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Was genau macht einen Dichter aus? Oder: Wann ist es Kunst?

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Daniela Duerbeck

unread,
Nov 13, 2016, 10:16:20 PM11/13/16
to
Hi,

ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:

So groß und einfach die Welt am Strand,
nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist. Nun suchte ich
nach dem Autor, aber er ist nur ein "Aphorismenschreiber". Es gibt noch
nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.
Ist das genannte Gedicht nun Kitsch? Was genau ist der Unterschied
zwischen Kitsch und Kunst?

Viele Grüße von Dani

Pantagruel

unread,
Nov 14, 2016, 3:30:17 AM11/14/16
to
Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> schrieb:

>Hi,
>
>ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>
>So groß und einfach die Welt am Strand,
>nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

Klingt wie der Anfang eines Gedichts von Heinz Ehrhardt; oder von
Robert Gernhardt.

Wenn danach schon Schluss ist, ist es nichts als ein - Du schreibst es
selbst - wahres Sprüchlein.
>
>Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist.

Ich kann nicht nachvollziehen, was einen da berühren (und sogar noch
"sehr"!) könnte. Es ist doch banal.

> Nun suchte ich
>nach dem Autor, aber er ist nur ein "Aphorismenschreiber".

Wenn seine Aphorismen von ähnlichem Kaliber sind, reicht das nichtmal
für Abreißkalenderblattrückseiten.
> Es gibt noch
>nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.
>Ist das genannte Gedicht nun Kitsch?

Nein. Es ist banal. Es ist kein Gedicht.

> Was genau ist der Unterschied zwischen Kitsch und Kunst?

Kitsch ist ein Form von Lüge. Die Lüge in der Kunst, wenn man so will.

Matthias Opatz

unread,
Nov 14, 2016, 3:33:14 AM11/14/16
to
Dies schrieb Daniela Duerbeck:
Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Oder noch zugespitzter: Kunst ist alles, was neben dem Urheber
noch mindestens ein weiterer dafür hält.

Matthias

Werner Tann

unread,
Nov 14, 2016, 3:50:52 AM11/14/16
to
Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> schrieb:

>Ist das genannte Gedicht nun Kitsch? Was genau ist der Unterschied
>zwischen Kitsch und Kunst?

Das ist eine umfangreiche Frage und zudem eine literarische, nicht
allein sprachliche.

Start: https://de.wikipedia.org/wiki/Kitsch

Kitsch im Literarischen fällt unter die sog. Trivialliteratur. Und da
ist es ein Ansatz, diese als Schema-Literatur zu klassifizieren.

Der Unterschied von Trivialliteratur zu "ernster" Literatur ist
fließend. Ein Text ist umso literarischer, hat dann höhere
Literarizität, wenn er ernsthaft und abseits von Schematisierungen
über die Welt reflektiert. Immer denkt eine Gesellschaft mit ihrer
Literatur über sich selbst nach. Dieses Nachdenken kann affirmativ,
klischeehaft geschehen, wobei der Leser sich in seinen Vorurteilen und
seinem Weltbild am Ende immer bestätigt fühlt. Auch Literatur mit z.B.
dem positiven Zweck der Betonung der Menschenrechte kann trivial sein,
wenn sie primitiv einseitig, schematisch, einfach eine Lanze für arme
Unterdrückte bricht. Geschieht die literarische Selbst-Reflexion einer
Gesellschaft differenziert und "verstörend", also der komplexen
Wirklichkeit und unserem immer partikularen Wissen adäquat, liegt
entsprechend höhere Literarizität vor.

Das schließt ein, dass ernste Literatur eines Nachdenkens und einer
gewissen Interpretation bedarf. Nicht verwechselt werden darf hier
die scheinbar einfache Darstellung eines scheinbar einfachen Inhalts
("Der Mond ist aufgegangen ...") mit dem, was der Text in uns auslöst
und was wiederum eine Interpretation anstößt.

Werner Tann

unread,
Nov 14, 2016, 3:50:52 AM11/14/16
to
Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> schrieb:

>Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Wenn das so wäre, gäbe es keine Kunstkritik, keine Literaturkritik in
den Medien, kein Sprechen über den Film von gestern mit dem Kollegen.
Da werden nicht nur Gefühle ausgetauscht, sondern man versucht zu
argumentieren, was die jeweilige "Kunst" gut gemacht hat. Und man
spricht da so, dass man vom anderen verstanden werden kann. In den
jeweiligen Geschmacksgruppen (*) herrscht zumindest ein Teil-Konsens
über herausragende Werke, ein Konsens über einen Kanon. Läge das
Schöne im Auge des Betrachters, gäbe es so viele Kanons wie
Betrachter. Übrigens korreliert Anerkenntnis nicht mit Gefallen. Man
kann die künstlerische Qualität einer Verdi-Oper anerkennen, ohne sie
sich jemals ansehen zu wollen.

(*) etwa: Science-Fiction-Fans, Opernfreunde, Liebhaber der Malerei
usw.

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 14, 2016, 3:58:44 AM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 09:33 schrieb Matthias Opatz:
> Dies schrieb Daniela Duerbeck:
>
>> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>>
>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

Doch in den Dünen, da sitzt und stört
Daniela, die nicht zum Gedicht gehört.

> Kunst liegt im Auge des Betrachters.
--
j/\a

Matthias Opatz

unread,
Nov 14, 2016, 4:26:29 AM11/14/16
to
Dies schrieb Pantagruel:

> Ich kann nicht nachvollziehen, was einen da berühren (und sogar noch
> "sehr"!) könnte.

Ich kann.

> Es ist doch banal.

Nö.

Kurz != banal.

Siehe Brechts "Rauch" (Das kleine Haus ...)
oder seinen "Plan" (Sorgfältig prüf ich ...).

Matthias

Matthias Opatz

unread,
Nov 14, 2016, 4:28:00 AM11/14/16
to
Dies schrieb Werner Tann:

> Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> schrieb:
>
>>Kunst liegt im Auge des Betrachters.
>
> Wenn das so wäre, gäbe es keine Kunstkritik

Was ist Kunstkritik anderes als das Auge eines oder mehrerer Betrachter?

Matthias

Werner Tann

unread,
Nov 14, 2016, 4:41:37 AM11/14/16
to
Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> schrieb:

>>>Kunst liegt im Auge des Betrachters.
>>
>> Wenn das so wäre, gäbe es keine Kunstkritik
>
>Was ist Kunstkritik anderes als das Auge eines oder mehrerer Betrachter?

Stimmt, aber der Satz bedeutet mehr bzw. etwas anderes. Man sagt, das
Schöne (oder die Bestimmung dessen, was Kunst ist) läge im Auge des
Betrachters, und meint damit, eine künstlerische Bewertung sei immer
subjektiv und das Aufstellen objektiver Beurteilungskriterien
unmöglich. Wenn Du das nicht meinst, ist es irreführend, wenn Du Dich
dieser Wendung bedienst, die den Leser aufs falsche Denkgleis bringt.

Zweifellos ist jede Kunstbetrachtung ein hermeneutischer Akt eines
Menschen bzw. einer Gesellschaft, und kein göttliches Befinden über
Menschenwerk. Jede Kunst wird also gesellschaftlich konstruiert. Etwas
ganz anderes sagt aber Deine Wendung aus.

Pantagruel

unread,
Nov 14, 2016, 4:54:07 AM11/14/16
to
Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> schrieb:
Lass mal lieber ... ;-))

Sepp Neuper

unread,
Nov 14, 2016, 6:16:31 AM11/14/16
to
Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> schrieb:

>Was ist Kunstkritik anderes als das Auge eines oder mehrerer Betrachter?

Aber sollte man als Kunstkritiker nicht auch etwas von
Kunst verstehen?
Oder darf und kann das jeder?

Servus, Sepp

Detlef Meißner

unread,
Nov 14, 2016, 6:22:05 AM11/14/16
to
Das ist wie die Frage nach der Qualifikation eines Präsidenten.

Detlef

Werner Tann

unread,
Nov 14, 2016, 6:35:54 AM11/14/16
to
Sepp Neuper <Sepp_...@web.de> schrieb:

>Aber sollte man als Kunstkritiker nicht auch etwas von
>Kunst verstehen?

Verstehen hat mit Verstand, mit Begriffen und mit Allgemeingültigkeit
zu tun. Der Vertreter des "Auge-des-Betrachters"-Standpunkts nähert
sich nicht mit dem Verstand dem Kunstwerk, sondern mit dem Gefühl,
weil er meint, mit dem Verstand könne und solle man sich gar nicht
einem Kunstwerk nähern. Im Grunde ist der subjektive Standpunkt hier
die kognitive Selbstkastration des Kunstrezipienten. Nicht nachdenken,
nicht interpretieren, nicht analysieren, nur (!) fühlen - und diese
Gefühle mit anderen austauschen, ohne Angabe von nachvollziehbaren
Gründen.

Walter Schmid

unread,
Nov 14, 2016, 7:52:53 AM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 09:30 schrieb Pantagruel:
> Daniela Duerbeck <daniela....@gmx.de> schrieb:
>
>> Hi,
>>
>> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>>
>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>
> Klingt wie der Anfang eines Gedichts von Heinz Ehrhardt; oder von
> Robert Gernhardt.
>
> Wenn danach schon Schluss ist, ist es nichts als ein - Du schreibst es
> selbst - wahres Sprüchlein.

Wieso "wahr"? Dort hat es doch noch Vögel und meistens auch Menschen.


Gruss

Walter

--
Religionsfreiheit ist die Freiheit zur Geschlechterapartheid,
und damit zur Versklavung der halben Menschheit.

Walter Schmid

unread,
Nov 14, 2016, 7:55:19 AM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 09:58 schrieb Jakob Achterndiek:
> Am 14.11.2016 um 09:33 schrieb Matthias Opatz:
>> Dies schrieb Daniela Duerbeck:
>>
>>> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>>>
>>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>
> Doch in den Dünen, da sitzt und stört
> Daniela, die nicht zum Gedicht gehört.


s/Gedicht/Gedichte

Pantagruel

unread,
Nov 14, 2016, 8:17:50 AM11/14/16
to
Werner Tann <wt...@gmx.at> schrieb:

>Sepp Neuper <Sepp_...@web.de> schrieb:
>
>>Aber sollte man als Kunstkritiker nicht auch etwas von
>>Kunst verstehen?
>
>Verstehen hat mit Verstand, mit Begriffen und mit Allgemeingültigkeit
>zu tun. Der Vertreter des "Auge-des-Betrachters"-Standpunkts nähert
>sich nicht mit dem Verstand dem Kunstwerk, sondern mit dem Gefühl,
>weil er meint, mit dem Verstand könne und solle man sich gar nicht
>einem Kunstwerk nähern. Im Grunde ist der subjektive Standpunkt hier
>die kognitive Selbstkastration des Kunstrezipienten.

Dieser Standpunkt verschenkt sagenwir vier Fünftel des möglichen
Zivilisationsgewinns.

> Nicht nachdenken,
>nicht interpretieren, nicht analysieren, nur (!) fühlen - und diese
>Gefühle mit anderen austauschen, ohne Angabe von nachvollziehbaren
>Gründen.

jugendlich; kindlich
Das Stadium des doof oder toll Findens.

René Marquardt

unread,
Nov 14, 2016, 8:32:06 AM11/14/16
to
On Monday, November 14, 2016 at 2:58:44 AM UTC-6, Jakob Achterndiek wrote:
> Am 14.11.2016 um 09:33 schrieb Matthias Opatz:
> > Dies schrieb Daniela Duerbeck:
> >
> >> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
> >>
> >> So groß und einfach die Welt am Strand,
> >> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>
> Doch in den Dünen, da sitzt und stört
> Daniela, die nicht zum Gedicht gehört.

Es schreien die Möwen ohne Sinn oder Regeln,
doch Dani juckt das nicht: sie ist gut zu Vögeln.

Helmut Richter

unread,
Nov 14, 2016, 8:33:43 AM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 12:16 schrieb Sepp Neuper:

Es kommt darauf an, ob man den Künstler als Dienstleister des Publikums
sehen will, das er erfreut, nachdenklich macht, emotional anrührt,
belehrt, erbaut. Wenn die Botschaft des Künstlers nicht ankommt, hat er
schlecht gearbeitet.

Heute scheint mir eher die Auffassung vorzuherrschen, dass das Publikum
Dienstleister des Künstlers ist, das ihn bewundert, zu verstehen sucht,
finanziert. Wenn die Botschaft des Künstlers nicht ankommt, hat das
Publikum versagt.

Den Kunstkritiker braucht man im zweiten Modell. Das sind Leute, die das
Kunstwerk erklären können, unabhängig davon, was der Künstler gemeint
hat. Feingeister, die von anderen Feingeistern beurteilt werden.
Künstler wie Publikum bleiben außen vor.

--
Helmut Richter

Walter Schmid

unread,
Nov 14, 2016, 8:36:46 AM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 14:32 schrieb René Marquardt:

> Es schreien die Möwen ohne Sinn oder Regeln,
> doch Dani juckt das nicht: sie ist gut zu Vögeln.
>

hier wäre konsequente kleinschreibung hilfreich gewesen.


gruss

walter

Detlef Meißner

unread,
Nov 14, 2016, 8:41:42 AM11/14/16
to
... hätte aber Ärger verursachen können.

Detlef

Werner Tann

unread,
Nov 14, 2016, 9:37:20 AM11/14/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>Den Kunstkritiker braucht man im zweiten Modell. Das sind Leute, die das
>Kunstwerk erklären können, unabhängig davon, was der Künstler gemeint
>hat. Feingeister, die von anderen Feingeistern beurteilt werden.
>Künstler wie Publikum bleiben außen vor.

Das ist überspitzt, weil die Kunstkritik nicht selten Aussagen des
Künstlers über das jeweilige Werk zur Begründung ihrer Urteile
heranzieht. Und das Publikum besteht nicht nur aus emotionalen
Konsumenten, sondern auch aus Leuten, die z. B. zu ihren
Lieblingstheaterstücken zu Hause Sekundärliteratur im Regal stehen
haben oder zumindest die Besprechung im Kulturteil ihrer Tageszeitung
lesen. Auf der anderen Seite ist es sicher so, dass, je "schwerer" die
Kunst, der Anteil der Anlass- und Einladungsrezipienten wächst: Man
geht nach dem Geschäftsessen in die Oper, oder weil man von der
Schwiegermutter eingeladen wurde.

Sepp Neuper

unread,
Nov 14, 2016, 12:39:24 PM11/14/16
to
René Marquardt <k98m...@gmail.com> schrieb:

>> >> So groß und einfach die Welt am Strand,
>> >> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

>> Doch in den Dünen, da sitzt und stört
>> Daniela, die nicht zum Gedicht gehört.

>Es schreien die Möwen ohne Sinn oder Regeln,
>doch Dani juckt das nicht: sie ist gut zu Vögeln.

Und wie die Wellen auf und nieder
wogt der Busen in ihrem Mieder.
Man wird wohl diese Üppigkeit
wie schon mal ziemlich lang und breit
und mit lautgemalten Bildern
in einem #Aufschrei schildern.
Doch hier ist Usenet und nicht Twittern,
man hört ganz leis nur Vögel zwitschern.

Servus, Sepp

Sepp Neuper

unread,
Nov 14, 2016, 12:39:24 PM11/14/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>Am 14.11.2016 um 12:16 schrieb Sepp Neuper:
>> Aber sollte man als Kunstkritiker nicht auch etwas von
>> Kunst verstehen? Oder darf und kann das jeder?

>Es kommt darauf an, ob man den Künstler als Dienstleister des Publikums
>sehen will, das er erfreut, nachdenklich macht, emotional anrührt,
>belehrt, erbaut. Wenn die Botschaft des Künstlers nicht ankommt, hat er
>schlecht gearbeitet.

Uns allen ist bekannt, daß viele Künstler in der Vergangenheit brotlos
waren, weil ihre Arbeiten zu Lebzeiten nicht anerkannt wurden.
Diese Werke sind jedoch heute viel beachtet und bewundert und in den
meisten Fällen Millionen-Beträge wert.
Waren also seine zeitgenössischen Kritiker nur Banausen?
Schlecht gearbeitet kann er ja nicht haben, sonst müßten seine Werke
auch heutzutage nichts wert sein.

>Heute scheint mir eher die Auffassung vorzuherrschen, dass das Publikum
>Dienstleister des Künstlers ist, das ihn bewundert, zu verstehen sucht,
>finanziert. Wenn die Botschaft des Künstlers nicht ankommt, hat das
>Publikum versagt.

Man könnte vielleicht Christo in diese Kategorie einordnen.
Seine Verpackungs-Kunst ist nicht dauerhaft, währt immer nur wenige
Tage. Nachfolgende Generationen haben daher nichts davon.
Wir aber können ihn anhimmeln und feststellen: "Wow, echt nicht
schlecht was er da wieder Tolles fabriziert hat!"

>Den Kunstkritiker braucht man im zweiten Modell. Das sind Leute, die das
>Kunstwerk erklären können, unabhängig davon, was der Künstler gemeint
>hat. Feingeister, die von anderen Feingeistern beurteilt werden.
>Künstler wie Publikum bleiben außen vor.

Dann müssen wir allerdings den Satz von Matthias etwas abändern:
"Die Kunst liegt im Auge des Feingeistes."

Servus, Sepp

Detlef Meißner

unread,
Nov 14, 2016, 12:47:16 PM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 18:39 schrieb Sepp Neuper:
> Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>> Heute scheint mir eher die Auffassung vorzuherrschen, dass das Publikum
>> Dienstleister des Künstlers ist, das ihn bewundert, zu verstehen sucht,
>> finanziert. Wenn die Botschaft des Künstlers nicht ankommt, hat das
>> Publikum versagt.
>
> Man könnte vielleicht Christo in diese Kategorie einordnen.

Ich zähle auch Beuys dazu.
> Seine Verpackungs-Kunst ist nicht dauerhaft, währt immer nur wenige
> Tage. Nachfolgende Generationen haben daher nichts davon.

Besonders dann, wenn Putzfrauen seine Badewanne säubern.

> Wir aber können ihn anhimmeln und feststellen: "Wow, echt nicht
> schlecht was er da wieder Tolles fabriziert hat!"

Zumindest ist das von Christo nett anzusehen und teilweise körperlich zu
erfahren.

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 14, 2016, 12:54:45 PM11/14/16
to
Mandalas sind auch eine Kunstform, und die Vergaenglichkeit ist ihnen
eigen. Sind auch huebscher als irgendwelche Fettecken.

Detlef Meißner

unread,
Nov 14, 2016, 1:03:46 PM11/14/16
to
Sicher.
Es fehlt bei ihnen nur die Botschaft, die ja bekanntlich ein (modernes)
Kunstwerk rüberbringen soll.

Ein Gespräch mit angehenden Künstlern der Kasseler Kunsthochschule (oder
wie das heute heißt), zeigte mir, dass die die Beuys'schen Ideen dort
stark verkündet werden.
Prinzipiell besteht die Kunst nicht darin, etwas gut zu können (malen,
zeichnen, installieren, meißeln usw.), sondern nur in der
"künstlerischen" Idee, die aber meist andere, nämlich Handwerker,
umsetzen, und von der dann die "Kunstverständigen" überzeugt werden müssen.
Das ist dann das Geniale.

(Okay, ich bin bekennendermaßen ein Kunstbanause und dazu stehe ich.)

Detlef


René Marquardt

unread,
Nov 14, 2016, 1:18:46 PM11/14/16
to
On Monday, November 14, 2016 at 12:03:46 PM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
> Am 14.11.2016 um 18:54 schrieb René Marquardt:
> > Mandalas sind auch eine Kunstform, und die Vergaenglichkeit ist ihnen
> > eigen. Sind auch huebscher als irgendwelche Fettecken.
> >
> Sicher.
> Es fehlt bei ihnen nur die Botschaft, die ja bekanntlich ein (modernes)
> Kunstwerk rüberbringen soll.

Och, mal ein bissel in Carl Jung einarbeiten, der hat sich da
ausfuehrlich zum Thema geaeussert.

> Ein Gespräch mit angehenden Künstlern der Kasseler Kunsthochschule (oder
> wie das heute heißt), zeigte mir, dass die die Beuys'schen Ideen dort
> stark verkündet werden.
> Prinzipiell besteht die Kunst nicht darin, etwas gut zu können (malen,
> zeichnen, installieren, meißeln usw.), sondern nur in der
> "künstlerischen" Idee, die aber meist andere, nämlich Handwerker,
> umsetzen, und von der dann die "Kunstverständigen" überzeugt werden
> müssen.
> Das ist dann das Geniale.
>
> (Okay, ich bin bekennendermaßen ein Kunstbanause und dazu stehe ich.)

Am Wochenende mit der Frau den neuen Marvel-Film "Dr. Strange" angesehen;
auch wenn man nicht auf Comic-Hefterl und Superhelden steht, es ist ein
sehr schoenes Beispiel von der Umsetzung einer Idee in ein Werk.
Ich empfehle Psilocybin oder LSD zum Anschauen, und auf jeden Fall in 3D.

Detlef Meißner

unread,
Nov 14, 2016, 1:46:27 PM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 19:18 schrieb René Marquardt:
> On Monday, November 14, 2016 at 12:03:46 PM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>> Am 14.11.2016 um 18:54 schrieb René Marquardt:
>>> Mandalas sind auch eine Kunstform, und die Vergaenglichkeit ist ihnen
>>> eigen. Sind auch huebscher als irgendwelche Fettecken.
>>>
>> Sicher.
>> Es fehlt bei ihnen nur die Botschaft, die ja bekanntlich ein (modernes)
>> Kunstwerk rüberbringen soll.
>
> Och, mal ein bissel in Carl Jung einarbeiten, der hat sich da
> ausfuehrlich zum Thema geaeussert.

Hat er das? Hmm, aber vorher arbeite ich mich erst noch in andere Dinge ein.
>
>> Ein Gespräch mit angehenden Künstlern der Kasseler Kunsthochschule (oder
>> wie das heute heißt), zeigte mir, dass die die Beuys'schen Ideen dort
>> stark verkündet werden.
>> Prinzipiell besteht die Kunst nicht darin, etwas gut zu können (malen,
>> zeichnen, installieren, meißeln usw.), sondern nur in der
>> "künstlerischen" Idee, die aber meist andere, nämlich Handwerker,
>> umsetzen, und von der dann die "Kunstverständigen" überzeugt werden
>> müssen.
>> Das ist dann das Geniale.
>>
>> (Okay, ich bin bekennendermaßen ein Kunstbanause und dazu stehe ich.)
>
> Am Wochenende mit der Frau den neuen Marvel-Film "Dr. Strange" angesehen;
> auch wenn man nicht auf Comic-Hefterl und Superhelden steht, es ist ein
> sehr schoenes Beispiel von der Umsetzung einer Idee in ein Werk.
> Ich empfehle Psilocybin oder LSD zum Anschauen, und auf jeden Fall in 3D.
>
Wozu muss ich, wenn ich LSD nehme, noch ins Kino gehen?

Detlef

Diedrich Ehlerding

unread,
Nov 14, 2016, 1:59:32 PM11/14/16
to
Sepp Neuper meinte:

> Aber sollte man als Kunstkritiker nicht auch etwas von
> Kunst verstehen?
> Oder darf und kann das jeder?

ad "darf": wer sollte es verbieten können?

ad "kann": Ja. Siehe:

"Jede Zeitung
findet heute weitere Verbreitung
durch Musik...kritiker,

Und so hab auch ich die Ehre
und mach jetzt Karriere
als Musik...Kritiker".

usw. (Georg Kreisler)
--
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Andreas Karrer

unread,
Nov 14, 2016, 4:27:52 PM11/14/16
to
* René Marquardt <k98m...@gmail.com>:

> Am Wochenende mit der Frau den neuen Marvel-Film "Dr. Strange" angesehen;
> auch wenn man nicht auf Comic-Hefterl und Superhelden steht, es ist ein
> sehr schoenes Beispiel von der Umsetzung einer Idee in ein Werk.

Hab ich vor 2 Wochen gesehen, wegen Swinton und Cumberbatch liess ich
mich breitschlagen. Bemerkenswert fand ich ein paar
Computeranimationen, zB diese Fassaden in London, die sich zahnradartig
nach innen drehen.

Sonst: Was für ein unglaublicher Schwachsinn. Bin eingenickt und musste
wegen Schnarchens mehrfach geweckt werden. Eben in der WP den Inhalt
des Films nochmal gelesen, ich konnte mich nur noch schwach erinnern,
das schon mal gesehen zu haben.

> Ich empfehle Psilocybin oder LSD zum Anschauen,

Wahscheinlich nur dann erträglich, kenn mich da aber gar nicht aus.

> und auf jeden Fall in 3D.

3D ist einfach eine andere Formulierung für "nur 40% der an sich
notwendigen Projektionshelligkeit". Dummerweise haben diese Action-,
SF- und Fantasyfilme oft ein sehr dunkles Dekor, was das Problem
verstärkt.

- Andi

René Marquardt

unread,
Nov 14, 2016, 4:38:36 PM11/14/16
to
On Monday, November 14, 2016 at 3:27:52 PM UTC-6, Andreas Karrer wrote:
> * René Marquardt <k98m...@gmail.com>:
>
> > Am Wochenende mit der Frau den neuen Marvel-Film "Dr. Strange"
> > angesehen;
> > auch wenn man nicht auf Comic-Hefterl und Superhelden steht, es ist ein
> > sehr schoenes Beispiel von der Umsetzung einer Idee in ein Werk.
>
> Hab ich vor 2 Wochen gesehen, wegen Swinton und Cumberbatch liess ich
> mich breitschlagen. Bemerkenswert fand ich ein paar
> Computeranimationen, zB diese Fassaden in London, die sich zahnradartig
> nach innen drehen.

Genau.

> Sonst...

War da nicht viel mehr. Jedenfalls nichts erwaehenswertes.

> > Ich empfehle Psilocybin oder LSD zum Anschauen,
>
> Wahscheinlich nur dann erträglich, kenn mich da aber gar nicht aus.
>
> > und auf jeden Fall in 3D.
>
> 3D ist einfach eine andere Formulierung für "nur 40% der an sich
> notwendigen Projektionshelligkeit".

Kommt wahrscheinlich auch auf die geistige Helligkeit des
Kinobetreibers an, jeweils die korrekte Technik einzusetzen.

Dorothee Hermann

unread,
Nov 14, 2016, 6:04:14 PM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:
> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:

> So groß und einfach die Welt am Strand,
> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

> Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist.
> Nun suchte ich nach dem Autor, aber er ist nur ein
> "Aphorismenschreiber".

Na ja "nur"?!
;-)
1933 geboren, deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker.
Und Doktor. 159 Gedichte stehen hier:
https://www.aphorismen.de/suche?f_rubrik=Gedichte&f_autor=1349_Dr.+Carl+Peter+Fr%C3%B6hling&seite=8

"Nur" würde ich (für mich) nicht sagen. Manchmal sind doch die einfachen
Worte die schwierigsten.

> Es gibt noch nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.

Ist doch kein Kriterium!
;-)

Er hat 1992 ein Büchlein mit Gedichten geschrieben:
https://www.amazon.de/Begleiter-durch-Jahr-Peter-Fr%C3%B6hling/dp/3784105637%3FSubscriptionId%3DAKIAJAOR5AXYQXOHSE6Q%26tag%3Dpeoplecheckde-20%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3784105637

> Ist das genannte Gedicht nun Kitsch? Was genau ist der Unterschied
> zwischen Kitsch und Kunst?

Wenn irgendetwas Kitsch oder Kunst sein sollte/soll/ und ich mag es -
was interessiert mich die Meinung anderer Leute? Wenn es mir gefällt,
reicht das nicht?
("Hurz"!)
Andererseits, muss ich jeden Begeisterungssturm über einen Dichter,
ein Buch - teilen, gleich empfinden, nachvollziehen können?

"Je kleiner der Geist,
um so mehr verachtet er jene,
die anders sind als er"
schreibt Dr. Carl Peter Fröhling

Dorothee

René Marquardt

unread,
Nov 14, 2016, 6:08:36 PM11/14/16
to
On Monday, November 14, 2016 at 5:04:14 PM UTC-6, Dorothee Hermann wrote:

> "Je kleiner der Geist,
> um so mehr verachtet er jene,
> die anders sind als er"
> schreibt Dr. Carl Peter Fröhling

Beziehungsweise "schreibt er bei Aesop ab."

Helmut Richter

unread,
Nov 14, 2016, 6:30:43 PM11/14/16
to
Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:
> Hi,
>
> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>
> So groß und einfach die Welt am Strand,
> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>
> Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist. Nun suchte ich
> nach dem Autor, aber er ist nur ein "Aphorismenschreiber". Es gibt noch
> nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.

Gabs mal. Ist gelöscht worden, und, wie immer in solchen Fällen, soll es
was dazu im Lösch-Logbuch geben, gibt aber nichts. Oder wie findet man das?

--
Helmut Richter


Roland Franzius

unread,
Nov 15, 2016, 12:41:05 AM11/15/16
to
Das schreibt nicht er, sondern er zitiert Uralt-Binse.

Leute, die ihre Bilder verschenken und ihre Texte ins Netz stellen,
können mit 99,9%er Sicherheit als Nichtkünstler, Handwerker des
reproduktiven Gewerbes eingeordnet werden.

Das ergibt sich allein aus den Zahlen.

Nur ein sehr gewiefter Kunstkenner und Internetrechercheur ist in der
Lage, den einen verkannten Künstler, der Originalität mit technischer
Vollkommenheit vereint, im Netz aufzutreiben. Unter anderem liegts
daran, dass Originalität nicht in Prozessen der Mustererkennung mit
Pattern aus der Vergangenheit formulierbar ist.

Die Zahl 1-99,9% entspricht in etwa der Trefferwahrscheinlichkeit, das
eine Startup zu erkennen, das in 10 Jahren ein Weltkonzern sein wird.

--

Roland Franzius




Werner Tann

unread,
Nov 15, 2016, 2:58:56 AM11/15/16
to
Dorothee Hermann <Dorothe...@gmx.net> schrieb:

>> Es gibt noch nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.
>
>Ist doch kein Kriterium!

Natürlich nicht. Andererseits muss man fragen, warum gerade dieser
Autor keine Aufnahme fand, obwohl triviale Medien in zigtausenden
Artikeln vertreten sind. AFAIK werden Einträge zu Personen nicht
aufgenommen, wenn diese (zu allen Zeiten) wenig bekannt waren und nur
wenige Werke geschaffen haben. Eine unmittelbare literarische Wertung
findet nicht statt. Wer sollte die denn durchführen und nach welchen
Maßstäben?

>Wenn irgendetwas Kitsch oder Kunst sein sollte/soll/ und ich mag es -
>was interessiert mich die Meinung anderer Leute? Wenn es mir gefällt,
>reicht das nicht?

Vielen reicht das nicht. Sie wollen andere überzeugen, dass es
entweder kein Kitsch ist, oder das Kitsch-Urteil zumindest abmildern.
Das ist ja legitim. Hier setzt der Diskurs ein.

>Andererseits, muss ich jeden Begeisterungssturm über einen Dichter,
>ein Buch - teilen, gleich empfinden, nachvollziehen können?

Sicher nicht. Man muss Peter Handkes Prosa absolut nicht mögen. Oder
man mag die ältere, aber nicht die jüngere. Aber zu behaupten, Handke
fabriziere literarisches Mittelmaß, kann nicht angehen ohne
Begründung. Mir gefällt vieles nicht, auch etwa im Bereich der Musik,
aber ich anerkenne, dass es sich dabei teilweise um "große" Werke
handelt. Nein, ich denke nicht an Helene Fischer. Aber z. B. an Jazz.

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 15, 2016, 4:10:50 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 00:04 schrieb Dorothee Hermann:
> Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:

>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>> [ © Dr. Carl Peter Fröhling ]
>>
>> Ist das genannte Gedicht nun Kitsch? Was genau ist der Unterschied
>> zwischen Kitsch und Kunst?
>
> Wenn irgendetwas Kitsch oder Kunst sein sollte/soll/ und ich mag es -
> was interessiert mich die Meinung anderer Leute? Wenn es mir gefällt,
> reicht das nicht?
> ("Hurz"!)
> Andererseits, muss ich jeden Begeisterungssturm über einen Dichter,
> ein Buch - teilen, gleich empfinden, nachvollziehen können?


Das Schöne an ästhetischen Urteilen ist ja:
Man _kann_ sie rational begründen, aber man muß nicht.
Und man _kann_ die Gründe übernehmen, aber man muß nicht.
Nicht einmal die akademische Qualifikation des Poeten _muß_
man würdigen - aber man kann.
|
| Das Fräulein stand am Meere
| Und seufzte lang und bang,
| Es rührte sie so sehre
| Der Sonnenuntergang.
| »Mein Fräulein! sein Sie munter,
| Das ist ein altes Stück;
| Hier vorne geht sie unter
| Und kehrt von hinten zurück.«
| © Dr.iur. Harry Heine

--
j/\a

Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 4:46:48 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 10:10 schrieb Jakob Achterndiek:

> Das Schöne an ästhetischen Urteilen ist ja:
> Man _kann_ sie rational begründen, aber man muß nicht.
> Und man _kann_ die Gründe übernehmen, aber man muß nicht.

So ist es.

Aber Ästethik, die man erklärt, ist wie ein Witz, den man erklärt, oder
Erotik, die man erklärt. Diese drei (und sicher manches andere) sind
authentisch, wenn sie ankommen, ohne dass man zuvor nachgedacht hat, was
denn nun daran schön, witzig oder erotisch sei.

Kein Wissenschaftler sei daran gehindert, doch noch zu ergründen, was
denn nun manche Menschen als schön, witzig oder erotisch empfinden. Aber
was sie herausfinden, begründet nicht die Empfindung -- sie mag die
Korrelation mit ihren auslösenden Momenten beschreiben, viel mehr ists
nicht.

Zu den von Daniela zitierten Versen: sie erinnern mich an Gedichte aus
Günter Eichs "Botschaften des Regens", die mir gut gefallen haben, als
ich sie kennenlernte. Und ich setze mich jetzt nicht hin und vergleiche,
um herauszufinden, welche kunstvoller sind.

--
Helmut Richter

Pantagruel

unread,
Nov 15, 2016, 5:33:56 AM11/15/16
to
Was hier aus so geringem Anlass wie diesem völlig bedeutungslosen
Zweizeiler an "Ästhetik"- und "Kunst"-Quatsch aufzutischen auch und
gerade die Riege der gestandenen desd-Regulars sich bemüßigt fühlt, -
es lässt in mir Gedanken oder auch Gefühle wie "Zeitschleife" oder
"Philadelphia-Experiment" aufkommen.
Die 50er, die 60er - - des, immerhin!, zwanzigsten Jahrhunderts: Sind
sie nicht vorbei?
Meine Güte! Diesen Sums 'spießig' zu nennen, täte jedem sich mühenden
Spießer Unehre an!
Was - Ist - Denn - Bloß - Los - Mit - Euch !??


Warum zu Henker will D.D. wissen, ob irgendwas "Kunst" sei?? Und
Kitsch auch gleich noch, bzw. nein, bzw. ob, und überhaupt:
"Kunstkritik"!
Warum eigentlich nicht mal zur Abwechslung Molekulare Zellbiologie?
Oder Topologie - ein überaus wichtiges Mathe-Gebiet! Oder
Grenzflächenphysik? Da haben wir doch alle, und jede Menge!, Ahnung™

Roland Franzius

unread,
Nov 15, 2016, 6:38:32 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 10:47 schrieb Helmut Richter:
> Am 15.11.2016 um 10:10 schrieb Jakob Achterndiek:
>
>> Das Schöne an ästhetischen Urteilen ist ja:
>> Man _kann_ sie rational begründen, aber man muß nicht.
>> Und man _kann_ die Gründe übernehmen, aber man muß nicht.
>
> So ist es.
>
> Aber Ästethik, die man erklärt, ist wie ein Witz, den man erklärt, oder
> Erotik, die man erklärt. Diese drei (und sicher manches andere) sind
> authentisch, wenn sie ankommen, ohne dass man zuvor nachgedacht hat, was
> denn nun daran schön, witzig oder erotisch sei.

Aha, authentisch ist also die Widergabe von Witzen, die verständlich
sind, Vorspiele auf der Grundlage von Einführungsbüchern und die beste
Kopie von sagen wir mal George Cloney und Heidi KLum.

> Kein Wissenschaftler sei daran gehindert, doch noch zu ergründen, was
> denn nun manche Menschen als schön, witzig oder erotisch empfinden.

Jeder Wissenschaftler ist ja immer schwer froh, wenn er von einem echten
Nichtfachmann grünes Licht erhält.


> Aber
> was sie herausfinden, begründet nicht die Empfindung -- sie mag die
> Korrelation mit ihren auslösenden Momenten beschreiben, viel mehr ists
> nicht.

Der Gedanke kommt sicher irgendwo in jedem Standardtext über die
Kritische Vernunft in der Anwendung auf die Urteilskraft so oder so
ähenlich als ein Axiom, das der Vernunft nicht zugänglich ist, vor.

> Zu den von Daniela zitierten Versen: sie erinnern mich an Gedichte aus
> Günter Eichs "Botschaften des Regens", die mir gut gefallen haben, als
> ich sie kennenlernte. Und ich setze mich jetzt nicht hin und vergleiche,
> um herauszufinden, welche kunstvoller sind.
>

Ja, die Fähigkeit zur freien Assoziation soll es ja sein, die den
ästhetischen Feingeist vom Auktionator unterscheidet, das kennern wir
schon vom Bordo.

--

Roland Franzius


Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 7:33:53 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 12:38 schrieb Roland Franzius:

> Am 15.11.2016 um 10:47 schrieb Helmut Richter:

>> Kein Wissenschaftler sei daran gehindert, doch noch zu ergründen, was
>> denn nun manche Menschen als schön, witzig oder erotisch empfinden.
>
> Jeder Wissenschaftler ist ja immer schwer froh, wenn er von einem echten
> Nichtfachmann grünes Licht erhält.

Es tut mir leid, mich so missverständlich ausgedrückt zu haben, dass du
den Tenor dieses Satzes verfahlen musstest. Der wäre gewesen:

Jeder echte Nichtfachmann ist ja immer schwer froh, wenn er von einem
wissenschaftlichen Ästheten, Humorologen oder Erotologen grünes Licht
erhält, etwas als schön, humorvoll oder erotisch zu empfinden.

--
Helmut Richter

Florian Ritter

unread,
Nov 15, 2016, 8:13:42 AM11/15/16
to
Am Dienstag, 15. November 2016 08:58:56 UTC+1 schrieb Werner Tann:

>>> Es gibt noch nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.

>> Ist doch kein Kriterium!

> Natürlich nicht. Andererseits muss man fragen, warum gerade dieser
> Autor keine Aufnahme fand, obwohl triviale Medien in zigtausenden
> Artikeln vertreten sind. AFAIK werden Einträge zu Personen nicht
> aufgenommen, wenn diese (zu allen Zeiten) wenig bekannt waren und nur
> wenige Werke geschaffen haben. Eine unmittelbare literarische Wertung
> findet nicht statt. Wer sollte die denn durchführen und nach welchen
> Maßstäben?

>> Wenn irgendetwas Kitsch oder Kunst sein sollte/soll/ und ich mag es -
>> was interessiert mich die Meinung anderer Leute? Wenn es mir gefällt,
>> reicht das nicht?

> Vielen reicht das nicht. Sie wollen andere überzeugen, dass es
> entweder kein Kitsch ist, oder das Kitsch-Urteil zumindest abmildern.
> Das ist ja legitim. Hier setzt der Diskurs ein.

Zu solchem Diskurs unter Medienleuten einfach "Kornhausseminar+Kitsch"
eingeben, da kommt dann einiges; das ganze wurde vom BR
komplett aufgezeichnet - FR

Florian Ritter

unread,
Nov 15, 2016, 8:22:40 AM11/15/16
to
Am Dienstag, 15. November 2016 11:33:56 UTC+1 schrieb Pantagruel:

> Was hier aus so geringem Anlass wie diesem völlig bedeutungslosen
> Zweizeiler an "Ästhetik"- und "Kunst"-Quatsch aufzutischen auch und
> gerade die Riege der gestandenen desd-Regulars sich bemüßigt fühlt, -

Warum Komma + Gedankenstrich? Hm?

> es lässt in mir Gedanken oder auch Gefühle wie "Zeitschleife" oder
> "Philadelphia-Experiment" aufkommen.
> Die 50er, die 60er - - des, immerhin!, zwanzigsten Jahrhunderts: Sind
> sie nicht vorbei?
> Meine Güte! Diesen Sums 'spießig' zu nennen, täte jedem sich mühenden
> Spießer Unehre an!
> Was - Ist - Denn - Bloß - Los - Mit - Euch !??
> Warum zu Henker will D.D. wissen, ob irgendwas "Kunst" sei?? Und
> Kitsch auch gleich noch, bzw. nein, bzw. ob, und überhaupt:
> "Kunstkritik"!
> Warum eigentlich nicht mal zur Abwechslung Molekulare Zellbiologie?
> Oder Topologie - ein überaus wichtiges Mathe-Gebiet! Oder
> Grenzflächenphysik? Da haben wir doch alle, und jede Menge!, Ahnung™

Wolle mir, bitte, der dissipativen Strukturen nicht vergessen!

FR

Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 8:35:09 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 12:38 schrieb Roland Franzius:

>> Aber Ästethik, die man erklärt, ist wie ein Witz, den man erklärt, oder
>> Erotik, die man erklärt. Diese drei (und sicher manches andere) sind
>> authentisch, wenn sie ankommen, ohne dass man zuvor nachgedacht hat, was
>> denn nun daran schön, witzig oder erotisch sei.
>
> Aha, authentisch ist also die Widergabe von Witzen, die verständlich
> sind, Vorspiele auf der Grundlage von Einführungsbüchern und die beste
> Kopie von sagen wir mal George Cloney und Heidi KLum.

Der deutsche Ausdruck "ohne dass" ist dir nicht vertraut? Er bedeutet
nicht dasselbe wie "nachdem".

--
Helmut Richter

Dorothee Hermann

unread,
Nov 15, 2016, 8:44:30 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 11:33 schrieb Pantagruel:
> Was hier aus so geringem Anlass wie diesem völlig bedeutungslosen
> Zweizeiler an "Ästhetik"- und "Kunst"-Quatsch aufzutischen auch und
> gerade die Riege der gestandenen desd-Regulars sich bemüßigt fühlt,
> - es lässt in mir Gedanken oder auch Gefühle wie "Zeitschleife" oder
> "Philadelphia-Experiment" aufkommen. Die 50er, die 60er - - des,
> immerhin!, zwanzigsten Jahrhunderts: Sind sie nicht vorbei? Meine
> Güte! Diesen Sums 'spießig' zu nennen, täte jedem sich mühenden
> Spießer Unehre an! Was - Ist - Denn - Bloß - Los - Mit - Euch !??
> Warum zu Henker will D.D. wissen, ob irgendwas "Kunst" sei??

Zwei Sätze streiten in meiner Brust - und ich bin mir noch nicht sicher,
welchen ich schreiben möchte:

*Oh tapferer, abenteuerlicher Pantagruel - welch eine Überlegung,
welch eine wohlabgewogene Wortwahl zeichnet Deinen Beitrag aus!

*Und? Was willst du damit sagen?
Welch eigenen Beitrag brachtest Du hier zu Gehör?

Ach, grad fällt mir noch ein Satz ein, den ich soeben las
(na gut, er ist auch trivial/banal):
Was ist denn bloß los mit Dir?


BtW: desd:
"Was - Ist - Denn - Bloß - Los - Mit - Euch !??"
^^^^
Sieht bisschen aus wie plenken und schreien
http://www.sockenseite.de/usenet/plenken.html
http://www.sockenseite.de/usenet/ausruf.html


Dorothee
--
http://faql.de/typographie.html

Werner Tann

unread,
Nov 15, 2016, 9:25:49 AM11/15/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>Aber Ästethik, die man erklärt, ist wie ein Witz, den man erklärt, oder
>Erotik, die man erklärt. Diese drei (und sicher manches andere) sind
>authentisch, wenn sie ankommen, ohne dass man zuvor nachgedacht hat, was
>denn nun daran schön, witzig oder erotisch sei.
>
>Kein Wissenschaftler sei daran gehindert, doch noch zu ergründen, was
>denn nun manche Menschen als schön, witzig oder erotisch empfinden. Aber
>was sie herausfinden, begründet nicht die Empfindung -- sie mag die
>Korrelation mit ihren auslösenden Momenten beschreiben, viel mehr ists
>nicht.

Es freut mich jetzt irgendwie, dass auch von Dir, von dem ich gewohnt
bin, Gescheites zu lesen, einmal etwas selten Dummes daherkommt. :-)

Irgendwer hat mal gesagt, es war eine Zeit, da gab sich der
Österreicher dem Sex und der Politik hin, aber man sprach nicht
darüber. Dann kam Sexualaufklärung, sogar in der Schule, die Jungen
gingen auf Demos, und im Klassenzimmer war "politische Bildung"
angesagt.

Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.

Menschen, die in der Wiese liegen und am Blümchen riechen, ohne jemals
in ihrem Leben zu versuchen, die Pflanzen zu verstehen, etwas über sie
zu *wissen*, haben die Blumen nicht verdient. Und, ich habe es schon
gesagt, sie lassen ein wesentliches Potential in sich verkümmern. Sie
fühlen und leben, und ihr Verstand fährt dabei auf Sparkurs. Sie
erkennen nicht, dass auch verstehen Spaß macht, jedenfalls ein
erfüllteres Leben verschafft. Das Leben in seiner Ganzheit erfahren,
das Leben ganz leben, das geht nur mit Fühlen *und* verstehen.

Detlef Meißner

unread,
Nov 15, 2016, 9:35:59 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 15:25 schrieb Werner Tann:

> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.
>
Hmm, du meinst, Menschen haben nur dann ein einigermaßen gutes
Sexualleben, wenn sie darüber reden?
Nun, dann fang' mal an!

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 15, 2016, 9:45:37 AM11/15/16
to
On Tuesday, November 15, 2016 at 8:25:49 AM UTC-6, Werner Tann wrote:

> Irgendwer hat mal gesagt, es war eine Zeit, da gab sich der
> Österreicher dem Sex und der Politik hin, aber man sprach nicht
> darüber. Dann kam Sexualaufklärung, sogar in der Schule, die Jungen
> gingen auf Demos, und im Klassenzimmer war "politische Bildung"
> angesagt.
>
> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.

Wie Aesop Froeling schon sagte: Einbildung ist auch ne Bildung.
Und: dumm fickt gut.

Otto Normalo

unread,
Nov 15, 2016, 10:16:19 AM11/15/16
to
Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:

> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>
> So groß und einfach die Welt am Strand,
> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>
> Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist. Nun suchte ich
> nach dem Autor, aber er ist nur ein "Aphorismenschreiber". Es gibt noch
> nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.
> Ist das genannte Gedicht nun Kitsch? Was genau ist der Unterschied
> zwischen Kitsch und Kunst?

Lässt sich nahezu eins zu eins in die erste Strophe Müller-Grählerts
(1876-1939) Mine Heimat übersetzen. Was ob der so einfachen Natur des
beschriebenen Objektes keine Überraschung ist. Und es ist so schön, weil
man es so direkt erfahren kann. Man muss nur hinfahren und sie offenbart
sich von selbst, die Schönheit, die Natur, die Heimat. Im Gegensatz zu
abstrakten Likes, Youtubehits, Tweetgebrabbel, Shitstorms, Memes und
sonstigen indirekt vermittelten Phänomenen. Man isses eben nicht, ein
Digital Native, sondern doch Mensch.

Tja, und wenn beim Zingsturlaub wie dieses Jahr im September an die 30°C
herrschen und im Hintergrund beim alljährlichen Wettstreit der
Shantychöre zu Ehren Müller-Grählerts[1] dieses Lied (mehrmals täglich)
erklingt ... Also, wer noch nicht hat, darf da bestimmt mal hin.

ON

[1] Müller-Grählert stammt aus Zingst.


Martha Müller Grählert

Mine Heimat

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
Wo de gele Ginster bleuht in'n Dünensand,
Wo de Möwen schriegen, grell in't Stormgebrus,
Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus.

Well- und Wogenrunschen, wir min Weigenlied,
Un de hogen Dünen, seg'n min Kinnertied,
Seg'n uch mine Sehnsucht, un min heit Begehr,
In de Welt tau fleigen öwer Land un Meer.

Woll het mi dat Leben dit Verlangen stillt,
Het mi allens geben, wat min Herz erfüllt,
Allens is verswunden, wat mi quält un drew,
Hev nu Frieden funden, doch de Sehnsucht blew.

Sehnsucht na dat lütte, stille Inselland,
Wo de Wellen trecken an den witten Strand,
Wo de Möwen schriegen grell in't Stormgebrus,
Denn da is min Heimat, da bün ick tau Hus.

Sepp Neuper

unread,
Nov 15, 2016, 10:19:48 AM11/15/16
to
Pantagruel <pa...@online.ed> schrieb:

>Warum zu Henker will D.D. wissen, ob irgendwas "Kunst" sei?? Und
>Kitsch auch gleich noch, bzw. nein, bzw. ob, und überhaupt:
>"Kunstkritik"!

Hast ja recht.
Zur echten Kunstkritik sind wir alle nicht feingeistig genug.
Ja, und wohl nicht einmal zur falschen. Was bleibt uns also?
Nicht viel demnach.
Und dieses bisschen willst du uns auch noch madig machen?
Das ist aber nicht nett von dir.

Servus, Sepp

Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 10:54:37 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 14:44 schrieb Dorothee Hermann:

> Zwei Sätze streiten in meiner Brust - und ich bin mir noch nicht sicher,
> welchen ich schreiben möchte:
>
> *Oh tapferer, abenteuerlicher Pantagruel - welch eine Überlegung,
> welch eine wohlabgewogene Wortwahl zeichnet Deinen Beitrag aus!
>
> *Und? Was willst du damit sagen?
> Welch eigenen Beitrag brachtest Du hier zu Gehör?

Hatten wir nicht schon mal jemanden, aus dessen kunstvoll gedrechselten,
Geistreichität verbreitenden Sentenzen kein Inhalt zu entnehmen war? Das
*kann* Kunst sein (wie bei Hürbine von Pleuselspink) oder ein Scheitern
des Autors, seine tatsächlich erhabenen Gedanken einem simpel
gestrickten Publikum (ja, da gehöre ich dazu) zu vermitteln oder ein
eitles Desinteresse, das zu versuchen. Ich vermeide, das beurteilen zu
müssen, indem ich es nicht mehr lese.

--
Helmut Richter

Werner Tann

unread,
Nov 15, 2016, 11:12:16 AM11/15/16
to
Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:

>> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
>> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
>> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.
>>
>Hmm, du meinst, Menschen haben nur dann ein einigermaßen gutes
>Sexualleben, wenn sie darüber reden?
>Nun, dann fang' mal an!

Ich nehme die Frage mal ernst. In erster Linie ist gemeint, mit dem
Sexualpartner über den Sex zu reden. In zweiter Linie ist die
gesellschaftliche Diskussion der Sexualität gemeint. Wenn z. B. Bücher
über Sexualität geschrieben werden, die von Paaren gelesen, gemeinsam
besprochen und umgesetzt werden, ist das dem sexuellen Glück
förderlich. Ja, davon bin ich überzeugt.

Das hat nun, was Deine Aufforderung an mich insinuiert, genau nichts
zu tun mit Ausbreiten von Privatem bzw. dem, was ins Schlafzimmer
gehört. Aber früher war man, wie gesagt, dieser Ansicht, dass nämlich
Sexualität öffentlich, in Medien jeder Art, nichts zu suchen habe.
Dass es so gewesen ist, war die Grundlage fürs Berühmtwerden eines
gewissen Sigmund Freud.

Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 11:20:19 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 15:25 schrieb Werner Tann:

> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.

Darüber zu reden, oder selbst Wissenschaft zu treiben, oder
wissenschaftliche Erkenntnisse zu konsumieren oder sich dem Urteil von
Wissenschaftlern zu unterstellen, wie's denn nun richtig sei, sind
durchaus verschiedene Dinge.

> Menschen, die in der Wiese liegen und am Blümchen riechen, ohne jemals
> in ihrem Leben zu versuchen, die Pflanzen zu verstehen, etwas über sie
> zu *wissen*, haben die Blumen nicht verdient.

Doch. Es ist gut, vieles zu wissen und zu verstehen. Aber man verdient
die Empfindung der Schönheit nicht damit.

Und wenn man unvorsichtig ist, verspielt man sie sogar: wenn man nur im
Labor die Blümchen seziert und ihr Aroma durch den Gaschromatographen
jagt, ohne sich je in die Wiese liegen und am Blümchen zu riechen.

--
Helmut Richter

Detlef Meißner

unread,
Nov 15, 2016, 11:25:51 AM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 17:12 schrieb Werner Tann:
> Detlef Meißner <unge...@mailinator.com> schrieb:
>
>>> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
>>> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
>>> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.
>>>
>> Hmm, du meinst, Menschen haben nur dann ein einigermaßen gutes
>> Sexualleben, wenn sie darüber reden?
>> Nun, dann fang' mal an!
>
> Ich nehme die Frage mal ernst. In erster Linie ist gemeint, mit dem
> Sexualpartner über den Sex zu reden.

Also *mit* jemandem reden, weniger *darüber* reden.

> In zweiter Linie ist die
> gesellschaftliche Diskussion der Sexualität gemeint.

Da ist deine Formulierung aber missverständlich.

> Wenn z. B. Bücher
> über Sexualität geschrieben werden, die von Paaren gelesen, gemeinsam
> besprochen und umgesetzt werden, ist das dem sexuellen Glück
> förderlich. Ja, davon bin ich überzeugt.

Dazu gehört dann auch gemeinsam Pornoschauen - hörte ich neulich.

Andererseits: so etwas - also darüber sprechen - fällt vielen Paaren schwer.

> Das hat nun, was Deine Aufforderung an mich insinuiert, genau nichts
> zu tun mit Ausbreiten von Privatem bzw. dem, was ins Schlafzimmer
> gehört.

Dann war deine Formulierung missverständlich.

> Aber früher war man, wie gesagt, dieser Ansicht, dass nämlich
> Sexualität öffentlich, in Medien jeder Art, nichts zu suchen habe.

Es gab aber auch damals schon Bücher über "die gesunde Ehe".

> Dass es so gewesen ist, war die Grundlage fürs Berühmtwerden eines
> gewissen Sigmund Freud.
>
Ob das allein reicht, weiß ich nicht, denn über Sexualität, über
sexuelle Träume, die sog. weibliche Hysterie usw. gab es bereits vorher
etliche Literatur.
Für ihn war aber wohl die sexuelle Verklemmtheit an allem Schuld. Dabei
schloss er von sich auf andere.

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 15, 2016, 11:32:19 AM11/15/16
to
On Tuesday, November 15, 2016 at 10:25:51 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
> > Aber früher war man, wie gesagt, dieser Ansicht, dass nämlich
> > Sexualität öffentlich, in Medien jeder Art, nichts zu suchen habe.
>
> Es gab aber auch damals schon Bücher über "die gesunde Ehe".

Schon Luther aeusserte sich zum Thema mit den bekannten Worten:
„Die Woche zwier, der Weiber Gebühr, schadet weder mir noch dir,
macht’s Jahr einhundert und vier.“ und war damit auch nicht der
erste Schreiber zum Thema.

Detlef Meißner

unread,
Nov 15, 2016, 11:40:46 AM11/15/16
to
Jetzt stellt sich aber die Frage: hat er darüber mit seiner Frau gesprochen?

Detlef

Werner Tann

unread,
Nov 15, 2016, 11:59:18 AM11/15/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>> Menschen, die ihre Erotik nur leben, ohne darüber zu reden, sind
>> entweder mit einer genialen Empathie gesegnet oder haben, was für die
>> Mehrheit gelten dürfte, ein miserables Sexualleben.
>
>Darüber zu reden, oder selbst Wissenschaft zu treiben, oder
>wissenschaftliche Erkenntnisse zu konsumieren oder sich dem Urteil von
>Wissenschaftlern zu unterstellen, wie's denn nun richtig sei, sind
>durchaus verschiedene Dinge.

Ich habe nirgends behauptet, das wäre einerlei. Das Darüberreden hat
bei Deiner Aufzählung aber den Beigeschmack von "War's schön, Schatz?"
"Äh, ja sicher, Honigbär!" Das meinte ich nicht mit "darüber reden".

>> Menschen, die in der Wiese liegen und am Blümchen riechen, ohne jemals
>> in ihrem Leben zu versuchen, die Pflanzen zu verstehen, etwas über sie
>> zu *wissen*, haben die Blumen nicht verdient.
>
>Doch. Es ist gut, vieles zu wissen und zu verstehen. Aber man verdient
>die Empfindung der Schönheit nicht damit.

Ich habe vom Verdienen der Blumen gesprochen, nicht vom Verdienen der
Empfindung. Formulieren wir es mal pathetisch: Der Schöpfer schenkt
dem Menschen das Herz und den Verstand. Und der Mensch erdreistet sich
dann, die Schöpfung in erster Linie emotional zu konsumieren. Da
könnte man auf die Idee kommen, Gott verfluche seinen Einfall, den
Menschen auch mit Verstand ausgestattet zu haben, wo dieser ohnehin
keinen Bock hat, ihn auch zu gebrauchen.

>Und wenn man unvorsichtig ist, verspielt man sie sogar: wenn man nur im
>Labor die Blümchen seziert und ihr Aroma durch den Gaschromatographen
>jagt, ohne sich je in die Wiese liegen und am Blümchen zu riechen.

Ja, denen muss man mit der genau gegenteiligen Ansicht kommen. Ich
stelle in Diskussionen immer wieder fest, die Gefühlsdusler zur
Vernunft bringen und den Gefühlskalten das Herz öffnen zu müssen.

René Marquardt

unread,
Nov 15, 2016, 12:34:53 PM11/15/16
to
Nun ja, sie hatten sechs Kinder, und das scheint ihr nicht
geschadet zu haben, da sie erst Jahre nach seinem Tod an den
Folgen eines Verkehrsunfalles verstarb.

Lars Bräsicke

unread,
Nov 15, 2016, 2:30:21 PM11/15/16
to
Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:
> Es gibt noch
> nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.

Könntest du ja ändern, wenn du mehr über ihn weißt als das etwas
Dürftige hier:

'''Carl Peter Fröhling''' (* [[1933]] in [[?]]) ist ein
[[Deutschland|deutscher]] [[Germanistik|Germanist]],
[[Philosophie|Philosoph]] und [[Aphorismus|Aphoristiker]].

== Leben ==
Fröhlich studierte … in …. Er arbeitete als Lehrer für … am
Albert-Schweitzer-Gymnasium in [[Plettenberg]], [[Nordrhein-Westfalen]].

== Werk ==
* Carl Peter Fröhling: Sprache und Stil in den Romanen Manfred
Hausmanns. Bonn 1964. ISBN …
* Carl Peter Fröhling: Der Bildhauer Bernhard Graf von Plettenberg zu
Lenhausen und Hitlers Traum von der Nibelungenbrücke in Linz an der
Donau. In: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe, Jahrgang 1976 S.189-195. ISBN …
* Carl Peter Fröhling: Fruchtmaße im Herzogtum Westfalen. HSO 93
(1973), S. 191–197. Gemeindearchiv Kirchhundem, Kirchhundemer
Hypothekenbücher.
* Carl Peter Fröhling: Carl Schmitt und Ernst Jünger. Eine lebenslange
Freundschaft. Ein Beitrag zur Kultur des Umstrittenseins (Eigenverlag)
* Carl Peter Fröhling: Begleiter durch das Jahr (offenbar das Werk, das
seinen Ruhm begründete.)


Lars Bräsicke

unread,
Nov 15, 2016, 2:41:18 PM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 00:30 schrieb Helmut Richter:
> Am 14.11.2016 um 04:16 schrieb Daniela Duerbeck:
>> Hi,
>>
>> ich fand kürzlich ein "Gedicht" von Dr. Carl Peter Fröhling:
>>
>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.
>>
>> Es hat mich sehr berührt, weil es einfach so wahr ist. Nun suchte ich
>> nach dem Autor, aber er ist nur ein "Aphorismenschreiber". Es gibt noch
>> nichtmal eine Wikipediaseite über ihn.
>
> Gabs mal. Ist gelöscht worden,

Kann ich nix zu finden.

Es würde dann ja hier:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Carl_peter_fröhling&action=edit&redlink=1
vermerkt sein und es müsste sich eine Löschdiskussion dazu finden
lassen:
https://de..wikipedia.org/wiki/Spezial:Suche?search=Carl+Peter+Fröhling&prefix=Wikipedia%3ALöschkandidaten&fulltext=Löschdiskussionen+durchsuchen&fulltext=Search&searchToken=6ivxu4cb71083d59ry1liv0kb

Beides nicht der Fall.

Helmut Richter

unread,
Nov 15, 2016, 3:26:28 PM11/15/16
to
Komisch. Ich habe gestern sowohl eine Löschdiskussion gefunden (mit dem
Ergebnis "bleibt!"), und ich bin gewarnt worden, den Artikel neu
anzulegen, wo er doch schon mal gelöscht wurde. Eine Löschdiskussion mit
dem Ergebnis "wird gelöscht!" oder einen Eintrag im Lösch-Logbuch habe
ich nicht gefunden.

Heute kann ich beides nicht reproduzieren. Keine Ahnung.

--
Helmut Richter

Detlef Meißner

unread,
Nov 15, 2016, 3:36:42 PM11/15/16
to
Das mit dem Verkehrsunfall, das wollte ich mal recherchieren.
Das erste Suchergebnis führe mich auf die Wikipedia, das zweite auf
"Notgeile Frauen". Scheint ja zu passen.

BTW: Sie ist wohl nicht an den Folgen des Verkehrsunfalls (Wagen
umgekippt) gestorben, sondern drei Monate später an Lungenentzündung.

Wie viel Kinder eine Ehepaar hat(te) sagt uns ja nichts darüber, ob sie
auch miteinander über Sex gesprochen haben. Wozu auch?

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 15, 2016, 4:20:42 PM11/15/16
to
Auf der dt. WP steht "3 Wochen", auf der en. "three months".
Kutsche umgekippt, rausgehopft, in den wasserfuehrenden Strassen-graben
gefallen, Becken gebrochen und Lungenentzuendung geholt, woran sie
dann drei Wochen oder Monate, jedenfalls im Dezember, starb.
Finde ich schon, dass da der Unfall ursaechlich war.

> Wie viel Kinder eine Ehepaar hat(te) sagt uns ja nichts darüber, ob sie
> auch miteinander über Sex gesprochen haben. Wozu auch?

Ich habe diese Thema nicht aufgebracht. Aber was ich meinte, war,
dass die Luthern immerhin Zeit hatte, aeltlich zu werden, so dass
das Ehepaar Luther wohl einen guten Kompromiss gefunden haben zu
scheint. Sechs Kinder, aber trotzdem nicht an Geburtsfolgen
verstorben.

Detlef Meißner

unread,
Nov 15, 2016, 5:53:36 PM11/15/16
to
Naja, da scheint aber mehr Phantasie als Tatsache im Spiel zu sein. Ob
das wirklich so genau jemand weiß?

> und Lungenentzuendung geholt, woran sie
> dann drei Wochen oder Monate, jedenfalls im Dezember, starb.
> Finde ich schon, dass da der Unfall ursaechlich war.

Nun, an anderer Stelle steht, das sie nicht lebensgefährlich verletzt
war, was immer das heißen mag.
Wann sie sich die Lungenentzündung zugezogen hat, ist wohl auch unklar.
Aber zu jener Zeit war alles möglich.
Hat aber mit unserem Thema jetzt nichts zu tun.
>
>> Wie viel Kinder eine Ehepaar hat(te) sagt uns ja nichts darüber, ob sie
>> auch miteinander über Sex gesprochen haben. Wozu auch?
>
> Ich habe diese Thema nicht aufgebracht. Aber was ich meinte, war,
> dass die Luthern immerhin Zeit hatte, aeltlich zu werden, so dass
> das Ehepaar Luther wohl einen guten Kompromiss gefunden haben zu
> scheint. Sechs Kinder, aber trotzdem nicht an Geburtsfolgen
> verstorben.

Es gab auch Frauen mit 12 und mehr Kindern, die an den Geburten nicht
gestorben sind, gestorben sind dann eher die Kinder.

Und warum sollte eine Frau an der Geburt sterben, besonders dann, wenn
sie schon einige Geburten hinter sich gebracht hat?

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 15, 2016, 6:19:12 PM11/15/16
to
On Tuesday, November 15, 2016 at 4:53:36 PM UTC-6, Detlef Meißner wrote:

> Und warum sollte eine Frau an der Geburt sterben, besonders dann, wenn
> sie schon einige Geburten hinter sich gebracht hat?

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Erkrankungen_und_Zust%C3%A4nden_in_Schwangerschaft,_Geburt_und_Wochenbett_nach_ICD-10

Dorothee Hermann

unread,
Nov 15, 2016, 7:35:16 PM11/15/16
to
Am 15.11.2016 um 23:53 schrieb Detlef Meißner:
> Am 15.11.2016 um 22:20 schrieb René Marquardt:

>>>> Nun ja, sie hatten sechs Kinder, und das scheint ihr nicht
>>>> geschadet zu haben, da sie erst Jahre nach seinem Tod an den
>>>> Folgen eines Verkehrsunfalles verstarb.

Es waren ja nicht nur die eigenen Kinder zu versorgen, sondern auch
Kinder aus der Verwandtschaft.

>>> Das mit dem Verkehrsunfall, das wollte ich mal recherchieren. Das
>>> erste Suchergebnis führe mich auf die Wikipedia, das zweite auf
>>> "Notgeile Frauen". Scheint ja zu passen.

Merkwürdige Suche!
Ich kam mit den richtigen Suchworten z.B. auf:
http://www.kleio.org/de/geschichte/renaissance/mluther/kbora/
oder
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Bora.htm
und erfuhr von einer Frau, die wohl sehr lebenstüchtig und
zusammenhaltend gewesen ist: Katharina von Bora (auch Käthe Luther).

>>> BTW: Sie ist wohl nicht an den Folgen des Verkehrsunfalls (Wagen
>>> umgekippt) gestorben, sondern drei Monate später an
>>> Lungenentzündung.

>> Auf der dt. WP steht "3 Wochen", auf der en. "three months".
>> Kutsche umgekippt, rausgehopft, in den wasserfuehrenden
>> Strassen-graben gefallen, Becken gebrochen

> Naja, da scheint aber mehr Phantasie als Tatsache im Spiel zu sein.
> Ob das wirklich so genau jemand weiß?

>> und Lungenentzuendung geholt, woran sie dann drei Wochen oder
>> Monate, jedenfalls im Dezember, starb. Finde ich schon, dass da der
>> Unfall ursaechlich war.

> Nun, an anderer Stelle steht, das sie nicht lebensgefährlich
> verletzt war, was immer das heißen mag. Wann sie sich die
> Lungenentzündung zugezogen hat, ist wohl auch unklar. Aber zu jener
> Zeit war alles möglich.

Sie hat in der Zeit nach Luthers Tod sehr zu kämpfen gehabt, Pest,
Krieg, Feinde - vieles musste bewältigt werden.
Auf der Flucht stürzte die Pferdekutsche, Katharina in einen
Wassergraben. Lähmung und Erkältung zusammen mit den letzten harten
Jahren waren wohl der Grund für den Tod.

Dorothee

Sepp Neuper

unread,
Nov 15, 2016, 7:40:41 PM11/15/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>Hatten wir nicht schon mal jemanden, aus dessen kunstvoll gedrechselten,
>Geistreichität verbreitenden Sentenzen kein Inhalt zu entnehmen war? Das
>*kann* Kunst sein (wie bei Hürbine von Pleuselspink)

Allerdings war Hürbines Stil keine Eigenkreation, sondern eine
Anlehnung an "Jabberwocky" in Lewis Carrolls Roman "Alice hinter den
Spiegeln".

Servus, Sepp

Sepp Neuper

unread,
Nov 15, 2016, 10:39:19 PM11/15/16
to
Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> schrieb:

>Hm, Cumberbatch ist für mich der Hauptgrund diesen Film nicht anzusehen.

Bei mir ist es genau andersrum.

bye, Sepp

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 2:59:19 AM11/16/16
to
Alles birgt Risiken, auch das Nasepopeln.

Meine Großmutter hatte 11 Geschwister, das war nichts Besonderes.
Aus der hiesigen Nachbarschaft weiß ich, dass es dort ebenfalls 12
Kinder waren, wobei es aber 18 Geburten gab.
Wenn die Frauen ständig bei Geburten sterben würden, gäbe es schon keine
Menschen mehr.

Aber das führt am eigentlichen Thema vorbei.

Detlef

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 3:03:25 AM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 01:35 schrieb Dorothee Hermann:
> Am 15.11.2016 um 23:53 schrieb Detlef Meißner:
>> Am 15.11.2016 um 22:20 schrieb René Marquardt:
>
>>>>> Nun ja, sie hatten sechs Kinder, und das scheint ihr nicht
>>>>> geschadet zu haben, da sie erst Jahre nach seinem Tod an den
>>>>> Folgen eines Verkehrsunfalles verstarb.
>
> Es waren ja nicht nur die eigenen Kinder zu versorgen, sondern auch
> Kinder aus der Verwandtschaft.

Ja.
Aber irgendwie kommen wir vom eigentlichen Thema ab: Über Sex sprechen.
>
>>>> Das mit dem Verkehrsunfall, das wollte ich mal recherchieren. Das
>>>> erste Suchergebnis führe mich auf die Wikipedia, das zweite auf
>>>> "Notgeile Frauen". Scheint ja zu passen.
>
> Merkwürdige Suche!
> Ich kam mit den richtigen Suchworten z.B. auf:
^^^^^^^^^^
> http://www.kleio.org/de/geschichte/renaissance/mluther/kbora/
> oder
> https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Bora.htm
> und erfuhr von einer Frau, die wohl sehr lebenstüchtig und
> zusammenhaltend gewesen ist: Katharina von Bora (auch Käthe Luther).

Wer richtig sucht, der findet auch schnell was - wenn was da ist. :-)
>
>>>> BTW: Sie ist wohl nicht an den Folgen des Verkehrsunfalls (Wagen
>>>> umgekippt) gestorben, sondern drei Monate später an
>>>> Lungenentzündung.
>
>>> Auf der dt. WP steht "3 Wochen", auf der en. "three months".
>>> Kutsche umgekippt, rausgehopft, in den wasserfuehrenden
>>> Strassen-graben gefallen, Becken gebrochen
>
>> Naja, da scheint aber mehr Phantasie als Tatsache im Spiel zu sein.
>> Ob das wirklich so genau jemand weiß?
>
>>> und Lungenentzuendung geholt, woran sie dann drei Wochen oder
>>> Monate, jedenfalls im Dezember, starb. Finde ich schon, dass da der
>>> Unfall ursaechlich war.
>
>> Nun, an anderer Stelle steht, das sie nicht lebensgefährlich
>> verletzt war, was immer das heißen mag. Wann sie sich die
>> Lungenentzündung zugezogen hat, ist wohl auch unklar. Aber zu jener
>> Zeit war alles möglich.
>
> Sie hat in der Zeit nach Luthers Tod sehr zu kämpfen gehabt, Pest,
> Krieg, Feinde - vieles musste bewältigt werden.
> Auf der Flucht stürzte die Pferdekutsche, Katharina in einen
^^^^^^^^^^^^^
> Wassergraben. Lähmung und Erkältung zusammen mit den letzten harten
> Jahren waren wohl der Grund für den Tod.

Ja, das steht zu vermuten.
Andererseits steht die Frage im Raum, ob sie beim Umzug in einer Kutsche
saß.

Detlef

Andreas Karrer

unread,
Nov 16, 2016, 3:38:24 AM11/16/16
to
* Sepp Neuper <Sepp_...@web.de>:
> Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> schrieb:
>
>>Hm, Cumberbatch ist für mich der Hauptgrund diesen Film nicht anzusehen.
>
> Bei mir ist es genau andersrum.

Überraschung: Die Geschmäcker sind verschieden. Wir brauchen jetzt
noch jemanden, der sowohl Swinton als auch Cumberbatch nicht mag.

- Andi

Bertel Lund Hansen

unread,
Nov 16, 2016, 4:23:28 AM11/16/16
to
Matthias Opatz skrev:

> Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Hm ...

> Oder noch zugespitzter: Kunst ist alles, was neben dem Urheber
> noch mindestens ein weiterer dafür hält.

Ein dänischer Maler, Verfasser und Witszeichner:

Kunst ist das, was man nicht kann.
Wenn man es könnte, wäre es ja keine Kunst.

--
Bertel, Dänemark

Bertel Lund Hansen

unread,
Nov 16, 2016, 4:24:11 AM11/16/16
to
Jakob Achterndiek skrev:

>>> So groß und einfach die Welt am Strand,
>>> nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand.

> Doch in den Dünen, da sitzt und stört
> Daniela, die nicht zum Gedicht gehört.

ROTFL :-)

--
Bertel, Dänemark

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 5:34:28 AM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 10:25 schrieb Bertel Lund Hansen:
> Kunst ist das, was man nicht kann.
> Wenn man es könnte, wäre es ja keine Kunst.

"Kunst ist, wenn man's nicht kann, denn wenn man's kann, ist's keine Kunst."
(Johann Nestroy)

Detlef

René Marquardt

unread,
Nov 16, 2016, 7:51:24 AM11/16/16
to
Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, hieße es Wulst.

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 8:49:20 AM11/16/16
to
Du Frage dabei ist nur: welches Können?

Detlef

Manfred Hoß

unread,
Nov 16, 2016, 10:22:27 AM11/16/16
to
Bei so mancher Kunst war mir klar, dass die Kunst darin liegt, das Zeug
teuer zu verkaufen.

Gruß
Manfred.

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 10:51:27 AM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 16:22 schrieb Manfred Hoß:
> Am Wed, 16 Nov 2016 14:49:19 +0100 schrieb Detlef Meißner:
>
>> Am 16.11.2016 um 13:51 schrieb René Marquardt:
>>> On Wednesday, November 16, 2016 at 4:34:28 AM UTC-6, Detlef Meißner wrote:
>>>> Am 16.11.2016 um 10:25 schrieb Bertel Lund Hansen:
>>>>> Kunst ist das, was man nicht kann.
>>>>> Wenn man es könnte, wäre es ja keine Kunst.
>>>>
>>>> "Kunst ist, wenn man's nicht kann, denn wenn man's kann, ist's keine Kunst."
>>>> (Johann Nestroy)
>>>>
>>> Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, hieße es Wulst.
>>>
>> Du Frage dabei ist nur: welches Können?
>
> Bei so mancher Kunst war mir klar, dass die Kunst darin liegt, das Zeug
> teuer zu verkaufen.
>
Und meist sind das ja inzwischen nicht die Künstler selbst, sondern
irgendwelche Kunsthändler, die etwas aufkaufen, von dem sie hoffen, dass
zukünftig die Preise steigen.

Wenn ich ein "Kunstwerk" schaffe, du es kaufst und entsprechend
promotest, wozu gehört, dass du öffentlich verkündest, dass du meine
nächsten Kunstwerke ebenfalls für teures Geld kaufen wirst, dann steigen
die Preise.
BTW: Du bist nicht zufällig Kunsthändler? ;-)

Detlef

Florian Ritter

unread,
Nov 16, 2016, 12:56:23 PM11/16/16
to
Am Mittwoch, 16. November 2016 01:35:16 UTC+1 schrieb Dorothee Hermann:

>>>>> Nun ja, sie hatten sechs Kinder, und das scheint ihr nicht
>>>>> geschadet zu haben, da sie erst Jahre nach seinem Tod an den
>>>>> Folgen eines Verkehrsunfalles verstarb.

> Es waren ja nicht nur die eigenen Kinder zu versorgen, sondern auch
> Kinder aus der Verwandtschaft.

>>>> Das mit dem Verkehrsunfall, das wollte ich mal recherchieren. Das
>>>> erste Suchergebnis führe mich auf die Wikipedia, das zweite auf
>>>> "Notgeile Frauen". Scheint ja zu passen.

> Merkwürdige Suche!
> Ich kam mit den richtigen Suchworten z.B. auf:
> http://www.kleio.org/de/geschichte/renaissance/mluther/kbora/
> oder
> https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Bora.htm
> und erfuhr von einer Frau, die wohl sehr lebenstüchtig und
> zusammenhaltend gewesen ist: Katharina von Bora (auch Käthe Luther).

Auf einem Porträt von ihr sah ich Bora geschrieben, aber über dem
r befand sich eine Tilde - die Gute wird wohl aus Borna stammen, was
auch gut damit zusammenpaßt, daß Luther mehrfach in der
dortigen Augustinerkirche gepredigt hatte - FR

Dorothee Hermann

unread,
Nov 16, 2016, 2:09:39 PM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 18:56 schrieb Florian Ritter:

>> https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Bora.htm
>> und erfuhr von einer Frau, die wohl sehr lebenstüchtig und
>> zusammenhaltend gewesen ist: Katharina von Bora (auch Käthe
>> Luther).

> Auf einem Porträt von ihr sah ich Bora geschrieben, aber über
^^^^^
> dem r befand sich eine Tilde

Oder jahrhundertealter Dreckfleck?

> - die Gute wird wohl aus Borna stammen, was auch gut damit
> zusammenpaßt, daß Luther mehrfach in der dortigen
> Augustinerkirche gepredigt hatte - FR

Von einem Fleck auf die Schreibweise "der Guten" zu schließen,
wäre mir zu gewagt:
http://www.von-bora.de/CvB_Graphiken.pdf
http://www.von-bora.de/CvB3.pdf


Dorothee

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 2:13:21 PM11/16/16
to
Nun gönne ihm doch diese sensationelle Entdeckung!
Gleich meldet sich Dan Brown bei ihm.

Detlef

Sepp Neuper

unread,
Nov 16, 2016, 5:05:15 PM11/16/16
to
Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> schrieb:

>>>Hm, Cumberbatch ist für mich der Hauptgrund diesen Film nicht anzusehen.

>> Bei mir ist es genau andersrum.

>Der kann nix und sieht auch noch aus wie ein Fisch.
>Das muß ich mir nicht antun.

Seine weiblichen Fans, die Cumberbitches, sehen das natürlich
etwas anders. Aber wer weiß schon, wie die Frauen ticken.
Mick Jagger, Jean-Paul Belmondo, Benedict Cumberbatch .... offenbar
kann man(n) gar nicht häßlich genug sein, um nicht doch auch
von Groupies angehimmelt zu werden.

Irgendwas scheinen die zu haben, was wir beide nicht haben.
Hast du vielleicht ne Idee, was das sein könnte?

Servus, Sepp

Sepp Neuper

unread,
Nov 16, 2016, 5:05:15 PM11/16/16
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb:

>Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:
>>Hatten wir nicht schon mal jemanden, aus dessen kunstvoll gedrechselten,
>>Geistreichität verbreitenden Sentenzen kein Inhalt zu entnehmen war?

>Doch, doch, aber offenbar hat er sich verflüchtigt.
>In meiner Filterliste steht er jedenfalls nicht mehr drin, was bedeutet,
>daß er sehr lange nicht mehr geschrieben haben muß.

Oh, das würde mich jetzt interessieren. Weshalb saß er denn in
deinem Filter? Doch nicht etwa bloß wegen seiner langen Beiträge.
Denn ansonsten wüßte ich keinen Grund, da er ein wirklich netter
Kerl war bzw. ist.
Bei einem Arschloch wie mir könnte ich es ja verstehen .....
aber bei *ihm*?

Servus, Sepp

René Marquardt

unread,
Nov 16, 2016, 5:12:43 PM11/16/16
to
On Wednesday, November 16, 2016 at 4:05:15 PM UTC-6, Sepp Neuper wrote:

> Seine weiblichen Fans, die Cumberbitches, sehen das natürlich
> etwas anders. Aber wer weiß schon, wie die Frauen ticken.
> Mick Jagger, Jean-Paul Belmondo, Benedict Cumberbatch .... offenbar
> kann man(n) gar nicht häßlich genug sein, um nicht doch auch
> von Groupies angehimmelt zu werden.
>
> Irgendwas scheinen die zu haben, was wir beide nicht haben.
> Hast du vielleicht ne Idee, was das sein könnte?

Lässiges Selbstbewusstsein trotz Hässlichkeit. Ansonsten Charisma genannt.

Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 5:15:37 PM11/16/16
to
Sie wirken in gewisser Weise hilflos. Und dann kommt bei Frauen der
Mutterinstinkt hoch.

Detlef



Detlef Meißner

unread,
Nov 16, 2016, 5:19:06 PM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 23:05 schrieb Sepp Neuper:
Du weißt doch, Sepp, langweilige Menschen sind selten interessant - und
lesenswert.
Arschlöcher hingegen sind anziehend - auch bei Frauen.

Detlef

Helmut Richter

unread,
Nov 16, 2016, 6:48:38 PM11/16/16
to
Am 16.11.2016 um 23:05 schrieb Sepp Neuper:

> Irgendwas scheinen die zu haben, was wir beide nicht haben.
> Hast du vielleicht ne Idee, was das sein könnte?

Geld?

--
Helmut Richter

Detlef Meißner

unread,
Nov 17, 2016, 5:18:39 AM11/17/16
to
Am 17.11.2016 um 11:06 schrieb Rüdiger Silberer:
> Am 16.11.2016 schrieb Sepp Neuper:
>> Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> schrieb:
>>
>>>>> Hm, Cumberbatch ist für mich der Hauptgrund diesen Film nicht anzusehen.
>>
>>>> Bei mir ist es genau andersrum.
>>
>>> Der kann nix und sieht auch noch aus wie ein Fisch.
>>> Das muß ich mir nicht antun.
>>
>> Seine weiblichen Fans, die Cumberbitches, sehen das natürlich
>> etwas anders. Aber wer weiß schon, wie die Frauen ticken.
>> Mick Jagger, Jean-Paul Belmondo, Benedict Cumberbatch .... offenbar
>> kann man(n) gar nicht häßlich genug sein, um nicht doch auch
>> von Groupies angehimmelt zu werden.
>
> Ja ich weiß, bei mir im Büro bekommen die Mädels auch gleich feuchte
> Augen wenn der Name fällt.

So lange es nur die Augen sind.
>
>> Irgendwas scheinen die zu haben, was wir beide nicht haben.
>> Hast du vielleicht ne Idee, was das sein könnte?
>
> Ich weiß es nicht, auf jeden Fall haben sie schon mal mehr Kohle als
> ich.
>
Frauen schwärmen halt gern, was wir Männer meist nicht verstehen.
Sie möchten sich geborgen fühlen, aber auch kleine Abenteuer erleben.

Es gibt Frauen, die schwärmen von Johnny Depp, aber halt nur für ihn in
seinen Filmrollen. Real soll er ja ein Ekel sein.

Jetzt gilt es nur noch, das Schwärmen auf die eigene Person umzulenken.

Detlef


Sepp Neuper

unread,
Nov 17, 2016, 7:22:26 AM11/17/16
to
Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:

>Am 16.11.2016 um 23:05 schrieb Sepp Neuper:
>> Irgendwas scheinen die zu haben, was wir beide nicht haben.
>> Hast du vielleicht ne Idee, was das sein könnte?

>Geld?

Ich kenne Rüdigers finanzielle Verhältnisse nicht, aber mit ein
bisschen Geld könnte ich durchaus aufwarten. Millionenbeträge
sind's allerdings auch nicht.
Am zusätzlich fehlenden Bekanntheitsgrad wird's wohl liegen.
Aber dank Youtube gibt es ja jetzt auch für einfache Leute gewisse
Möglichkeiten.
Sollte ich dadurch mal berühmt werden, würde ich euch alle dann
natürlich nicht mehr kennen wollen.

Servus, Sepp

Florian Ritter

unread,
Nov 17, 2016, 2:40:31 PM11/17/16
to
Am Mittwoch, 16. November 2016 20:09:39 UTC+1 schrieb Dorothee Hermann:
> Am 16.11.2016 um 18:56 schrieb Florian Ritter:
>
> >> https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Bora.htm
> >> und erfuhr von einer Frau, die wohl sehr lebenstüchtig und
> >> zusammenhaltend gewesen ist: Katharina von Bora (auch Käthe
> >> Luther).
>
> > Auf einem Porträt von ihr sah ich Bora geschrieben, aber über
> ^^^^^
> > dem r befand sich eine Tilde
>
> Oder jahrhundertealter Dreckfleck?
>
> > - die Gute wird wohl aus Borna stammen, was auch gut damit
> > zusammenpaßt, daß Luther mehrfach in der dortigen
> > Augustinerkirche gepredigt hatte.

Erratum: In Borna tat Luther anderes, gepredigt hatte er
in der Augustinerkirche Grimma, von ihm "Brustbrecherkirche"
genannt.

> Von einem Fleck auf die Schreibweise "der Guten" zu schließen,
> wäre mir zu gewagt

Du willst mir hier einen Fleck insinuieren, find ich ziemlich
niedrig von Deiner - FR

Dorothee Hermann

unread,
Nov 17, 2016, 4:51:41 PM11/17/16
to
Am 17.11.2016 um 20:40 schrieb Florian Ritter:

>>> Auf einem Porträt von ihr sah ich Bora geschrieben, aber über
>>> dem r befand sich eine Tilde

>> Oder jahrhundertealter Dreckfleck?

>>> - die Gute wird wohl aus Borna stammen, was auch gut damit
>>> zusammenpaßt, daß Luther mehrfach in der dortigen
>>> Augustinerkirche gepredigt hatte.

> Erratum: In Borna tat Luther anderes, gepredigt hatte er in der
> Augustinerkirche Grimma, von ihm "Brustbrecherkirche" genannt.

Du kannst dich doch irren, kein Problem.
Und wie die Kirche nun wirklich heißt, und was Luther da nun gemacht hat
(Du scheinst ihn gut zu kennen?), hat aber mit der Vermutung, dass "die
Gute" wohl aus Borna stammt, nichts zu tun, oder?

>> Von einem Fleck auf die Schreibweise "der Guten" zu schließen, wäre
>> mir zu gewagt
>> http://www.von-bora.de/CvB_Graphiken.pdf
>> http://www.von-bora.de/CvB3.pdf

> Du willst mir hier einen Fleck insinuieren, find ich ziemlich niedrig
> von Deiner - FR

Kann sein. "Niedrig" ist aber Dein Wort!
Du hast ja auch nicht mal in den von mir angegebenen Links quer gelesen,
um zu sehen, ob Du Dich nicht auch wegen "Borna" irrst.
;-)

Dorothee

Sepp Neuper

unread,
Nov 18, 2016, 5:32:27 AM11/18/16
to
Dorothee Hermann <Dorothe...@gmx.net> schrieb:

>Am 17.11.2016 um 20:40 schrieb Florian Ritter:
>> Du willst mir hier einen Fleck insinuieren, find ich ziemlich niedrig
>> von Deiner - FR

>Kann sein. "Niedrig" ist aber Dein Wort!

Möglicherweise hat der Flori hier (unbewußt) einen Anglizismus
verwendet. Im Englischen gibt es den Ausdruck "this was low",
wenn man jemanden rügen will.

Servus, Sepp

Florian Ritter

unread,
Nov 18, 2016, 1:44:36 PM11/18/16
to
Am Donnerstag, 17. November 2016 22:51:41 UTC+1 schrieb Dorothee Hermann:

>> Erratum: In Borna tat Luther anderes, gepredigt hatte er in der
>> Augustinerkirche Grimma, von ihm "Brustbrecherkirche" genannt.

> Du kannst dich doch irren, kein Problem.
> Und wie die Kirche nun wirklich heißt, und was Luther da nun gemacht hat
> (Du scheinst ihn gut zu kennen?), hat aber mit der Vermutung, dass "die
> Gute" wohl aus Borna stammt, nichts zu tun, oder?

Vermutung? Wo soll die denn sonst herkommen? Hm?
Und sag jetzt nicht Lippendorf!

>>> Von einem Fleck auf die Schreibweise "der Guten" zu schließen, wäre
>>> mir zu gewagt
>>> http://www.von-bora.de/CvB_Graphiken.pdf
>>> http://www.von-bora.de/CvB3.pdf

>> Du willst mir hier einen Fleck insinuieren, find ich ziemlich niedrig
>> von Deiner.

> Kann sein. "Niedrig" ist aber Dein Wort!

Okeh, ich korrigiere zu flach.

> Du hast ja auch nicht mal in den von mir angegebenen Links quer gelesen,
> um zu sehen, ob Du Dich nicht auch wegen "Borna" irrst.

Jetzt krieg ich aber gleich echt tu matsch, die will mich schurigeln!

FR
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