Gepostet nach de.rec.mampf und (Antwortvorschlag:) de.etc.sprache.deutsch.
Matthias
--
Semiramis ließ 20'000 schwarze Ochsen kaufen und aus ihnen Elephanten
schneiden. Prof. Galletti
*** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de ***
-- Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ---
> Wie heißt ein hohes rundes Brot
Laib
> wie ein längliches mit runden Enden?
Wecken
Ein Wecken genanntes Brot (nicht Brötchen) hätte ich auch für einen Laib
gehalten.
>Brotformen gibt es verschiedenen, aber nicht alle scheinen einen so
>klaren wie bildhaften Namen zu haben wie das Kastenbrot ("Berndbrot"),
>das Stangenbrot (Baguette) oder das Fladenbrot (ziemlich flach).
>Wie heißt ein hohes rundes Brot, wie ein längliches mit runden Enden?
Das längliche kenne ich als Stollen, erntete damit allerdings kürzlich
Unverständnis bei einer aus nördlichen Gefilden zugewanderten
Verkäuferin.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
> Brotformen gibt es verschiedenen, aber nicht alle scheinen einen so
> klaren wie bildhaften Namen zu haben wie das Kastenbrot ("Berndbrot"),
> das Stangenbrot (Baguette) oder das Fladenbrot (ziemlich flach).
> Wie heißt ein hohes rundes Brot, wie ein längliches mit runden Enden?
Hier in Nordhessen gibt es dafür keinen speziellen Namen. In der Oberpfalz,
wo ich geboren und aufgewachsen bin, hiess das ovale Brot (damals immer ein
Zweipfünder) "Kipf", während das kreisrunde Brot (damals immer ein
Vierpfünder) "Laib" genannt wurde.
Von Brötchen gab es nur zwei Formen: die runden, sehr röschen "Semmeln",
und die etwas helleren, weniger röschen ovalen "Weckerln" mit dem Schlitz
in Längsrichtung.
Daneben gab es natürlich Laugenbrezen und noch Kümmel- und Salzstangen.
> Gepostet nach de.rec.mampf und (Antwortvorschlag:) de.etc.sprache.deutsch.
Xpost wieder hergestellt, weil's mir sinnvoll erschien :-)
Gruß
Tom Berger
--
ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM)
ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten
ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277
Info und Demo unter http://www.archtools.de
Apropos Oberpfalz: Da gab es auch vier Semmeln, die in einer Reihe
zusammengebacken waren. Das nannte sich "Schleiß". Ob's das noch gibt?
Qualitätsmäßig waren die eher einfach, meine Mutter hat sie nur als
Knödelbrot verwendet.
Gruß, Michael
> Peter Gruendler schrieb:
>> Matthias Opatz schrieb:
>>
>>> wie ein längliches mit runden Enden?
>> Wecken
>
> Ein Wecken genanntes Brot (nicht Brötchen) hätte ich auch für einen Laib
> gehalten.
Das ist ein Laib:
http://www.wallner-kernoel.at/Bilder/brot.jpg
Das ist ein Wecken:
http://www.dermann.at/prod/info/info_img/info_01.gif
http://www.zoettl.de/backwaren/brot/Fraenk_Wecken_1.jpg
P
> Apropos Oberpfalz: Da gab es auch vier Semmeln, die in einer Reihe
> zusammengebacken waren. Das nannte sich "Schleiß". Ob's das noch gibt?
> Qualitätsmäßig waren die eher einfach, meine Mutter hat sie nur als
> Knödelbrot verwendet.
In unseren beiden Dorfbäckereien gab's sowas nicht, aber ich erinnere mich
noch, dass es in einer überregional bekannten, sehr guten Spezialbäckerei
sowas gab. Die hiess Feihl, war in Pölling bei Neumarkt ansässig, und die
gibt's heute sogar im Netz: www.feihl.com
Die Frage ist halt immer, ob jeder solcher Name eines Spezialsbrots über
die Bäckerei, die's vielleicht als einzige bäckt, und deren Umfeld hinaus
bekannt ist. Für Kipf, Laib, Semmeln und Weckerln kann ich mich verbürgen:
die gab's überall :-)
Ich meine nur der Laib ist bundesweit verständlich,
alles andere sind Gegend-beschränkte Wörter, welche
nicht allenthalben verstanden werden.
Was soll denn "rösch" bedeuten?
Gruß vom Klaus.
> Ein "Weck" oder "Wecken" ist für mich das, was für den gemeinen
> Standarddeutschen ein "Brötchen" ist (Gern auch als Diminutivum
> verwendet: "Wegg(e)la")
Dieses Bild kommt aber von einer deutschen Bäckerei...
http://www.zoettl.de/backwaren/brot/Fraenk_Wecken_1.jpg
lG
P
> Was soll denn "rösch" bedeuten?
hier: resch.
mit knuspriger Rinde versehen.
> Was soll denn "rösch" bedeuten?
Scharf gebacken.
Das heißt auch in Bayern "resch", das Ö (wie auch in "dös", wo ich
"des" sage, ist eine etwas alberne (no offense!)
Rechtschreibkonvention für das Bairische. Ich kann nur spekulieren,
daß es verhindern soll, daß ein /E/ gesprochen wird, wo ein /e/
hingehört.
"Rösch" geht schon deswegen nicht, weil's in Bayern kein Ö gibt
(Entrundung; Ausnahme: Oberpfalz. Aber auch da heißt es nicht
"rösch").
>> Was soll denn "rösch" bedeuten?
>
> Scharf gebacken.
Also "kroß"?
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
User: "Kann ich in Word den Drucker ändern?"
Support: "Nein. Sonst würden Sie ja nicht anrufen."
Das, was auf dem Bild zu sehen ist, heißt bei uns in Ostwestfalen
"Kasseler".
Andreas
--
Ich halte es immer noch für besser,
etwas selber falsch zu verstehen,
als falsches Verständnis Dritter
zu übernehmen.
Von einer bayerischen, genau gesagt. Und dort stimmt es auch. Ein paar
Kilometer weiter westlich ist ein Wegge eine Semmel/ein Brötchen ;-)
--
Freundliche Grüße - Wolfgang Schmidhuber - www.wschmidhuber.de
>> Was soll denn "rösch" bedeuten?
>
>Scharf gebacken.
Es gibt aber auch "resche Dirndln" ;-)
>>http://www.zoettl.de/backwaren/brot/Fraenk_Wecken_1.jpg
>Das, was auf dem Bild zu sehen ist, heißt bei uns in Ostwestfalen
>"Kasseler".
Dir zeig ich mal Kasseler:
http://www.fleischerei-warnecke.de/Bilder/Fotosammlung/sus-Kasseler.jpg
Das sind dann Backfische, nohr?
Ich bin weder Verkäuferin noch aus nördlichen Gefilden* und wäre doch
auf verräterische Blicke Deinerseits angewiesen, um zu wissen, was von
dem Zeug im Regal Du denn nun meinst. Ich würde automatisch an einen
Christstollen oder dergleichen denken, nicht aber an ein simples Brot.
Gruß,
Michael
* Wo gibt's eigentlich sowas? Verkäuferinnen wandern doch typischerweise
aus dem Osten und dem Süden zu (beides etwas weiter gefasst) ...
> Ich meine nur der Laib ist bundesweit verständlich,
Denk nur, man versteht das auch in Österreich und in der Schweiz :-)
Nur versteht man wohl nicht immer dasselbe darunter. Ich sehe, dass die
meisten hier unter "Laib" ein rundes Brot verstehen, für mich ist das
aber ein längliches Brot, die hierzugegend (Zürich) typische Brotform.
Für mein kindliches Sprachgefühl waren darum Leib und Laib verwandt,
weil das Brot ja grob die Form eines menschlichen Rumpfes hat
(etymologisch ist das Unsinn).
Kann es sein, dass man unter "Laib" einfach die Form des gewöhnlichen
Brotes versteht? Bei Getreide ist es ja WIMRE so, dass das in einer
bestimmten Gegend häufigste Getreide (auch) "Korn" heisst.
- Andi
Gibt es in Leipzig eigentlich einen Scharfgebackenenhof?
Gruß,
Michael
Das Wort existiert im deutschen Sprachgebrauch in keinem Duden!
P. W.
>Dir zeig ich mal Kasseler:
>http://www.fleischerei-warnecke.de/Bilder/Fotosammlung/sus-Kasseler.jpg
Ja, auch das nennen wir Ostvandalen "Kasseler", aber das kaufen wir
nicht, wenn wir Kasseler als Brot wollen.
Gruß
> Matthias Opatz wrote:
>
>>> Was soll denn "rösch" bedeuten?
>>
>> Scharf gebacken.
>
> Also "kroß"?
Na, wie beim Aalener Kroßenhof. Mit kurzem o! Es *gibt* keinen
"Kroohßenhof"!!
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: -18°C (-27)
> Ich sehe, dass die
> meisten hier unter "Laib" ein rundes Brot verstehen, für mich ist das
> aber ein längliches Brot, die hierzugegend (Zürich) typische Brotform.
[...]
> Kann es sein, dass man unter "Laib" einfach die Form des gewöhnlichen
> Brotes versteht? Bei Getreide ist es ja WIMRE so, dass das in einer
> bestimmten Gegend häufigste Getreide (auch) "Korn" heisst.
Ein Laib ist es für mich, wenn es geformt und frei gebacken ist, und
nicht in einer Form (wie man es beim reinen Roggenbrot mangels Kleber
machen muß).
--
Oliver C.
45n31, 73w34
Temperatur: -17°C (-25)
> * Klaus Scholl <sch...@sensualium.cjb.net>:
>
>>Ich meine nur der Laib ist bundesweit verständlich,
>
> Denk nur, man versteht das auch in Österreich und in der Schweiz :-)
> Nur versteht man wohl nicht immer dasselbe darunter. Ich sehe, dass die
> meisten hier unter "Laib" ein rundes Brot verstehen, für mich ist das
> aber ein längliches Brot, die hierzugegend (Zürich) typische Brotform.
Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, daß sich die Bezeichnung
Leib ("die schreibung /laib/ ist auch in neueren quellen gewöhnlich,
aber nicht berechtigt") auf eine besondere Form beziehen sollte. Ein
Leib Brot kann rund oder eckig, lang oder kurz sein. (Den leukotomierten
Vendösen bei Karstadt sollte man auch mit solchen komplizierten
Adjektiven lieber nicht kommen, sondern sagt am besten gleich: "... das
für zwei Euro".)
Ungeachtet der vielen unabhängigen Stimmen, die hier bislang den Leib
Brot für rund gehalten haben, denke ich, daß dieser Zusammenhang im
deutschen Sprachgebrauch in keinem Duden zu finden ist.
- Sebastian
> Leib ("die schreibung /laib/ ist auch in neueren quellen gewöhnlich,
> aber nicht berechtigt")
Bitte Quelle (für Leib statt Laib)!
UH
Für mich ist es ein rundes oder längliches Brot - eher ein längliches,
weil die lange Form zu Hause bei ordentlichen Vierpfundbroten
vorherrscht und man von kleineren Broten sowieso nicht satt wird. ;)
Nachdem ich gerade auf ahd. "(h)leib" gestoßen bin, muss ich mal
fragen, ob jemand etwas über Verwandtschaftsverhältnisse zu slawischen
Broten weiß.
CU
Thomas
> Nachdem ich gerade auf ahd. "(h)leib" gestoßen bin, muss ich mal
> fragen, ob jemand etwas über Verwandtschaftsverhältnisse zu slawischen
> Broten weiß.
Aksl. хлѣбъ, russ. хлеб, skr. hleb, hljeb sind aus dem Germanischen
entlehnt (aus dem Gotischen oder einem vorgotischen germanischen Idiom).
P. W.
> Mal sehen, wann der Zwiebelfisch auf den Trichter kommt.
^^^^^^^^^^^^
Bitte erklären!
P
>>>>Was soll denn "rösch" bedeuten?
>>>
>>> Scharf gebacken.
>>
>> Gibt es in Leipzig eigentlich einen Scharfgebackenenhof?
>
>Das Wort existiert im deutschen Sprachgebrauch in keinem Duden!
Er meint http://www.wohnen-im-alter.de/sa/einr/8889.htm ;-)
Ich hätte eher auf http://www.reschenhof.at/ gewettet ;-)
>> Mal sehen, wann der Zwiebelfisch auf den Trichter kommt.
> ^^^^^^^^^^^^
>
>Bitte erklären!
http://www.spiegel.de/zwiebelfisch
auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwiebelfisch
> Peter Gruendler schrieb
>
>>> Zwiebelfisch
>>Bitte erklären!
>
> http://www.spiegel.de/zwiebelfisch
> auch
> http://de.wikipedia.org/wiki/Zwiebelfisch
Danke, WWG!
lG
P
>Apropos Oberpfalz: Da gab es auch vier Semmeln, die in einer Reihe
>zusammengebacken waren. Das nannte sich "Schleiß". Ob's das noch gibt?
>Qualitätsmäßig waren die eher einfach, meine Mutter hat sie nur als
>Knödelbrot verwendet.
Hier in Ostösterreich gibt's das auch. Ich kenne es als
"Semmelwecken".
Grüße
Christian
> Bei "Stollen" denke ich zunächst einmal an ein Ausstattungsmerkmal einer
> Fußballstiefelsohle, dann an ein Teil des Bergwerks,
Beim Bäcker?
> dann lange an
> nichts und dann an das sächsische Jahresendgebäck.
Komische Kontext-Assoziationen hast Du.
> Bitte Quelle (für Leib statt Laib)!
Grimm:
<http://germa63.uni-trier.de:8080/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GL03714>
Wirklich aktuell sind beide Quellen nicht ;-)
Die Schreibweise "Leib" für Brotlaibe ist inzwischen
wohl untergegangen.
UH
Auch mich irritiert (neben der Schreibweise "Leib" natürlich), dass das
Wort mehr aussagen soll als "ein Brot".
Gruß,
Michael
>Früher <tm> konnte man statt "sssexy" (nur echt mit stimmhaftem s!)
>durchaus auch "knusprig" sagen. Die Wortbedeutung ist allerdings mit der
>Anglisierung und Vererstklässlerisierung der deutschen Sprache
>weggefallen.
Der Knackarsch dürfte aber wohl noch bekannt sein? Denn ich würde
statt "knusprig" eher "knackig" sagen.
Eigentlich meinen wir alle aber wohl "frisch". ;)
Gruß Uwe
--
Wenn irgendetwas »Reform« heißt in Deutschland, sind
übelwollende Spießgesellen am Werk, um eine Sache, die
zuvor einigermaßen erträglich war, rücksichtslos
zugrundezurichten. Thomas Blum, "Jungle World", 21.7.2004
> Am 28.01.2005 schrieb Sebastian Koppehel:
>
>> Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, daß sich die Bezeichnung
>> Leib ("die schreibung /laib/ ist auch in neueren quellen gewöhnlich,
>> aber nicht berechtigt")
>
> Dann weißt Du mehr als GRIMM:
>| LAIB, m. brot, s. leib.
Un dort findest Du dann auch den von Sebastian zitierten Satz; daß der
aus dem Grimm stammt, ist ja leicht zu raten.
>| LEIB, m. 1) das brot nach seiner form, als ganzes. goth. hlaifs; ags.
>| hlâf, engl. loafe; altn. ... 2) übertragen auf anderes; auf einen
>| groszen käse, von der form z. b. der Schweizer käse, vergl. auch
>| käselaib ...
>
> Nun, das deutet aber schon darauf hin, daß man unter Laib/Leib etwas
> rundes versteht.
Ich halte den Schweizerkäse hier für ein zufälliges Beispiel, das sich
nur wegen seiner Geläufigkeit aufdrängt. Wenn es stimmt, was ich im
Gedächtnis habe, daß der "Leberkäse" eigentlich ein Laib-Käse ist,
spricht das dagegen.
--
Oliver C.
>Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb:
>
>>Früher <tm> konnte man statt "sssexy" (nur echt mit stimmhaftem s!)
>>durchaus auch "knusprig" sagen. Die Wortbedeutung ist allerdings mit der
>>Anglisierung und Vererstklässlerisierung der deutschen Sprache
>>weggefallen.
>
>Der Knackarsch dürfte aber wohl noch bekannt sein? Denn ich würde
>statt "knusprig" eher "knackig" sagen.
>Eigentlich meinen wir alle aber wohl "frisch". ;)
>
Aber jenseits der Fünfzig werden wir alle wieder knackig: Mal knackt
es hier, mal knackt es da ...
Reinhard
--
Neu sind Tag und Jahr.
Warum denn bin ich nur noch
immer der alte?
Auch "Semmelzeile".
> Peter Gruendler <usene...@fahr-zur-hoelle.org> schrieb:
>
>>> Was soll denn "rösch" bedeuten?
>
>>hier: resch.
>
>>mit knuspriger Rinde versehen.
>
> Mit langem ö, natürlich. Kommt von "röschen", hat mit "Rost"
> (Bratgitter) zu tun und natürlich mit "roast".
>
> "Roastbeef" hingegen (hannöversch: Rostbiff mit kurzem o) gehört der
> Aussprache nach nicht dazu. :-)
Dafür aber der Rostbraten (Rohstbraten).
> Was soll denn "rösch" bedeuten?
Knusprig. Ich glaube, die Süddeutschen sagen so.
Gruß,
Michael
--
Die Adresse im From existiert, wird aber nicht gelesen. Sollte
eine Mail-Antwort auf ein Posting vonnöten sein, bitte folgende
Adresse verwenden: newsreply@<DOMAIN_AUS_DEM_FROM_DIESES_POSTINGS>.
[rösch]
> Mit langem ö, natürlich. Kommt von "röschen", hat mit "Rost"
> (Bratgitter) zu tun und natürlich mit "roast".
Langes Ö? In Schwaben vielleicht, in Bayern gewiß nicht. Aber
vielleicht hab ich auch einfach den Witz nicht kapiert.
Gruß, Michael
[Schleiß]
> >in Ostösterreich gibt's das auch. Ich kenne es als
> >"Semmelwecken".
> >
> Auch "Semmelzeile".
Seit der Kinderzeit frage ich mich, was "Schleiß" eigentlich bedeuten
soll. Jetzt hab ich den Schmeller, und siehe da, er kennt das Wort als
"Schlais" in der Bedeutung "Reihe, ordo, series". Endlich hat die
liebe Seele Ruh.
Gruß, Michael
> Auch mich irritiert (neben der Schreibweise "Leib" natürlich), dass das
> Wort mehr aussagen soll als "ein Brot".
Ein bisschen mehr sagt es schon. Ich verstehe es als ein Brot im ganzen
Stück (also kein Schnittbrot und auch kein Butterbrot), und es sollte
irgendwie ein nennenswertes Volumen haben, also Fladenbrot und Stangenbrot
würde ich nicht Laib nennen.
Sicher.
> (also kein Schnittbrot
Das ist für mich nur "Brot", nie "ein Brot" - und somit natürlich auch
kein "Laib". (Ich kaufe sowas aber eh nur im Notfall, deswegen ist es
mir nicht sonderlich präsent.)
> und auch kein Butterbrot),
Diese Bedeutung von "ein Brot" ist für mich sehr stark an den Kontext
gebunden und mir deswegen beim Schreiben keinen Augenblick in den Sinn
gekommen.
> und es sollte irgendwie ein nennenswertes Volumen haben, also
> Fladenbrot und Stangenbrot würde ich nicht Laib nennen.
Wenn wir uns auf sowas wie "kompakte Proportionen" statt "nennenswertes
Volumen" einigen können (das hat ein ganzes Döner-Fladenbrot oder
ein[e?] Flûte nämlich allemal!), dann muss ich Dir nach kurzer
Überlegung Recht geben.
Gruß,
Michael
Soll das heißen,
Sie meinen der Name "Westfalen"
komme von "Westvandalen"?
Das wäre ja allerhand ...
Gruß vom Klaus.
>Andreas Parnow schrieb:
>> Ja, auch das nennen wir Ostvandalen "Kasseler", aber das kaufen wir
>> nicht, wenn wir Kasseler als Brot wollen.
>> Gruß
>> Andreas
>>
>>
>
>Soll das heißen,
>Sie meinen der Name "Westfalen"
>komme von "Westvandalen"?
>Das wäre ja allerhand ...
>
>Gruß vom Klaus.
Nur ein Scherz, ein Freund von mir aus Essen nennt die
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Vandalen, und daran muss ich manchmal
denken, wenn ich mich einen Ostwestfalen nenne.
Jedenfalls nennen wir in Bielefeld sowohl das abgebildete Fleisch als
auch das abgebildete Brot "Kasseler", da sind wir wohl eigen.
Gruß
Andreas
--
Ich halte es immer noch für besser,
etwas selber falsch zu verstehen,
als falsches Verständnis Dritter
zu übernehmen.
> Die Schreibweise "Leib" für Brotlaibe ist inzwischen
> wohl untergegangen.
Die Unterscheidung von Laib und Leib veranschaulicht die
Transsubstantiationslehre.
Gruß
HR
--
sunt nova grata tria: medicus, meretrix, melodia
>Andreas Karrer schrieb:
>> Kann es sein, dass man unter "Laib" einfach die Form des gewöhnlichen
>> Brotes versteht?
Ich denke nicht. Michael kennt die Bezeichnung anscheinend nicht,
ich vermute, daß er jünger ist als ich und die typische Laibform
vom örtlichen Bäcker nicht mehr kennengelernt hat. Es gibt ja
seit Jahrzehnten im Supermarkt zig Sorten abgepacktes Brot, aber
nur sehr wenige in Laibform, und vielerorts gibt es keine Bäcker
mehr, die noch traditionell-regionales herstellen.
>> Bei Getreide ist es ja WIMRE so, dass das in einer
>> bestimmten Gegend häufigste Getreide (auch) "Korn" heisst.
Das ja.
>Ein Laib ist es für mich, wenn es geformt und frei gebacken ist, und
>nicht in einer Form (wie man es beim reinen Roggenbrot mangels Kleber
>machen muß).
Ja, das ist ein Kriterium. Brotlaibe kenne ich als länglich-rund,
das in der Form gebackene als "Kastenbrot". Ein Käselaib hat
dagegen mehr die Form eines niedrigen Zylinders, eher radförmig;
ob man zu den kugelförmigen Käsen auch Laib sagt, weiß ich nicht.
(Aber wer kauft heutzutage schon einen Laib Käse? Ich kenne das
nur von größeren Treffen, wenn es Raclette für alle gibt).
> Am 28.01.2005 schrieb Sebastian Koppehel:
>
>>Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, daß sich die Bezeichnung
>>Leib ("die schreibung /laib/ ist auch in neueren quellen gewöhnlich,
>>aber nicht berechtigt")
>
> Dann weißt Du mehr als GRIMM:
> | LAIB, m. brot, s. leib.
Sicher weiß ich etliches, was nicht im Grimm steht, aber das obige Zitat
stammt genau dort her.
>>auf eine besondere Form beziehen sollte. Ein
>>Leib Brot kann rund oder eckig, lang oder kurz sein. (Den leukotomierten
>>Vendösen bei Karstadt sollte man auch mit solchen komplizierten
>>Adjektiven lieber nicht kommen, sondern sagt am besten gleich: "... das
>>für zwei Euro".)
>
> | LEIB, m. 1) das brot nach seiner form, als ganzes. goth. hlaifs; ags.
> | hlâf, engl. loafe; altn. ... 2) übertragen auf anderes; auf einen
> | groszen käse, von der form z. b. der Schweizer käse, vergl. auch
> | käselaib ...
>
> Nun, das deutet aber schon darauf hin, daß man unter Laib/Leib etwas
> rundes versteht.
Nein, tut es nicht. Da steht: "Das Brot nach seiner Form, als ganzes".
Brote sind aber nicht immer kreisrund, also gibt es auch längliche und
eckige Brotlaibe.
- Sebastian
Ja, hierzulande wird Roggen so bezeichnet, und laut DTV-Atlas
"Deutsche Sprache" müßtest auch Du das so verstehen. Als Synonym zu
Getreide wird es im größten Teil von Niederdeutschland verstanden.
Für die Bedeutung "Weizen" gibt es laut Atlas nur ein paar Belege
westlich des Lechs.
> Mal von Übersetzungen aus dem Englischen abgesehen, in denen
> (meist unfreiwillig) mit /Korn/ /Mais/ gemeint ist.
Das scheint mir US-spezifisch zu sein, ich glaube kaum, daß englische
Bauern Mais meinen, wenn sie "corn" sagen.
Gruß, Michael
>>> Bei Getreide ist es ja WIMRE so, dass das in einer
>>> bestimmten Gegend häufigste Getreide (auch) "Korn" heisst.
>
> Das ja.
Für mich ist /Korn/ ein Synonym zu /Getreide/. Ich habe aber auch schon
Leute kennengelernt, für die war /Korn/ /Weizen/. Gibt es Gegenden, wo
/Korn/ für noch andere Getreidearten steht? Mal von Übersetzungen aus dem
Englischen abgesehen, in denen (meist unfreiwillig) mit /Korn/ /Mais/
gemeint ist.
Matthias
Helge: Korn ist das örtlich häufigste Getreide.
Matthias: Korn ist Getreide.
Wenn das kein inhaltlicher Unterschied ist.
Aber Kopf hoch, es kommen auch wieder ... ;)
>> Ich habe aber auch schon Leute kennengelernt, für die war /Korn/ /Weizen/.
>
> Die wohnten sicherlich in Gegenden, in denen /Weizen/ das häufigste
> Getreide war.
Oder in denen Korn(brand) aus Weizen gemacht wurde.
>> Gibt es Gegenden, wo /Korn/ für noch andere Getreidearten steht?
>
> Klar.
>
>> Mal von Übersetzungen aus dem Englischen abgesehen, in denen
>>(meist unfreiwillig) mit /Korn/ /Mais/ gemeint ist.
>
> ... aus dem Amerikanischen, meinst Du sicherlich.
Ich kenne kein Amerikanisch. "Meinten Sie /American English/?"
Aber Kopf hoch ... ;)
> Solche Sätze kommen meist aus Gegenden in Amerika, in denen /Mais/ das
> häufigste Getreide ist.
Das hat mMn mit Gegenden nichts zu tun. Ich glaube nicht, dass die Leute
in Norddakota /Corn/ für Weizen halten und die in Arkansas für Reis.
Dass es Briten anders halten: WWG.
>> Die wohnten sicherlich in Gegenden, in denen /Weizen/ das häufigste
>> Getreide war.
>
>Oder in denen Korn(brand) aus Weizen gemacht wurde.
Das hat seinen Ursprung in der deutschen Brennereiordnung, die in § 2
Abs. 4 Satz 1 als Recht befindet:
(4) Es werden verstanden
unter Korn: Roggen, Weizen, Buchweizen, Hafer und Gerste
In der Praxis heißt das, Triticale und Mais werden (im deutschen
Branntweinmonopolrecht) zum sonstigen Getreide gerechnet, Reis nicht
mal dazu.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
> Triticale
Tritiwas?
> Gerald Fix schrieb:
>
>> Triticale
>
> Tritiwas?
Eine Bezeichnung für eine Kreuzung aus Roggen und Weizen.
Da ein Sohn der Besitzer ein Freund von mir war, habe ich erhebliche
Zeit meiner Kindheit in der Ladenstube der Bäckerei verbracht, bei der
wir unser Brot immer kauften. Du kannst also getrost davon ausgehen,
dass meine Brot-Prägung *nicht* im Supermarkt stattgefunden hat ...
Abgepacktes Brot ist mir noch heute ein Graus, und ich kaufe nur im
äußersten Notfall welches. So erniedrigen muss man sich heute ja auch
nur noch selten, nachdem es doch fast in jedem Supermarkt einen Backofen
gibt. Wie auch immer man zu diesem Fertigbacken steht: Besser als
getreidegebundene Konservierungsstoffe in Tüten ist es allemal.
Irgendwann wird das System sicher auch noch bei Aldi Einzug halten - dem
Kühlregal konnten sie sich schließlich auch nicht ewig verschließen.
>>Ein Laib ist es für mich, wenn es geformt und frei gebacken ist, und
>>nicht in einer Form (wie man es beim reinen Roggenbrot mangels Kleber
>>machen muß).
>
> Ja, das ist ein Kriterium. Brotlaibe kenne ich als länglich-rund,
> das in der Form gebackene als "Kastenbrot".
Aus jener Zeit erinnere ich mich im Wesentlichen nur an Weißbrot in
Kastenform; die dunklen Sorten waren meiner Erinnerung nach alle rund
oder oval, auf jeden Fall organisch geformt. Die Vielfalt war bei Brot
und Brötchen deutlich geringer als heute, wo auch Handwerksbäckereien
etliche Sorten (unter dem Gesichtspunkt des Aufwands viel zu viele) mit
Vogelfutter drauf und drin anbieten müssen, um den Industriebrotketten
mit zig Varianten überhaupt noch einigermaßen Paroli bieten zu können.
Aber ich schweife ab. - Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, "Laib"
seinerzeit überhaupt gehört zu haben. An der Theke war davon wohl keine
Rede, denn da hieß es eigentlich immer "ein Sowiesobrot". Das Wort muss
ich also erst später kennen gelernt haben, wobei mir ein Bezug zur Form
bzw. zur Herstellungsart nie aufgefallen ist.
Gruß,
Michael
> Die Vielfalt war bei Brot
> und Brötchen deutlich geringer als heute
Die heutige Vielfalt ist zuweilen eine optische Täuschung, hinter der sich
eine geringere Vielfalt als "damals" verbirgt.
>Für mich ist /Korn/ ein Synonym zu /Getreide/. Ich habe aber auch schon
>Leute kennengelernt, für die war /Korn/ /Weizen/. Gibt es Gegenden, wo
>/Korn/ für noch andere Getreidearten steht? Mal von Übersetzungen aus dem
>Englischen abgesehen, in denen (meist unfreiwillig) mit /Korn/ /Mais/
>gemeint ist.
Ich kenne "Korn" von nordostdeutschen Sprechern als Synonym für
"Getreide", z.B. wenn "die Schnitter das Korn schneiden".
In der Nachkriegszeit sollen manche deutsche Regionen eine unerwartete
Änderung des Speisezettels erfahren haben, nachdem sie als amerikanische
Nahrungsmittelhilfe das erbetene "corn" geliefert bekommen hatten ;-)
In Bayern ist "Korn" der Roggen. Er ist und war hier nicht das
häufigste Getreide.
--
Freundliche Grüße - Wolfgang Schmidhuber - www.wschmidhuber.de
Ja, im der Gegend des Aargaus, wo meine Mutter aufwuchs, nannte man von
alters her den Dinkel "Korn" (obwohl damals kaum noch Dinkel angebaut
wurde).
Ich hatte diese Vermutung schon einmal geäussert:
<slrn9rlvkg.1nt...@irgendwo.switzerland.org>
DWB stützt diese vermutung und weiss wieder mal viel mehr:
aber korn schlechthin bezeichnet auch eine bestimmte getreideart,
und zwar landschaftlich verschieden, es ist immer die wichtigste
und häufigste, meist die eigentliche brotfrucht (brotkorn,
gegensatz futterkorn), daher auch genauer gemeines korn, d. i. 'das
(hier zu lande) gewöhnliche korn': das man sol .. (schuldig ist)
dem gotzhus von Luzern 30 malter gemeins kornes hofmesz ... dem
probst zwei malter haber hofmesz. weisth. 4, 359 (nach s. 360 ist
es dinkel), vgl. bei COLERUS rocken oder korn ist das gemeinest
getreidicht in diesen landen. hausb. (1640) 199. Namentlich der
r o g g e n heiszt kurzweg korn im nördl. und mittlern Deutschland,
auch in Baiern, den Niederlanden, schweiz. im Aargau und Wallis
(STALDER 2, 123), daher ital. grano germano; dagegen in Franken,
Schwaben, der Schweiz der d i n k e l oder spelt (der da ebenso
auch kern heiszt), in Siebenbürgen der w e i z e n (HALTRICH plan
45b), in Westfalen dagegen der h a f e r , wie in Schottland,
Nordengland (corn, oats HALLIW. 270b); und in Friesland (STÜRENBURG
119b), den marschen, auf Helgoland (FROMMANN 3, 281. 34a), in
Schweden, Island die g e r s t e .
Man müsste vielleicht noch erwähnen, dass die Bezeichnung "Korn" für
den Schnaps in der Schweiz sehr ungebräuchlich ist, weil es hierzulande
verboten ist, aus Brotgetreide Schnaps zu brennen.
- Andi
Kaum. Da beide Getreidearten zum Korn gerechnet werden, Triticale aber
nicht, kann Triticale kein Oberbegriff ausschließlich dieser beiden
Sorten sein.
hp
--
_ | Peter J. Holzer | Je höher der Norden, desto weniger wird
|_|_) | Sysadmin WSR | überhaupt gesprochen, also auch kein Dialekt.
| | | h...@hjp.at | Hallig Gröde ist fast gänzlich dialektfrei.
__/ | http://www.hjp.at/ | -- Hannes Petersen in desd
Naja, das Verbot stammt aus einer Zeit, als die Wörter "Tankstelle",
"Ölheizung" und "Agrarüberproduktion" noch weitestgehend unbekannt
waren. Heute ist es möglicherweise durchaus sinnvoll, Autos mit CO2-neutralem
Rapsöl rumfahren zu lassen oder Getreide zu vergären und zu destillieren.
Eine Frage aus dem Korn-Notstandsgebiet: Schmeckt Korn nach irgendwas?
Ich habe Korn bisher etwa dreimal probiert und immer den gleichen
Geschmack wie bei Wodka festgestellt, nämlich gar keinen. Brennspiritus
schmeckt besser, da sind wenigstens Bitterstoffe drin. Ich hatte daraus
den Schluss gezogen, dass man Korn immer zum Bier trinkt: Bier für den
Geschmack, Korn, um die Lampe zu füllen.
- Andi
> Ich hatte daraus
> den Schluss gezogen, dass man Korn immer zum Bier trinkt: Bier für den
> Geschmack, Korn, um die Lampe zu füllen.
:))
Gibt's hier net...
> wie ein längliches mit runden Enden?
Landbrot... Namen sind Schall und Rauch, zumindest beim
Baecker. Soviel Phantasie bei der Brotbenennung habe ich
nirgendwo sonst erlebt.
> Matthias
Gruss, Meike
>> Eine Bezeichnung für eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, die Gerald
>> offenbar als Oberbegriff für beide Getreidearten missbrauchen will, wenn
>> ich ihn recht verstehe.
>
> Kaum. Da beide Getreidearten zum Korn gerechnet werden, Triticale aber
> nicht, kann Triticale kein Oberbegriff ausschließlich dieser beiden
> Sorten sein.
Ja, ich hatte Gerald hier völlig missverstanden und daher wenige
Sekunden später den Artikel "gesupersedet". Scheint nicht geholfen zu haben.
AK> Eine Frage aus dem Korn-Notstandsgebiet: Schmeckt Korn nach
AK> irgendwas?
Ja, nach Korn.
AK> Ich hatte daraus den Schluss gezogen, dass man Korn immer zum Bier
AK> trinkt: Bier für den Geschmack, Korn, um die Lampe zu füllen.
Insonderheit als Steinpilskur: ein Steinhäger, ein Pils, ein
Steinhäger, ein Pils.
Man darf nur nicht vergessen, dabei auch was zu essen.
Aber man kann Korn durchaus solo trinken. Ich sollte mir mal wieder
meinen Flachmann füllen ...
Mfg,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Regierung aus dem Volke, durch das Volk und für das Volk"
- Abraham Lincoln, Ansprache in Gettysburg, 19.11.1863
"... was in die revolutionäre Sprache von heute übersetzt heißt:
eine Regierung von Arbeitern, durch Arbeiter und für Arbeiter"
- Fidel Castro, November 1994
Die "Korn"-Karte im DTV-Atlas spart seltsamerweise die Schweiz aus,
doch auch für das südliche Baden-Württemberg verzeichnet sie die
Bedeutung "Dinkel" für das Korn.
> Man müsste vielleicht noch erwähnen, dass die Bezeichnung "Korn"
> für den Schnaps in der Schweiz sehr ungebräuchlich ist, weil es
> hierzulande verboten ist, aus Brotgetreide Schnaps zu brennen.
"Korn" sagt hier auch kein Mensch, das ist ausgesprochen norddeutsch.
Hierzulande macht man sich senen Schnaps aus Obst ("Obstler", der
enthält normalerweise Äpfel und Birnen), oder aus irgendwelchen
scheußlichen Würzeln (Enzian, Bärwurz).
Gruß, Michael
> Matthias Opatz schrieb:
>
>> Gerald Fix schrieb:
>>
>>> Triticale
>>
>> Tritiwas?
>
> Eine Bezeichnung für eine Kreuzung aus Roggen und Weizen.
Manchem vielleicht geläufiger in der von David
Gerrold erdachten Modifikation "quadro-triticale".
*schnurr* *mampf* *quiek*
>"Korn" sagt hier auch kein Mensch, das ist ausgesprochen norddeutsch.
>Hierzulande macht man sich senen Schnaps aus Obst ("Obstler", der
>enthält normalerweise Äpfel und Birnen), oder aus irgendwelchen
>scheußlichen Würzeln (Enzian, Bärwurz).
Uaah, Bärwurz.. erinner mich nicht..
[Erinnerungen] ;-)
>Aus jener Zeit erinnere ich mich im Wesentlichen nur an Weißbrot in
>Kastenform; die dunklen Sorten waren meiner Erinnerung nach alle rund
>oder oval, auf jeden Fall organisch geformt.
Also Laibe.
>Die Vielfalt war bei Brot
>und Brötchen deutlich geringer als heute
Ja, es gab meist die eine Sorte und die andere.
Die Weckle(tm) vom seinerzeitigen Dorfbäcker vermisse ich schon
ein bißchen. Leider konnte der Sohn das Geschäft nicht
weiterführen, weil er eine Mehlallergie hatte.
>Aber ich schweife ab. - Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, "Laib"
>seinerzeit überhaupt gehört zu haben. An der Theke war davon wohl keine
>Rede, denn da hieß es eigentlich immer "ein Sowiesobrot".
Ja, ich erinnere mich auch, an der Theke "ein Halbweißes"
verlangt zu haben.
Aber "einen Laib Brot kaufen" war mir durchaus geläufig.
> Ja, ich erinnere mich auch, an der Theke "ein Halbweißes"
> verlangt zu haben.
Habt ihr den Ladentisch wirklich Theke genannt?
Ebenfalls (wenn auch nicht ganz so schlimm) gesundheitlich gestraft war
jener Bäcker, von dem ich sprach: Er durfte kein frisches Brot essen :-(
Gruß,
Michael
>> Brennspiritus schmeckt besser, da sind wenigstens Bitterstoffe
>> drin.
> Weil Korn nach nichts schmeckt
Kenner der Materie - zu denen ich nicht gehoere - versichern mir, dass
sie verschiedene Sorten Kornbrandes durchaus geschmacklich zu
unterscheiden wissen. Auch koennen sie Korn von Wodka in der Blindprobe
auseinanderhalten. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass man zum
Aromatisieren von Kornbrand Spuren von Kaliumpermanganat zusetzt.
Die nordwestdeutschen Kornbraende (z.B. "Dornkaat") sind fast alle mit
Wacholder aromatisiert.
Wie wir von seinem unermuedlichen Eckermann Moritz Busch wissen,
pflegte Bismarck nach dem Essen Kornbrand zu sich zu nehmen.
> machen manche Leute ja auch "Kuemmel" draus. Dann schmeckt er
> nach etwas.
Auf Platt "Koehm". Auch "Aquavit" - FR
Na ja, zum Abendbrot kann man sich ja schon mal ein (vergleichsweise)
frisches gönnen, das im Regal liegen geblieben ist. Man muss ja nicht
warten, bis es zum Vortagsbrot geworden ist ...
Gruß,
Michael
Wieso nicht? Ich bin mir im Gegenteil ziemlich sicher, nie das Wort
"Ladentisch" verwendet zu haben - zumal die Theke in Bäckereien ja
wirklich nur bedingt einem Tisch ähnelt, anders als meinetwegen im
typischen Tante-Emma-Laden.
Gruß,
Michael