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Woher kommt "Gruess Gott" ?

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Lutz Vogt

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
Redewendung ?


Tassilo Halbritter

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

In article <6kg843$n5o$1...@news00.btx.dtag.de>, Lutz Vogt
Ich bin mir ziemlich sicher: von der katholischen Kirche ....
--
_____ _ _
|__ __|| | | | Tassilo Halbritter http://members.aon.at/artos
| | | |_| | Vienna/AUSTRIA mailto:tassilo.halbritter_at_aon.at
| | | _ | Antispam: Ersetze das _at_ in meiner Adresse durch @
|_|a |_| |_|a -----------------------------------------------------

Wolfram Meyer von Gagern

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

Tassilo Halbritter schrieb in Nachricht ...


>In article <6kg843$n5o$1...@news00.btx.dtag.de>, Lutz Vogt
><URL:mailto:Lu...@t-online.de> wrote:
>> Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da
aber
>> genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
>> Redewendung ?
>>
>>
>Ich bin mir ziemlich sicher: von der katholischen Kirche ....


Ich schätze, das hat als erstes Josef der Maria gesagt, als sie ihm
erzählte, sie bekommen von Gott ein Kind.

Wolli
--
-------------------------------------
Datis nepis potus Colonia
-------------------------------------


Dirk Bindmann

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

Lutz Vogt <Lu...@t-online.de> schrieb:

> Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
> genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott".

Grüßt man in Österreich nicht viel häufiger mit "Servus"?

Herzliche Grüße
Dirk

Peter Ringeisen

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

On Wed, 27 May 1998 16:46:22 +0200, "Wolfram Meyer von Gagern"
<gag...@gmx.de> wrote:
>Tassilo Halbritter schrieb in Nachricht ...
>>In article <6kg843$n5o$1...@news00.btx.dtag.de>, Lutz Vogt
>><URL:mailto:Lu...@t-online.de> wrote:
>>> Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da
>>> aber genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
>>> Redewendung ?

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ich hierzu in die Tasten
greifen müsste, aber da bisher nur Nonsense-Antworten kamen:

Meine selbstgebastelte Herleitung:

"Gott zum Gruß!" (als Ausdruck einer frommen Grundhaltung, die die
Begegnung prägen soll; Ursprung im Mittelalter?)
-> "Gott grüße dich"
-> "Grüß(e) dich Gott"
-> "Grüß Gott"

Dieser Gruß ist im Süddeutschen heutzutage freilich nicht mehr ein
Ausdruck besonderer Frömmigkeit; die meisten Leute verbinden damit
ebensoviel Religiosität wie andernorts Leute, die "Moinmoin" sagen.

Daher auch die oft, vor allem bei der Begrüßung vertrauter Leute, die
man ohnehin oft trifft, sehr abgeschliffene lautliche Form des Grußes.
Ein englischer Gast war vor einiger Zeit tagelang der Meinung, die
Einheimischen begrüßten ihn als Schotten ("Scot").

In diesem Sinne: d' Ehre!

Peter.


Peter Ringeisen----------------------------+
| 92224 Amberg/Oberpfalz (Germany) |
| e-mail: p...@gmx.de |
| Schul-Homepage: www.schulweb.de/9222400 |
+------------------------------------------+

Peter Ringeisen

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to

On 27 May 1998 16:47:27 +0200, na...@mips.rhein-neckar.de (Christian
Weisgerber) wrote:

>In article <6kg843$n5o$1...@news00.btx.dtag.de>, Lutz Vogt

><lu...@t-online.de> wrote:
>> Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
>> genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott".

Jetzt muss ich aber diesen Satz auch noch mal kommentieren. Das ist ja
so, als wenn ich schriebe: Ich war mal wieder an der Nordsee. Und, man
glaubt es kaum, die ssssprechen wirklich sou wie Haaidi Kaaabel im
Ooohnsoach TheOte.
SCNR

>Folgefrage: Im Film "Bandits" verabschiedet sich der Polizist von einem
>(für ihn) unverständliches Bayrisch sprechenden Bauer/Förster mit "Gott
>zum Gruße", was vom Kinopublikum regelmäßig mit großer Heiterkeit
>aufgenommen wurde, auch in München. Wird "Gott zum Gruße" irgendwo
>tatsächlich verwendet?

Ja. Aber nur humoristisch. Etwa so, wie wenn jemand zum Beginn des
gemeinsamen Familienmittagsmahls sagt: "Und nun: einen gesegneten
Appetit allerseits" - gedanklich auf Loriot-Sketche anspielend.
Es ist eben der Gebrauch einer veralteten Wendung als Zitat; gibt's
wohl öfter (s. a. Literarisches: "Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt.")

Nein, ich schreibe nicht "Grüß Gott" zum Abschied (obwohl das manche
Leute jenseits der 70 sagen).

Servus

Lothar Meyer-Mertel

unread,
May 27, 1998, 3:00:00 AM5/27/98
to


Lutz Vogt schrieb:

> Woher kommt diese Redewendung ?

Mein geliebter Grimm (9, 1013) weiß eine lateinische Parallele mit "dominus
tecum" und nimmt Herkunft von "Gott grüße dich" an (also sozusagen eine
Bedeutungsumkehrung zu "Grüß Gott!", was ja anders als die Grundform und
wenigstens theoretisch eine Aufforderung an den Begrüßten enthält); dabei
spielt allerdings die reichlich komplizierte Etymologie von "grüßen" eine
erhebliche Rolle, Grimm entscheidet sich in diesem Fall für eine bei Luther
wiederzufindende Konnotation von "freundlich, teilnehmend entgegenkommen";
dann würde das also heißen: "Gott sei Dir freundlich".

Ich lese da noch, daß früher "im Hauptgebiet" (also wohl Süddeutschland)
eine Entgegnungsformel üblich war, nämlich "Gott dank!"; kann man also
Grüß-Gott-Sager wohl erheblich mit irritieren.... ;-))

Grüß Gott!
Lothar


Roland Weisz

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Dirk Bindmann schrieb in Nachricht <6ki1dk$9f$4...@news01.btx.dtag.de>...


>Grüßt man in Österreich nicht viel häufiger mit "Servus"?
>
>Herzliche Grüße
>Dirk

Mit "Servus" begrüßt man in Österreich üblicherweise nur Menschen, mit denen
man per du ist.
Für Menschen, mit denen man per Sie ist, wird häufig "Grüß Gott" verwendet.

Weitere österreichische Grußformeln:
(Habe) d'Ehre = Habe die Ehre (ausgesprochen wie "däre")
gschamster Diener --> veraltet, wird normalerweise nicht mehr verwendet
Weiß vielleicht jemand, woher diese Grußformel kommt bzw. was sie eigentlich
bedeuten soll? Ist mir nämlich selbst als geborener Österreicher und
gelernter Wiener nicht bekannt.

Roland

Bobby Day

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to


Ohne das Thema zu untersuchen, wuerde ich vermutten dass "Gruess Gott"
analog ist zu:

Adieu, Ade, Adios, Tchuss, Goodby (God by you), wird aber bei begruessen
anstatt beim Abschied benutzt.

Bitte um Verzeihung wegen die Rechtschriebung/Grammatik. Man hat mir mal
gesagt "Mein Deutsch sei eben so fliessend wie fehlerhaft.


schl...@ntb.ch

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

In article <356c9...@news.telekabel.at>,
"Roland Weisz" <roland...@telekabel.at> wrote:
>

> Mit "Servus" begrüßt man in Österreich üblicherweise nur Menschen, mit denen
> man per du ist.
> Für Menschen, mit denen man per Sie ist, wird häufig "Grüß Gott" verwendet.
>
> Weitere österreichische Grußformeln:
> (Habe) d'Ehre = Habe die Ehre (ausgesprochen wie "däre")
> gschamster Diener --> veraltet, wird normalerweise nicht mehr verwendet
> Weiß vielleicht jemand, woher diese Grußformel kommt bzw. was sie eigentlich
> bedeuten soll? Ist mir nämlich selbst als geborener Österreicher und
> gelernter Wiener nicht bekannt.
>

Ich zitiere aus "Wie sagt man in Österreich?" (Duden Taschenbuch 8):

Gehorsamster Diener, ghorsamster Diener, korschamster Diener, schamster
Diener: Grußformel, besonders als Abschiedsgruß; in Wien heute bei Kellnern
noch üblich.

Gruss
Hans Schlegel


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Gerald Fix

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

On Thu, 28 May 1998 01:00:55 +0200, "Roland Weisz"
<roland...@telekabel.at> wrote:

>gschamster Diener --> veraltet, wird normalerweise nicht mehr verwendet
>Weiß vielleicht jemand, woher diese Grußformel kommt bzw. was sie eigentlich
>bedeuten soll? Ist mir nämlich selbst als geborener Österreicher und
>gelernter Wiener nicht bekannt.

Klingt nach "gehorsamst".

G.

Tassilo Halbritter

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

In article <356c5c6f...@news.asam.baynet.de>, Peter Ringeisen

<URL:mailto:peter.r...@asam.baynet.de> wrote:
>
> Meine selbstgebastelte Herleitung:
>
> "Gott zum Gruß!" (als Ausdruck einer frommen Grundhaltung, die die
> Begegnung prägen soll; Ursprung im Mittelalter?)
> -> "Gott grüße dich"
> -> "Grüß(e) dich Gott"
> -> "Grüß Gott"

Das von der Kirche geförderte (vielleicht auch ohne Punkte am o?) "Grüß Gott"
verdrängte erst im 19.Jhdt. im Süddt. das "Guten Tag". Grüß Gott, Hochwürden
u.ä. Formeln (Gelobt sei Jesus Christus) wurden anfangs nur gegenüber
kirchlichen oder der Kirche nahestehenden Amtspersonen (Lehrer!) gebraucht.

Tassilo Halbritter

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

In article <6ki1dk$9f$4...@news01.btx.dtag.de>, Dirk Bindmann
<URL:mailto:wal...@t-online.de> wrote:
> Lutz Vogt <Lu...@t-online.de> schrieb:

>
> > Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
> > genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott".
>
> Grüßt man in Österreich nicht viel häufiger mit "Servus"?
>
Ja, mag schon sein ...
Aber: Servus ist hier ein sehr intimer Gruß, der eigentlich nur unter Personen
üblich ist, die einander Du sagen. Es fällt immer wieder unangenehm auf, wenn
Geschäftsbesucher aus dem Norden meinen, besonders Wienerisch sprechen
zu müssen und einen Eingeborenen mit "Servus" begrüßen oder verabschieden.
Meine Empfindung dazu ist: Aha, sind wir jetzt per DU?

Tassilo Halbritter

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

In article <356c9...@news.telekabel.at>, Roland Weisz
<URL:mailto:roland...@telekabel.at> wrote:
>
>
>
> Mit "Servus" begrüßt man in Österreich üblicherweise nur Menschen, mit denen
> man per du ist.
> Für Menschen, mit denen man per Sie ist, wird häufig "Grüß Gott" verwendet.
>
> Weitere österreichische Grußformeln:
> (Habe) d'Ehre = Habe die Ehre (ausgesprochen wie "däre")
> gschamster Diener --> veraltet, wird normalerweise nicht mehr verwendet
> Weiß vielleicht jemand, woher diese Grußformel kommt bzw. was sie eigentlich
> bedeuten soll? Ist mir nämlich selbst als geborener Österreicher und
> gelernter Wiener nicht bekannt.
>
>

Kommt von "Ich bin Ihr gehorsamster Diener" ....

U. Faigle

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Peter Ringeisen (peter.r...@asam.baynet.de) wrote:
:
: Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ich hierzu in die Tasten

: greifen müsste, aber da bisher nur Nonsense-Antworten kamen:

: Meine selbstgebastelte Herleitung:

: "Gott zum Gruß!" (als Ausdruck einer frommen Grundhaltung, die die
: Begegnung prägen soll; Ursprung im Mittelalter?)
: -> "Gott grüße dich"
: -> "Grüß(e) dich Gott"
: -> "Grüß Gott"

: Dieser Gruß ist im Süddeutschen heutzutage freilich nicht mehr ein


: Ausdruck besonderer Frömmigkeit; die meisten Leute verbinden damit
: ebensoviel Religiosität wie andernorts Leute, die "Moinmoin" sagen.


bzw. ebensoviel wie Heribert Fassbender, wenn er regelmaessig im
Fernsehen Gott dankt, sobald dem Fussballgegner der Ball abgenommen wird.


U. Faigle

--

Heinz Brueckner

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

am Wed, 27 May 1998 21:48:38 +0200 schrieb Lothar Meyer-Mertel
<meyk...@luebeck.netsurf.de>:

Griaß di, Lothar!

> Ich lese da noch, daß früher "im Hauptgebiet" (also wohl Süddeutschland)
> eine Entgegnungsformel üblich war, nämlich "Gott dank!"; kann man also
> Grüß-Gott-Sager wohl erheblich mit irritieren.... ;-))

Die Irritation wäre nur mittelprächtig. Man ist hier im Süden von der
kurz mal modisch gewesenen Formulierung "jenes höhere Wesen, das wir
verehren" (Dr. Murke bei Böll) doch wieder abgekommen.
Etwas irritierender war für mich bei Reisen "in den hohen Norden" die
mehrmals aufgetretene Erwiderung "gern, wenn ich ihn treffe..."

Man rechnet im Süden durchaus damit, daß der Adressat des Grußes mit der
Religion nichts am Hut haben muß. Dennoch gibt es (fast) ernsthaft den
folgenden Dialog zum (nach dem) Niesen:
"Hatschi"
"Helf Gott!
"seg'ns Gott"
"Dank' Dir Gott"

Meine Schwiegermutter(79), aus dem bayr. Wald stammend, hochdeutscht
grundsätzlich, ohne auch nur einen Buchstaben zu verschlucken, die
schöne Begrüßung zusammen: "Grüß Dich Gott, Heinz."
Und sie hat recht: Das ist so sicher wie die Wirksamkeit des Amen in der
Kirche.

Gruss, Heinz

--
http://home.t-online.de/home/082136893-1/ambfsatz.htm
Augsburger Männerchor "Bismarck-Frohsinn", die Satzung.

Martin Rost

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Gruess Gott,
Schalut schuschammen,

On Wed, 27 May 1998, Lothar Meyer-Mertel wrote:

> Mein geliebter Grimm (9, 1013) weiß eine lateinische Parallele mit "dominus
> tecum" und nimmt Herkunft von "Gott grüße dich" an (also sozusagen eine
> Bedeutungsumkehrung zu "Grüß Gott!", was ja anders als die Grundform und
> wenigstens theoretisch eine Aufforderung an den Begrüßten enthält); dabei
> spielt allerdings die reichlich komplizierte Etymologie von "grüßen" eine
> erhebliche Rolle, Grimm entscheidet sich in diesem Fall für eine bei Luther
> wiederzufindende Konnotation von "freundlich, teilnehmend entgegenkommen";
> dann würde das also heißen: "Gott sei Dir freundlich".

und dann gibt es natuerlich auch die entsprechende Abschiedsformel: Beh"ut
Dich Gott, oder verkuerzt Pf"ua Gott!

> Ich lese da noch, daß früher "im Hauptgebiet" (also wohl Süddeutschland)
> eine Entgegnungsformel üblich war, nämlich "Gott dank!"; kann man also
> Grüß-Gott-Sager wohl erheblich mit irritieren.... ;-))

Ich hab das schon von meinen bayrischen Verwandten gehoert. (Nicht sehr
viel "frueher", wenn ich an mein Alter denke :) )

Noch eine lokale Anmerkung zum "Hauptgebiet": Wuerttemberger, kurz
Schwaben, sagen G.G., Badener dagegen "Guten Tag".

Martin Rost
PL 9
00014 Helsingin Yliopisto

Marti...@hellsinki.fun

Martin Trautmann

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Peter Ringeisen wrote:

> Meine selbstgebastelte Herleitung:
>
> "Gott zum Gruß!" (als Ausdruck einer frommen Grundhaltung, die die
> Begegnung prägen soll; Ursprung im Mittelalter?)
> -> "Gott grüße dich"
> -> "Grüß(e) dich Gott"
> -> "Grüß Gott"
>
> Dieser Gruß ist im Süddeutschen heutzutage freilich nicht mehr ein
> Ausdruck besonderer Frömmigkeit; die meisten Leute verbinden damit
> ebensoviel Religiosität wie andernorts Leute, die "Moinmoin" sagen.

Vergelt's Gott fuer diese Kommentare


> In diesem Sinne: d' Ehre!

Pfüati
Martin

> Peter Ringeisen----------------------------+
> | 92224 Amberg/Oberpfalz (Germany) |

92237 Sul.-Rosenberg

Birgit Cassirer

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Christian Weisgerber <na...@mips.rhein-neckar.de> schrieb:

> Folgefrage: Im Film "Bandits" verabschiedet sich der Polizist von einem

^^^^^^^
Was will uns dieser _deutsche_ Filmtitel sagen? Dasselbe wie die
deutschen Titel "Widows" und "Knockin' on Heavens Door"? Haben wir es
wirklich nötig, solche englischen Schwachsinnstitel für deutsche Filme
zu kreieren? Ja, ich weiß: Bandits heißt die Musikgruppe im fraglichen
Film, Knockin'... heißt das Titellied in jenem anderen Film und im
nächsten geht es um Witwen (Widows). Ein deutscher Titel "zieht" wohl
nicht mehr? Er hat wohl sowas Heimatfilm-liches? Daher kann man wohl
auch Titanic nicht mehr deutsch aussprechen, wie man es seit 85 Jahren
tat?


die Birgit


Udo Seyfarth

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to
So ist das im Leben, wieder einmal hilft ein Pauschalurteil wenig.
Deine Kritik stimmt in Bezug auf "Widows" und "Taitänick" vollständig.
Wie aber soll "Bandits" heißen? "Das Leben der nach Banditen benannten
Musikgruppe"?
Bei "Knockin' ..." ist es sicherlich noch komplizierter.
Der Film ist aber nun einmal mehr, als die Schilderung des Sterbens.
Das Lebensgefühl, das auch in dem Klassiker "Knockin' ..." lebt, wird
dargestellt.
Sicher setzen die Autoren auf die Kenntnis des Musikstückes bei
der Zielgruppe.
Im Übrigen sind beim gleichen Produzenten und anderen guten deutschen
Filmemachern (ich liebe dieses Wort) deutsche Titel nicht unbedingt
verpönt. Man denkt dort schon, und zwar nicht nur kommerziell.

Es bleibt die Message(ja, ich benutze dieses Wort um Dich ein wenig
zu ärgern): - Nicht jeder Filmtitel auf dem deutschen Markt, dessen
Bestandteile nicht 100 Prozent deutsch sind, ist schwachsinnig.
Nicht jeder deutsche Filmtitel ist gut.
Nicht jeder, der glaubt englisch reden zu müssen ist cool.


Udo

Diedrich Ehlerding

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Lutz Vogt schrieb:

>Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber

>genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
>Redewendung ?

Woher sie kommt, kann ich nur vermuten ... Bayern gilt eben nicht zu
Unrecht als "schwarzer Erdteil".

Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.


Gerald Fix

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

On 28 May 1998 07:13:55 GMT, Modsoft_H...@t-online.de
(Heinz Brueckner) wrote:

>Etwas irritierender war für mich bei Reisen "in den hohen Norden" die
>mehrmals aufgetretene Erwiderung "gern, wenn ich ihn treffe..."

... eine Erwiderung, die als beleidigend aufgefasst werden kann.
Sie bedeutet nämlich: "Ich habe mit Deinen Konventionen nichts am
Hut. Ich bin nicht einmal bereit, Deinen Gruß als Gruß anzuer-
kennen, geschweige denn, ihn zu erwidern. Vielmehr beweise ich
dir jetzt, wie witzig ich bin."

G.

O.G. Schwenk

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

On Thu, 28 May 1998 17:40:14 GMT, f...@privat.circular.de (Gerald Fix)
wrote:

naja ... also wenn du in den bergen wanderst und dich gruesst einer
mit "gruess gott ...

... wenn du dann sagst ... "danke, aber so hoch gehe ich heute nicht"
... dann sind da die jenigsten eingeschnappt ... zumindest nach meiner
erfahrung


mfg
+ogs

--
O.G.Schwenk
http://www.uni-mainz.de/~schwenk/

Peter Ringeisen

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

On Thu, 28 May 1998 17:40:14 GMT, f...@privat.circular.de (Gerald Fix)
wrote:

>On 28 May 1998 07:13:55 GMT, Modsoft_H...@t-online.de
>(Heinz Brueckner) wrote:
>
>>Etwas irritierender war für mich bei Reisen "in den hohen Norden" die
>>mehrmals aufgetretene Erwiderung "gern, wenn ich ihn treffe..."
>
>... eine Erwiderung, die als beleidigend aufgefasst werden kann.
>Sie bedeutet nämlich: "Ich habe mit Deinen Konventionen nichts am
>Hut. Ich bin nicht einmal bereit, Deinen Gruß als Gruß anzuer-
>kennen, geschweige denn, ihn zu erwidern. Vielmehr beweise ich
>dir jetzt, wie witzig ich bin."

Danke. Das hatte ich vergessen zu erwähnen. - Dass sich viele
derjenigen, die sich tagtäglich einer anderen Grußformel bedienen,
höchst geistreich vorkommen, wenn sie Süddeutschen/Österreichern in
dieser Form antworten, kann man an anderen Stellen dieses Threads
deutlich erkennen.
Dass solche Erwiderungen tatsächlich nicht selten sind, ist
seinerseits eine Untermauerung meiner These, dass Sprecher
norddeutscher Mundarten eher zu linguistischem Hochmut neigen; diese
Behauptung beruht jedoch auf persönlicher Beobachtung und ist nicht
empirisch abgesichert.

Servus
Peter.

P.S.: "Servus" ist nicht aufs Österreichische beschränkt!

Peter Ringeisen----------------------------+
| 92224 Amberg/Oberpfalz (Germany) |

Reinhold Aman

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Wenn *mir* einer diese freche Antwort gäbe ("Mach ich, wenn ich ihn seh
- dauert aber hoffentlich noch ne Weile"), hätte ich eine Gegen-Antwort
bereit: "Wie schade, dass es noch 'ne Weile dauern kann, du Hundsgribbe,
du vasoachta!"

Der erstaunte Blick deswegen, weil es die meisten Bayern nicht glauben
können, daß es wirklich solch witzlose "Witzbolde" geben kann, die so
deppert daherreden.

--
Reinhold Aman
Santa Rosa, CA 95402, USA
http://www.sonic.net/maledicta/boes.html

Kerstin Lenz

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Hallo!

Roland schrieb in 356c9...@news.telekabel.at:
> Weitere österreichische Grußformeln:


> gschamster Diener --> veraltet, wird normalerweise nicht mehr
> verwendet Weiß vielleicht jemand, woher diese Grußformel kommt bzw.
> was sie eigentlich bedeuten soll?

Klingt für mich wie "(ich bin Ihr) gehorsamster Diener" (was etwa
das gleiche wäre wie "servus", was von "servus tuus" kommt). So
ausgeschrieben kommt es mir auch bekannt vor; ich würde es in
älteren, im süddeutschen Sprachraum spielenden Romanen suchen
(etwa Ludwig Thoma).

Gruß,


Kerstin.


Kerstin Lenz

unread,
May 28, 1998, 3:00:00 AM5/28/98
to

Hallo!

Bobby schrieb in 01bd89da$56c0e580$bcc888d1@bday:
> Goodby (God by you),

Ich kann kein Mittelenglisch, aber kommt dieses by nicht von
"(God) be with you"?

Gruß,


Kerstin.


Jochen Messner

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Martin Rost wrote:
>
> Noch eine lokale Anmerkung zum "Hauptgebiet": Wuerttemberger, kurz
> Schwaben, sagen G.G., Badener dagegen "Guten Tag".

Oder in der Regel kurz "Tag". Da wir gerade beim Thema sind:
Woher kommt "Guten Tag"?

Gruss,
Jochen

Jochen Messner

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Lutz Vogt schrieb:
>
> >Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
> >genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
> >Redewendung ?
>
> Woher sie kommt, kann ich nur vermuten ... Bayern gilt eben nicht zu
> Unrecht als "schwarzer Erdteil".
>
> Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
> Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
> ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
> erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.

Was machst Du, wenn jemand "Guten Tag" sagt? Fragst Du z.B., wenn's Dir
gut geht, "wie kommen Sie darauf"? Oder, wenn's Dir schlecht geht,
"Nein!"?

Gruss,
Jochen

Roland Schmitt-Hartmann

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Jochen Messner wrote:
>
> Was machst Du, wenn jemand "Guten Tag" sagt? Fragst Du z.B., wenn's Dir
> gut geht, "wie kommen Sie darauf"? Oder, wenn's Dir schlecht geht,
> "Nein!"?
>

"Guten Tag" ist fuer mich zumindestens die Kurzform von
"Ich wuensche dir einen guten Tag", und nicht von
"Hast du einen guten Tag?"

Gruessle, Roland
--
+-------V-------+ R. Schmitt-Hartmann, System Architecture HFC/TMN
| A L C A T E L | Alcatel SEL AG, Access Systems Division, AS/HEA
+---------------+ Tel: +49-711821-49106, Fax: -40196, Alca: 2503-
TELECOM mailto:Roland.Schm...@ks.sel.alcatel.de

Helmut Faugel TE

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Lutz Vogt schrieb:
>
> >Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
> >genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
> >Redewendung ?
>
> Woher sie kommt, kann ich nur vermuten ... Bayern gilt eben nicht zu
> Unrecht als "schwarzer Erdteil".

Natuerlich! Die Leute hier leben ja noch in Hoehlen und auf Baeumen.
BTW: Das es in westafrikanischen Staaten Hochkulturen gab wurde
Jahrhunderte lang ignoriert falls du das mit 'schwarzer Erdteil'
meinst.

> Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
> Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
> ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
> erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.

Das ist ein typisches Beispiel norddeutschen(?) Feingefuehls, was
einem fremd ist wird nicht ernst genommen, belaechelt und 'verarscht'.
Irgendwo muss ja der gute Ruf deutscher Touristen seine Wurzeln haben.


--
Helmut Faugel

Heinz Brueckner

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

am Thu, 28 May 1998 19:07:14 GMT schrieb sch...@mail.uni-mainz.de (O.G.
Schwenk):

> naja ... also wenn du in den bergen wanderst und dich gruesst einer
> mit "gruess gott ...
>
> ... wenn du dann sagst ... "danke, aber so hoch gehe ich heute nicht"
> ... dann sind da die jenigsten eingeschnappt ... zumindest nach meiner
> erfahrung

Hast Du auch bemerkt, wie kritisch Derjenige daraufhin Dein Schuhwerk
betrachtet? ;-))

Henry Leyh

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Helmut Faugel TE wrote:

>
> Diedrich Ehlerding wrote:
>
> > Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
> > Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
> > ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
> > erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.
>
> Das ist ein typisches Beispiel norddeutschen(?) Feingefuehls, was
> einem fremd ist wird nicht ernst genommen, belaechelt und 'verarscht'.
> Irgendwo muss ja der gute Ruf deutscher Touristen seine Wurzeln haben.

Du hast das Betroffensein, das Persönlichnehmen jeder Bemerkung und
die erstaunliche Abwesenheit jeglichen Sinnes für Ironie vergessen.

<scnr>

--
Gruß,
Henry

"So ein paar grundgelehrte Zitate sind eine Zier für den Menschen."
-- Heinrich Heine

Martin Gerdes

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Diedrich....@t-online.de (Diedrich Ehlerding) schrieb:

>>Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
>>genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
>>Redewendung ?

>Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein "Grüß


>Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
>ne Weile".
>Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
>erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.

.. hörbares Einschnappgeräusch.

Eine solche Antwort wird zu recht als Beleidigung aufgefaßt und
beendet oftmals die Unterhaltung, bevor sie begonnen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerdes

Bertel Lund Hansen

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Jochen Messner skrev:

>Was machst Du, wenn jemand "Guten Tag" sagt?

Ich könnte mich vorstellen, daß er sowas nicht (länger) oft
erlebt.

--
Gruß, Bertel
(Meine E-mailadresse darf nicht geändert werden)

Gerald Endres

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Diedrich....@t-online.de (Diedrich Ehlerding)
schrieb/wrote/écrivait:

>Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
>Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
>ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
>erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.

Und wenn der Groschen dann gefallen ist, löst er meistens folgende
Schaltung aus:

Aha, schon wieder so ein unhöflicher Saupreuß, der sich mit uralten,
abgeschmackten Witzen über die Gebräuche anderer Leute lustig machen
will.

Gruß
Gerald
--
http://www.snafu.de/~endres/


Peter Ringeisen

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

On Fri, 29 May 1998 13:11:37 -0400, Henry Leyh
<le...@inp-greifswald.de> wrote:

>Helmut Faugel TE wrote:
>> Diedrich Ehlerding wrote:

>> > Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß

[..]


>> Das ist ein typisches Beispiel norddeutschen(?) Feingefuehls, was
>> einem fremd ist wird nicht ernst genommen, belaechelt und 'verarscht'.
>> Irgendwo muss ja der gute Ruf deutscher Touristen seine Wurzeln haben.
>
>Du hast das Betroffensein, das Persönlichnehmen jeder Bemerkung und
>die erstaunliche Abwesenheit jeglichen Sinnes für Ironie vergessen.

Und das baffe Staunen, gefolgt von noch mehr Arroganz, wenn der ach so
*gute* Witz nicht verstanden wurde.

><scnr>

<scnr>

Ich gönne jedem, der mundartlich so vorgeprägt ist, sein
flott-schneidiges "Tach!", wo er eigentlich "Guten Tag" meint. Es käme
mir nicht in den Sinn, "ironisch" grinsend zu ergänzen "...ometer?"

(In diesem Zusammenhang auch lesenswert: Der Artikel über die
Verwendung "ironischer" Anführungszeichen, den Hermann Unterstöger im
heutigen Süddeutschen Magazin (29.5.98) veröffentlicht.)

O tempo'a, o mo'es!
Ob wir uns jetzt wirklich in diesem Thread verbeißen wollen...?

Schönen Gruß
Peter.

Gerald Fix

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

On Thu, 28 May 1998 19:07:14 GMT, sch...@mail.uni-mainz.de (O.G.
Schwenk) wrote:

>... wenn du dann sagst ... "danke, aber so hoch gehe ich heute nicht"
>... dann sind da die jenigsten eingeschnappt ... zumindest nach meiner
>erfahrung

Die meisten Leute denken sich ihren Teil.

G.

Karin E. Troidl

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Lutz Vogt schrieb:

>
> >Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da >aber
> >genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
> >Redewendung ?
>
> Woher sie kommt, kann ich nur vermuten ... Bayern gilt eben nicht zu
> Unrecht als "schwarzer Erdteil".
>
> Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
> Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
> ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
> erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.

Pffffffffffffffffffffffffff!!!!!!!! *empoertes*

Dann war Deine Stichprobe aber sicher nicht besonders gross!

Ausserdem- Ist 'Gruess Gott' nicht eine Kurzform des veralteten
'Gott zum Grusse'? Und meint es demnach nicht eher so etwas wie
'Sei Gott mit Dir!', ist somit als frommer Wunsch gemeint?
Auch die Grussformel 'Servus' bedeutet ja uebersetzt 'Diener' und
drueckt eigentlich 'hoefliche Ehrerbietung' aus.

Ich finde es eigentlich ziemlich interessant, wieviel 'Geschichte'
sich in Dialekten manchmal noch versteckt.

Viele liebe Gruesse aus Oldenburg in Oldenburg,

KarinE

Karin E. Troidl

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Gerald Fix wrote:
>
> On 28 May 1998 07:13:55 GMT, Modsoft_H...@t-online.de
> (Heinz Brueckner) wrote:
>
> >Etwas irritierender war für mich bei Reisen "in den hohen Norden" die
> >mehrmals aufgetretene Erwiderung "gern, wenn ich ihn treffe..."
>
> ... eine Erwiderung, die als beleidigend aufgefasst werden kann.
> Sie bedeutet nämlich: "Ich habe mit Deinen Konventionen nichts am
> Hut. Ich bin nicht einmal bereit, Deinen Gruß als Gruß anzuer-
> kennen, geschweige denn, ihn zu erwidern. Vielmehr beweise ich
> dir jetzt, wie witzig ich bin."

Naja, ganz sooo schlimm wuerde ich das nun auch wieder nicht
empfinden.

Es koennte mich ja auch anregen, darueber nachzudenken, weshalb ich
ueberhaupst so eine Grussformel verwende.
In Bayern scheint es ja das 'Normalste der Welt' diese Grussformel zu
verwenden und niemand wundert sich deshalb noch darueber.

Und es ist ja mitunter auch oder gerade in Bayern -zumindest meiner eher
laendlich gepraegten Erfahrung nach- so, dass 'Auslaender aus
anderen Bundeslaendern' (Schwaben vielleicht ausgenommen...:-))ziemlich
doch oft ziemlich misstrauisch begegnet wird.

Ganz grundsaetzlich hatte ich waehrend meiner 19-jaehrigen Sprachstudien
in der tiefsten Oberpfalz (:-)) doch sehr den Eindruck, dass der Dialekt
eine sehr verbindende, oder fuer Leute (BayerInnen inclus.), die ihn
eben nicht sprechen, ausschliessende Wirkung hat, die ueber das reine
Sprachverstaendnis hinausgeht.

Wer weiss, vielleicht gibt es ja neben dem Informationgehalt und dem
Beziehungsaspekt der Sprache auch einen 'kulturellen Nebeneffekt' der
Sprache? :-)


Viele liebe Gruesse,

KarinE


Gerald Fix

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

On Fri, 29 May 1998 21:34:57 +0200, "Karin E. Troidl"
<kar...@uni-oldenburg.de> wrote:

>In Bayern scheint es ja das 'Normalste der Welt' diese Grussformel zu
>verwenden und niemand wundert sich deshalb noch darueber.

Ist das nicht der Sinn von Standardformeln? Wenn ich jedesmal
darüber nachdenken müsste, welcher besonderen Gruß ich meinem
Gegenüber entrichte ...

>Ganz grundsaetzlich hatte ich waehrend meiner 19-jaehrigen Sprachstudien
>in der tiefsten Oberpfalz (:-)) doch sehr den Eindruck, dass der Dialekt
>eine sehr verbindende, oder fuer Leute (BayerInnen inclus.), die ihn
>eben nicht sprechen, ausschliessende Wirkung hat, die ueber das reine
>Sprachverstaendnis hinausgeht.

Natürlich - jede Sprache hat eine verbindende und eine
ausschließende Wirkung. Insbesondere gilt das auch für
Szenesprachen, als da sind Jugendsprache, Computerdeuglisch,
Jägerlatein etc.

Warum grüßen sich Menschen? Doch hauptsächlich deshalb, um einen
ersten Kontakt auf einer unverfänglichem Basis herzustellen -
Schau her, ich will dir nichts Böses. Dieses Ritual mit einer
Geste der Überlegenheit zu beantworten scheint mir nicht sinnvoll
zu sein.

G.

Lothar Meyer-Mertel

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to


Peter Ringeisen schrieb:

> ... dass Sprecher norddeutscher Mundarten eher zu linguistischem Hochmut
> neigen...

norja.... bin ein echter Noaddeutscher aber mit einer Bayrin verheiratet;
bilde mir mal ein, von nur geringem Hochmuth befallen zu sein, außer, daß
ich gelegentlich mal Hochmuth mit TH schreibe; obwohl ich das nun schon
viele Jahre höre, irritiert mich dieses "Grüß Gott" immer noch sehr. Ich
denke mal, wir haben es hier mit einer ganz gravierenden Sprachgrenze zu
tun und vielleicht schon mit einem Fall sprachlicher Relativität (frei nach
Sapir/Whorff oder wie die hießen) zu tun, die in der komplexen Etymologie
von "Grüssen" (siehe Grimm 9, 1010fffff) aber auch in der Tatsache
begründet ist, daß Norddeutschland im religiösen Sinne von einer anderen
Lebenswelt bestimmt ist. Das Vorurteil, wir seien hochmütig, mag nun wieder
damit zusammenhängen, daß wir nun mal das "Hochdeutsche" sprechen, was ja
nun wieder nicht unsere Schuld ist, sondern vielmehr darauf zurückzuführen
ist, daß die Aufklärung (=viele kluge Leute und schicke Druckereien) in
Süddeutschland nicht gerne gesehen war. Vielleicht, weil da zuviel "Grüß
Gott" gesagt wurde? ;-))


Marco Bruchmann

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Modsoft_Hebrueckner meinte am 28.05.98
zum Thema "Re: Woher kommt "Gruess Gott" ?":

> am Wed, 27 May 1998 21:48:38 +0200 schrieb Lothar Meyer-Mertel
> <meyk...@luebeck.netsurf.de>:
>
> > Ich lese da noch, daß früher "im Hauptgebiet" (also wohl Süddeutschland)
> > eine Entgegnungsformel üblich war, nämlich "Gott dank!"; kann man also
> > Grüß-Gott-Sager wohl erheblich mit irritieren.... ;-))
>
> Die Irritation wäre nur mittelprächtig. Man ist hier im Süden von der
> kurz mal modisch gewesenen Formulierung "jenes höhere Wesen, das wir
> verehren" (Dr. Murke bei Böll) doch wieder abgekommen.


> Etwas irritierender war für mich bei Reisen "in den hohen Norden" die
> mehrmals aufgetretene Erwiderung "gern, wenn ich ihn treffe..."

Bei Nordlichtern wie mir ist bei Bergwanderungen im südlichen Teil des
deutschen Sprachgebietes als Erwiderung auf "Grüß Gott" mitunter auch
etwas in der Art von "So hoch wollte ich heute gar nicht" möglich. :))


--
Marco Bruchmann \ MBruc...@fate.ohz.north.de
\ m_bru...@mail.netwave.de

Das Ende ist nahe!


Lutz Vogt

unread,
May 29, 1998, 3:00:00 AM5/29/98
to

Lutz Vogt schrieb:

> Ich war letztes Wochenende wieder mal in Oesterreich (Bayern ist da aber
> genauso) und wirklich jeder sagt "Gruess Gott". Woher kommt diese
> Redewendung ?

Eigentlich wollte ich wirklich nur wissen, woher die Redewendung stammt,
weil's mich interessiert hat. Ist doch immer wieder interessant, wohin sich
die Sprache bewegt. Der Hintergund ist natürlich, dass auch mich (der ich
ein unbescholtener Feriengast aus der sonnigen Pfalz bin) jemand mit einer
solchen "Pseudo-witzigen" Antwort irritiert hat ("Haben Sie ihn denn heut
schon gesehen ?").

Schade ist eigentlich, dass der eigentlich gut gemeinte Gruss (was kann
besser sein, als wenn Gott mir freundlich gesonnen ist) heute zu einer
Floskel geworden ist, deren Sinn weitgehend unbekannt ist.

Danke fuer die vielen Antworten !


Karin E. Troidl

unread,
May 30, 1998, 3:00:00 AM5/30/98
to

Gerald Fix wrote:
>
> On Fri, 29 May 1998 21:34:57 +0200, "Karin E. Troidl"
> <kar...@uni-oldenburg.de> wrote:
>
> >In Bayern scheint es ja das 'Normalste der Welt' diese Grussformel zu
> >verwenden und niemand wundert sich deshalb noch darueber.
>
> Ist das nicht der Sinn von Standardformeln? Wenn ich jedesmal
> darüber nachdenken müsste, welcher besonderen Gruß ich meinem
> Gegenüber entrichte ...

...kaemest Du vor lauter Nachdenken ueberhaupst nicht mehr zum Gruessen
und wuerdest womoeglich gar -voellig zu Unrecht!- fuer einen
unhoeflichen 'Stoffel' gehalten. :-)
Das stimmt freilich.
Andererseits finde ich es schon sehr interessant solche Standardformeln
hin und wieder zu hinterfragen.
Nur faellt einem eben, wenn man in einem bestimmten Kontext verfangen
ist,
leider mitunter gar nicht mehr auf, was gar nicht sooo
selbstverstaendlich
ist.


> Natürlich - jede Sprache hat eine verbindende und eine
> ausschließende Wirkung. Insbesondere gilt das auch für
> Szenesprachen, als da sind Jugendsprache, Computerdeuglisch,
> Jägerlatein etc.

Hmm... aber sollten wir nicht nochmal zwischen Vokabular und Dialekt
unterscheiden?
Ich habe z.B. mal einen Vortrag von einem theoretischen Physiker mit
bayerischen Dialekt gehoert. Obwohl ich als eher fachfremde Person mit
seinem fachspezifischen Vokabular Probleme hatte, fuehlte ich mich
diesem Dozenten doch irgendwie -sprachlich bedingt- 'verbunden'.
Und das sogar obwohl der Mensch _eigentlich_ Hochdeutsch sprach (:-))
und ich mich ja _eigentlich_ selbst auch nicht als sonderlich
heimatverbunden in
sprachlicher oder kultureller Hinsicht einschaetzen wuerde.

Das ist natuerlich nur eine Selbstbeobachtung, aber dennoch fand ich es
recht erstaunlich.



> Warum grüßen sich Menschen? Doch hauptsächlich deshalb, um einen
> ersten Kontakt auf einer unverfänglichem Basis herzustellen -
> Schau her, ich will dir nichts Böses. Dieses Ritual mit einer
> Geste der Überlegenheit zu beantworten scheint mir nicht sinnvoll
> zu sein.

Das stimmt natuerlich. Allerdings wuerde ich es -je nach situationalen
Kontext-
gar nicht unbedingt gleich als Geste der Ueberlegenheit interpretieren,
wenn jemand auf mein 'Gruess Gott' ein 'Gern, wenn ich ihn treffe...'
antwortet. Ich wuerde wahrscheinlich tatsaechlich eher darueber
Schmunzeln als
mich dadurch angegriffen oder herabgesetzt zu fuehlen.

Aber das mag freilich je nach Mensch ganz verschieden
interpretiert/empfunden
werden und es ist demnach psychologisch geschickter ganz unbekannte
Menschen
erstmal 'vorsichtig' im Sinne von konventionell zu begruessen...

Viele liebe Gruesse,

KarinE


Tassilo Halbritter

unread,
May 30, 1998, 3:00:00 AM5/30/98
to

In article <356FDE...@uni-oldenburg.de>, Karin E. Troidl
<URL:mailto:kar...@uni-oldenburg.de> wrote:
> Gerald Fix wrote:

> Aber das mag freilich je nach Mensch ganz verschieden
> interpretiert/empfunden
> werden und es ist demnach psychologisch geschickter ganz unbekannte
> Menschen
> erstmal 'vorsichtig' im Sinne von konventionell zu begruessen...
>

Dazu kenn ich eine Anektode:
Ein jüngerer Verkäufer in der Spitalsartikelbranche fragte einmal seinen erfah-
renen Kollegen: Woher kommt es, daß du überall in den Krankenhausver-
waltungen so freundlich aufgenommen wirst, das können ja nicht alles
Parteikollegen von dir sein?
Daraufhin sagte der Erfahrene: Schau wenn ich in ein Büro hineinkomme und
nicht weiß, welcher Reichshälfte (Anm: in Österreich gibts rote und schwarze Verwaltungen) der Verwalter angehört, grüß ich einfach mit "Grüß Gott in aller Freund-
schaft". Der Verwalter hört nur die auf ihn passende Floskel und hält mich für einen Parteifreund ....


--
_____ _ _
|__ __|| | | | Tassilo Halbritter http://members.aon.at/artos
| | | |_| | Vienna/AUSTRIA mailto:tassilo.halbritter_at_aon.at
| | | _ | Antispam: Ersetze das _at_ in meiner Adresse durch @
|_|a |_| |_|a -----------------------------------------------------

Roland Weisz

unread,
May 30, 1998, 3:00:00 AM5/30/98
to

>Was will uns dieser _deutsche_ Filmtitel sagen? Dasselbe wie die
>deutschen Titel "Widows" und "Knockin' on Heavens Door"? Haben wir es
>wirklich nötig, solche englischen Schwachsinnstitel für deutsche Filme
>zu kreieren? Ja, ich weiß: Bandits heißt die Musikgruppe im fraglichen
>Film, Knockin'... heißt das Titellied in jenem anderen Film und im
>nächsten geht es um Witwen (Widows). Ein deutscher Titel "zieht" wohl
>nicht mehr? Er hat wohl sowas Heimatfilm-liches? Daher kann man wohl
>auch Titanic nicht mehr deutsch aussprechen, wie man es seit 85 Jahren
>tat?
>
>die Birgit
>
Warum soll man Titanic deutsch aussprechen, wenn es sich doch um ein
_englisches_ Schiff handelt ?
Was die anderen hier genannten Filmtitel betrifft, bin ich allerdings
vollkommen deiner Meinung.

der Roland

Peter Ringeisen

unread,
May 30, 1998, 3:00:00 AM5/30/98
to

Hallo Lothar,

On Fri, 29 May 1998 20:44:58 +0200, Lothar Meyer-Mertel
<meyk...@luebeck.netsurf.de> wrote:

>Peter Ringeisen schrieb:
>
>> ... dass Sprecher norddeutscher Mundarten eher zu linguistischem Hochmut
>> neigen...
>
>norja.... bin ein echter Noaddeutscher aber mit einer Bayrin verheiratet;
>bilde mir mal ein, von nur geringem Hochmuth befallen zu sein, außer, daß

[...]


>Lebenswelt bestimmt ist. Das Vorurteil, wir seien hochmütig, mag nun wieder

Noja, so krass hab ich's ja nicht formuliert (s.o.: eher, neigen!).

>damit zusammenhängen, daß wir nun mal das "Hochdeutsche" sprechen, was ja

Das nun wiederum ist ein Ergebnis einer Verschiebung der lautlichen
Präferenzen. Ich möchte daran erinnern, dass der hochdeutsche
Sprachraum gerade das süddeutsche Gebiet einschloss, während
Norddeutschland niederdeutsches Sprachgebiet war (und dort, wo es
besonders "niedrig" war, nach der Meereshöhe nämlich, hieß/heißt es
"Platt"). Besonders "hoch" liegt das Gebiet im Bereich der Alpen :-))

>nun wieder nicht unsere Schuld ist, sondern vielmehr darauf zurückzuführen
>ist, daß die Aufklärung (=viele kluge Leute und schicke Druckereien) in
>Süddeutschland nicht gerne gesehen war. Vielleicht, weil da zuviel "Grüß
>Gott" gesagt wurde? ;-))

Wenn der /dtv-Atlas zur deutschen Sprache/ Recht hat (aus dem schon
Tassilo Halbritter im ursprünglichen Thread referierte), dann ist die
Verbreitung dieses Grußes eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Bis
dahin gab es sogar in Bayern ein paar Druckereien, von den klugen
Leuten ganz zu schweigen ;-))
[Nachtrag, hab mal nachgesehen: auf einer Deutschlandkarte zur
"Verbreitung der Buchdruckerkunst im 15. Jh." sind zwischen Mainz und
München etwa viermal so viele Druckorte verzeichnet wie zwischen
Frankfurt und Lübeck. dtv-sprachatlas, S. 94 (4. Auflage, 1981). Nun
gut, das war natürlich *vor* der Aufklärung. Vielleicht sind ja dann
im 18. Jahrhundert die Druckereien im Norden nur so aus dem Boden
geschossen...].

Ähhmmm, wir wollen aber jetzt nicht darüber diskutieren, ob ein
christlicher - oder sonstiger religiöser Glaube - ein Zeichen von
mangelnder bzw. üppiger Intelligenz sei, oder?

Dietmar Meier

unread,
May 31, 1998, 3:00:00 AM5/31/98
to

Hi,
Roland Weisz schrieb in Nachricht <35706...@news.telekabel.at>...

>Warum soll man Titanic deutsch aussprechen, wenn es sich doch um ein
>_englisches_ Schiff handelt ?

Z.B., weil man auch nicht 'Milano', 'Firenze', 'Peterburg', 'Moskwa',
'Ba[gh]dad' (versuch das mal korrekt!), 'Dimashq asch-Schams',
'Beijing' usw. sagt. Die eingedeutschte Aussprache ist halt seit
Jahrzehnten ueblich.

Ciao, Dietmar H. G. Meier
--
E-Mail: mailto:Dietmar...@ruhr-uni-bochum.de
WWW: http://surf.to/dhgm


Roland Weisz

unread,
May 31, 1998, 3:00:00 AM5/31/98
to

Dietmar Meier schrieb in Nachricht
<6kq3fp$si2$1...@sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de>...

>
>Z.B., weil man auch nicht 'Milano', 'Firenze', 'Peterburg', 'Moskwa',
>'Ba[gh]dad' (versuch das mal korrekt!), 'Dimashq asch-Schams',
>'Beijing' usw. sagt. Die eingedeutschte Aussprache ist halt seit
>Jahrzehnten ueblich.
>
>
Ich würde aber unterscheiden, ob es für einen Eigennamen eine eingedeutschte
Version gibt (um bei deinen Beispielen zu bleiben: Mailand, Florenz, Moskau,
Peking) oder ob er bei identischer Schreibweise einfach so ausgesprochen
wird, als ob es ein deutsches Wort wäre.

z. B.:
geschrieben --> richtige Aussprache
London --> Landan
Mallorca --> Majorka
Sevilla --> Sevija
Budapest --> Budapäscht

Du sagst doch auch nicht Neff York oder Glasgof, oder?

Roland

Dietmar Meier

unread,
May 31, 1998, 3:00:00 AM5/31/98
to

Hi,
Roland Weisz schrieb in Nachricht <3570a...@news.telekabel.at>...

>>Die eingedeutschte Aussprache ist halt seit
>>Jahrzehnten ueblich.

>geschrieben --> richtige Aussprache


>London --> Landan
>Mallorca --> Majorka
>Sevilla --> Sevija
>Budapest --> Budapäscht

Hm, fuer 'Budapaescht' kommt das ja hin, aber meinst Du, 'Landan',
'Majorka' und 'Sevija' (mit deutscher Zunge gelesen) seien korrekte
Aussprache? *LOL*

>Du sagst doch auch nicht Neff York oder Glasgof, oder?

Natuerlich nicht, sprach ich doch nur von seit Jahrzehnten ueblichen
eingedeutschten Aussprachen.

Christina Kunze

unread,
May 31, 1998, 3:00:00 AM5/31/98
to

Dietmar Meier schrieb in Nachricht

<6ks7om$o8$6...@sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de>...


>Hm, fuer 'Budapaescht' kommt das ja hin,

Kommt es nicht. Wieso laßt Ihr denn das "e" nicht stehen? Der ungarische
Laut ist unserem kurzen e deutlich näher als dem ä.

Christina


Lothar Meyer-Mertel

unread,
May 31, 1998, 3:00:00 AM5/31/98
to


Peter Ringeisen schrieb:

> ... daran erinnern, dass der hochdeutsche
> Sprachraum gerade das süddeutsche Gebiet einschloss...

was man ja auch daran merkt, daß dem ersten Dudenregelwerk ein bayrisches
Regelwerk voranging.


> ... zur "Verbreitung der Buchdruckerkunst im 15. Jh." sind zwischen Mainz und


> München etwa viermal so viele Druckorte verzeichnet wie zwischen

> Frankfurt und Lübeck....

klar, aber die haben AFAIK halt bloß Bibeln und genehmigte Erbauungsschriften
gedruckt (drucken dürfen, während ja nun doch LEssing und die Folgen von
Hamburg/Wolfenbüttel ausgingen, mit Goethe dann Frankfurt/Weimar, und daß
bißchen Jean Paul konnte in Süddeutschland dann auch nicht mehr helfen.

> Ähhmmm, wir wollen aber jetzt nicht darüber diskutieren, ob ein
> christlicher - oder sonstiger religiöser Glaube - ein Zeichen von
> mangelnder bzw. üppiger Intelligenz sei, oder?

Zugegeben, dies wollte ich auch nicht unterstellen; andererseits: verlocken
würd´s mich schon.... (vielleicht mal in ner spezifischen NG....) ;-))
Grüße innen Südn

Dietmar Meier

unread,
Jun 1, 1998, 3:00:00 AM6/1/98
to

Hi,
Christina Kunze schrieb in Nachricht <6ksitk$v63$1...@lisa.rz.hu-berlin.de>...

>>Hm, fuer 'Budapaescht' kommt das ja hin,
>Kommt es nicht. Wieso laßt Ihr denn das "e" nicht stehen? Der ungarische
>Laut ist unserem kurzen e deutlich näher als dem ä.

Dann lass das mal 'nen Hamburger sagen ;)))
Im Ernst, ich meinte dies im Vergleich zu den anderen Beispielen.

Michael Pronay

unread,
Jun 1, 1998, 3:00:00 AM6/1/98
to

>>Persönlich setze ich mich über die spanischen Ausspracheregeln
hinweg und sage gewöhnlich Mallorka, Sevillja, Barzelona, Ibiza,
Felipe Gonzales<<

Womit wir bei einem der ganz und gar grundlegenden Unterschiede
zwischen dem österreichischen und dem deutschen Deutsch angelangt
wären: In Österreich ist es seit jeher völlig selbstverständlich,
die Dinge eher original zu belassen, in der Schreibweise wie in
der Aussprache. (Muß wohl mit unserer jahrhundertelangen
Verbundenheit mit Leuten fremder Zunge zusammenhängen . . .)

Michael


Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 1, 1998, 3:00:00 AM6/1/98
to

Lutz Vogt skrev:

>Schade ist eigentlich, dass der eigentlich gut gemeinte Gruss (was kann
>besser sein, als wenn Gott mir freundlich gesonnen ist) heute zu einer
>Floskel geworden ist, deren Sinn weitgehend unbekannt ist.

Warum? Es ist doch schön, daß hinter einem Gruß ein solcher
Wunsch liegt.

Im dänischen haben wir den Gruß "Guten Tag", daß zum "Guttag"
(goddag) geworden ist. Nicht viele denken darüber, was es
bedeutet, aber wenn man es tut, weiss man, welcher Wunsch
darhinter liegt.

Udo Seyfarth

unread,
Jun 2, 1998, 3:00:00 AM6/2/98
to

Jochen Messner wrote:
...

> > Wenn Du mal einen verdutzten Bayern sehen willst, beantworte sein Grüß
> > Gott" mit "mach ich, wenn ich ihn seh - dauert aber hoffentlich noch
> > ne Weile". Ergebnis in allen Fällen, in denen ich es ausprobiert habe:
> > erst erstaunter Blick, dann hörbares Groschenfallgeräusch.
>
> Was machst Du, wenn jemand "Guten Tag" sagt? Fragst Du z.B., wenn's Dir
> gut geht, "wie kommen Sie darauf"? Oder, wenn's Dir schlecht geht,
> "Nein!"?
Immerhin kenne ich die Erwiderung - "Die Tage sind gut, die Menschen
könnten besser sein."
Im Allgemeinen sollte man jedoch mit Wortspielen o.ä. in Bezug auf
die Begrüßungsformel sehr vorsichtig sein. Man sollte schon wissen,
wem man das antun kann.


Udo

Michael Kauffmann

unread,
Jun 2, 1998, 3:00:00 AM6/2/98
to

Grißgottle!

Roland Weisz wrote:

> geschrieben --> richtige Aussprache
> Budapest --> Budapäscht

Wie sollte man das denn sonst aussprechen??

Griaßle,

Michael Kauffmann

Bertel Lund Hansen

unread,
Jun 2, 1998, 3:00:00 AM6/2/98
to

Udo Seyfarth skrev:

>Im Allgemeinen sollte man jedoch mit Wortspielen o.ä. in Bezug auf
>die Begrüßungsformel sehr vorsichtig sein.

Bestimmt.

Wie kann man eigentlich höflich auf "Grüß Gott" antworten?

Michael Kauffmann

unread,
Jun 2, 1998, 3:00:00 AM6/2/98
to

Bertel Lund Hansen wrote:

> Wie kann man eigentlich höflich auf "Grüß Gott" antworten?

Wie waer's mit Ebendiesem? Oder, falls man es nicht ueber die Lippen
bringt, einfach "Guten Tag!"

Michael Kauffmann

Julian Kleibeler

unread,
Jun 2, 1998, 3:00:00 AM6/2/98
to

Dietmar Meier schrieb in Nachricht

<6ksk53$dl4$1...@sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de>...


...
>>>Hm, fuer 'Budapaescht' kommt das ja hin,
>>Kommt es nicht. Wieso laßt Ihr denn das "e" nicht stehen? Der ungarische
>>Laut ist unserem kurzen e deutlich näher als dem ä.
>
>Dann lass das mal 'nen Hamburger sagen ;)))

...

Hallo!
In Ordnung ( ich bin Hamburger ) : " Budapescht " !?

^^^
Die Ohnsorg-Theater Zeiten liegen schon etwas zurück und ich denke, daß
heutzutage mehr Hamburger im Dagmar Berhoff-Dialekt reden als im Heidi
Kabel-Dialekt - und sich deshalb auch das "e" ganz passabel anhörte ! ;)))

Aber ich habe hier noch niemals ein "scht" am Ende des Wortes vernommen !
Selbt in der Schule wurde uns von mehreren Erdkundelehrern die Aussprache
"Budapest" beigebracht !
^^

Grüße, Julian (hoffm...@metronet.de)

Don Watson

unread,
Jun 3, 1998, 3:00:00 AM6/3/98
to

Es gibt ja doch ab und zu manche Leute die die Zunge
zusammenhängen in Verbundenheit und kein Wort sagen.


Michael Pronay wrote in message <3571f...@news.telekabel.at>...

Roland Weisz

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

>
>Aber ich habe hier noch niemals ein "scht" am Ende des Wortes vernommen !
>Selbt in der Schule wurde uns von mehreren Erdkundelehrern die Aussprache
>"Budapest" beigebracht !
> ^^
>
>Grüße, Julian (hoffm...@metronet.de)
>
>
Im deutschsprachigen Raum ist es allgemein üblich, Budapest so
auszusprechen, wie man es schreibt. In Ungarn selbst wird es aber mit "scht"
am Ende ausgesprochen.

Roland

Michael Pronay

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

>Michael Pronay wrote in message
<3571f...@news.telekabel.at>...
>>>In Österreich ist es seit jeher völlig selbstverständlich, die
Dinge eher original zu belassen, in der Schreibweise wie in der
Aussprache. (Muß wohl mit unserer jahrhundertelangen
Verbundenheit mit Leuten fremder Zunge zusammenhängen . . .)<<<

Don Watson schrieb in Nachricht
<6l49lc$4ri$1...@news12.ispnews.com>...
>>Es gibt ja doch ab und zu manche Leute[,] die die Zunge


zusammenhängen in Verbundenheit und kein Wort sagen.<<


Und es gibt Leute, die nicht lesen können. Nirgendwo hängen
Zungen zusammen.

Michael


Dietmar Meier

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

Hi,
Michael Pronay schrieb in Nachricht <3575d...@news.telekabel.at>...
[Zitate sortiert und gekuerzt]

>>> (Muß wohl mit unserer jahrhundertelangen Verbundenheit mit Leuten
>>> fremder Zunge zusammenhängen . . .)

>> Es gibt ja doch ab und zu manche Leute[,] die die Zunge
>> zusammenhängen in Verbundenheit und kein Wort sagen.


> Nirgendwo hängen Zungen zusammen.


Er verstand wohl: "mit fremder Leute Zunge zusammenhaengen".
Kann ja auch sehr nett sein... :)

Michael Pronay

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

Dietmar Meier schrieb in Nachricht

<6l4tba$4m2$1...@sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de>...


>Hi,
>Michael Pronay schrieb in Nachricht
<3575d...@news.telekabel.at>...
>[Zitate sortiert und gekuerzt]
>
>>>> (Muß wohl mit unserer jahrhundertelangen Verbundenheit

>>>> mit Leutenfremder Zunge zusammenhängen . . .)


>
>
>>> Es gibt ja doch ab und zu manche Leute[,] die die Zunge
>>> zusammenhängen in Verbundenheit und kein Wort sagen.
>
>
>> Nirgendwo hängen Zungen zusammen.
>
>
>Er verstand wohl: "mit fremder Leute Zunge zusammenhaengen".
>Kann ja auch sehr nett sein... :)


Pardon, das hat jetzt eine überschlafene Nacht gebraucht, bis
ich's endlich kapiert habe. (Ja, ja, man wird alt und blöd.)
Diesfalls natürlich meine Entschuldigung für die meine rüde
Antwort :-) – ich hatte das Posting als Rüffel aufgefaßt.

Michael


Jochen Messner

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

Bertel Lund Hansen wrote:
>
> Udo Seyfarth skrev:
>
> >Im Allgemeinen sollte man jedoch mit Wortspielen o.ä. in Bezug auf
> >die Begrüßungsformel sehr vorsichtig sein.
>
> Bestimmt.
>
> Wie kann man eigentlich höflich auf "Grüß Gott" antworten?
>

Inzwischen haben wir wohl festgestellt, dass es sich bei "Grüß Gott" um
eine (wenn auch erstarrte, wie auch z.B. bei "Guten Tag")
Begruessungsformel handelt. Freundlich waere es mit einer anderen
Begruessungsformel zu erwidern. Legt man Wert auf die Hoeflichkeit, so
ist dies ein muss. Man sollte dabei auf Begruessungsformeln wie "Hi",
"Hm", "Grnz" etc. verzichten. Auch sollte man in die Ueberlegung mit
einfliessen lassen, dass eine nicht zur Tageszeit und zum Ort passende
Begruessung den Gespraechspartner unnoetig verwirren koennte und deshalb
auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren
"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag"). Eine passende Antwort waere
z.B. "Gruess Gott" (ist unabhaengig von der Tageszeit zu gebrauchen und
wird wohl im angegeben Kontext vom Gegenueber verstanden).

Gruess Di,
Jochen

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

Jochen Messner schrieb:

> dass eine nicht zur Tageszeit und zum Ort passende
>Begruessung den Gespraechspartner unnoetig verwirren koennte und deshalb
>auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren
>"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag").

Inwiefern findest Du "Guten Tag" unpassend oder verwirrend? Und
inwiefern ist "Moin" (ist BTW _keine_ Verballhornung von "guten
Morgen") als norddeutscher Dialektgruß weniger passend oder
verwirrender als der süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"? Und
inwiefern ist "Ciao" oder meinetwegen "Tschühüs" weniger höflich als
"Pfüatdi"?

Anders ausgedrückt, würdest Du an der Küste auch den dort verbreiteten
Gruß "Moin" mit "Moin" erwidern? Ich jedenfalls habe noch keinen
Süddeutschen erlebt, der das über die Lippen brächte, auch wenn er so
begrüßt wird. Im Gegenteil - Süddeutsche antworten auf "Moin" an der
Küste nach meinen Beobachtungen mit "Grüß Gott", wenn sie den Gruß
denn verstehen, was gar nicht immer der Fall ist.

> Eine passende Antwort waere
>z.B. "Gruess Gott" (ist unabhaengig von der Tageszeit zu gebrauchen und
>wird wohl im angegeben Kontext vom Gegenueber verstanden).

Nein. Ein "Grüß Gott" aus meinem Munde käme mir in der Tat sehr
komisch vor. Ich bin kein Kirchgänger oder dort nur Mitglied (auch
wenn "GG" nicht so gemeint ist, kommts leider bei mir so an,m stört
mich sogar, trotz allem Wissen um den wahrscheinlich gar nicht
vorhandenen religiösen Beiklang).

>Gruess Di,
>Jochen

Moin! ;-)


Lothar Meyer-Mertel

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to


Diedrich Ehlerding schrieb:

> ... inwiefern ist "Moin" (ist BTW _keine_ Verballhornung von "guten


> Morgen") als norddeutscher Dialektgruß weniger passend oder

> verwirrender als der süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"? ....

schöner Vergleich und treffend: Das abgelutschte "Wenn ich ihn sehe" auf
"Grüß Gott", das hier als norddeutsch hochmüthig und sowieso anti-autochthon
identifiziert wurde, hat ja in den süddeutschen Erwiderungen auf unser *Moin*
diverse Parallelen, die sich meistens um den Scherz ranken, daß man schon
länger wach sei etc.


Peter Ringeisen

unread,
Jun 4, 1998, 3:00:00 AM6/4/98
to

On 4 Jun 1998 15:52:36 GMT, Diedrich....@t-online.de (Diedrich
Ehlerding) wrote:

[...]


>inwiefern ist "Moin" (ist BTW _keine_ Verballhornung von "guten
>Morgen") als norddeutscher Dialektgruß weniger passend oder

Das macht nich neugierig! Woher kommt denn dieser Gruß, wenn /nicht/
von "Morgen"?

Servus

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Dietmar Meier <Dietmar...@ruhr-uni-bochum.de> wrote:

> mit deutscher Zunge gelesen

Ist aber ein ordentlicher Bildungsbürger, die deutsche Zunge.

Dietmar Meier

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Moin!
Peter Ringeisen schrieb in Nachricht <3576f679...@news.asam.baynet.de>...
[Moin]

>Das macht nich neugierig! Woher kommt denn dieser Gruß, wenn /nicht/
>von "Morgen"?

<news:6kevtr$623$2...@sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de> (Ende Mai),
<news:6jf7ve$j53$1...@news.BelWue.DE> und folgende (Mitte Mai).

Jochen Messner

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Jochen Messner schrieb:
>
> > dass eine nicht zur Tageszeit und zum Ort passende
> >Begruessung den Gespraechspartner unnoetig verwirren koennte und deshalb
> >auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren
> >"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag").
>
> Inwiefern findest Du "Guten Tag" unpassend oder verwirrend?

"Guten Tag" ist eben nur zu bestimmten Tageszeiten moeglich, tagsueber
waere es natuerlich passend.

> Und


> inwiefern ist "Moin" (ist BTW _keine_ Verballhornung von "guten
> Morgen") als norddeutscher Dialektgruß weniger passend oder

> verwirrender als der süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"?

"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
(Es ging doch um Hoeflichkeit)

> Und
> inwiefern ist "Ciao" oder meinetwegen "Tschühüs" weniger höflich als
> "Pfüatdi"?

Es ging um das Begruessen. "Pfüatdi" zur Begruessung ist meines Wissens
nicht sehr verbreitet. Ebenso "Tschühüs". "Ciao", obwohl auch als
Begruessungsformel verwendbar, ist in dieser Bedeutung doch eher
unbekannt und koennte den Gespraechspartner verwirren.

>
> Anders ausgedrückt, würdest Du an der Küste auch den dort verbreiteten
> Gruß "Moin" mit "Moin" erwidern?

Unter welchen Bedingungen sollte ich das "wuerden"? Eigentlich spricht
doch nichts dagegen. Man kann natuerlich auch einen an die Tageszeit
angepassten Gruss verwenden (z.B. Guten Tag, Guten Abend, ..., je
nachdem).


> Ich jedenfalls habe noch keinen
> Süddeutschen erlebt, der das über die Lippen brächte, auch wenn er so
> begrüßt wird.

Wieviele hast Du schon erlebt ? (nur um die Aussagekraft Deiner Aussage
zu bewerten :-)

> Im Gegenteil - Süddeutsche antworten auf "Moin" an der
> Küste nach meinen Beobachtungen mit "Grüß Gott", wenn sie den Gruß
> denn verstehen, was gar nicht immer der Fall ist.

Naja, es handelt sich eben um eine feste Formel, die man nur schwer los
wird. Ich ertappe mich auch immer wieder, wie ich mich in fremden
Gefilden mit "Ade!" verabschiede.

>
> > Eine passende Antwort waere
> >z.B. "Gruess Gott" (ist unabhaengig von der Tageszeit zu gebrauchen und
> >wird wohl im angegeben Kontext vom Gegenueber verstanden).
>
> Nein. Ein "Grüß Gott" aus meinem Munde käme mir in der Tat sehr
> komisch vor. Ich bin kein Kirchgänger oder dort nur Mitglied (auch
> wenn "GG" nicht so gemeint ist, kommts leider bei mir so an,m stört
> mich sogar, trotz allem Wissen um den wahrscheinlich gar nicht
> vorhandenen religiösen Beiklang).
>

Noe, ein religioeses Bewusstsein verbindet sich mit dieser Formel nicht.
Ich z.B. musste erst Lesen lernen um herauszufinden, dass in dieser so
vertrauten Formel (etwa "griasgat" ausgesprochen) der Allmaechtige
steckt. Ich brachte das Woertchen eher mit Gries (grias) in Verbindung,
was natuerlich logisch kaum erklaerbar ist (aber so sind eben manche
Assoziationen).

> >Gruess Di,
> >Jochen
>
> Moin! ;-)

Gruess Di (ich meinte natuerlich die *ehemalige* Prinzessin),
Jochen

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Michael Pronay <pro...@teleweb.at> wrote:

> Nirgendwo hängen
> Zungen zusammen.

Bei fremden Zungen kann man das nie wissen.

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Lothar Meyer-Mertel <meyk...@luebeck.netsurf.de> wrote:

> daß wir nun mal das "Hochdeutsche" sprechen

Wohl eher das Niederdeutsche, mein Lieber :-))

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Peter Ringeisen <peter.r...@asam.baynet.de> wrote:

> linguistischem Hochmut

Ob der Hochmut allerdings tatsächlich "lingustisch" ist?

Wolfgang Palka

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Diedrich Ehlerding <Diedrich....@t-online.de> wrote:

> süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"

Was ist dran Dialekt? "Grüß" oder "Gott"?

Martin Trautmann

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Jochen Messner wrote:

> "Pfüatdi" zur Begruessung ist meines Wissens
> nicht sehr verbreitet.

Richtig, Pfüatdi ist fuer mich eine typische Abschiedsgrussformel.

> Gruess Di (ich meinte natuerlich die *ehemalige* Prinzessin),

Ist Sie nur heute nicht mehr Prinzessin, ist sie viel mehr nicht mehr?

Möge Gott dich auf deinem weiteren Weg behüten
Martin

PS: normalerweise verwende ich weder dies noch die obige Kurzform ;-)

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Jochen Messner schrieb:


>
>"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
>verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
>(Es ging doch um Hoeflichkeit)

Nun, auch mich wirkt "GG" ebenso befremdlich wie auf Dich vielleicht
"Moin".

>
>> Und
>> inwiefern ist "Ciao" oder meinetwegen "Tschühüs" weniger höflich als
>> "Pfüatdi"?
>
>Es ging um das Begruessen. "Pfüatdi" zur Begruessung ist meines Wissens
>nicht sehr verbreitet. Ebenso "Tschühüs". "Ciao", obwohl auch als
>Begruessungsformel verwendbar, ist in dieser Bedeutung doch eher
>unbekannt und koennte den Gespraechspartner verwirren.

Nein, es ging darum, ob nicht-autochthon Süddeutsche auf "GG"
ebenfalls mit "GG" zu antworten hätten, und daß nach Deiner eigenen
Aussage "Moin" darauf unhöflich sei. "Das Beispiel "Ciao" (in der Tat
eine Abschiedsformel, keine Begrüßungsformel) kam von Dir selber. Ich
habe nur die Diskussion von Begrüßungs- analog auf Abschiedsformeln
ausgedehnt, um die Beispiele zu vermehren.

>
>>
>> Anders ausgedrückt, würdest Du an der Küste auch den dort verbreiteten
>> Gruß "Moin" mit "Moin" erwidern?
>
>Unter welchen Bedingungen sollte ich das "wuerden"? Eigentlich spricht
>doch nichts dagegen. Man kann natuerlich auch einen an die Tageszeit
>angepassten Gruss verwenden (z.B. Guten Tag, Guten Abend, ..., je
>nachdem).

Nochmal - auf "GG" hältst Du "Guten Tag" als Antwort für unhöflich und
bist der Meinung, einzig angemessen sei wiederum GG; bei "Moin" aber
ist das anders?

>
>
>> Ich jedenfalls habe noch keinen
>> Süddeutschen erlebt, der das über die Lippen brächte, auch wenn er so
>> begrüßt wird.
>
>Wieviele hast Du schon erlebt ? (nur um die Aussagekraft Deiner Aussage
>zu bewerten :-)

Stell Dir vor, ich habe diverse Kollegen aus München. Die gucken immer
ganz schräg, wenn ich "Moin" sage, grüßen selber aber immer mit "Grüß
Gott". Deshalb habe ich mir angewöhnt, neutral "Guten Tag" zu sagen,
um die nicht mehr zu verwirren als unbedingt nötig. Auf die Idee, daß
deren "Grüß Gott" auf mich ebenso befremdlich wirkt wie auf die mein
"Moin", ist bisher keiner gekommen. Weder dann, wenn ich in München
bin, noch dann, wenn die hier sind. Und mit "Moin" hat auch noch
keiner geantwortet. Wirklich *keiner*.

Das "Moin" will ich ihnen ja auch keineswegs aufzwingen. Ich will nur
selber nicht als unhöflich bezeichnet werden, weil ich selber nun auch
meinerseits nicht mit "Grüß Gott" grüße.

>
>> Im Gegenteil - Süddeutsche antworten auf "Moin" an der
>> Küste nach meinen Beobachtungen mit "Grüß Gott", wenn sie den Gruß
>> denn verstehen, was gar nicht immer der Fall ist.
>
>Naja, es handelt sich eben um eine feste Formel, die man nur schwer los
>wird. Ich ertappe mich auch immer wieder, wie ich mich in fremden
>Gefilden mit "Ade!" verabschiede.

Ja, dann paßt Du Dich offenbar leichter an andere Sitten an als ich.
Ich ziehe es vor, wenn ich auch in der Fremde bei meinen Sitten
bleibe, und lasse anderen die ihren. Das ist sicherlich eine Frage der
persönlichen Vorliebe.

>> >Gruess Di,
>> >Jochen
>>
>> Moin! ;-)
>

>Gruess Di (ich meinte natuerlich die *ehemalige* Prinzessin),

>Jochen

Wie gesagt - ich bin kein Kirchgänger - da werde ich wohl wenig
Chancen drauf haben, so wie die jetzt in den Himmel gelobt wird...

Gruß, Diedrich.


Radiologische Gemeinschaftspraxis

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Peter Ringeisen wrote:
>
[...]

>
> Das macht nich neugierig! Woher kommt denn dieser Gruß, wenn /nicht/
> von "Morgen"?
>
Von friesisch 'moj', was 'gut' bedeutet (habe ich mir sagen lassen).
'Moin' ist also nichts weiter als eine aus dem Friesischen hergeleitete
Abk. fuer 'Guten Tag'.

Gruesse von der Waterkant,

Alexander

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Wolfgang Palka schrieb:

>> süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"
>
>Was ist dran Dialekt? "Grüß" oder "Gott"?

Dialekt im Sinne von "nur regional verbreitet".


Wolfram Meyer von Gagern

unread,
Jun 5, 1998, 3:00:00 AM6/5/98
to

Radiologische Gemeinschaftspraxis schrieb in Nachricht
<6l9cb2$266$1...@news02.btx.dtag.de>...


>Peter Ringeisen wrote:
>>
>[...]
>>
>> Das macht nich neugierig! Woher kommt denn dieser Gruß, wenn /nicht/
>> von "Morgen"?
>>
>Von friesisch 'moj', was 'gut' bedeutet (habe ich mir sagen lassen).
>'Moin' ist also nichts weiter als eine aus dem Friesischen hergeleitete
>Abk. fuer 'Guten Tag'.
>

In Finnland sagt man auch "moi moi" zur Begrüßung.

Wolli

Dr. Peter Kittel

unread,
Jun 7, 1998, 3:00:00 AM6/7/98
to

Jochen Messner schrieb:
>
>"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
>verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.

Nun ja, "moin" versteht wohl auch jeder als Gruss, wenn auch
mißverstandenerweise meist als Kurzform von "Morgen".

--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // http://www.pios.de of PIOS
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ office: peterk @ pios.de


Jochen Messner

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Jochen Messner schrieb:
>
> >
> >"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
> >verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
> >(Es ging doch um Hoeflichkeit)

> Nein, es ging darum, ob nicht-autochthon Süddeutsche auf "GG"


> ebenfalls mit "GG" zu antworten hätten, und daß nach Deiner eigenen
> Aussage "Moin" darauf unhöflich sei.

So etwas hab' ich nie behauptet. Lies bitte meine Aussagen dazu nochmals
nach! Ich schrieb, dass "Moin" evtl. von Deinem gegenueber nicht
verstanden werden koennte (man beachte, dass ich hier auch in der
woertlichen "Rede", den Konjunktiv benutzte). Ich persoenlich wuerde
mich daran nicht stoeren, wenn ich auch zuerst etwas verwirrt sein
koennte, wenn mich jemand abends so begruesst. Sicher ist es etwas
provokant von mir zu behaupten, dass "Gruess Gott" jeder versteht, aber
immerhin ist dieser Gruss hochdeutsch formuliert (im Gegensatz zu
"Moin").

> "Das Beispiel "Ciao" (in der Tat
> eine Abschiedsformel, keine Begrüßungsformel) kam von Dir selber.

Entschuldige. Anscheinend bist Du gerade dem Missverstaendniss erlegen,
auf dass ich aufmerksam machen wollte. Tatsaechlich ist "Ciao" auch eine
Begruessungsformel. Dies ist aber offensichtlich nicht jedem bekannt,
deshalb koennte eine Begruessung mit "Ciao" zur Verwirrung des
Begruessten fuehren.

>
> Nochmal - auf "GG" hältst Du "Guten Tag" als Antwort für unhöflich und
> bist der Meinung, einzig angemessen sei wiederum GG; bei "Moin" aber
> ist das anders?

Nein. Allerdings faende ich es schon sehr seltsam, wenn mir jemand
spaetabends auf ein GG einen "Guten Tag" erwiedert.

> Stell Dir vor, ich habe diverse Kollegen aus München. Die gucken immer
> ganz schräg, wenn ich "Moin" sage, grüßen selber aber immer mit "Grüß
> Gott". Deshalb habe ich mir angewöhnt, neutral "Guten Tag" zu sagen,
> um die nicht mehr zu verwirren als unbedingt nötig.

Das deutet doch darauf hin, dass Du ein freundlicher Mensch bist :-)

> Auf die Idee, daß
> deren "Grüß Gott" auf mich ebenso befremdlich wirkt wie auf die mein
> "Moin", ist bisher keiner gekommen. Weder dann, wenn ich in München
> bin, noch dann, wenn die hier sind. Und mit "Moin" hat auch noch
> keiner geantwortet. Wirklich *keiner*.

Nun, die bairische Mentalitaet zeichnet sich eben nicht durch besondere
Einfuehlsamkeit aus.

>
> Das "Moin" will ich ihnen ja auch keineswegs aufzwingen. Ich will nur
> selber nicht als unhöflich bezeichnet werden, weil ich selber nun auch
> meinerseits nicht mit "Grüß Gott" grüße.

Noe, das wollte ich auch nicht meinen. Die Erwiderung von "Guten
Tag/Abend/Morgen/etc." ist sicher hoeflich -- sofern (und das meinte
ich) die Tageszeit beachtet wird. Antwortest Du mit "Moin" koennte man
das sogar als freundlich empfinden, da Du einen (einem?) an Deiner
Heimat teilhaben laesst (wenn Freundlichkeit nicht angebracht ist,
koennte es aber als Unhoeflichkeit empfunden werden).

> >
> >> Im Gegenteil - Süddeutsche antworten auf "Moin" an der
> >> Küste nach meinen Beobachtungen mit "Grüß Gott", wenn sie den Gruß
> >> denn verstehen, was gar nicht immer der Fall ist.

In obigem Sinne kann man das auch als Freundlichkeit interpretieren.

> >
> >Naja, es handelt sich eben um eine feste Formel, die man nur schwer los
> >wird. Ich ertappe mich auch immer wieder, wie ich mich in fremden
> >Gefilden mit "Ade!" verabschiede.
>
> Ja, dann paßt Du Dich offenbar leichter an andere Sitten an als ich.
> Ich ziehe es vor, wenn ich auch in der Fremde bei meinen Sitten
> bleibe, und lasse anderen die ihren. Das ist sicherlich eine Frage der
> persönlichen Vorliebe.

So leicht passe ich mich eigentlich nicht an. Andererseits macht es auch
manchmal Spass, die Eigenheiten der anderen zu imitieren. Was einem
zunaechst -- bleibt man fremd -- wie ein Spiel vorkommt. Ich bin mir
z.B. ziemlich sicher, dass ich den "Moin"-Gruss in der entsprechenden
Gegend schon mal ausprobiert habe.

Gruss,
Jochen

Peter Brülls

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Jochen Messner <mes...@mail.com>:

> Diedrich Ehlerding wrote:

>> Und inwiefern ist "Moin" (ist BTW _keine_ Verballhornung von "guten
>> Morgen") als norddeutscher Dialektgruß weniger passend oder
>> verwirrender als der süddeutsche Dialektgruß "Grüß Gott"?

> "Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht


> verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
> (Es ging doch um Hoeflichkeit)

Wieso versteht jeder »Grüß Gott«?


[...]

> Noe, ein religioeses Bewusstsein verbindet sich mit dieser Formel
> nicht.

Aber wohl für die, für die »Grüß Gott« nicht zum normalen Repertoire
gehört.


Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Jochen Messner wrote:

> > >"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
> > >verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
> > >(Es ging doch um Hoeflichkeit)
>

> > Nein, es ging darum, ob nicht-autochthon Süddeutsche auf "GG"
> > ebenfalls mit "GG" zu antworten hätten, und daß nach Deiner eigenen
> > Aussage "Moin" darauf unhöflich sei.
>
> So etwas hab' ich nie behauptet. Lies bitte meine Aussagen dazu nochmals
> nach!

Ich habe nochmal nachgelesen;

:Auch sollte man in die Ueberlegung mit
:einfliessen lassen, dass eine nicht zur Tageszeit und zum Ort passende


:Begruessung den Gespraechspartner unnoetig verwirren koennte und
deshalb
:auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren

:"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag"). Eine passende Antwort waere
:z.B. "Gruess Gott"
(Dein Beitrag Message-ID: <35767A...@mail.com> vom 04 Jun 1998
12:44:49 +0200)

Daraus schließe ich, bzw. habe ich geschlossen, für Dich sei "Moin"
unhöflich, ebenso "Guten (Tag/Morgen/Abend)", und Du hieltest _nur_ GG
für angemessen. Nun, für mich ist GG ebenso unhöflich, weil mit
religiösem Hintergrund. (Ja, ich weiß - das ist so nicht beabsichtigt.
Aber auch das Mißverständnis "Moin" als Verkürzung von "guten Morgen"
ist nicht beabsichtigt). Die eine Verwirrung ist (finde ich) so
höflich oder unhöflich wie die andere, wenn jemand weiß, daß der
Gesprächspartner nicht aus dem 'Moin'-bzw. 'GG'-Kulturkreis stammt. Sei
es als Gruß, sei es als Antwort. Oder: wer "Grüß Gott" verwendet, sollte
sich nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn er "Moin" zur Antwort
bekommt, oder "Guten Tag".

> Allerdings faende ich es schon sehr seltsam, wenn mir jemand
> spaetabends auf ein GG einen "Guten Tag" erwiedert.

Nun, für mich ist "Guten Tag" tageszeitneutral. Da haben wir einander
wohl mißverstanden, ich hatte den Eindruck gewonnen, "Guten
Tag/Morgen/Abend" sei für Dich bereits an sich unhöflich.

Gruß, Diedrich

Jochen Messner

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:

>
> Jochen Messner wrote:
>
> > So etwas hab' ich nie behauptet. Lies bitte meine Aussagen dazu nochmals
> > nach!
>
> Ich habe nochmal nachgelesen;
>
> :Auch sollte man in die Ueberlegung mit
> :einfliessen lassen, dass eine nicht zur Tageszeit und zum Ort passende
> :Begruessung den Gespraechspartner unnoetig verwirren koennte und
> deshalb
> :auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren
> :"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag"). Eine passende Antwort waere
> :z.B. "Gruess Gott"
> (Dein Beitrag Message-ID: <35767A...@mail.com> vom 04 Jun 1998
> 12:44:49 +0200)
>
> Daraus schließe ich, bzw. habe ich geschlossen, für Dich sei "Moin"
> unhöflich, ebenso "Guten (Tag/Morgen/Abend)", und Du hieltest _nur_ GG
> für angemessen.

Na, da hast du hast Dich eben geirrt. Haette ich das gemeint, was Du
meintest, ich haette gemeint , so haette ich es auch so gesagt :-). Ich
hoffe, es is mir gelungen, Dich in meiner letzten Nachricht darueber
zufriendenstellend aufzuklaeren. Ich verstehe allerdings nicht, wie Du
mich so missverstehen konntest. Ich schreibe z.B.
"Eine passende Antwort waere z.B. "Gruess Gott"", Du verstehst
"nur GG ist angemessen" etc..


> Nun, für mich ist GG ebenso unhöflich, weil mit
> religiösem Hintergrund. (Ja, ich weiß - das ist so nicht beabsichtigt.

Du bist wohl sehr unflexibel in diesem Punkt?

> > Allerdings faende ich es schon sehr seltsam, wenn mir jemand
> > spaetabends auf ein GG einen "Guten Tag" erwiedert.
>
> Nun, für mich ist "Guten Tag" tageszeitneutral.

Fuer mich nicht (zumindest nich abends und nachts)!

> Da haben wir einander
> wohl mißverstanden, ich hatte den Eindruck gewonnen, "Guten
> Tag/Morgen/Abend" sei für Dich bereits an sich unhöflich.
>
> Gruß, Diedrich

Gruss,
Jochen

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Jochen Messner schrieb:

> Ich verstehe allerdings nicht, wie Du
>mich so missverstehen konntest. Ich schreibe z.B.
>"Eine passende Antwort waere z.B. "Gruess Gott"", Du verstehst
>"nur GG ist angemessen" etc..

Vielleicht weil Du Dich mißverständlicher ausgedrückt hast als Du Dich
heute erinnerst ;-)? Du sagtest nämlich außerdem vorher (blättere
nochmal zurück), daß "Guten Tag" und "Moin" unhöflich seien. Übrig
blieb *nur* Grüß Gott.

Aber das haben wir nun geklärt, es war ein Mißverständnis.

>
>
>> Nun, für mich ist GG ebenso unhöflich, weil mit
>> religiösem Hintergrund. (Ja, ich weiß - das ist so nicht beabsichtigt.
>
>Du bist wohl sehr unflexibel in diesem Punkt?

Nicht weniger flexibel als Du bei "Moin". Ich sagte ja nur, es ist für
mich *ebenso* höflich oder unhöflich wie "Grüß Gott" zu einem als
solchem bekannten Angehörigen des jeweils fremden Kulturkreises. Daß
"Moin" unhöflich sei, hast Du behauptet, nicht ich. Ich sagte und
wiederhole: Wer "Grüß Gott" verwendet, möge sich nicht durch "Moin"
auf den Schlips getreten fühlen.

Und, ja, micht stört absichtliche religiöse "Anmache", und auch
unabsichtliche, wenn auch letztere (wenn ich es weß) in geringerem
Maße. Nenn es unflexibel, wenn Du willst.

Gruß, Diedrich

Richard Loebner

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

The message <357BB3...@mail.com>
from Jochen Messner <mes...@mail.com> contains these words:


> Diedrich Ehlerding wrote:
> >
> > Jochen Messner schrieb:


> >
> > >
> > >"Moin" koennte von einem "Gruess Gott" sagenden Menschen nicht
> > >verstanden werden. "Gruess Gott" dagegen versteht jeder.
> > >(Es ging doch um Hoeflichkeit)

> Nun, die bairische Mentalitaet zeichnet sich eben nicht durch besondere
> Einfuehlsamkeit aus.

> snip <

Einfühlsamkeit oder Etikette oder was immer.
Als sechsjähriger Junge habe ich eine ältere, meiner Familie
bekannten, Dame mit "Guten Tag" begrüßt und wurde von meinen Eltern
mit der Vorwurf: dies wäre unhöflich, zurecht gewiesen. Der Gruß
"küss die Hand" wäre angebracht, hieß es!

"Grüß Gott" wäre ebenso unpassend in dieser Situation, es sei denn
viel unpersönlicher und deßhalb höflich im täglichem Gebrauch mit
Freunden oder Bekannten und Leuten die man nicht duzt.

Duzfreunde wurden generell mit "Grüß Dich" begrüßt.

Wie es im Englischen so schön heißt: "horses for courses", oder?

MfG
--
Richard
Crowthorne Berkshire UK


Jochen Messner

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Diedrich Ehlerding wrote:
>
> Jochen Messner schrieb:
>
> > Ich verstehe allerdings nicht, wie Du
> >mich so missverstehen konntest. Ich schreibe z.B.
> >"Eine passende Antwort waere z.B. "Gruess Gott"", Du verstehst
> >"nur GG ist angemessen" etc..
>
> Vielleicht weil Du Dich mißverständlicher ausgedrückt hast als Du Dich
> heute erinnerst ;-)? Du sagtest nämlich außerdem vorher (blättere
> nochmal zurück), daß "Guten Tag" und "Moin" unhöflich seien. Übrig
> blieb *nur* Grüß Gott.

Nein, sagte ich nicht! Lies bitte nach. (Du kannst ja bei DejaNews
nachschauen.)

>
> Aber das haben wir nun geklärt, es war ein Mißverständnis.
> >
> >
> >> Nun, für mich ist GG ebenso unhöflich, weil mit
> >> religiösem Hintergrund. (Ja, ich weiß - das ist so nicht beabsichtigt.
> >
> >Du bist wohl sehr unflexibel in diesem Punkt?
>
> Nicht weniger flexibel als Du bei "Moin". Ich sagte ja nur, es ist für
> mich *ebenso* höflich oder unhöflich wie "Grüß Gott" zu einem als
> solchem bekannten Angehörigen des jeweils fremden Kulturkreises. Daß
> "Moin" unhöflich sei, hast Du behauptet, nicht ich.

Langsam reichts. Hoer' entlich mit Deinen Unterstellungen auf! Ich habe
nie gesagt, dass Moin unhoeflich sei und empfinde es auch nicht so!

Gruss,
Jochen

Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Jochen Messner wrote:
> >[...]? Du sagtest nämlich außerdem vorher (blättere

> > nochmal zurück), daß "Guten Tag" und "Moin" unhöflich seien. Übrig
> > blieb *nur* Grüß Gott.
>
> Nein, sagte ich nicht! Lies bitte nach. (Du kannst ja bei DejaNews
> nachschauen.)
> [...]

> > Daß
> > "Moin" unhöflich sei, hast Du behauptet, nicht ich.
>
> Langsam reichts. Hoer' entlich mit Deinen Unterstellungen auf! Ich habe
> nie gesagt, dass Moin unhoeflich sei und empfinde es auch nicht so!

Schön, daß Du das nunmehr klar stellst, Aber nochmal, ich unterstelle
nicht, sondern habe mich bezogen auf:

:auch als Unhoeflichkeit gewertet werden koennte (Bsp. dazu waeren
:"Moin", "n'abend", "Ciao", "Guten Tag").

(Dein Beitrag Message-ID: <35767A...@mail.com> vom 04 Jun 1998).

Diese Diskussion wird jetzt aber für die Allgemeinheit uninteressant.
F'up

pr...@my-dejanews.com

unread,
Jun 13, 1998, 3:00:00 AM6/13/98
to

Hallo Alexander,

In article <6l9cb2$266$1...@news02.btx.dtag.de>,


pra...@pruenergang.de wrote:
>
> Peter Ringeisen wrote:
> >
> [...]
> >
> > Das macht nich neugierig! Woher kommt denn dieser Gruß, wenn /nicht/
> > von "Morgen"?
> >
> Von friesisch 'moj', was 'gut' bedeutet (habe ich mir sagen lassen).
> 'Moin' ist also nichts weiter als eine aus dem Friesischen hergeleitete
> Abk. fuer 'Guten Tag'.
>

> Gruesse von der Waterkant,
>
> Alexander

Vielen Dank, und Grüße zurück aus der Oberpfalz!

Peter.

Peter Ringeisen, Amberg <p...@gmx.de>


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Jochen Messner

unread,
Jun 23, 1998, 3:00:00 AM6/23/98
to

Immerhin interessant fuer diese Gruppe ist wohl, dass manche Leute die
Bedeutung des Konjunktivs nicht kennen. Meiner Ansicht nach folgt aus
meiner Aussage nicht Deine Unterstellung.

Gruss,
Jochen

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