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Strich über dem "u"

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Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 23, 2012, 5:14:58 AM4/23/12
to
Hallo!

Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
"ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
gelehrt wurde.
Nun sah ich so ein Strichlein aber auf einem Zettel, den ein Arbeitskollege
von meiner Frau geschrieben hat, und der gute Mann ist erst Anfang 20.
Erlebt der Strich überm "u" derzeit eine Renaissance, oder wo hat der das
her?
Ich selber habe das so nie gelernt, und auch mein Sohn, der z.Zt. aufs
Gymnasium geht, macht keine Striche übers "u". Ist das evtl. irgendwie
regional unterschiedlich (Österreich, Schweiz...)?

Grüße,

Frank

Bertel Lund Hansen

unread,
Apr 23, 2012, 5:22:32 AM4/23/12
to
Frank Hucklenbroich skrev:

> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> gelehrt wurde.

Das kennen wir auch in Dänemark. In der Schule erzählte der
Lehrer, dass einige Leute so schrieben, und das es nicht falsch
war, aber eigentlich gelernt habe ich es nicht, und ich habe es
auch nicht benutzt.

Heute schreiben so wenige Leute mit der Hand, dass ich mir nicht
erinnern kann, wann ich es letzt gesehen habe.

--
Gruß
Bertel, Dänemark

Volker Gringmuth

unread,
Apr 23, 2012, 5:22:06 AM4/23/12
to
Frank Hucklenbroich wrote:

> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> gelehrt wurde.

Vor allem ist der Strich überm u in deutschen Schreibschriften (Kurrent,
Sütterlin etc.) das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen dem
n-Zackenpaar und dem u-Zackenpaar.

Versuch mal, „Aluminiumminimumimmunität“ in deutscher Schreibschrift ohne
u-Striche zu parsen.


vG

Diedrich Ehlerding

unread,
Apr 23, 2012, 5:36:21 AM4/23/12
to
Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:

> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> gelehrt wurde.

Ich kenne das (eigentlich nur) aus alten Texten in sog. "deutscher
Kurrentschrift", vulgo "Sütterlin" genannt und dir evtl. unter dieser
Bezeichnung bekannt (wiewohl gleich Martin G. aufschreien wird ob dieser
unangemessenen Generalisierung). Da ist das üblich und gehört sogar
zwingend zum u; unterschieden wird es damit weniger vom ii (das ist ja
eher selten), sondern vom n.

http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Sutterlin0.htm
http://www.schreibenschriftschreiben.de/schrift_22.html

Diedrich

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Apr 23, 2012, 8:20:10 AM4/23/12
to
Da braucht es kein Suetterlin, um es schwierig lesbar
zu haben.

Bei waagerechtem Strich ueber dem "a" soll das
ein gedehntes "a" sein.

K.L.

Gunhild Simon

unread,
Apr 23, 2012, 8:20:42 AM4/23/12
to
On 23 Apr., 11:36, Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerd...@t-online.de>
wrote:
> Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
>
> > Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> > waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> > "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> > so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> > gelehrt wurde.
>
> Ich kenne das (eigentlich nur) aus alten Texten in  sog. "deutscher
> Kurrentschrift",
...
Zu der Zeit, als die Kinder- und Schulschrift ein eigenes, also
erwachsenes und ausgeschriebenes Gepräge anzunehmen hatte, war es
unter uns damaligen Schulmädchen der mittsechziger Jahre in Mode
gekommen, die Schreibschrift-"n"s und -"m"s nur in Zacken zu
schreiben. Daraus ergab sich zwangsläufig, das "u" mit dem aus der
deutschen Schrift bekannten u-Strich zu markieren - eine Gewohnheit
auch der Lehrer, deren Tafelanschriebe uns vor Augen waren. Ganz zu
schweigen von allen handschriftlichen Dokumenten - also Briefen
älterer Verwandter.

Ich habe diese Markierungsgewohnheit selbst erst mit meiner
Beruftätigkeit, wo sie Verwirrung stiftete, abgelegt. Dennoch kommt
sie mir immer noch geläufig und vertraut vor.

Gruß
Gunhild

Gruß
Gunhild

Paul Ney

unread,
Apr 23, 2012, 9:05:24 AM4/23/12
to

"Frank Hucklenbroich" <Hucklen...@aol.com> schrieb am 23.04.2012
11:14 den Newsbeitrag news:olo3inwjvgys$.z5qdn7wx...@40tude.net
Die Sitte, wie im Thread bereits dargestellt, kenne ich auch: Manche
"schreiben Wellen" und deuten die Buchstaben mit Strichen -- oben für m
oder n, unten für u -- an. Aber ein Strich über u kann einen a erzwingen
wollen. Es wäre interessant, das fragliche Wort zu erfahren.

Bei Worten wie "munter" oder "nummeriert" müßte man viele Striche ziehen
und ich frage mich, ob ü einen Hilfsstrich nötig hat (wenn die zwei
Punkte deutlich gesetzt werden).

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]

Helmut Richter

unread,
Apr 23, 2012, 9:28:48 AM4/23/12
to
On Mon, 23 Apr 2012, Gunhild Simon wrote:

> Zu der Zeit, als die Kinder- und Schulschrift ein eigenes, also
> erwachsenes und ausgeschriebenes Gepräge anzunehmen hatte, war es
> unter uns damaligen Schulmädchen der mittsechziger Jahre in Mode
> gekommen, die Schreibschrift-"n"s und -"m"s nur in Zacken zu
> schreiben. Daraus ergab sich zwangsläufig, das "u" mit dem aus der
> deutschen Schrift bekannten u-Strich zu markieren - eine Gewohnheit
> auch der Lehrer, deren Tafelanschriebe uns vor Augen waren. Ganz zu
> schweigen von allen handschriftlichen Dokumenten - also Briefen
> älterer Verwandter.

Du bist nicht der erste, der wie der OP von einem "Strich" schreibt. Es
ist aber kein Strich, sondern ein Bogen, der aussieht wie ein Breve.

Ich würde einen waagerechten Strich (wie ein Makron) über dem u als
Abkürzung von Umlautpünktchen sehen und nicht als Markierung des u.

--
Helmut Richter

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 23, 2012, 9:54:33 AM4/23/12
to
Am Mon, 23 Apr 2012 15:05:24 +0200 schrieb Paul Ney:

> Die Sitte, wie im Thread bereits dargestellt, kenne ich auch: Manche
> "schreiben Wellen" und deuten die Buchstaben mit Strichen -- oben für m
> oder n, unten für u -- an. Aber ein Strich über u kann einen a erzwingen
> wollen. Es wäre interessant, das fragliche Wort zu erfahren.

Das fragliche Wort war schlichtweg mein Nachname ;-)

Also eindeutig ein "u". Und die Schrift war auch nicht besonders "zackig",
sondern normale "Krakelschreibschrift" (also kein "Sütterlin" oder sowas).

Mich wunderte halt, wieso ein recht junger Mensch heutzutage im Alltag so
schreibt.

Grüße,

Frank

JaWo

unread,
Apr 23, 2012, 10:29:58 AM4/23/12
to
Am 23.04.2012 14:20, schrieb Gunhild Simon:
> On 23 Apr., 11:36, Diedrich Ehlerding<diedrich.ehlerd...@t-online.de>
> wrote:
>> Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
>>
>>> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
>>> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
>>> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
>>> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
>>> gelehrt wurde.
>>
>> Ich kenne das (eigentlich nur) aus alten Texten in sog. "deutscher
>> Kurrentschrift",
> ...
> Zu der Zeit, als die Kinder- und Schulschrift ein eigenes, also
> erwachsenes und ausgeschriebenes Gepräge anzunehmen hatte, war es
> unter uns damaligen Schulmädchen der mittsechziger Jahre in Mode
> gekommen, die Schreibschrift-"n"s und -"m"s nur in Zacken zu
> schreiben. Daraus ergab sich zwangsläufig, das "u" mit dem aus der
> deutschen Schrift bekannten u-Strich zu markieren - eine Gewohnheit
> auch der Lehrer, deren Tafelanschriebe uns vor Augen waren. Ganz zu
> schweigen von allen handschriftlichen Dokumenten - also Briefen
> älterer Verwandter.
> Gruß
> Gunhild
>
> Gruß
> Gunhild
>

-----------------------------------------------------------------------

Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht selten
einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n- (für -mm- und -nn-)
gesetzt.





Walter P. Zähl

unread,
Apr 23, 2012, 11:09:40 AM4/23/12
to
Welchen Sinn der "Nike-Swish" früher mal hatte, ist ja bereits beantwortet
worden.
Übrigens wird (wurde?) diese Markierung des U auch manchmal in Kartenwerken
eingesetzt, um die Abkürzung "-bg." eindeutig in "-berg" und "-burg"
auflösen zu können.

Bei jüngeren Leuten würde ich aber von einer persönlichen "Marke" ausgehen,
also etwas, was die eigene Schrift unverwechselbar machen soll - so wie
manche (vorzugsweise pubertierende Mädchen) Kringel statt Punkte übers I
machen. Nur dass der Bogen früher mal verpflichtend war, und der Kringel
doch eher eine vorübergehende Erscheinung ist. (Je Brüste, desto Punkt,
sozusagen).

/Walter

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Apr 23, 2012, 11:21:14 AM4/23/12
to
Das kannte ich von meinen Eltern.

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Apr 23, 2012, 11:27:02 AM4/23/12
to
On 23 Apr., 17:09, Walter P. Zähl <spamsin...@zaehl.de> wrote:
Der automatische Zusammenhang zu Bruesten
erschliesst sich mir nicht. Wir hatten einen
Franzosen als Franzoesischlehrer, der ueber
dem "i" einen Kreiskringel machte. Eigentlich
ist das logischer, weil man damit dem Vorwurf
entgehen kann, man haette keinen Punkt auf
das "i" gemacht. Beim schnellen Schreiben
setzen sich die Punkte manchmal nicht, was
an den Minen liegt. Sie sind so wenig sichtbar,
dass das Lehrpersonal versucht ist, das anzu-
"kreiden". Mit Kreide auf Schultafeln ist es
manchmal noch schwerer, den Punkt sichtbar
zu halten.

Kringel ueber dem "i" sind ein Muss fuer Aesthe-
ten.

K.L.


Joachim Pense

unread,
Apr 23, 2012, 12:25:24 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 15:28, schrieb Helmut Richter:
> On Mon, 23 Apr 2012, Gunhild Simon wrote:
>
>> Zu der Zeit, als die Kinder- und Schulschrift ein eigenes, also
>> erwachsenes und ausgeschriebenes Gepräge anzunehmen hatte, war es
>> unter uns damaligen Schulmädchen der mittsechziger Jahre in Mode
>> gekommen, die Schreibschrift-"n"s und -"m"s nur in Zacken zu
>> schreiben. Daraus ergab sich zwangsläufig, das "u" mit dem aus der
>> deutschen Schrift bekannten u-Strich zu markieren - eine Gewohnheit
>> auch der Lehrer, deren Tafelanschriebe uns vor Augen waren. Ganz zu
>> schweigen von allen handschriftlichen Dokumenten - also Briefen
>> älterer Verwandter.
>
> Du bist nicht der erste, der wie der OP von einem "Strich" schreibt. Es
> ist aber kein Strich, sondern ein Bogen, der aussieht wie ein Breve.
>

Es hat mir mal einer behauptet, der Strich ginge auf ein altes "o"
zurück, bezeichnend den uo-Diphthong.

Joachim

Monika Schleidt

unread,
Apr 23, 2012, 1:00:25 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
Ich kenne das ausschließlich von meiner Großmutter und die war Jahrgang
1884. Schrieb allerdings nicht Kurrent (Sütterlin), sondern unsere
normale Lateinschrift. Hatte eine sehr schöne, lesbare Schrift, aber für
ihre Zeit sehr ungewöhnlich, alle schrieben damals schräg nach rechts,
meine Großmutter schrieb immer senkrecht. Sie war auch eine
ungewöhnliche Frau, konnte schwimmen, radfahren, schifahren, schießen,
ich dachte als Kind immer, das wäre ja ganz normal, später hab ich dann
bemerkt, dass das für ihren Jahrgang ganz außergewöhnlich war, das alles
konnten Frauen damals nicht. Sie war klein, zart, und ist mit 90
leidenschaftlich mit meinem Bruder mit fliegenden weißen Locken in
seinem kleinen MG Midget mitgefahren ;-).

Monika


--
bitte die Ziffer aus der Adresse weglassen

Volker Gringmuth

unread,
Apr 23, 2012, 1:15:55 PM4/23/12
to
Walter P. Zähl wrote:

> so wie manche (vorzugsweise pubertierende Mädchen) Kringel statt Punkte
> übers I machen.

Die lassen aber stark nach, die pubertierenden Mädchen. Zu meiner Zeit
haben die noch Herzchen gemacht. Okay, eher in inoffiziellen Texten.


vG

Uwe Schickedanz

unread,
Apr 23, 2012, 1:19:13 PM4/23/12
to
On Mon, 23 Apr 2012 15:28:48 +0200, Helmut Richter <hh...@web.de>
wrote:

>On Mon, 23 Apr 2012, Gunhild Simon wrote:
>
>> Zu der Zeit, als die Kinder- und Schulschrift ein eigenes, also
>> erwachsenes und ausgeschriebenes Gepräge anzunehmen hatte, war es
>> unter uns damaligen Schulmädchen der mittsechziger Jahre in Mode
>> gekommen, die Schreibschrift-"n"s und -"m"s nur in Zacken zu
>> schreiben. Daraus ergab sich zwangsläufig, das "u" mit dem aus der
>> deutschen Schrift bekannten u-Strich zu markieren - eine Gewohnheit
>> auch der Lehrer, deren Tafelanschriebe uns vor Augen waren. Ganz zu
>> schweigen von allen handschriftlichen Dokumenten - also Briefen
>> älterer Verwandter.
>
>Du bist nicht der erste, der wie der OP von einem "Strich" schreibt. Es
>ist aber kein Strich, sondern ein Bogen, der aussieht wie ein Breve.

Ich mach einen mehr oder weniger schwungvollen Kringel.

>Ich würde einen waagerechten Strich (wie ein Makron) über dem u als
>Abkürzung von Umlautpünktchen sehen und nicht als Markierung des u.

Ein Querstrich als Ersatz für Ü-Stricheln? Für mich schwer
vorstellber.

Gruß Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===

Oliver Cromm

unread,
Apr 23, 2012, 1:21:58 PM4/23/12
to
* Helmut Richter:

> Ich würde einen waagerechten Strich (wie ein Makron) über dem u als
> Abkürzung von Umlautpünktchen sehen und nicht als Markierung des u.

Ja, das habe ich auch eine Weile gemacht - eine von vielen
Optimierungen, um schneller zu sein.

--
Bug: An elusive creature living in a program that makes it
incorrect.
The activity of "debugging," or removing bugs from a program, ends
when people get tired of doing it, not when the bugs are removed.

Uwe Schickedanz

unread,
Apr 23, 2012, 1:23:57 PM4/23/12
to
On Mon, 23 Apr 2012 16:29:58 +0200, JaWo <Ja...@niko.invalid> wrote:

>
>Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht selten
>einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n- (für -mm- und -nn-)
>gesetzt.

Ja, aber das sind Konsonanten, u ist ein Vokal. Nicht nur das
Doppelvokale recht selten sind, auch ist mir eine derartige Anwendung
nicht bekannt. Beim Saal würde es zwar funktionieren, aber der wurde
ja früher mit einem a geschrieben und mehr fällt mir gerade nicht ein.

Gunhild Simon

unread,
Apr 23, 2012, 1:41:43 PM4/23/12
to
On 23 Apr., 16:29, JaWo <J...@niko.invalid> wrote:
Ja.

Das kenne ich auch aus den Handschriften älterer Verwandter, die sich
der deutschen Schrift bedienten.

Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß der sogenannte
u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war, und zwar konkav.

Gruß
Gunhild.

Christina Kunze

unread,
Apr 23, 2012, 2:09:07 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
> Hallo!
>
> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> gelehrt wurde.

In Sütterlin sieht das kleine U solange genau wie ein N aus, wie man
nicht einen Strich drübersetzt.

<http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Alphabet.htm>

> Nun sah ich so ein Strichlein aber auf einem Zettel, den ein Arbeitskollege
> von meiner Frau geschrieben hat, und der gute Mann ist erst Anfang 20.

Bei uns haben das auch einige Lehrer gewollt, wenn jemand sich eine
Handschrift angewöhnt hatte, in der U und N nicht zu unterscheiden waren.

Später habe ich es nicht mehr gesehen (und auch selber nur in der alten
Schreibschrift brav gemacht, trotzdem mochten meine Lehrer diese Art
mitzuschreiben gar nicht, woran das wohl gelegen haben mag ...)

chr

Christina Kunze

unread,
Apr 23, 2012, 2:10:05 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 11:22, schrieb Volker Gringmuth:
>
> Versuch mal, „Aluminiumminimumimmunität“ in deutscher Schreibschrift ohne
> u-Striche zu parsen.

Mir fällt das auch in Antiqua-Druckschrift schwer.

chr

Christina Kunze

unread,
Apr 23, 2012, 2:19:56 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 16:29, schrieb JaWo:
> -----------------------------------------------------------------------
>
> Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht selten
> einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n- (für -mm- und -nn-)
> gesetzt.

Schon ziemlich lange sogar. Papier war teuer (Pergament auch), da hat
man schon mal Buchstaben zusammengezogen. In lateinischen Texten habe
ich diese waagrechten Striche über verschiedenen Buchstaben oft gesehen,
genauso wie & an Stellen wie z.B. "P&trus" usw.

Die Byzantiner hatten auch lustige Abbreviaturen, einmal habe ich
versucht, die zu enträtseln, nicht sonderlich erfolgreich.

chr


Bertel Lund Hansen

unread,
Apr 23, 2012, 2:22:56 PM4/23/12
to
Christina Kunze skrev:

>> Versuch mal, „Aluminiumminimumimmunität“ in deutscher Schreibschrift ohne
>> u-Striche zu parsen.

> Mir fällt das auch in Antiqua-Druckschrift schwer.

Und mir in meiner normalen, dänischen Handschrift.

--
Gruß
Bertel, Dänemark

Christina Kunze

unread,
Apr 23, 2012, 2:22:42 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 15:54, schrieb Frank Hucklenbroich:

>
> Also eindeutig ein "u". Und die Schrift war auch nicht besonders "zackig",
> sondern normale "Krakelschreibschrift" (also kein "Sütterlin" oder sowas).
>
> Mich wunderte halt, wieso ein recht junger Mensch heutzutage im Alltag so
> schreibt.

Sonderbar uneffektiv, man muss den Stift absetzen dafür, ich bin für
sowas zu ungeduldig. Aber andere schreiben in Druckschrift Vorlesungen
mit, und dann auch noch o Abk, das wäre mir auch nie eingefallen.

chr

Flux

unread,
Apr 23, 2012, 2:52:50 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
> Hallo!
>

> Nun sah ich so ein Strichlein aber auf einem Zettel, den ein Arbeitskollege
> von meiner Frau geschrieben hat, und der gute Mann ist erst Anfang 20.
> Erlebt der Strich überm "u" derzeit eine Renaissance, oder wo hat der das
> her?

Vielleicht hat der Mann ja auch nur ein ü geschrieben statt ein u, d.h.
einen Fehler gemächt. Ich hab früher manchmal Striche statt Punkte bei
äöü benutzt.

Grüsse
Flux

Manfred Hoß

unread,
Apr 23, 2012, 3:42:52 PM4/23/12
to
Am Mon, 23 Apr 2012 11:14:58 +0200 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Hallo!
>
> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben (vermutlich, um das "u" von
> "ii" zu unterscheiden?). Ich habe das bisher vor allem bei älteren Leuten
> so gesehen, und nehme an, daß das früher (bis wann?) an der Schule so
> gelehrt wurde.

Mir ist erst unlängst eine Person so um die 50 begegnet, die ebenfalls das
u durch einen Strich kenntlich macht, allerdings um das u von n und m zu
unterscheiden. Das ist bei der Person durchaus nötig, denn da diese dazu
noch gewöhnungsbedürftige Abkürzungen verwendet (Rechng für Rechnung), käme
man sonst überhaupt nicht hinter den Sinn des Geschriebenen.

Gruß
Manfred.

Christina Kunze

unread,
Apr 23, 2012, 4:12:25 PM4/23/12
to
So kürze ich "-ung" auch ab, wobei das G ein besonderes G ist, das mir
die Auflsg erleichtert.
Insgesamt ist mein Abkürzungssystem sehr handschriftlich, einiges davon
lässt sich trotzdem für die Autokorrektur übernehmen und beschleunigt
mein Schreiben je nach Textsorte erheblich.
Manchmal muss man den Abkürzungen neue Inhalte zuweisen, z.B. war "soz"
früher die Abkürzung für "sozialistisch", später für "sozial", kommt
heute einfach öfter vor.
"Fil" kürzt je nach Bedarf "Philosophie" oder "Philologie" ab (d.h. ich
ändere je nach Anforderung den Eintrag), meistens kann ich mir auch
merken, welches gerade an der Reihe ist. Handschriftlich schreibe ich
das FIL für Philosophie griechisch, dann kann ich es unterscheiden.

chr

Yvonne Steiner

unread,
Apr 23, 2012, 4:36:10 PM4/23/12
to
ffUwe Schickedanz <Uwe_use...@nurfuerspam.de> wrote:

> On Mon, 23 Apr 2012 15:28:48 +0200, Helmut Richter <hh...@web.de>
> wrote:
[...]

> >Ich würde einen waagerechten Strich (wie ein Makron) über dem u als
> >Abkürzung von Umlautpünktchen sehen und nicht als Markierung des u.
>
> Ein Querstrich als Ersatz für Ü-Stricheln? Für mich schwer
> vorstellber.

Bei mir ist das die Norm.
Gepünktelt oder gestrichelt, das war früher mal - in der Schule.

--
Yvonne Steiner

Jakob Achterndiek

unread,
Apr 23, 2012, 5:18:01 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012, 20:19 Uhr, schrieb Christina Kunze <ku...@revesz.de>:

> Am 23.04.2012 16:29, schrieb JaWo:
>> Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht
>> selten einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n-
>> (für -mm- und -nn-) gesetzt.
>
> Schon ziemlich lange sogar. Papier war teuer (Pergament
> auch), da hat man schon mal Buchstaben zusammengezogen.
> [..]

Der Papier- oder Pergament-Wert mag *ein* Grund gewesen sein.
Der hier abgebildete Text <http://www.buzemann.de/freuhest.htm>
zeigt eher, daß das ñ statt nn eine Erleichterung beim Schreiben
bedeutete. Das u hat schöne Bögen, manchmal ein bißchen verrutscht,
das ü schöne Tüddelchen, so wie man das auf den Dorfschulen lernte.
Die Wörter und Wort-Teile zeigen viele Zwischenräume, die nicht
auf Sparsamkeit hinweisen. Manche Graphologen wollen daraus eine
schizothyme Veranlagung erkennen. Hier war ganz einfach eine
bäuerliche Schrift-Bastlerin am Werke (1854). Der Adressat war ihr
19jähriger Sohn, zu der Zeit Gutsinspektor im NW Mecklenburgs.

j/\a
--

Peter J. Holzer

unread,
Apr 23, 2012, 5:48:49 PM4/23/12
to
On 2012-04-23 18:19, Christina Kunze <ku...@revesz.de> wrote:
> Am 23.04.2012 16:29, schrieb JaWo:
>> Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht selten
>> einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n- (für -mm- und -nn-)
>> gesetzt.
>
> Schon ziemlich lange sogar. Papier war teuer (Pergament auch), da hat
> man schon mal Buchstaben zusammengezogen. In lateinischen Texten habe
> ich diese waagrechten Striche über verschiedenen Buchstaben oft gesehen,
> genauso wie & an Stellen wie z.B. "P&trus" usw.

"P&rus" fände ich naheliegender.

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Deprecating human carelessness and
|_|_) | Sysadmin WSR | ignorance has no successful track record.
| | | h...@hjp.at |
__/ | http://www.hjp.at/ | -- Bill Code on as...@irtf.org

Peter J. Holzer

unread,
Apr 23, 2012, 5:50:27 PM4/23/12
to
On 2012-04-23 17:41, Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:
> Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß der sogenannte
> u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war, und zwar konkav.

Weshalb er auch u-Hakerl genannt wird.

hp (Gummiband auspackend)

Jakob Achterndiek

unread,
Apr 23, 2012, 6:04:22 PM4/23/12
to
Am 23.04.2012, 19:41 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß
> der sogenannte u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war,
> und zwar konkav.

Zur besseren Unterscheidung nannten wir die Girlanden
im Unterschied zu Arkaden.

j/\a
--
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Christina Kunze

unread,
Apr 24, 2012, 12:58:40 AM4/24/12
to
Am 23.04.2012 23:48, schrieb Peter J. Holzer:
> On 2012-04-23 18:19, Christina Kunze<ku...@revesz.de> wrote:
>> Am 23.04.2012 16:29, schrieb JaWo:
>>> Man hat doch auch, außer dem Bogen über dem -u-, nicht selten
>>> einen Verdoppelungsstrich über ein -m- und -n- (für -mm- und -nn-)
>>> gesetzt.
>>
>> Schon ziemlich lange sogar. Papier war teuer (Pergament auch), da hat
>> man schon mal Buchstaben zusammengezogen. In lateinischen Texten habe
>> ich diese waagrechten Striche über verschiedenen Buchstaben oft gesehen,
>> genauso wie& an Stellen wie z.B. "P&trus" usw.
>
> "P&rus" fände ich naheliegender.

In der Tat. Und so stand er auch da, aber ich hab halt Abschreibprobleme.

chr


Christina Kunze

unread,
Apr 24, 2012, 12:59:26 AM4/24/12
to
Am 24.04.2012 00:55, schrieb Stefan Ram:
> Matthias Opatz<inv...@invalid.invalid> writes:
>> Diese unterstellte Begründung macht mich ratlos. Wie kann man ein u
>> ohne waagerechten Strich mit einem Doppel-i verwechseln?
>
> Ich nahm an, »Doppel-i« sei eine Trope für »n«.
>
Er denkt von der OCR her, die statt Ü gern mal II liest.

chr

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 2:04:19 AM4/24/12
to
Der Grund für die Kontaktion von mm und nn war das allgemeine
ästhetische und phonologische Prinzip der Ligaturen in der Fraktur.
Ligaturen sind zwingend für alle Konsonantenkombinationen und verbessern
die Lautgewichtung im Schriftbild in Richtung des in dieser Hinsicht
vorbildlichen Lateins.

Schreibt man dann das sehr häufige mm und nn aus, verdirbt das die
Lautbalance im Schriftbild.

Offenbar hat das die slawischen Schriftreformer in den
lateinisch-katholischen Kulturen dazu gebracht, lieber mit diakritischen
Zeichen zu arbeiten.

Nach der Verbreitungskarte ist der Gebrauch der kunstreichen
Frakturschriften im Wesentlichen identisch mit den protestantischen
Ländern Mittel- und Nordeuropas.

--

Roland Franzius

Jakob Achterndiek

unread,
Apr 24, 2012, 4:21:30 AM4/24/12
to
Am 24.04.2012, 08:04 Uhr, schrieb Roland Franzius <roland....@uos.de>:

> Der Grund für die Kontaktion von mm und nn war das allgemeine
> ästhetische und phonologische Prinzip der Ligaturen in der
> Fraktur. Ligaturen sind zwingend für alle Konsonantenkombina-
> tionen und verbessern die Lautgewichtung im Schriftbild in
> Richtung des in dieser Hinsicht vorbildlichen Lateins.
>
> Schreibt man dann das sehr häufige mm und nn aus, verdirbt das
> die Lautbalance im Schriftbild.

Diese Begründung habe ich noch nie gehört oder gelesen, aber sie
leuchtet mir unmittelbar ein. Kennst du schriftliche Zeugnisse
dafür, daß sie noch weitere Anhänger hat? Dann wäre das ja bei
mir eine weitere spät entdeckte Bildungslücke gewesen -
»Zna jveq fb nyg jvr rvar Xhu
haq yreag vzzre abpu qnmh.«

j/\a
--

Christina Kunze

unread,
Apr 24, 2012, 4:55:34 AM4/24/12
to
Am 24.04.2012 10:21, schrieb Jakob Achterndiek:
> Am 24.04.2012, 08:04 Uhr, schrieb Roland Franzius <roland....@uos.de>:
>>
>> Schreibt man dann das sehr häufige mm und nn aus, verdirbt das
>> die Lautbalance im Schriftbild.
>
> Diese Begründung habe ich noch nie gehört oder gelesen, aber sie
> leuchtet mir unmittelbar ein. Kennst du schriftliche Zeugnisse
> dafür, daß sie noch weitere Anhänger hat?

Schriftliche Zeugnisse keine, die Lateiner haben gern "-um"
weggestrichelt, das dürfte ähnliche Gründe gehabt haben.
Und dass am Silbenende ein rundes S steht, hat eventuell auch damit zu
tun, behauptete jedenfalls unsere Sprachgeschichtsprofessorin in
Budapest, die darauf hinwies, dass man in Ungarn in den
mittelalterlichen Kodizes auslautendes K immer als C schrieb, "weil das
als schöner galt". Einen Beleg habe ich auch dafür nicht.

chr

Andreas Karrer

unread,
Apr 24, 2012, 5:21:46 AM4/24/12
to
* Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß der sogenannte
> u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war, und zwar konkav.

Wie hat man sich einen konkaven Bogen vorzustellen und inwiefern
unterscheidet er sich von einem konvexen Bogen? "Nach oben konkav"
könnte man allenfalls gelten lassen.

- Andi

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 5:27:23 AM4/24/12
to
Am Mon, 23 Apr 2012 20:52:50 +0200 schrieb Flux:

> Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Hallo!
>>
>
>> Nun sah ich so ein Strichlein aber auf einem Zettel, den ein Arbeitskollege
>> von meiner Frau geschrieben hat, und der gute Mann ist erst Anfang 20.
>> Erlebt der Strich überm "u" derzeit eine Renaissance, oder wo hat der das
>> her?
>
> Vielleicht hat der Mann ja auch nur ein ü geschrieben statt ein u, d.h.
> einen Fehler gemächt.

In dem Fall sehr unwahrscheinlich, er weiß schon, daß ich nicht
"Hücklenbroich" heiße.

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 5:28:46 AM4/24/12
to
Am 23 Apr 2012 22:55:50 GMT schrieb Stefan Ram:

> Matthias Opatz <inv...@invalid.invalid> writes:
>>Diese unterstellte Begründung macht mich ratlos. Wie kann man ein u
>>ohne waagerechten Strich mit einem Doppel-i verwechseln?
>
> Ich nahm an, »Doppel-i« sei eine Trope für »n«.

Stimmt, das wäre passender. Beim Doppel-i müßten ja Pünktchen drauf sein
(aber dann wäre es ein "ü").

Grüße,

Frank

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 5:35:21 AM4/24/12
to
Wie so oft nutzt der Hausmann als konkaves Gefäß das Gegenteil dessen,
was dem Mathematiker zu einer konvexen Hülle einfüllt.

--

Roland Franzius

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 5:39:56 AM4/24/12
to
Andreas Karrer tat kund:

> * Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de>:
>
> > Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß der sogenannte
> > u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war, und zwar konkav.
>
> Wie hat man sich einen konkaven Bogen vorzustellen

Wie ein Breve. Steht alles im Thread.

> und inwiefern
> unterscheidet er sich von einem konvexen Bogen?

Insofern, als der wie ein umgedrehtes Breve aussieht.

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 5:43:56 AM4/24/12
to
Frank Hucklenbroich tat kund:

> Am 23 Apr 2012 22:55:50 GMT schrieb Stefan Ram:
>
> > Matthias Opatz <inva...@invalid.invalid> writes:
> >>Diese unterstellte Begründung macht mich ratlos. Wie kann man ein u
> >>ohne waagerechten Strich mit einem Doppel-i verwechseln?
>
> >   Ich nahm an, »Doppel-i« sei eine Trope für »n«.
>
> Stimmt, das wäre passender. Beim Doppel-i müßten ja Pünktchen drauf sein
> (aber dann wäre es ein "ü").

Zum Glück kommt Doppel-i selten vor.
Ich mußte schon ausprobieren, wie ich die
berühmte neuseeländische Spezialität
"Kiwiinnereien" von Hand schreibe.
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Volker Gringmuth

unread,
Apr 24, 2012, 6:28:29 AM4/24/12
to
Martin Gerdes wrote:

> Ich erhalte gelegentlich E-Mails von pubertierenden Mädchen.
> Verknöchert, wie ich im Oberstübchen nun einmal bereits bin, habe ich
> mir lange keinen Reim auf die folgende Grußformel machen können:
>
> <3

Das heißt so was ähnliches wie HDGDL(NP), nur nicht ganz so intensiv, oder?


vG

Reinhard Gonaus

unread,
Apr 24, 2012, 7:39:25 AM4/24/12
to
Am 23.04.2012 20:22, schrieb Christina Kunze:
> Am 23.04.2012 15:54, schrieb Frank Hucklenbroich:
>
>>
>> Also eindeutig ein "u". Und die Schrift war auch nicht besonders
>> "zackig",
>> sondern normale "Krakelschreibschrift" (also kein "Sütterlin" oder
>> sowas).
>>
>> Mich wunderte halt, wieso ein recht junger Mensch heutzutage im Alltag so
>> schreibt.
>
> Sonderbar uneffektiv, man muss den Stift absetzen dafür, ich bin für
> sowas zu ungeduldig. Aber andere schreiben in Druckschrift Vorlesungen
> mit, und dann auch noch o Abk, das wäre mir auch nie eingefallen.
>
> chr
Na ja.
Ich mache die Beobachtung, dass heutzutage Schüler in Gemischt-Antiqua
schreiben, sobald die Lehrer damit aufhören, auf der Kurrentschrift zu
beharren.
Und die Absolventen meier Deutschkurse, die konnten kurrent weder
schreiben noch lesen.
Message has been deleted

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 7:55:39 AM4/24/12
to
Martin Gerdes tat kund:

> Ich erhalte gelegentlich E-Mails von pubertierenden Mädchen.
> Verknöchert, wie ich im Oberstübchen nun einmal bereits bin, habe ich
> mir lange keinen Reim auf die folgende Grußformel machen können:
>
> <3

Das ist nicht die ganz große Liebe. Es bedeutet:
Ich will von dir höchstens 2 Kinder.
Message has been deleted

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 9:17:26 AM4/24/12
to
Matthias Opatz tat kund:

> Christina Kunze gab zur Kenntnis:

> > Er denkt von der OCR her, die statt Ü gern mal II liest.
>
> Es geht aber nicht um Ü, sondern ums U.

Wir lassen uns nämlich kein Ü für ein U vormachen.

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 9:32:20 AM4/24/12
to
Am Tue, 24 Apr 2012 12:00:05 +0200 schrieb Martin Gerdes:

> Volker Gringmuth <vgrin...@gmx.net> schrieb:
>
>>> So wie manche (vorzugsweise pubertierende Mädchen) Kringel statt Punkte
>>> übers I machen.
>
>> Die lassen aber stark nach, die pubertierenden Mädchen. Zu meiner Zeit
>> haben die noch Herzchen gemacht. Okay, eher in inoffiziellen Texten.
>
> Ich erhalte gelegentlich E-Mails von pubertierenden Mädchen.
> Verknöchert, wie ich im Oberstübchen nun einmal bereits bin, habe ich
> mir lange keinen Reim auf die folgende Grußformel machen können:
>
> <3

"Mir ist mein Eis runtergefallen"? Oder doch eher "Küßchen"?

Letzteres kenne ich aus dem englischsprachigen Raum eher als "x" oder
"xxx".

Übrigens nicht nur in E-Mails, sondern auch in "richtigen" Briefen. Und das
auch bei Leuten, die nun nicht unbedingt romantische Gefühle für einen
hegen - meine Frau hat ein paar weibliche Bekannte in England, die
unterschreiben ihre jährlichen Weihnachtskarten an uns auch mit "xxx" (die
älteste von denen dürften weit über die 80 sein, ist also sicher kein
pubertierendes Mädchen mehr). Ich weiß jetzt nicht, inwiefern das typisch
britisch ist oder ob das auch in den USA, Kanada und Australien üblich
ist...

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 9:34:30 AM4/24/12
to
Getreu der alten Eselsbrücke "in eine konkave Linse könnte man Kaffee
gießen".

Grüße,

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 9:35:35 AM4/24/12
to
Nimm doch einfach die Insel, auf der's kein Bier gibt...

Grüße,

Frank
Message has been deleted
Message has been deleted

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 9:49:24 AM4/24/12
to
Frank Hucklenbroich tat kund:

> Am Tue, 24 Apr 2012 02:43:56 -0700 (PDT) schrieb Lothar Frings:

> > Zum Glück kommt Doppel-i selten vor.
> > Ich mußte schon ausprobieren, wie ich die
> > berühmte neuseeländische Spezialität
> > "Kiwiinnereien" von Hand schreibe.
>
> Nimm doch einfach die Insel, auf der's kein Bier gibt...

Keine Sorge, "liiert" und "initiiert" habe ich
auch ausprobiirt.

Joachim Pense

unread,
Apr 24, 2012, 10:25:53 AM4/24/12
to


Am 24.04.2012 10:55, schrieb Christina Kunze:
> Am 24.04.2012 10:21, schrieb Jakob Achterndiek:
>> Am 24.04.2012, 08:04 Uhr, schrieb Roland Franzius
>> <roland....@uos.de>:
>>>
>>> Schreibt man dann das sehr häufige mm und nn aus, verdirbt das
>>> die Lautbalance im Schriftbild.
>>
>> Diese Begründung habe ich noch nie gehört oder gelesen, aber sie
>> leuchtet mir unmittelbar ein. Kennst du schriftliche Zeugnisse
>> dafür, daß sie noch weitere Anhänger hat?
>
> Schriftliche Zeugnisse keine, die Lateiner haben gern "-um"
> weggestrichelt, das dürfte ähnliche Gründe gehabt haben.

Naja, zumindest das m vom um wurde ja nicht mehr gesprochen.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Apr 24, 2012, 10:27:14 AM4/24/12
to
Am 24.04.2012 12:00, schrieb Martin Gerdes:
> Volker Gringmuth<vgrin...@gmx.net> schrieb:
>
>>> So wie manche (vorzugsweise pubertierende Mädchen) Kringel statt Punkte
>>> übers I machen.
>
>> Die lassen aber stark nach, die pubertierenden Mädchen. Zu meiner Zeit
>> haben die noch Herzchen gemacht. Okay, eher in inoffiziellen Texten.
>
> Ich erhalte gelegentlich E-Mails von pubertierenden Mädchen.
> Verknöchert, wie ich im Oberstübchen nun einmal bereits bin, habe ich
> mir lange keinen Reim auf die folgende Grußformel machen können:
>
> <3
>

Eistüte?
Merkwürdig geformter Penis mit Scrotum?

Joachim

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 24, 2012, 10:33:39 AM4/24/12
to
Am Tue, 24 Apr 2012 15:41:02 +0200 schrieb Matthias Opatz:

> Frank Hucklenbroich gab zur Kenntnis:
>
>> Getreu der alten Eselsbrücke
>> "in eine konkave Linse könnte man Kaffee gießen".
> **
>
> Besser "auf"?

Ich habe es mit "in" gelernt, weil man den Kaffee in die Linse hineingießt
und er drinen bleibt, wie in einer Schale. Also dann, wenn die Linse flach
auf dem Tisch liegt und hinreichend stark gewölbt ist.

Grüße,

Frank

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 10:39:31 AM4/24/12
to
Joachim Pense tat kund:
Die Eistüte war schon ganz gut. Jetzt noch das
Weltwissen hinzuziehen, daß es sich
um ein _Emoti_con handelt.
Message has been deleted

Thomas Schade

unread,
Apr 24, 2012, 10:54:50 AM4/24/12
to
On 24.04.2012 22:41, Matthias Opatz wrote:
> Frank Hucklenbroich gab zur Kenntnis:

>> Getreu der alten Eselsbrücke
>> "in eine konkave Linse könnte man Kaffee gießen".
> **
>
> Besser "auf"?

Aber nur bei 'in' bleibt er drin.


Ciao
Toscha
--
If you don't sin Jesus died for nothing.

Thomas Schade

unread,
Apr 24, 2012, 10:57:19 AM4/24/12
to
On 24.04.2012 06:48, Peter J. Holzer wrote:
> On 2012-04-23 18:19, Christina Kunze <ku...@revesz.de> wrote:

>> Schon ziemlich lange sogar. Papier war teuer (Pergament auch), da hat
>> man schon mal Buchstaben zusammengezogen. In lateinischen Texten habe
>> ich diese waagrechten Striche über verschiedenen Buchstaben oft gesehen,
>> genauso wie & an Stellen wie z.B. "P&trus" usw.
>
> "P&rus" fände ich naheliegender.

Heute dann wohl eher P@rus.


Ciao
Toscha
--
Money cannot buy happiness but somehow it s more comfortable
to cry in a Mercedes Benz than on a bicycle.
[Pearls of Scottish wisdom]

Thomas Schade

unread,
Apr 24, 2012, 11:03:35 AM4/24/12
to
On 24.04.2012 00:09, Walter P. Zähl wrote:

> Bei jüngeren Leuten würde ich aber von einer persönlichen "Marke" ausgehen,
> also etwas, was die eigene Schrift unverwechselbar machen soll - so wie
> manche (vorzugsweise pubertierende Mädchen) Kringel statt Punkte übers I
> machen. Nur dass der Bogen früher mal verpflichtend war, und der Kringel
> doch eher eine vorübergehende Erscheinung ist. (Je Brüste, desto Punkt,
> sozusagen).

Ganz ohne Brüste, zumindest ohne wahrnehmbare, und erkennbar kein
'pubertierendes Mädchen, mache ich das eigentlich schon immer[1] so. Was
lernt mich das?


[1] Für Werte von 'immer' < 40 Jahre.

Ciao
Toscha
--
This is no time to make new enemies.
[Voltaire, when asked on his deathbed to forswear Satan]

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 11:04:28 AM4/24/12
to
Matthias Opatz tat kund:

> Frank Hucklenbroich gab zur Kenntnis:
>
> > Getreu der alten Eselsbrücke
> > "in eine konkave Linse könnte man Kaffee gießen".
>
>    **
>
> Besser "auf"?

Gießt du Wasser in oder auf eine Schüssel?
Message has been deleted
Message has been deleted

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 11:37:04 AM4/24/12
to
Im Sinne von "Leck mich".
Vielleicht ein Klobenutzer mit Zeitung oder gleichartiges Gesicht mit
Ohren.

--

Roland Franzius

Lothar Frings

unread,
Apr 24, 2012, 11:36:15 AM4/24/12
to
Matthias Opatz tat kund:

> Lothar Frings gab zur Kenntnis:
> Wenn man aber mal voraussetzt, dass einem unklar ist, dass mit konkav
> konkav gemeint ist, und nicht konvex: In eine Konvexlinse kann man
> auch Kaffee gießen (wenn sie Hohlraum und eine Öffnung hat).

Unter diesen Voraussetzungen könnte man
vermutlich auch Hirn in so manchen Schädel kriegen.

Gunhild Simon

unread,
Apr 24, 2012, 11:37:30 AM4/24/12
to
On 24 Apr., 11:21, Andreas Karrer <ak...@gmx.ch> wrote:
> * Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de>:
>
> > Es stimmt übrigens, wie Helmut Richter klarstellte, daß der sogenannte
> > u-Strich in Wirklichkeit ein Bogen war, und zwar konkav.
>
> Wie hat man sich einen konkaven Bogen vorzustellen und inwiefern
> unterscheidet er sich von einem konvexen Bogen? "Nach oben konkav"
> könnte man allenfalls gelten lassen.

Ich habe überlegt, welcher Ausderuck dafür herhalten könnte.

Für den Begriff konkav habe ich mich entschieden, weil er eine Wölbung
nach unten, also eine Höhlung darstelt. Ich reine mir das aus dem Wort
zusammen: cava, la cave - Höhle, Gewölbe, Keller.

In HD, genauer: in Handschuhsheim, gab es damals - 1968 - einen
höhlenartigen Jazzkeller, der hieß "La Cave".
In HH gibt es heute etwas Zwielichtigeres im II. Untergeschoß eines
Cafés, das "SittsaM" heißt:
http://www.blog.institut1.de/2008/zwielichtige-kellergewolbe/

Gruß
Gunhild

Volker Gringmuth

unread,
Apr 24, 2012, 12:01:33 PM4/24/12
to
Matthias Opatz wrote:

> Wenn man aber mal voraussetzt, dass einem unklar ist, dass mit konkav
> konkav gemeint ist, und nicht konvex: In eine Konvexlinse kann man
> auch Kaffee gießen (wenn sie Hohlraum und eine Öffnung hat).

Der prozentuale Anteil der optischen Linsen, die einen Hohlraum sowie eine
Befüllungsöffnung aufweisen, dürfte noch sehr viele Nullen zwischen dem
Komma und der ersten relevanten Stelle aufweisen.


vG
Message has been deleted

Helmut Richter

unread,
Apr 24, 2012, 12:26:27 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012, Volker Gringmuth wrote:

> Der prozentuale Anteil der optischen Linsen, die einen Hohlraum sowie eine
> Befüllungsöffnung aufweisen, dürfte noch sehr viele Nullen zwischen dem
> Komma und der ersten relevanten Stelle aufweisen.

Kann man deiner Ansicht nach etwas in eine Tasse gießen? In eine oben
offene Schale? In eine Untertasse? MUSEN geht alles drei. Also auch in
eine konkave Linse.

In eine onvexe Linse kann man nichts gießen, wohl aber darauf -- nur läuft
es dann herunter statt sich darin zu sammeln wie in einer Tasse oder in
einer konkaven Linse.

--
Helmut Richter

Volker Gringmuth

unread,
Apr 24, 2012, 12:50:50 PM4/24/12
to
Helmut Richter wrote:

> > Der prozentuale Anteil der optischen Linsen, die einen Hohlraum sowie
> > eine Befüllungsöffnung aufweisen, dürfte noch sehr viele Nullen
> > zwischen dem Komma und der ersten relevanten Stelle aufweisen.
>
> Kann man deiner Ansicht nach etwas in eine Tasse gießen? In eine oben
> offene Schale? In eine Untertasse? MUSEN geht alles drei. Also auch in
> eine konkave Linse.

Habe ich nicht bestritten. ’Türlich kann man das.

> In eine onvexe Linse kann man nichts gießen, wohl aber darauf -- nur
> läuft es dann herunter statt sich darin zu sammeln wie in einer Tasse
> oder in einer konkaven Linse.

Mir ist das klar - mich deucht, du meinst jemand anders mit deiner
Ansprache.


vG

Andreas Karrer

unread,
Apr 24, 2012, 1:03:16 PM4/24/12
to
* Helmut Richter <hh...@web.de>:

> In eine onvexe Linse kann man nichts gießen, wohl aber darauf -- nur läuft
> es dann herunter statt sich darin zu sammeln wie in einer Tasse oder in
> einer konkaven Linse.

Genau, deshalb nennt man ja die konkaven auch Sammellinsen, weil sich
das Wasser drin sammelt.

scnr,

- Andi

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 1:16:05 PM4/24/12
to
Oder weil sie dem Myopen zur Zerstreuung dienen. Er sieht sich dann aber
in der Lage, konvexe Aufsätze in einem Deutsch zu verfassen, deren
Lesegenuss dann aber wenigstens die Zehennägel und Haare versteift.

http://de.wikipedia.org/wiki/Myopie

--

Roland Franzius

Lars Bräsicke

unread,
Apr 24, 2012, 1:37:59 PM4/24/12
to
Am 23.04.2012 11:14, schrieb Frank Hucklenbroich:
> Hallo!
>
> Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> waagerechten Strich über das "u" zu schreiben

Ich sehe eigtl. meist nur ein Breve (ŭ). Einen geraden Strich, also ein
Makron (ū) findet sich eher selten.
Ich selbst verwende ein ŭ auch manchmal, aber nur aus reinem Manierismus.

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 2:33:58 PM4/24/12
to
Am 24.04.2012 10:21, schrieb Jakob Achterndiek:
> Am 24.04.2012, 08:04 Uhr, schrieb Roland Franzius <roland....@uos.de>:
>
>> Der Grund für die Kontaktion von mm und nn war das allgemeine
>> ästhetische und phonologische Prinzip der Ligaturen in der
>> Fraktur. Ligaturen sind zwingend für alle Konsonantenkombina-
>> tionen und verbessern die Lautgewichtung im Schriftbild in
>> Richtung des in dieser Hinsicht vorbildlichen Lateins.
>>
>> Schreibt man dann das sehr häufige mm und nn aus, verdirbt das
>> die Lautbalance im Schriftbild.
>
> Diese Begründung habe ich noch nie gehört oder gelesen, aber sie
> leuchtet mir unmittelbar ein. Kennst du schriftliche Zeugnisse
> dafür, daß sie noch weitere Anhänger hat? Dann wäre das ja bei
> mir eine weitere spät entdeckte Bildungslücke gewesen -
> »Zna jveq fb nyg jvr rvar Xhu
> haq yreag vzzre abpu qnmh.«

rvar sagt mir nicht direkt was.

Könnte sein, dass der Hinweis aus einem uralten Fachbuch stammt. Habe
aber kürzlich noch irgendwo beim Herunterladen von "Alt Schwabach"
einiges zur Fraktur gelernt, möglicherweise beim Designer dort.

Vor einigen Jahren fiel mir aus dem Nachlass eines vielseitig
interessierten Medizinalrates, der seinen gesamten Nachlass mit Haus und
20 Regalmeter Buch der Universität um den Preis der Förderung und
Vollendung seiner Theorie vermachte, das schöne Buch

Karl Faulhaber, Geschichte der Schrift,

seines Zeichens Professor für Stenographie an der Universität Wien,

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Faulmann

in die Hand.

Nach anfänglichem Staunen über die Vielfalt seiner Einfälle zur
Entstehung der Schriften in aller Welt nahm dann doch die Vorsicht
gegenüber der Phantasie des Autors überhand und inzwischen ist das
Meisterwerk leider in der Papierpresse der städtischen Abfallbetriebe
auf dem Monte Pies gelandet

http://www.noz.de/bildergalerien/63380924/der-aussichtsturm-auf-dem-piesberg-ist-fertig



Interessant fand ich seine These, dass Buchstaben eigentlich
astronomisch/astrologisch/religiöse Zeichen für die Stunden seien,
ähnlich den Tierkreiszeichen ohne den Gedanken einer mathematischen
Nummerierung, sondern einer zyklischen Ordnung und dass daher die Zahl
von 24 Zeichen stamme, die die Griechen dann umgekehrt zu Zahlzeichen in
einem Einer/Zehner/Hunderter-System auf 30 aufgeblasen hätten.

--

Roland Franzius

Florian Ritter

unread,
Apr 24, 2012, 2:53:42 PM4/24/12
to
On 24 Apr., 18:50, Volker Gringmuth <vgringm...@gmx.net> wrote:

> > Kann man deiner Ansicht nach etwas in eine Tasse gießen? In eine oben
> > offene Schale? In eine Untertasse? MUSEN geht alles drei. Also auch in
> > eine konkave Linse.
>
> Habe ich nicht bestritten. ’Türlich kann man das.
>
> > In eine onvexe Linse kann man nichts gießen, wohl aber darauf -- nur
> > läuft es dann herunter statt sich darin zu sammeln wie in einer Tasse
> > oder in einer konkaven Linse.
>
> Mir ist das klar - mich deucht, du meinst jemand anders mit deiner
> Ansprache.

Du sollst doch, Volker, nicht immer so rotzig den Großen
gegenübertreten! FR

Florian Ritter

unread,
Apr 24, 2012, 2:50:50 PM4/24/12
to
On 24 Apr., 18:25, Matthias Opatz <inva...@invalid.invalid> wrote:

> > Der prozentuale Anteil der optischen Linsen, die einen Hohlraum sowie eine
> > Befüllungsöffnung aufweisen, dürfte noch sehr viele Nullen zwischen dem
> > Komma und der ersten relevanten Stelle aufweisen.
>
> Dir ist anscheinend nicht klar, dass die ersten Lupen wassergefüllte
> (konvexe) Glasgefäße waren. Mir ist dieser Effekt noch von eigenen
> Experimenten mit Glas und Wasser. Genau darum bin ich über Franks "in
> eine konkave Linse könnte man Kaffee gießen" gestolpert. Ist das
> wirklich so schwer nachzuvollziehen?

Eine Tante hatte eines der ersten DDR-Fernsehgeräte, das hatte eine so
kleine Bildröhre, daß man - wohl serienmäßig - davor eine
wassergefüllte Linse angebracht hatte, von mir als Kind arg bestaunt.
Ich habe solch Gerät nie wieder gesehen - FR

Florian Ritter

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Apr 24, 2012, 3:00:35 PM4/24/12
to
On 24 Apr., 17:37, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:

> > Wie hat man sich einen konkaven Bogen vorzustellen und inwiefern
> > unterscheidet er sich von einem konvexen Bogen? "Nach oben konkav"
> > könnte man allenfalls gelten lassen.
>
> Ich habe überlegt, welcher Ausderuck dafür herhalten könnte.
>
> Für den Begriff konkav habe ich mich entschieden, weil er eine Wölbung
> nach unten, also eine Höhlung darstelt. Ich reine mir das aus dem Wort
> zusammen: cava, la cave - Höhle, Gewölbe, Keller.

Up Platt heißt das Herstellen einer Vertiefung utkawen - FR

Uwe Schickedanz

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Apr 24, 2012, 3:07:42 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012 20:33:58 +0200, Roland Franzius
<roland....@uos.de> wrote:

>Nach anfänglichem Staunen über die Vielfalt seiner Einfälle zur
>Entstehung der Schriften in aller Welt nahm dann doch die Vorsicht
>gegenüber der Phantasie des Autors überhand und inzwischen ist das
>Meisterwerk leider in der Papierpresse der städtischen Abfallbetriebe
>auf dem Monte Pies gelandet
>
>http://www.noz.de/bildergalerien/63380924/der-aussichtsturm-auf-dem-piesberg-ist-fertig

Noch mehr Staunen läßt mich die Bildunterschrift "Das hält sie aus:
Die neue Aussichtsturm auf dem Piesberg reicht für eine ganze
Schulklasse."

Aber es ist doch ein schönes Sinnbild für die Umgestaltung der
deutschen Energieverorgung: auf einer alten Halde stehen Windräder,
die uns in Zukunft mit sauberer, grüner Energie versorgen werden,
anstelle des alten Anthrazitkraftwerkes nebenan.

Gruß Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===

Uwe Schickedanz

unread,
Apr 24, 2012, 3:12:23 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012 11:50:50 -0700 (PDT), Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com> wrote:

>Eine Tante hatte eines der ersten DDR-Fernsehgeräte, das hatte eine so
>kleine Bildröhre, daß man - wohl serienmäßig - davor eine
>wassergefüllte Linse angebracht hatte, von mir als Kind arg bestaunt.
>Ich habe solch Gerät nie wieder gesehen - FR

Rembrandt?

Florian Ritter

unread,
Apr 24, 2012, 3:11:05 PM4/24/12
to
On 24 Apr., 19:37, Lars Bräsicke <use...@braesicke.de> wrote:

> > Einige Leute haben ja die Angewohnheit, in Schreibschrift einen
> > waagerechten Strich über das "u" zu schreiben
>
> Ich sehe eigtl. meist nur ein Breve (ŭ). Einen geraden Strich, also ein
> Makron (ū) findet sich eher selten.
> Ich selbst verwende ein ŭ auch manchmal, aber nur aus reinem Manierismus.

Warum biss'n Du ümma so manieriert?
Ich befrug einen Lehrer danach, warum er über die 1 immer einen Punkt
wie eim i setzte und er sprach, er hätte das in der Grundschule so
gelernt. Eine Russischlehrerin, deren Name auf -ky endete, setzte
übers y zwei Punkte wie beim ü - FR

Volker Gringmuth

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Apr 24, 2012, 3:14:44 PM4/24/12
to
Florian Ritter wrote:

> Du sollst doch, Volker, nicht immer so rotzig den Großen
> gegenübertreten! FR

Leck mich … VG

Volker Gringmuth

unread,
Apr 24, 2012, 3:16:53 PM4/24/12
to
Uwe Schickedanz wrote:

> Noch mehr Staunen

staunen. Sie läßt dich staunen.

> läßt mich die Bildunterschrift "Das hält sie aus:
> Die neue Aussichtsturm auf dem Piesberg reicht für eine ganze
> Schulklasse."

„… für einen ganzen Schulklassen“ hätte ich jetzt akzeptiert.


vG

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 3:18:39 PM4/24/12
to
Am 24.04.2012 21:07, schrieb Uwe Schickedanz:
> On Tue, 24 Apr 2012 20:33:58 +0200, Roland Franzius
> <roland....@uos.de> wrote:
>
>> Nach anfänglichem Staunen über die Vielfalt seiner Einfälle zur
>> Entstehung der Schriften in aller Welt nahm dann doch die Vorsicht
>> gegenüber der Phantasie des Autors überhand und inzwischen ist das
>> Meisterwerk leider in der Papierpresse der städtischen Abfallbetriebe
>> auf dem Monte Pies gelandet
>>
>> http://www.noz.de/bildergalerien/63380924/der-aussichtsturm-auf-dem-piesberg-ist-fertig
>
> Noch mehr Staunen läßt mich die Bildunterschrift "Das hält sie aus:
> Die neue Aussichtsturm auf dem Piesberg reicht für eine ganze
> Schulklasse."
>
> Aber es ist doch ein schönes Sinnbild für die Umgestaltung der
> deutschen Energieverorgung: auf einer alten Halde stehen Windräder,
> die uns in Zukunft mit sauberer, grüner Energie versorgen werden,
> anstelle des alten Anthrazitkraftwerkes nebenan.

Ich hätte das auf den ersten Blick für einen Abschussplattform des
städtischen Altersheims oder den Fluchtpunkt der Regierung nach
Fukushima gehalten.

--

Roland Franzius

Helmut Richter

unread,
Apr 24, 2012, 3:25:37 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012, Roland Franzius wrote:

> Karl Faulhaber, Geschichte der Schrift,
>
> seines Zeichens Professor für Stenographie an der Universität Wien,
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Faulmann
>
> in die Hand.

Das ist wohl derselbe, auch wenn er zwei verschiedene Namen zu haben
scheint; wahrscheinlich ist aber "Faulhaber" nur falsch.

Das Buch der Schrift habe ich als Faksimile; das werde ich nicht
wegschmeißen, auch wenn mir shon die eine oder andere Ungenauigkeit
aufgefallen ist.

--
Helmut Richter

Uwe Schickedanz

unread,
Apr 24, 2012, 3:31:48 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012 21:16:53 +0200, Volker Gringmuth
<vgrin...@gmx.net> wrote:

>Uwe Schickedanz wrote:
>
>> Noch mehr Staunen
>
>staunen. Sie läßt dich staunen.

Jetzt staune ich aber, wer mir da ein großes S in die Antwort
geschmuggelt hat!

Manfred Hoß

unread,
Apr 24, 2012, 3:40:23 PM4/24/12
to
Am Tue, 24 Apr 2012 21:31:48 +0200 schrieb Uwe Schickedanz:

> On Tue, 24 Apr 2012 21:16:53 +0200, Volker Gringmuth
> <vgrin...@gmx.net> wrote:
>
>>Uwe Schickedanz wrote:
>>
>>> Noch mehr Staunen
>>
>>staunen. Sie läßt dich staunen.
>
> Jetzt staune ich aber, wer mir da ein großes S in die Antwort
> geschmuggelt hat!

Das war die shift-Taste. ;-)

Gruß
Manfred.

Uwe Schickedanz

unread,
Apr 24, 2012, 3:44:15 PM4/24/12
to
On Tue, 24 Apr 2012 21:40:23 +0200, Manfred Hoß <rostk...@arcor.de>
wrote:
Ja, und dabei hat sie sich gefreud.

Roland Franzius

unread,
Apr 24, 2012, 3:48:51 PM4/24/12
to
Am 24.04.2012 21:25, schrieb Helmut Richter:
> On Tue, 24 Apr 2012, Roland Franzius wrote:
>
>> Karl Faulhaber, Geschichte der Schrift,
>>
>> seines Zeichens Professor für Stenographie an der Universität Wien,
>>
>> http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Faulmann
>>
>> in die Hand.
>
> Das ist wohl derselbe, auch wenn er zwei verschiedene Namen zu haben
> scheint; wahrscheinlich ist aber "Faulhaber" nur falsch.

Das sind Multitasking-Effekte beim Surfen, Lesen und Tippen. Neben den
beiden Hirnhäften hat die Hand auch noch ein eigenwilliges Gedächtnis
und nebenher spielt Julia Roberts.


> Das Buch der Schrift habe ich als Faksimile; das werde ich nicht
> wegschmeißen, auch wenn mir shon die eine oder andere Ungenauigkeit
> aufgefallen ist.

http://archive.org/details/illustrirtegesc01faulgoog

http://archive.org/stream/illustrirtegesc01faulgoog#page/n12/mode/2up

Moderne Autoren äußerten sich dazu wohl im Sinne von "Esoterik". ´Die
1880er waren gerade auf dem Gebiet der Antikenforschung die Jahre der
Genies ohne wissenschaftlichen Hintergrund.

--

Roland Franzius
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Helmut Richter

unread,
Apr 24, 2012, 4:40:52 PM4/24/12
to
Aus dem von dir genannten Wikipedia-Artikel:

| So überarbeitete er im Auftrag der Wiener Staatsdruckerei Auers Buch
| Schriftzeichen des gesamten Erdkreises, woraus Faulmanns Buch der Schrift
| (1878, 2. Aufl. 1880) hervorging, das in bis dahin unerreichter
| Vollständigkeit alle bekannten Schriftsysteme behandelte. Faulmann stellte
| seine Alphabete auf Grund von Reiseberichten, Grammatiken,
| Fachzeitschriften und kulturgeschichtlichen Werken zusammen. Seine
| Sammlung der verschiedenen Schriftsysteme der Welt ist sehr verdienstvoll.

Das ist das Buch, das ich nicht wegschmeißen werde. Ich finde auch nichts
Esoterisches darin.

| In seinen theoretischen Schriften über Entstehung und Entwicklung der
| Schriften (v.a. Illustrierte Geschichte der Schrift, 1880) verstieg
| Faulmann sich allerdings zu Theorien, mit denen er zum Beispiel
| Zusammenhänge zwischen Runen und Hieroglyphen herstellen wollte, was
| wissenschaftlich nicht haltbar ist.

Und das ist das, von dem du gesprochen hast.

--
Helmut Richter
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