erst einmal guten Tag an alle. Ich bin zum ersten Mal hier in dieser Gruppe
und möchte mich gleich entschuldigen, falls ich gegen irgendwelche
Gepflogenheiten verstoßen sollte.
Kann mir vielleicht jemand bei folgendem Problem helfen:
Ich suche einen mundartlichen Ausdruck (vermutlich Sudetenland, Bayern oder
Vogtland) für Riemen (evtl. auch Gurt oder Senkel), der so ähnlich klingt
wie "Streusel". (Vielleicht heißt er sogar so.) Es kann durchaus auch ein um
ein paar Jahrhunderte veralteter Ausdruck sein. Hat jemand von euch schon
einmal etwas passendes gehört?
Viele Grüße
Uwe Kirmse
http://uwekirmse.de
E-Mail: spam --> uwe
> Keine Ahnung, leider.
Ich finds aber unheimlich gut, Du, daß wir darüber so ganz offen
gesprochen haben.
vG, scnr
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Alle Menschen werden als Originale geboren.
Die meisten sterben als Kopien.
> Kann mir vielleicht jemand bei folgendem Problem helfen:
> Ich suche einen mundartlichen Ausdruck (vermutlich Sudetenland, Bayern oder
> Vogtland) für Riemen (evtl. auch Gurt oder Senkel), der so ähnlich klingt
> wie "Streusel". (Vielleicht heißt er sogar so.) Es kann durchaus auch ein um
> ein paar Jahrhunderte veralteter Ausdruck sein. Hat jemand von euch schon
> einmal etwas passendes gehört?
Ich kenne nur "Bändsel", was allerdings nicht mundartlich ist und was
auch nicht auf Riemen paßt (auf Senkel schon).
- Sebastian
Dir auch einen guten Tag.
> Ich bin zum ersten Mal hier in dieser
> Gruppe und möchte mich gleich entschuldigen...
... brauchtst du doch nicht "vorsichtshalber" ;-)
> Kann mir vielleicht jemand bei folgendem Problem helfen:
> Ich suche einen mundartlichen Ausdruck (vermutlich Sudetenland,
> Bayern oder Vogtland) für Riemen (evtl. auch Gurt oder Senkel), der
> so ähnlich klingt wie "Streusel". (Vielleicht heißt er sogar so.)
Mein Opa (Marktneukirchen) sagte zu uns Kindern, die wir mit den Bändern
an den hohen Lederschuhen nicht zurechtkamen, wir sollten unsere
"Schnörres" oder "Schnürssel" binden.
Vielleicht solltest du dich mal bei "echten"
Sudetendeutschen/Schlesiern/Vogtländern erkundigen. Viel Glück.
Gruß
Helen
Und überhaupt gibt's keinen einheitlichen Dialekt "Sudetendeutsch". In
Budapest trafen wir einstens einen Egerländer, der dort
hängengeblieben war, sich in Restaurants als Schnorrer betätigte und
deutsche Touristen belästigte. Dessen Dialekt war für mich von
Bayrisch nicht zu unterscheiden. Unter anderem äußerte er: A fette
Wurscht mußt essen, dann kannst ficken - FR
> Und überhaupt gibt's keinen einheitlichen Dialekt "Sudetendeutsch". In
> Budapest trafen wir einstens einen Egerländer, der dort
> hängengeblieben war, sich in Restaurants als Schnorrer betätigte und
> deutsche Touristen belästigte. Dessen Dialekt war für mich von
> Bayrisch nicht zu unterscheiden. Unter anderem äußerte er: A fette
> Wurscht mußt essen, dann kannst ficken .
;-) ...mmh, was an dem letzten Satz ist für dich "Bayrisch"?
Inhalt, Wortstellung, Schreibweise - lass es keinen Bayern hören.
Gruß
Helen
Etymologisch verwandt sind: Strich, Streifen, Streich, Strahl, Striezel, Strieme, Strähne, u.a.
Spricht man Striezel als 'Striesel' kommt es Ihrem 'Streusel' recht nahe.
| Der Striez, des -es, plur. die -e, oder der Striezel, des -s, plur. ut nom. sing.
| oder die Striezel, plur. die -n, ein im gemeinen Leben vieler Gegenden
| übliches Wort, einen länglichen schmalen und dicken Körper zu bezeichnen.
| Ein in länglicher Form gebackenes Brot, heißt in einigen Gegenden
| Striezel, in andern Weck, und in noch andern Stolle. Butterstriezel, ein
| Buttergebackenes in dieser Gestalt. In einem andern Verstande ist die
| Butterstriezel ein Stück Butter in ähnlicher länglicher Gestalt, ein
| Butterweck; Ital. Striscia. In Baiern und Österreich sind die Striezeln
| e ine Art Kuchen, vielleicht von ähnlicher Gestalt, welche im
| Wendischen Struza heißen, wo es von einigen von strotzen abgeleitet
| wird. In allen Fällen sticht der Begriff der Länge hervor, daher dieses Wort
| von Striem, Streifen u.s.f. nur im Endlaute verschieden ist.
Mundartlich denkbar wäre auch: Strüsel, Schnürsel.
Gruß.
/ . . . /
>
> Etymologisch verwandt sind: Strich, Streifen, Streich, Strahl, Striezel,
Strieme, Strähne, u.a.
>
> Spricht man Striezel als 'Striesel' kommt es Ihrem 'Streusel' recht nahe.
>
> | Der Striez, des -es, plur. die -e, oder der Striezel, des -s, plur. ut
nom. sing.
> | oder die Striezel, plur. die -n, ein im gemeinen Leben vieler Gegenden
> | übliches Wort, einen länglichen schmalen und dicken Körper zu
bezeichnen.
> | Ein in länglicher Form gebackenes Brot, heißt in einigen Gegenden
> | Striezel, in andern Weck, und in noch andern Stolle. Butterstriezel, ein
> | Buttergebackenes in dieser Gestalt. In einem andern Verstande ist die
> | Butterstriezel ein Stück Butter in ähnlicher länglicher Gestalt, ein
> | Butterweck; Ital. Striscia. In Baiern und Österreich sind die Striezeln
> | e ine Art Kuchen, vielleicht von ähnlicher Gestalt, welche im
> | Wendischen Struza heißen, wo es von einigen von strotzen abgeleitet
> | wird. In allen Fällen sticht der Begriff der Länge hervor, daher dieses
Wort
> | von Striem, Streifen u.s.f. nur im Endlaute verschieden ist.
>
> Mundartlich denkbar wäre auch: Strüsel, Schnürsel.
Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Tatsächlich kommt das dem Streusel
am nächsten. Eigentlich geht es mir darum, die Etymologie des tschechischen
mundartlichen Ausdrucks "strojzl" (Aussprache: Streusl) zu klären. Dieser
Ausdruck bedeutet "Riemen" und tritt im Grenzgebiet zu Deutschland auf. Er
ist offensichtlich aus dem Deutschen entlehnt. (ähnlich "hajzl" - Häusl -
für Toilette)
Diese Antwort ist bisher der einzige Hinweis, der in die richtige Richtung
gehen könnte. Oft ist ja auch bei solchen Entlehnungen das ursprüngliche
Wort gar nicht mehr existent, und es ist schwierig, dazu etwas zu finden.
Beste Grüße
Uwe Kirmse