Daniela
Man schreibt zusammen, wenn der erste Bestandteil ( = hoch)
bedeutungsverstärkende oder bedeutungsmindernde Funktion hat. Beispiele:
bitterkalt, brandgefährlich superklug etc.
Quelle: Duden Band 1 von 1996 (mit neuer Rechtschreibung - die 2.
Auflage ist übrigens wesentlich besser und wesentlich umfangreicher, hab
ich aber jetzt nicht hier), S. 35
Vgl. dazu auch S. 876 mit weiteren Beispielen: minder- , grund-, hyper-,
ultra- u. a.
Hierunter fällt für mein Gefühl auch hochwirksam, hochbelastet,
hochdynamisch, hochgefährlich usw.
Deine Beispiele fallen alle unter § 36 (5), Zusammensetzungen mit
bedeutungsverstärkenden oder bedeutungsmindernden ersten Bestandteilen.
Sie werden zusammengeschrieben.
Getrennt schreibt man Zusammensetzungen mit Adjektiven bzw. Adverben
als erstem Bestandteil nur, wenn dieser gewissermaßen als selbst-
ständiges Wort erweitert oder gesteigert werden kann. Mit "hoch" z. B.
hoch gesteckte Ziele, hoch bezahlte Arbeit usw.
Franz
>Die Kommission hat in ihrem neuesten Bericht eine Reihe von
>sogenannte ("so genannten") "Metaregeln" angeregt, unter
>anderem nimmt sie Bezug auf das "Betonungskriterium".
Lieber Martin,
ich hab's bestimmt verpennt, aber poste doch für solche Spätmerker in
diesem Thread wie mich noch mal, wo dieser von dir zitierte dritte
Kommissionsbericht nachzulesen ist!
Danke
Johann
> Die c't schreibt ja auch wieder "hierzulande".
Das galt auch nach neuer Rechtschreibung nie als falsch. Die Schreib-
weise "hier zu Lande" ist nur als zweite Möglichkeit hinzugekommen.
Robert Weemeyer, Berlin
--
Esperanto - die internationale Sprache
http://www.esperanto.de/
> Es würde mich doch sehr interessieren, wie Du zu den
> "Meta-Regeln" des dritten Kommissionsberichtes stehst, zum
> "Betonungskriterium" und der verblüfften Feststellung der
> Kommission, daß die Leute früher ganz ohne Regeln trotzdem
> richtig geschrieben haben.
Dass "die Leute" früher richtig geschrieben haben sollen, halte ich
für ein Gerücht. Die deutsche Rechtschreibung war noch nie leicht.
Gerade bei der Getrennt- und Zusammenschreibung gab es auch bei der
alten Rechtschreibung einige sehr komplizierte Fälle.
>Das galt auch nach neuer Rechtschreibung nie als falsch. Die Schreib-
>weise "hier zu Lande" ist nur als zweite Möglichkeit hinzugekommen.
Genau dafür sollte man die Erfinder des Schwachsinns an den Pranger
stellen sowie ihr Vermögen zugunsten der Abschaffung der sogenannten
NRS und der Schadenbeseitigung einziehen.
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
Sehr sachdienlicher, objektiver Beitrag, für den wir alle dankbar
sind. :-(
Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen ·· p...@gmx.net ·· http://pcr.gmxhome.de
"Let us carry the fight against ignorance to the four corners
of the earth, because it is a fight which concerns us all."
(Peter Sellers) -> -> -> -> http://parrots-and-jabberwocks.de
>Sehr sachdienlicher, objektiver Beitrag, für den wir alle dankbar
>sind. :-(
Keine Ursache. Habe ich doch gerne für Dich getan.
> >Das galt auch nach neuer Rechtschreibung nie als falsch. Die Schreib-
> >weise "hier zu Lande" ist nur als zweite Möglichkeit hinzugekommen.
>
> Genau dafür sollte man die Erfinder des Schwachsinns an den Pranger
> stellen sowie ihr Vermögen zugunsten der Abschaffung der sogenannten
> NRS und der Schadenbeseitigung einziehen.
Mir ist heute bei der Lektüre der 'Berliner Ztg.' aufgefallen:
'wohl bekannt'. Gemeint war aber: wohlbekannt. Merken diese Unsensiblen
denn nicht, daß das zwei unterschiedliche Bedeutungen sind? FR
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Dass "die Leute" früher richtig geschrieben haben sollen, halte ich
> > für ein Gerücht.
>
> Wir beide werden es nicht beweisen können - in keine
> Richtung.
Man zeige mir einen einzigen Menschen, der die alte Rechtschreibung in
allen ihren Einzelheiten beherrscht, ohne ein Wörterbuch zu Hilfe zu
nehmen. (Mit der neuen Rechtschreibung sieht es allerdings wahrschein-
lich ähnlich aus.)
> Ich hatte den Satz sinngemäß aus dem
> Kommissionsbericht zitiert, der per definitionem als
> "richtig" gilt.
Wer definiert das? Und weshalb akzeptierst du diese Definition?
> Getrennt- und Zusammenschreibung ist bis zu einem gewissen
> Maß Gefühlssache; und gerade dieses Gebiet ist im Fluß. Ich
> habe immer die Meinung vertreten, daß man die Schreibung
> gerade hier nicht einsperren darf - Regelfetischisten aber
> sehen das anders.
Die neue Rechtschreibung bietet in vielen Bereichen beide Möglichkei-
ten, während bei der alten Rechtschreibung oft nur eine Version als
richtig galt.
> Wenn Du beispielsweise Begriffe wie "nichtehelich" in
> Publikationen der letzten 50 Jahr betrachtest, erkennst Du
> die Tendenz zur Zusammenschreibung, die in erster Linie von
> Amtsstuben ausging. Offenbar gab es einen Bedarf für EIN
> Wort, das diesen Sachverhalt kennzeichnet. Die Deformer
> haben diese Entwicklung nun per Zwang rückgängig gemacht.
> Bringt es das?
Du gehst von falschen Voraussetzungen aus. Die Form "nichtehelich" ist
auch nach neuer Rechtschreibung richtig. Es ist aber die Möglichkeit
hinzugekommen, "nicht ehelich" zu schreiben. Siehe § 36 E2 der amt-
lichen Regelung der deutschen Rechtschreibung.
[...]
> Mir ist heute bei der Lektüre der 'Berliner Ztg.' aufgefallen:
> 'wohl bekannt'. Gemeint war aber: wohlbekannt. Merken diese Unsensiblen
> denn nicht, daß das zwei unterschiedliche Bedeutungen sind? FR
Stellst du uns vielleicht auch noch den entsprechenden Text hier vor?
Wir müssen doch prüfen können, ob deine Behauptung denn auch wirklich
stimmt.? ;-)
Yvonne Steiner
> Man zeige mir einen einzigen Menschen, der die alte
> Rechtschreibung in allen ihren Einzelheiten beherrscht, ohne ein
> Wörterbuch zu Hilfe zu nehmen.
Darum geht es IMHO nicht. Eine solche Art der Beherrschung einer
Rechtschreibung einer lebendigen Sprache wirst du wohl nirgends finden
(evtl. auf Papua-Neuguinea, Tok Pisin besteht ja nur aus ~1000
Wörtern).
Es geht IMHO darum, daß vor der Reform über die Schreibweise
alltäglicher Wendungen wie "normalerweise" oder "hierzulande" Einigkeit
bestand. Daß man in Zweifelsfällen nachschlagen muß, war schon immer
normal, dafür gibt's ja den DUDEN.
Heute dagegen weiß Erika Mustermann selbst bei ganz normalen Wörtern
des Alltagsgebrauchs nicht mehr, ob die Schreibweise nun reformiert
oder beibehalten wurde. Im Zweifelsfall wird dann "neu", also ungewohnt
geschrieben, und das führt dann zu solchen Leistungen wie "normaler
Weise" oder "anderer Seits" (ernsthaft, hab ich schon gesehen!).
Ich frage mich: Wozu diese Verwirrung in der Rechtschreibung? Ist das
wirklich eine Vereinfachung? Mein gesunder Menschenverstand wehrt sich
dagegen.
Ich sage nicht: "Die alte Rechtschreibung war einfacher und deshalb
besser".
Ich sage: "Die neue Rechtschreibung hat zunächst einmal keine
Vereinfachung, sondern eine Verwirrung gebracht, und ich sehe nicht
ein, wieso man die alte nicht beibehalten konnte."
Eine Investition (und eine solche ist die RSR) muß immer erst ihre
Kosten wieder hereinwirtschaften (herein wirtschaften?), bevor sie als
Erfolg gelten kann. Davon ist die NRS IMHO noch meilenweit
[1] entfernt.
> Die neue Rechtschreibung bietet in vielen Bereichen beide
> Möglichkeiten, während bei der alten Rechtschreibung oft nur
> eine Version als richtig galt.
<gähn> vielversprechend <-> viel versprechend
Hier gibt es AFAIK nur eine Möglichkeit, die Getrenntschreibung
nämlich. Daß die Bedeutung dabei ins Gegenteil verkehrt wird bzw. eine
feine ironische Unterscheidung zwischen den Bedeutungen der Zusammen-
und Getrenntschreibung dadurch in den Eimer getreten wird, scheint
niemanden zu interessieren.
vG
___________
[1] oder "Meilen weit"? Dann klingt es MUSEN wie eine exakte
Entfernungsangabe und nicht mehr wie ein verstärkendes Adverb
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
"Ich habe mir [...] Gedanken darüber gemacht, ob es "Partizipienten" oder "Par-
tizipanten" heißen muß, und bin zu dem Ergebnis gekommen, daß ich in Zukunft
weiterhin "Teilnehmer" sagen werde..." (Matthias Warkus in de.rec.buecher)
> > Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
[...]
> Daß man in Zweifelsfällen nachschlagen muß, war schon immer
> normal, dafür gibt's ja den DUDEN.
>
> Heute dagegen weiß Erika Mustermann selbst bei ganz normalen Wörtern
> des Alltagsgebrauchs nicht mehr, ob die Schreibweise nun reformiert
> oder beibehalten wurde.
Das könnte sie auch wieder im Duden (oder Regelwerk) nachschlagen.
> Im Zweifelsfall wird dann "neu", also ungewohnt
> geschrieben, und das führt dann zu solchen Leistungen wie "normaler
> Weise" oder "anderer Seits" (ernsthaft, hab ich schon gesehen!).
Ich _muss_ es endlich mal fragen:
Übertreibt ihr da nicht immer wieder gewollt um zu provozieren?
Sind solche Auswüchse von Falschschreibungen in D denn wirklich so
häufig zu sehen?
Ich finde jedenfalls hier, in Zürcher-Zeitungen, nie solch krasse
Fehlleistungen, wie man sie in desd immer wieder vorgesetzt bekommt.
> Ich frage mich: Wozu diese Verwirrung in der Rechtschreibung? Ist das
> wirklich eine Vereinfachung?
> Mein gesunder Menschenverstand wehrt sich dagegen.
Es ist ja gar nicht verboten, ihn dennoch zu benutzen ;-)
und wenn er gesund ist, wird er wohl auch eine gewisse Umstellung noch
bewältigen können.
> Ich sage nicht: "Die alte Rechtschreibung war einfacher und deshalb
> besser".
Schön, dass du das sagst.
> Ich sage: "Die neue Rechtschreibung hat zunächst einmal keine
> Vereinfachung, sondern eine Verwirrung gebracht, und ich sehe nicht
> ein, wieso man die alte nicht beibehalten konnte."
Vielleicht brauchen einige halt etwas länger, sich daran zu orientieren
bzw. sich daran zu gewöhnen, aber wir werden es schon noch schaffen.
Eifernde Reformgegner geben uns Neuschreiblern dazu ja immer wieder
beste "Schützenhilfe".
Mit Eifer durchforschen sie die neuen Regeln aufs Genaueste, streichen
uns Anwendern unsere Fehler an und bringen uns damit stets ein Stückchen
weiter.
> Eine Investition (und eine solche ist die RSR) muß immer erst ihre
> Kosten wieder hereinwirtschaften (herein wirtschaften?),
Wer will denn da jetzt Verwirrung stiften?
Lass das Wort doch einfach stehen, wie dein gesunder Menschenverstand es
zuerst eingegeben hat -> und es ist richtig, auch für Neuschreibler.
> bevor sie als
> Erfolg gelten kann. Davon ist die NRS IMHO noch meilenweit
> [1] entfernt.
Gewähr uns doch erst mal den dafür vorgesehenen Zeitkredit.
>
> > Die neue Rechtschreibung bietet in vielen Bereichen beide
> > Möglichkeiten, während bei der alten Rechtschreibung oft nur
> > eine Version als richtig galt.
>
> <gähn> vielversprechend <-> viel versprechend
>
> Hier gibt es AFAIK nur eine Möglichkeit, die Getrenntschreibung
> nämlich. Daß die Bedeutung dabei ins Gegenteil verkehrt wird bzw. eine
> feine ironische Unterscheidung zwischen den Bedeutungen der Zusammen-
> und Getrenntschreibung dadurch in den Eimer getreten wird, scheint
> niemanden zu interessieren.
Bitte die Regel hierzu nochmals exakt nachlesen! Du wirst erfahren, dass
"vielversprechend" auch nach NRS zusammen oder getrennt geschrieben
wird, je nach gewollter Aussage.
Ja, es ist - wieder einmal mehr - etwas nicht mal halb so schlimm als
erwartet.
Yvonne Steiner
Volker Gringmuth wrote:
> Heute dagegen weiß Erika Mustermann selbst bei ganz normalen Wörtern
> des Alltagsgebrauchs nicht mehr, ob die Schreibweise nun reformiert
> oder beibehalten wurde. Im Zweifelsfall wird dann "neu", also ungewohnt
> geschrieben, und das führt dann zu solchen Leistungen wie "normaler
> Weise" oder "anderer Seits" (ernsthaft, hab ich schon gesehen!).
Über Sinn oder Unsinn der neuen Regeln will ich hier gar nichts sagen.
Aber einen Einwurf hätte ich:
Erika Mustermann hat nur Probleme, wenn sie schon schreiben gelernt hat.
So wie wir. Kommt Erika aber jetzt erst in die Schule, lernt sie ja nur
Neuschreib und wird nichts durcheinanderbringen.
caba
>Vielleicht brauchen einige halt etwas länger, sich daran zu orientieren
>bzw. sich daran zu gewöhnen, aber wir werden es schon noch schaffen.
Warum sollte man sich an ein undurchdachtes Regelwerk gewöhnen, wo es
keinen Zwang zu einer Reform gibt? Warum sollte man sich an ein
undurchdachtes Regelwerk gewöhnen, bei dem gravierende Änderungen
absehbar sind? Das ganze hat nur einen Zweck: Bereicherung der
Verlage. Und es hat einen (beabsichtigten?) Nebeneffekt: Breite Teile
der Bevölkerung werden verunsichert.
> Mir ist heute bei der Lektüre der 'Berliner Ztg.' aufgefallen:
> 'wohl bekannt'. Gemeint war aber: wohlbekannt. Merken diese Unsensiblen
> denn nicht, daß das zwei unterschiedliche Bedeutungen sind? FR
Das Thema wurde hier schon länglich diskutiert. Dass unterschiedliche
Bedeutungen mit derselben Wortfolge wiedergegeben werden, ist und war
im Deutschen (und nicht nur dort) gang und gäbe. So hat auch "wohl bekannt",
wie viele andere Wörter und Wortgruppen, mehr als eine Bedeutung. Jetzt
hat es zumindest den Vorteil, dass "gut bekannt" und "wohl bekannt" mit
derselben Bedeutung nach gleichem Muster geschrieben werden. Das ist
wesentlich einsichtiger als dass man sie, wie früher, unterschiedlich
schreibt.
Franz
y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>Ich _muss_ es endlich mal fragen:
>Übertreibt ihr da nicht immer wieder gewollt um zu provozieren?
>Sind solche Auswüchse von Falschschreibungen in D denn wirklich so
>häufig zu sehen?
Vielleicht sieht sie nur der, der sie sehen will? Mir fallen sie
häufig auf. Vielleicht ist das ein Weg des stummen Protests derjenigen
Journalisten, die lieber nach den bewährten Regeln schreiben.
Ein Beispiel für Beliebigkeits-Rechtschreibung ist mir heute im
Münchner Merkur aufgefallen [1]. Dort heißt es:
Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger [...]
und weiter unten
"[...] Das war sicher auch für das Eisschnelllaufen nicht das
Schlechteste", [...]
Für mich ist das auch so ein Auswuchs.
Gruß,
Michael
[1] Falls Du das nachlesen möchtest, unter
http://homepages.fbmev.de/bm836197/mmerkur.gif findest Du einen Teil
des Artikels eingescannt.
--
"In der Typographie gibt es so wenig grundsätzlich neu zu erfinden,
wie in der Kochkunst oder im Bett." Kurt Weidemann
Michael Erskine, http://homepages.muenchen.org/bm836197/
> Mir ist heute bei der Lektüre der 'Berliner Ztg.' aufgefallen:
> 'wohl bekannt'. Gemeint war aber: wohlbekannt. Merken diese Unsensiblen
> denn nicht, daß das zwei unterschiedliche Bedeutungen sind? FR
Nach den Regeln der neuen Rechtschreibung schreibt man nun mal ge-
trennt, wenn "wohl" erweiterbar oder steigerbar ist: besser bekannt.
Damit gibt es tatsächlich zwei verschiedene Bedeutungen mit gleicher
Schreibweise. Das Problem kennt jeder, der schon mal Teekesselchen
gespielt hat.
[...]
> Ein Beispiel für Beliebigkeits-Rechtschreibung ist mir heute im
> Münchner Merkur aufgefallen [1]. Dort heißt es:
>
> Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger [...]
So würde ich es auch schreiben.
> "[...] Das war sicher auch für das Eisschnelllaufen nicht das
> Schlechteste", [...]
Ist nach NRS zwar auch richtig so, aber unlogisch, es im selben
Abschnitt unterschiedlich zu schreiben.
> Für mich ist das auch so ein Auswuchs.
?
> [1] Falls Du das nachlesen möchtest, unter
> http://homepages.fbmev.de/bm836197/mmerkur.gif findest Du einen Teil
> des Artikels eingescannt.
Danke für deine Mühe.
Yvonne Steiner
> "Die Abkehr von der Monarchie hat zunächst mal keine Demokratie,
> sondern eine Verwirrung gebracht, und ich sehe nicht ein, wieso
> man die Monarchie nicht beibehalten konnte."
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich...
Die Abkehr von der Monarchie wurde dem Volk AFAIK nicht gegen dessen
Willen von den Herrschenden aufgezwungen. Die NRS schon.
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
"Ich dachte bisher immer, in den Bauteilen wäre das drin, was draufsteht..." -
"Hast Du wirklich geglaubt, in einem Elko, auf dem SCHALTFEST steht, würde alle
4 Jahre eine wilde Fete laufen?" (K.Nendza und R.Zocholl in de.sci.electronics)
>> Im Zweifelsfall wird dann "neu", also
>> ungewohnt geschrieben,
>
> Eben. "Ungewohnt." Täglich mehr und mehr schreiben "gewohnt".
Das habe ich etwas anders gemeint:
Viele Leute scheinen sich in dem Glauben zu befinden, daß die weniger
gewohnte Schreibweise die neuerdings richtige ist.
Man verläßt sich, mit anderen Worten, nicht mehr auf das
"Rechtschreibgefühl", sondern auf das Gegenteil desselben: alt falsch =
neu richtig.
Nur so kann ich mir Irrungen wie "neuer Dings" erklären.
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
"übrigens, ich bin nicht der Richtige Petrus!!" - "Ach ja? Das hast Du auch
schon in Mt 26,69-75 behauptet. Auf Dich fallen wir kein zweites Mal herein!"
("Petrus" und Bernd Gramlich in desd)
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Man zeige mir einen einzigen Menschen, der die alte Rechtschreibung in
> > allen ihren Einzelheiten beherrscht [...].
>
> Dieses Argument wird immer wieder genannt, es sticht aber
> nicht.
Du Argument, früher hätten "die Leute" richtig geschrieben, hast du
gebracht. Wenn du nicht ein einziges Beispiel für diese allgemeine
Aussage bringen kannst, ist sie nicht viel wert.
> > Die Form "nichtehelich" ist
> > auch nach neuer Rechtschreibung richtig.
>
> Klar. Nach neuer Rechtschreibung ist alles "eindeutig" - und
> wenn es nicht eindeutig ist, ist es halt "fachsprachlich".
Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Die betreffende Stelle in der
amtlichen Regelung lautet (§ 36 E2):
| Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppen aus Adjektiv, Adverb
| oder Pronomen + Adjektiv/Partizip zwischen § 36 und § 36 E1 keine
| klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen,
| so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe
| oder als Zusammensetzung verstanden wissen will, zum Beispiel
| nicht öffentlich (Wortgruppe)/nichtöffentlich (Zusammensetzung).
Mit Fachsprache oder nicht hat das nichts zu tun.
> Für die beanspruchte Eindeutigkeit und Logik ist die NRS
> ziemlich verblüffend vieldeutig, finde ich.
Wo wird behauptet, die neue Rechtschreibung sei eindeutig?
> Seit 1999 konstatiere ich viele leseunfreundliche
> Zwangstrennungen in den Medien.
In sehr vielen Fällen handelt es sich gar nicht um Zwangstrennungen,
weil nach wie vor die Möglichkeit der Zusammenschreibung besteht. Es
handelt sich dann um eine Geschmacksfrage, die die Medien anders be-
antworten als du.
> Warum sollte man sich an ein undurchdachtes Regelwerk gewöhnen [...]?
Eben. Deshalb lehrt man die Schulkinder ja nicht mehr das alte Regel-
werk. Auch das neue ist nicht perfekt, aber es ist wenigstens leichter
zu lernen als das alte.
> Warum sollte man sich an ein
> undurchdachtes Regelwerk gewöhnen, bei dem gravierende Änderungen
> absehbar sind?
So? Welche denn?
> > Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger [...]
> Völlig richtig und normal. Es ist gute journalistische Praxis, bei
> Bedarf Zusammensetzungen durch Bindestriche lesbarer zu machen.
Gute journalistische Praxis ist es doch sicher auch, dem unwissenden
Leser zu erläutern, was denn so ein "Eisschnell" eigentlich ist.
Qno
--
»Kisuaheli wird sich bereits kurze Zeit nach Einführung der
Rechtschreibreform als deutsche Amtssprache durchsetzen.«
TERRAsse, das Alternativwelt-Magazin
http://www.urania-dresden.de/terrasse/orthogra.htm
> > Für die beanspruchte Eindeutigkeit und Logik ist die NRS
> > ziemlich verblüffend vieldeutig, finde ich.
>
> Wo wird behauptet, die neue Rechtschreibung sei eindeutig?
Nur bei Martin Gerdes. Es ist eines seiner beliebten rhetorischen
Winkelzüge: Man unsterstelle der zu kritisierenden Sache oder Person
irgendeine absurde Absicht oder Zielsetzung und stelle diese dann als
absurd oder lächerlich hin. Taucht hier in allen Varianten immer wieder
auf, kenne ich schon zum Erbrechen.
Franz
>> Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger [...]
>
> Völlig richtig und normal.
Also eine Läuferin, die nicht nur schnell läuft, sondern sogar
"eisschnell".
Was bedeutet das interessante Präfix "eis-"?
Oder handelt es sich doch um eine Läuferin, die schnell läuft, und zwar
auf Eis? Dann ist "Eis-Schnelläuferin" die sinnvollere Teilung.
Oder fändest du es auch sinnvoll, eine Eiskunstläuferin als "Eiskunst-
Läuferin" zu teilen?
Da denke ich eher an eine Langnese-Verkäuferin, die mit "Eiskunst"
durch die Straßen läuft... ;-)
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
"Weltsprache No. 1 dürfte weder amerikanisches noch britisches, sondern
schlechtes Englisch sein." (Ralf Callenberg in de.etc.sprache.deutsch)
Dann kurier deine Magen-Darm-Verstimmung doch einfach aus und komm
wieder, wenn's besser geworden ist.
Gruß
p"sei-gut-zu-deinem-Magen"cr
> Markus Ermert (erm...@compuserve.com) wrote:
>
> >> Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger [...]
> >
> > Völlig richtig und normal.
>
> Also eine Läuferin, die nicht nur schnell läuft, sondern sogar
> "eisschnell".
>
> Was bedeutet das interessante Präfix "eis-"?
>
Mensch, daß es schneller ist. Vergleich doch mal die Zeiten von 3000 m
eis mit 3000 m tartan.
Ralf
> > > > Für die beanspruchte Eindeutigkeit und Logik ist die NRS
> > > > ziemlich verblüffend vieldeutig, finde ich.
> > >
> > > Wo wird behauptet, die neue Rechtschreibung sei eindeutig?
> >
> > Nur bei Martin Gerdes. Es ist eines seiner beliebten rhetorischen
> > Winkelzüge: Man unsterstelle der zu kritisierenden Sache oder Person
> > irgendeine absurde Absicht oder Zielsetzung und stelle diese dann als
> > absurd oder lächerlich hin. Taucht hier in allen Varianten immer wieder
> > auf, kenne ich schon zum Erbrechen.
>
> Dann kurier deine Magen-Darm-Verstimmung doch einfach aus und komm
> wieder, wenn's besser geworden ist.
Danke für deine Sorge um meine Gesundheit. Aber ich habe schon eine sehr
gute Therapie gegen dieses gastroenterologische Syndrom: Ich diskutiere
schon seit längerem nicht mehr mit Martin Gerdes.
Franz
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
> >Ich finde jedenfalls hier, in Zürcher-Zeitungen, nie solch krasse
> >Fehlleistungen, wie man sie in desd immer wieder vorgesetzt bekommt.
>
> Die Heysesche-ss-Schreibung - das "Herzstück" der Reform -
> ist für die Mehrzahl der Neuschreibungen verantwortlich, und
> just hier ergibt sich in der Schweiz keine Änderung.
Nicht ablenken!
Hier geht es ausschliesslich um Fehlleistungen der GZS.
Ich habe jedenfalls noch nie Schreibungen wie "neuer Dings" gesehen,
ausser hierzugruppe, wo sowas gerne präsentiert wird.
>
> Wenn man diese "Kennschreibungen" außer Betracht läßt - in
> Schweizer Texten muß man das ja -, ist es für den Laien
> relativ schwierig zu bestimmen, ob oder "in wie weit"
> Neuschreibung überhaupt vorliegt.
Das sagst du? Wir haben genauso alle anderen Regeln auch und schreiben
danach, wenn wir es wollen - oder müssen.
Übrigens: Ich würde "inwieweit" nicht trennen.
> >> Ich sage: "Die neue Rechtschreibung hat zunächst einmal keine
> >> Vereinfachung, sondern eine Verwirrung gebracht, und ich sehe nicht
> >> ein, wieso man die alte nicht beibehalten konnte."
>
> >Vielleicht brauchen einige halt etwas länger, sich daran zu orientieren
> >bzw. sich daran zu gewöhnen, aber wir werden es schon noch schaffen.
>
> Momentan schaffen "wir" rückwärts.
Ich dachte immer, "du" wärest sattelfest. ;-)
> >Gewähr uns doch erst mal den dafür vorgesehenen Zeitkredit.
>
> Wenn es die Deformer selbst noch nicht einmal tun?
Sie tun es, bis August 2005.
> >> <gähn> vielversprechend <-> viel versprechend
>
> >> Hier gibt es AFAIK nur eine Möglichkeit, die Getrenntschreibung
> >> nämlich. Daß die Bedeutung dabei ins Gegenteil verkehrt wird bzw. eine
> >> feine ironische Unterscheidung zwischen den Bedeutungen der Zusammen-
> >> und Getrenntschreibung dadurch in den Eimer getreten wird, scheint
> >> niemanden zu interessieren.
>
> >Bitte die Regel hierzu nochmals exakt nachlesen! Du wirst erfahren, dass
> >"vielversprechend" auch nach NRS zusammen oder getrennt geschrieben
> >wird, je nach gewollter Aussage.
>
> Welche Regel hast Du da genau im Blick?
Ja, nicht in der Regel lese ich es, sondern im Duden, Band 9, Seite
909, rechts unten.
Und sag jetzt nur nicht, der Duden wäre nicht zuständig. Er wird nach
wie vor _das_ Nachschlagewerk der Wahl bleiben.
> Die Neuschreibregel verlangt im obigen Fall zwingend
> Getrenntschreibung, erst die vorgeschlagene
> "Meta-Toleranzregel" des dritten Kommissionsberichts
> erklärt, warum die Zusammenschreibung in den letzten drei
> Monaten wieder deutlich häufiger in den Medien zu lesen ist.
Dann sei doch einfach glücklich, dass doch noch Änderungen möglich sind.
Du kannst nicht einerseits kritisieren, dass keine Änderungen vorgesehen
waren (das kritisiere ich auch) aber wenn die sich dann doch noch eines
Besseren besinnen, das auch anprangern.
Jeder soll eine neue Chance erhalten, wenn er seine Fehler einsieht.
> >Ja, es ist - wieder einmal mehr - etwas nicht mal halb so schlimm als
> >erwartet.
>
> ... wie erwartet?
Nicht wie, sondern von wem? -> Von den Reformgegnern natürlich.
>
> Na ja, wenn ich mich nicht arg verlesen habe, liegst Du
> immerhin wieder einmal daneben.
So! Und wo denn?
Erst rügen, aber doch nicht so sicher sein, - was ist nur los mit dir?
Yvonne Steiner
[...]
> >Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Die betreffende Stelle in der
> >amtlichen Regelung lautet (§ 36 E2):
>
> >| Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppen aus Adjektiv, Adverb
> >| oder Pronomen + Adjektiv/Partizip zwischen § 36 und § 36 E1 keine
> >| klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen,
>
> Und wer bestimmt, ob sich eine klare Entscheidung treffen
> läßt oder nicht?
>
> Sollte die Neuschreibung nicht das Moment "Sprachgefühl"
> durch unmißverständliche Regeln ausmerzen?
Warum quetschst du hier diese absurde Behauptung hinein, wenn doch
gleich im nachfolgenden Absatzteil das Sprachgefühl vorausgesetzt wird:
> >| so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe
> >| oder als Zusammensetzung verstanden wissen will, zum Beispiel
> >| nicht öffentlich (Wortgruppe)/nichtöffentlich (Zusammensetzung).
Nochmals: Das _Sprachgefühl_ hat Priorität.
Das gegebene Beispiel finde ich allerdings nicht gerade beispielhaft,
denn ob "nicht öffentlich" nun getrennt- oder zusammengeschrieben wird,
es ergibt sich kein Bedeutungsunterschied.
Yvonne Steiner
>Völlig richtig und normal. Es ist gute journalistische Praxis, bei
>Bedarf Zusammensetzungen durch Bindestriche lesbarer zu machen.
Wenn ich mir Tageszeitungen ansehe, dann kann ich nur selten gute
journalistische Praxis in all dem Gewimmel von Bindestrichen
feststellen. Mittlerweile bekommen es die Schreiber oft nicht mal mehr
hin, zwei Hauptwörter ohne einen Bindestrich zu schreiben.
>Verschlammt dau, diese Reformer.
Verdammt albern, Dein Geschwätz. Dennoch lustig.
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Yvonne Steiner schrieb:
[...]
> > Du kannst nicht einerseits kritisieren, dass keine Änderungen vorgesehen
> > waren (das kritisiere ich auch) aber wenn die sich dann doch noch eines
> > Besseren besinnen, das auch anprangern.
> ^
> Schreibt man das nach NRS jetzt wirklich groß?
Ja.
Ich müsste mich sehr täuschen, wenn das nicht auch in ARS so ist.
ys
> Ich habe jedenfalls noch nie Schreibungen wie "neuer Dings" gesehen,
> ausser hierzugruppe, wo sowas gerne präsentiert wird.
Google Groups findet genügend davon, wenngleich auch die Texte, die
ich mir gerade angesehen habe, ohnehin eine eigenwillige
Rechtschreibung haben.
Ralf
> "Wenn du mir vertrauliches mitzuteilen hast, sollst du das privat
> und nichtöffentlich äußern."
> "Er studierte den Aushang an der Tür und las nicht öffentliche
> Sitzung."
> Keine Bedeutungsunterschiede oder kein Sprachgefühl?
Schlecht gewählte Beispiele. Wenn Du im ersten Fall statt
"nichtöffentlich" beispielsweise "leise" meinst, dann passt's. Wenn
Du verneinen willst, musst Du trennen. Im zweiten Fall ist es
sinnvoll, das Zitat zu kennzeichnen: "Er studierte den Aushang an der
Tür und las[:] 'nicht öffentliche Sitzung'."
M.
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Auch das neue [Regelwerk] ist nicht perfekt, aber es ist
> > wenigstens leichter zu lernen als das alte.
>
> Das heißt es immer. Es sei leichter, weil es leichter sei.
> Man nennt so etwas einen Zirkelschluß.
Und wer macht diesen Zirkelschluss? Ich jedenfalls nicht.
Das neue Regelwerk ist deshalb leichter zu lernen, weil einige Regeln
vereinfacht wurden (man denke an die Dreifachkonsonanten) und weil in
vielen Fällen mehrere Möglichkeiten als richtig gelten (man denke an
die Silbentrennung).
> Das Gebiet "Getrennt- und Zusammenschreibung" steht wohl in
> toto auf der Kippe.
Steht das in dem unten genannten Bericht?
> Die Agenturen haben von vornherein die Kommaregeln nicht
> übernommen; auch dieser Umstand wird sich nicht auf
> Ewigkeiten aus dem "Regelwerk" heraushalten lassen.
Welche Kommaregeln? Wer Kommata nach den alten Regeln setzt, macht
auch nach den neuen Regeln keinen Fehler. (Eine einzige Ausnahme gibt
es meines Wissens bei der wörtlichen Rede.) Das Komma vor dem erwei-
terten Infinitiv ist heute nicht mehr Pflicht, aber es ist auch kei-
neswegs falsch.
> Aber - lies die aktuellen Vorschläge
> ("Diskussionsbemerkungen") der Kommission doch einfach
> selbst nach - der "vertrauliche" Bericht steht schließlich
> für alle nachlesbar im Netz.
Kannst du hier die Adresse angeben?
> Noch immer erkennt nicht jeder, daß die Neuregelung an
> vielen Stellen unlogisch ist. Sie schwärmen nach wie vor von
> der Logik und Eindeutigkeit der Neuregeln.
Wer schwärmt für die Eindeutigkeit der neuen Regeln?
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> > Das _Sprachgefühl_ hat Priorität.
>
> Stimmt. Genau das widerspricht ja dem Anspruch und dem
> behaupteten Ziel.
Von wessen Anspruch und Ziel ist hier die Rede?
> > Das gegebene Beispiel finde ich allerdings nicht gerade beispielhaft,
> > denn ob "nicht öffentlich" nun getrennt- oder zusammengeschrieben wird,
> > es ergibt sich kein Bedeutungsunterschied.
>
> Es gibt einen Grund für die Zusammenschreibung. Der wurde
> absichtlich bei der Neuregelung ignoriert - hier und
> anderswo.
A: Ist die Sitzung nun öffentlich oder nicht?
B: Sie ist nicht öffentlich.
Aus welchem Grunde sollte hier vorgeschrieben werden, "nichtöffent-
lich" zu schreiben?
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Das Argument, früher hätten "die Leute" richtig geschrieben,
> > hast du gebracht.
>
> Ich habe neulich mal aus dem dritten Kommissionsbericht
> zitiert, dort steht das sinngemäß so drin. Vielleicht
> beziehst Du Dich ja darauf.
Ja. Warum gibst du wiederholt ein fremdes Argument wieder, wenn du
selber dazu gar keine Meinung hast? Hältst du die Behauptung in dem
Bericht nun für richtig oder nicht?
> > Die betreffende Stelle in der amtlichen Regelung lautet (§ 36 E2):
> >
> > | Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppen aus Adjektiv, Adverb
> > | oder Pronomen + Adjektiv/Partizip zwischen § 36 und § 36 E1 keine
> > | klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen,
> > | so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe
> > | oder als Zusammensetzung verstanden wissen will, zum Beispiel
> > | nicht öffentlich (Wortgruppe)/nichtöffentlich (Zusammensetzung).
>
> Und wer bestimmt, ob sich eine klare Entscheidung treffen
> läßt oder nicht?
>
> Sollte die Neuschreibung nicht das Moment "Sprachgefühl"
> durch unmißverständliche Regeln ausmerzen?
Wer hat das behauptet? Im Gegenteil lässt die neue Rechtschreibung
größere Spielräume für das Sprachgefühl als die alte.
> Öhm - Du bist nicht zufällig an amtlicher Stelle
> beschäftigt? Was sagen denn diesbezüglich die für Dich
> maßgeblichen Autorenrichtlinien?
Ich arbeite als Stenograph. Damit die Niederschrift, die aus Übertra-
gungen verschiedener Kollegen besteht, eine einheitliche Rechtschrei-
bung aufweist, muss eine einheitliche Schreibweise festgelegt werden,
wo es mehrere Möglichkeiten gibt. Das Ergebnis kann jeder in Form der
Plenarprotokoll vom Server des Bundestages herunterladen. Wie gefällt
es dir?
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Nach den Regeln der neuen Rechtschreibung schreibt man nun mal ge-
> > trennt, wenn "wohl" erweiterbar oder steigerbar ist: besser bekannt.
>
> Eben. Und just diese Formulierung geht nicht.
So? In der 19. Auflage des Dudens (alte Rechtschreibung) steht folgen-
des Stichwort:
wohl|be|kannt; besser bekannt, bestbekannt; ein -er Vorgang
Bitte begründen, warum die Steigerung nicht möglich sein soll.
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
> >Nochmals: Das _Sprachgefühl_ hat Priorität.
>
> Stimmt. Genau das widerspricht ja dem Anspruch und dem
> behaupteten Ziel.
Ja, das ist dein grosses Thema, ich weiss schon.
Aber willst du denn auf diesem Punkt immer wieder "herumreiten" ->
störrisch bleiben?
Was hast du davon, ausser dass du dich immer mehr in wachsenden Ärger
hineinsteigerst?
Ja, wer unflexibel ist hat es natürlich recht schwer Neuerungen, sowie
mögliche Veränderungen an denselben, zuzulassen.
_Ich_ gäbe dir allerdings immer die Chance, dass du ein vorgehabtes
("behauptetes") Ziel, ohne deine Reputation zu verlieren, auch mal
ändern könntest - wenn du dies, infolge neuer Erkenntnisse, plötzlich
tun möchtest.
"Take it easy!"
Yvonne Steiner
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> >> >Ich finde jedenfalls hier, in Zürcher-Zeitungen, nie solch krasse
> >> >Fehlleistungen, wie man sie in desd immer wieder vorgesetzt bekommt.
>
> Vor der Reform waren Druckwerke ziemlich fehlerarm.
Ach ja?
> Ein Fehler pro Seite stört beim Lesen schon ziemlich - und die
> dürften auch Zürcher Zeitungen aufweisen. Ich habe darauf
> keinen Zugriff. Schickst Du mir eine?
>
> (Die NZZ hat übrigens eine recht ausgeprägte,
> altschreiblastige Hausorthographie)
Ja hast du nun Zugriff oder nicht? Woher denn diese Kenntnis?
[...]
> >Ich dachte immer, "du" wärest sattelfest. ;-)
>
> Keineswegs, ich würde so etwas für mich auch nie in Anspruch
> nehmen. Ich bin zwar in der Schreibung recht versiert, aber
> keineswegs fehlerfrei. Das ist auch nicht das Ziel.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Oje! Wer soll dir das denn abnehmen?
> Eine
> gewisse Unsicherheit oder Variabilität darf ja durchaus
> bleiben, das schadet nicht.
> Wie sollte sich ohne das die Sprache weiterentwickeln?
Jetzt wirds ja recht symphatisch. :-) Aber gewährst du dies auch den
Neuschreiblern?
> Die Reformer aber wollten das
> Moment bekanntlich abschaffen - und sind daran grandios
> gescheitert.
So sind jetzt eben andere dran, die es schon richten werden.
Erkennst du den Doppelsinn in "richten werden"?
> >> >Gewähr uns doch erst mal den dafür vorgesehenen Zeitkredit.
>
> >> Wenn es die Deformer selbst noch nicht einmal tun?
>
> >Sie tun es, bis August 2005.
>
> Nein, sie tun es nicht.
>
> Sie haben bereits vor Einführung der Neuschreibung
> Änderungen verlangt -
Die Deformer? Also waren _die_ schon von Beginn an einsichtiger?
> die von den Kultusministern ohne
> Diskussionen abgebügelt worden sind.
Also sind _die_ die Schuldigen.
> Seither haben unter der
> Oberfläche viele Änderungen stattgefunden.
Ich habs schon mal gesagt und wiederhole es: Dann sei doch einfach
glücklich, dass Änderungen doch noch möglich geworden sind.
[...]
> >> >Bitte die Regel hierzu nochmals exakt nachlesen! Du wirst erfahren, dass
> >> >"vielversprechend" auch nach NRS zusammen oder getrennt geschrieben
> >> >wird, je nach gewollter Aussage.
>
> >> Welche Regel hast Du da genau im Blick?
>
> >Ja, nicht in der Regel lese ich es, sondern im Duden, Band 9, Seite
> >909, rechts unten.
>
> Ach so.
>
> Sollte ich nicht die Regel "nochmal exakt" nachlesen", die
> Du nun nicht findest?
>
> Das ist ja die Methode. Das Regelwerk darf aus politischen
> Gründen nicht verändert werden (in ihm schauen auch nur
> wenige nach). Die Änderungen finden im Wörterverzeichnis
> statt - und das triftet eben stetig vom Regelwerk weg.
Ich nehme an, dass dies nach Absprachen mit dem "NRS-Komitee" geschieht.
> >Und sag jetzt nur nicht, der Duden wäre nicht zuständig. Er wird nach
> >wie vor _das_ Nachschlagewerk der Wahl bleiben.
>
> Du solltest dennoch die Regel bitte explizit nennen (Nummer
> des Paragraphen plus Nummer des Abschnitts reicht. Den Text
> des Regelwerks habe ich vorliegen).
Ich habe oben schon zugegeben, dass ich es "_nicht_ in der Regel" lese.
Genügt dir das nicht?
Willst du unbedingt weiter am Image kratzen?
> >> Die Neuschreibregel verlangt im obigen Fall zwingend
> >> Getrenntschreibung, erst die vorgeschlagene
> >> "Meta-Toleranzregel" des dritten Kommissionsberichts
> >> erklärt, warum die Zusammenschreibung in den letzten drei
> >> Monaten wieder deutlich häufiger in den Medien zu lesen ist.
>
> >Dann sei doch einfach glücklich, dass doch noch Änderungen möglich sind.
>
> Darum geht es nicht.
Mir aber schon.
> Offiziell wird behauptet, daß die Neuschreibung als Monolith
> eingeführt wurde und seitdem unverändert geblieben ist.
Ist es ja auch - oder hast du schon eine Neuauflage gesehen?
> Das aber ist einfach gelogen. Die Schreibung wird dauernd
> nachgebessert, mit jeder neuen Ausgabe eines der großen
> Wörterbücher tauchen neue Neuschreibungen auf.
>
Eben. Weshalb sollte sich Sprache plötzlich nicht mehr weiterentwickeln?
> Ich lasse mich aber nicht gern anlügen.
Musst du auch nicht; mach halt (endlich!) einen Unterschied zwischen dem
"Amtlichen Regelwerk" und der effektiven "Neuschreibung".
Es sind bei Weitem nicht nur Deppen, die diese anwenden.
> >Jeder soll eine neue Chance erhalten, wenn er seine Fehler einsieht.
>
> Das ist schon recht - aber ganz so weit sind die Reformer ja
> noch nicht. Aktuell wird von offizieller Seite noch
> geschwindelt, die Neuschreibung werde nicht geändert.
Was offensichtlich nicht Fakt ist.
[...]
> >> Na ja, wenn ich mich nicht arg verlesen habe, liegst Du
> >> immerhin wieder einmal daneben.
>
> >So! Und wo denn?
>
> Du konntest die Regel nicht nennen und Du wirst es auch
> nicht können, weil die im Duden verzeichnete Schreibweise
> nämlich von der Neuschreibregel abweicht.
Ja und darüber freue ich mich ganz einfach.
> >Erst rügen, aber doch nicht so sicher sein, - was ist nur los mit dir?
>
> Wo siehst Du mich hier unsicher?
Du hast geschrieben: "... wenn ich mich nicht arg verlesen habe, ..."
Yvonne Steiner
> > Sollte die Neuschreibung nicht das Moment "Sprachgefühl"
> > durch unmißverständliche Regeln ausmerzen?
>
> Wer hat das behauptet?
Nur Martin Gerdes. Hier ist er wieder, der Rhetorik-Trick Nr. 1.
Franz
> ... - und ich
> behalte bei solchen gewöhnlich die Schreibweise bei. Auch
> das ist ein Unterschied zwischen mir und dem gemeinen
> Neuschreibler, der durch Verfälschung von Zitaten
> suggerieren möchte, daß bereits die Größen der deutschen
> Literatur samt und sonders neugeschrieben hätten.
Und noch einmal Rhetorik-Trick Nr. 1, hier in einer besonders
absurden Variante.
Franz
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Yvonne Steiner schrieb:
>
> > Nochmals: Das _Sprachgefühl_ hat Priorität.
>
> Deshalb interessieren mich die neuen "Regeln" auch herzlich wenig.
>
> > Das gegebene Beispiel finde ich allerdings nicht gerade beispielhaft,
> > denn ob "nicht öffentlich" nun getrennt- oder zusammengeschrieben wird,
> > es ergibt sich kein Bedeutungsunterschied.
>
> "Wenn du mir vertrauliches mitzuteilen hast, sollst du das privat und
> nichtöffentlich äußern."
1. Schreibt sich "Vertrauliches" gross, auch nach ARS.
2. "nicht öffentlich" _muss_ hier getrennt werden -> sonst
widersprichst du dir, indem du zweimal dasselbe sagst.
"nichtöffentlich", -> also "privat".
Und das soll ein Beispiel sein?
> "Er studierte den Aushang an der Tür und las nicht öffentliche Sitzung."
Ein verkorkster, ungrammatischer Satz.
> Keine Bedeutungsunterschiede oder kein Sprachgefühl?
Ja, was denn nun? Bei wem denn nun?
_Von dir selbst Kreiertest_ solltest du nicht mir unterschieben; sowas
würde ich nämlich niemals schreiben.
Es gibt durchaus Beispiele in denen sich kein Bedeutungsunterschied
ergibt zwischen Getrennt- oder Zusdammenschreibung dieses Begriffes:
1. "Sie verhandelten diese Sache nicht öffentlich".
2. "Sie verhandelten diese Sache nichtöffentlich".
Oder erspürt _dein_ Sprachgefühl hier eine versteckte Zweideutigkeit?
Was ich noch betonen möchte ist, dass _ich_ "nichtöffentlich/e/er/es"
eigentlich nur als Attribut zu einem Substantiv und nie als Adverb
einsetzen würde.
Deshalb: Den 2. Satz streichen.
Soviel zu _meinem_ Sprachgefühl.
Yvonne Steiner
Yvonne Steiner
> {2002-03-17 11:34} "Yvonne Steiner":
>
> > 1. "Sie verhandelten diese Sache nicht öffentlich".
> > 2. "Sie verhandelten diese Sache nichtöffentlich".
> >
> > Oder erspürt _dein_ Sprachgefühl hier eine versteckte
> > Zweideutigkeit?
>
> "nichtöffentlich" kann ein Fachbegriff sein, der in einer
> bestimmten Weise definiert ist, während "nicht öffentlich"
> bedeutet, daß die Sitzung nicht das war, was der Fachbegriff
> "öffentlich" bedeutet. Der Fachbegriff "nichtöffentlich" muß
> nicht als "nicht öffentlich" definiert sein, er kann z.B.
> gewisse Anforderungen an Vertraulichkeit enthalten, die darüber
> hinausgehen, daß er nur nicht öffentlich ist.
Danke! Das leuchtet ein.
ys
> Die Abkehr von der Monarchie wurde dem Volk AFAIK nicht gegen dessen
> Willen von den Herrschenden aufgezwungen.
Dann nenn bitte eine republikanische Bewegung im deutschsprachigen
Raum, welche ihr Ziel durch Volksabstimmung und nicht durch Revolution
erreichte.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
> > > Du kannst nicht einerseits kritisieren, dass keine Änderungen
> > > vorgesehen waren (das kritisiere ich auch) aber wenn die sich
> > > dann doch noch eines Besseren besinnen, das auch anprangern.
> > ^
> > Schreibt man das nach NRS jetzt wirklich groß?
>
> Ja.
> Ich müsste mich sehr täuschen, wenn das nicht auch in ARS so ist.
Konservative Nichtschweizer belehren sogar "eines Beßren".
> Die Änderungen finden im Wörterverzeichnis statt - und das triftet
> eben stetig vom Regelwerk weg.
Wenn schon, dann "driftet" es.
Das führt mich auf zwei interessante Fragen: Bekanntlich werden im
Fränkischen die Plosive in fast allen Positionen weich gesprochen
(also b, d, g). Lediglich vor r sind sie im allgemeinen hart.
(1) Ist das in benachbarten Mundarten ähnlich?
(2) Hat das vergleichbare lautliche Gründe wie die Auslautverhärtung
der Bühnensprache?
Als ich Hochdeutsch lernte, war die lautlich schwierigste Übung daran
nicht das Angewöhnen von harten Plosiven, sondern das von weichen
Plosiven vor r (zum Beispiel in meinem Nachnamen, den Außerfränkische
nach meiner Dialektlautung mit K schreiben würden).
> A: Ist die Sitzung nun öffentlich oder nicht?
> B: Sie ist nicht öffentlich.
>
> Aus welchem Grunde sollte hier vorgeschrieben werden, "nichtöffent-
> lich" zu schreiben?
Verneinte Adjektive, die zu einem Begriff verschmolzen sind, werden
nach herkömmlicher Rechtschreibung in attributiver Stellung zusammen-
und in prädikativer Stellung auseinandergeschrieben. Siehe den Eintrag
zu "nichtöffentlich" im Duden von 1991 oder mathematische Floskeln wie
"eine nichtnegative Zahl" oder "das Ergebnis ist nicht negativ".
Der Grund dafür ist vermutlich, daß das "nicht" im attributiven
Gebrauch stärker betont ist.
Wieso? Gibt es einen (inhaltlichen) Unterschied zwischen
triften und driften? Wenn ja, welchen?
Matthias
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
"Zu Lande, zu Wasser und in der Luft" hatte traditionell eine
unterscheidbare Schreibweise.
"Hier zu Lande gibt es Verkehrsangebote zu Lande, zu Wasser und in der
Luft" sieht einfach nur noch albern aus.
Gruß, ULF
Mählich sehe ich heute zum ersten Mal ohne all-. Ist es denn so
gebräuchlich?
Gruß, ULF
>> Eine gewisse Unsicherheit oder Variabilität darf ja durchaus bleiben,
>> das schadet nicht. Wie sollte sich ohne das die Sprache
>> weiterentwickeln?
>
> Jetzt wirds ja recht symphatisch. :-) Aber gewährst du dies auch den
> Neuschreiblern?
Warum sollte er denn nicht? Eine stetige natürliche Evolution ist aber
etwas anderes als ein gewaltsamer künstlicher Eingriff. Mir kommen die
Reformer vor wie Gentechniker, die Spaß am Experimentieren haben, ohne
sich über die Folgen Gedanken zu machen.
> Ich habs schon mal gesagt und wiederhole es: Dann sei doch einfach
> glücklich, dass Änderungen doch noch möglich geworden sind.
Jemand wirft vorsätzlich meine Vase zu Boden und ich soll glücklich
sein, wenn er mir Klebstoff reicht?
--
bli
> Followup to: newsgroup
> References:
> <3C94A6EE...@tenuki.de>
>
>Bernd Gramlich wrote:
>> Martin Gerdes wrote:
>>
>>> Die Änderungen finden im Wörterverzeichnis statt - und das
>>> triftet eben stetig vom Regelwerk weg.
>>
>> Wenn schon, dann "driftet" es.
>
>Wieso? Gibt es einen (inhaltlichen) Unterschied zwischen
>triften und driften? Wenn ja, welchen?
>
'driften' - treiben, abweichen.
'Drift' - (systematische) Abweichung
aus dem Englischen, (evtl. auch niederdeutsch)
'Trift' - Weide, hat nichts mit 'Drift' zu tun.
'triften' - mir unbekannt.
Allerdings 'triftig' - (zu)treffend, einleuchtend,
womöglich von 'treffen' abgeleitet, siehe 'triftige Gründe'.
Gruß,
A.
>Was die ARS oder die NRS zu Bindestrichwörtern sagt, ist für die
>journalistische Praxis wurscht. Bindestriche sind da sinnvoll, wo sie
>das Lesen erleichtern und keine Missverständnisse produzieren, ganz
>einfach.
Soweit die Theorie. In der Praxis beobachte ich bei der
Zeitungslektüre ein unleserliches Binde-Strich-Gewimmel, das die
Lesbarkeit mitnichten erhöht und Mißverständnisse produziert. Leider
kommt die Bindesstrichmacke nicht nur im Boulevard vor sondern in sehr
vielen Abo-Zeitungen. In Berlin fällt mit spontan der Tagesspiegel ein
(nicht in allen Büchern!).
> Konservative Nichtschweizer belehren sogar "eines Beßren".
Da gibt es ja zwei Schulen: Die Beßren und die Bessern. Letztere
scheinen mir fast noch konservativer zu sein.
- Sebastian
> 'Trift' - Weide, hat nichts mit 'Drift' zu tun.
| Gab die Polizeivorschrift
| Hier dem Fahrer freie Trift?
Christian Morgenstern, "Die unmögliche Tatsache", 3. Strophe,
3. und 4. Zeile, in: "Palmström", o. O. 1910.
M.
Der Leipziger Wortschaft beschreibt Trift und Drift als
Synonyme. So kenne ich es auch aus der Geographie.
Und er bringt die Weide ins Spiel, aber anders als "thomsen":
trift - *Weg* zum Weideauftrieb
> Der Leipziger Wortschaft
Was ist das für ein Schaft?
M.
Sorry, der Leipziger Wortschatz
(als Kurzform von Wortschatzlexikon der Uni Leipzig).
http://wortschatz.informatik.uni-leipzig.de/
>>> Der Leipziger Wortschaft
>> Was ist das für ein Schaft?
> Sorry, der Leipziger Wortschatz
Aha, danke.
M.
> Bitte auch nur eine einzige Belegstelle angeben, an der
> "besser bekannt" als Steigerung von "wohlbekannt" vorkommt.
>
> Guggl kennt 8130 mal "wohlbekannt" - und etwa 20
> "bestbekannt", ganz überwiegend als Schweizer
> Gaststättenreklame: "bestbekannt für seine Küche".
>
> Einer unserer Schweizer müßte sich dazu stellen, inwieweit
> dieses Wort in der Schweiz gängig ist.
Es ist gängig, aber:
"bestbekannt" ist keine Steigerung von "wohlbekannt".
"wohlbekannt" ist/wird eine Person an sich.
"bestbekannt" sagen wir aber nur
A für eine Person, in Verbindung mit einem Produkt das sie herstellt
oder anbietet.
B oder wenn ein bestimmter Charakterzug oder eine besondere
Eigenschaft von ihr miterwähnt wird:
"Bäcker X ist wohlbekannt" -> kann für sich allein so stehen.
"Bäcker X ist bestbekannt" jedoch nicht.
Es könnte z.B. heissen:
A Bäcker X ist bestbekannt durch seine Torten,
B Metzger Y ist bestbekannt durch seine Freundlichkeit.
Frau Z ist bestbekannt durch ihre gebückte Haltung.
> Ich würde es
> verstehen, zähle es aber weder zu meinem aktiven, noch
> eigentlich zu meinem passiven Wortschatz.
Von jetzt ab aber mindestens zu letzterem. ;-)
>
> Nach "besser bekannt" habe ich nicht gesucht, da man diese
> Texte einzeln anschauen müßte, um zu erkennen, ob hier
> wirklich ein Komparativ von "wohlbekannt" gemeint ist.
Kennt man meist unter Wendungen wie: Sie ist besser bekannt unter ihrem
Künstlernamen.
Yvonne Steiner
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> >Jetzt wirds ja recht symphatisch. :-) Aber gewährst du dies auch den
> >Neuschreiblern?
>
> ... "sympathisch"?
Ertappt.
Ich spreche es halt _so_ aus, wie ich es geschrieben hatte.
> Ich billige allen Leuten gern zu, daß sie sich
> weiterentwickeln. Über die wachsende Einsicht der Deformer,
> daß die Neuschreibung dringend korrekturbedürftig ist und
> daß sie auch nicht so eingeschlagen hat wie erhofft, freue
> ich mich beispielsweise ganz explizit.
Warum wetterst du denn aber ständig dagegen?
>
> Man sollte allerdings in diesem Zusammenhang nicht in
> Vergessenheit geraten lassen, daß noch immer offiziell
> behauptet wird: "Die Reform wird nicht geändert, noch
> nichtmal im Detail."
Ja, ja, dein ewiges Thema.
Meine Meinung dazu kennst du aus einem Vorposting.
> Wenn irgendjemand Wort und Tat
> auseinandertriften läßt, war das schon immer ein Erfolg
> versprechender Ansatzpunkt, so auch hier.
?
> >> Sie haben bereits vor Einführung der Neuschreibung
> >> Änderungen verlangt -
>
> >Die Deformer? Also waren _die_ schon von Beginn an einsichtiger?
>
> Selbstverständlich. Es spricht nicht eben für Dich, daß Du
> zwar explizit behauptest, aber offenkundig die historischen
> Tatsachen nicht kennst.
Was habe ich nun wo behauptet? Ich habe schlicht eine Frage gestellt.
[...]
> >> Offiziell wird behauptet, daß die Neuschreibung als Monolith
> >> eingeführt wurde und seitdem unverändert geblieben ist.
>
> >Ist es ja auch - oder hast du schon eine Neuauflage gesehen?
>
> Gern für Dich nochmal:
> Der Text der Neuregelung bleibt aus politischen Gründen
> unverändert,
Eben. Genau dasselbe habe ich ausgedrückt; deshalb ja meine ironische
Frage nach der "Neuauflage".
> aber die Schreibungen in den jeweiligen
> Wörterverzeichnissen entsprechen den Regeln immer weniger.
Dass du Regelwerk und weiterentwickelte Neuschreibung unterscheiden
solltest, habe ich früher schon mal erwähnt.
Du kennst ja den Zwischenbericht der Kommission, in dem es u.a. heisst:
| Die Kommission wirkt auf die Wahrung einer einheitlichen
| Rechtschreibung im deutschen Sprachraum hin. Sie begleitet
| die Einführung der Neuregelung und beobachtet die künftige
| Sprachentwicklung.
| Soweit erforderlich erarbeitet sie Vorschläge zur Anpassung
| des Regelwerks.
[...]
| Sie wird dabei besonderes Augenmerk auf häufig kritisierte
| Teile des Regelwerks legen
So stur und unnachgiebig, wie du sie hinstellst, ist die Kommision also
gar nicht.
> >> Das aber ist einfach gelogen. Die Schreibung wird dauernd
> >> nachgebessert, mit jeder neuen Ausgabe eines der großen
> >> Wörterbücher tauchen neue Neuschreibungen auf.
>
> >Eben. Weshalb sollte sich Sprache plötzlich nicht mehr weiterentwickeln?
>
> Weil - siehe oben - aus politischen Gründen der Text der
> Neuregelung nicht verändert werden darf.
> In den Pressemeldungen des IdS wird ja auch obstinat geschwindelt:
> "Es gibt keine Reform der Reform."
So landen und enden wir bei deinem - immer gleichen - Thema.
>
> Wars das jetzt?
Ja.
In dieser Sache willst du vermutlich gar nicht lesen/verstehen, was ich
wirklich geschrieben habe.
Yvonne Steiner
Dem kann ich nicht widersprechen und ich hatte in meinem oben
zitierten Posting auch nichts dergleichen geäußert. Ich wende mich
gegen die ins Bodenlose emotionalisierte Umgangsweise mit diesem
Thema.
Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen ·· p...@gmx.net ·· http://pcr.gmxhome.de
"Let us carry the fight against ignorance to the four corners
of the earth, because it is a fight which concerns us all."
(Peter Sellers) -> -> -> -> http://parrots-and-jabberwocks.de
Ich habe da mal nachgelesen, auch unter "Triften" -
die Beispiele, die dort gegeben werden, lassen genausogut
(NRS genau so gut?) auf "Weiden" wie auf "Wege" schließen,
z.B. werden "die grünen Triften" der Grafschaft Armagh
als Beispiel angeführt, eine Straße heißt "Auf der Trift"
usw. Womöglich wiedermal Unterschiede im Sprachgebrauch
verschiedener Gegenden? Für den Niederdeutsch sprechenden
klingt in "Drift" natürlich noch "drieven" = treiben
an, in "Trift" dagegen nicht. Für den Sachsen ists eh
dasselbe, und der Bayer kann i.allg. kein Platt.
Ausserdem kann es natürlich sein, daß "freie Trift"
hauptsächlich "um des Reimes willen" bei Morgenstern
steht. ("Das raffinierte Tier..." etc.)
Die behauptete Äquivalenz beider Wörter scheint mir dagegen
höchst merkwürdig - bei "Trift" fallen mir Kühe ein,
bei "Drift" ein Boot auf dem Wasser.
Gruß,
A.
>Dies nur mal zur Ergänzung aus dem 86er Leiziger Duden
>| *Trift*, die, _, _en (1. Viehweide; Weg zur Weide;
>| Holzflößung - 2. => Drift) <zu treiben>
°°°°°°°
Der Zusammenhang mit /treiben/ macht beide Bedeutungen
einleuchtend!
> Robert Weemeyer <robert....@gmx.de> schrieb:
>
> > Das neue Regelwerk ist deshalb leichter zu lernen, weil einige Regeln
> > vereinfacht wurden (man denke an die Dreifachkonsonanten) und weil in
> > vielen Fällen mehrere Möglichkeiten als richtig gelten (man denke an
> > die Silbentrennung).
>
> Es dürfte wohl an die 10 Jahre dauern, bis harte Zahlen auf
> dem Tisch liegen, die das bestätigen oder widerlegen.
Ich habe in der Zeitung gelesen, die Zahl der Fehler in Diktaten sei
in den Grundschulen schon jetzt zurückgegangen. Ob das "harte Zahlen"
sind, kann ich allerdings nicht beurteilen.
> Die meisten neuen Kommaregeln kann man in einem Satz
> zusammenfassen: "Es ist egal, ob man ein Komma setzt oder
> nicht." Das zu beachten, ist freilich nicht schwierig.
Na wunderbar! Sind Kommaregeln denn deiner Ansicht nach nur dann gut,
wenn es schwierig ist, sie zu beachten?
> Es gibt allerdings (man ist verblüfft), einige neue
> Kommaregeln mit teilweise gegenüber bisher umgekehrter
> Logik, nach denen zwingend ein Komma stehen muß (Infinitiv
> mit Hinweiserwort, beispielsweise). Das kennen die Leute
> nicht, das beherzigen die Leute nicht. Zugegebenermaßen sind
> diese Regeln teilweise sehr gut im Regelwerk versteckt.
Du meinst wahrscheinlich § 77 der amtlichen Regelung:
| Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie einge-
| schoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.
| Dies betrifft [...]
|
| (5) Wörter oder Wortgruppen, die durch ein hinweisendes Wort oder
| eine hinweisende Wortgruppe angekündigt werden: [...]
|
| Daran, den Job länger zu behalten, dachte sie nicht. Sie dachte
| nicht daran, den Job länger zu behalten, und kündigte. Sein größter
| Wunsch ist es, eine Familie zu gründen. Dies, eine Familie zu grün-
| den, ist sein größter Wunsch. [...]
|
| Werden Wörter oder Wortgruppen durch ein hinweisendes Wort oder
| eine hinweisende Wortgruppe wieder aufgenommen, so grenzt man sie
| mit einfachem Komma ab: [...]
|
| ... und den Job länger zu behalten, daran dachte sie nicht und
| kündigte. Eine Familie zu gründen, das ist sein größter Wunsch.
Mir ist nur nicht klar, was an dieser Kommaregel neu sein soll. Das
war doch nach alter Rechtschreibung genauso.
Robert Weemeyer, Berlin
--
Esperanto - die internationale Sprache
http://www.esperanto.de/
> "Hier zu Lande gibt es Verkehrsangebote zu Lande, zu Wasser und in der
> Luft" sieht einfach nur noch albern aus.
Auch nach der neuen Rechtschreibung kannst du weiterhin "hierzulande"
schreiben, wenn dir das lieber ist.
"Hierzulande gibt es Verkehrsangebote zu Lande, zu Wasser und in der
Luft" sieht aber auch nicht gut aus, einfach wegen der Wiederholung
"-zulande/zu Lande". Also würde ich schreiben: "Bei uns in Deutschland
gibt es Verkehrsangebote zu Lande, zu Wasser und in der Luft."
> Mählich sehe ich heute zum ersten Mal ohne all-. Ist es denn so
> gebräuchlich?
Siehe Duden: "mäh|lich (geh. für allmählich)".
> Wir sprechen hier von einem Wort, das früher stets ohne
> Bindestrich geschrieben wurde, nämlich vom Wort
> "Eisschnelläuferin".
>
> Das wurde rechtschreibdeformiert; dadurch ist eine - ohne
> Frage - unschöne und schlecht leserliche
> Konsonantenverdreifachung entstanden.
Wieso "ohne Frage"? Schönheit ist eine Frage, nämlich eine Frage des
Geschmacks. Auch was die Leserlichkeit angeht, sind die Geschmäcker
verschieden.
> In der Praxis beobachte ich bei der
> Zeitungslektüre ein unleserliches Binde-Strich-Gewimmel, das die
> Lesbarkeit mitnichten erhöht und Mißverständnisse produziert. [...]
> In Berlin fällt mit spontan der Tagesspiegel ein
> (nicht in allen Büchern!).
Hier die Überschriften mit Bindestrichen auf den ersten 32 Seiten des
"Tagesspiegels" vom 17. März (ganz unstrittige Fälle wie "US-Diplomat"
oder "Al-Qaida-Kämpfer" habe ich ausgelassen):
Seite 1:
- Scharping schließt Irak-Einsatz aus
Seite 3:
- Designer erfinden einen Kunden mit Abenteuerfantasien, der für
Walnussholz-Beschläge und Einzelradaufhängung 60 000 Euro zahlt.
Seite 4:
- Verdi-Chef droht Rot-Grün
- Ärzte-Präsident warnt vor Personalkollaps
- Thierse fordert Abschaffung der Stasi-Regelanfrage
Seite 7:
- Urteil zum Umgang mit Stasi-Akten
- Tagesspiegel-Sonderausgabe "Arbeit.los!"
- Unser Leser Martin Kloke wirft der Tagesspiegel-Korrespondentin
Andrea Nüsse eine einseitige Sicht auf den Nahost-Konflikt vor.
Seite 9:
- Von Tag zu Tag: Touristen-Beutel
Seite 10:
- Die Klinik-Retter treten an
Seite 11:
- Die koreanische Koch-Show "Cookin" im Schiller-Theater
Seite 14:
- Sind "Benimm-Verträge" im Klassenzimmer pädagogisch sinnvoll?
Seite 15:
- Tagesspiegel-Leser spendeten mehr als 200 000 Euro für Obdachlose
Seite 16:
- Mythen und Riten: Die Henna-Nacht
Seite 20:
- Fernseh-Tipps
Seite 21:
- Vor ein paar Tagen kämpfte der Eisbären-Trainer noch um sein Leben -
heute steht er wieder hinter der Bande
- Eisbären-Fans protestieren gegen die Deutschlandhalle
Seite 22:
- Öko-Lebensmittel soweit das Auge reicht
[hier fehlt ein Komma, "so weit" müsste es außerdem heißen]
- Die ersten Teilnehmer der Tagesspiegel-Aktion haben einen
Arbeitsplatz gefunden
Seite 23:
- Expansion ins baumarktlose China: Die ersten Obi-Märkte laufen
Seite 25:
- In den Fun-Gewittern: Dilettanten-Stadel eines ranzigen Rebellen
Seite 30:
- Rechte-Poker
Seite 32:
- Bewährungsstrafen für Mädchen-Beschneidung
Nicht jeder Bindestrich wäre notwendig gewesen; aber ingesamt scheint
mir das doch ein vernünftiger Umgang mit diesem Zeichen zu sein.
> Der Leipziger Wortschaft beschreibt Trift und Drift als
> Synonyme. So kenne ich es auch aus der Geographie.
Der Leipziger Wortschatz kennt keinen Unterschied zwischen Drifd und Drifd,
das ist mir glohr, ich meinte klar.
Ich war als Kind mal dort, so im Alter von 6 bis 7 Jahren, und ich erinnere
mich, dass mir auf dem Spielplatz mitgeteilt wurde:"Du schbrishsd awa
goumisch!"
Ja, »Trift« und »Drift« gehören zusammen und abgeleitet sind
sie von »treiben«. Wenn man übrigens einen Pfeifer hat,
dann muß man nur unter »Trift« nachschlagen, schon weiß man
Bescheid. ;-)
Schöne Grüße,
Wolf
Merci. Hast Du es im Bundestag schon einmal gehört?
Gruß, ULF
> tho...@uni-bonn.de schrieb:
>
> >>
> >> From: Matthias Opatz <grou...@onlinehome.de>
>
> >>>> Die Änderungen finden im Wörterverzeichnis statt - und das
> >>>> triftet eben stetig vom Regelwerk weg.
>
> >>> Wenn schon, dann "driftet" es.
>
> >>Wieso? Gibt es einen (inhaltlichen) Unterschied zwischen
> >>triften und driften? Wenn ja, welchen?
>
> >'driften' - treiben, abweichen.
> >'Drift' - (systematische) Abweichung
> >aus dem Englischen, (evtl. auch niederdeutsch)
>
> >'Trift' - Weide, hat nichts mit 'Drift' zu tun.
>
> Außer natürlich, daß das Vieh dort hinge_trieben_ wird.
>
> >'triften' - mir unbekannt.
>
> "Triften" heißt "treiben". Da es vorwiegend im Süddeutschen
> vorkommt, bezeichnet es weniger das Treiben von Schiffen,
> sondern vorwiegend das Treiben von Vieh bzw. Baumstämmen.
>
> >Allerdings 'triftig' - (zu)treffend, einleuchtend,
> >womöglich von 'treffen' abgeleitet, siehe 'triftige Gründe'.
>
> Stimmt.
>
> Das ändert aber nichts daran, daß "Trift" und "Drift" zwei
> Schreibweisen des gleichen Wortes sind.
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Martin Gerdes
Oh, diese Middel- und Südteutschen (ausgenommen die Bayern), die ein
'haddes d' nicht vom 'weichen t' unterscheiden können! Ich habe noch nie
gehört, daß ein Boot mit der Strömung 'abtriftet', oder daß das Vieh auf
einer
'grünen Drift' steht. :-))
Und natürlich habe ich noch nie von einer Kontinental-Trift gehört oder
gelesen.
Lassen wir die Drift den 'Fischköppen', und die Trift den 'Landratten'.
Gruß,
A.
Das kann doch nicht im Ernst Dein Maßstab für Sprachgebrauch
sein. Dort fehlt sicher sowohl eine Anzahl nicht zu
beanstandender Ausdrücke ganz - andere Sprachebene oder
thematisch bedingt. Andererseits wird dort ein Menge
Sprachmüll produziert (aber nicht nur dort).
Zu "mählich": Geläufig ist es mir nicht, gleichwohl habe ich
keine Verständnisschwierigkeiten, ich hab es intuitiv für
ein veraltetes/veraltendes Synony zu "allmählich" gehalten.
> >> Siehe Duden: "mäh|lich (geh. für allmählich)".
> >
> > Merci. Hast Du es im Bundestag schon einmal gehört?
>
> Das kann doch nicht im Ernst Dein Maßstab für Sprachgebrauch
> sein.
Daß, nachdem ich es nicht gehört habe, frage, wer es bei welcher
Gelegenheit gehört hat?
> Dort fehlt sicher sowohl eine Anzahl nicht zu
> beanstandender Ausdrücke ganz - andere Sprachebene oder
> thematisch bedingt.
Robert hört da häufig zu; gelegentlich soll auch gehobener Sprachstil
vorkommen (wenn auch nicht so konzentriert wie im Bundesrat).
Nichtvorkommen nehme ich schon als Indiz für Ungebräuchlichkeit.
> Andererseits wird dort ein Menge
> Sprachmüll produziert (aber nicht nur dort).
Unbestritten.
> Zu "mählich": Geläufig ist es mir nicht, gleichwohl habe ich
> keine Verständnisschwierigkeiten, ich hab es intuitiv für
> ein veraltetes/veraltendes Synony zu "allmählich" gehalten.
Erraten habe ich die Bedeutung auch.
Gruß, ULF
> Bernd Gramlich <be...@tenuki.de> schrieb:
>
> >Martin Gerdes wrote:
>
> >> Die Änderungen finden im Wörterverzeichnis statt - und das triftet
> >> eben stetig vom Regelwerk weg.
>
> >Wenn schon, dann "driftet" es.
>
> Beide Formen sind möglich, wie Du im Wörterbuch ersiehst.
Ja, aber mit auseinanderdriftenden Bedeutungen.
> Erinnerst Du Dich noch an die "Wegnersche Kontinentaltrift"?
Die heißt in meinem aktiven Wortschatz Kontinentalverschiebung.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
>Nicht jeder Bindestrich wäre notwendig gewesen; aber ingesamt scheint
>mir das doch ein vernünftiger Umgang mit diesem Zeichen zu sein.
Das war wohl ein guter Tag beim Tagesspiegel ;-) Beobachte die
Zeitung mal über ein paar Tage. Besonders im Lokalen (meine ich)
finden sich die dicksten Schnitzer.
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
Könnte es sich hier um eine sogenannte Wiederholungszwangs-
Camaieu handeln?
Sehr gelungen finde ich auch diese Strophe von Celan:
| Euphorisierte
| Zeitlupenchöre behirnter
| Zukunftssaurier
| heizen ein Selbstherz.
Schöne Grüße,
Wolf
--
Wie aber Farbloses? Wange
Am Blümchen stehst du und schützender Schnee
Und verlangend die Ruhe der Mäntelchen und es gehet
Zur Ruh der Tod, beim eisigen Herzchen
> Ulf Kutzner wrote:
>
> > Robert Weemeyer schrieb:
> >
> > > Siehe Duden: "mäh|lich (geh. für allmählich)".
> >
> > Merci. Hast Du es im Bundestag schon einmal gehört?
>
> Das kann doch nicht im Ernst Dein Maßstab für Sprachgebrauch
> sein.
Ulf fragt das, weil ich als Stenograph im Bundestag arbeite.
Nein, mir ist das Wort dort noch nicht untergekommen.
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb:
>Wir sprechen hier von einem Wort, das früher stets ohne
>Bindestrich geschrieben wurde, nämlich vom Wort
>"Eisschnelläuferin".
>
>Das wurde rechtschreibdeformiert; [...]
danke, daß Du den Faden wieder aufnimmst. Nur darum ging es: daß ein
bislang problemlos lesbares Wort dank Reform heute zur Stolperfalle
wird. Ganz egal ob von den Regeln erlaubt oder nicht.
Gruß,
Michael
--
NVLLA DIES SINE LINEA J.Neudoerffer 1538
Michael Erskine, E-Mail: ers...@fbmev.de
WWW: http://homepages.muenchen.org/bm836197/
> y...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb:
>
> >> >Jetzt wirds ja recht symphatisch. :-) Aber gewährst du dies auch den
> >> >Neuschreiblern?
>
> >> ... "sympathisch"?
>
> >Ich spreche es halt _so_ aus, wie ich es geschrieben hatte.
>
> Sümfatisch?
Nein, kein F-Laut.
"sümphatisch" mit H-Laut (Hauch) nach dem p, ohne H-Laut nach dem t.
> >So stur und unnachgiebig, wie du sie hinstellst, ist die Kommision also
> >gar nicht.
>
> An ihren Taten solltet ihr sie messen. Herr Heller tönt noch
> immer wider besseres Wissen in jeder Pressemitteilung herum:
> "Die Neuregelung wird nicht reformiert."
Du sagst es, -> "wider besseres Wissen", d.h. doch: Er ist gar nicht
ernst zu nehmen.
Voilà!
Yvonne Steiner
> Wir sprechen hier von einem Wort, das früher stets ohne
> Bindestrich geschrieben wurde, nämlich vom Wort
> "Eisschnelläuferin".
Auf der Homepage: http://www.anni-friesinger.com/ findet man übrigens
das schöne Wort "eisschnelllauffans".
- Sebastian
Hierzu müsste aber nun jeder Altschreibler zugeben, dass dieses Wort in
NRS doch noch schneller zu verstehen ist als in ARS, in der man
schriebe:
"eisschnellauffans"
Ich bleibe da hängen, weil ich zuerst "schnell-auf" lese.
Yvonne Steiner
> > Auf der Homepage: http://www.anni-friesinger.com/ findet man
> > übrigens das schöne Wort "eisschnelllauffans".
>
> Hierzu müsste aber nun jeder Altschreibler zugeben, dass dieses Wort
> in NRS doch noch schneller zu verstehen ist als in ARS, in der man
> schriebe:
>
> "eisschnellauffans"
Nein. Das typographische Kapitalverbrechen des Dreifachkonsonanten
stört den Lesefluß wesentlich mehr.
> Hierzu müsste aber nun jeder Altschreibler
> zugeben [...]
Altschreibler geben nie etwas zu. Der Lesefluss
ist immer. Dass der "Lesefluss" eine zutiefst
subjektive Kategorie ist, wird im Übrigen niemand
je zugeben, der sich darauf bezieht.
Ich behaupte ja seit jeher, dass das vehemente
Ablehnen der Neuschreibung eigentlich vor allem
ablehnt, Gewohnheiten aufgeben zu sollen.
Mein Problem ist allerdings, dass die Reform nur
ein Reförmchen ist, das kommerzielle Interesse der
Wörterbuchverlage ja doch eine wesentliche Energie
war, die Auseinanderschreibung und Großschreibung
mich nicht überzeugt (wie mich ja das Festhalten
an der Großschreibung im Grunde ärgert -- aber das
ist wegen des Leseflusses, da braucht man
Oberlängen, ich hätte da ein paar Oberlängen ohne
Großschreibung: lbkthf, aber es ist wegen des
Leseflusses und wegen der Substantive, nebbich, na
ja ... Chance vertan) und mir nur die (relative)
Kommafreiheit und die Verwirrung, die
Altschreibler schon für ein Chaos halten wollen,
gefällt: dass die Gschicht in Bewegung ist. Sodass
die Lehrer zum Beispiel jetzt weniger anstreichen:
das find ich sehr gut.
Dies alles naturgemäß auf der Basis, dass ich den
Wert, also die Wertigkeit der Rechtschreibung für
vollkommen überschätzt halte. Rechtschreibdünkel
ist was Furchtbares (hat aber nun nichts mit Alt-
oder Neuschreib zu tun).
Altschreib-Dünkel liegt dann vor, wenn jemand die
ARS für ein bewahrenswertes Gut hält. Was ja nicht
so selten vorkommt.
(Neuschreib-Dünkel, wenn jemand die Neuschreibung
für ein tolles Ding hält.)
In dieser Gruppe neige ich mit meiner Sympathie
(so im Sinne der Anhängerschaft bei einem
Sport-Verein) übrigens eher zu den Neuschreiblern.
Weil der Anteil der Altschreibler, die den
Untergang des Abendlandes beschwören durch die
Rechtschreibreform, allzu hoch ist.
> Nein. Das typographische Kapitalverbrechen des Dreifachkonsonanten
> stört den Lesefluß wesentlich mehr.
Nicht nur Egon Bahr unterscheidet gern zwischen Bet-Tüchern und
Bett-Tüchern.
Ansonsten - schafft mehr Ligaturen, dann passt auch bei Dreifach-
konsonanten alles.
--
tobias b köhler
dieser beitrag stellt nur meine persönliche meinung dar
this posting only expresses my personal opinion
>Ansonsten - schafft mehr Ligaturen, dann passt auch bei Dreifach-
>konsonanten alles.
Nee, nee. Das macht die Sache nur noch komplizierter ...
Da siehst du nur, wie subjektiv das Ganze eben gesehen wird.
ys
> > Luft" sieht einfach nur noch albern aus.
>
> Dem kann ich nicht widersprechen und ich hatte in meinem oben
> zitierten Posting auch nichts dergleichen geäußert. Ich wende mich
> gegen die ins Bodenlose emotionalisierte Umgangsweise mit diesem
> Thema.
Es ging nicht gegen Dich. Wenn ich bodenlos emotional bin, dann liest
sich das noch etwas anders ;-)
Gruß, ULF
> > > übrigens das schöne Wort "eisschnelllauffans".
> > "eisschnellauffans"
>
> Nein. Das typographische Kapitalverbrechen des Dreifachkonsonanten
> stört den Lesefluß wesentlich mehr.
Die Katalanen sollten auch Vierfach-'l' hinbekommen ;-)
Gruß, ULF
> Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> wrote:
>
>> das schöne Wort "eisschnelllauffans".
>
> Hierzu müsste aber nun jeder Altschreibler zugeben, dass dieses Wort in
> NRS doch noch schneller zu verstehen ist als in ARS,
Altschreibler geben nie etwas zu. Und das am allerwenigsten.
> Ich bleibe da hängen, weil ich zuerst "schnell-auf" lese.
Und der "schnelllauf" löst sich vor deinem geistigen Auge ohne
Probleme sofort in seine einzelnen Bestandteile auf?
- Sebastian
--
mfg
Heinz Lohmann
Tanshui, Taiwan
25.13N 121.29E
> Anette Stegmann schrieb:
> ...
> > Das Aufgeben und Ändern von Gewohnheiten kostet viel Energie.
>
> Warum wird das nicht verstanden? Die RSR ist für die jungen Menschen
> gemacht, also für jene, die noch an gar nix gewöhnt sind.
Dafür ist sie natürlich hauptsächlich. Aber auch "alte Säcke", die du
an anderer Stelle erwähnst, dürfen durchaus davon profitieren. Ich
bin heilfroh, dass es die Reform gegeben hat und ich Schreibungen
ablegen konnte, gegen die sich mein Sprach- und Schreibgefühl seit
der Schulzeit gesträubt hat. Dafür ändere ich gern ein paar meiner
Schreibgewohnheiten.
Franz