Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
rechne) trotzdem überall verständlich?
Matthias
--
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Matthias Opatz schrieb:
>
> In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das
> Zusammenstoßen der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo
> /Ditschen/?
> Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
>
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne) trotzdem überall verständlich?
>
In HH schon, obwohl die da eher "Marmeln" heißen.
"Ditschen" bedeutet hier (möglw. u.a.): (leicht) anstoßen, schwängern
(anditschen), flachen Stein über das Wasser springen lassen.
"Dotzen" kenne ich mehr als onomatopoetischen Ausdruck, "Dötzchen", auch
"I-Dötzchen" sind, glaube ich, im Rheinland die Erstklässler (Wobei ich
nicht weiß, ob das "I" ein i oder eigentlich ein röm. I ist).
--
M.f.G.
Hans U. Geisler
Sartoriusstr. 31
20257 Hamburg
http://www.anwalt-geisler.de
> In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das
> Zusammenstoßen der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo
> /Ditschen/?
> Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
Da kann ich leider nicht mehr dienen; das Spiel war schon
mega-out, als ich noch klein war.
>
>
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
Wenn man den "Wortatlas der deutschen Umgangssprachen", Karte 50,
ansieht, scheint eher das Letztere der Fall zu sein. Als
umgangssprachlich wird "Murmel" dort nur in der ehemaligen
DDR sowie Ost-Niedersachsen verzeichnet; dazu kommen Streubelege
überall im deutschen Sprachgebiet.
Ansonsten dominieren Regionalismen, z.B. "Schusser" in Bayern,
"Klicker" in Rheinland-Pfalz und West-Hessen usw. Hier in Zürich
sagt man "Chlüüre".
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne)
Stimmt. Es ist der Ausdruck der Norm.
trotzdem überall verständlich?
Der Karte mit den vielen Streubelegen nach zu schließen ist
das durchaus möglich.
Gruß,
Christian
--
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> In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das Zusammenstoßen
> der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo /Ditschen/?
Dotzen ist für mich das Aufprallenlassen eines Balles auf dem Boden,
etwa im Handball oder im Basketball. Für Kugeln würde ich prallen,
stoßen, klickern, datschen (Dialekt) verwenden.
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen gebräuchlich, etwa
> Klickern, Schussern, Neggln. Bedeutet das, dass diese Begriffe
> *neben* Murmeln verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
Der Klicker ist für mich der einzige Begriff. "Murmeln" gibt es nur als
Verb für "undeutlich und leise sprechen".
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache rechne)
> trotzdem überall verständlich?
Im Singular wirst Du in Franken damit vielleicht verstanden, im Plural
jedoch nicht.
--
Bernd Gramlich Timeo danaos et dona ferentes.
> Der Klicker ist für mich der einzige Begriff. "Murmeln"
> gibt es nur als Verb für "undeutlich und leise sprechen".
>
>> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
>> rechne) trotzdem überall verständlich?
>
> Im Singular wirst Du in Franken damit vielleicht
> verstanden, im Plural jedoch nicht.
Heißt das, wenn ich sage, ich habe 30 Murmeln, sind
Franken ratlos? Denken sie, wenn ich zu einem Wettstreit
im Murmeln einlade, zuerst an "undeutlich sprechen"?
Ja.
> (Wobei ich nicht weiß, ob das "I" ein i oder eigentlich ein röm. I ist).
Ein "i-".
Bloß warum werden die Erstklässler im Rheinland (und anderswo) immer mit
dem Ruf "I-Dötzchen, Kaffeeklötzchen!" gehänselt?
Und: was ist ein "Kaffeeklötzchen" und wozu braucht man es?
Fragt sich ratlos
> was ist ein "Kaffeeklötzchen" und wozu braucht man es?
Vielleicht ein Stück Würfelzucker? Man gebraucht es üblicherweise zum
Süßen von Getränken.
// Lars
--
Ich kenne das auch, bin ja selbst Deutscher. Ich bin kleinkariert, bürokratisch,
humorlos, obrigkeitsgläubig ...ich würde die Liste gerne fortführen, aber ich
muß erstmal meinen Gartenzwerg geraderücken, der hat sich eben zur Seite geneigt.
(Sebastian Koppehel in dsnu)
Also wie bereits gelöst: in der DDR meist nur als Murmeln bekannt. Vor sich
hin brummen ist "murmeln".
Und "ditschen" bedeutet ebenda soviel wie eintauchen ("einditschen"). Aber
es kann auch, wie bereits erwähnt, das Aufkommen des Balles beim Spiel auf
den Boden ("aufditschen") bedeuten.
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne) trotzdem überall verständlich?
>
> Matthias
Welcher Name für die Teile steht denn auf (Verkaufs-)Verpackungen?
Th.
Sicher?
Hätte ich unter "Schmuck" eingeordnet.
Es geht hier aber um Spielzeug (zudem eines der
ältesten Spielzeuge der Menschheitsgeschichte).
Es muß doch einen regio-neutralen Begriff geben,
analog zu "marbles". In Thüringen und Franken
gab es im 17. bis 19. Jahrhundert zahlreiche
"Märbelmühlen", die haben die "Märbeln" in ganz
Mitteleuropa verkauft, sogar nach Übersee. Kann
mir nicht vorstellen, dass die die Kaufleute in
jeder Regio als was anderes feilgeboten haben.
Naja, damals wurde ja auch viel mit dem Auge gekauft,
vielleicht brauchten die Kaufleute gar nicht zu
wissen, wie man dort und dort dazu sagt.
Matthias Opatz wrote:
>
> Bernd Gramlich wrote:
>
> > Der Klicker ist für mich der einzige Begriff. "Murmeln"
> > gibt es nur als Verb für "undeutlich und leise sprechen".
> >
> >> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> >> rechne) trotzdem überall verständlich?
> >
> > Im Singular wirst Du in Franken damit vielleicht
> > verstanden, im Plural jedoch nicht.
>
> Heißt das, wenn ich sage, ich habe 30 Murmeln, sind
> Franken ratlos? Denken sie, wenn ich zu einem Wettstreit
> im Murmeln einlade, zuerst an "undeutlich sprechen"?
>
Also ich hab erst kürzlich eine dpa-Meldung zur (1.dt.?)
Murmelmeisterschaft gelesen, die in Erfurt stattfand. Und da ging es
keineswegs ums undeutlich sprechen, sondern um das Spiel mit den Kugeln.
Gibt 'ne englische(gegnerische Kugeln an- und wegschießen) und 'ne
deutsche (rein ins Loch) Spielvariante.
Gruß, Caba
Sechste.
> Murmelmeisterschaft gelesen, die in Erfurt stattfand.
> Und da ging es keineswegs ums undeutlich sprechen,
> sondern um das Spiel mit den Kugeln.
Sicher. Das sagt nur, dass es der Verfasser so versteht,
weiter nichts. (Natürlich nimmt er an, gemeinverständlich
zu sein, aber dafür gab es hier Zweifel)
> Gibt 'ne englische(gegnerische Kugeln an- und wegschießen)
> und 'ne >deutsche (rein ins Loch) Spielvariante.
Es gibt ein paar Tausend Spielvarianten.
Die genannten wurden (u. a.) in Erfurt gespielt.
Gemurmelt haben vor der Computer- und fernsehära Kinder
auf der ganzen Welt (nachgewiesen zumindests seit 6000
Jahren), und in verschiedneen Regionen und Zeiten sind
immer neue Spielvarianten entstanden oder haben sich
gewandelt. Aber das wird jetzt off-topic ...
Mit geht's um die Begrifflichkeit.
> Bernd Gramlich wrote:
>
>
> > Der Klicker ist für mich der einzige Begriff. "Murmeln" gibt es nur
> > als Verb für "undeutlich und leise sprechen".
> >
> >> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache rechne)
> >> trotzdem überall verständlich?
> >
> > Im Singular wirst Du in Franken damit vielleicht
> > verstanden, im Plural jedoch nicht.
>
>
> Heißt das, wenn ich sage, ich habe 30 Murmeln, sind Franken ratlos?
> Denken sie, wenn ich zu einem Wettstreit im Murmeln einlade, zuerst
> an "undeutlich sprechen"?
Nein zu ersterem, ja zu zweiterem. Wenn Du mich in meiner Kindheit
gefragt hättest, ob wir Murmeln spielen sollen, hätte ich an ein
Flüsterspiel gedacht und mich gewundert, wie das zu zweit Spaß machen
soll.
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Wer allerdings in Kauf nimmt, täglich im Verkehr
| | | |_| | stecken zu bleiben, wird sich kaum dazu veranlaßt
| | | _ | sehen, sein Verkehrsverhalten kritisch zu über-
|_|a |_| |_|a denken."
>Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
Ich biete noch den "Heuer" (Bergisches Land, 60er Jahre)
Davon abgeleitet die "Heuerbahn", ein sinnreicher Mechanismus, bei dem
die Kugeln über schiefe Ebenen, z.T. durch Löcher, nach unten rollen.
Frank
> Bloß warum werden die Erstklässler im Rheinland (und anderswo)
> immer mit dem Ruf "I-Dötzchen, Kaffeeklötzchen!" gehänselt?
>
> Und: was ist ein "Kaffeeklötzchen" und wozu braucht man es?
Bei uns hieß es immer "I-Männchen, Kaffeekännchen".
Gruß Dirk.
Auf dieser Seite
http://www.uchile.cl/cultura/oplath/antologia/origyfolc4.htm
findet man einen ganzen Haufen unterschiedlicher Bezeichnungen für
die Schnellkugeln - von »Abbas« bis »Wurmeln«. ;-)
Leider haben sich da offensichtlich einige Tippfehler eingeschlichen,
aber erstaunlich ist es schon, was es alles für Bezeichnungen gibt.
Schöne Grüße,
Wolf
> Auf dieser Seite
> http://www.uchile.cl/cultura/oplath/antologia/origyfolc4.htm
> findet man einen ganzen Haufen unterschiedlicher
> Bezeichnungen für die Schnellkugeln
Die Liste ist (wenigstens mit Quelle) ebenso aus dem Buch von
Holler ("Murmeln, Schusser, Klicker", ISBN 3-88034-293-8)
geklaut wie (ohne Quellenangabe) das Foto dort.
Aber die Hollersche (Holler'sche?) Liste ist lang und
zudem ohne jegliche Information, aus welcher Zeit oder
welcher Region sie stammen, dass ich gern doch in Erfahrung
gebracht hätte, welche Bezeichnungen zeitgenössisch (und
nicht nur auf ein Dorf beschränkt) zur Umganssprache gehören.
> In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das
> Zusammenstoßen der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo
> /Ditschen/?
> Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
>
>
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne) trotzdem überall verständlich?
Die Murmel (kommt m.E. von Marmor, Marmel) heißt in Berlin 'Bucker'.
FR
> Bloß warum werden die Erstklässler im Rheinland (und anderswo)
> > immer mit dem Ruf "I-Dötzchen, Kaffeeklötzchen!" gehänselt?
> >
> > Und: was ist ein "Kaffeeklötzchen" und wozu braucht man es?
>
> Bei uns hieß es immer "I-Männchen, Kaffeekännchen".
In Berlin: 'Erste Klecker, Tafellecker'.
FR
> In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das
> Zusammenstoßen der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo
> /Ditschen/?
> Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
"Dotzen" habe ich in Wiesbaden gehört, "Ditschen" kenne ich aus Hamburg.
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne) trotzdem überall verständlich?
Ich habe (in HH) immer nur mit Murmeln oder Marmeln gespielt,
wenn es um die kleinen Glaskugeln ging.
Gruß
Andreas
Zürich, Dialekt: Tütsche. Auch oder besonders bei Ostereiern.
Aja: mit kurzem ü. Ein Tüütsche ist ein Deutscher...
Ich hoffe sehr, dass das schöne Dialektwort Zämetütschibahn
("Zusammenstossbahn") nicht ausstirbt, es wird immer mehr vom
wesentlich farbloseren Autoscooter verdrängt.
- Andi
Matthias Opatz schrieb in Nachricht <3b937823$1...@netnews.web.de>...
>In welchen Regionen ist /Dotzen/ (insbesondere für das
>Zusammenstoßen der Kugeln beim Murmeln) üblich, und wo
>/Ditschen/?
>Gibt es dafür noch andere Regionalismen?
Also, wenn bei uns (in Karlsruhe) ein Stein flach über Wasser geschleudert
wird und er aufkommt und weiterspringt, so nennen wird das "aufdotzen" (wenn
überhaupt)...
ciao / max
in Wien sagen wir "Taferlklassler", obwohl selbst bei uns nicht mehr
auf schwarzen kleinen Tafeln mit Kreide geschrieben wird ;-))
Ulli
> Für Murmeln selbst sind verschiedene Regionalismen
> gebräuchlich, etwa Klickern, Schussern, Neggln.
> Bedeutet das, dass diese Begriffe *neben* Murmeln
> verwendet werden, oder nur an dessen Stelle?
> Falss zweiteres, ist Murmeln (das ich zur Hochsprache
> rechne) trotzdem überall verständlich?
Murmeln ist verständlich (wir hatten das Pixi-Buch "Kai und Mia
spielen mit Marmeln" und haben uns gewundert, warum die M_a_rmeln
sagen). Glaskugeln ist auch gebräuchlich.
Ulli
Und wenn wir Kindergarten-Kinder in Zweierreihen, Händchen
gefaßt durch die Straßen geführt wurden, dann wurde uns
hinterhergebrüllt: Kinderjarten, Schweinebraten.
FR
Einzugsgebiet des ADAC?
> Bei euch auch?
Weiß nich. Bin schon aus der Alter raus ...