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Sechs und Sex: Aussprach

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Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 11:54:14 AM8/6/04
to
Hallo

Eine Frage aus

news:dk.kultur.sprog

bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

--
hilsen pl (peloda bei tiscali, Dänemark)
http://huse-i-naestved.dk/sehen.html

Michael Kauffmann

unread,
Aug 6, 2004, 12:02:24 PM8/6/04
to
Peter Loumann verlautbarte zum Themenkomplex
Sechs und Sex: Aussprach:

> bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
> Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

In den Gegenden, wo man diesen Unterschied nicht kennt, unterscheidet man den
Vokal: Secks bzw. Säcks.

Michael Kauffmann

Gerd Thieme

unread,
Aug 6, 2004, 12:00:57 PM8/6/04
to
Peter Loumann wrote:

> bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
> Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

Nein, nur die Aussprachewörterbücher wollen das so.

Normalerweise wird »Sex« so gesprochen wie die erste Silbe von »sexuell«
oder »Sexualität«, und diese haben nach norddeutscher Regel einen
simmhaften Anlaut.

Im norddeutschen Sprachraum lauten deshalb /sechs/ und /Sex/ jeweils
[zEks]. Im übrigen Gebiet gibt es kein [z], so daß beide Wörter
übereinstimmend [sEks] lauten.

Gerd

Steffen Buehler

unread,
Aug 6, 2004, 12:03:53 PM8/6/04
to
Peter Loumann wrote:

> bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
> Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

Hatten wir neulich erst:
http://www.google.de/groups?&as_usubject=Zahl%20sechs

Viele Grüße
Steffen

Jens M. Felderhoff

unread,
Aug 6, 2004, 12:31:04 PM8/6/04
to
Gerd Thieme <gerdt...@spamcop.net> writes:

> Im norddeutschen Sprachraum lauten deshalb /sechs/ und /Sex/ jeweils
> [zEks]. Im übrigen Gebiet gibt es kein [z], so daß beide Wörter
> übereinstimmend [sEks] lauten.

Hier (NRW): 6 [zEks] und Sex [sEks].

Tschüss

Jens
--
(void)

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Gerd Thieme

unread,
Aug 6, 2004, 12:38:30 PM8/6/04
to
Jens M. Felderhoff wrote:

> Hier (NRW): 6 [zEks] und Sex [sEks].

Na, dann sprecht ihr wenigstens noch nach meinem ostdeutschen
Aussprachewörterbuch mit Redaktionsschluß 1981.

Inzwischen habe ich ein wenig zum Thema gegugelt und gefunden, daß der
(mir nicht vorliegende) Ausspracheduden diese unsystematische Ausnahme
getilgt haben soll.

Gerd

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Juergen Grosse

unread,
Aug 6, 2004, 1:13:42 PM8/6/04
to
Peter Loumann schrieb:

...


> bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
> Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

...

In gepflegter Hochlautung meistens. Ich spreche 'sechs' mit [z] und
'Sex' mit [s], da ich Letzteren noch als aus dem Englischen übernommene
Abkürzung empfinde. Wer das nicht tut, spricht beide Wörter mit [z].

Je weiter du dich im deutschen Sprachgebiet nach Süden begibst, desto
weniger sind dialektale Kontaminationen der Aussprache des
Schriftdeutschen gesellschaftlich stigmatisiert, hier kannst du auch bei
vielen Sprechern für beide Wörter den Anlaut [s] hören.


Tschüs, Jürgen

Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 1:22:12 PM8/6/04
to
Steffen Buehler skrev:

Ups - hätte ich vorher suchen und finden müssen. Danke für die
bereitwilligen Antworten die trotzdem gelandet sind.

Bernd Gramlich

unread,
Aug 6, 2004, 1:29:42 PM8/6/04
to
Michael Kauffmann wrote:

Das stimmt nicht. In Franken sind beide Wörter homonym.

--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.

Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 1:44:19 PM8/6/04
to
Michael Kauffmann skrev:

>>([z] bzw. [s])?

>In den Gegenden, wo man diesen Unterschied nicht kennt, unterscheidet man den
>Vokal: Secks bzw. Säcks.

Aha! Da bin ich überrascht. Mir ist noch nie ein Unterschied zwischen
kurzem e und kurzem ä aufgefallen.

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Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 3:24:52 PM8/6/04
to
Ralf Kusmierz skrev:

>> unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

> ^
> "nicht stimmhaftem" bzw. "stimmlosem"

Bedanke mich! -m- für -mm- war en Tippfehler. Das andre habe ich wohl
irgendwo gewusst ...

>[...] "sexaginta Sex-Bomben" [...]

;o)

>an eine Ermahnung zu korrekter
>Aussprache durch Lateinlehrer kann ich mich nicht erinnern.

Wüsste nicht einmal ob solches begründet wäre. Duden
Auspprachewörtebuch, Ausg. 1962:

Sex: zEks, /engl./ sEks

Duden Universalwörterbuch 1989:

Sex [zEks, sEks]

Hier E für "die gespiegelte Drei".

Michael Kauffmann

unread,
Aug 6, 2004, 3:44:54 PM8/6/04
to
Oliver Cromm verlautbarte zum Themenkomplex
Re: Sechs und Sex: Aussprach:
> Michael Kauffmann wrote:

> > unterscheidet man den Vokal: Secks bzw. Säcks.
>

> Säcksisch? ;-)

Nein, Schwäbisch.

> Und welches ist dann welches?

Die Reihenfolge wie in der Überschrift.

Michael Kauffmann

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Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 4:33:44 PM8/6/04
to
Martin Gerdes skrev:

>Mir ist noch nie ein Unterschied zwischen kurzem e und kurzem ä aufgefallen.

>Das ist auch ein süddeutsches Spezifikum. Du findest darüber in einem
>Standardlexikon nichts geschrieben.

Ah, jut! Isch hab' meine Deutschsprachische Erziehung eher aussem
Niederrhein, wo dat janz anders reimt. Und dann aus Litteratur und
Theorie. Müsste ich beim nachsten Mal im Süddeutschen mitzukriechen
versuchen ;o)

Peter Loumann

unread,
Aug 6, 2004, 4:38:27 PM8/6/04
to
Martin Gerdes skrev:

>Soweit ich das überblicke, sind regionale Sprachphänomene wie [...]
>das S-toßen des s-t und die Auss-prache "Hamburch" bereist in der Freien
>und Hansestadt keinesfalls gesellschaftlich stigmatisiert [...]

Ach wat! 'Sdehen' ist doch richtung Hamburch-Lübeck gängig.

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Gerd Thieme

unread,
Aug 6, 2004, 6:45:24 PM8/6/04
to
Martin Gerdes wrote:

> In Süddeutschland spricht man "sechs" mit geschlossenem, kurzem e, "Sex"
> aber mit offenem, kurzem e.

Das halt ich für ein Gerücht. Kurze Vokale werden nicht differenziert.
Im Zweifelsfalle ist ein kurzes E offen.

Wie auch immer, »Sex« wird nirgendwo anders als die erste Silbe von
»sexuell« ausgesprochen.

Gerd

Sebastian Koppehel

unread,
Aug 6, 2004, 7:26:08 PM8/6/04
to
Gerd Thieme <gerdt...@spamcop.net> schrieb:

> Normalerweise wird »Sex« so gesprochen wie die erste Silbe von »sexuell«
> oder »Sexualität«, und diese haben nach norddeutscher Regel einen
> simmhaften Anlaut.
>
> Im norddeutschen Sprachraum lauten deshalb /sechs/ und /Sex/ jeweils
> [zEks].

Könnte man denken, ist aber nicht so. Stimmhaften Sex, will sagen:
stimmhaft ausgesprochenen gibt es zwar, aber man hört's doch eher
selten.

- Sebastian

Clemens Jerg

unread,
Aug 7, 2004, 12:54:33 AM8/7/04
to
Peter Loumann typed:

> Michael Kauffmann skrev:
>
>>> ([z] bzw. [s])?
>
>> In den Gegenden, wo man diesen Unterschied nicht kennt,
>> unterscheidet man den Vokal: Secks bzw. Säcks.
>
> Aha! Da bin ich überrascht. Mir ist noch nie ein Unterschied zwischen
> kurzem e und kurzem ä aufgefallen.

In einer Sprache "ohne Vokale" waere dieser Unterschied genauso
wenig aufgefallen. ;-)
Eine Diskussion über vermutliche Schreibvarianten erübrigt sich dort,
was aber nicht heissen soll, dass dann einheitlich gesprochen wird,
dort. :-)

cj, aber dann erlüben wir eine N0stalgie der Akzente und der Zunge.


Bernd Gramlich

unread,
Aug 7, 2004, 2:34:40 AM8/7/04
to
Gerd Thieme wrote:

> Martin Gerdes wrote:
>
>> In Süddeutschland spricht man "sechs" mit geschlossenem, kurzem e,
>> "Sex" aber mit offenem, kurzem e.
>
> Das halt ich für ein Gerücht. Kurze Vokale werden nicht
> differenziert. Im Zweifelsfalle ist ein kurzes E offen.

Ich spreche Gesetz und Gesätz als Minimalpaar, sechs und Sex jedoch
nicht. Bei den letzten beiden Wörtern klingen meine e verdächtig
geschlossen.

> Wie auch immer, »Sex« wird nirgendwo anders als die erste Silbe von
> »sexuell« ausgesprochen.

Manch anderer Beitrag hierzuthread widerlegt Dich.

helge willkowei

unread,
Aug 7, 2004, 6:19:32 AM8/7/04
to
Gerd Thieme schrieb:

> Peter Loumann wrote:
>
>
>>bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?
>>Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?
>
>
> Nein, nur die Aussprachewörterbücher wollen das so.

>
> Normalerweise wird »Sex« so gesprochen wie die erste Silbe von »sexuell«
> oder »Sexualität«, und diese haben nach norddeutscher Regel einen
> simmhaften Anlaut.
>
> Im norddeutschen Sprachraum lauten deshalb /sechs/ und /Sex/ jeweils
> [zEks]. Im übrigen Gebiet gibt es kein [z], so daß beide Wörter
> übereinstimmend [sEks] lauten.

Alle meine Bekannten aus dem norddeutschen Sprachraum (von Ems bis Oder
und runter bis Berlin oder Münster) unterscheiden /seks/ und /zeks/.
Einzige Ausnahmen: Menschen aus der Generation meiner Großmutter (70+),
die neigen zu /zeks/ in beiden Fällen. Deine Behauptung wird also durch
meine Lebenserfahrung nicht im geringsten gestützt.

-helge

Helga Schulz

unread,
Aug 7, 2004, 10:58:50 AM8/7/04
to
Peter Loumann <m...@privacy.net> schrieb vorher:

>Hallo
>
>Eine Frage aus
>
>news:dk.kultur.sprog


>
>bitte: Werden 'sechs' und 'Sex' durchgehend verschieden ausgesprochen?

Nein, nur von einigen. Deswegen kann man damit ja auch so schön
rumwitzeln.

>Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

Kann schon deswegen nicht sein, weil Süddeutsche kein [z]
sprechen.

Helga Schulz

unread,
Aug 7, 2004, 10:58:50 AM8/7/04
to
Gerd Thieme <gerdt...@spamcop.net> schrieb vorher:

>Martin Gerdes wrote:
>
>> In Süddeutschland spricht man "sechs" mit geschlossenem, kurzem e, "Sex"
>> aber mit offenem, kurzem e.
>
>Das halt ich für ein Gerücht.

Du hast Martin noch nie sprechen gehört ;-)
Wenn er das sagt, glaube ich ihm. Er kann Laute sehr fein
differenzieren, besonders "E"s.

Peter Loumann

unread,
Aug 7, 2004, 2:48:51 PM8/7/04
to
Helga Schulz skrev:

>>Und zwar mit stimmhaftem bzw. unstimhaftem s ([z] bzw. [s])?

>Kann schon deswegen nicht sein, weil Süddeutsche kein [z]
>sprechen.

Ja gut, ich meinte in der Standardsprache bzw. bei denen, die beide
haben.

Lars Braesicke

unread,
Aug 8, 2004, 4:29:11 AM8/8/04
to
helge willkowei schrieb:

> Alle meine Bekannten aus dem norddeutschen Sprachraum (von Ems bis
> Oder und runter bis Berlin oder Münster) unterscheiden /seks/ und
> /zeks/. Einzige Ausnahmen: Menschen aus der Generation meiner
> Großmutter (70+), die neigen zu /zeks/ in beiden Fällen. Deine
> Behauptung wird also durch meine Lebenserfahrung nicht im geringsten
> gestützt.

Das ist auch so meine Beobachtung. Wer solche Anglismen im (Nord-)Deutschen
nicht gewohnt ist, sagt [zeks] zu "Sex".
Daher gehört "Sex" aber auch nicht zu ihrem aktiven Wortschatz; sie benutzen
es selten bis nie, höchstens zitierend: "Ihr immer mit Eurem 'Sex'!"
Man hört daher das Wort von anderen überwiegend [seks] ausgesprochen.

Lars

Juergen Grosse

unread,
Aug 8, 2004, 11:18:12 AM8/8/04
to
Martin Gerdes schrieb:

...


> >Je weiter du dich im deutschen Sprachgebiet nach Süden begibst, desto
> >weniger sind dialektale Kontaminationen der Aussprache des
> >Schriftdeutschen gesellschaftlich stigmatisiert,
>

> Soweit ich das überblicke, sind regionale Sprachphänomene wie der
> Ausfall des r nach langem Vokal,

Vollständiger Ausfall? Nach (langem wie kurzem) 'a' sicher, hier kann
man oft eigentlich keinen Diphthong mehr, sondern nur noch langes /a:/
hören, nach anderen Vokalen höre ich dies nicht. Konsonantisches 'r',
gleich ob gerieben oder gerollt, gleich ob dental oder uvular, höre ich
in der Tat selten, doch würde ich die diphthongische Aussprache der
Verbindung Langvokal plus /r/ nicht oder jedenfalls nicht mehr als
Hamburger oder norddeutschen Regionalismus ansehen, dafür ist diese ja
auch schon in gängige Aussprachewörterbücher aufgenommene Lautung
einfach zu weit verbreitet.

Vollständiger Ausfall nach kurzem Vokal ('Kerne' wird dann wie
normlautend 'Kähne' gesprochen) kommt vor, wird aber wohl von den
meisten Sprechern auch in Hamburg als vulgär angesehen.

> das S-toßen des s-t und die Auss-prache

Das hörst du in Hamburg wirklich fast nur noch von (wenigen) sehr alten
Sprechern. Im Umland wird es z. T. noch von Sprechern verwendet, für die
Schriftdeutsch erkennbar mühsam erlernte Zweitsprache ist, oft übrigens
verbunden mit dem (auch im Niederdeutschen ursprünglichen)
Zungenspitzen-r.

> "Hamburch" bereist in der Freien und Hansestadt keinesfalls

> gesellschaftlich stigmatisiert, wenngleich man sie eigentlich der
> Standardaussprache nicht zuordnen kann.

[ve:C] und [tax] gehören in der Tat zu den hier am häufigsten zu
hörenden Abweichungen auch von der gemäßigten Hochlautung. Weiter wären
zu nennen die Quantität bei 'a' ('Rad' [rat]) und die Aufhebung der
Opposition /E:/ vs. /e:/. Dies sind praktisch nicht stigmatisierte
Normabweichungen, /pf/ > /f/ ist ein Grenzfall.

> Darf ich daraus schließen, daß Du sie bereits zu Süddeutschland
> rechnest?
...

Ich rechne nur die Stadtteile südlich der Elbe zum Balkan ;-). Nein,
ernsthaft, natürlich gibt es im gesamten Sprachgebiet gesellschaftlich
vollkommen akzeptierte Abweichungen von der Normlautung, doch ist deren
Zahl im Süden einfach höher.


Tschüs, Jürgen

Thomas Koenig

unread,
Aug 10, 2004, 12:58:09 PM8/10/04
to
Bernd Gramlich wrote:
> Michael Kauffmann wrote:

>>In den Gegenden, wo man diesen Unterschied nicht kennt, unterscheidet
>>man den Vokal: Secks bzw. Säcks.
>
> Das stimmt nicht. In Franken sind beide Wörter homonym.

Auweia. Weiss die KMK, dass es neben NRS, ARS auch FRS gibt? Oder sind
sie doch nur homophon?

Jirka Klaue

unread,
Aug 11, 2004, 8:09:12 AM8/11/04
to
Gerd Thieme wrote:
...

> Wie auch immer, »Sex« wird nirgendwo anders als die erste Silbe von
> »sexuell« ausgesprochen.

Wo liegt denn dieses "nirgendwo"? Und wie wird dort "sexuell"
ausgesprochen?

Hier heißt das eine: 6 mit [z] und das andere: Sex mit [s].
Selbst sexuell hörte ich öfter mit [s].

Jirka

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