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>Gewundert habe ich mich noch über folgende Aussage auf [1]:
>| in bayerischer und österreicher Mundart ist Fotze ein derbes
>| (heute seltener gebrauchtes) Wort für "Mund" und für "Ohrfeige".
>Ist das so?
Ich kenne "Fotze" - ausgesprochen "Fotzn" - als Ohrfeige,
"Fotzhobel" hingegen als Mundharmonika.
M.
Die Bedeutung "Ohrfeige" kann ich für den Tiroler Raum bestätigen, ebenso
das dazugehörige Verb "fotzen" (= "ohrfeigen").
Ist "Futteral" eigentlich auch mit "vut" verwandt? Von der Form her tät's
passen...
Sascha
> | Meine Antwort lautete "Früher wurde Fotze mit 'V' geschrieben".
>
> Gewundert habe ich mich noch über folgende Aussage auf [1]:
> | in bayerischer und österreicher Mundart ist Fotze ein derbes (heute
> | seltener gebrauchtes) Wort für "Mund" und für "Ohrfeige".
>
> Ist das so?
Ja. Gar nicht mal so selten.
Das V kenn ich nur von Klotueren, was noch weniger aussagekraeftig als der
Duden oder Google-Counts sein duerfte. Ich haette (:-)) es immer mit F
geschrieben, eben wegen des bairischen Worts.
Martin
Der süddeutsche Ausdruck Fots, Fotss (m.) für Mund, Maul ist eine
Übertragung des Begriffes für Schamlippen auf die Gesichtslippen
(derb).
Die Fotssn hinwiederum ist ein Schlag aufs Maul (vergl. Tetschn).
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_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Es gibt keine schlechten Menschen, wenn man sie
| | | |_| | nur sorgfältig zubereitet."
| | | _ | (Alte Kannibalenweisheit)
|_|a |_| |_|a
Die Schreibung mit V kenne ich zwar auch, aber das ist lediglich
eine (seltene) orthographische Nebenvariante, ansonsten schreibt
man dieses Wort seit jeher mit F.
| Fotz / die / pudendum muliebre, cunnus, vulva,
| matrix, à genitura ita dictum vocabulum, obscenum
| hodiè est, pro qvô ab honestis substituitur:
| Scham / Geburtsglied / Heimlichkeit / heimlicher
| Ort des Weibes / der Frauen Mutter.
| [...]
| Fötzlein / Fötzgen / das / dimin. vulvula, qvasi
| dicas cunnulus. Sed Fötzgen & Fotze inierjectio
| admirantis & dolentis est, pro: Vah! uh! hem! eheu!
| [...]
(Kaspar Stieler: Teutscher Sprachschatz, 1691; Sp. 523)
Auch im Grimmschen Wörterbuch steht es unter F, ebenso im Wander
(Deutsches Sprichwörter-Lexikon). Auch bei Goethe habe ich eigentlich
immer nur die Schreibweise mit F gesehen (Schnuck-Fötzgen etc.)
> Im Net [1] (ziemlich schwer, was Sachliches unter diesem Suchwort
> zu finden!) fand ich diese Etymologie:
> | vermutlich vom mittelhochdeutschen "vut" abstammender Begriff,
Was man im Neuhochdeutschen mit F schreibt: Fut. Man schreibt
ja auch nicht »Hundsvott«, sondern »Hundsfott«.
Schöne Grüße,
Wolf
Tassilo Halbritter wrote:
> Nein. Die Schreibung von Fut mit V ist genauso zu sehen wie Vater,
> Vogel und von, als Variante der F-Laut-Schreibung. Mhd. vut, Geni-
> tiv vüde.
In der DDR MUSEN _immer_ mit V jedenfalls in allen Klo's die ich sah.
Erst nach Wiedervereinigung hab ich das Wort mit F kennengelernt.
> Im Englischen und Altnordischen findest Du das F im Anlaut (fud/
> fuš = stimmhaftes th im Auslaut). Aus der Verkleinerungsform 'Futze'
> wurde dann 'Fotze'. Steckt auch in Hundsfott und Futhusar (=Filzlaus).
>
BTW:
Mein Opa (Sachsen-Anhalt, Mansfelder Land) sagte immer:
"Nimm die Hand aus der Ficke" und meinte damit die Hosentasche.
BGE
"Fotze" als "Ohrfeige" kann ich aus dem Burgenland bestätigen;
der Wortatlas der deutschen Umgangssprachen liefert auf Karte 4
übrigens weitere Belege (wenn auch weniger als für "Watsche(n)")
aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg
sowie aus Bayerisch Schwaben, Ober- und Niederbayern und aus der
Oberpfalz.
Christian
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> Die Version ist auch einigermaßen stark verbreitet (Alltheweb
> findet 12000mal V, 18000mal F), kommt aber im Duden nicht vor.
Google says:
(ungefiltert) Votze : 12,800
(ungefiltert) Fotze : 96,400
Fotze & Votze : 3,660
(kaum einer wird beide Arten gebrauchen ==> XXX)
(1-Pass) Votze : 12,800-3,660 = 9,140
(1-Pass) Fotze : 96,400-3,660 = 92,740
Verhältnis V:F ~ 1:10
hmm, eindeutig?
gruss
Ian
PS: Um <Pine.SOL.3.96.101112...@sun72.thp.Uni-Koeln.DE>
vorzugreifen: yepp, google-counts sind nicht rellevant, aber interessant.
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Republicans understand the importance of bondage
between a mother and child.
Senator Dan Quayle, US News and World Report (10/10/88)
> Auch im Grimmschen Wörterbuch steht es unter F, ebenso im Wander
> (Deutsches Sprichwörter-Lexikon). Auch bei Goethe habe ich eigentlich
> immer nur die Schreibweise mit F gesehen (Schnuck-Fötzgen etc.)
Hm. Mir ist so, als bezeichnische im Rheinischen (Köln, Bonn v.a.)
"Fötzche" bzw. "Fötzje" den Hintern.
Kann das jemand Bestätigen oder widerlegen?
Gruß
Ingo
--
Ingo Dierck, dierck & meyer mediengestaltung
mailto:ingo....@addcom.de
> Die Schreibung von Fut mit V ist genauso zu sehen wie Vater,
> Vogel und von, als Variante der F-Laut-Schreibung. Mhd. vut, Geni-
> tiv vüde.
Ja, wobei allerdings festzustellen ist, dass für silbenanlautendes /f/
heute vor folgendem Konsonanten nur <f> (ausgenommen 'Vlies'), vor
folgendem Vokal sowohl <v> als auch <f> geschrieben wird. Im Mhd. war die
Schreibweise meist <v> (so auch die normalisierte Form; - Im Lexer [1]
steht zum Buchstaben 'F' lapidar: "F s. V"). Wann heute <v> und wann <f>
geschrieben wird, scheint keiner Gesetzmäßigkeit zu folgen. Nach § 22 der
geltenden Orthografie [2, 3] ist <f> die Normalform; mit einigen Ausnahmen
gemäß § 29 (insg. 20 Beispielformen). Wenn man voneinander oder von der
gleichen Wurzel abgeleitete Formen [4, 5] zusammenfasst (immerhin gilt in
der dt. Orthografie ja das Stammprinzip) und Fremdwörter weglässt (z.B.
'Veilchen', 'Vettel'), dann ergeben sich folgende (in Wörterbüchern
verzeichnete) neun Wortgruppen:
Unerklärlich sind (mir) die Schreibungen mit <v> bei:
(1) 'Vater', 'Vetter'
(2) 'Vieh'
(3) 'von'
(4) 'Frevel'
Eine unterschiedliche Schreibweise zu etymologisch verwandten Formen
[4, 5] ergibt sich zudem bei:
(5) 'ver-', 'vor', 'vorn(e)' (trotz 'fr-', 'für', 'Fürst', 'fort',
'fern' usw.)
(6) 'Vogel' (trotz 'fliegen')
(7) 'viel', 'voll', 'völlig', 'Volk' (trotz 'füllen')
Erklärbar sind (mir) die Schreibweisen mit <v> nur bei:
(8) 'Vlies' (ev. wegen 'goldenes Vlies' = lat. 'aureum vellus').
zu (7) 'viel' (wegen Homonymieflucht vor 'fallen ~ fiel ~ gefallen')
(9) 'V' (wegen der Buchstabenform)
> Im Englischen und Altnordischen findest Du das F im Anlaut (fud/
> fuð = stimmhaftes th im Auslaut). Aus der Verkleinerungsform 'Futze'
> wurde dann 'Fotze'. Steckt auch in Hundsfott und Futhusar (=Filzlaus).
>
> Der süddeutsche Ausdruck Fots, Fotss (m.) für Mund, Maul ist eine
> Übertragung des Begriffes für Schamlippen auf die Gesichtslippen
> (derb).
> Die Fotssn hinwiederum ist ein Schlag aufs Maul (vergl. Tetschn).
Sehr interessant sind die Ausführungen bei Kluge [5] (der hier, wie sonst
auch, auf dialektale Formen etwas stärker eingeht als Pfeifer [4]). Er
führt 'Fotze' "Scheide; Mund" auf eine verm. lautmalende idg. Wurzel
*'pu-' mit der Bedeutung "dick" zurück (dazu auch 'Bausch' [6]), womit
sowohl die Hinterbacken, wie auch die Lippen bezeichnet wurden. Von beiden
Bedeutungen, die in den Dialekten noch belegt sind, kann eine Übertragung
auf die Scheide stattgefunden haben. Auf die Schreibung mit <f> oder <v>
lässt das freilich keine Rückschlüsse zu.
[1] Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit den
Nachträgen von Ulrich Pretzel. 38. Aufl. Stuttgart: Hirzel 1992.
[2] Die neue deutsche Rechtschreibung. Verf. von Ursula Hermann. Völlig
neu bearb. und erw. von Lutz Götze. Gütersloh: Bertelsmann 1996. S. 27-97.
[3] Duden 1. Die deutsche Rechtschreibung. 21., völlig neu bearb. Aufl.
Hg. von der Dudenredaktion. Mannheim u.a.: Dudenverlag 1996. S. 861-910.
[4] Wolfgang Pfeifer (Hg.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 4.,
ungekürzte, durchgesehene Aufl. München: dtv 1999.
[5] Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.
Bearb. von Elmar Seebold. 23., erw. Aufl. Berlin, New York: de Gruyter
1995.
[6] 'Bausch' wird nach Pfeifer [4] wie auch 'Bauch', 'Busen', 'böse' und
'Beule' auf die idg. Wurzel *'b(h)(e)u-' "aufblasen, schwellen"
zurückgeführt. Wenn diese mit *'pu-' zusammengehört, bestand die
lautmalerische Geste also aus labialem Verschlusslaut + labiovelarem
Vokal, - durchaus passend, um die Lippen zu bezeichnen, meine ich.
Grüße,
Martin
>> | vermutlich vom mittelhochdeutschen "vut" abstammender Begriff,
>
>Was man im Neuhochdeutschen mit F schreibt: Fut.
Es hat außer dir bisher niemand erwähnt.
Ist das außerhalb .at gebräuchlich?
In Wien ist das der von sehr jungen Menschen (na ja, nicht nur) fast
ausschließlich gebrauchte Ausdruck.
Die in <9t8vep$11t0t$1...@ID-43225.news.dfncis.de> erwähnte
Umsynchronisierung einer McDonalds-Werbung spräche dafür, dass das
heute nur in .at gebräuchlich ist.
Gruß,
daPeda
Matthias Opatz wrote:
[F oder V]
> Die *vut*-Herleitung spräche für V.
> Die Version ist auch einigermaßen stark verbreitet (Alltheweb
> findet 12000mal V, 18000mal F), kommt aber im Duden nicht vor.
>
Im Niederländischen auch mit v (vuut).
> Gewundert habe ich mich noch über folgende Aussage auf [1]:
> | in bayerischer und österreicher Mundart ist Fotze ein derbes (heute
> | seltener gebrauchtes) Wort für "Mund" und für "Ohrfeige".
Und was hat hinterfotzig damit z tun?
c.a.b.a.
> >Gewundert habe ich mich noch über folgende Aussage auf [1]:
> >| in bayerischer und österreicher Mundart ist Fotze ein derbes
> >| (heute seltener gebrauchtes) Wort für "Mund" und für "Ohrfeige".
> >Ist das so?
>
> Ich kenne "Fotze" - ausgesprochen "Fotzn" - als Ohrfeige,
> "Fotzhobel" hingegen als Mundharmonika.
Ich erinnere mich dunkel, dass ihr hier ca. vor einem Jahr eine längere
Diskussion darüber hattet.
Gruss von
Bernard - Paris
Na was wohl?
Wenn die Fotze (Fut) nicht an der rechten Stelle ist, sondern nach
hinten verschoben, dann ist man hinterfotzig ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter_at_acornusers.org
|__ __|| | | | "Religion ist die Krücke eines schwachen Geistes,
| | | |_| | der nicht fähig ist, eine eigene Weltanschauung
| | | _ | zu entwickeln."
|_|a |_| |_|a (Martin Kuras in dswc)
In neofemistischer und politisch correcter Huren-Orthographie wird das
weibliche Organ mit "V" geschrieben, während das Wort mit "F" eine Dame
kennzeichnet, die einen bestimmten Beruf ausübt ...
»Fotze« hier eben im Sinne von »Mund« oder »Gesicht«, man zeigt
nicht sein wahres Gesicht, ist hinterlistig, unaufrichtig.
Schöne Grüße,
Wolf
> "Fotzhobel" hingegen als Mundharmonika.
Stöhnt beim Spielen? :-)
JL
"Fotze" ist eben nicht nur das, was du denkst, sondern
eigentlich eine mundartliche Bezeichnung für "Mund", vor
allem im Bairischen.
Der Teufel aus Leipzig
[ ] Du hast ein Smiley übersehen
JL
>> "Fotzhobel" hingegen als Mundharmonika.
> Stöhnt beim Spielen? :-)
Und erspart das Zähneputzen...
M.
> Von: "João Luiz" <JoaoLuiz...@MB.TU-Ilmenau.DE>
> Organisation: Ilmenau Technical University
> Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
> Datum: Sun, 25 Nov 2001 14:50:33 +0100
> Betreff: Re: F oder V
>
> Wolfram Teufel schrieb:
>>
(...)
>>
>> "Fotze" ist eben nicht nur das, was du denkst, sondern
>> eigentlich eine mundartliche Bezeichnung für "Mund", vor
>> allem im Bairischen.
(...)
>
Daher der süddeutsche, besonders bayerische Ausdruck: hinterfotzig sein,
was soviel bedeutet wie: hintenherum erzählen oder reden, falsch sein.
Gruss Gerhard
> BTW:
> Mein Opa (Sachsen-Anhalt, Mansfelder Land) sagte immer:
> "Nimm die Hand aus der Ficke" und meinte damit die Hosentasche.
Ficke=Tasche ist wohl auch thüringisch. Die Bezeichnung "Fickentor"
in einem Dorf bei Mühlhausen/Thür. wird damit erklärt, dass an diesem
Tor die Taschen=Ficken kontrolliert wurden.
> Mein Opa (Sachsen-Anhalt, Mansfelder Land) sagte immer:
> "Nimm die Hand aus der Ficke" und meinte damit die Hosentasche.
Und was sagte er, als er dir mal Taschengeld gab?
JL