unsere Nachbarin stand gestern am Gartenzaun und bat mich um einen
Zestenreißer. Angesichts meines merkbefreiten Gschaus sagte sie
lediglich, ich sollte den Wunsch an meine Frau weitergeben. Und die
holte tatsächlich ein Ding aus der Küchenschublade, dessen Existenz
mir bis dato verborgen geblieben war. Sie sagt Zestenmesser dazu.
Nun ja, wieder was gelernt, dachte ich. Aber dann wurden natürlich die
Brockhäuser, Währigs und Düden konsultiert. Ohne Erfolg. Keine Zesten,
keine Cesten. Nirgends.
Tante W. weiß natürlich Bescheid: "Zesten sind hauchdünne Streifen aus
der äußersten Fruchtschale von Zitrusfrüchten (Zitruszesten) oder
Gemüse (Gemüsezesten). Man gewinnt sie mit dem Zesteur."
Kann ja jeder sagen. Ist das ein so neues Wort, daß ich's sonst
nirgends finde? Und vor allem: wo kommt es her? Zesteur klingt
französisch, das kann ich zuwenig. Zestoden sind Bandwürmer, diesen
Weg möchte ich eigentlich nicht weiter verfolgen. Im Spanischen ist
cesta der Korb. Aber ich weiß nicht...
Kann jemand was zur Zestenetymologie beitragen?
Viele Grüße
Steffen
> Tante W. weiß natürlich Bescheid: "Zesten sind hauchdünne Streifen aus
> der äußersten Fruchtschale von Zitrusfrüchten (Zitruszesten) oder
> Gemüse (Gemüsezesten). Man gewinnt sie mit dem Zesteur."
Was du bzw. Tante W. da beschreiben, kenne ich als
Julienne. Klingt besser als Zeste, aber Viola klingt
ja auch besser als Bratsche.
<http://www.cnrtl.fr/definition/zeste>
Leider kann ich es nicht gut auf Deutsch übersetzen.
Ursprunglich aus radical zek- das gab "zest" ende der 16 Jahrhundert,
eine Dinge mit wenig Wert.
Dankeschön!
"1670s, from Fr. zeste 'piece of orange or lemon peel used as a
flavoring,' of unknown origin." Ah ja. Und ich soll sowas kennen.
Wahrscheinlich Altbaskisch oder aus dem Arvernerland. Schischer, dasch
läscht nach.
Viele Grüße
Steffen
> <http://www.cnrtl.fr/definition/zeste>
Hochinteressant! Danke!
> Ursprunglich aus radical zek- das gab "zest" ende der 16 Jahrhundert,
> eine Dinge mit wenig Wert.
Ja, es gibt anscheinend den Ausdruck "entre le zist(e) et le zest(e)",
der das wohl bedeutet.
Ich lese weiter unter der Anmerkung zu "ziste":
| Issu de l'onomat. zek- (v. zeste), devenue zest et exprimant un
| mouvement rapide, une secousse (supra A), ce mouvement
| pouvant aussi être imprimé en divers sens, de ça et de là,
| d'où la notion d'indécision, d'hésitation (supra B)
Heißt das, auch eine schnelle Bewegung (die man ja vielleicht bei der
Herstellung von Zesten macht) kann damit gemeint sein? Das deutsche
"Zack" und "zackig" scheint ja verwandt zu sein.
Viele Grüße
Steffen
> Was den Begriff betrifft, ist es wahrscheinlich englisch. Zest bezeichnet
> Zitronen-/Orangenschalen. Aber generell, nicht speziell das abgeriebene
> Zeug.
Wie Lothar kenne ich auch nur eine Bezeichnung mit "Julienne",
aber ich glaube, dass man aus allerlei Früchten und Gemüsen
Julienne machen kann. Das ist nur die Methode, womit man sie
schneidet. Der Koch macht es mit seinem großen Messer.
Im Dänischen heisst das Ding "Juliennejern" (Julienne-Eisen).
--
Gruß
Bertel, Dänemark
> Kann ja jeder sagen. Ist das ein so neues Wort, daß ich's sonst
> nirgends finde? Und vor allem: wo kommt es her? Zesteur klingt
> französisch, das kann ich zuwenig. Zestoden sind Bandwürmer, diesen
> Weg möchte ich eigentlich nicht weiter verfolgen. Im Spanischen ist
> cesta der Korb. Aber ich weiß nicht...
>
> Kann jemand was zur Zestenetymologie beitragen?
Im Englischen bedeutet "Zest" Schale (einer Zitrusfrucht). Ich kenne den
Ausdruck aus englischsprachigen Kochrezepten ("Add one grated zest of
lime").
Im Deutschen ist mit das Wort aber noch nie begegnet.
Grüße,
Frank
> > Tante W. weiß natürlich Bescheid: "Zesten sind hauchdünne Streifen aus
> > der äußersten Fruchtschale von Zitrusfrüchten (Zitruszesten) oder
> > Gemüse (Gemüsezesten). Man gewinnt sie mit dem Zesteur."
>
> Angesehen, ist ja auch illustriert:
> <http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c3/Zesting_an_orange.jpg>
>
> Meine Mutter hat das Zeug früher als Backzutat verwendet. Ich komm nicht
> drauf, wie sie das genannt hat, aber auf keinen Fall Zesten. Hergestellt
> hat sie es mit einer Reibe.
Proponiere: Appelsinenpellenabrieb - FR
Ich denke es ist so.
> > Kann ja jeder sagen. Ist das ein so neues Wort, daß ich's sonst
> > nirgends finde? Und vor allem: wo kommt es her? Zesteur klingt
> > französisch, das kann ich zuwenig. Zestoden sind Bandwürmer, diesen
> > Weg möchte ich eigentlich nicht weiter verfolgen. Im Spanischen ist
> > cesta der Korb. Aber ich weiß nicht...
>
> > Kann jemand was zur Zestenetymologie beitragen?
>
> Im Englischen bedeutet "Zest" Schale (einer Zitrusfrucht). Ich kenne den
> Ausdruck aus englischsprachigen Kochrezepten ("Add one grated zest of
> lime").
>
> Im Deutschen ist mit das Wort aber noch nie begegnet.
Es heißt ja auch recht eigentlich Zystenreißer - FR
Offenbar hängt es deutsch auch mit stechen, Zecke etc zusammen.
Auf dem Umweg über Cestoden=Bandwürmer landet man bei griech.
kestos=durchstochen von kenteo=1)anstacheln, antreiben 2)stechen, martern.
Also könnte das eine latinisierte Form eines griechischen Wortes der
oberflächlichen Behandlung böser Menschen sein.
--
Roland Franzius
Julienne ist aber anders, das sind feine Stäbchen, aber immerhin einige
Millimeter dick. Zesten sind viel dünner, kenn ich eigentlich nur von
Zitronenschalen.
Gruß, Monika
--
Monika Schleidt
Mon...@schleidt.org
(bitte, die Ziffer in der Adresse weglassen)
Ich kenne Zesten auch erst seit knapp einem Jahr aus dem Barwesen.
Bestellst du einen Martini mit Twist, wird eine Zitronenzeste über dem
Glas so ausgewrungen, dass die ätherischen Öle der Zeste die Oberfläche
des Martinis besprühen.
Ein Cosmopolitan hat eine Limettenzeste, und bestimmte Whiskycocktails
schmecken mit Orangenzeste besonders gut.
Wo das Wort aber herkommt... weiß ich auch nicht.
lg jakob
--
Distribution: Debian squeeze/sid
Linux pluto 2.6.32-5-amd64 #1 SMP Mon Mar 7 21:35:22 UTC 2011 x86_64
GNU/Linux
Meine Oma hat dazu Zitronat gesagt.
Ich nenne es geriebene Zitronenschale und habe es vorhin in die
Erdbeer-Kaltschale gerieben. Aber die Schnipsel sind feiner.
Solche wie die auf dem Bild stelle ich her, indem ich die Zitrone sehr
dünn schäle (so dass das Weiße der Schale nicht dabei ist) und dann mit
dem Messer in sehr feine Streifen schneide.
chr
> Meine Oma hat dazu Zitronat gesagt.
Hm, für mich sind Zitronat, Orangeat usw. /kandierte/
Zitrusfruchtschalenstücke. Eher für Weihnachtsgebäck.
Für die geriebenen Zitronenschalen kenne ich keinen besonderen Namen.
Bei Rezepten steht meist sowas wie "die Schale einer ganzen Zitrone
(unbehandelt!) reiben".
- Andi
Zedratfruchtschalen üblicherweise, oder?
Für mich auch.
Wenn man aber zu viel geriebene Zitronenschalen hat (oder es zu schade
findet, die Schalen unbehandelter Zitronen wegzuwerfen), dann lassen die
sich ganz gut in Zucker aufbewahren und bekommen dort mit der Zeit so
eine Kandiert-Optik. Vielleicht liegt da der Zusammenhang.
chr
> >> Meine Oma hat dazu Zitronat gesagt.
>
> > Hm, für mich sind Zitronat, Orangeat usw. /kandierte/
> > Zitrusfruchtschalenstücke. Eher für Weihnachtsgebäck.
>
> Zedratfruchtschalen üblicherweise, oder?
> Für mich auch.
>
> Wenn man aber zu viel geriebene Zitronenschalen hat (oder es zu schade
> findet, die Schalen unbehandelter Zitronen wegzuwerfen), dann lassen die
> sich ganz gut in Zucker aufbewahren und bekommen dort mit der Zeit so
> eine Kandiert-Optik. Vielleicht liegt da der Zusammenhang.
Nee, der Karrer hat schon recht, das sind richtig kandierte Schalen.
Es nimmt mich wunder, daß Du das nicht weißt. Geh in Dich, Kind!
Statt an Zitronen wie blöde rumzuraspeln benutze ich "Citro Back" von
Schwartau ("Wie geriebene Zitronenschale zu verwenden"), na sehta,
wieder wat jelernt beim Herrn Ritter - FR
Hä?! Klar sind das richtig kandierte Schalen. Ich habe in keinster Weise
etwas anderes behauptet.
chr
> >> Wenn man aber zu viel geriebene Zitronenschalen hat (oder es zu schade
> >> findet, die Schalen unbehandelter Zitronen wegzuwerfen), dann lassen die
> >> sich ganz gut in Zucker aufbewahren und bekommen dort mit der Zeit so
> >> eine Kandiert-Optik. Vielleicht liegt da der Zusammenhang.
>
> > Nee, der Karrer hat schon recht, das sind richtig kandierte Schalen.
> > Es nimmt mich wunder, da Du das nicht wei t. Geh in Dich, Kind!
>
> H ?! Klar sind das richtig kandierte Schalen. Ich habe in keinster Weise
> etwas anderes behauptet.
Gut, dann ist die Sache für mich erlederitzt - FR
> Julienne ist aber anders, das sind feine Stäbchen, aber immerhin einige
> Millimeter dick. Zesten sind viel dünner, kenn ich eigentlich nur von
> Zitronenschalen.
Ja, also Zestenreisser sehen ein bißchen aus, wie Sparschäler, haben
aber Löcher, so dass man aus einer Zitronenschale kleine Fäden gewinnen
kann.
Ich denke aber, dass Zitronenschalenzesten nur Dekozweck haben. Ich sehe
zumindest keinen Vorteil gegenüber Zitronenschalenabrieb.
Viele Grüße von Dani
> Proponiere: Appelsinenpellenabrieb - FR
Wenn es nur um das Zeug ginge, ja, aber es geht hier auch um die Form.
"Man" will Zitronenabrieb in Fädenform haben. Daher tut es eine normale
Reibe eben nicht.
Viele Grüße von Dani
> Wenn man aber zu viel geriebene Zitronenschalen hat (oder es zu schade
> findet, die Schalen unbehandelter Zitronen wegzuwerfen), dann lassen die
> sich ganz gut in Zucker aufbewahren und bekommen dort mit der Zeit so
> eine Kandiert-Optik. Vielleicht liegt da der Zusammenhang.
Ich friere sie ein, aber das ist jetzt total offtopic.
Viele Grüße von Dani
P.S: Zitronensaft und Zitronenschalen unabhängig voneinander
einzufrieren, finde ich super. Ein Zitronensaftbällchen aus dem
"Eiskugelbeutel" enthält den Saft einer halben Zitrone. Überaus praktisch.
> Statt an Zitronen wie bl�de rumzuraspeln benutze ich "Citro Back" von
> Schwartau ("Wie geriebene Zitronenschale zu verwenden"), na sehta,
> wieder wat jelernt beim Herrn Ritter - FR
Ja toll, und da ist auch noch Zucker drin, und "Aromastoffe" und
sonstwas. Dasselbe in orange enth�lt �berhaupt keine Orangenschale.
Viele Gr��e von Dani
> > Statt an Zitronen wie bloede rumzuraspeln benutze ich "Citro Back" von
> > Schwartau ("Wie geriebene Zitronenschale zu verwenden")
>
> Ja toll, und da ist auch noch Zucker drin, und "Aromastoffe" und
> sonstwas. Dasselbe in orange enth lt berhaupt keine Orangenschale.
Es geht doch nur um die Aromata - FR
Igitt, Zucker? Is ja wi-der-lich!
> > > und "Aromastoffe" und sonstwas.
>
> > Es geht doch nur um die Aromata.
>
> Na, dann wärst Du in Japan vielleicht glücklich, wo es schwierig ist,
> auch nur einen Apfel- oder Orangensaft ohne Zusatz von Aromastoffen zu
> finden (als ich dann mal fündig wurde, war es Made in Cuba).
Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Industrie vernahm ich, daß
der Zusatz "naturidentischer" Aromata zu Säften auch unseres Landes
der Brauch ist.
An kubanischem Saft wurde in der DDR zeitweise solcher von Mango in
Blechdosen zu exorbitantem Preis verkauft, der schmeckte so fade, daß
ihm ein Aromatazusatz sicher aufgeholfen hätte - FR
> On 14 Jun., 14:00, Oliver Cromm <lispamat...@crommatograph.info>
> wrote:
>>
>>> Es geht doch nur um die Aromata.
>>
>> Na, dann wärst Du in Japan vielleicht glücklich, wo es schwierig ist,
>> auch nur einen Apfel- oder Orangensaft ohne Zusatz von Aromastoffen zu
>> finden (als ich dann mal fündig wurde, war es Made in Cuba).
>
> Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Industrie vernahm ich, daß
> der Zusatz "naturidentischer" Aromata zu Säften auch unseres Landes
> der Brauch ist.
Allerdings waren sie in Japan für mich deutlich wahrnehmbar, in
Deutschland und beim erwähnten kubanischen Saft nicht. Naja, bei
deutschem Apfelsaft kommt mir manchmal der Verdacht, aber es gibt ja
auch Apfelsorten, die wie Parfum riechen, z.B. die aus mir
unerfindlichen Gründen in D so beliebten "Golden Delicious".
Hier in Nordamerika sind die Standardsorten, insbesondere Orangensaft,
nochmal eine Klasse besser, da in frischer Darreichung (gekühlt, nicht
aus Konzentrat) durchaus bezahlbar.
> An kubanischem Saft wurde in der DDR zeitweise solcher von Mango in
> Blechdosen zu exorbitantem Preis verkauft, der schmeckte so fade, daß
> ihm ein Aromatazusatz sicher aufgeholfen hätte - FR
Der, der mir in Japan begegnet ist, war in "normalem" Tetrapack mit
schönem bunten Aufdruck, sonst wäre der auch nicht zu verkaufen gewesen.
Die DDR gab's da aber auch schon länger nicht mehr.
--
Smith & Wesson--the original point and click interface
A proposito: warum bekommt man eigentlich überall diesen Orangensaft
aus Konzentrat, aber nirgenwo das Konzentrat? Ist es dem Verbraucher
nicht zuzumuten, das Mischungsverhältnis nach Geschmack einzustellen,
oder ist das Zeug so konzentriert, dass unverdünnter Genuss
gesundheitsschädlich wäre? (Vgl. die kastrierte Essig-"Essenz" mit 25%)
Tri-Top und Konsorten sind ja wohl kein Fruchtkonzentrat.
Kommend zu denken über es: in meiner Jugend, als es auch noch
richtige Essig-Essenz gab, konnte man "Jaffa Squash" kaufen,
WIMRE aus Israel - das schmeckte so, das hätte echt sein können ...
/Walter
> A proposito: warum bekommt man eigentlich überall diesen Orangensaft
> aus Konzentrat, aber nirgenwo das Konzentrat?
vG
--
"Wenn alle Chinesen, alle Inder so viele Autos wie wir haben, dann können
wir alle nochmal den Zündschlüssel umdrehen, 15 Minuten rumfahren, und dann
ist das Öl weg. Für immer. Und die Atmosphäre natürlich auch." (Volker
Pispers, "Bis neulich")
>> An kubanischem Saft wurde in der DDR zeitweise solcher von Mango in
>> Blechdosen zu exorbitantem Preis verkauft, der schmeckte so fade, daß
>> ihm ein Aromatazusatz sicher aufgeholfen hätte - FR
>
>Der, der mir in Japan begegnet ist, war in "normalem" Tetrapack mit
>schönem bunten Aufdruck, sonst wäre der auch nicht zu verkaufen gewesen.
>Die DDR gab's da aber auch schon länger nicht mehr.
Tja, irgendwo mußte der Saft danach ja hin.
Gruß Uwe
--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===
>Walter P. Zähl wrote:
>
>> A proposito: warum bekommt man eigentlich überall diesen Orangensaft
>> aus Konzentrat, aber nirgenwo das Konzentrat?
>
>https://www.ratiodrink.de/
Keine schlechte Idee. Aber da steht Bio drauf, und die Biosachen waren
für meinen Geschmack in der letzten Zeit etwas _zu_ lebendig.
Gab es eine zeitlang in den 1970ern als tiefgefrorene Plastikkartusche.
War aber wohl zu gefährlich, da privat nicht keimfrei aufbereitbar. Die
im Handel erhältlichen Säfte werden alle während der Zubereitung erhitzt
und sind ungekühlt haltbar.
--
Roland Franzius
Das war mein erster Gedanke bei Volkers Link zu ratiodrink:
3-Liter-Tetrapack, da müsste ich in meinem Kühlschrank erst mal umkramen.
/Walter
Jaja. So einfach ist es eben nicht.
Nat�rliche Aromen sind in den meisten F�llen aus zig Aromastoffen
zusammengesetzt. Wenn sich Givaudan und Konsorten M�he geben und der
Kunde zahlt, imitieren sie ein nat�rliches Aroma mit sieben
Aromastoffen, im schlechtesten Fall (Vanillin) mit einem.
1982, als ich noch Chemiker war, hab ich mal einen Artikel �ber
Grapefruit-Aroma im hiesigen Chemieblatt gelesen (Helv Chim Acta,
Vol.65, Fasc.6, p.1785 (1982), http://www.karrer.net/desd/helv.jpg
(erste Seite)).
Schon damals waren aus Grapefruitschalen und -Saft 126 leichtfl�chtige
Aromastoffe bekannt. Die Leute von Firmenich (einer der grossen Aroma-
und Geruchsstoffproduzenten) haben Grapefruitsaft-Extrakt in eine
CG-MS-Kolonne� gegeben und am Ende (beim MS) Leute schn�ffeln lassen.
Die mussten bei jedem Peak des MS sagen, wie die Komponente riecht
(fruchtig, faulig, usw.). Nun wurde ein schwefeliger Geruch
festgestellt, wo gar kein Peak im MS war.
Die haben 100 l Grapefruitsaft mittels Wasserdampfdestillation zu Aroma
verarbeitet und den groben Bereich der interessierenden Substanz mittels
pr�parativer Gel-Chromatographie rausgepickt. Von dieser Fraktion wurde
wiederum mittels GC-MS die Region herausgeholt, bei der "schwefliger
Geruch" gemeldet wurde. Es stellt sich heraus, dass das daf�r
verantwortliche 1-p-Menthene-8-thiol in der Tat ekelhaft schweflig
riecht ("pure B smells extremely powerful and nauseous"), in den in der
Natur vorkommenden Sub-ppb-(parts per billion)-Konzentrationen aber
entscheidend zum frischen Grapefruit-Aroma beitr�gt. Nach der Ansicht
der Autoren damals war dies "apparently the most powerful flavor
compound ever found in nature".
Nun denn, Herr Schwartau, was ist in ihrem Citro Back so drin?
� GC-MS: GasChromatograph mit nachgeschaltetem MassenSpektrometer.
Eine Standard-Analysemethode in der Chemie.
Ein Gaschromatograph besteht im wesentlichen aus einem d�nnen, etwa
100 m langen (aufgewickelten) Glasr�hrchen, an dessen Anfang die
Probe gegeben wird. Wenn man ein Gas (typisch Stickstoff)
durchpustet, wandern manche Bestandteile schneller, andere langsamer.
In einem Massenspektrometer werden die am Ende des R�hrchens
hintereinander ankommenden, sehr geringe Mengen der einzelnen
Teilsubstanzen durch Elektronenbeschuss zerst�rt. Die elektrisch
geladenen Bruchst�cke werden in einem elektrischen Feld beschleunigt
und in einem Magnetfeld je nach Masse mehr oder weniger stark
abgelenkt. Durch die Verteilung der Bruchst�cke kann man R�ckschl�sse
auf die Struktur der urspr�nglichen Substanz ziehen.
- Andi
> Das war mein erster Gedanke bei Volkers Link zu ratiodrink:
> 3-Liter-Tetrapack, da müsste ich in meinem Kühlschrank erst mal umkramen.
Ich hab das Zeux nicht im Kühlschrank, es steht einfach so auf der
Anrichte. Der Zapfhahn dürfte das Innere einigermaßen keimfrei halten.
vG
--
"Und dann sitz ich wieder da und versuch das zu begreifen (das ist ja immer
mein Schicksal): Wieso gehen Arbeitsplätze in der Autoindustrie verloren,
wenn die Autos weniger Dreck hinten rausblasen? Wer immer so was in die
Zeitungen kackt, sollte Aspirin dazukleben müssen ..." (Volker Pispers,
"Bis neulich")
> > Das war mein erster Gedanke bei Volkers Link zu ratiodrink:
> > 3-Liter-Tetrapack, da müsste ich in meinem Kühlschrank erst mal umkramen.
>
> Ich hab das Zeux nicht im Kühlschrank, es steht einfach so auf der
> Anrichte. Der Zapfhahn dürfte das Innere einigermaßen keimfrei halten.
Der Herr haben eine Anrichte? Ick gloobe, mir ruckt et - FR
> > > Das war mein erster Gedanke bei Volkers Link zu ratiodrink:
> > > 3-Liter-Tetrapack, da müsste ich in meinem Kühlschrank erst mal
> > > umkramen.
> >
> > Ich hab das Zeux nicht im Kühlschrank, es steht einfach so auf der
> > Anrichte. Der Zapfhahn dürfte das Innere einigermaßen keimfrei halten.
>
> Der Herr haben eine Anrichte? Ick gloobe, mir ruckt et - FR
Wie sonst sollte ich etwas anrichten? Gut, genauer besehen ist es eine
überdimensionale Durchreiche. Ich bat beim Ausbau meiner jetzigen Wohnung
darum, die Wand zwischen Küche und Wohnzimmer nur bis halber Höhe
auszuführen.
vG
--
"80 Prozent der Deutschen sind für Mindestlohn und gegen den
Afghanistaneinsatz. Aber nur 14 Prozent wählen die Partei, die das so sieht
wie sie selber. 66 Prozent der Deutschen wählen eine Partei, die das genaue
Gegenteil von dem vertritt, was sie selbst vertreten. Das ist doch lustig,
oder?" (Volker Pispers, "Bis neulich")
> >> Der Herr haben eine Anrichte? Ick gloobe, mir ruckt et - FR
>
> > Wie sonst sollte ich etwas anrichten?
>
> Ach, das schaffst Du berall aus der freien Hand. Ich kann dagegen auch
> nichts ausrichten, denn ich habe keine Ausrichte.
Wir verleihen den Kollegen Crommi und Gringi hiemit den Ehrentitel
"Verdienter Zestenreißer des Volkes" - FR