruß Mikako

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7m25uu$3g7$1...@scorpio.in-berlin.de...
> Hi,

>
> > Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.
>
> Da sind wir uns alle einig. Nur fehlt die echte Alternative!
> Herunterladen ist nämlich genau der gleiche Unsinn.
>
Und warum? Ich zumindest habe kein Problem damit.

Gruß Mikako

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Jörg Digmayer <digm...@uni-passau.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3784a7f5...@news.rz.uni-passau.de...

> Clemens Meier <clm...@lili8.lili.uni-bielefeld.de> schrieb in
> de.etc.sprache.deutsch:
>
> >Japaner nicht haben r.
>
> Das ist mir neu. Der einzige Ausdruck, den ich auf Japanisch kenne,
> hat ein r: Domo arigato.
>
Japaner haben kein L!!! Sondern nur R (Zungenspitzen-R). Deshalb werden alle
L in Fremdwörtern durch R ersetzt, wie bei terebi. Oh, da fällt mir noch was
ein. Sie haben auch kein V, sondern nur B.
Ein Beispiel (könnte sich für Euch furchtbar anhören): biruherumu fon
funboruto <- Wilhelm von Humboldt!

Gruß Mikako

Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Juergen Amrhein schrieb in Nachricht
<37850C60...@uni-koeln.de>...
>
>Michael Pronay schrieb:

>
>"Verschleifung" (phonologische Reduktion) und "Monophtongierung".
>Du warst nah dran! ;-)

Sieh da!

>> Außerdem gibt's hübsche Beispiele, daß sich das Deutsche
>> quasi "eigene fremde" phonologische Strukturen schafft.
>> Das Spiel mit den Elfenbeinkugeln, das in Österreich
>> beispielsweise französisch "bijjaa" ausgesprochen wird,
>> hat sich in Deutschland die seltsame Mischform "billjad"
>> zugelegt.
>
>Wie die "Miljon", die "Miljarde" und das "Miljöh" ...

Vorsicht. Sowohl die Million wie die Milliarde haben ein
i nach dem Doppel-l. Da entspricht die Aussprache ziemlich
genau dem Schriftbild. Das Milieu wird korrekt übernommen.
Billard hingegen hat kein "rechtfertigendes" i hinter dem
Doppel-l.

>"Bijjaa" hab ich noch nie gehört, wieder was dazugelernt
>über die Alpenländler. Ist diese Aussprache nun "Weanerisch"
>oder "Österreichisches Deutsch"? ;-)

Dialekt keinesfalls (in Wiens Kaffeehäusern heißt der Sport
"Bilaa" mit leicht slawisiertem L), eher gehobene Sprache.

>(Übrigens gibt es in Österreich eine Gruppe von
>Universitätslinguisten, die als ihr Forschungsgebiet tatsächlich
>"Österreichisches Deutsch" angeben und sogar eine eigene Homepage
>eingerichtet haben! Hier die URL:
>http://gewi.kfunigraz.ac.at/~muhr/oedt/index.html)

Aha, das wäre etwas für - wie hieß er noch: Martin Braun?
Michael Braun? - der das ja kräftig geleugnet hat.

>Noch was zur "I-Mehl". Schriftsprachlich stört mich das
>"I", sofern ich es mir nicht in "Internet-Mail" umdeute,
>wofür ich hier schon mal plädiert habe. Wollen wir
>zukünftig "E-Mehl" schreiben?

Interessanterweise lese ich meistens nur "Mehl", ohne E-/I-.

>Ich kann nur raten, welches Gesicht Uli Steins
>Bäckermäuse dazu machen würden ...
>;-) (http://www.ulistein.de/CARTOONS/008.html)

Der ist sehr hübsch!

>In einem andern Thread hast du heute geschrieben:
>
>> Das Österreichische Wörterbuch registriert *das* E-Mail
>> als Haupt-, *die* Mail als Nebenvariante.
>
>Wenn sich eines Tages "Mehl" für "mail" durchsetzen würde,

Woran ich keineswegs glaube. Ich halte Mehl für ausschließlich
ironischen Schriftgebrauch.

>dann wäre die Nebenvariante die bessere Wahl. So könnte man
>beide Homonyme wenigstens grammatisch unterscheiden. Aber
>dazu bedürfte es sicherlich keiner amtlichen Regelung, die
>meisten Sprachbenutzer würden instinktiv so vorgehen (sog.
>"Homonymenflucht").

Am leichtesten geht's in Wien: "Ich schick D@r a Mail/Mehl",
das paßt immer, unabhängig vom Genus.

Michael


Michael Pronay

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to
Guido Wojaczek schrieb in Nachricht
<378527D1...@split.uni-bamberg.de>...
>
>Hmm. Bist du da sicher?

Sicher soll man sich in solchen Dingen nie sein ... ;-)

>Wahrig schreibt zu 'jmdn. vermissen': jmds. Abwesenheit
>schmerzlich spüren.

Mir ist schon klar, daß ich mich da in Widerspruch zu Wahrig
begebe. (Hatten wir hier, iirc, schon vor einiger Zeit
festgestellt.)

Allein, 's ist halt _mein_ Sprachgefühl und mein Eindruck,
und ich würde "vermissen" eben nie in diesem Sinn gebrauchen.
Allerdings glaube ich dennoch fest daran, daß die heutige
weite Verbreitung durch die einschlägige Synchronisationen
stark gefördert worden ist.

Michael


Erik Duerr

unread,
Jul 8, 1999, 3:00:00 AM7/8/99
to

John Miller schrieb:

> Das sehe ich aber ganz anders.

So what? BTW Wann deutschst Du Deinen Namen ein? Dschonn ist doch auch
schoen, oder?

[...]

> Das Usenet ist eine _Sache_. Es besteht aus ein paar Leitungen und
> Rechnern. Wenn Du Englisch so "megain" findest, kannst Du ja auch

> ab jetzt zu "Auto" "car" sagen. Noch besser, sprich doch nur noch
> Englisch, dann wird es wenigstens nicht von den bösen und schlechten
> deutschen Wörtern unterbrochen.

Wenn Du keine Fremdwoerter benutzen moechtest, Dschonn, dann benutze
keine. Streiche einfach alles aus Deinem Wortschatz, was Dir nicht
deutsch genug ist - fange am besten mit "Auto" an.

[...]


> >>poster = Verschicker
> >
> >Auf Deutsch: Absender
>
> Was auch immer. Es gibt oft mehrere deutsche Begriffe für ein Wort.

Ja und "Verschicker" ist wirklich ein ganz besonders schoenes Wort ...

[...]


Erik

Wolfram Steinacker

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Marc Haber schrieb:

>
> Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> wrote:
> >Ich stelle mir immer vor, wie sich die Leute im Netz irgendwas
> >runtergeholt haben.´
>
> "aus dem Netz gezogen".
>

"Einen Fischzug gemacht"?

W

Guido Wojaczek

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

Michael Pronay wrote:

> "Ich werde Dich vermissen" für "I will miss you".
> Das ist ein ärgerlicher Anglizismus (wiederum imvho),
> denn im Begriff des Vermissens steckt jenes Quäntchen
> des Verschollen-Seins, des Nicht-Wissens, wo die
> gesuchte Person oder der gesuchte Gegenstand sich
> befindet ("XY auf Expedition vermißt"; "Ich vermisse
> meinen Schlüsselbund"), der die Phrase bei Abschieden
> aller Art höchst hohl klingen läßt. Da gehört "Du
> wirst mir fehlen/abgehen" hin. "Ich werde Dich
> vermissen" klingt wie "Ich werde in kürze über Deine
> Verschollenheit klagen." Woher weiß denn das der
> Abschiednehmer?

Hmm. Bist du da sicher? Wahrig schreibt zu 'jmdn. vermissen': jmds.
Abwesenheit schmerzlich spüren. Und das kann man doch wissen. Also mir
geht es jedenfalls so, wenn meine Frau mal wegfährt. Da weiß ich schon
im Voraus, daß ich sie vermissen werde.
Ich erkenne da aber noch keinen Anglizismus. Ich glaube, daß vermissen
im Deutschen dieselben Bedeutungen hat wie 'miss' im Englischen, ohne
daß hier ein Übernahme vorliegt.

Grüße.

Guido


Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Guido Wojaczek <guido.w...@split.uni-bamberg.de> schrieb in im
Newsbeitrag: 3784B6CC...@split.uni-bamberg.de...
>
>
> Klaus Lottmann wrote:
>
> > Boris 'pi' Piwinger <3....@detebe.org> schrieb in im Newsbeitrag:
> >
> > > Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
> > > auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
> > > neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.
> >
> > Es geht ja wohl nicht darum, daß es deutsch 'klingt'. Aber wenn Du von
> > elektronischen Briefen sprichst, kann sich auch jeder, der kein englisch
> > spricht, etwas darunter vorstellen.
>
> Wirklich? Jemand, der nicht weiß, was eine E-Mail ist, kann sich imho kaum
> etwas unter einem elektronischen Brief vorstellen. Auch wenn er die
einzelnen
> Wörter _elektronisch_ (übrigens auch ein Fremdwort) und _Brief_ (auch
eines,
> außerdem ein tolles Beispiel für ein Bedeutungsverschiebung) versteht, mit
> einem _elektronischen Brief_ kann er sicherlich nichts anfangen.
>
Das ist allerdings wahr. In unserer Kundenbetreuungsabteilung wurden immer
wieder mal die Fragen von (älteren) Kunden gestellt, wie man die
elektronische Post bekommt, ob man dafür einen Computer braucht, ob man ihn
eingeschaltet lassen soll usw., wobei diese Menschen mit dem Begriff
"Internet-Zugang" nicht anfangen konnten. Solche Leute können unter
"elektronischem Brief" oder "el. Post" wirklich nur verstehen, dass es sich
dabei um irgendwelche Nachricht handelt, die wahrscheinlich durch die
Verwendung eines Computers zu bekommen ist. Mehr nicht.

[cut]
>
> Ich halte es für äußerst fraglich, ob jemand, der fachfremd ist, die Dinge
> besser versteht, wenn man sie mit deutschen Fachausdrücken bezeichnet.
>
Da hast Du recht. Termini technici, in welchem Fach auch immer, müssen von
den Fachleuten auswendig gelernt und richtig gebraucht werden, aber sie
müssen nicht von _allen_ möglichen Leuten verstanden werden, die mit dem
betreffenden Fach nichts zu tun haben. Für termini technici werden in vielen
Fächern eben Fremdwörter bevorzugt wie z.B. graeco-lateinisches Mischmasch
in der Medizin/Pharmakologie, Englisch in der Computerbranche...
Die Verständlichkeit der Fachausdrücke kommt m.E. nur dann in Frage, wenn
der Fachmann mit einem blutigen Laien in Berührung kommt. In dem Moment
sollte sich der Fachmann bemühen, fachspezifische Ausdrücke/Bezeichnungen
möglichst verständlich zu erklären und/oder zu umschreiben. Aber solange
sich Fachleute miteinander unterhalten, ist alles selbstverständlich.
Problematisch finde ich jedoch die Tatsache, dass in der Computerbranche
Deutschlands noch nicht DIE Fachsprache existiert, d.h. man ist sich nicht
in _allen_ Punkten einig, welche Bezeichnungen wofür zu verwenden sind.

Gruß Mikako

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Falco Meurer <fal...@online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7m30ai$6af$1...@news.online.de...

Hallo Falco

Passen etwa die französischen Lehnwörter von der Phonetik her besser zum
Deutschen??? Was ist mit den nasalierten Vokalen wie in Engagement
[a~gadschma~]?
Übrigens: Die Artikulation von "r" mit dem Zäpfchen (Uvulum) wurde vom
Französischen übernommen! Das deutsche "r" war ursprünglich ein
Zungenspitzen-R, das noch in manchen Gegenden, insbesondere im Süden,
geläufig ist.

Gruß Mikako

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Gernot Zander (hi...@gmx.de) meinte folgendes:
>in de.etc.sprache.deutsch Wolfram Meyer-von Gagern <gag...@gmx.de> wrote:
>> Man tut es nur einfach nicht. Häufigstes Argument (s.o.) ist, dass
>> der englische Begriff genauer sei. Dabei wird aber überhaupt nicht
>> beachtet, dass der Begriff nur im Deutschen genauer ist. "Provider" ist
>
>Wie genau der im englischen ist, spielt für unseren Gebrauch ja
>auch keine Rolle.

Insoweit schon, dass uns dort vorgemacht wird, dass neue Dinge auch mit
bekannten Ausdrücken bezeichnet werden können.

>> Und dieses "download" ist MUSEN ja nun wirklich ein Sprachverhunzer.
>
>Da sind wir uns alle einig. Nur fehlt die echte Alternative!
>Herunterladen ist nämlich genau der gleiche Unsinn.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich ganz trefflich streiten ;-))

Gruß, Wolfram

Thomas Bliesener

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
John Miller <john....@gmx.de> wrote:

> den Begriff "E-Mail". Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
> und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet". Was habt Ihr gegen den
> schönen Begriff "herunterladen". Gut, man muß es ja nicht gleich

"Saugen/... habe ich gesaugt" ist viel cooler.

bli

Wolfram Meyer-von Gagern

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
roman kawe (Roman...@gmx.de) meinte folgendes:

>john....@gmx.de (John Miller) writes:
>
>> Boris 'pi' Piwinger schrieb in Nachricht
>> >Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.
>>
>> Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
>> ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest. Deshalb
>> sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
>> ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich
>> und nicht hier hin.
>
>Das Wort "FollowUp-To " muss *wörtlich* in den Headern
>(nein, *nicht* Kopfzeilen) eines Postings (nein, ich sage
>*nicht* Nachricht oder Anschlag oder Beitrag oder
>Neuigkeit.) erscheinen. Warum man das wohl auch
>genauso ankündigt?

Ist aber kein ausreichendes Argument, schließlich redet man häufig genug
auch vom Absender statt vom From oder vom Betreff statt von Subject oder
von der Newsgruppe statt von der Newsgroup, obwohl all dies auf Englisch
in den Kopfdaten (dem Header) steht.

>Das Usenet wurde halt in den USA erfunden (und hat dort
>seinen Namen bekommen).

Und das Auto wurde in Deutschland erfunden und heißt auf Englisch
trotzdem "car".

Gruß, Wolfram

Juergen Amrhein

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

Michael Pronay schrieb:

> "Ich werde Dich vermissen" für "I will miss you".
> Das ist ein ärgerlicher Anglizismus (wiederum imvho),
> denn im Begriff des Vermissens steckt jenes Quäntchen
> des Verschollen-Seins, des Nicht-Wissens, wo die
> gesuchte Person oder der gesuchte Gegenstand sich
> befindet ("XY auf Expedition vermißt"; "Ich vermisse
> meinen Schlüsselbund"), der die Phrase bei Abschieden
> aller Art höchst hohl klingen läßt. Da gehört "Du
> wirst mir fehlen/abgehen" hin. "Ich werde Dich
> vermissen" klingt wie "Ich werde in kürze über Deine
> Verschollenheit klagen." Woher weiß denn das der
> Abschiednehmer?

Ja, ich teile dein Sprachgefühl. "Ich werde dich vermissen." ist zum
Davonlaufen, am besten in eine noch unentdeckte Wüste. MUSEN ist das
genauso ein Anglizismus wie das schon berüchtigte "Oh mein Gott!", das
wir alle von amerikanischen Synchronisierungen kennen. Fehlt nur noch
der falsche denverclanunddallasmäßige Augenaufschlag ...

(Nebenbei: wer hat schon einmal die unzähligen mimischen und
gestischen Amerikanismen beobachtet? In meiner Schulzeit konnte ich
schon in den Klassen unter mir gewisse Affektiertheiten beobachten,
die geradewegs auf das Vorbild der amerikanischen Kultserien schließen
ließen. Hach, bin ich gerade kulturpessimistisch drauf, ist doch sonst
nicht meine Art ... ;-))

Deine Argumentation teile ich aber nur zum Teil. Was dich sicherlich
stört, ist die verschiedene Belegung der Subjektstelle in den beiden
Sätzen:

a.) Ich werde dich vermissen.
b.) Du wirst mir fehlen.

"Ich" klingt in a.) aktiver als das "mir" in b.), wohingegen "dich"
schon beinahe etwas Objekthaftes besitzt, was der verabschiedeten
Person in b.) gewißlich nicht zukommt. Eine schöne Unterscheidung, die
das kasusarme Englische so nicht treffen kann.

Hinzu kommt die unterschiedliche Interpretation des Futur-"Werdens":
a.) läßt eine Absicht anklingen, b.) eine Befürchtung ...

Wie schön und schützenswert sind auch die subjektlosen Sätze im
Deutschen:

- Mich friert.
- Mir ist kalt.
- Mir läuft der Schweiß.
- Mir ist schlecht.
- Mir ist zum Heulen.
- Mir wird ganz anders ...

Jürgen

Jens Kutilek

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Falco Meurer schrieb:

> das Problem besteht meiner Meinung nach darin, daß die englischen
> Lehnwörter von der Phonetik her oft überhaupt nicht zum Deutschen
> passen. Beispiele: Njuusgruup, I-Mäil, Kommpjuuter, riplei, follou,
> usw. Das englische "r" unberücksichtigt. Unsere Sprache wird doch
> durch diese fremden Phoneme total verhunzt!

[ ] Du kannst Altgriechisch sprechen.
[ ] Du weißt, wie die alten Lateiner gesprochen haben.


--
Jens Kutilek And you, you look like heaven,
Webmaster im Sportzentrum An angel who stepped from a dream,
der TU Braunschweig Seven hundred and seventy-seven times
Lovelier than anything I've ever seen.
@work:http://www.unisport.tu-bs.de @home:http://www.tu-bs.de/~y0007793


Tassilo Halbritter

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
In article <7m368o$f4a$2...@news05.btx.dtag.de>, Mikako Hayashi-Husel

Du hättest schon erwähnen können, daß die eingefügten 'u' sogenannte
Lispelvokale sind (d.h. fast stumm) und nur dazu dienen, das europäische
Wort an die streng silbische (Schrift-)Struktur des Japanischen anzunähern.
Ausgesprochen klingts eher nach Birherm fon Funborto

--
_____ _ _ Tassilo Halbritter mailto:halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Frage ist nicht, ob es ein Jenseits gibt, sondern
| | | |_| | wie weit es von Manhattan entfernt ist und wann es
| | | _ | geöffnet hat."
|_|a |_| |_|a Woody Allen


Thomas Bliesener

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Tassilo Halbritter <tas...@aon.at> wrote:

> Doch, doch. Es ist ihnen nur egal, ob sie es als r oder l aussprechen. Genauso,
> wie uns das ich- und ach-'ch' gleich erscheint.

Ich dachte, das wäre nur in .ch so? In .de ist es sehr wohl verschieden.

bli

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
john....@gmx.de (John Miller) wrote:

>>Kannst Du dazu mal Beispiele nennen. Wo ist die Bedeutung von E-Mail,
>>Newsgroup, Internet, Usenet etc. ohne jeden Zusammenhang unklar?
>
>Deiner Oma sind diese Begriffe ganz bestimmt ohne Zusammenhang unklar.

Das sind sie auch, wenn ich dafuer irgendwelche dt. Begriffe ausdenke.
Wahrscheinlich ist es noch schlimmer, weil bei letzteren der
Eigentlich-muesste-ich-das-verstehen-Effekt eintritt.

>Jeder, der sich noch nie mit dem Internet beschäftigt hat, kennt
>höchstens die Worte "E-Mail" und "Internet".

Immerhin. Und es werden mehr dieser Art.

>Würdest Du statt der
>englischen Begriffe Wörter wie E-Post, Neuigkeitengruppe, Internet oder
>ähnliches benutzen, könnte sich vielleicht sogar Deine Oma etwas unter
>einer Neuigkeitengruppe im Internet vorstellen.

Aber sich nicht das, was eine Newsgroup ist. Da geht es naemlich
mitnichten um Neuigkeiten. Wir haben im Deutschen hier also sogar
einen Vorteil vor dem Englischen, wo man das missdeuten koennte.

>Als ich zum ersten Mal
>in meine Leben das Wort "Usenet" gehört habe, konnte ich mir auch nichts
>gescheites darunter vorstellen. Dasselbe bei dem Wort "Telefon". Wer
>wußte denn kurz nach der Erfindung dieses Gegenstandes, was ein Telefon
>ist?

Bingo. Man muss es lernen. Ob unter dem Begriff Internet oder
Zwischennetz, ob Zwischennetzerkunder ...

>Du beschwerst Dich hier die ganze Zeit, daß Dir die Wörter nicht
>gefallen,

Ich will zeigen, dass die scheinbar so naheliegenden und einfachen
Uebersetzungen eben nicht zielfuehrend sind. Schon zu oft erlebt mit
schlechter Software.

>>>Was genau soll denn das Wort "E-Mail" Deiner Meinung
>>>nach noch beinhalten?
>>

>>Die zwei von Dir angefuehrten Bedeutungen. Beispiel: Etwas per E-Mail
>>schicken (E-Mail als Gesamtheit). Ich habe heut morgen schon wieder 37
>>E-Mails gehabt (E-Mails als einzelne Nachrichten).
>
>Sagst Du auch: "Gestern habe ich viele Zuckers gekauft", "Ich will
>meinen Kaffee mit Zuckis"? Was ist so schwer daran zu sagen, "Ich habe
>heute morgen schon wieder 37 E-Post gehabt"?

Weil Post im Deutschen nicht zaehlbar ist, klingt das grausam. Im
Deutschen ist Mail aber ohne weiteres so zu handhaben. Ob Englaender
dabei Probleme haben, stoert hier nicht. Die Amerikaner fangen langsam
an, Mails zu reimportieren;-)

>>>>>Oder dieses unglaublich dumme Verb "downloaden"
>>>>

>>>>Was ist dumm daran?
>>>
>>>"herunterladen" besagt dasgleiche wie "downloaden",
>>
>>Aber eben auch viel mehr.
>
>Was soll es denn mehr aussagen.

Hatte ich doch schon geschrieben. Herunterladen kann man viel mehr,
hat nichts mit Netz zu tun.

>Daß Du mal Englisch gelernt hast und das
>jetzt auch überall anwenden willst, auch wenn andere denken, Du bist ein
>(zensiert) Blender mit viel heißer Luft und nichts dahinter?

Du bist ganz dicht am *PLONK*.

>>>>>und dann Sätze wie "... habe ich gedownloadet".
>>>>

>>>>Es muesste natuerlich heissen: Ich habe downgeloadet.
>>>

>>>Eben, diese Wörter sind einfach "Dummdeutsch".
>>
>>Den Ausdruck zu diffamieren, ist keine Erklaerung.
>
>"downloaden" heißt übersetzt "herunterladen".

Bei Fremdwoertern kommt es nicht in erster Linie auf die Uebersetzung
an. Am Anfang vielleicht noch, danach verselbstaendigen diese sich
aber.

>Die meisten Menschen, die
>Fremdwörter benutzen, _obwohl_ diese überhaupt nicht angebracht sind und
>auch keinen weiteren und zusätzlich erhellenden Sinn ergeben, haben sehr
>oft ein geringes Selbstbewußtsein.

Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Auf jeden Fall hast Du keine
Argumente, ueber billige Beleidigungen kommst Du nicht hinaus.

>>>wird auch nicht daran gedacht, mal ein eigenes Wort zu finden.

>>
>>Die Schaffung eines neuen Fremdwortes ist ja ein kreativer Prozess,
>>auch wenn er Dir nicht gefaellt. Es braechte keinen Gewinn, sich ein
>>neues deutsch klingendes (was auch immer das sein mag) zu erfinden.
>

>Welchen Begriff bringt die Übernahem eines englsichen Begriffes? Gibt es
>dafür Geld? Dann sage mir doch bitte mal wo, ich melde mich dann da auch
>mal an.

Geschickter Ausweichversuch.

>Die Japaner sagen zu "E-Mail" "denshime-ru".

Und?

>Wo liegt denn das Problem, einen deutschen Begriff zu wählen?

Wo ist der Nutzen?

>Dabei verliert niemand etwas, aber die deutsche Sprache gewinnt dazu.

Wenn dem so waere, muessten wir massiv Fremdwoerter ersetzen. Weil
diese aber alt sind, stoeren sie Dich nicht. Aus dem Lateinischen oder
Griechischen gelten sie sogar als besonders toll, klassische Bildung
und so.

>Im Moment verliert nur
>die deutsche Sprache. Kein Sprache übernimmt diese Verenglischung so
>stark wie die deutsche.

Es wird halt nur ein norddeutscher Dialekt reintegriert. >:->

>Das kann man auch am Beispiel des Wortes "Handy"
>sehen. Kein englischsprachiges Land dieser Welt benutzt das Wort
>"Handy".

Eben. Ein gaenzlich neues Wort. Jetzt haben wir mal nicht den
englischen Ausdruck uebernommen und schon wieder ist es Dir nicht
recht.

>Woanders heißt es z. B. "cellular phone" oder "mobile phone".
>Was soll also dieses "Handy"? Handlich, nützlich oder was? Warum
>verstecken sich so viele Menschen in Deutschland eigenen Sprache?

Weil sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, welche Woerter sie
benutzen.

>>>>>Internet Provider = Internet Lieferant oder Internet Versorger
>>>>

>>>>Klingt ja schauderlich. Internet liefern stelle ich mir uebrigens
>>>>schwierig vor. Internet versorgen hat bestimmt was mit Computerbau zu
>>>>tun, oder?
>>>
>>>Aber genau das besagt "Provider".
>>
>>Im Englischen mag das so sein, im Deutschen nicht.
>
>Im Deuschen gibt es das Wort Provider gar nicht.

Freilich, Du hast es sogar benutzt.

>Provider ist ein
>englisches Wort, das in die deutsche Sprache vergewaltigt wird. Es soll
>auch Leute geben, die walken in Deutschland auf dem pedestrian precinct,
>weil sie diese Begriffe so toll finden, deswegen sind diese Worte aber
>noch lange nicht deutsch, sondern sie werden ohne ihr Wollen in etwas
>gezwängt, was ihrer Phonetik sehr weh tut.

Aha, also besser gleich alle Fremdwoerter verbieten, denn sie erleiden
alle dasselbe Schicksal.

>>Usenet ist der Name fuer diese "Sache".
>
>Usenet ist der Name, den die englische Sprache dieser Sache zugewiesen
>hat. Die deutsche Sprache hat ihr keinen Namen gegeben.

John Miller ist der Name, den die englische Sprache Dir zugewiesen
hat. Die deutsche Sprache hat Dir keinen Namen gegeben. Also benenne
Dich bitte sofort um.

>>>"Newsgruppen" ist doch wohl einfach nur lächerlich.
>>
>>"Laecherlich" ist auch durch staendige Widerho(h)lung kein Argument.
>
>Danke gleichfalls.

Mehr faellt Dir nicht ein? Du koenntest Dich ja auch freuen, dass da
ein Wort sanft eingedeutscht wird.

>>>>>User = Benutzer
>>>>
>>>>Ich gehe auf ein Benutzertreffen. Haeh?
>>>
>>>Ja, vielleicht gefällt Dir aber auch "Anwendertreffen" oder
>>>"Verbrauchertreffen" besser?
>>
>>Nicht wirklich. Netztreffen gibt wenigstens halbwegs den Inhalt
>>wieder.
>
>Ein Netztreffen gibt eher die Bedeutung von Netzen, die sich treffen
>wieder.

Usertreffen ist also doch besser.

>>>"to compute" ist ein uralters englisches Wort, das schon
>>>benutzt wurde, als noch niemand an den "computer" gedacht hat.
>>
>>Eben. Damals war es -- um mit Deinen Worten zu sprechen -- cool und
>>megain, die megastronge Sprache Latein fuer Fremdwoerter
>>heranzuziehen.
>
>In der Kirche wurde sogar in Latein gepredigt.

Ist ja fast wie Vorlesungen auf Englisch an deutschsprachigen
Hochschulen.

>Die Gebildeten sprachen
>unter sich ausschließlich Latein. Es gab auch mal eine Zeit, da sprachen
>alle Gebildeten unter sich nur Französisch und hielten Deutsch für die
>Sprache der Dummen und Ungebildeten.

Haengengeblieben sind aus diesen Zeiten viele Woerter. Pfui, pfui,
pfui!

>Wenn Du also auch zu den Gebildeten
>zählen möchtest, dann höre doch einfach auf ein Gebrabell von Deutsch
>und Englisch zu sprechen und schreiben und rede nur noch Englisch.

Non sequitur.

>Es mischen sich in jeder Sprache die Einflüsse anderer Sprachen ein, das
>ist auch sehr natürlich. Englisch kann davon ein Lied singen. Das steht
>allerdings nicht im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung der
>deutschen Sprache, denn in Deutschland wird _jedes_ englische Wort
>übernommen, daß unseren Alltag verändert.

Du hast oben selbst ein Gegenbeispiel gebracht. (-> Handy statt
entsprechender engl. Ausdruecke)

> Es werden sich überhaupt keine
>Gedanken darüber gemacht, diese Wörter in das Deutsche zu übersetzen. In
>keinem Land der Welt werden die Begriffe so unbesehen übernommen wie in
>Deutschland. Früher wurde hier und da mal ein paar Begriffe aus dem
>Griechischen oder Lateinischen übernommen, aber so extrem wie jetzt ist
>das nie geschehen.

Eben hast Du noch wesentlich extreme Entwicklungen geschildert, in der
Deutsch komplett abgelegt wurde.

>Wenn so viele Begriffe vom Lateinischen in das
>Deutsche übernommen worden wären wie heute die Wörter vom Englischen in
>das Deutsche, würde heute keiner mehr Deutsch sondern nur noch Latein
>sprechen. Der ständige Vergleich, daß früher so unglaublich viele
>lateinische Wörter in das Deutsche übertragen wurden, ist absolut
>unhaltbar.

"absolut"

>>Fanden auch damals einige sicherlich laecherlich und
>>dumm. Hier tun sich Deutsch und Englisch sicher nicht viel, aber so
>>ist das.
>
>Nein, die normalen Bauern haben sich bestimmt nicht so schnell
>angepasst, wie Du es gerne warhaben willst.

Und? Benutzen diese normalen Bauern jetzt alle die fuerchterlichen
englischen Woerter? Ausserdem aendern sich Gesellschaftsstrukturen.

>Es waren immer ein paar
>Leute, die glaubten, sie müssen sich vom normalen Dorfpöbel abheben, um
>zu zeigen, daß sie ja so intelligent und viel besser als die andern
>waren. Außerdem ist Englisch so etwas wie ein "Bastardsprache". Es ist,
>bedingt durch die hohen Einwanderungszahlen in die USA, ein Schmelztigel
>der Sprachen.

Also ueberhaupt nicht geeignet, um damit anzugeben.

>Latein ist dagegen eine recht reine Sprache, aus der man
>sich eher bedienen sollte.

Abgesehen von den griechischen Fremdwoertern.

>>>>>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
>[...]
>>>Kein normaler Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung.
>>
>>Irrtum. Bei fast jedem Crossposting (schon wieder so ein Wort) sollte
>>er ein Followup-To setzen, sonst wird ihm das schon jemand sagen.
>>Gelegentlich hoert man dann: "Mein Programm hat sowas nicht", was in


>>Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.
>
>Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
>ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest. Deshalb
>sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
>ähnliches.

Bitte gestalte Deine Postings um, dort benutzt Du folgende Woerter:
Path, From, Newsgroups, Subject, Date, Lines, Message, Posting, Host,
Content, Type, Encoding, Access, Trace, Newsreader und mehr

>>>Was soll an dem Satz
>>>"Antworten auf meine Nachrichten werden nach news:soc.culture.german
>>>umgeleitet" so unzutreffend und falsch sein?
>>
>>Man sieht gelegentlich Threads, die crossgepostet oder off-topic sind,
>>und dann versucht einer, diesen umzuleiten, indem er ein Posting
>>reinschreibt und ein F'up setzt, was natuerlich nichts aendert, da die
>>Antworten auf die inhaltlichen Beitraege nicht umgeleitet werden. Auch
>>das Posting, das dieses Feld enthaelt, wird nicht umgeleitet.
>
>Du als gebürtiger Deutsche, wirst Dir bestimmt bessere Ausdrücke
>einfallen lassen können als ich, oder?

Vielleicht ja, vielleicht nein. Andere haben das versucht und sind auf
die Nase gefallen, wie obiges Beispiel zeigt. Es wird den Leuten
suggeriert, dass sie verstehen, was sie tun, was aber leider nicht der
Fall ist. Vielmehr hat ihnen die Uebersetzung nicht geholfen sondern
das Leben zusaetzlich erschwert.

>>>"Ich schreibe eine Antwort" = Reply
>>
>>Ich schreibe hier auch gerade eine Antwort, das ist aber ein Followup
>>und kein Reply, das waere Mail.
>
>Nein, Du hast eine Antwort auf meinen Beitrag geschrieben. Im Englischen
>haben wir auch keine Unterscheidung zwischen "Reply = Antwort" und "Mail
>= Post". Was soll also diese unsinnige Unterscheidung?

Sie ist durchaus zweckmaessig. Man unterscheidet zwei verschiedene
Moeglichkeiten der Antwort.

>>Wer redet von Aufgabe? Aber eine Verschmelzung ist in einigen
>>Bereichen zu beobachten und auch sinnvoll.
>
>Ja, in wirtschaftlichen Bereichen.

Auf jeden Fall. Der Computerbereich ist aber noch wesentlich staerker
vernetzt.

>>>Die Sprache und Kultur machen ein Volk zu einem
>>>Volk. Wenn die Sprache stirbt, stirbt auch das Volk. Ich schätze den
>>>Kulturaustausch sehr, Du nicht?
>>
>>Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.
>
>Annehmen ja, aber die deutsche Sprache nimmt nichts an, sondern sie gibt
>sich selbst auf. Austausch heißt auch das zwei Seiten etwas abgeben.
>Aber Deutsch gibt nichts ab sondern verliert sich selbst.

Oben hast Du noch geschildert, wie kaputt doch die englische Sprache
ist. Jetzt verstehe ich Dich. Du willst uns vor dem grausamen
Schicksal Deiner Muttersprache bewahren.

>>>Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
>>>wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden.
>>
>>Wie waere es mit PR, IR, ROI etc.? Es gibt auch dort einige
>>Fremdwoerter. Von allen war auch nie die Rede.
>
>PR hieß früher mal Werbung oder noch schöner Reklame.

Das ist etwas anderes als PR.

>Leute die diese
>Wörter gerne benutzten, haben oft nur heiße Luft. Viel Geschwätz, mit
>Wörtern, die sie kaum verstehen.

Die heisse Luft kommt von Dir. Wenn Du Ahnung davon haettest, so
wuerdest Du aufgrund meines Namens vermuten, dass ich mehr von PR
weiss, als Du hier suggerierst. Leider weisst Du aber nicht einmal,
was das ueberhaupt ist. Soweit nicht weiter schlimm, man kann icht
alles wissen, dann sollte man sich aber lieber zurueckhalten.

>>Je mehr es werden und je spezieller sie sind, desto aufwendiger wird
>>das Lernen. Beispiel: Ich kann ohne grosse Probleme RfCs lesen, da das
>>Fachvokabular kein Problem darstellt. Ich diskutiere weiterhin derzeit
>>auf eine Beta-Tester-Mailingliste in Englisch ueber einen Newsreader,
>>kommunikativ ganz unkompliziert.
>
>Genau, da geht es um eine internationalen Austausch und da Englisch die
>Sprache ist, die viele Menschen auf dieser Welt mal gelernt haben,
>verständigt man sich in Englisch. Dagegen habe ich nichts einzuwenden.
>Aber in einer Diskussion mit Deutschen benutzt man Deutsch, weil sie mit
>dieser Sprache aufgewachsen sind.

Du uebergehst das Argument meines obigen Absatzes, dass das so einfach
moeglich ist, *weil* die Begriffe dieselben sind.

>Warum in einer Sprache diskutieren die
>die wenigsten Nichtmuttersprachler wirklich perfekt beherrschen und wo

Wenn man nur Sprachen sprechen duerfte, die man perfekt beherrscht,
muessten fast alle Menschen schweigen, ich will mich da gar nicht
ausnehmen.

>Dein Problem mit den Paar Vokabeln liegt kann ich nicht nachvollziehen.
>Du mußt ja nicht tausende neue Wörter lernen,

Obens stellst Du dar, wie wahnsinnig viele Begriffe es waeren.

>>Vielleicht magst Du ein Beispiel aus einem computerfernen Bereich? Ich
>>bin Logiker, alle relevante Literatur ist Englisch, die meisten
>>Fachausdruecke werden nicht uebersetzt. So kann sogar jemand, der kein
>>bzw. sehr wenig Deutsch spricht, zur Not noch etwas in Deutsch
>>abgefasstem folgen. Man verzichtet darauf, krampfhaft dt.
>>Begrifflichkeiten zu erfinden.
>
>Wenn sich jemand, der überhaupt kein Deutsch spricht, einen Text
>durchliest, wird er den Zusammenhang nicht im geringsten verstehen.

Mag ja sein, aber die Anforderung ist sehr gering.

pi
--
Usenet is like Tetris for those who still can read.

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
"Falco Meurer" <fal...@online.de> wrote:

>das Problem besteht meiner Meinung nach darin, daß die englischen
>Lehnwörter von der Phonetik her oft überhaupt nicht zum Deutschen
>passen. Beispiele: Njuusgruup, I-Mäil, Kommpjuuter, riplei, follou,
>usw. Das englische "r" unberücksichtigt. Unsere Sprache wird doch
>durch diese fremden Phoneme total verhunzt!

Das ist bei anderer Herkunft nicht anders, etwa die Schanksze. Bei
Latein und Griechisch (alt) wissen wir nicht einmal sicher, wie es
richtig waere. Es erscheint mir sogar legitim, wenn die Fremdwoerter
einen mehr oder weniger eigenstaendige Aussprache entwickeln.

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
gag...@gmx.de (Wolfram Meyer-von Gagern) wrote:

>>Das Wort "FollowUp-To " muss *wörtlich* in den Headern
>>(nein, *nicht* Kopfzeilen) eines Postings (nein, ich sage
>>*nicht* Nachricht oder Anschlag oder Beitrag oder
>>Neuigkeit.) erscheinen. Warum man das wohl auch
>>genauso ankündigt?
>
>Ist aber kein ausreichendes Argument, schließlich redet man häufig genug
>auch vom Absender statt vom From

Oder auch vom Reply-To und meint eigentlich den Sender, manchmal aber
auch nicht ...

>oder vom Betreff statt von Subject oder

In der Tat, eine ganz eindeutige Uebersetzung.

>von der Newsgruppe statt von der Newsgroup, obwohl all dies auf Englisch
>in den Kopfdaten (dem Header) steht.

Kopfdaten ist doch ein voellig unverstaendliches Wort. Nachrichtenkopf
klingt ebenso eigenartig, waere aber naheliegender. Von Newsgruppen
spricht man ganz allgemein, wenn man aber jemandem sagt, was er in die
Newsgroups-Zeile schrieben soll, dann sollte man sie schon genau so
nennen.

>>Das Usenet wurde halt in den USA erfunden (und hat dort
>>seinen Namen bekommen).
>
>Und das Auto wurde in Deutschland erfunden

Dabei gibt es doch so schoene dt. Woerter wie Kraftfahrzeug,
Personenkfraftwagen, Wagen ...

>und heißt auf Englisch trotzdem "car".

Wobei obiges durchaus verstanden wird.

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
"Falco Meurer" <fal...@online.de> wrote:

>>Und "herunterladen" ist schlechtes bzw. gar kein Deutsch, weil
>>man einen LKW "ablädt", und auch Dinge von seiner Ladefläche
>>ablädt, und nicht "herunterlädt". Als nächstes käme also der
>>Feldzug gegen dieses schlechte Wort. Eine Datei abladen
>>bedeutete aber ganz was anderes.
>
>Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und man erkennt die richtige
>immer aus dem Zusammenhang. Beispiele: Glas, Sonne, Blatt, Strom,
>Erde, Messer, usw. Meinst du irgendjemand hat sich schon mal darüber
>beschwert?

Schreibst Du mir eine Mail? (jeder weiss, dass es ums Netz geht)
Schreibst Du mir einen Brief? (jeder nimmt an, dass es um Papier geht)

Diese Abgrenzung ist wesentlich enger als in Deinen Beispielen.

Gernot Zander

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Hi,

in de.etc.sprache.deutsch Falco Meurer <fal...@online.de> wrote:
> >Und "herunterladen" ist schlechtes bzw. gar kein Deutsch, weil
> >man einen LKW "ablädt", und auch Dinge von seiner Ladefläche
> >ablädt, und nicht "herunterlädt". Als nächstes käme also der
> >Feldzug gegen dieses schlechte Wort. Eine Datei abladen
> >bedeutete aber ganz was anderes.

> Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und man erkennt die richtige
> immer aus dem Zusammenhang. Beispiele: Glas, Sonne, Blatt, Strom,

"abladen" wäre aber genau das Gegenteil!

> >Das Internet liefert mir aber niemand, es bleibt, wo es ist.

> Ein Internetlieferant liefert natürlich nicht das ganze Internet,
> sondern nur einen klitzekleinen Teil. So wie der Milchlieferant nicht

Nein, nicht mal das. Er erbringt eine Dienstleistung, er liefert
keine Ware.

> >Ach ja - ein Rechner ist was anderes als ein Computer,
> >der ist nämlich ein programmgesteuerter Rechner. Rechner
> >auf englisch wäre calculator.

> Was tun Programme? Programme bekommen Zahlen als Eingabe und geben


> diese nach Bearbeitung ihrer Befehle durch den Prozessor _berechnet_

Richtig. Ein (Taschen-, Tisch-, sonstiger)Rechner kann aber mit
Programmen überhaupt nichts anfangen. Das entscheidende Kriterium
für einen Computer ist die Programmierbarkeit. Bitte dann also
"programmgesteuerter Rechenautomat" sagen. Das ist mehr als nur
ein Rechner.
Oh, Mist, Programm und Automat sind ja auch Fremdwörter.

> Und:
> computare = to compute = rechnen
> computator = computer = Rechner!

"computare" heißt "einschneiden". Der Weg zum Computer führte
über das Kerbholz, auf dem z.B. der Wirt Außenstände eingeschnitten
hat.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Dies ist im allgemeinen nur dann erforderlich, wenn sich das System einmal
aufgehängt hat. (Handbuch VICTOR V286P)

John Miller

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Guido Wojaczek schrieb in Nachricht
<3784E76B...@split.uni-bamberg.de>:

>> Deiner Oma sind diese Begriffe ganz bestimmt ohne Zusammenhang unklar.

>> Jeder, der sich noch nie mit dem Internet beschäftigt hat, kennt

>> höchstens die Worte "E-Mail" und "Internet". Würdest Du statt der


>> englischen Begriffe Wörter wie E-Post, Neuigkeitengruppe, Internet oder
>> ähnliches benutzen, könnte sich vielleicht sogar Deine Oma etwas unter
>> einer Neuigkeitengruppe im Internet vorstellen.
>

>Ich wage zu bezweifeln, daß sich eine Oma etwas unter E-Post vorstellen kann.
>Unter Post sehr wohl, aber was E-Post sagt ihr doch genauso wenig wie die
>Neuigkeitengruppe. Was hier fehlt ist der Kontext, aus dem sich die Bedeutung
>für sie erschließen läßt.

Das Kürzel "E-" ist ein ganz normales Kürzel, das elektronisch heißt, es
gibt doch auch die E-Gitarre oder den E-Zug. Also, wenn diese Oma noch
geistig fit ist, kann sie sich daraus eine "Elekronische Post" basteln.
Sie würde natürlich nicht 100 %ig genaus wisssen, was man sich darunter
vorstellen kann, aber ich denke, daß sie schon eine ungefähre Idee von
der Sache bekommen könnte. Außerdem würde sie sich wohl auch den Begriff
sofort merken können, denn so ungewöhnlich finde ich dieses Wort nicht.

>> Als ich zum ersten Mal
>> in meine Leben das Wort "Usenet" gehört habe, konnte ich mir auch nichts
>> gescheites darunter vorstellen. Dasselbe bei dem Wort "Telefon". Wer
>> wußte denn kurz nach der Erfindung dieses Gegenstandes, was ein Telefon
>> ist?
>

>Noch so ein verdammenswertes Fremdwort. Warum sagen wir nicht 'Fernsprecher'?

Fernsprecher ist auch nett. Die Sache ist einfach die, daß die
lateinischen Buchstaben im Englischen anders ausgeprochen werden als im
Deutschen. Fremdwörter, die der deutschen Phonetik angeglichen sind,
fallen mir nicht negativ auf und stören mich auch überhaupt nicht.
Nehmen wir mal als Beispiel das Wort "Handy (wie im englischen
Ausgespochen, also: [hä:ndi]". Dieses Wort stört die Phonetik des
Deutschen. Würde man das Wort aber deutsch aussprechen, d. h. so, wie es
geschrieben wird also: [handi], fände ich es angenehmer. Klar, das hört
sich ganz und gar nicht schön an, man könnte sich deswegen aber auch
andere Wörter einfallen lassen. [handi] könnte man als "handgroß"
interpretieren und hätte wenigstens einen Zusammenhang mit dem
Deutschen. Pseudoenglisch im Deutschen ist einfach nur bemitleidenswert.

Hier ist das Alphabet in Englisch und Deutsch

Buch- Deutsch Englisch
stabe

a a: ei
b be: bi
c ze: si
d de: di
e e: i
f äf ef
g ge: dschi
h ha: eitsch
i i: ai
j jot jei
k ka: kei
l äl el
m äm äm
n än än
o o: ou
p pe: pi
q ku kju
r är ar
s es es
t te: ti
u u ju
v v wi
w we: dablju
x iks eks
y ypsilon wai
z zet sed

Wie man vielleicht aus dieser Tabelle sehen kann, haben Deutsch und
Englisch eine völlig unterschiedliche Phonetik. Wenn jetzt Wörter, die
zur deutschen Phonetik gehören, mit Wörtern aus der englsichen Phonetik
gemischt werden, fällt so etwas auf. Sprachen kann man immer an ihrer
Phonetik erkennen. Selbst wenn jemand einen Russen Russisch sprechen
hört, einen Franzosen Französisch, einen Japaner Japanisch und einen
Engländer Englisch, so kann er diese Sprachen alleine durch die
unterschiedliche Phonetik der Wörter auseinanderhalten, ohne daß er auch
nur ein Wort das gesprochen wurde kennen muß. In der englischen Sprache
ist die Betonung der Wörter ganz anders. Wenn jetzt hin und wieder ein
Fremdwort in einem Satz gespochen wird, daß aus einer unterschiedlichen
Phonetik kommt, dann fällt dieses auf. Noch einmal zu Wiederholung. Ich
habe nichts gegen die Fremdwörter aus einer anderen Phonetik und
Sprache, manchmal sind sie wirklich passend und lockern eine
Unterhaltung auf. Allerdings ist es sehr störend, wenn in einem Gespäch
solche Wörter im Übermaß gebraucht werden.


>> Ein anderes Beispiel im Deutschen ist das Wort "Denkmal".
>> Wieviele Leute nehmen den bewusst war, daß wenn man diese Wort
>> aufspaltet entweder die Aufforderung "denk mal!" oder eben ein Mal zum
>> denken. Den wahren Ursprung dieses Wortes kenne ich zwar nicht, aber
>> interessant finde ich diese Tatsache schon. Ob Dir also der "ISP =
>> Internet Service Provider = Internet Dienst Anbieter bzw. Lieferant"
>> gefällt oder nicht, dieser Ausruck besagt aber genau das was es ist. Ein
>> "Internet Service Provider" richtet sich nur an die englischsprechende
>> Menschen in Deutschland, ihm scheinen die deutschspechenden Kunden egal
>> zu sein. Ein "Internet Dienst Anbieter" würde sich aber auch an eine
>> deutschsprachige Kunschaft wenden, wovon man wohl in Deutschland
>> ausgehen sollte.
>
>Glaubst Du das wirklich?

Was soll ich glauben? Ich glaube, daß Firmen, die die Arroganz haben,
mit rein-englischen Begriffen zu werben, einen Eindruck machen, als ob
sie keine Kunden haben wollten, die in Deutschland Deutsch sprechen.
Warum macht denn jemand _in Deutschland_ Werbung mit englischen Worten.
Was soll das? Ich dachte immer, die Produkte seien auch für Menschen da,
die Englisch nicht sprechen. In Deutschland gibt es so viele Leute, die
nur ganz wenig Englisch sprechen und das sind nicht nur die alten Leute.
Was ist mit den Hauptschülern oder Sonderschülern? Die meisten sprechen
doch kaum Englisch. Sollen diese ausgegrenzt werden?

>> Was soll es denn mehr aussagen. Daß Du mal Englisch gelernt hast und das


>> jetzt auch überall anwenden willst, auch wenn andere denken, Du bist ein

>> (zensiert) Blender mit viel heißer Luft und nichts dahinter? Jemand der
>> sich vor seiner eigenen Sprache schämt und alles ablehnt was Deutsch
>> ist, um zu zeigen, wie weltoffen, tolerant und intelligent er doch ist?
>
>Was ist denn 'Deutsch' deiner Meinung nach. Du solltest dich doch einmal mit
>der Etymologie der deutschen Sprache gründlich auseinandersetzen. Dann wirst
>du feststellen, wie wenig 'Deutsches' es in der deutschen Sprache gibt.
>Genauso verhält es sich übrigens beim Englischen.

Es geht vor allem um die englische Phonetik, die ganz anders ist als die
deutsche.

>> "downloaden" heißt übersetzt "herunterladen". Die meisten Menschen, die


>> Fremdwörter benutzen, _obwohl_ diese überhaupt nicht angebracht sind und
>> auch keinen weiteren und zusätzlich erhellenden Sinn ergeben, haben sehr
>> oft ein geringes Selbstbewußtsein.
>

>Diese Unterstellung solltest du doch einmal belegen. Immer zu behaupten, daß
>jemand, der Fremdwörter benutzt, ein Persönlichkeitsproblem hat, mag
>vielleicht irgendwelche Stammtischbrüder beeindrucken, hier kann ich darüber
>nur lächeln.

Diese Studie stand vor ungefähr drei Jahren in der FAZ, habe sie
allerdings nicht mehr vorrätig. Vielleicht reicht Dir meine Antwort
nicht, aber vor kurzem wurde eine Studie veröffentlicht, in der
untersucht wurde, wer das reinere Deutsch spricht. Dabei wurde
festgestellt, daß Frauen viel weniger Fremdwörter benutzen als Männer.
Dies wurde damit begründet, daß Männer eher den Drang verspüren
anzugeben und sich also was ganz tolles darzustellen. Auch das ist ein
Hinweis darauf, daß vor allem die Leute viele Fremdwörter benutzen, die
anderen imponieren wollen. Jemand der so etwas macht, hat es also
ziemlich "nötig". Wenn Du danach suchst, wirst Du bestimmt diese
Untersuchungen im Internet finden.

>> Die Japaner sagen zu "E-Mail" "denshime-ru". Wo liegt denn das
>> Problem, einen deutschen Begriff zu wählen? Dabei verliert niemand


>> etwas, aber die deutsche Sprache gewinnt dazu.
>

>Wo liegt das Problem, einen schon vorhandenen Begriff aus einer anderen
>Sprache zu übernehmen? Ein Reinheitsgebot gibt es in Deutschland bislang nur
>für das Bier.

Wie oben schon erwähnt, stört sich die Phonetik daran.

>> Das kann man auch am Beispiel des Wortes "Handy"
>> sehen. Kein englischsprachiges Land dieser Welt benutzt das Wort
>> "Handy".
>

>Natürlich. Denn dieses Wort gibt es im Englischen nicht. Es handelt sich dabei
>um eine höchst interessante deutsche Neuschöpfung.

Was ist daran interessant?

>> Woanders heißt es z. B. "cellular phone" oder "mobile phone".
>> Was soll also dieses "Handy"?
>

>Es bezeichnet eine Sache, für die es vorher keine Bezeichnung im Deutschen
>gab. Ist das Daseinsberechtigung genug?

Nein, Händi gesprochen und Handy geschrieben, ist die Übernahme der
Englischen Phonetik in das Deutsche. Das ist ein Zeichen der fehlenden
Identiät der Deutschen mit ihrer Sprache. Gründe für die Frage, warum
bei sehr vielen Leuten in Deutschland die Identiät mit Ihrer Sprache
nicht vorhanden ist, habe ich bereits ansatzweise in einem anderen
Artikel in diesem Faden bzw. Ast geschrieben. Es gab auch mal Zeiten, da
hatte keiner einen Ausruck für Fernseher. Was ist denn so schwer daran,
sich deutsche Enstprechungen einfallen zu lassen.

>> Im Deuschen gibt es das Wort Provider gar nicht. Provider ist ein


>> englisches Wort, das in die deutsche Sprache vergewaltigt wird.
>

>Ist jede Fremdwortübernahme für dich eine sprachliche Vergewaltigung?

Bei unbedachten Übernahmen schon. Was ist so schlimm daran, wenn Dir ein
Internet-Lieferant deinen Internetzugang zur Verfügung stellt. Macht es
Deine Kabelleitungen langsamer nur weil es ein deutscher Ausdruck für
eine Sache ist?

>> Es soll
>> auch Leute geben, die walken in Deutschland auf dem pedestrian precinct,
>

>Ehrlich? Bist du sicher, daß du hier nicht zwei Dinge vermischt, nämlich die
>Alltagssprache mit der Jugendsprache, für die seit eh und je eigene Gesetze
>galten?

Ja, ich bin mir da ganz sicher, daß diese Entwicklung auch bei Leuten
über 20 und 30 vorhanden ist.

>> weil sie diese Begriffe so toll finden, deswegen sind diese Worte aber
>> noch lange nicht deutsch, sondern sie werden ohne ihr Wollen in etwas
>> gezwängt, was ihrer Phonetik sehr weh tut.
>

>Wie kann man der Phonetik weh tun? Indem man ein Wort ausspricht?

Auch indem man ein Wort schreibt.

>> In der Kirche wurde sogar in Latein gepredigt. Die Gebildeten sprachen


>> unter sich ausschließlich Latein. Es gab auch mal eine Zeit, da sprachen
>> alle Gebildeten unter sich nur Französisch und hielten Deutsch für die

>> Sprache der Dummen und Ungebildeten. Wenn Du also auch zu den Gebildeten


>> zählen möchtest, dann höre doch einfach auf ein Gebrabell von Deutsch
>> und Englisch zu sprechen und schreiben und rede nur noch Englisch.
>

>Wir können auch wieder Latein reden. Oder auch alle Fremdwörtern aus dem
>Deutschen eliminieren. Dann müssen wir allerdings wieder trommeln zur
>gegenseitigen Verständigung.

Was ist so schwer daran, sich an eine Sprache zu halten? Wenn ich mit
einem Deutschen spreche, benutze ich doch auch nicht lauter englische
Wörter und wenn ich Englisch spreche benutze ich keine deutschen. Wo
liegt denn das Problem?

>> Es mischen sich in jeder Sprache die Einflüsse anderer Sprachen ein, das
>> ist auch sehr natürlich. Englisch kann davon ein Lied singen.
>

>Genau. Wo liegt dann dein Problem?

Das Englisch nicht die gleiche Phonetik hat. Nehmen wir mal als Beispiel
das deutsche Wort "Kindergarten". Es wurde in das Englische übernommen
mit den Buchstaben "kindergarten", ausgespochen wird es aber
"kinde gatn". Das fügt sich wenigsten in die englische Phonetik ein.
Aber in Deutschland versucht jeder möglichst genau die englischen Wörter
so auszusprechen wie sie auch im Englischen klingen. Die Mehrzahl der
englischen Neuschöpfungen sind zusammengesetzte Wörter, die es schon vor
hundert Jahren gab, wie z. B. chip = Splitter, to browse (browser) =
schmöckern, blättern. Warum übersetzt man so etwas nicht einfach in
Schmöckerer oder Blätterer zum Beispiel. Was soll denn daran so schlecht
sein und keine angst, es wird auch kein Ausländer sagen, Deutschland
wäre zu national, nur weil ihr Internet-Blättrer oder
Internet-Schmöckerer sagt. Wieviele Leute in Deutschland benutzen denn
das Wort "Browser" ohne überhaupt zu wissen, was es eigenlich bedeutet?

>> Es werden sich überhaupt keine
>> Gedanken darüber gemacht, diese Wörter in das Deutsche zu übersetzen. In
>> keinem Land der Welt werden die Begriffe so unbesehen übernommen wie in
>> Deutschland.
>

>Worauf stützt du diese Behauptung?

Weil es keine entsprechenden deutsche Begriffe gibt, oder hast Du schon
mal jemanden gesehen, der Internet-Schmöckerer sagt?

>> Früher wurde hier und da mal ein paar Begriffe aus dem
>> Griechischen oder Lateinischen übernommen, aber so extrem wie jetzt ist
>> das nie geschehen.
>

>Entschuldige, aber da muß ich doch lachen. Hier und da? Kauf dir doch mal das
>Buch 'Unser tägliches Latein' von Bernhard Kytzler und Lutz Redemund. Du wirst
>dich wundern, wirklich wundern.

Na gut, hier und da ist vielleicht ein wenig untertrieben, aber es gab
wenigstens genug deutsche Begriffe, auf die man hätte ausweichen können.
Die Phonetik ist eben wichtig und die englische ist eine andere als die
Deutsche.

>> Wenn so viele Begriffe vom Lateinischen in das
>> Deutsche übernommen worden wären wie heute die Wörter vom Englischen in
>> das Deutsche, würde heute keiner mehr Deutsch sondern nur noch Latein
>> sprechen.
>

>Entschuldige, aber diese Behauptung wirst du nicht einmal ansatzweise halten
>können, wenn du mal in einem etymologischen Lexikon blättern solltest.

Sprichst du in Deutschland etwas reinstes Latein? Deutschland gehörte
teilweise mal zu Rom und daß sich dadurch die Sprache gemischt hat,
bleibt nicht aus. Du sprichst aber doch hier trotzdem kein reinstes
Latein. Oder gibt es im Deutschen Wörter wie: segnis, ludibrium, malum,
incitare, calceus, sentire...
Dafür daß ein Teil Deutschlands von den Römern und Franzosen besetzt
war, hat die deutsche Sprache nicht all zu viele Wörter behalten. Viele
Wörter der deutschen Sprache mögen lateinischen Ursprungs sein, aber es
sind eben nicht _genau die gleichen_ Wörter des lateinischen, sondern
Abwandlungen in das Deutsche. Außerdem ist die Phonetik des Lateinischen
mit der deutschen vergleichbar und fügt sich viel besser in das
Sprachgeschehen ein.

>> Der ständige Vergleich, daß früher so unglaublich viele
>> lateinische Wörter in das Deutsche übertragen wurden, ist absolut
>> unhaltbar.
>

>Ach ja? Lies doch bitte erst einmal einschlägige Literatur.

Übertreibe doch nicht so. Von über 100.000 Wörtern, die es in der
deutschen Sprache gibt, sind ganz bestimmt nicht alle buchstabengetreu
lateinische Wörter. Du kannst ja mal in einer ruhigen Stunde nachzählen
wieviele Wörter Du dort findest, die haargenau aus dem lateinischen
stammen.

>> >Fanden auch damals einige sicherlich laecherlich und
>> >dumm. Hier tun sich Deutsch und Englisch sicher nicht viel, aber so
>> >ist das.
>>
>> Nein, die normalen Bauern haben sich bestimmt nicht so schnell

>> angepasst, wie Du es gerne warhaben willst. Es waren immer ein paar


>> Leute, die glaubten, sie müssen sich vom normalen Dorfpöbel abheben, um
>> zu zeigen, daß sie ja so intelligent und viel besser als die andern
>> waren.
>

>Nanana. Das meinst du aber nicht ernst?

Doch! Ein Volk und eine Kultur identifiziert sich zu einem Großteil aus
der Sprache heraus. Leute die als besonders schlau gelten wollen,
benutzen sehr viele Fremdwörter. Sprache ist immer eine Abgenzung von
anderen. Wenn Du in einem Dorf viele Fremdwörter benutzt um zu zeigen,
daß Du was besseres bist und viel schlauer bist als der ganze "Pöbel"
zusammen, wirst Du schnell ausgegrenzt werden. Das ist mein ernst, wenn
Du es nicht glaubst, kannst Du einen Psychologen Deines Vertrauens
befragen. Du erweckst hier die ganz Zeit den Eindruck als hätte es
niemals das Althochdeutsche und Mitteldeutsche gegeben, sondern daß hier
alle Latein spächen und das stimmt einfach nicht.

>> Außerdem ist Englisch so etwas wie ein "Bastardsprache".
>

>Hast du schlechte Erfahrungen mit dem Englischen gemacht?

Bastardsprache bedeutet einfach nur, daß die englische Sprache ein
Mischling aus vielen hundert Sprachen und Dialekten ist. Englisch wurde
z. B. in den USA stark von den Mexikanern geprägt. Eine "Bastardsprache"
ist weder eine negative noch eine positive Wertung.

>> Es ist,
>> bedingt durch die hohen Einwanderungszahlen in die USA, ein Schmelztigel

>> der Sprachen. Latein ist dagegen eine recht reine Sprache, aus der man
>> sich eher bedienen sollte.
>
>Jede Sprache ist ein Schmelztiegel, auch das Lateinische. Wenn du dich mit der
>Etymologie anderer Sprachen nicht auskennst, solltest du mit solchen
>Behauptungen etwas vorsichtiger sein. Rein ist das Lateinische jedenfalls
>nicht.

Latein ist reiner und ursprünglicher als das Englische. Warum willst Du
das denn hier bezweifeln. Englisch ist ein Mischmasch und von
Ursprünglichkeit weit entfernt.

>> Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
>> ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest.
>

>Muß ich das? Und was mache ich, wenn ich auch im englischsprachigen Usenet
>Neuigkeiten lese? Noch ein Programm installieren? Und was mache ich, wenn ich
>so polyglott bin, daß ich auch noch französische Nachrichten lese?

Benutzt Du vielleicht für jede Sprache einen Neuigkeitenleser oder kann
er nur eine Sprache ausgeben? Wenn Du den Zusammenhang nicht
abgeschnitten hättest, wäre der von mir geschriebene Satz sinnvoller.
Deshalb zitiere ich nocheinmal den Zusammenhang und setze Deine Antwort
darunter:

--


>>>>follow up to = Umleitung nach/zu/zum ...
[...]
>>Kein normaler Anwender kommt mit diesen Begriffen in Berührung.
>
>Irrtum. Bei fast jedem Crossposting (schon wieder so ein Wort) sollte
>er ein Followup-To setzen, sonst wird ihm das schon jemand sagen.
>Gelegentlich hoert man dann: "Mein Programm hat sowas nicht", was in
>Wirklichkeit aber nicht stimmt, es heisst nur flasch.

Darauf antworte ich in meinem letzten Artikel:

Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest. Deshalb
sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder

ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich

und nicht hier hin. Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
hingehen. Dort hat er sogar eine noch größere Auswahl. Was nutzt ein
deutschsprachiger Bereich des Neuigkeitennetzes, bei dem ein "de."
steht, wenn niemand Deutsch lesen will. Warum gehen die Leute denn dann
in den "de." Bereich?
--
So und jetzt kommst Du und zitierst folgendes:

>> Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
>> ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest.
>

>Muß ich das? Und was mache ich, wenn ich auch im englischsprachigen Usenet
>Neuigkeiten lese? Noch ein Programm installieren? Und was mache ich, wenn ich
>so polyglott bin, daß ich auch noch französische Nachrichten lese?

Ich habe lediglich geschrieben, daß man in dem "de."-Bereich des
Neuigkeitennetzes erwarten sollte, daß auch die Anwender ein
deutschsprachiges Programm benutzen, in dem "Betreff" anstatt "Subject"
steht, oder? Wenn Du im französischsprachigen Teil bist, sollte man
davon ausgehen, daß in seinem Neuigkeitenleser "Sujet" steht. Was soll
denn diese Arroganz zu glauben, _jeder_ Mensch auf dieser Welt spricht
Englisch. Was ist mit den älteren Leute, die das Neuigkeitennetz neu für
sich entdecken. Woher sollen die denn wissen, was Du mit "Subject"
meinst?

>> Deshalb
>> sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder

>> ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich

>> und nicht hier hin. Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
>> hingehen.
>
>Deutschland denen, die ein 'reines' Deutsch sprechen?

Deutschland denen, die sich nicht vor ihrer eigenen Sprache schämen.

>> Nein, Du hast eine Antwort auf meinen Beitrag geschrieben. Im Englischen
>> haben wir auch keine Unterscheidung zwischen "Reply = Antwort" und "Mail
>> = Post". Was soll also diese unsinnige Unterscheidung?
>

>Es scheint, daß die deutsche Sprache hier eine Bedeutungsverschiebung oder
>auch -einengung vorgenommen hat, oder? Da war man offensichtlich doch nicht so
>gedankenlos bei der Übernahme.

Was soll denn daran gedankenvoll sein, wenn man ein Wort
buchstabengetreu und mit seiner Phonetik übernimmt?

>> >>Ach, die Welt wächst zusammen, ist ja was ganz neues. Deshalb müssen
>> >>also alle ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben, so daß wir alle
>> >>Einheitsmenschen werden?


>> >
>> >Wer redet von Aufgabe? Aber eine Verschmelzung ist in einigen
>> >Bereichen zu beobachten und auch sinnvoll.
>>

>> Ja, in wirtschaftlichen Bereichen. Die Bürger der EU werden hoffentlich
>> ihrer Identität weiter pflegen. Ich mag den Kulturaustausch, die
>> Erweiterung des eigenen Horizontes.
>
>Nur den Kulturaustausch und den sprachlichen nicht? Aber Pizza ißt du trotzdem
>und nennst sie auch so?

Ich habe schon einmal gesagt, daß ich nichts gegen Fremdwörter habe,
sondern gegen eine inflationäre Benutzung derselben.

>> Wenn aber jemand, so wie im Moment
>> Deutschland, diese Identität aufgibt, ist das ein Armutszeugnis.
>
>Bitte, belege doch mal, wie man mit der Übernahme von ein paar Fremdwörtern
>seine Identität aufgibt.

Es sind ein paar mehr als ein paar. Vielleicht solltest Du Dir mal die
Werbung angucken, dann stellst Du vielleicht fest, was alles Englisch
ist, obwohl es auch deutsche Entsprechungen gibt.

>> >Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.
>>
>> Annehmen ja, aber die deutsche Sprache nimmt nichts an, sondern sie gibt
>> sich selbst auf. Austausch heißt auch das zwei Seiten etwas abgeben.
>> Aber Deutsch gibt nichts ab sondern verliert sich selbst.
>

>Ach ja? Wie steht es denn mit 'Kindergarten' im Englischen? Und das ist kein
>Einzelfall.

Oder blitzkrieg ;)
Zum Kindergarten habe ich schon einmal weiter oben etwas gesagt.

>> PR hieß früher mal Werbung oder noch schöner Reklame.
>

>PR ist imho doch etwas mehr als bloß Werbung oder Reklame. Laß dich mal von
>einem PR-Menschen aufklären.

PR heißt Public Relations oder wenn man nicht so "cool" sein will sagt
man dazu Öffentlichkeitsarbeit und wenn es Dich scharf macht, kannst Du
es mit ÖA abkürzen. Es ist eben nichts anderes als dieses deutsche Wort.

>> Leute die diese
>> Wörter gerne benutzten, haben oft nur heiße Luft. Viel Geschwätz, mit
>> Wörtern, die sie kaum verstehen.
>

>Bist du sicher? Das hieße ja, daß in Deutschland nur Idioten rumlaufen, die
>nicht verstehen, was sie sagen.

Davon gibt es nicht nur in Deutschland genügend. Von "nur" habe ich nie
etwas gesagt.

>> Wenn sich jemand, der überhaupt kein Deutsch spricht, einen Text

>> durchliest, wird er den Zusammenhang nicht im geringsten verstehen. Du
>> kannst Dir ja mal einen computerbezogenen Text auf Portugisisch
>> durchlesen in dem ein paar Fachwörter vorkommen. Wenn Du den
>> Zusammenhang verstehts, bekommst Du von mir einen Ferrari, eine Villa
>> und eine Pferdepfegerin geschenkt.
>
>Oh, da nehme ich dich beim Wort. Könnte teuer für dich werden.

Ich warte schon ganz sehnsüchtig darauf.

Gruß
John


John Miller

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
roman kawe schrieb in Nachricht
<q94wvwb...@bonsai.fernuni-hagen.de>:

>Das Wort "FollowUp-To " muss *wörtlich* in den Headern
>(nein, *nicht* Kopfzeilen) eines Postings (nein, ich sage
>*nicht* Nachricht oder Anschlag oder Beitrag oder
>Neuigkeit.) erscheinen. Warum man das wohl auch
>genauso ankündigt?

In einem Header steht bei einer Kreuznachricht:

--
Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch,soc.culture.german
Followup-To: de.etc.sprache.deutsch
--

Jetzt verrate mir doch mal, was die Kopfzeilen mit einem
deutschprachigen Anwender zu tun haben müssen. Es ist problemlos
möglich, daß das Anwender bei einem Programm eine Aufforderung bekommt
in der steht:

Neuigkeitengruppen:
Fortsetzungsartikel:

Ein Programm kann so etwas problemlos ist die Portokolle umwandeln. Also
es wird

"Neuigkeitengruppen:" dem Protokollwort "Newsgroups:" zugeordnet und
"Fortsetzungsartikel:" wird der Protokollwort "Followup-To:" zugeteilt.

Wo liegt also Dein Problem? Dem Anwender kann es egal sein, wo welche
Worte zugeteilt werden, er kommt mit der Programmierung doch gar nicht i
Berührung.

>Du kannst ja gerne (zur Verwirrung aller) ain paar RfC
>(AfKs?) schreiben, um das zu ändern.

Warum? Die Protokolle sind in Englisch, sie müssen ja überall gleich gut
funktionieren. Deine Kritik ist hier völlig unangebracht.

>Das Usenet wurde halt in den USA erfunden (und hat dort
>seinen Namen bekommen).

So viele Sachen haben in den USA ihren Namen bekommen. Gehst Du auch ins
"Cinema" oder sagst Du immer noch dieses deutsche Wort "Kino"? Sagst Du
in Deutschland vielleicht "power supply" oder doch ist doch eher
Stromversorgung?

>> Dort hat er sogar eine noch größere Auswahl. Was nutzt ein
>> deutschsprachiger Bereich des Neuigkeitennetzes, bei dem ein "de."
>> steht, wenn niemand Deutsch lesen will. Warum gehen die Leute denn dann
>> in den "de." Bereich?
>

>Dummes Zeug.

Vielen Dank für Deine hochgeistige Begründung.

Gruß
John


John Miller

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Mikako Hayashi-Husel schrieb in Nachricht
<7m3bov$fgs$1...@news05.btx.dtag.de>:

>Da hast Du recht. Termini technici, in welchem Fach auch immer, müssen von
>den Fachleuten auswendig gelernt und richtig gebraucht werden, aber sie
>müssen nicht von _allen_ möglichen Leuten verstanden werden, die mit dem
>betreffenden Fach nichts zu tun haben. Für termini technici werden in vielen
>Fächern eben Fremdwörter bevorzugt wie z.B. graeco-lateinisches Mischmasch
>in der Medizin/Pharmakologie, Englisch in der Computerbranche...

Eben, in der Fachsprache finde ich das in Ordung, wenn z. B.
Programmierer unter sich Fachaudrücke benutzen. Nehmen wir mal als
Beispiel die Medizin. Mediziner unter sich sprechen von Poliomyelits,
Hypertonie, Hernie, Gangrän was aber bei Nichtfachleuten einfach
Kinderlähmung, Bluthochdruck, Eingeweidebruch und Wundbrand heißt.
Fachleuten unter sich gestehe ich eine Fachsprache problemlos zu.
Programmier sollen bei ihren englischen Fachwörtern bleiben, daß finde
ich absolut wünschenswert. Ich finde es nur dumm, wenn jeder, der noch
nicht einmal weiß, was ein "while-Schleife" ist, diese Fachwörter
übernimmt, ohne überhaupt zu wissen, was es mit diesen Begriffen auf
sich hat.

Gruß
John


Guido Wojaczek

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

John Miller wrote:

> Eben, in der Fachsprache finde ich das in Ordung, wenn z. B.
> Programmierer unter sich Fachaudrücke benutzen.

Anderen willst du es verbieten?

> Nehmen wir mal als
> Beispiel die Medizin. Mediziner unter sich sprechen von Poliomyelits,
> Hypertonie, Hernie, Gangrän was aber bei Nichtfachleuten einfach
> Kinderlähmung, Bluthochdruck, Eingeweidebruch und Wundbrand heißt.

Wo ist der Unterschied zwischen Hypertonie und Bluthochdruck? Wenn ich von
Hypertonie rede, weiß ich nicht, was ich sage, wenn ich von Bluthochdruck rede,
dann schon?

> Fachleuten unter sich gestehe ich eine Fachsprache problemlos zu.
> Programmier sollen bei ihren englischen Fachwörtern bleiben, daß finde
> ich absolut wünschenswert.

Ach, und ein Außenstehender darf sich keiner Fachtermini bedienen?

> Ich finde es nur dumm, wenn jeder, der noch
> nicht einmal weiß, was ein "while-Schleife" ist, diese Fachwörter
> übernimmt, ohne überhaupt zu wissen, was es mit diesen Begriffen auf
> sich hat.

Weißt du denn immer so genau über was du redest, wenn du von Wundbrand,
Kinderlähmung etc. sprichst? Es geht hier lediglich um die Bezeichnungen. Mögen
sie deutsch sein oder auch Fremdwörter, über das zugrundeliegende Wissen wird
dadurch noch nichts ausgesagt.
Wie wär's, wenn du endlich mal Belege für deine Behauptungen bringst, daß jeder,
der Fremdwörter verwendet, nicht weiß, worüber er redet, anstatt immer nur zu
verurteilen?

Grüße.

Guido


Thomas 'Theo' Kiaupat

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
On Thu, 08 Jul 1999 15:18:40 GMT, john....@gmx.de (John Miller)
wrote:
>... Wir benutzen fast ausschließlich normale englische
>Begriffszusammensetzungen, wie z. B. "Motherboard" und für uns klingt es
>eben hier genauso, als ob man als Deutscher "Mutterbrett" sagen würde.

Oder Hauptplatine für Mainboard :-)
Wenn auf dem aus Fernost kommenden Karton eben Motherboard draufsteht,
setzt sich das eben auch langfristig durch.
Beim Tempo genannten Zellstofftaschentuch ist es nicht anders.

Übrigens wer bei OS/2 nach einer Mouse oder Maus gesucht hat, hatte
Pech. Er mußte ein "Zeigegerät mit zwei Tasten" auswählen (IIRC).

>... Ein


>"Internet Service Provider" richtet sich nur an die englischsprechende
>Menschen in Deutschland, ihm scheinen die deutschspechenden Kunden egal
>zu sein.

Du glaubst das wirklich, stimmt's?

> Ein "Internet Dienst Anbieter" würde sich aber auch an eine
>deutschsprachige Kunschaft wenden, wovon man wohl in Deutschland
>ausgehen sollte.

Dann schon "Internetdiensteanbieter" oder "Anbieter von
Internetdiensten".

>Sagst Du auch: "Gestern habe ich viele Zuckers gekauft", "Ich will
>meinen Kaffee mit Zuckis"? Was ist so schwer daran zu sagen, "Ich habe

>heute morgen schon wieder 37 E-Post gehabt"? Ich wiederhole mich, es ist
>nur eine Frage der Gewöhnung. Wenn Du Wörter wie E-Post oder E-Brief ein
>paar mal hören würdest, könntest Du Dich damit daran genauso gewöhnen,
>wie es die englischen Muttersprachler mit dem Wort E-Mail gemacht haben.

Die neuen Technologien setzen sich aber zuerst bei den Jugendlichen
durch und die haben eben weniger Berührungsängste mit der englischen
Sprache.
Da können sich die konservativen Bewahrer der deutschen Sprache vom
Kopf auf die Beine stellen und wieder zurück und werden es doch nicht
ändern.

>... Was soll es denn mehr aussagen. Daß Du mal Englisch gelernt hast und das


>jetzt auch überall anwenden willst, auch wenn andere denken, Du bist ein
>(zensiert) Blender mit viel heißer Luft und nichts dahinter? Jemand der
>sich vor seiner eigenen Sprache schämt und alles ablehnt was Deutsch
>ist, um zu zeigen, wie weltoffen, tolerant und intelligent er doch ist?

Und da erreicht er eine neue Argumentationsstufe!

>... Die meisten Menschen, die


>Fremdwörter benutzen, _obwohl_ diese überhaupt nicht angebracht sind und
>auch keinen weiteren und zusätzlich erhellenden Sinn ergeben, haben sehr

>oft ein geringes Selbstbewußtsein. Dieses versuchen sie dann durch die
>übermäßige Verwendung von Fremdwörtern auszugleichen, um zu zeigen, "ich
>weiß ganz viel".

Auf welche Studie beziehst du dich dabei? Oder ist das nur dein
subjektives pauschales Vorurteil, daß deine Kontraposition festigt?

>... Wohlgermerkt, ich habe ganz bestimmt nichts gegen die
>Verwendung von Fremdwörtern, es gibt allerdings Menschen, die bei einem
>Satz mit 10 Worten, 5 Fremdwörter benutzen. Das ist das Thema dieser
>Diskussion.

Nein, du hast unter anderem was gegen das Wort E-Mail. Außerdem gegen
"Download" und "Provider". Im einzelnen kann man ja geteilter Meinung
sein, aber deine Art der Unterstellungen ist unter aller Sau (um mal
eine treffende deutsche Wendung zu verwenden)!

>... Es soll


>auch Leute geben, die walken in Deutschland auf dem pedestrian precinct,

>weil sie diese Begriffe so toll finden, deswegen sind diese Worte aber
>noch lange nicht deutsch, sondern sie werden ohne ihr Wollen in etwas
>gezwängt, was ihrer Phonetik sehr weh tut.

Die armen Worte/Wörter. Tatsächlich wäre - wohlgemerkt _wäre_! -
solch eine Verwendung eher albern. Deshalb muß einem aber nicht
gleich der Kamm schwillen.

>Usenet ist der Name, den die englische Sprache dieser Sache zugewiesen
>hat. Die deutsche Sprache hat ihr keinen Namen gegeben.

Weil sie eine Sache übernommen hat, die in einer anderen Sprache schon
länger eine Bezeichnung hat. Im Deutschen gibt es nicht
Vergleichbares. Warum also - um Gottes Willen - soll man dann nicht
miit der Sache auch das englische Wort übernehmen.

>Was hast Du gegen Anführungszeichen oder noch schöner "Gänsefüßchen"?
>Ist doch toll. Oder ärgert es Dich, weil ich nicht "'" die andern
>benutzte. Ist Dir das zu Deutsch? Ich weiß, das war Polemik?

Ach nee! Was sagst du dazu, daß die "dummen" Deutschen den ASCII
übernommen haben und damit in der EDV schleichend das
Anführungszeichen unten aufgegeben haben.

>...


>Es mischen sich in jeder Sprache die Einflüsse anderer Sprachen ein, das

>ist auch sehr natürlich. Englisch kann davon ein Lied singen. Das steht
>allerdings nicht im Zusammenhang mit der derzeitigen Entwicklung der
>deutschen Sprache, denn in Deutschland wird _jedes_ englische Wort

>übernommen, daß unseren Alltag verändert. Es werden sich überhaupt keine


>Gedanken darüber gemacht, diese Wörter in das Deutsche zu übersetzen. In
>keinem Land der Welt werden die Begriffe so unbesehen übernommen wie in
>Deutschland.

Kannst du das auch belegen?

>Früher wurde hier und da mal ein paar Begriffe aus dem
>Griechischen oder Lateinischen übernommen, aber so extrem wie jetzt ist

>das nie geschehen. Wenn so viele Begriffe vom Lateinischen in das


>Deutsche übernommen worden wären wie heute die Wörter vom Englischen in
>das Deutsche, würde heute keiner mehr Deutsch sondern nur noch Latein
>sprechen.

Hast du dir mal Gedanken gemacht, woran das liegt, bevor du dich
dermaßen darüber aufregst?

>Nein, die normalen Bauern haben sich bestimmt nicht so schnell
>angepasst, wie Du es gerne warhaben willst. Es waren immer ein paar
>Leute, die glaubten, sie müssen sich vom normalen Dorfpöbel abheben, um
>zu zeigen, daß sie ja so intelligent und viel besser als die andern

>waren. Außerdem ist Englisch so etwas wie ein "Bastardsprache". Es ist,


>bedingt durch die hohen Einwanderungszahlen in die USA, ein Schmelztigel
>der Sprachen. Latein ist dagegen eine recht reine Sprache, aus der man
>sich eher bedienen sollte.

Du hast echt einen Schuß. Nimm's nicht persönlich, aber das erinnert
mich irgendwie an Rassismus.

>Eben, im deutschsprachigen Usenet sollte man erwarten, daß ein Benutzer
>ein deutsches Programm hat, mit dem er die Neuigkeiten liest.

Wieso?

>Deshalb
>sollte man auch nicht "followup-to" schreiben, sondern Umleitung oder
>ähnliches. Ein "followup-to" gehört in den englischsprachigen Bereich
>und nicht hier hin. Wer Englisch so fantastisch findet, kann doch dort
>hingehen.

Also wenn das nicht rassistisch ist.

>...


>Ja, in wirtschaftlichen Bereichen. Die Bürger der EU werden hoffentlich
>ihrer Identität weiter pflegen. Ich mag den Kulturaustausch, die

>Erweiterung des eigenen Horizontes. Wenn aber jemand, so wie im Moment


>Deutschland, diese Identität aufgibt, ist das ein Armutszeugnis.

Wer gibt hier wessen Identität auf?

>...


>>Austausch geht aber nur, wenn man auch bereit ist, was anzunehmen.
>
>Annehmen ja, aber die deutsche Sprache nimmt nichts an, sondern sie gibt
>sich selbst auf. Austausch heißt auch das zwei Seiten etwas abgeben.
>Aber Deutsch gibt nichts ab sondern verliert sich selbst.

Du bist ein Kleingeist, der streng darauf bedacht ist, daß die
Ausgewogenheit beim Austausch der Kultur (u.a. Sprache) gewahrt
bleibt, nach dem Motto "Nehme ich ein englisches Wort von dir, mußt du
auch ein deutsches Wort von mir nehmen."
Du bist intolerant und willst anderen vorschreiben, wie sie mit auch
_ihrer_ Sprache umzugehen haben.

>Es ist wie im
>Leben, mit Leuten, die nur nehmen wollen, gebe ich mich nicht ab, weil
>daß eine sehr unangenehme Charaktereigenschaft ist.


>>>Glaubst Du, man müsste alle Fachwörter im Englischen belassen, um eine
>>>wirtschaftlich erfolgreiche Nation zu werden.
>>
>>Wie waere es mit PR, IR, ROI etc.? Es gibt auch dort einige
>>Fremdwoerter. Von allen war auch nie die Rede.
>

>PR hieß früher mal Werbung oder noch schöner Reklame. Leute die diese


>Wörter gerne benutzten, haben oft nur heiße Luft. Viel Geschwätz, mit
>Wörtern, die sie kaum verstehen.

Na und, laß sie doch!
Und wenn ein neues Wort für ein neues "Ding" eingeführt werden soll,
warum darf es dann nicht im Deutschen E-Mail oder Usenet sein?

>... Warum in einer Sprache diskutieren die


>die wenigsten Nichtmuttersprachler wirklich perfekt beherrschen und wo

>Dein Problem mit den Paar Vokabeln liegt kann ich nicht nachvollziehen.

>Du mußt ja nicht tausende neue Wörter lernen, die auch noch in fremden
>Schriftzeichen verfasst sind. Ein bißchen Bildung hat noch keinem
>geschadet.

Ob sich jemand, der PR sagt, mehr abgenzt als du, will ich mal stark
anzweifeln.

CU, Theo


P.S.: Nachdem ich diese Antowrt geschrieben hatte, habe ich bei
einigen, die vor mit geantwortet haben, ähnliche Aussagen gelesen.
Ich hatte aber keine Lust, das ganze noch einmal zu überarbeiten.
'tschuldigung dafür!

roman kawe

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
john....@gmx.de (John Miller) writes:

> >> Dort hat er sogar eine noch größere Auswahl. Was nutzt ein
> >> deutschsprachiger Bereich des Neuigkeitennetzes, bei dem ein "de."
> >> steht, wenn niemand Deutsch lesen will. Warum gehen die Leute denn dann
> >> in den "de." Bereich?
> >
> >Dummes Zeug.
>
> Vielen Dank für Deine hochgeistige Begründung.

Ja, was hast Du denn geschrieben? Das in .de-Gruppen niemand
Deutsch lesen will. Das ist dummes Zeug, oder nicht? Du
kannst hier jederzeit posten, ohne ein einziges (Deiner
Meinung nach) nicht-deutsches Wort zu verwenden. In manchen
Fallen wird das etwas albern sein, aber das bleibt ja Dir
überlassen. Niemand wird es deswegen nicht lesen wollen.

Ich lese hier ziemlich viel und ziemlich gerne Deutsch, und
ich benutze halt ab und an mal ein Wort, das ursprünglich
aus dem Englischen stammt. Genauso, wie ich keine Hemmungen
habe, ursprünglich griechische, lateinische und französische
Wörter zu benutzen. Und das ganze im schlimmsten Falle sogar
durcheinander. (Wer war das mit dem Ipsokineten?)

--
roman kawe

Guido Wojaczek

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

John Miller wrote:

> roman kawe schrieb in Nachricht
> <q94wvwb...@bonsai.fernuni-hagen.de>:

> So viele Sachen haben in den USA ihren Namen bekommen. Gehst Du auch ins


> "Cinema" oder sagst Du immer noch dieses deutsche Wort "Kino"? Sagst Du
> in Deutschland vielleicht "power supply" oder doch ist doch eher
> Stromversorgung?

Bitte, bitte, schau doch endlich einmal in ein etymologisches Wörterbuch,
bevor du etwas als deutsch bezeichnest, was nicht deutsch ist!
'Kino' ist eine ein Verkürzung des frz. Wortes 'cinématographe', dessen
Bestandteile 'kinema' und 'graphein' dem Griechischen entlehnt sind. Das
Englische hat 'cinema' ebenfalls aus dem Französischen übernommen. Erfunden
haben die bewegten Bilder nämlich die Brüder Auguste und Louis Lumière (in
Frankreich).

Also, noch einmal: Mach dich bitte erst einmal kundig, worüber du redest. Es
kommt mir langsam so vor, als ob du ständig Wörter verwendest, von deren
Ursprung du keine Ahnung hast.


> >Dummes Zeug.
>
> Vielen Dank für Deine hochgeistige Begründung.

Soll ich zu dieser deiner Bemerkung noch was sagen? Du warst doch der erste,
der das Wort 'dumm' hier ständig verwendet hat.

Grüße.

Guido

Guido Wojaczek

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

Michael Pronay wrote:

> roman kawe schrieb in Nachricht ...
> >
> >(Oder war Auto jetzt garnicht griechisch?)
>
> Ich fordere den Ipsokineten!

*grins*
Man muß dabei allerdings auf den Genuswechsel im Vergleich zur
Bezeichnung _Auto_ achten, wenn man seinen Gegenüber fragt, was für
_einen_ Ipso er denn fährt.

Grüße.

Guido


Thomas 'Theo' Kiaupat

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Sehr treffende Erwiderung! Danke.
Ich hoffe du vergibst mir, daß ich meine Antwort, die ich geschrieben
hatte, bevor ich deine Antwort las, trotzdem abschicke.

CU, Theo

Thomas 'Theo' Kiaupat

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
On Thu, 08 Jul 1999 21:57:54 GMT, "Michael Pronay" <pro...@teleweb.at>
wrote:
>
>Vorsicht. Sowohl die Million wie die Milliarde haben ein
>i nach dem Doppel-l. Da entspricht die Aussprache ziemlich
>genau dem Schriftbild. Das Milieu wird korrekt übernommen.
>Billard hingegen hat kein "rechtfertigendes" i hinter dem
>Doppel-l.

Hier irrt der Meister ;-)

CU, Theo

Peter Ringeisen

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
On Thu, 08 Jul 1999 21:57:54 GMT, "Michael Pronay" <pro...@teleweb.at>
wrote in <C99h3.849$ip....@news.chello.at>:

>>Wenn sich eines Tages "Mehl" für "mail" durchsetzen würde,
>
>Woran ich keineswegs glaube. Ich halte Mehl für ausschließlich
>ironischen Schriftgebrauch.

Wenn ich zu diesem Pfefferfressen auch mein Hirsekorn beitragen
dürfte: Ich finde, mit Verlaub, die Verwendung von "Mehl" für "mail"
sowohl vom Schriftbild als auch vom damit assoziierten Klang her
abgrundhässlich. Wem immer es zuerst eingefallen ist - beim ersten Mal
mag es noch witzig gewesen sein, aber immer wenn ich es in einem
Zusammenhang lese, aus dem hervorgeht, dass es "mail" heißen soll,
schüttelt's mich.
Soweit zu meinen Befindlichkeiten. Schade, dass es niemanden
interessiert hat.

Schönen Gruß
pcr


Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany)
"Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python)
* Jetzt neu: Das Buch zur Sig -> Amazon.de, Suchbegriff "British Humour" (ISBN 3-526-50788-0) *

Peter Ringeisen

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
On Fri, 9 Jul 1999 00:13:52 +0200, Thomas Bliesener <b...@cymes.net>
wrote
in <0r73m7...@bli.cymes.net>:

Yo, das iz zo kühl, Mann, das man's <kewl> spellen muss, hey.

SCNR
(=EKMNZ)

Boris 'pi' Piwinger

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
john....@gmx.de (John Miller) wrote:

>Jetzt verrate mir doch mal, was die Kopfzeilen mit einem
>deutschprachigen Anwender zu tun haben müssen. Es ist problemlos
>möglich, daß das Anwender bei einem Programm eine Aufforderung bekommt
>in der steht:
>
>Neuigkeitengruppen:
>Fortsetzungsartikel:

Und in naechsten Programm wieder eine andere Uebersetzung, im dritten
noch eine. Hinterher kann keiner mehr dem anderen sagen, was er meint.

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

Thomas Bliesener <b...@cymes.net> schrieb in im Newsbeitrag:
ol34m7...@bli.cymes.net...

Die Chinesen sprechen bevorzugt /l/ aus, die Japaner dagegen /r/. Aber
zwischen den beiden Liquiden richtig unterscheiden tun die beiden Völker
nicht. Das /l/ im Jap. kommt nur in einigen Dialekten vor.

Gruß Mikako

Mikako Hayashi-Husel

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Tassilo Halbritter <tas...@aon.at> schrieb in im Newsbeitrag:
ant09063...@RiscPC.233.Laa1...

In article <7m368o$f4a$2...@news05.btx.dtag.de>, Mikako Hayashi-Husel
<URL:mailto:fish...@gmx.de> wrote:
> Jörg Digmayer <digm...@uni-passau.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 3784a7f5...@news.rz.uni-passau.de...
> > Clemens Meier <clm...@lili8.lili.uni-bielefeld.de> schrieb in
> > de.etc.sprache.deutsch:
> >
> > >Japaner nicht haben r.
> >
> > Das ist mir neu. Der einzige Ausdruck, den ich auf Japanisch kenne,
> > hat ein r: Domo arigato.
> >
> Japaner haben kein L!!! Sondern nur R (Zungenspitzen-R). Deshalb werden
alle
> L in Fremdwörtern durch R ersetzt, wie bei terebi. Oh, da fällt mir noch
was
> ein. Sie haben auch kein V, sondern nur B.
> Ein Beispiel (könnte sich für Euch furchtbar anhören): biruherumu fon
> funboruto <- Wilhelm von Humboldt!
>
> Gruß Mikako

> Du hättest schon erwähnen können, daß die eingefügten 'u' sogenannte
> Lispelvokale sind (d.h. fast stumm) und nur dazu dienen, das europäische
> Wort an die streng silbische (Schrift-)Struktur des Japanischen
anzunähern.


Leider kann ich mit dem Begriff "Lispelvokal" nichts anfangen. Aber "fast
stumm" ist das jap. /u/ eigentlich nicht. Dieser Vokal hat die folgenden
phonetischen Merkmale: ungerundet, hinten, geschlossen, hoch. Demnach ist er
mit dem deutschen Vokal /u/ identisch bis auf das Merkmal "ungerundet".
Allerdings hat er eine starke Tendenz zur Synkope, wie der Schwa-Laut
(unbetontes /e/) im Deutschen. Also nicht der Vokal an sich ist "stumm".
Nebenbei: Soweit ich weiß, wird der zwischen oder vor (mehrere) Konsonanten
eingefügte Vokal, der silbenbildende Funktion erfüllt, "Sproßvokal" oder
"Svarabhakti".

> Ausgesprochen klingts eher nach Birherm fon Funborto

Nur beim schnelleren oder nachlässigeren Sprechen.

Gruß Mikako

Manfred Russ

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
Am Thu, 08 Jul 1999 21:57:54 GMT schrieb Michael Pronay:

> Billard hingegen hat kein "rechtfertigendes" i hinter dem
> Doppel-l.

Weswegen man an den betreffenden Salons immer häufiger zu lesen
bekommt, daß hier auch "Billiard" angeboten wird.
(Ja, ich weiß, daß das auch die englische Schreibweise sein kann.)

Manfred

C. Hamacher

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to

Es geht auch ganz ohne Englisch.

Den meisten von uns ist klar, dass das englische Wort Computer vom
Verb compute (rechnen, schaetzen) kommt, dass ein Computer also ein
Rechner oder Schaetzer ist. Aber noch immer gibt es viele
Zeitgenossen, die vielleicht gerade erst anfangen, sich mit diesem
komplexen Thema etwas naeher zu befassen. Dieser Artikel soll all
jenen helfen, die nicht mit einem Spielbuben (Gameboy) aufgewachsen
sind und die nicht schon von Kind auf all diese verwirrenden Begriffe
wie eine Muttersprache auf natuerlichem Wege erlernen konnten.

Mutterbrett und Riesenbiss:
Beginnen wir vielleicht mit den einfachen Dingen, die wir sehen,
anfassen und damit auch noch begreifen koennen! Alle Bausteine eines
Schaetzers werden als Hartware bezeichnet. Es ist sehr wichtig, bei
der Auswahl der Hartware sorgsam zu sein, denn nur auf guter Hartware
kann die Weichware richtig schnell laufen. Bei der Hartware ist das
Mutterbrett von besonderer Bedeutung. Das Mutterbrett soll unter
anderem mit einem Schnitzsatz von Intel ausgeruestet sein. Die gleiche
Firma sollte auch die ZVE (Zentrale Voranschreitungs-Einheit)
geliefert haben.
Damit wir uns bei der Arbeit richtig wohl fuehlen, sollten wir einen
17-Daumenlang-Vorzeiger und ein ordentliches Schluesselbrett
dazulegen. Damit auch anspruchsvolle Weichware eine gute Vorfuehrung
zeigt, muessen mindestens 32 Riesenbiss Erinnerung eingebaut sein.
Natuerlich gehoert neben dem 3 1/2-Daumenlang-Schlappscheibentreiber
auch eine Dichtscheiben-Lese-nur-Erinnerung zur Grundausruestung. Eine
Hartscheibe
mit vier Gigantischbiss duerfte fuer die naechsten zwei bis drei Jahre
ausreichend Erinnerungsplatz fuer Weichware und Daten bieten. Wenn wir
unseren PS (persoenlichen Schaetzer) auch zum Spielen benutzen wollen,
sollten wir uns neben der Maus auch noch einen Freudenstock und ein
gutes Schallbrett anschaffen.
Winzigweich und Kraftpunkt:

So, damit sind nun die optimalen Grundlagen fuer Einbau und Betrieb
der Weichware geschaffen! Damit die Weichware auf unserer Hartware
ueberhaupt laufen kann, braucht es ein Betriebssystem. Es empfiehlt
sich heute, ein solches mit einem grafischen Benutzer-Zwischengesicht
zu installieren. Besonders weit verbreitet sind die Systeme
Winzigweich-Fenster 3.1 und das neuere Fenster 95 des gleichen
Herstellers (Geruechten zufolge soll uebrigens noch in diesem Jahr das
brandneue Fenster 98 mit integriertem Zwischennetz-Erforscher
erscheinen -
letzteres ist aergerlich fuer Leute, die lieber mit dem
Netzschaft-Schiffsfuehrer wellenreiten wollen). Winizgweich-Systeme
haben die Eigenart, oefter mal einen Krach zu verursachen. Dann
muessen sie neu gestiefelt werden. Schlaeger verzichten auf ein
grafisches Zwischengesicht und bevorzugen ein altes,
Befehlslinien-Ausdeuter-ausgerichtetes
Vielfachbeaufgabungs-Betriebssystem namens Einheitlix, weil sie
behaupten, sie wuessten schon, was sie tun. Einheitlix hat den
Vorteil, dass es auf verschiedenen Schaetzern mit unterschiedlichen
ZVEs
laeuft. Auch auf aelteren Geraeten hat es eine gute Vorfuehrung.
Einheitlix ist furchtbar umstaendlich zu bedienen, aber der Schlaeger
kann damit alles machen, was er will. Zum Beispiel ganz schnell den
Schaetzer kaputt. Fuer Leute, die mit ihrem Schaetzer anspruchsvolle
Arbeiten erledigen wollen, gibt es unter Fenster 95 das beruehmte
Buero fachmaennisch 97. Dieses Erzeugnis besteht aus den neuesten
Ausgaben der Weichwaren Wort, Uebertreff, Kraftpunkt und Zugriff.
Damit stehen dem Benutzer alle wichtigen Funktionen wie ortveredelung,
Ausbreitblatt, Praesentationsgrafik und Datenstuetzpunkt-Behandlung
zur Verfuegung. Viel billiger ist das Sternen-Buero von der Hamburger
Firma Sternen-Abteilung, das es auch fuer Einheitlix gibt. Sehr
beliebt sind auch der Sumpfblueten-Organisierer und
Schichtkaese-Ausdrueck, das fuer Tischplatten-Veroeffentlichung
gebraucht wird.
Aufsteller und Einsetzer:

Wer selbst gerne Anwendungen entwickelt, kann dies unter Fenster
beispielsweise mit dem modernen Sichtbar Grundlegend tun. Natuerlich
gibt es vor dem Gebrauch auch gewisse Hindernisse zu ueberwinden. Die
Weichware muss zuerst via Aufsteller oder Einsetzer auf der
Hartscheibe eingerichtet werden. Das kann sehr viel Zeit brauchen,
wenn sie urspruenglich auf Schlappscheiben geliefert wurde. Das
Einrichten ab Dichtscheibe ist sehr viel angenehmer und schneller.
Leider stellen aber auch hier die Aufsteller oft Fragen, die von
vielen
unverstaendlichen Begriffen nur so wimmeln. Aber die wollen wir uns
ein andermal vornehmen.


Frank Zeeb

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
"C. Hamacher" schrieb:

> brandneue Fenster 98 mit integriertem Zwischennetz-Erforscher

^^^^^^^^^^^^

Ha, wo bleibt die Sprachpolizei!

SCNR
Frank

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