Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Adelstitel (von und zu)

234 views
Skip to first unread message

Nadine Faerber

unread,
Nov 29, 2003, 5:08:50 PM11/29/03
to
Hallo,

weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
'von' und einem 'zu' liegt ?


Danke,

Nadine

Jürgen R.

unread,
Nov 30, 2003, 7:10:00 AM11/30/03
to
On 29 Nov 2003 14:08:50 -0800, Nadine_...@yahoo.com (Nadine
Faerber) wrote:

Ja, das ist nicht schwer. Nehmen wir an der Familienname sei "Mühlen".
Im einen Fall hieß der Vater "von Mühlen", im anderen "zu Mühlen".

Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.

Jürgen

Frank Husel

unread,
Nov 30, 2003, 11:00:19 AM11/30/03
to
ame...@ny.com (Jürgen R.) schrieb:

>On 29 Nov 2003 14:08:50 -0800, Nadine_...@yahoo.com wrote:

>>weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
>>'von' und einem 'zu' liegt ?

>Ja, das ist nicht schwer. Nehmen wir an der Familienname sei "Mühlen".


>Im einen Fall hieß der Vater "von Mühlen", im anderen "zu Mühlen".
>
>Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.

Nur, weil das heute keiner mehr genau weiß, bedeutet das nicht,
dass es keinen Unterschied gegeben hätte.

Ich behaupte mal vorsichtig, dass es eher - wenn überhaupt -
"zur Mühlen" heißen müsste.

Ich kenne nur ein Beispiel mit "zu", darin steht es zwischen zwei
Nicht-Vornamen: Fürst Wald.... zu Z.
Vermutlich das 1. ein Familienname, das 2. ein Ortsname.

"zu" gibt also die örtliche Herkunft an (Namen des herrschaftlichen
Besitzes, oder des Ortes).
Das "von" kenne ich nur als Prädikat vor dem Namen, der als
Familiennamen dient. "Von und zu" müsste es auch geben.
Vgl: "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland"


Vielleicht sollten wir mal den ultimativen Starreporter
Rolf Seelmann-Eggebert befragen, wenn er zwischen
zwei Queen-Geburtstagsparaden grad Zeit hat... ;-)))

Grüße
F.

--
Für Zuschriften an meine Adresse bitte
frankhusel.bonn klammeraffe gmx.de benutzen.

Matthias Opatz

unread,
Nov 30, 2003, 11:00:49 AM11/30/03
to
Nadine Faerber schrieb:

> weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
> 'von' und einem 'zu' liegt ?

Nur nebenbei: Es handelt sich um einen Namensbestandteil, nicht um
einen Adelstitel (darum hat es sich ggf. vor 1918 gehandelt).

Matthias

--
Gustav Adolph, König von Schweden, lebte kurz vor seinem Tode
noch. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Galletti? => http://www.galletti.de/ **
## Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Adresse löschen ##

Ralf Heinrich Arning

unread,
Nov 30, 2003, 11:41:39 AM11/30/03
to
Jürgen R. <ame...@ny.com> wrote:

> On 29 Nov 2003 14:08:50 -0800, Nadine_...@yahoo.com (Nadine
> Faerber) wrote:
>
> >weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
> >'von' und einem 'zu' liegt ?

> Ja, das ist nicht schwer. Nehmen wir an der Familienname sei "Mühlen".


> Im einen Fall hieß der Vater "von Mühlen", im anderen "zu Mühlen".
>
> Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.
>

Den gibt es mit Sicherheit, sonst gäbe es nicht Adelsnamen à la Fürst
Radebrecht von und zu Knorpelfels.

Ich vermute nur, daß "zu" angibt, wo ein Adelsgeschlecht seinen Sitz
hat, bin aber sicher, daß irgendwer das hier genauer weiß.

Nach der Abschaffung des Adels wurden die Titel dem Namen zugeschlagen
und haben daher nicht mehr die frühere Bedeutung. Der o.g. Fürst heißt
nun Herr Radebrecht Fürst von und zu Knorpelfels.

Ralf
--
It is easier to get into something than to get out of it.
Donald Rumsfeld

Poul Erik Jørgensen

unread,
Nov 30, 2003, 12:02:29 PM11/30/03
to
"Jürgen R." <ame...@ny.com> skrev i en meddelelse
news:3fc9dd50...@news.t-online.de

> Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.

Am berühmtesten ist wohl der Freiherr Karl vom und zum Stein. Neben ihm
finden wir artikellose Freiherren und-frauen wie die von und zu
Franckenstein, von und zu Brenken, oder die Grafen von und zu Egloffstein,
von und zu Eltz-Kempenich und viele andere "von und zu"-Namen.
Neben denen gibt es die "von a zu b" - aber da fällt mir leider momentan
nichts ein :-(

"von" ist ganz klar. Das heißt ursprünglich "stammt aus".
"zu" hieß früher auch "in", z.B. noch heute der Dom zu Köln = der Dom in
Köln, zu Hause = im Hause. Friedrich Leopold Graf zu Stolberg war also Graf
in Stolberg oder auf dem Gut Stolberg (oder einer seiner Vorfahren stammte
aus Stolberg).

Dann bleibt die Frage, was mit "von und zu" eigentlich gemeint ist. Es gibt
beispielsweise keine "von und zu Müller" oder "von und zu Petersen" - obwohl
Namen wie von Müller und von Petersen vorkommen.

Poul Erik Jørgensen
--
Remove NNN from my e-mail address when replying.
Enlevez NNN de mon adresse électronique pour me répondre.


Michael Pronay

unread,
Nov 30, 2003, 12:12:52 PM11/30/03
to
Nadine_...@yahoo.com (Nadine Faerber) wrote:

> weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
> 'von' und einem 'zu' liegt ?

Wenn Du in

<news:de.sci.geschichte>

fragst, erhöhst Du die Chancen auf kompetente Auskünfte beträchtlich.

M.

Christian Feldhaus

unread,
Nov 30, 2003, 1:21:54 PM11/30/03
to
Ralf Kusmierz <m...@privacy.net> wrote:

> Aber gerade in Köln haben sie den doch alle "auf":
> "Auf Fettenhennen" usw.

Nee, das heißt "Unter Fettenhennen". Hat mit der früheren Brothalle in
dieser Straße und den auf diese Weise gut genährten Hühnern zu tun :-)

Tschüs,
Christian

Paul Lenz

unread,
Nov 30, 2003, 5:40:34 PM11/30/03
to
"Frank Husel" <frank...@gmx.de> schrieb:

> Das "von" kenne ich nur als Prädikat vor dem Namen,
> der als Familiennamen dient.

Oder auch mittendrin:
ich kenne eine Marie-Louise Treusch von Buttlar.


Paul Lenz

--
Dies ist eine gültige Email-Adresse.
Vor SPAM und Viren schützt mich www.spavi.de

Sebastian Koppehel

unread,
Nov 30, 2003, 7:40:56 PM11/30/03
to
Matthias Opatz schrieb:

> Nadine Faerber schrieb:
>
>> weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
>> 'von' und einem 'zu' liegt ?
>
> Nur nebenbei: Es handelt sich um einen Namensbestandteil, nicht um
> einen Adelstitel (darum hat es sich ggf. vor 1918 gehandelt).

Ein "von" war auch vor 1918 natürlich kein Adelstitel.

- Sebastian

Patrick Borer

unread,
Nov 30, 2003, 8:04:16 PM11/30/03
to
Nadine_...@yahoo.com (Nadine Faerber) schrieb:

>weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
>'von' und einem 'zu' liegt ?

Soviel ich weiss, gab "von" ursprünglich an, von wo ein Adliger
stammt, und "zu", wo er seinen Sitz hat. Wenn es sich um den gleichen
Ort handelt, ergibt das "von und zu Soundso".

Patrick Borer

Patrick Borer

unread,
Nov 30, 2003, 8:05:13 PM11/30/03
to
Matthias Opatz <spam-c...@onlinehome.de> schrieb:

>Nadine Faerber schrieb:
>
>> weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
>> 'von' und einem 'zu' liegt ?
>
>Nur nebenbei: Es handelt sich um einen Namensbestandteil, nicht um
>einen Adelstitel (darum hat es sich ggf. vor 1918 gehandelt).

Wo? In Deutschland? Irrelevant, in Liechtenstein gibt's nach wie vor
Adelsprädikate und -titel ;-)

Patrick Borer

Klaus Scholl

unread,
Dec 1, 2003, 3:45:29 AM12/1/03
to

"Patrick Borer" <pa.b...@bluewin.ch> wrote in message
news:bqe42i$20qstp$1...@ID-11501.news.uni-berlin.de...

Klar auf den Punkt gebracht, das kann ich bestätigen, so kenne ich die
Bedeutung.
Walter von Vogelweide war auch kein Edelmann.

von = stammt aus ...
zu = ist/wohnt/residiert bei/in ...

Gruß vom Klaus

Matthias Opatz

unread,
Dec 1, 2003, 7:46:11 AM12/1/03
to
Klaus Scholl schrieb:

> Walter von Vogelweide war auch kein Edelmann.

Was genau ist denn einer Ritter? Nur eben kein Fußvolk mehr, oder
auch niederer Adel (so habe ich es auch schon gehört).

Matthias Opatz

unread,
Dec 1, 2003, 7:53:49 AM12/1/03
to
Klaus Scholl schrieb:

> Walter von Vogelweide war auch kein Edelmann.

Was genau ist denn ein Ritter? Nur eben kein Fußvolk mehr, oder

Florian Ritter

unread,
Dec 1, 2003, 9:18:08 AM12/1/03
to
"Poul Erik Jørgensen" <8...@NNNos.dk> wrote in message news:<lopyb.49658$jf4.2...@news000.worldonline.dk>...

> > Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.
>
> Am berühmtesten ist wohl der Freiherr Karl vom und zum Stein.

Reichsfreiherr bitte, soviel Zeit muß sein (der hatte mal geäußert,
mit einem Herzog von Napoleons Gnaden würde er nicht mal die gleiche
Luft im Raume atmen wollen).

> Neben ihm finden wir artikellose Freiherren und-frauen wie die von und zu
> Franckenstein, von und zu Brenken, oder die Grafen von und zu Egloffstein,
> von und zu Eltz-Kempenich und viele andere "von und zu"-Namen.

In der DDR spielte der Gans Edle von und zu Putlitz (die Gans stammt
aus dem Wappen) zeitweilig eine etwas obskure Rolle.
Und der bekannte Autor Knigge heißt nicht Freiherr von Knigge sondern
- Ausnahme - Freiherr Knigge.

> Neben denen gibt es die "von a zu b" - aber da fällt mir leider momentan
> nichts ein :-(

Und denn gibt's noch prädikatlose Adlige, zB den Reichswehrminister
Blomberg (dessen Luftwaffen-Adjutanten [sprach fließend englisch,
Mutter war Amerikanerin] zu kennen ich des Vergnügens genoß).



> Dann bleibt die Frage, was mit "von und zu" eigentlich gemeint ist.

Ist nobilitiert worden, nennt sich "von Z." und sitzt auch auf dem
Gute oder der Burg oder sonstewas Z., ergo "von und zu Z."

Ganz witziger Name: Kreuzwendedich von dem Borne (den gibt's!)- FR

Wladimir Zalozieckyj Sas

unread,
Dec 1, 2003, 1:48:55 PM12/1/03
to
Patrick Borer <pa.b...@bluewin.ch> wrote:

> Soviel ich weiss, gab "von" ursprünglich an, von wo ein Adliger
> stammt, und "zu", wo er seinen Sitz hat. Wenn es sich um den gleichen
> Ort handelt, ergibt das "von und zu Soundso".

Ja, so kenne ich es auch, Patrick.

Jetzt noch eine Anschlussfrage: der Vorstandsvorsitzende der
Österreichischen Bundesbahnen stammt aus Deutschland, sein Name ist
Rüdiger vorm Walde. Ist das "vorm" - ich nehme mal an, das kommt von
"vor dem" - auch ein Zeichen für adelige Abstammung?

Wladimir
--
Wladimir Zalozieckyj Sas
Organizational Development | Training | Coaching | Supervision
Vienna, Austria

Reinhard Gonaus

unread,
Dec 1, 2003, 1:56:01 PM12/1/03
to
On Mon, 1 Dec 2003 19:48:55 +0100, wz...@cesmail.net (Wladimir
Zalozieckyj Sas) wrote:

>Patrick Borer <pa.b...@bluewin.ch> wrote:
>
>> Soviel ich weiss, gab "von" ursprünglich an, von wo ein Adliger
>> stammt, und "zu", wo er seinen Sitz hat. Wenn es sich um den gleichen
>> Ort handelt, ergibt das "von und zu Soundso".
>
>Ja, so kenne ich es auch, Patrick.
>
>Jetzt noch eine Anschlussfrage: der Vorstandsvorsitzende der
>Österreichischen Bundesbahnen stammt aus Deutschland, sein Name ist
>Rüdiger vorm Walde. Ist das "vorm" - ich nehme mal an, das kommt von
>"vor dem" - auch ein Zeichen für adelige Abstammung?
>

Glaub ich nicht.
Ich halt das eher für eine blickwinkelverkehrte Definition seiner
kommunikativen Fähigkeiten, nach der Geschicklichkeit zu urteilen, mit
der er den jüngsten Arbeitskonflikt gemanagt hat. (Richtiger
Blickwinkel: hinterm Walde = hinterwäldlerisch)

Reinhard
--
Klopf an den Himmel,
und horche auf den Klang!
(Zen-Sprichwort)

Lars Bräsicke

unread,
Dec 1, 2003, 2:01:03 PM12/1/03
to
Wladimir Zalozieckyj Sas schrieb:

> Patrick Borer <pa.b...@bluewin.ch> wrote:
>
>> Soviel ich weiss, gab "von" ursprünglich an, von wo ein Adliger
>> stammt, und "zu", wo er seinen Sitz hat. Wenn es sich um den gleichen
>> Ort handelt, ergibt das "von und zu Soundso".
>
> Ja, so kenne ich es auch, Patrick.
>
> Jetzt noch eine Anschlussfrage: der Vorstandsvorsitzende der
> Österreichischen Bundesbahnen stammt aus Deutschland, sein Name ist
> Rüdiger vorm Walde. Ist das "vorm" - ich nehme mal an, das kommt von
> "vor dem" - auch ein Zeichen für adelige Abstammung?

Nicht alle Namen mit Präpositionen sind adliger Herkunft, insbesondere nicht
jene sprechenden Namen, wie der genannte oder auch z.B. "Suse am Ende" (die
ich mal die Freude hatte, zu treffen).
Als Anzeichen des Adels gelten vornehmlich die Präpositionen von (vom), zu
(zum, zur). Jedoch auch hier nicht alle. Ein Name wie "von der Mühlen" ist
vermutlich nicht adelig.

Lars


Mark Obrembalski

unread,
Dec 1, 2003, 2:07:57 PM12/1/03
to
Lars Bräsicke <brae...@despammed.com> schrieb:

> Nicht alle Namen mit Präpositionen sind adliger Herkunft, insbesondere nicht
> jene sprechenden Namen, wie der genannte oder auch z.B. "Suse am Ende" (die
> ich mal die Freude hatte, zu treffen).

Kriegt man mit dem Namen besonders leicht eine Stelle in der
Werbeabteilung von M$ Deutschland?

Love and Peace,
Mark

--
Deutsche Gesetze im WWW: http://www.rechtliches.de

Patrick Borer

unread,
Dec 1, 2003, 4:09:38 PM12/1/03
to
"Lars Bräsicke" <brae...@despammed.com> schrieb:

(...)


>Nicht alle Namen mit Präpositionen sind adliger Herkunft, insbesondere nicht
>jene sprechenden Namen, wie der genannte oder auch z.B. "Suse am Ende" (die
>ich mal die Freude hatte, zu treffen).
>Als Anzeichen des Adels gelten vornehmlich die Präpositionen von (vom), zu
>(zum, zur). Jedoch auch hier nicht alle. Ein Name wie "von der Mühlen" ist
>vermutlich nicht adelig.

Wir haben in der Schweiz einige "von"-Familien, die nie irgendwas mit
Adel am Hut hatten. Z.B. von Arb, von Arx, von Holzen, von Rohr (es
gibt in meiner Gegend auch einen Familiennamen "Rudolf von Rohr" -
also Z.B. ein Franz Rudolf von Rohr mit Tochter Lisa Rudolf von Rohr).

Patrick Borer

Joachim Pense

unread,
Dec 1, 2003, 5:20:04 PM12/1/03
to
Michael Pronay wrote:
>
> Wenn Du in
>
> <news:de.sci.geschichte>
>
> fragst, erhöhst Du die Chancen auf kompetente Auskünfte beträchtlich.

Aber erwähne nie die Karolinger, sonst gibts Popcornkriege. (So
gings mir jedenfalls, als ich mich das letzte mal dahin verirrt habe).

Joachim

Peter Gleissner

unread,
Dec 1, 2003, 6:30:43 PM12/1/03
to
On 1 Dec 2003 06:18:08 -0800, flor...@yahoo.com (Florian Ritter)
wrote:

>"Poul Erik Jørgensen" <8...@NNNos.dk> wrote in message news:<lopyb.49658$jf4.2...@news000.worldonline.dk>...
>
>> > Aber vielleicht suchtest du einen tieferen Sinn. Den gibt es nicht.
>>
>> Am berühmtesten ist wohl der Freiherr Karl vom und zum Stein.
>
>Reichsfreiherr bitte, soviel Zeit muß sein (der hatte mal geäußert,
>mit einem Herzog von Napoleons Gnaden würde er nicht mal die gleiche
>Luft im Raume atmen wollen).
>
>> Neben ihm finden wir artikellose Freiherren und-frauen wie die von und zu
>> Franckenstein, von und zu Brenken, oder die Grafen von und zu Egloffstein,
>> von und zu Eltz-Kempenich und viele andere "von und zu"-Namen.
>
>In der DDR spielte der Gans Edle von und zu Putlitz (die Gans stammt
>aus dem Wappen) zeitweilig eine etwas obskure Rolle.

Falls der Wolfgang gemeint ist, stellte er sich als Autor mit W. Gans
Edler Herr zu Putlitz vor.
"...gegen uns waren die Hohenzollern reinste Parvenüs." Ich fand
seine Memoiren ganz unterhaltsam.

Florian Ritter

unread,
Dec 2, 2003, 9:45:43 AM12/2/03
to
Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> wrote in message news:<9hjnsvojhp1nnbuep...@4ax.com>...

> >In der DDR spielte der Gans Edle von und zu Putlitz (die Gans stammt
> >aus dem Wappen) zeitweilig eine etwas obskure Rolle.
>
> Falls der Wolfgang gemeint ist, stellte er sich als Autor mit W. Gans
> Edler Herr zu Putlitz vor.

Ganz recht.

> "...gegen uns waren die Hohenzollern reinste Parvenüs." Ich fand
> seine Memoiren ganz unterhaltsam.

Besonders interessant soll das sein, was nicht drinsteht. Stimmt das
eigentlichb, daß er in der DDR sein Schloß zurückbekam? - FR

Michael Hemmer

unread,
Dec 2, 2003, 11:09:21 AM12/2/03
to
Frank Husel wrote:
> ame...@ny.com (Jürgen R.) schrieb:
>>On 29 Nov 2003 14:08:50 -0800, Nadine_...@yahoo.com wrote:
>>>weiß jemand wo bei einem Adelstitel der Unterschied zwischen einem
>>>'von' und einem 'zu' liegt ?
>
>>Ja, das ist nicht schwer. Nehmen wir an der Familienname sei "Mühlen".
>>Im einen Fall hieß der Vater "von Mühlen", im anderen "zu Mühlen".
(...)

> Ich behaupte mal vorsichtig, dass es eher - wenn überhaupt -
> "zur Mühlen" heißen müsste.

Gibt's auch mit "von" kombiniert: "von zur Mühlen" (ein "und" fehlt
meist). Vor langer Zeit hatte ich mal selbst mit einer Frau dieses
Namens zu tun.

Gruß,

Michael

Oliver Cromm

unread,
Dec 2, 2003, 1:32:26 PM12/2/03
to
Michael Hemmer <mhemmer@nospam_samson.de> wrote:

> Gibt's auch mit "von" kombiniert: "von zur Mühlen" (ein "und"
> fehlt meist). Vor langer Zeit hatte ich mal selbst mit einer Frau
> dieses Namens zu tun.

"auf der Heide" ist vermutlich nichts adeliges?

Oliver C.

Peter Gleissner

unread,
Dec 2, 2003, 1:40:20 PM12/2/03
to
On 2 Dec 2003 06:45:43 -0800, flor...@yahoo.com (Florian Ritter)
wrote:

>Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> wrote in message news:<9hjnsvojhp1nnbuep...@4ax.com>...

Ich weiß es nicht. Werde mich mal unter den ortsansässigen Kollegen
umhören.
Was mir auffiel: Herr zu Putlitz schreibt, daß Hitler zur Premiere des
Ufa-Films "Morgenrot" 1933 in Berlin nicht erschien.
In Georg Honigmanns "Kapitalverbrechen", der Fall des Geheimrats
Hugenberg, gibt es ein Foto, daß Hitler bei der Premiere neben
Hugenberg zeigt. Der Verlag der Nation, der beide Bücher herausgab,
meinte auf Anfrage, daß Herr Putlitz' reiche Erinnerungen ihm etwas
durcheinander gerieten.
Nicht, daß es wirklich wichtig wäre....

Diedrich Ehlerding

unread,
Dec 3, 2003, 3:18:12 PM12/3/03
to
Peter Gleissner meinte:


> gibt es ein Foto, daß Hitler bei der Premiere neben
> Hugenberg zeigt.

Ich weiß, Orthographiekrittelei ist im Allgemeinen ungern gesehen, aber ich
gestehe: meine klammheimliche Freude kann ich nicht verhehlen - die Freude
an der Entdeckung, dass die Velweschrung von Konjunktion und Pronomen nicht
nur bei Neuschreiblern auftritt. Oder geht es um ein Foto, welches beweist,
dass Hitler mit dem Finger irgendwo neben Hugenberg deutet, und war das
wirklich die strittige Frage?

Die"ENGE"drich

--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungelesen entsorgt.

Peter Gleissner

unread,
Dec 3, 2003, 4:45:14 PM12/3/03
to
On Wed, 03 Dec 2003 21:18:12 +0100, Diedrich Ehlerding
<diedrich....@t-online.de> wrote:

>Peter Gleissner meinte:
>
>
>> gibt es ein Foto, daß Hitler bei der Premiere neben
>> Hugenberg zeigt.
>
>Ich weiß, Orthographiekrittelei ist im Allgemeinen ungern gesehen, aber ich
>gestehe: meine klammheimliche Freude kann ich nicht verhehlen - die Freude
>an der Entdeckung, dass die Velweschrung von Konjunktion und Pronomen nicht
>nur bei Neuschreiblern auftritt. Oder geht es um ein Foto, welches beweist,
>dass Hitler mit dem Finger irgendwo neben Hugenberg deutet, und war das
>wirklich die strittige Frage?
>

Oha! Da habe ich böse gepatzt. Danke für den Hinweis.
Ich formuliere mal um:
"...gibt es ein Foto, auf dem Hitler bei der Premiere neben Hugenberg
zu sehen ist."
Sprachliche Klippe umschifft? Strittige Frage unmißverständlich
geworden?
Selbstverständlich war nur an der Bildunterschrift erkenntlich, daß es
sich um die "Morgenrot"-Premiere handelte.

PS.:
Letztens bemerkte ich einen gleichgearteten Fehler in einem meiner
Postings, korrigierte vor dem Absenden, .....
und wurde zurechtgewiesen:
>Im Übrigen wirkt "daß" mit "ß".

Michael Hemmer

unread,
Dec 4, 2003, 2:56:49 AM12/4/03
to
Peter Gleissner wrote:
> Oha! Da habe ich böse gepatzt. Danke für den Hinweis.
> Ich formuliere mal um:
> "...gibt es ein Foto, auf dem Hitler bei der Premiere neben Hugenberg
> zu sehen ist."
> Sprachliche Klippe umschifft?

Nun ja, da Du schon mal fragst: "ein Foto, worauf ..." wäre schöner ;-)

Gruß,

Michael

Yvonne Steiner

unread,
Dec 4, 2003, 4:09:21 AM12/4/03
to
Michael Hemmer <mhemmer@nospam_samson.de> wrote:

Ist es das tatsächlich?
MUSE zweifelt daran.

Ich sehe "worauf" z. B. synonym zu "daraufhin":
Ich gab ihm ein Zeichen, worauf er den Saal verliess.

Oder synonym zu "auf das":
Genau das ist es, worauf es ankommt.

Oder als Fragewort:
Worauf kommt es denn an?
Worauf beziehst du dich?

--
Yvonne Steiner

Christian Feldhaus

unread,
Dec 4, 2003, 6:45:20 AM12/4/03
to
Ralf Kusmierz <m...@privacy.net> wrote:

> Diese "unter"-Konstruktion ist mir zuvor in keiner anderen Stadt
> aufgefallen:
>
> Unter Bergamotten
> Unter Birnen
> Unter Buschweg
> Unter Fettenhennen
> Unter Goldschmied
> Unter Kahlenhausen
> Unter Käster
> Unter Kirschen
> Unter Krahnenbäumen
> Unter Sachsenhausen
> Unter Taschenmacher
>
> (ich weiß nicht, ob die Liste vollständig ist).

Ja, nur "Unter Gottes Gnaden" fehlt noch <g>.

> Wie erklärt sich dieses "unter" ohne Artikel wie z. B. in "Unter den
> Linden"??

Unter _den_ Birken/Erlen/Ulmen gibt es in Köln auch. Das sind m.W. aber
meist Bezeichnungen jüngeren Datums. Einige der "artikellosen" Namen
oben gehen auf Zünfte oder Handwerksbetriebe zurück, die in jenen
Straßen ansässig waren. Andere bezogen sich ursprünglich auf einzelne
Häuser bzw. deren Hauszeichen.

Vermutlich hat man, als im 19. Jahrhundert offizielle Straßennamen
eingeführt wurden, solche traditionellen Benennungen teilweise einfach
übernommen. Wie es zu dieser Unter-Häufung in Köln gekommen ist, weiß
ich allerdings auch nicht. Es gab übrigens in der Kölner Altstadt auch
mal eine Straße mit dem Namen "Unter Seidmacher", die aber später in
"Seidmacherinnengäßchen" umbenannt wurde. Das Wortungetüm soll
verdeutlichen, dass es auch Frauenzünfte gab ...

Tschüs,
Christian

Michael Hemmer

unread,
Dec 4, 2003, 10:07:57 AM12/4/03
to

Viel wichtiger die Frage, ob es etwas Tadeliges ist.

Gruß,

Michael

Michael Hemmer

unread,
Dec 4, 2003, 10:24:47 AM12/4/03
to
Yvonne Steiner wrote:
> Michael Hemmer <mhemmer@nospam_samson.de> wrote:
>>Peter Gleissner wrote:
>>>"...gibt es ein Foto, auf dem Hitler bei der Premiere neben Hugenberg
>>>zu sehen ist."
>>
>>(...) "ein Foto, worauf ..." wäre schöner ;-)

>
> Ist es das tatsächlich?
> MUSE zweifelt daran.
>
> Ich sehe "worauf" z. B. synonym zu "daraufhin":
> Ich gab ihm ein Zeichen, worauf er den Saal verliess.

Ich biete außerdem "woraufhin".

> Oder synonym zu "auf das":
> Genau das ist es, worauf es ankommt.
>
> Oder als Fragewort:
> Worauf kommt es denn an?
> Worauf beziehst du dich?

Die mit dar- und wor- gebildeten Pronominaladverbien vertreten bei
Präpositionen, die mit Akkusativ oder Dativ stehen können (an, auf,
unter, über...), in der Regel beide Fälle. Als einzige Ausnahme fällt
mir (und offenbar auch dem Stilduden) "in" ein, wo bei Angabe der
Richtung nicht -in, sondern -ein steht: "wo? - worin", aber "wohin? -
worein" (heute allerdings nicht mehr besonders gebräuchlich).

Gruß,

Michael

Florian Ritter

unread,
Dec 4, 2003, 10:51:23 AM12/4/03
to
Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> wrote in message news:<n0mpsvco5c3t7j9df...@4ax.com>...

> >> Falls der Wolfgang gemeint ist, stellte er sich als Autor mit W. Gans
> >> Edler Herr zu Putlitz vor.
> >
> >Ganz recht.
> >
> >> "...gegen uns waren die Hohenzollern reinste Parvenüs." Ich fand
> >> seine Memoiren ganz unterhaltsam.
> >
> >Besonders interessant soll das sein, was nicht drinsteht. Stimmt das

> >eigentlich, daß er in der DDR sein Schloß zurückbekam?


>
> Ich weiß es nicht. Werde mich mal unter den ortsansässigen Kollegen
> umhören.
> Was mir auffiel: Herr zu Putlitz schreibt, daß Hitler zur Premiere des
> Ufa-Films "Morgenrot" 1933 in Berlin nicht erschien.

Kenn ich mich nicht aus. Alles was ich über zu P. weiß (seine
Erinnerungen kenne ich nicht) habe ich aus Büchern von Hans (jetzt
Chaim) Noll (Sohn von Dieter N., Die Abenteuer des W. Holt).

> In Georg Honigmanns "Kapitalverbrechen", der Fall des Geheimrats
> Hugenberg

Ist das der Honigmann, der mal Chef der "Distel" und später der
Weimaraner Gedenkstätten war? Hat der nich auch einen
nachrichtendienstlichen Hintergrund? Seine Tochter schreibt (von MRR
hoch geolobt) und der Schwiegersohn (geb. Obermann) leitet in HD das
Jüd. Archiv.

Dem SPIEGEL entnahm ich erstaunt, daß die engl. Schriftstellerin D.
Lessing die Tante Gregor Gysis ist (einer ihrer Männer war der Bruder
von Gs. Mutter, in der DDR in Künstlerkreisen als "Die Squaw" bekannt)
- FR

Oliver Cromm

unread,
Dec 4, 2003, 1:04:57 PM12/4/03
to
Michael Hemmer <mhemmer@nospam_samson.de> wrote:

> Oliver Cromm wrote:
>>
>> "auf der Heide" ist vermutlich nichts adeliges?
>
> Viel wichtiger die Frage, ob es etwas Tadeliges ist.

Dann fände ich schon interessanter, ob es weas Schnuckeliges ist.

Oliver C.

Peter Gleissner

unread,
Dec 4, 2003, 2:42:35 PM12/4/03
to
On Thu, 04 Dec 2003 18:48:11 +0100, Martin Gerdes
<martin...@gmx.de> wrote:

>Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> schrieb:
>
>[Relativpronomen "das" als "daß" geschrieben]


>
>>Letztens bemerkte ich einen gleichgearteten Fehler in einem meiner
>>Postings, korrigierte vor dem Absenden, .....
>>und wurde zurechtgewiesen:
>
>>>Im Übrigen wirkt "daß" mit "ß".
>

>Und was bedeutet das?
>
Keine Ahnung. Das war bei de.talk.unmut. Newbies werden dort immer
kräftig angepöbelt.

Peter Gleissner

unread,
Dec 4, 2003, 3:19:13 PM12/4/03
to
On 4 Dec 2003 07:51:23 -0800, flor...@yahoo.com (Florian Ritter)
wrote:

>Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> wrote in message news:<n0mpsvco5c3t7j9df...@4ax.com>...
>
schnibb


>
>> In Georg Honigmanns "Kapitalverbrechen", der Fall des Geheimrats
>> Hugenberg
>
>Ist das der Honigmann, der mal Chef der "Distel" und später der
>Weimaraner Gedenkstätten war? Hat der nich auch einen
>nachrichtendienstlichen Hintergrund? Seine Tochter schreibt (von MRR
>hoch geolobt) und der Schwiegersohn (geb. Obermann) leitet in HD das
>Jüd. Archiv.

In der Tat. Chef der Distel von 1963 bis 68.
Von nachrichtendienstlichen Hintergrund weiß ich nix.
Vielleicht hat er im englischen Exil ein Mandat des Secret Service
angenommen...

>Dem SPIEGEL entnahm ich erstaunt, daß die engl. Schriftstellerin D.
>Lessing die Tante Gregor Gysis ist (einer ihrer Männer war der Bruder
>von Gs. Mutter, in der DDR in Künstlerkreisen als "Die Squaw" bekannt)
>- FR

Wie kam es zu diesem originellen Spitznamen?

Michael Hemmer

unread,
Dec 5, 2003, 2:19:58 AM12/5/03
to

Hoffentlich nicht. Auf der Heide wäre das nämlich ziemlich tadelig.

Gruß,

Michael

Florian Ritter

unread,
Dec 5, 2003, 8:44:13 AM12/5/03
to
Peter Gleissner <Pitt.Gl...@t-online.de> wrote in message news:<u35vsvse59vd4qpje...@4ax.com>...

> schnibb
> >
> >> In Georg Honigmanns "Kapitalverbrechen", der Fall des Geheimrats
> >> Hugenberg
> >
> >Ist das der Honigmann, der mal Chef der "Distel" und später der
> >Weimaraner Gedenkstätten war? Hat der nich auch einen
> >nachrichtendienstlichen Hintergrund? Seine Tochter schreibt (von MRR
> >hoch geolobt) und der Schwiegersohn (geb. Obermann) leitet in HD das
> >Jüd. Archiv.
>
> In der Tat. Chef der Distel von 1963 bis 68.
> Von nachrichtendienstlichen Hintergrund weiß ich nix.
> Vielleicht hat er im englischen Exil ein Mandat des Secret Service
> angenommen...

Aus: SPIEGEL 49/2003, S. 172

SPIEGEL: Sie haben ihn [ihren gesch. Mann Gottfried Lessing, Bruder
der Squaw] als "150-prozentigen Kommunisten" beschrieben, aber es
heißt, er war noch mehr: ein KGB-Spion.
Lessing: Ja, das kam von der südafrikanischen Gheimpolizei. Aber es
war nicht nachzuprüfen.
S: Halten Sie es für möglich?
L: Durchaus

Gottfried L. machte übrigens in der DDR Karriere und wurde
Botschafter, zuletzt in Uganda, wo er 1979 umgebracht wurde. Es gab
also durchaus eingenartige Lebensläufe in der DDR.

Die Eltern Obermann waren übrigens ebenfalls im englischen Exil. Ick
will aber nüscht jesacht haben.

Weiters möchte ich daran erinnern, daß Kuczinskys Schwester den
Atomspion K. Fuchs in England geführt hat. "Man setzt für solche
Zwecke gerne jüdische Frauen ein. Es macht sich besser", meint Hans
(Chaim) Noll (als er das schrieb hieß er noch Hans).

> >Dem SPIEGEL entnahm ich erstaunt, daß die engl. Schriftstellerin D.
> >Lessing die Tante Gregor Gysis ist (einer ihrer Männer war der Bruder
> >von Gs. Mutter, in der DDR in Künstlerkreisen als "Die Squaw" bekannt)
> >- FR
>
> Wie kam es zu diesem originellen Spitznamen?

Nach ihrem Exterieur: schwarze Haare, Dutt. 1990 trat sie dann
plötzlich erblondet und mit offenem Haar auf. Die war für die
Genehmigung von Westreisen von Künstlern zuständig und wurde an ihrem
Tisch im Ahrenshooper Kurhaus, an dem sie alleine saß, von ihrer
Klientel auffällig hofiert - FR

0 new messages