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Essen wie die Scheunendrescher

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Marc Rothballer

unread,
Jun 9, 2002, 2:24:32 AM6/9/02
to
Hallo NG,

neulich sagte unser Wirtschaftslehrer zu uns:

"... ihr müsst essen wie die Scheunendrescher ..."

Frage 1: Wer drischt Scheunen???
Frage 2: Wie essen Leute die Scheunen dreschen?
Frage 3: Woher kommt der Ausdruck und seit wann wird er gebraucht?

Wer kann mir weiterhelfen?

marc


Tilman Heckel

unread,
Jun 9, 2002, 2:40:35 AM6/9/02
to
Marc Rothballer <ngf...@web.de> wrote:

> Frage 1: Wer drischt Scheunen???

Niemand.

> Frage 2: Wie essen Leute die Scheunen dreschen?

Viel.

> Frage 3: Woher kommt der Ausdruck und seit wann wird er gebraucht?

Die Scheunendrescher sind die Landarbeiter, die IN der Scheune das
geerntete Getreide dreschen. Das ist harte Arbeit und macht sehr
hungrig.

Gruß
Til


--
A Freudian slip is when you say one thing but mean your mother.

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 2:47:18 AM6/9/02
to

In früheren Zeiten wurde das Getreide gedroschen.
Mit Dreschflegeln.
Da war eine lange Holzstange mit einer kürzeren
keulenförmigen Holzstange durch Lederriemen verbunden
und mit der drosch man auf das Getreide ein
um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Oder 1525 auf die Gutsherren.
Sach ich jetzt mal so.
Der Scheunendrescher war eine, meist über Transmissionsriemen
angetriebene Maschine die diese schwere Arbeit abnahm.
Diese Maschine war sehr effizient im Gegensatz
zum Dreschflegel.
Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide
als ein Bauer dreschen konnte.
Sie fraß schier das Getreide.
Und stand natürlich in der Scheune weil der Bauer
sein Getreide im Speicher und sein Stroh auf der Tenne
einlagern wollte.


Bitte deinen "Wirtschaftslehrer" um weiterführende
Auskünfte.

Gruß
BGE

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 2:59:00 AM6/9/02
to

In früheren Zeiten wurde das Getreide gedroschen.


Mit Dreschflegeln.
Da war eine lange Holzstange mit einer kürzeren
keulenförmigen Holzstange durch Lederriemen verbunden
und mit der drosch man auf das Getreide ein
um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Oder 1525 auf die Gutsherren.
Sach ich jetzt mal so.
Der Scheunendrescher war eine, meist über Transmissionsriemen
angetriebene Maschine die diese schwere Arbeit abnahm.
Diese Maschine war sehr effizient im Gegensatz
zum Dreschflegel.
Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide
als ein Bauer dreschen konnte.
Sie fraß schier das Getreide.
Und stand natürlich in der Scheune weil der Bauer
sein Getreide im Speicher und sein Stroh auf der Tenne
einlagern wollte.


Bitte deinen "Wirtschaftslehrer" um weiterführende
Auskünfte.


Gruß
BGE

--
Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?

Marc Rothballer

unread,
Jun 9, 2002, 3:35:03 AM6/9/02
to
> In früheren Zeiten wurde das Getreide gedroschen.
> Mit Dreschflegeln.
> Da war eine lange Holzstange mit einer kürzeren
> keulenförmigen Holzstange durch Lederriemen verbunden
> und mit der drosch man auf das Getreide ein
> um die Spreu vom Weizen zu trennen.

sowas hab ich mir schon gedacht, aber warum heißt es dann scheunendrescher
und nicht getreidedrescher o.ä.?

marc


Diedrich Ehlerding

unread,
Jun 9, 2002, 4:12:22 AM6/9/02
to
"Marc Rothballer" <ngf...@web.de> meinte:

> neulich sagte unser Wirtschaftslehrer zu uns:
>
> "... ihr müsst essen wie die Scheunendrescher ..."
>
> Frage 1: Wer drischt Scheunen???

Niemand, ...

> Frage 2: Wie essen Leute die Scheunen dreschen?
> Frage 3: Woher kommt der Ausdruck und seit wann wird er gebraucht?

... aber früher hat man in der Scheune gedroschen (mit dem Dreschflegel),
und das war ungemein anstrengend.


Zu der Konstruktion "Scheunendrescher": als ich einen Segelkurs
machte, nannte ich den Unterweisenden "Segellehrer", obwohl der
keineswegs den Segeln etwas beibrachte. Ein "Handelsvertreter"
vertritt nicht den Handel, sondern eine Firma bei Handelsgeschäften.
Und der von Dir erwähnte Wirtschaftslehrer lehrt auch nicht die
Wirtschaft, sondern er lehrt Dich etwas zum Thema Wirtschaft.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 4:23:46 AM6/9/02
to

Man konnte mit dem Gerät auch anderes dreschen
als Getreide zB. wie oben genannt Gutsherren.

Wenn aber der Drescher benutzt wurde, so war es
im überwiegenden Falle in der Scheuer (Scheune)
Deshalb Scheunendrescher.

> marc

BGE

Heinz Lohmann

unread,
Jun 9, 2002, 5:23:57 AM6/9/02
to
Boris Gerlach schrieb:

>Der Scheunendrescher war eine, meist über Transmissionsriemen
>angetriebene Maschine die diese schwere Arbeit abnahm.
>Diese Maschine war sehr effizient im Gegensatz
>zum Dreschflegel.
>Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
>Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide
>als ein Bauer dreschen konnte.
>Sie fraß schier das Getreide.
>Und stand natürlich in der Scheune weil der Bauer
>sein Getreide im Speicher und sein Stroh auf der Tenne
>einlagern wollte.

Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache 1993 sieht das etwas
anders, und zwar ohne die Maschine.
"1. Scheunendrescher droschen in der Scheune das Getreide mit dem
Dreschflegel; sie verrichteten schwere Arbeit und verlangten
entsprechende Verpflegung. 1800ff, wohl älter
2. essen (fressen, reinhauen) wie ein ~ = sehr viel essen. 1500ff"

Wie kommst du auf die Maschine? Hast du da Quellen? Abgesehen von den
zeitangaben im Küpper macht mich auch der Plural in der Redewendung
misstrauisch; ich würde dann eher "fressen wie ein Scheunendrescher"
erwarten.

--
mfg
Heinz Lohmann
Tanshui, Taiwan
25.13N 121.29E

Meno Sellschopp

unread,
Jun 9, 2002, 5:50:43 AM6/9/02
to
Boris Gerlach schreibt u.a.:

> In früheren Zeiten wurde das Getreide gedroschen.

> Mit Dreschflegeln. [..]
> Der Scheunendrescher war eine meist über Transmissions-
> riemen angetriebene Maschine, die diese schwere Arbeit
> abnahm.
Korrigierend und zum besseren Verständnis:

Vor der Erfindung der Dreschmaschinen wurde das Getreide
nach dem Mähen zu Garben gebunden, diese wurden zum
Vortrocknen auf dem Feld zu Hocken aufgestellt und dann -
noch immer ungedroschen! - in der Scheune gelagert oder
nahe beim Hof zu Mieten geschichtet. Erst wenn die
spätsommerliche und herbstliche Feldarbeit beendet war,
wurde das Getreide zum Dreschen auf der Scheunen-Tenne
ausgebreitet und durch Schlagen mit Dreschflegeln
gedroschen. Das Dreschen war also Arbeit für die Zeit
NACH der Feldbestellung.

Als Dreschkasten und Dampfmaschine erfunden waren, konnte
das Getreide gleich beim Einfahren gedroschen werden.
Dazu stellte man Dreschkasten und Dampfmaschine in der
Nähe der Scheune auf, konnte die Körner gleich verkaufen,
brauchte nur das Stroh einzulagern und konnte sich das
riskante und verlustträchtige Aufschichten von Mieten
oder Zwischenlagern in der Scheune ersparen.

> Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.

Nein, fressen taten die Lohnarbeiter, die das Getreide
von Hand druschen. Besonders ärgerlich: Sie fraßen zu
einer Jahreszeit, wo auch der Bauer "vom Eingemachten"
leben mußte.

> Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide ...
> Und stand natürlich in der Scheune,
Nein, sie stand im Freien in hinreichend großen Abstand
vom Hof, damit der unvermeidliche Funkenflug von der
"Lokomobile", der Dampfmaschine, nicht die Scheune in
Brand setzte!

> weil der Bauer sein Getreide im Speicher und sein Stroh
> auf der Tenne einlagern wollte.

Nein, die Tenne dient nicht zum Lagern, sondern als
Arbeitsplatz und zu Zeiten auch zum Feiern und Tanzen
nach getaner Arbeit.

--
Meno

Tassilo Halbritter

unread,
Jun 9, 2002, 6:21:13 AM6/9/02
to
In article <MPG.176d4323c...@news.btx.dtag.de>, Meno Sellschopp

>
> > Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide ...
> > Und stand natürlich in der Scheune,
> Nein, sie stand im Freien in hinreichend großen Abstand
> vom Hof, damit der unvermeidliche Funkenflug von der
> "Lokomobile", der Dampfmaschine, nicht die Scheune in
> Brand setzte!
>

Irgendwann gabs dann kleine Petroleummotoren, die die Dresch- und
andere Maschinen antrieben, da standen die Geräte durchaus auf der
Tenne ...

> > weil der Bauer sein Getreide im Speicher und sein Stroh
> > auf der Tenne einlagern wollte.
> Nein, die Tenne dient nicht zum Lagern, sondern als
> Arbeitsplatz und zu Zeiten auch zum Feiern und Tanzen
> nach getaner Arbeit.
>

Apropos Vergnügen. Bekanntlich war der Erhalt der Jungfräulichkeit in
früheren Zeiten eine unabdingbare Voraussetzung für die Ehefähigkeit
der Mädchen. Allerdings gab es ein paar berechtigte Ausnahmen im Ge-
setz: Die Mädchen mußten dem Bräutigam unbeschädigt übergeben werden, ausgenommen waren allerdings Schäden, die durch Spiele hinter Hecken
und Scheunentoren entstanden waren ...



--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Tatsache, daß sich der Gläubige glücklicher
| | | |_| | fühlt als der Ungläubige, besagt nicht mehr, als
| | | _ | daß sich der Betrunkene glücklicher fühlt als der
|_|a |_| |_|a Nüchterne." (George Bernard Shaw)

Yvonne Steiner

unread,
Jun 9, 2002, 6:27:34 AM6/9/02
to
Heinz Lohmann <heinzlo...@yahoo.de> wrote:

> Boris Gerlach schrieb:
> >Der Scheunendrescher war eine, meist über Transmissionsriemen
> >angetriebene Maschine die diese schwere Arbeit abnahm.
> >Diese Maschine war sehr effizient im Gegensatz
> >zum Dreschflegel.
> >Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
> >Diese Maschine verarbeitetete sehr viel mehr Getreide
> >als ein Bauer dreschen konnte.
> >Sie fraß schier das Getreide.
> >Und stand natürlich in der Scheune weil der Bauer
> >sein Getreide im Speicher und sein Stroh auf der Tenne
> >einlagern wollte.
>
> Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache 1993 sieht das etwas
> anders, und zwar ohne die Maschine.
> "1. Scheunendrescher droschen in der Scheune das Getreide mit dem
> Dreschflegel; sie verrichteten schwere Arbeit und verlangten
> entsprechende Verpflegung. 1800ff, wohl älter
> 2. essen (fressen, reinhauen) wie ein ~ = sehr viel essen. 1500ff"


In: "Das grosse Buch der Redewendungen" (Tosa) steht der Vermerk:

| Der Redensartliche Vergleich ist seit dem 15. Jh. belegt
| und auch in Grimmelshausens "Simplicissimus" zu finden:


"Ich mochte damals fressen wie ein Drescher, denn mein Magen
war nicht zu ersättigen, ..."

<http://gutenberg.spiegel.de/grimmels/simpl/simpl408.htm>

Yvonne Steiner

Claudia Bartsch

unread,
Jun 9, 2002, 8:50:41 AM6/9/02
to

Meno Sellschopp wrote:


> > Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
> Nein, fressen taten die Lohnarbeiter, die das Getreide
> von Hand druschen. Besonders ärgerlich: Sie fraßen zu

^^^^^^^^

Ich bin für droschen.

caba

Meno Sellschopp

unread,
Jun 9, 2002, 9:00:26 AM6/9/02
to
Tassilo Halbritter schreibt u.a.:

> Irgendwann gabs dann kleine Petroleummotoren,
> die die Dresch- und andere Maschinen antrieben,
> da standen die Geräte durchaus auf der Tenne ...

Ja, aber da war die Redensart vom fressenden
Scheunendrescher längst fertig.


>
> Apropos Vergnügen. Bekanntlich war der Erhalt der
> Jungfräulichkeit in früheren Zeiten eine unabdingbare
> Voraussetzung für die Ehefähigkeit der Mädchen.

Das stimmt für Teile des Adels und des städtischen
Bürgertumn und für Gegenden, in denen der Einfluß der
Kirche mit ihrer mystischen Überhöhung der Unberührtheit
sich gegen praktische Vernunft durchsetzen konnte.

In bäuerlichen Familien war es wichtiger, daß der Hof
einen Erben bekam. Deshalb war es vielfach üblich,
die Braut schon vor der Hochzeit "auszuprobieren".
Wurde sie schwanger, dann war es gut und sie konnte
geheiratet werden. Wenn nicht: Dann taugte sie auch
für andere Bauernsöhne nicht und blieb aus eben diesem
Grunde - nicht wegen der verlorenen "Unschuld" - sitzen
(denn daß das Versagen auch beim spritzfähigen Manne
liegen könne, widersprach dem Augenschein).

--
Meno

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 12:01:58 PM6/9/02
to
Meno Sellschopp wrote:
>
> Tassilo Halbritter schreibt u.a.:
>
> > Irgendwann gabs dann kleine Petroleummotoren,
> > die die Dresch- und andere Maschinen antrieben,
> > da standen die Geräte durchaus auf der Tenne ...
> Ja, aber da war die Redensart vom fressenden
> Scheunendrescher längst fertig.
> >
> > Apropos Vergnügen. Bekanntlich war der Erhalt der
> > Jungfräulichkeit in früheren Zeiten eine unabdingbare
> > Voraussetzung für die Ehefähigkeit der Mädchen.
> Das stimmt für Teile des Adels und des städtischen
> Bürgertumn und für Gegenden, in denen der Einfluß der
> Kirche mit ihrer mystischen Überhöhung der Unberührtheit
> sich gegen praktische Vernunft durchsetzen konnte.
>

Und dann gabs noch das "Recht der ersten Nacht"
und dafür gehört heute noch jeder "Adlige" gehenkt.

Gruß
BGE

Ulli Schmitz

unread,
Jun 9, 2002, 12:42:05 PM6/9/02
to
Boris Gerlach schrieb:

[...]

> Und dann gabs noch das "Recht der ersten Nacht"
> und dafür gehört heute noch jeder "Adlige" gehenkt.

Warum, Du sozialistischer Massenmörder?

Andreas Karrer

unread,
Jun 9, 2002, 12:43:37 PM6/9/02
to
* Boris Gerlach <DRSt...@t-online.de>:

> Und dann gabs noch das "Recht der ersten Nacht"
> und dafür gehört heute noch jeder "Adlige" gehenkt.

Wenn es denn ein solches "ius primae noctis" als festgeschriebenes
Recht oder in grösserem Umfang gegeben hätte. Wahrscheinlich aber ist
es vor allem eine Fiktion der erotischen Literatur.

Siehe Alain Boureau: "Das Recht der Ersten Nacht. Zur Geschichte einer Fiktion."

Ausserdem UL-Alarm:
http://www.snopes2.com/weddings/customs/droit.htm
http://www.ku.edu/~medieval/melcher/matthias/old/log.started950130/mail-52.html


- Andi

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 12:54:37 PM6/9/02
to

Da fehlt ein Smiley.
BGE

Ulli Schmitz

unread,
Jun 9, 2002, 2:10:08 PM6/9/02
to
Boris Gerlach schrieb:

Nein.

Wolfram Meyer von Gagern

unread,
Jun 9, 2002, 2:26:08 PM6/9/02
to
Claudia Bartsch <cabah...@compuserve.de> schrieb:

Unbedingt. Es heißt ja auch "abgedroschen".

Gruß,
Wolfram

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 3:40:12 PM6/9/02
to

Also: Go ahead.

Mit nichtfreundlichen Grüßen
BGE

Boris Gerlach

unread,
Jun 9, 2002, 6:26:25 PM6/9/02
to
Ralf Kusmierz wrote:
>
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Boris Gerlach schrieb:

>
> > Und dann gabs noch das "Recht der ersten Nacht"
> > und dafür gehört heute noch jeder "Adlige" gehenkt.
>
> Nachträglich? ;-)
>
> Ähem, selbst, wenn ich mir jetzt Unmut zuziehe: _das_ ist doch ein
> ganz natürliches Primatenverhalten. Wozu ist "Mann" denn ein
> Alpha-Männchen? Doch ganz offensichtlich zwecks sexueller Privilegien
> hinsichtlich genetischer Proliferation - analoges gilt natürlich für
> sozial ranghohe Weibchen, die suchen sich ihre bevorzugten
> Samenspender halt auch aus und verweisen Konkurrentinnen in die
> Schranken.
>
> Man könnte sich eher fragen, wie denn dieses natürliche Verhalten
> abhanden kam, oder gar gleich zynisch feststellen, daß es das
> mitnichten tat.
>
> Auf die Idee, die Faktizität des "ius primae noctis" und seiner
> (gelegentlichen) Ausübung zu bezweifeln, wäre ich, ehrlich gesagt, gar
> nicht gekommen. Und genauso leichtgläubig habe ich keinerlei Probleme,
> mir vorzustellen, daß die Konkurrenz der empfängniswilligen Damen in
> praktischen Fällen stets so hoch ist, daß es dem jeweiligen
> Stammeshäuptling ohnehin nicht gelingt, allen diesbezüglichen Wünschen
> nachzukommen, so daß die sich möglicherweise potentiell vergewaltigt
> fühlenden Kandidatinnen ohnehin nicht in die Verlegenheit kommen, sich
> durch entsprechende "Rechteinanspruchnahmen" belästigt zu fühlen. (Die
> nicht so seltenen "Bastarde" der europäischen Adligen sollen wohl auch
> durchaus attraktiv alimentiert worden sein.)
>
> (Womit ich die Existenz von Vergewaltigungen wie auch von gewaltsamen
> Brautraubbräuchen natürlich nicht bestreiten will - man sollte nur das
> große Ganze und den evolutionären Zusammenhang sehen.)
>
> Gleichermaßen findet die Damenwelt männliche Aggressionen
> (Rangordnungskämpfe) gar nicht so "pfui", wie manche ihrer
> Vertreterinnen gelegentlich tun, und erfreut sich auch gern an
> kleidsamen "Sterbekitteln" (selbstverständlich an deren Inhalt nur in
> lebendigem Zustand).
>

Ack.
Widerspricht in keinster Weise (TM) meiner Ansicht.
bge

Steffen Buehler

unread,
Jun 10, 2002, 6:35:32 AM6/10/02
to
Andreas Karrer wrote:
>Ausserdem UL-Alarm:
[...]


Siehe auch "Das *neue* Lexikon der populären Irrtümer".


Viele Grüße
Steffen
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Florian Ritter

unread,
Jun 10, 2002, 10:32:41 AM6/10/02
to
Claudia Bartsch <cabah...@compuserve.de> wrote in message news:<3D034F21...@compuserve.de>...

>
> > > Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
> > Nein, fressen taten die Lohnarbeiter, die das Getreide
> > von Hand druschen. Besonders ärgerlich: Sie fraßen zu
> ^^^^^^^^
>
> Ich bin für droschen.

Nee, druschen ist schon richtig. Ich kenne von meinen studentischen
Ernteeinsätzen im Pommernlande den agrarischen Fachbegriff der
"Schwaddrusch" ohne zu wissen, was er bedeutet - FR

Claudia Bartsch

unread,
Jun 10, 2002, 4:12:24 PM6/10/02
to

Ähm, deine pommerschen Erfahrungen in allen Ehren. Aber das sagt gar
nichts. Schwaddrusch ist ein Substantiv und kann deshalb problemlos
einen anderen Ablaut haben als das Verb.
Wenn dir jemand eine in die F....e haut, dann hat dich jemand
verdroschen und nicht verdruschen. Alles klar?

caba

Meno Sellschopp

unread,
Jun 10, 2002, 5:16:33 PM6/10/02
to
Claudia Bartsch schreibt u.a.:
> > > Ich bin für droschen.
denn:

> Wenn dir jemand eine in die F....e haut, dann hat
> dich jemand verdroschen und nicht verdruschen.
> Alles klar?
Du hättest mich FAST überredet.
Aber bei diesem letzten Argument erwacht doch wieder
mein Widerspruchsgeist: Die Ablautform des Partizips
beweist nichts für das Präteritum.

--
Meno


ps.: Ich gestehe allerdings, daß mir ein passendes
Parallel-Beispiel zu "dreschen - drusch - gedroschen"
nicht einfällt.

Wolfram Meyer von Gagern

unread,
Jun 11, 2002, 3:54:23 AM6/11/02
to
Claudia Bartsch <cabah...@compuserve.de> schrieb:

> Florian Ritter wrote:
>>
>> Claudia Bartsch <cabah...@compuserve.de> wrote in message
>> news:<3D034F21...@compuserve.de>...
>>>
>>>>> Hier sollte man "frisst" mit "verarbeitetet" gleichsetzen.
>>>> Nein, fressen taten die Lohnarbeiter, die das Getreide
>>>> von Hand druschen. Besonders ärgerlich: Sie fraßen zu
>>>> ^^^^^^^^
>>>
>>> Ich bin für droschen.
>>
>> Nee, druschen ist schon richtig. Ich kenne von meinen studentischen
>> Ernteeinsätzen im Pommernlande den agrarischen Fachbegriff der
>> "Schwaddrusch" ohne zu wissen, was er bedeutet

Laut Wahrig:
Indikativ Präteritum "drosch (drasch)", aber kein "drusch".

> Ähm, deine pommerschen Erfahrungen in allen Ehren. Aber das sagt gar
> nichts. Schwaddrusch ist ein Substantiv und kann deshalb problemlos
> einen anderen Ablaut haben als das Verb.

Genau.

"Beim Schwaddrusch findet das Mähen und Dreschen der Pflanzen in
getrennten Arbeitgängen statt. Zuerst wird der Bestand abgemäht und im
Schwad abgelegt, dem schließt sich das Abtrocknen an, dann die Samen
ausgedroschen werden können nach dessem Abschluß."
(http://www.hanfnet.org/infohanf/wissen/nutz.htm).

"Drusch" ist übrigens der Ausdrusch durch Reibung und nicht durch
Schlagleistendreschwerk.(laut:
http://www.inaro.de/Deutsch/KULTURPF/Hanf/Hanfernt.htm)

Scheint die bevorzugte Arbeitsweise bei der Hanfernte zu sein.

Gruß,
Wolfram

Xaver Langbeen

unread,
Jun 11, 2002, 5:22:03 AM6/11/02
to
Meno.Se...@t-online.de (Meno Sellschopp) wrote in message news:<MPG.176f34ee5...@news.btx.dtag.de>...

> > > > Ich bin für droschen.

> Du hättest mich FAST überredet.
> Aber bei diesem letzten Argument erwacht doch wieder
> mein Widerspruchsgeist: Die Ablautform des Partizips
> beweist nichts für das Präteritum.

MUSE sagte mir auch "drosch", was bei google auch Bestätigung findet.
Dort habe ich das Substantiv "der Drusch" dazugelernt :-)

XL

Claudia Bartsch

unread,
Jun 11, 2002, 10:21:51 AM6/11/02
to

Meno Sellschopp wrote:
>
> Claudia Bartsch schreibt u.a.:
> > > > Ich bin für droschen.
> denn:
> > Wenn dir jemand eine in die F....e haut, dann hat
> > dich jemand verdroschen und nicht verdruschen.
> > Alles klar?
> Du hättest mich FAST überredet.
> Aber bei diesem letzten Argument erwacht doch wieder
> mein Widerspruchsgeist: Die Ablautform des Partizips
> beweist nichts für das Präteritum.

Schon klar. Partizip kann anders sein als Präteritum.
Aber ...

> ps.: Ich gestehe allerdings, daß mir ein passendes
> Parallel-Beispiel zu "dreschen - drusch - gedroschen"
> nicht einfällt.

mir fällt ein Analogon zu dreschen - drosch - gedroschen - der Drusch
ein.
Nämlich: heben - hob - gehoben - der Hub.

Hab nich gegugelt oder so, aber auf mein Sprachgefühl kann ich mich
meistens verlassen ;-)
caba

Wolfram Meyer von Gagern

unread,
Jun 11, 2002, 12:41:01 PM6/11/02
to
Claudia Bartsch <cabah...@compuserve.de> schrieb:

> Meno Sellschopp wrote:
>>
>> Claudia Bartsch schreibt u.a.:
>>>>> Ich bin für droschen.
>> denn:
>>> Wenn dir jemand eine in die F....e haut, dann hat
>>> dich jemand verdroschen und nicht verdruschen.
>>> Alles klar?
>> Du hättest mich FAST überredet.
>> Aber bei diesem letzten Argument erwacht doch wieder
>> mein Widerspruchsgeist: Die Ablautform des Partizips
>> beweist nichts für das Präteritum.
>
> Schon klar. Partizip kann anders sein als Präteritum.
> Aber ...
>
>> ps.: Ich gestehe allerdings, daß mir ein passendes
>> Parallel-Beispiel zu "dreschen - drusch - gedroschen"
>> nicht einfällt.
>
> mir fällt ein Analogon zu dreschen - drosch - gedroschen - der
> Drusch ein.
> Nämlich: heben - hob - gehoben - der Hub.

Wenn man davon absieht, dass es wegen des "ie" nicht ganz so analog
ist :

schieben - schob - geschoben - der Schub

ziehen - zog - gezogen - der Zug

gießen - goss - gegossen - der Guss

schießen - schoss - geschossen - der Schuss

Gruß,
Wolfram

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