- Wie lautet die Charta dieser Gruppe?
»Die Gruppe de.etc.sprache.deutsch dient als Forum für
Themen, die die deutsche Sprache betreffen. Dies umfaßt
Fragen und Antworten zu Grammatik und Rechtschreibung,
schließt aber auch kontroversere Themen wie Übersetzungen,
Sprachgebrauch, Stil und Reformmöglichkeiten nicht aus.
Vorbild ist die Gruppe »alt.usage.english«. Ein gelegent-
licher Blick in Veröffentlichungen des Bibliographischen
Instituts wird empfohlen. Englischsprachige Artikel sind
aufgrund des Fehlens eines internationalen Äquivalents
willkommen. Bedingt durch das Thema ist die Verwendung von
Umlauten etc. in durch RFCs sanktionierten Kodierungen
ausdrücklich erwünscht.«
Anläßlich der Rechtschreibreform sollte über eine
Anpassung des BI-Bezugs im vierten Satz nachgedacht
werden.
- Sollte man nicht IBMs Kodeseite 437 verwenden oder -
besser noch - Umlaute umschreiben?
Falsches Forum. Dieses Thema bitte in de.comp.standards
diskutieren. Dort gibt es auch eine liebevoll
zusammengestellte FAQL hierzu.
- Wie begründete sich vor der Rechtschreibreform (also bis
zur 20. Auflage) der Anspruch des (West-)Dudens,
»maßgebend in allen Zweifelsfällen« zu sein?
Ein Beschluß der Ständigen Konferenz der Kultusminister
der Länder erklärte die während der 2. Orthographischen
Konferenz von 1901 in Berlin festgelegten Schreibweisen
und Regeln zur Grundlage für den Unterricht in allen
Schulen (siehe Bundesanzeiger vom 1955-12-15).
- Wie umschreibt man bei fehlenden deutschen Sonderzeichen
das Eszett (das »scharfe S«)?
Durch ein nicht trennbares »ss«. (Mit der Reform wird ein
solches Ersatz-»ss« trennbar: »bei-ßen«, »beis-sen«.)
Stoßen dabei drei »s« aufeinander, darf keines ausgelassen
werden (»Fusssohle«); dies gilt auch in der Schweiz, wo
das Eszett generell ersetzt werden kann und üblicherweise
auch wird. Die Umschreibung durch »SZ« ist laut Duden nur
bei völliger Großschreibung zulässig und auch nur dann,
wenn die Schreibweise mit »SS« zu Mißverständnissen führen
könnte (klassische Beispiele: »Busse« und »Buße«, »Masse«
und »Maße«). Es wird aber wohl niemand ernsthaft etwas
gegen die Übertragung dieser Regel auf die normale
Schreibweise (also auch ohne durchgängige Verwendung von
Majuskeln) einwenden können, wenn dem Schreiber kein
Eszett zur Verfügung steht und anderenfalls die Gefahr
eines Mißverständnisses bestünde. Eine durchgängige
Verwendung von »sz« für »ß« wird jedoch offensichtlich von
den meisten abgelehnt. (»SZ« für »ß« war übrigens einmal
bei Großschreibung die Regel, selbst wenn keine
Verwechslung drohte.)
Mit der Rechtschreibreform steht Eszett nur noch nach
langem Vokal oder Diphthong; insbesondere schreibt man
statt »daß« jetzt »dass«. Dies entspricht der - bis zur
Reform von 1901 - in Österreich seit 1876 üblichen
Schreibweise.
- Hat sich die Eszett-Ligatur aus »s+s« oder »s+z« (das
erste »s« dabei »lang«, Unicode 0x017F) entwickelt?
Die Frage ist wohl falsch gestellt; der folgende Auszug
aus dem Grimmschen Wörterbuch (Band 14, Spalten 1573 ff.)
soll dies verdeutlichen helfen. Das Zeichen, das wie ein
geschwänztes »z« aussieht (möglicherweise Unicode 0x0292)
wird dabei durch das Zeichen »3« wiedergegeben.
| 3) [...] die gemination dieses alten »s«, jetzt im
| auslaute gewöhnlich »sz« geschrieben (vgl. unten 4), ist
| die folge schon im urgermanischen erfolgter assimilation
| aus vorgermanischem »t« und »s« oder »t« und »t«, in
| »kusz«, gen. »kusses«, »rosz«, gen. »rosses«, »küssen«,
| »missen«, »esse«, »gewisz«, gen. »gewisses«, in einer
| kleinen anzahl einheimischer wörter erhalten.
|
| 4) verwirrung ist in das verhältnis des in- und
| auslautenden »s« durch den eingriff eines alten
| hochdeutschen z-lautes gekommen, und zwar jener stufe
| desselben, die im in- und auslaute infolge der zweiten
| lautverschiebung an stelle eines alten einfachen »t«
| entstanden und von einer dem »s« ähnlichen, scharfen
| aussprache war. diesen laut bezeichnete die alte schrift
| schwankend und vielfach ungenau, oft nicht anders als
| die anders ausgesprochene stufe des »z« im anlaute und
| in- und auslautend, wenn sie an stelle eines »tt«
| getreten; oft hob sie ihn von der letzteren stufe des
| »z« wenigstens im in- und auslaute dadurch ab, dasz sie
| diese durch »tz« bezeichnete (»heizen«, »hiez« gegen
| »sitz«, »witze«, »antlutze«); den scharfen s-ähnlichen
| laut strebte man durch verdoppelung des »z« namentlich
| im inlaute nach kurzem vocale anzudeuten (»wa33er«,
| »verme33en«, »wi33en«, »beslo33en«); der heutige in
| fachschriften durchgeführte zeichenunterschied zwischen
| »z« = »tz« und »3« für den s-ähnlichen laut rührt erst
| von J. Grimm her. im ahd. hatte die übersetzung Isidors
| die verschiedene aussprache zu bezeichnen gestrebt,
| indem sie »3« durch »zs« und »zss«, »z« auszer im
| anlaute durch »tz« gab. an diese bezeichnung knüpft das
| 14. jh. wieder an, wenn es die schreibung »sz« für »3«
| aufbringt (als eines »z«, das wie »s« ausgesprochen
| werden soll), eine schreibung, die sich erhalten hat und
| woraus die spätere und heutige ligatur in der sog.
| deutschen schreib- und druckschrift mit dem namen es-zet
| entstanden ist. aber auch diese bezeichnung wurde nicht
| allgemein, da viele handschriften und spätere drucke für
| »sz« ein ungenaues »ss« verwendeten. selbst einfaches
| »s« für jenes »3« kam auf; schon im ahd. in einigen
| beispielen des auslautes, ein beweis, wie frühe die
| anfänge der geschilderten verwirrung zurückgehen; mehr
| im mhd., wo auch der inlaut ergriffen wird. die
| schreibung des einfaches »s« für »3« zeugt für aufhebung
| des unterschiedes in der aussprache beider laute
| wenigstens für das gehör des schreibenden; diese
| aufhebung reicht in verschiedener weise weithin.
| zunächst gibt es im nhd. eine reihe von fällen, wo
| allgemein jenes alte »3« in sanftes »s« übergetreten
| ist: »ameise«, mhd. »amei3e«, »bims-stein«, mhd. »bim3«,
| »binse«, mhd. »bine3«, »emsig«, mhd. »eme3ig«, »em3ig«,
| »erbse«, mhd. »arewei3«, »erewei3«, »feist«, mhd.
| »vei3et«, »vei3t«, »gemse«, ahd. »gami3a«, mhd. »gam3«,
| »kreis«, »kreisen«, mhd. »krei3«, »krei3en«, »krebs«
| mhd. »krebe3«, »krebe3e«, »los« (sors), »losen«, mhd.
| »lô3«, »lô3en«, »mause«, »mausern«, mhd. »mû3en«,
| »verweis«, »verweisen« (tadeln), mhd. »verwî3«,
| »verwî3en«; dazu in allen endungen des nom. acc. sing.
| des adjectivs und des pronomens (»gutes«, »böses«,
| »armes«, »solches«, »welches« u. s. w., mhd. »guote3«,
| »boese3«, »arme3«, »solhe3«, »welche3«), und in den
| einsilbigen pronominal- und adverbialformen »es«, »das«,
| »was«, »aus«, mhd. »e3«, »da3«, »wa3«, »û3«; »bis« und
| das häufig geschriebene »dies« (neben »diesz«) haben
| mhd. »bitz«, »ditz«, aber auch schon »bi3«, »di3« zur
| seite; von dem pronomen »das« unterscheiden wir, zum
| theil schon seit dem 16. jahrh., nur in der schreibung,
| nicht in der aussprache, die conjunction »dasz«, beide
| ahd. mhd. »da3«. schwankende schreibung herrschte bis
| auf die heutige zeit in worten wie »blos« und »blosz«,
| »gries« und »griesz«, älter auch »klos« und »klosz«,
| »maas« und »maasz«, »schoos« und »schoosz«, in denen
| allen »sz« als vertreter des mhd. »3« berechtigt ist.
| abgesehen von diesem übergriffe des »s« in den
| ursprünglichen z-laut sind auch die verhältnisse sonst
| im in- und auslaute verworren. zunächst ist wol, was den
| inlaut betrifft, in der schrift einfaches echtes »s« von
| dem aus »3« entstandenen unterschieden, nicht aber
| überall in der aussprache, und wie Gottsched für das
| erfassen des unterschiedes ausdrücklich ein gutes ohr
| verlangt: »das höret aber ein gutes ohr, wenn rasen und
| spaszen, blasen und straszen, reisen und reiszen, weisen
| und weiszen, losen und stoszen, hosen und groszen,
| gleich hintereinander gesprochen werden.« deutsche
| sprachkunst (1762) 87, so fallen in Süd- und in groszen
| theilen von Mitteldeutschland worte wie »reisen« und
| »reiszen«, »niesen« und »genieszen« der aussprache nach
| thatsächlich ganz zusammen, so dasz gespottet werden
| kann:
|
| wenn jemand schoosze reimt auf rose,
| auf menschen wünschen, und in prose
| und versen schillert, freunde, wiszt,
| dasz seine heimat Schwaben ist.
|
| A. W. Schlegel in Wackernagels leseb.
|
| ein altes echtes doppel-s (vgl. oben 3) kann nicht in
| der aussprache, und auch nicht in der schreibung mehr
| von einem aus »33« entstandenen unterschieden werden, da
| nach einer langen periode des schwankens seit dem 18.
| jahrh. die schreibregel platz gegriffen hat, dasz,
| gleichgiltig welche abstammung das wort habe, im inlaute
| nach kurzem vocale »ss«, nach langem »sz« zu setzen sei:
| demnach fallen die entsprechenden laute in »esse«
| (ustrina) und »er esse« (edat), »masse« (massa) und »dem
| fasse«, »missen« (carere) und »gebissen« (morsus)
| zusammen. für den auslaut hat sich in allen fällen, in
| denen nicht einfaches »s« mit seinem weicheren, hier
| noch meist gehörten laute etymologisch berechtigt (oben
| 3) oder in denen es nicht später eingedrungen ist (vgl.
| vorher), »sz« ergeben, sowol nach kurzem als nach langem
| vocal, nicht nur als vertreter von mhd. »3« (»hasz«,
| »bisz«, »weisz«, »grosz«, »schusz«, »fusz« u. s. w.),
| sondern auch in dem falle, wo echtes doppel-s in den
| auslaut tritt (»kusz«, »rosz«, »misz-«, »gewisz«), da
| »ss« am ende eines wortes nicht beliebt ist und
| einbürgerungsversuche neuerer sprachlehrer keinen erfolg
| gehabt haben. nur die nachsilbe »-nis«, dem mhd.
| »-nusse«, »-nüsse«, »-nisse« entsprechend, hat ihren
| auslaut vereinfacht, soweit nicht auch hier »-nisz«
| geschrieben wird; nach ihrem vorbilde sind heute
| behandelt »kürbis«, mhd. »kürbe3« und »hornis«,
| nebenform zu »hornisse«, mhd. »hornu3«, mit dem plur.
| »kürbisse«, »hornissen«. diese regelung der schreibung,
| die der abstammung keine, aber der aussprache doch meist
| rechnung trägt, hat sich seit dem 18. jahrh. an stelle
| früherer jahrhunderte lang dauernden wilden
| schreibgebrauches ergeben, der im in- und auslaute »s«,
| »ss« und »sz« oft regellos durcheinander warf. als
| nachzügler dieser regellosigkeit hat sich bis ins 18.
| jh. hinein die schreibung »weis« für »weisz« (scio)
| erhalten, während das im 16. und noch im 17. jahrh. viel
| gebrauchte »mus« für »musz« (debeo) früher untergegangen
| ist. eine noch jetzt wuchernde schreibung »deszhalb«,
| »deszwegen«, »indesz«, »weszwegen« statt »deshalb«,
| »deswegen«, »indes«, »weswegen« scheint der letzte rest
| des angeführten schreibgebrauchs zu sein.
|
| 5) schreib- und druckschrift brauchen für »s« zwei
| zeichen, ein langes für an- und inlaut, und ein rundes
| (schlusz-s) für den auslaut eines wortes oder einer
| silbe. die sogenannte lateinische oder rundschrift hat
| indes seit den ersten jahrzehnten dieses jahrhunderts, unter
| dem einflusz der französischen und englischen
| druckereien angefangen, das lange »s« zu gunsten des
| runden zu beseitigen; jetzt ist dieses runde »s« an
| jeglicher stelle des wortes so eingebürgert, dasz
| versuche, das alte verhältnis wieder herzustellen,
| völlig gescheitert sind. auch für den doppellaut und die
| ligatur »sz« (vgl. oben 4) setzt ein weitverbreiteter
| gebrauch in der rundschrift »ss«, wogegen in einer
| minderzahl von schriften »ss« und »sz«, die auflösung
| der ligatur, nach den regeln der heutigen
| rechtschreibung unterschieden angewendet werden.
Noch ein Zitat aus dem Ost-Duden von 1990 (langes
Fraktur-s durch »[« wiedergegeben):
| Die Schreibform, die in der älteren handgeschriebenen
| lateinischen Schrift für »ß« üblich war, stellt eine
| Verbindung des langen [ mit dem Schluß-s der deutschen
| Schrift dar. Das [ ist also kein »h« der deutschen
| Schrift; »ß« ist daher nie als »hs« zu schreiben.
- Wie werden Wörter mit Umlauten sortiert?
DIN 5007 schreibt die Einordnung von Umlauten unter ihren
Umschreibungen mit »e« vor. Das ist - insbesondere wenn
man berücksichtigt, daß die Umlautpunkte trotz ihrer
Herkunft ja nur ein diakritisches Zeichen unter vielen
sind - natürlich wenig sinnvoll, weshalb erwartungsgemäß
auch nur noch die Telekom dieses Verfahren in ihren
Telefonbüchern (und manche Adreßverlage in Adreßbüchern)
mit dem schwachen Argument verteidigt, man könne auf diese
Weise Einträge, über deren Schreibweise man sich nicht im
klaren sei (»Müller« oder »Mueller«?), leichter auffinden.
Wohl wahr, aber nicht sehr konsequent, denn die Namen
Maier, Mair, Majer, Mayer, Mayr, Meier und Meyer sind ja
auch nicht alle an gemeinsamer Stelle aufgeführt. Ein
Tropfen auf den heißen Stein auf Kosten der Konsequenz
also.
Wörterbücher und Lexika sortieren Umlaute - wie vom Duden
empfohlen - als Variation des Grundbuchstabens. Das ist -
gerade wenn neben Umlauten auch Buchstaben mit Akzenten
vorkommen - wesentlich konsistenter und intuitiver.
- Typographie:
In Anlehnung an DIN 5008 empfiehlt der Duden in seinen
»Hinweisen für das Maschinenschreiben«, daß nach
Abkürzungen ein Leerschritt folge. »Dies gilt auch für
mehrere aufeinanderfolgende Wörter, die jeweils mit einem
Punkt abgekürzt sind.« Daher: »z. B.«, »u. a. m.«.
Aus den »Richtlinien für den Schriftsatz« (also beim
Arbeiten mit Proportionalschriften): »Bei mehrgliedrigen
Abkürzungen wird zwischen den einzelnen Gliedern nach dem
Punkt ein kleinerer Zwischenraum gesetzt.«
Manche empfinden jedoch speziell bei Verwendung von
Äquidistantschriften mehrgliedrige Abkürzungen _ohne_
Leerzeichen als leichter lesbar. Geschmackssache ...
(Und da wir schon beim Thema Leerzeichen sind: _Vor_
Satzzeichen - einschließlich Punkt, Komma, Semikolon,
Doppelpunkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen - steht
_kein_ Leerzeichen.)
- Bindestriche:
Auch wenn es »Albert Einstein« (ohne Bindestrich) heißt,
so muß es doch »Albert-Einstein-Gymnasium« heißen (siehe
Duden, Band 1, R 41). (»Von-Neumann-Rechner« schreibt sich
übrigens mit großem »V«; siehe Duden, Band 1, R 69.)
(Nein, Thomas; ein Bindestrich wird nicht beidseitig mit
Leerzeichen abgesetzt; das wäre ein Gedankenstrich.)
- Fugenzeichen:
Nein, es existiert kein universell gültiges System. Nein,
es besteht auch nicht notwendigerweise ein Zusammenhang
mit dem Genitiv. Weitere Informationen hierzu finden sich
beispielsweise im Grammatik-Duden (Band 4) oder in Band 9
der Duden-Reihe unter »Fugenzeichen«.
- Stilfiguren:
- Hendiadyoin (grch. »eins durch zwei«): Bezeichnung eines
Begriffs durch zwei nebengeordnete Substantive (»Hab und
Gut« für »Besitz«).
- Oxymoron: Verbindung zweier sich widersprechender
Begriffe: »weißer Rappe«, »alter Junge«, »nützlicher
CrossPoint-Footer«, »einsichtiger d.a.n.a-Moderator«.
- Pleonasmus: Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für
es charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur
Tautologie unterschiedlicher Wortart): »weißer
Schimmel«, »runder Kreis«, »neu renovieren«,
»zusammenaddieren«.
- Tautologie: In der Logik: wenn etwas aus sich selbst
erklärt wird (Zirkelschluß, »eine Tautologie ist eine
Sache, die tautologisch ist«); in der Stilistik: die
Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter
Wörter der gleichen Wortart (»immer und ewig«, »einzig
und allein«, »bereits schon«).
- Welche Wörter enden auf »nf«?
fünf, Genf, Hanf, Senf, Sernf.
(Atlas benutzen!)
- Welche Verben können mit einem doppelten Akkusativ stehen?
- abfragen/abhören (»Der Lehrer fragt/hört die Schüler die
Vokabeln ab.«)
- kosten (»Das kostet mich nur ein müdes Lächeln.«)
- lehren (»Dich will ich Mores lehren!«)
- Wie heißen die Steigerungsformen des Adjektivs?
Positiv, Komparativ, Superlativ, Hyperlativ.
- »Hyperlativ«? Was soll denn _das_ sein?
»einzigste«, »optimalste«, »meistverkaufteste« ... sehr
populär in der Werbebranche. Dem Vernehmen nach ist eine
Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch in Arbeit.
- Wenn »satt« der Gegensatz zu »hungrig« ist, wie lautet
dann der Gegensatz von »durstig«?
undurstig.
- Das klingt aber sehr schwach. Es soll doch Sprachen geben,
in denen ein solches Wort existiert, oder?
Es existiert im Englischen das etwas formelle Wort
»sated«, das auf Hunger und Durst angewandt werden kann.
Ein ähnlicher Standpunkt wird übrigens auch bezüglich des
deutschen Worts »satt« vertreten.
Zuverlässig erscheinenden Aussagen von
de.etc.sprache.deutsch-Teilnehmern zufolge wird der
Gegensatz zu »durstig« im Esperanto und im Griechischen
auch nur durch eine Vorsilbe entsprechend dem deutschen
»un-« gebildet - wenngleich diese Formen möglicherweise
gebräuchlicher sind als das deutsche »undurstig«.
Kommentar von Stephan Grossien <HOO...@cli.shnet.org>:
| Tiere /saufen/ und sind dann /getränkt/ .
|
| Menschen /trinken/ und sind dann ... /besoffen/ .
|
| Da soll noch einer klarkommen! ;-)
- Genus: Heißt es ...
- ... »der« oder »das Modem«?
Nach der Herkunft »modulator/demodulator« eigentlich
»der Modem«, wenngleich die Mehrheit »das Modem« (mit
Betonung auf der ersten Silbe, entsprechend »Tandem«) zu
bevorzugen scheint, so auch der »Wahrig«, der die
Betonung aber auf die letzte Silbe legt; entsprechend
lautet dort der Plural »Modeme«; »Modems« ist aber wohl
gebräuchlicher.
- ... »der« oder »das Modul«?
Im Sinne von »Komponente eines Gesamtsystems« heißt es
»das Modul« (Plural: die Module). »Der Modul« (Plural:
die Moduln) wird in Mathematik und Physik verwendet und
hat eine gänzlich andere Bedeutung.
- ... »der« oder »das ROM«?
»der ROM« - möglicherweise ohnehin nur auf ein
implizites »-Baustein« oder »-Chip« bezogen - scheint im
Aussterben begriffen; der Duden verzeichnet nur »das«.
Da das Genus eines zusammengesetzten Substantivs durch
den letzten Bestandteil bestimmt wird (Ortsnamen bilden
hier eine Ausnahme), muß es entsprechend »das CD-ROM«
heißen, selbst wenn es »die CD« ist. Dies scheint der
Aufmerksamkeit der Duden-Redaktion entgangen zu sein.
»die ROM-CD« wäre zwar ungewöhnlich, aber akzeptabel.
- ... »der« oder »die Task«?
Laut Fremdwörterduden »der Task«. (Ja, IBMs Regelung ist
mir bekannt.)
- ... »der« oder »das Virus«?
»das Virus«, ganz gleich, ob in der Biologie oder in der
Informatik. (Ja, ich weiß, was im Duden steht.)
- ... »der«, »die« oder »das File« (»Directory«)?
Es heißt »die Datei« (»das Verzeichnis«).
- Plural: Wie lautet der Plural von ...
- ... »Datenwort« oder »Langwort«?
»Datenwörter«, »Langwörter«.
Zu den unterschiedlichen Pluralformen von »Wort« eine
gemäßigtere Darstellung:
| von einer theoretischen begriffsscheidung der beiden
| pluralbildungen »worte« und »wörter«, wie sie in
| jüngerer sprache aufgestellt wird, kann vor der
| zweiten hälfte des 17. jh. nicht gesprochen werden,
| doch drängt die lebendige sprachpraxis früh, das 16.
| jh. verstärkt in diese richtung. schon die mhd.
| bezeugung scheint dahin zu deuten, während das 15. jh.
| diese entwicklung nicht weiter zu fördern scheint. im
| 16. und frühen 17. jh. tritt die tendenz zu
| inhaltlicher unterscheidung so deutlich hervor, dasz
| sie den sprachtheoretikern seit Schottel anlasz bot,
| sie als ein postulat aufzustellen, das sich bei den
| lexikographen bereits vielfach verwirklicht fand.
| neben häufige verwendung des plur. »wörter« im sinne
| der vereinzelung tritt freilich oft noch ein
| promiscue-gebrauch ohne inhaltliche differenzierung,
| auch in engster textlicher nachbarschaft.
|
| bis zur vollen konsequenz strenger unterscheidung
| gelangte die sprache nur insoweit, als der plur.
| »wörter« nicht auf das ganze einer zusammenhängenden
| aussage oder rede angewandt werden darf, was seit der
| wende vom 18. zum 19. jh. unbedingt gilt, im 17. und
| 18. jh. aber noch oft vernachlässigt wird.
|
| in der ausschlieszung der pluralform »worte« für
| einzelwörter ist die sprache bis heute nicht zu voller
| konsequenz gelangt. indessen begegnet der plural
| »worte« an stelle von regelgetreuem »wörter« auch in
| jüngerer sprache und bis in den modernsten gebrauch
| hinein noch so häufig, gerade auch bei schriftstellern
| ersten ranges wie Klopstock, Herder, Lessing, Wieland,
| Göthe u. a., dasz von da aus der rang des plurals
| »wörter« als einer unbedingt verbindlichen regel immer
| wieder in frage gestellt wird.
(Auszüge aus dem Grimmschen Wörterbuch)
- ... »Monitor«?
Der Plural hängt von der Betonung im Singular ab:
Betonung auf erster Silbe => Monitoren
Betonung auf letzter Silbe => Monitore
(äquivalent zu »Motor«).
- ... »Hobby«, »Kasus«, »Oxymoron«, »Status«, »Zirkus«?
Hobbys, Kasus, Oxymora, Status, Zirkusse. Wie wäre es
mit einem Blick in ein gutes Wörterbuch?
de.etc.sprache.deutsch kann und soll kein Duden-Ersatz
sein.
- Woher kommt ...
- ... der Ausdruck »08/15«?
| nullachtfünfzehn <indekl. Adj.> [aus der Soldatenspr.;
| übertr. von dem im Jahr 1908 im dt. Heer eingeführten
| u. 1915 veränderten Maschinengewehr auf das Einerlei
| des sich ständig wiederholenden Unterrichts an dieser
| Waffe]
(Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache)
Hans-Hellmut Kirsts gleichnamige Romantrilogie und deren
Verfilmung haben sicherlich zur Popularisierung des
Begriffs beigetragen.
- ... das Wort »Broiler«?
| Broiler, der; -s, - [engl. broiler, zu: to broil =
| braten, grillen]
(Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache)
»to broil« wiederum kommt vom mittelfranzösischen
»bruillir« (brûler).
- ... der Abschiedsgruß »tschüs«?
Von lateinisch »ad deum« über spanisch »adiós« zu
niederdeutsch »adjüs«. Der Ost-Duden ließ auch die
Schreibweise »tschüß« zu; mit der Rechtschreibreform
wird »tschüss« (kurzes »ü«) als Nebenform zu »tschüs«
(langes »ü«) offiziell.
- Lokalkolorit:
Eine todsichere Methode, sich in diesem Forum lächerlich
zu machen, besteht darin, daß man seinen Idiolekt als
verbindlich für den gesamten deutschen Sprachraum erklärt,
etwa indem man als Berliner behauptet, daß Pfannkuchen und
Krapfen dasselbe seien.
- Samstag oder Sonnabend?
Beides ist korrekt. (Südwesten, Nordosten)
- Sein oder Nichtse^H^H^H^H^H^H^Hhaben?
Nördlich des Mains: »habe gelegen/gestanden«.
Südlich des Mains: »bin gelegen/gestanden«.
- Uhrzeiten:
03.00: drei Uhr
03.15: viertel vier = viertel nach drei
03.30: halb vier
03.45: dreiviertel vier = viertel vor vier
04.00: vier Uhr
- Wie sagt man in Österreich?
ISBN 3-411-01794-5.
- Wie sagt man in der Schweiz?
ISBN 3-411-04131-5.
- Verunglückte Übersetzungen und Eindeutschungen:
- »Aktivitäten«?
Aktivität ist bereits die Summe der Tätigkeiten. Oft ist
auch einfach nur »Veranstaltungen« gemeint.
- »allokieren«, »relokieren«?
Na sicherlich, und ebenso multiplikieren, modifikieren,
verifikieren, identifikieren, kommunikieren,
spezifikieren ...
- »Computernetzwerk«?
Aber nur, wenn man auch vom »Telefonnetzwerk«,
»Leitungsnetzwerk«, »Straßennetzwerk«, »Stromnetzwerk«
und »Schienennetzwerk« spricht.
(Für die Begriffsstutzigen: Die deutsche Übersetzung von
»network« lautet »Netz«.)
- »gecrashed«?
gecrasht (besser: abgestürzt).
- »hexadezimal«?
sedezimal. (Ja, an »Automobil« stört sich auch keiner.)
- »kontrollieren«, »Konzept«, »Sensation«?
Wie wär's - je nach Kontext - mit »steuern«,
»Vorstellung«, »Gefühl«?
- »Sinn machen«?
Sinn haben/ergeben.
- Was ist an dem Ausdruck »virtuelle Speicherverwaltung«
falsch?
Nicht die Verwaltung, sondern der Speicher ist virtuell.
- Lautet die deutsche Übersetzung von »to edit« (_nicht_
im Sinne von »herausgeben«) »edieren« oder »editieren«?
Weder noch; es heißt »aufbereiten«, »bearbeiten« oder
»redigieren«. »edieren« heißt »herausgeben« (was kein
Bearbeiten eines Textes impliziert; siehe auch die
jeweiligen Aufgabengebiete von Editor, Korrektor, Lektor
und Redakteur), und »editieren« wird von manchem als
»Fehlbildung« abgelehnt, obwohl hier - ähnlich den
Verben »agieren« und »agitieren« - eine Ableitung von
»editare« denkbar wäre. Diese »intensivierte« Form von
»edere« ist im Lateinischen jedoch nicht belegt, und
eine daher stammende englische Form müßte »editate«
lauten.
Der Hauptdenkfehler bei der Übersetzung von »to edit«
besteht darin, mit Gewalt für alle unterschiedlichen
Bedeutungen eines englischen Worts jeweils dasselbe
deutsche Wort einsetzen zu wollen - und das, obwohl
Übersetzungen bekanntlich keine bijektiven Abbildungen
sind. Wer käme schließlich auf die absurde Idee, auf die
Unterscheidung zwischen »Wörter« und »Worte« zu
verzichten, nur weil es im Englischen nur »words« gibt?
Erst in jüngster Computerzeit - womöglich als bewußte
Gegenbewegung zu »editieren« - kam man auf die etwas
abwegige Idee, das _Bearbeiten_ eines Textes etc. mit
der Bezeichnung für das _Herausgeben_ desselben zu
belegen. Eine zeitlich frühere Verwendung von »edieren«
in dieser Bedeutung ist jedenfalls bisher - etwa anhand
von (Synonym-)Wörterbüchern aus der Zeit, bevor
»editieren« aufkam - nicht bekanntgeworden.
- Die älteste bisher bekannte Fundstelle für »editieren«:
Hobbycomputer (Sonderheft der ELO, Funkschau,
Elektronik), Oktober 1978, Franzis-Verlag GmbH; Peter
Schaltegger: TRS-80 - ein professioneller Hobbycomputer;
Seite 47, rechte Spalte, Tabelle unten:
»Editier-Befehle«.
- Und welchen Gebrauch verzeichnet die Duden-Redaktion?
| edieren <sw. V.; hat> [lat. edere (2. Part.: editum) =
| herausgeben]: 1. [wissenschaftlich] herausgeben:
| Schillers Werke e.; Als 23. Titel ... ediert der
| Verlag der Nation in diesem Jahr die
| Lebenserinnerungen von Hans Pischner (NNN 12. 2. 86,
| 1); sorgfältig edierte Bände. 2. (Datenverarb.)
| editieren.
|
| editieren <sw. V.; hat> [vgl. gleichbed. engl. to
| edit, eigtl. = edieren < frz. éditer, zu: édition <
| lat. editio, -> Edition] (Datenverarb.): (von Daten)
| in ein Terminal (2) eingeben, löschen, ändern, o. ä.
- »Tschechei« oder »Tschechien«?
Es ist zwar nicht »politically correct«, aber die
Übersetzung von »Cechy« (mit Häkchen über dem ersten
Buchstaben - Unicode 0x010C) lautet »Böhmen«. (Oder sagt
hier jemand »Praha« anstelle von »Prag«?) Weitere
Stichworte: Synekdoche vom Engeren; pars pro toto.
- »Aber die Tschechier wollen nicht, daß wir ihr Land
`Tschechei' nennen.«
»Welch ein Argument! Wir heißen `Deutsche' - was schert
das die Engländer, die uns `Germanen', die Franzosen,
die uns `Alemannen', die Italiener, die uns `tedeschi'
nennen?« (Wolf Schneider, Deutsch für Profis)
»Bei den Finnen heißen wir `Sachsen'. Daß die meisten
Deutschen weder Sachsen noch Alemannen sind und viele
dies auch durchaus nicht sein wollen, hat einen
Franzosen oder einen Finnen noch nie irritiert. Bei uns
aber verbieten es sich die meisten Zeitungen und in
ihrem Schlepptau immer mehr Bürger, statt der amtlichen
`Niederlande' das populäre `Holland' oder statt
`Großbritannien' `England' zu verwenden - die Schotten,
die Waliser könnten ja beleidigt sein! Dabei hat sich
keiner von diesen je beschwert, und täten sie es, wären
sie immer noch für die deutsche Sprache gänzlich
unzuständig. Wie meldete sich von 1940 bis 1945 der
deutschsprachige Dienst der BBC? `Hier ist England!' Die
konnten noch Deutsch.« (ebenfalls Wolf Schneider,
Deutsch für Kenner)
(Die Verbindung von Wolf Schneiders Aussagen mit dem
Thema »Tschechien« ist alleine mir anzulasten.)
- Bescheuerte Situation. Wie vermeide ich das Problem?
Durch »Tschechische Republik«.
- Wie schreibt man »E-Mail«?
Genau so.
- Steht das denn im Duden oder im Wahrig?
Bis zum Duden-Nachtrag von 1995 noch nicht, wohl aber ...
A-Bombe Atombombe
D-Zug Durchgangszug
E-Musik ernste Musik
E-Werk Elektrizitätswerk
H-Bombe Wasserstoffbombe
H-Milch haltbare Milch
O-Ton Originalton
R-Gespräch Rückfragegespräch
S-Bahn Schnell- oder Stadtbahn
U-Bahn Untergrundbahn
U-Boot Unterseeboot
U-Haft Untersuchungshaft
U-Musik Unterhaltungsmusik
Ü-Wagen Übertragungswagen
V-Mann Verbindungs- oder Vertrauensmann
- Sonstige »pet peeves«:
- »derselbe« oder »der gleiche«?
| Im allgemeinen ergibt sich aus dem Zusammenhang,
| welche Identität gemeint ist, so daß eine strenge
| Unterscheidung zwischen »derselbe« und »der gleiche«
| unnötig ist. Sobald aber Mißverständnisse möglich
| sind, ist es besser, für die Identität der Gattung
| »der gleiche«, für die Identität der Einzelperson und
| des Einzelgegenstands »derselbe« zu sagen: »Unsere
| beiden Monteure fahren denselben Wagen (= den einen
| Firmenwagen).« Aber: »Unsere beiden Monteure fahren
| den gleichen Wagen (= Wagen desselben Fabrikats).«
(Duden, Band 9)
- »die ganzen Leute«.
Ach, nicht die halben? (Es heißt »all die Leute«.)
- »Glühbirne« oder »Glühlampe«?
»In der Gemeinsprache wird weitgehend Glühbirne gesagt.
In der Fachsprache gilt nur Glühlampe.« (Duden, Band 9).
Auch »Leuchtmittel« ist gebräuchlich. Das Gerät, in das
die Lampe hineingeschraubt wird, nennt man übrigens
»Leuchte«
- »grammatisch« oder »grammatikalisch«?
Ein Ausdruck (ein Satz, eine Wendung) ist grammatisch (=
der Sprachlehre gemäß), wenn er der Grammatik
entspricht, er also keinen grammatikalischen (= die
Sprachlehre betreffenden) Fehler enthält. Entsprechend
ist ein ungrammatischer Satz grammatikalisch falsch. Ein
»grammatischer Fehler« wäre also ein entsprechend der
Grammatik geformter Fehler, was immer das sein mag.
Diese beiden Begriffe zu unterscheiden ist mittlerweile
offensichtlich aufgegeben worden, wohl auch wegen der
fehlenden Unterscheidung im Englischen (vergleiche auch
»physical«, »physisch«, »physikalisch«).
- Was stimmt an »der Standart« nicht?
Es heißt »die Standarte«.
| Dennoch, im Großen und Ganzen ist sie schon ein
| Schritt in die richtige Richtung, wenn auch die
| letzten Quäntchen noch fehlen, damit die Reform auch
| wirklich zum allgemein anerkannten Standart
| (Trefferquote in www/Altavista: 3831) wird.
(Andreas Stiller, c't, August 1996)
- Wann waren die »zwanziger Jahre«?
Die 20er Jahre dieses Jahrhunderts erstrecken sich von
1920-01-01 bis 1929-12-31, das dritte Jahrzehnt von
1921-01-01 bis 1930-12-31.
Das soll niemanden davon abhalten, sich am 1. Januar
2000 - also noch vor dem Anbruch des dritten
Jahrtausends - besinnungslos zu saufen.
- Doppelt genäht hält besser?
- ABM-Maßnahme
- ASCII-Kode
- DMA-Zugriff
- GIF-Format
- ISBN-Nummer
- RAM-Speicher
- SIMM-Modul
- HIV-Virus
- Woher bekomme ich Informationen zur Rechtschreibreform?
- http://www.ids-mannheim.de/pub/rechtschreibung.html
- http://www.duden.bifab.de/duden/b_titel.htm
... sowie in jeder Buchhandlung.
(Ja, Jörg; es ist bekannt, daß Du lieber die Netzgemeinde
belästigst und Unbeteiligten Geldmacherei vorwirfst, als
Dich über Bücher zu informieren.)
- »Ist `Studenten' sexistisch?« (»Das Binnen-I«)
Die meist vehement vertretenen Standpunkte lassen sich in
folgender Kurzform darstellen:
Standpunkt A Standpunkt B
Mensch Student »StudentIn«
/\ /\ /\
/ \ / \ / \
Frau Mann Studentin ?? Studentin Student
(Das gleiche gilt für Pluralformen.)
Standpunkt A läßt sich wohl als die klassische
(»männlich-chauvinistische«) Interpretation bezeichnen.
Hier gibt es - zumindest ohne weitere Zusätze - keine
Form, die eindeutig auf eine Person männlichen Geschlechts
schließen läßt - eine klare Benachteiligung desselben im
Deutschen. (»Die erfolgreichste Autorin« bezieht sich
eindeutig auf eine Frau; »der erfolgreichste Autor« kann -
ohne weitergehende Informationen - sowohl Mann als auch
Frau bezeichnen.)
»Die Münchner Feministin Hannelore Mabry legte 1987 im
`Spiegel' Wert auf die Feststellung, sie habe eine Gruppe
nichtfeministischer Frauen nicht als Arschlöcher, sondern
als `Arschlöcherinnen' bezeichnet.« (Wolf Schneider,
Deutsch für Kenner)
Auf Standpunkt B stehen in erster Linie Personen, die
nicht begriffen haben, daß Genus und Sexus im Deutschen
recht wenig miteinander zu tun haben (»Aushilfskraft«,
»Drohne«, »Elter«, »Geisel«, »Geschwister«, »Koryphäe«,
»Mädchen«, »Mündel«, »Person«, »Waise«, »Weib«). Die
VertreterInnen dieser Meinung müssen sich natürlich fragen
lassen, warum man/frau/mensch bei der (Berufs-)Bezeichnung
einer Person - insbesondere wenn das Geschlecht _keinen_
Einfluß auf die ausgeübte Tätigkeit hat - überhaupt einen
Unterschied machen muß.
»Eine Parallelität von Genus und Sexus (von grammatischem
und natürlichem Geschlecht) besteht nicht, was sich
bereits an dem Vorhandensein einer dritten Gruppe mit
Neutra ablesen läßt. Beispielen wie »der Mann«, »die Frau«
steht eine Fülle von Substantiven ohne Übereinstimmung von
Genus und Sexus gegenüber. Und auch sonst gibt es kein
System von Regeln, nach dem man das Genus der Substantive
bestimmen kann.« (Duden, Band 4)
Empfohlener Lesestoff hierzu: Douglas R. Hofstadter:
Metamagicum (Seiten 145 bis 167).
- Wenn ein Guthaben von 16000 Mark nach drei Monaten 200
Mark Zinsen abwirft, wie groß ist dann der effektive
Jahreszins?
(16200/16000)^4 - 1 ~= 5,1 Prozent.
- Was hat das mit der deutschen Sprache zu tun?
Nichts, Wolfgang.
Euch paßt diese FAQL nicht? Tendenziös? Selbstverständlich.
Schickt mir Eure Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen
(per _Mail_!), oder schreibt eine eigene, die Euch besser
gefällt. This is the net, you know.
Außer für Zitate: Copyright © 1996 Ralph Babel. All rights
reserved - alle Rechte vorbehalten. Jegliche Verbreitung
durch andere Personen als den Urheber und außerhalb der
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Speicherung in öffentlich zugänglichen Archiven (etwa
FTP-Servern und WWW-Seiten) und jegliche Form der
Bearbeitung mit ein.
Einsame Spitzenklasse, dieses FAQ. Durchweg akzeptabel und brillant. Le-
diglich einige kleine Anmerkungen:
> - Oxymoron: Verbindung zweier sich widersprechender
> Begriffe: »weißer Rappe«, »alter Junge«, »nützlicher
> Crosspoint-Footer«, »einsichtiger d.a.n.a-Moderator«.
Das konntest Du Dir wohl nicht verkneifen? :-)
> Dem Vernehmen nach ist eine
> Dummdeutsch-FAQL für de.etc.sprache.deutsch in Arbeit.
Was ist "eine FAQL"? Ich kenne nur "das FAQ".
> - ... »der« oder »die Task«?
>
> Laut Fremdwörterduden »der Task«. (Ja, IBMs Regelung ist
> mir bekannt.)
Dennoch: Das (!) Task.
> - ... »der«, »die« oder »das File« (»Directory«)?
>
> Es heißt »die Datei« (»das Verzeichnis«).
Das File; das Directory.
>- Plural: Wie lautet der Plural von ...
> - ... »Hobby«, »Kasus«, »Oxymoron«, »Status«, »Zirkus«?
>
> Hobbys, Kasus, Oxymora, Status, Zirkusse.
Ich bleibe dabei: Hobbies.
>Euch paßt diese FAQL nicht? Tendenziös? Selbstverständlich.
Finde ich gar nicht. Ich bin mehr als einverstanden. Weiter so.
>Schickt mir Eure Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen
>(per _Mail_!)
OK: CC dieses Artikels aus DESD.
Herzlichst, Hans.
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