Gruß
HR
--
sunt nova grata tria: medicus, meretrix, melodia
"Gläubig" steht im Wörterbuch, "gläubig" ist ein Adjektiv.
"Gläubisch" steht nicht in meinem Wörterbuch aber es steht hier:
http://www.tokio-hotel.info/forum/seid-ihr-glaeubisch%3F-t1101-15.html
- in manche Jugendszenen wird das Wort "gläubisch" benutzt? (Soziolekt? Hier:
Jugendsprache )
--
Buda Dan
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
Das könnte Kanaksprak ("Döner-Deutsch") sein: "Isch mach disch
fertisch für Krankehaus, isch schwör!"
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://bruhaha.de/
Friederike Kempner sagt: Ein Wäldchen sich erhebt, * Sproßt fröhlich
himmelan, * Ob unser eins noch lebt, * Wenn einst die Axt daran?
>Horst Ruth (Thu, 21 Sep 2006 13:27:03 +0200):
>
>> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
>> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
>> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
>
>Das könnte Kanaksprak ("Döner-Deutsch") sein: "Isch mach disch
>fertisch für Krankehaus, isch schwör!"
Wolte auch gerade fragen, ob er evtl. einen südländischen Teint hatte.
Gruß Uwe
--
Hier ist Usenet und kein Mädchenpensionat.
Astrid Schleicher zu Yvonne Steiner in desd
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
Dialekt mit falscher Aussprache würde ich sagen. Viele sagen ja auch
Küsche oder Tich.
Gruß Dirk.
--
Der Rauch dieser Zigaretten enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und
Blausäure. Eine Schachtel deckt den empfohlenen Tagesbedarf dieser
Stoffe zu 50%.
> On Thu, 21 Sep 2006 14:58:57 +0200, Dieter Bruegmann
> <nutz...@bruhaha.de> wrote:
>
>> Horst Ruth (Thu, 21 Sep 2006 13:27:03 +0200):
>>
>>> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
>>> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
>>> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
>>
>> Das könnte Kanaksprak ("Döner-Deutsch") sein: "Isch mach disch
>> fertisch für Krankehaus, isch schwör!"
>
> Wolte auch gerade fragen, ob er evtl. einen südländischen Teint hatte.
Das ist gar nicht nötig, denn heute tun auch Deutsche schon so
sprechen.
Hallo Horst,
wir sprechen hier "gläubig" und alle -ig-Endungen mit ich-Laut aus.
Und die meisten Berliner sprechen keinen wirklichen ich-Laut, sondern
etwas, das viel mehr in Richtung sch geht und einen überall sofort als
Berliner ausweist, auch wenn man ansonsten Hochdeutsch spricht (ist
mir schon mehrfach gesagt worden).
Also entweder Unkenntnis oder regional gefärbte Aussprache des
Hochdeutschen.
chr
In Berlin ist ein solcher zum [S] tendierende [C]-Laut nichts
ungewöhnliches ("unjewöhnlischet") und ist unabhängig vom
"Deutschsein" oder der Anwesenheit von Nichtdeutschen.
Lars
> fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
Vielleicht hat er sich zwischen "gläubig" und "abergläubisch"
verheddert?
Gruß
Re<mein Kopfweh wird von Weihrauch besser>nata
--
Wozu schwierig sein, wenn man mit ein wenig Mühe
komplett unmöglich sein kann?
Danke. Mir war nur die g/j- und Dativschwäche der Berliner geläufig
geläufig und völlig unklar, ob es einreines Ausspracheproblem ist, er also
"gläubig" sagen wollte, oder ob er gläubisch meinte, das sich laut Grimm
außerhalb bairischer Dialekte alleine nicht gehalten hat.
> Horst Ruth schrieb:
>
>> "gläubisch"
>
> Kenn ich von Wiglaf Drostes Kolumnen aus der Wahrheit-Seite der Taz.
Er wirkte zwar nicht doof, aber auch nicht wie ein Drostefan.
> wir sprechen hier "gläubig" und alle -ig-Endungen mit ich-Laut aus.
> Und die meisten Berliner sprechen keinen wirklichen ich-Laut, sondern
> etwas, das viel mehr in Richtung sch geht
Wieder was gelernt. Ich werde den Ort im Herbst besuchen (Ausstellung zum
Heiligen Römischen Reich) und versuchen, die Ohren offen zu halten.
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus
> dem Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint
> war gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
Wolltest du eine Frage stellen. Hat deine Tastaur eigentlich keine
Fragezeichen-Taste.
Die Aussprache "sch" statt "ch" ist in Südhessen und der Pfalz
verbreitet; die dortigen Autochthonen hyperkorrigieren das gern, wenn
sie versuchen, Standarddeutsch zu sprechen; vgl. Helmut Kohl, der
gelegentlich mal davon sprach, man könne dies oder jenes aus der
"Gechichte" lernen.
Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
HTML-Mail wird ungelesen entsorgt.
> Helmut Kohl
> "Gechichte"
Dem Vernehmen nach hat man das mit ihm geübt, vor jeder
Fernsehansprache, stundenlang, wie beim Lassie-Film; es
war aber nichts zu machen, genausowenig bei "Famillje."
Warum sollte man auch ein weithin bekanntes Markenzeichen mit fast
konkurrenzlos hohem Wiedererkennungswert einfach so aufgeben?
Marketingtechnisch wäre das absoluter Blödsinn.
Oder, wie der nämliche etwa gesagt hätte, "dumm und dörischt und
appselutt unerträcklisch".
vG
> wir sprechen hier "gläubig" und alle -ig-Endungen mit ich-Laut aus.
> Und die meisten Berliner sprechen keinen wirklichen ich-Laut, sondern
> etwas, das viel mehr in Richtung sch geht und einen überall sofort als
> Berliner ausweist, auch wenn man ansonsten Hochdeutsch spricht (ist
> mir schon mehrfach gesagt worden).
Das ist sehr interessant, diese Beobachtung habe ich auch schon oft
gemacht. Ich glaube, ein Berliner kann noch so gut hochdeutsch sprechen,
aber an seinem ch-Laut oder auch am ei-Diphthong erkennt man ihn doch.
Gruß Dirk.
--
Beschwerden bitte schriftlich oder zur Eingabe der Geschäftsstelle!
Huch, was ist denn mit dem ei-Diphthong? Den habe ich bisher immer für
unauffällig gehalten.
chr
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
[x] All of the above.
Manfred
--
Ruhm beginnt doch erst dort, wo man von einer Sache weiß,
sie aber nicht kennt. (Musil)
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
Siehe bei den Grimms:
#PH
>Horst Ruth meinte:
>
>> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus
>> dem Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint
>> war gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
>
>Wolltest du eine Frage stellen. Hat deine Tastaur eigentlich keine
>Fragezeichen-Taste.
>
>Die Aussprache "sch" statt "ch" ist in Südhessen und der Pfalz
>verbreitet;
"Wenn mei Peter fetisch ist, wird er Lederfetischist", wie die Pardon
mal schrieb (über Offebach?). Bekannter ist wohl: "Alle Hesse sin
Verbresche, weil se klaue Aschebesche."
--
Viele Grüße
Gerald Fix
> Ein Drücker, der mir Zeitschriften aufschwatzen wollte und wohl aus dem
> Berliner Raum stammt, fragte mich ob ich "gläubisch" sei - gemeint war
> gläubig. Ist das Dialekt, Soziolekt oder einfach Unkenntnis.
>
Vielleicht ist es aber auch nur konsequent. Religiöse Menschen nennen sich
selbst "gläubig", Leute, die einem ihnen sehr fremden metaphysischen Denken
anhängen, dagegen abergläubisch. "Gläubisch" ist die abwertende Form von
"gläubig".
Ciao
Wolfram
--
Diamanten
Ich weiß nicht, ob Sie jemals einen geschliffenen Diamanten im vollen
Sonnenlicht der Tropen haben schimmern und blitzen und blinken gesehen.
Wenn ja, können Sie sich ja vorstellen, wie das aussieht. Wenn nicht, kann
ich Ihnen kaum weiterhelfen, denn auch ich habe dergleichen noch nie
gesehen.
www.theodor-rieh.de
www.theodor-rieh.de/heinrich
www.madonnadellascala.it
> Bei dieser Gelegenheit: Wie verhält es sich mit dem im
> (hoch)alemannischen Sprachraum verbreiteten "natürlig" oder
> "eigentlig"? Dialekt oder Hyperkorrektur (wobei ich nicht weiß,
> was da zu hyperkorrigieren wäre)?
Auch wieder interessant, es gibt hier im Siegerland eine Ecke
(eigentlich nur ein Ortsteil von Siegen, zumindest fällt es mir bei den
Leuten von da immer wieder auf), da sagt man "komig", z.B. "Du bist ein
komiger Kauz".
> Huch, was ist denn mit dem ei-Diphthong? Den habe ich bisher immer für
> unauffällig gehalten.
Schwer zu beschreiben, ich habe auch gerade kein Tonbeispiel hier. Ich
höre da statt [ai] oft was, dass eher in Richtung [ä] oder [äi] geht.
Oder sollte ich mich da jetzt so irren?
Gruß Dirk.
> Vor einiger Zeit gehört, ein Marktschreier auf dem Bonner Obst- und
> Gemüsemarkt: "Grieschiche Kirchen!"
Das könnte mir bei schnellerem Sprechen auch passieren. Ich finde, die
deutsche Sprache hat da einen Konstruktionsfehler, "griechisch" ist für
mich erheblich schwerer auszusprechen als "grieschich". Oder sprich mal
schnell "tschechisch", das geht ja gar nicht.
Gruß Dirk.
--
Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten?
"abergläubig" gibt es auch noch.
--
Buda Dan
Christina Kunze wrote:
> wir sprechen hier "gläubig" und alle -ig-Endungen mit ich-Laut aus.
ja, aber...
> Und die meisten Berliner sprechen keinen wirklichen ich-Laut, sondern
> etwas, das viel mehr in Richtung sch geht und einen überall sofort als
> Berliner ausweist,
...hier wohl eher: Ost-Berliner oder "Berliner türkischer Abstammung".
Der Westberliner neigt meistens zum eher hochdeutschen (*lol*) "-ich".
Ich sehe...nein, höre gerade an dieser Stelle, "-ig" als "-ich"
wie in "richten" oder eher zum "-sch" neigend, oft den Unterschied
zwischen Ost- und Westberliner Dialekt.
Ein geeignetes Tonbeispiel ist mit neulich wieder eingefallen,
City - "Am Fenster", insbesondere die Strophe:
"Einmal fassen, tief im Blute fühlen,
dies ist mein und es ist nur dur(s)ch di(s)ch.
Nicht die Stirne mehr am Fenster kühlen,
dran ein Nebel schwer vorüber s(ch)tri(s)ch."
Das Ostberliner "disch" steht aber lautlich *zwischen* dem Westberliner
"dich" und dem turko-arabo-balkanesischen "disch" (allg. "Kanak"(*)).
In zehn bis zwanzisch Jahre wird dieser Unterscheidung verschwunden
sein, die Überlagerung dursch von Kanak beeinflusste Jugendsprache ist
schon jetzt stärker, als noch vor 10 Jahre.
Grüße,
Andreas.
(*) Kanak oder Kanak-Spak, der Begriff stammt nicht von der NPD, sondern
von Feridun Zaimoglu, guckstu
http://toene-fuer-kinder.de/list.php?kat_id=3&nname=Zaimoglu&vname=Feridun&b=Z&kat_pp=25
> Am Thu, 21 Sep 2006 13:27:03 +0200 schrieb Horst Ruth:
> Vielleicht ist es aber auch nur konsequent. Religiöse Menschen nennen sich
> selbst "gläubig", Leute, die einem ihnen sehr fremden metaphysischen Denken
> anhängen, dagegen abergläubisch. "Gläubisch" ist die abwertende Form von
> "gläubig".
Wenn es Wiglaf Droste wäre, dann ja, siehe oben. Aber er ist es nicht, und
nur daß er mich - Breisgauer - solidaritätheischend im Osten Verorten
wollte nehme ich ihm wirklich übel.
Droste kommt mit seiner Konsequenz etwas zu spät, denn laut Grimm gabs
gläubisch durchaus, es hat sich aber nicht gehalten. Als liberaler Katholik
schere ich auch die Ketzer nicht über einen Kamm, sondern trenne wie in der
eigenen Herde Gläubige von Abergläubischen (Obskuranten).
Gruß
HR
PS
Bei der Penistransplantation mußte ich an Dein Blutbad denken :-)
> Das könnte mir bei schnellerem Sprechen auch passieren. Ich finde, die
> deutsche Sprache hat da einen Konstruktionsfehler, "griechisch" ist für
> mich erheblich schwerer auszusprechen als "grieschich".
Für mich nicht. Vielleicht haben Deine Sprechwerkzeuge einen solchen.
> Oder sprich mal schnell "tschechisch", das geht ja gar nicht.
Na sischer. Isch finde dagegen "tcheschich" rischtisch chwer.
vG
> Horst Ruth schrieb:
>
>> Er wirkte zwar nicht doof, aber auch nicht wie ein Drostefan.
>
> :-). Der Satz hat mich jetzt eine Weile grübeln lassen, und so ganz kann ich
> ihn nicht entschlüsseln.
Ich wollte nur sagen, daß der Drücker nicht tumb wirkte, sondern zumindest
von schneller Auffassungsgabe war, daß ich aber auch nicht den Eindruck
hatte, er lese Wiglaf Droste.
> Vor einiger Zeit gehört, ein Marktschreier auf dem Bonner Obst- und
> Gemüsemarkt: "Grieschiche Kirchen!"
Als jüngst der neuerdings immerzu dienende Lektor in den Fürbitten "für
die heilige Kirsche" ansetzte, konnte ich mir das Augenrollen nur schwer
verkneifen. Der zugehörige Pfarrer dagegen sagt "griechich".
Gemein, ich weiß. :9
Gruß
Renata
> Nicht umsonst gibts Zungenbrecher, in die dieses Wort eingewoben ist:
>
>| Ein französischer Regisseur inszeniert ein tschechisches Stück,
>| ein tschechischer Regisseur inszeniert ein französisches Schauspiel.
Den finde ich überhaupt nicht schwer. Hab's gerade ein paarmal laut
versucht.
> Oder natürlich auch:
>
>| Sechs sächsische Säufer zahlen zehn tschechische Zechen.
Der ist schon schwieriger. Bei mir warens anfangs tschehn. Man könnte
noch einen tschechischen Zecher mit einem technischen Schächer (was auch
immer das sei) verknibbeln.
Welche Zungenbrecher als schwierig und welche als einfach empfunden
werden, wird wahrscheinlich individuell unterschiedlich sein. Als
schwierig empfinde ich die Klassiker "Brautkleid bleibt Brautkleid und
Blaukraut bleibt Blaukraut" oder "Fischers Fritze fischt frische
Fische". Dinge wie "Zweiundzwanzig zahme Zwergziegen zwängten sich durch
die Umzäunung des Zwergziegenstalles" dagegen sind für mich reine
Alliterationen ohne besondere Schwierigkeit. "Der Cottbusser
Postkutscher putzt den Cottbusser Postkutschkasten" liegt etwa
dazwischen.
vG
>> Vor einiger Zeit gehört, ein Marktschreier auf dem Bonner Obst- und
>> Gemüsemarkt: "Grieschiche Kirchen!"
>
> Als jüngst der neuerdings immerzu dienende Lektor in den Fürbitten "für
> die heilige Kirsche" ansetzte, konnte ich mir das Augenrollen nur schwer
> verkneifen.
Das ging mir mal so, als eine ältere Dame östlicher Herkunft aus der
Bergpredigt vorlas, es würden welche kommen, die "wie reisende Wölfe"
seien.
vG
Vielleicht wusste er nicht, dass es "jrieschische Kirschen" heißt.
CU
Thomas
> Das ging mir mal so, als eine ältere Dame östlicher Herkunft aus der
> Bergpredigt vorlas, es würden welche kommen, die "wie reisende Wölfe"
> seien.
Die Apothekerin hat meiner Frau vorhin Isla-Moos auch in der
Geschmacksrichtung "Kahsis" angeboten. Es dauerte recht lange,
bis ich das dekodiert hatte. Mir ist völlig schleierhaft, wo sie
das lange a herhatte.
Gruß,
Achim
> Die Apothekerin hat meiner Frau vorhin Isla-Moos auch in der
> Geschmacksrichtung "Kahsis" angeboten. Es dauerte recht lange,
> bis ich das dekodiert hatte.
Ich brauchte auch eine Weile. Ja, man hätte es ja auch deutsch
draufschreiben können ...
Matthias
--
Marat wurde zwar ermordet, aber er starb vorher an einer Krankheit, die
ihm sogar das Leben raubte. Prof. Galletti
..... Wer zum Kuckuck ist Galletti? => <http://www.galletti.de/> ......
==== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
Eigentlich: "...Gürschn".
--
Boy, sure would be nice if we had some grenades, don't you think?
Gürrschn. Gü:rschn sind doch Kirchen.
> Die Aussprache "sch" statt "ch" ist in Südhessen und der Pfalz
> verbreitet; die dortigen Autochthonen hyperkorrigieren das gern, wenn
> sie versuchen, Standarddeutsch zu sprechen; vgl. Helmut Kohl, der
> gelegentlich mal davon sprach, man könne dies oder jenes aus der
> "Gechichte" lernen.
Dann gebe ich mich auf der Suche nach Wissen mal Hohn und Spott
preis und oute mich als Betroffener aus jener Region:
Ich habe erhebliche Probleme die beiden Laute zu unterscheiden.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie aktiv wie passiv überhaupt
unterscheide. Interessanterweise hat meine Frage in d.e.s.misc, wie
denn polnisches ś zu sprechen sei, einen Verweis auf Helmut Kohls
Aussprache von "sch" eingebracht. Polnisch unterscheidet ś und sz,
wobei man Letzteres normalerweise mit deutsch "sch" gleichsetzt.
Sind hier regional "sch" und "ch" zu ś zusammengefallen? Haben wir
einen Dialektkundler im Haus?
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> > Helmut Kohl
> > "Gechichte"
>
> Dem Vernehmen nach hat man das mit ihm geÃŒbt, vor jeder
> Fernsehansprache, stundenlang, wie beim Lassie-Film; es
> war aber nichts zu machen, genausowenig bei "Famillje."
Was ist an Letzterem falsch?
Helmut Kohls Aussprache ist repräsentativ für (gebildete, um
Standardaussprache bemühte Sprecher aus) Ludwigshafen und Umgebung.
Ich habe nicht damit gerechnet, dass er sie so weit von Bonn wegtragen
würde.
CU
Tho"gibt's eigentlich Gammelgürrschn"mas
Ich zumindest spreche das erste I lang.
> Welche Zungenbrecher als schwierig und welche als einfach empfunden
> werden, wird wahrscheinlich individuell unterschiedlich sein.
Zwei "normale" Wortschöpfungen, über die ich im Alltag stolperte, ganz
ohne Absicht, Zungenbrecher zu produzieren: ich bestellte mal an einem
Asia-Imbiß ein "chinesisches Chicken-Sandwich", sehr zu Freude des
sichtlich nicht deutschen (sondern vietnamesischen Inhabers), der sich
königlich amüsierte, daß ich das Ding auch im dritten Anlauf nicht über
die Lippen kriegte. Später fand ich, ein "schönes chinesisches
Chicken-Schleim-Schlemmer-Sandwich" wäre noch schwerer zu artikulieren.
Mit einem anderen Eisenbahnfreund diskutierte ich mal den Fakt, daß der
Ort Oberoderwitz neben dem Bahnhof Oberoderwitz noch einen Haltepunkt
besitzt, ich aber nicht wisse, ob "er nun Oberoderwitz Oberdorf oder
Oberoderwitz Niederdorf" hieße.
[Letzteres ist übrigens nicht mit Niederoderwitz zu verwechseln.
Mittlerweile sind Oberoderwitz Oberdorf, Oberoderwitz Niederdorf und
Niederoderwitz zu Oderwitz vereinigt. Taucht ab und zu mit Kälte- oder
Regenrekorden im Wetterbericht auf.]
> "Der Cottbusser
> Postkutscher putzt den Cottbusser Postkutschkasten" liegt etwa
> dazwischen.
Wie sieht es mit seinem Kollegen aus der brandenburgischen
Landeshauptstadt aus?
-kut
> "Brautkleid bleibt Brautkleid und
> Blaukraut bleibt Blaukraut"
Was mich immer an den Gang mit meiner späteren Ex-Schwägerin ins
hannöversche Hochzeitsmodengeschäft erinnern wird. Etwa 1993 muß es
gewesen sein. Und was hing in besagtem Laden am Haken?
Blaukleid.
Brautkraut gab's allerdings keines.
Gruß
In-"und was ist mit Blaubraut und Krautkleid"-go
--
Ingo Dierck, dierck & meyer mediengestaltung
mailto:ingo....@addcom.de
> [ä] oder [äi]
... oder was zwischen [ae] und [äe] ...
Gruß
Ingo
> Helmut Kohls Aussprache ist repräsentativ für (gebildete, um
> Standardaussprache bemühte Sprecher aus) Ludwigshafen und Umgebung.
Durchaus nicht. Ein großer Teil der "gebildeten, um Standardaussprache
bemühten Sprecher aus Ludwigshafen und Umgebung" sind gar keine Pfälzer.
Deswegen bemühen sie sich ja so krampfhaft um Standardsprache.
Die zahlreichen großen Unternehmen im Chemiedreieck hier (allein die
Anilin hatte zeitweise deutlich über 40.000 Beschäftigte am Standort LU,
dazu kommen noch so Unternehmen wie z. B. Boehringer in MA, Raschig,
Knoll Pharma, Giulini Pharma, die zum Teil gar nicht mehr existieren)
hatten einen außerordentlichen Bedarf an gut ausgebildeten Chemikern und
anderen Ingenieuren, den die Hochschulen der Umgebung gar nicht allein
decken konnten. In der Folge hört man in den Neubaugebieten der
sechziger und siebziger Jahre hierzulande relativ wenig heimisches
Idiom.
Insofern ist H. Kohls Aussprache auf ihre Weise schon typisch, da man
sie anderswo in dieser Form nicht findet, aber sie ist nicht unbedingt
repräsentativ. Und so dermaßen ungelenk mit dem Hochdeutschen gehen auch
nicht alle Pfälzer um. Ich meine, bei Kohl kommt vielleicht noch hinzu,
daß er allgemein nicht sehr gut im Erlernen fremder Aussprache ist. Das
kommt nun aber wirklich überall vor.
Dito.
>> Oder natürlich auch:
>>
>>| Sechs sächsische Säufer zahlen zehn tschechische Zechen.
>
> Der ist schon schwieriger. Bei mir warens anfangs tschehn.
"zahlen zehn zechische Zechen" ;)
> Man könnte noch einen tschechischen Zecher mit einem technischen
> Schächer (was auch immer das sei) verknibbeln.
*hrhrhr*
> Welche Zungenbrecher als schwierig und welche als einfach empfunden
> werden, wird wahrscheinlich individuell unterschiedlich sein. Als
> schwierig empfinde ich die Klassiker "Brautkleid bleibt Brautkleid
> und Blaukraut bleibt Blaukraut" oder "Fischers Fritze fischt frische
> Fische". Dinge wie "Zweiundzwanzig zahme Zwergziegen zwängten sich
> durch die Umzäunung des Zwergziegenstalles" dagegen sind für mich
> reine Alliterationen ohne besondere Schwierigkeit. "Der Cottbusser
> Postkutscher putzt den Cottbusser Postkutschkasten" liegt etwa
> dazwischen.
Ganz deiner Meinung.
Was ist mit dem folgenden, für mich eher schwierigen, schwäbischen
Klassiker?
"'S leit a Kletzla Blei glei bei Blaubäura, glei bei Blaubäura leit a
Kletzla Blei."
Beliebtester Versprecher dabei ist IIRC "glei blei Blaubäura",
v.a. bei der Wiederholung.
-dnh
--
Naja, lieber WAMP als WIMA (Windows, IIS, MicrosoftSQL, ActiveScript).
Obwohl, das wäre wahrscheinlich ein ganz besonders sicherer Server,
weil hinter allen Sicherheitslücken nur abstürzende Programme liegen.
"Ich bin drin! Ups, da geht er hin..." };-> -- Ratti
> Was ist mit dem folgenden, für mich eher schwierigen, schwäbischen
> Klassiker?
>
> "'S leit a Kletzla Blei glei bei Blaubäura, glei bei Blaubäura leit a
> Kletzla Blei."
Nach Elisionsapostroph klein weiter, auch am Satzanfang. Also "'s".
Als klassisch schwäbisch hab' ich das da in Erinnerung:
"D's B'schteck z'schpot b'schtellt!"
Manfred
--
Ruhm beginnt doch erst dort, wo man von einer Sache weiß,
sie aber nicht kennt. (Musil)
> Was ist mit dem folgenden, für mich eher schwierigen, schwäbischen
> Klassiker?
>
> "'S leit a Kletzla Blei glei bei Blaubäura, glei bei Blaubäura leit a
> Kletzla Blei."
Was ist daran schwierig? Der Wechsel zwischen den verschiedenen "ei"?
Den kann ich freilich nicht nachvollziehen.
--
The nice thing about standards is that you have so many to choose
from; furthermore, if you do not like any of them, you can just
wait for next year's model.
Andrew Tanenbaum, _Computer Networks_ (1981), p. 168.
Huch![tm] Kam und kommt mir komisch vor. Dann eben "S" ohne Apostroph,
das einzelne "s" ist im Schwäbischen hinreichend häufig. Dialekt zu
verschriften ist eh Glückssache ;)
Naja, ich schreibe fast ausschließlich nach Gefühl und nicht nach
Regeln, denn die kann ich mir, bis auf vereinzelte Ausnahmen, einfach
nicht merken.
> Als klassisch schwäbisch hab' ich das da in Erinnerung:
> "D's B'schteck z'schpot b'schtellt!"
Auch :) Und eher "[da war noch was wie »er hôt«...] 's B'schteck
z'schpät b'schtelld!".
-dnh
--
This is a thread that absolutely requires you to use earplugs before
reading it. -- S. Ramasubramanian
Welche verschiedenen "ei"?
> Den kann ich freilich nicht nachvollziehen.
Du hast es nicht ausprobiert. BTW, es muß, wie alle Zungenbrecher, _so
schnell wie möglich_ gesprochen werden. Für obiges setze ich mal 5
Sekunden an[1]!
Typisch ist IIRC ein "glei b*l*ei Blaubäura", speziell bei der
Wiederholung nach dem Komma. Und praktisch alle anderen Permutationen
von fehlenden oder zusätzlichen "l" ("Baubläura")...
Von der Aussprache her ist es nicht, "per se", schwierig, da hast du
recht.
Aber das sind ja, langsam genug gesprochen, die wenigsten
"Zungenbrecher".
Aber es gibt ja auch noch schwierigeres (ich weiß nicht, ob das die
richtige Version ist), wie das schon erwähnte:
"Hosch's Bschteck zschpät bschtellt?"
-dnh
[1] ich bekomm's in ~4s noch hin, und ich bin müüüde...
--
161: Internetpräsenz
Irgendwas machen, weil das andere auch machen. (Martin Schmitt)
> Oliver Cromm <lispa...@internet.uqam.ca> wrote:
>> * David Haller wrote:
>>> Was ist mit dem folgenden, für mich eher schwierigen, schwäbischen
>>> Klassiker?
>>>
>>> "'S leit a Kletzla Blei glei bei Blaubäura, glei bei Blaubäura leit a
>>> Kletzla Blei."
>>
>> Was ist daran schwierig? Der Wechsel zwischen den verschiedenen "ei"?
>
> Welche verschiedenen "ei"?
Die verschiedenen ei gehören zu den Geheimnissen des Schwäbischen, die
sich dem Außenstehenden nie erschließen werden - das kann man in dieser
Gruppe lernen.
>> Den kann ich freilich nicht nachvollziehen.
Den = den Wechsel der "ei"
> Du hast es nicht ausprobiert. BTW, es muß, wie alle Zungenbrecher, _so
> schnell wie möglich_ gesprochen werden. Für obiges setze ich mal 5
> Sekunden an[1]!
Einmal kriege ich das ganz gut hin, wobei hilft, daß "glei[ch] bei" eine
sehr übliche Formulierung ist, die wohl als eine Einheit gespeichert
ist. Zwei- oder dreimal hintereinander, dann reicht die Konzentration
auch nicht mehr.
> Von der Aussprache her ist es nicht, "per se", schwierig, da hast du
> recht.
>
> Aber das sind ja, langsam genug gesprochen, die wenigsten
> "Zungenbrecher".
Der mit dem Blaukraut ist auch für mich der schwierigste, da stolpere
ich auch beim langsamsten normalen Sprechtempo.
--
Oliver C.
Die demoskopische Hauptzielgruppe von "Focus" sind Maenner aus dem
gehobenen Mittelstand zwischen 40 und 65 (IQ, nicht Alter).
Andreas Kabel in de.etc.sprache.deutsch
>> [ä] oder [äi]
> ... oder was zwischen [ae] und [äe] ...
Ja genau! Irgendwie sowas in der Richtung. Jedenfalls relativ
undefinierbar ;-)
Gruß Dirk.
--
Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten?
> Warum sollte man auch ein weithin bekanntes Markenzeichen mit fast
> konkurrenzlos hohem Wiedererkennungswert einfach so aufgeben?
> Marketingtechnisch wäre das absoluter Blödsinn.
>
> Oder, wie der nämliche etwa gesagt hätte, "dumm und dörischt und
> appselutt unerträcklisch".
Genau. Da hatte es sein Nachfolger bzw. besser gesagt seine Imitanten
schon schwerer. Die haben mich im Gegensatz zu denen Bundeshelmuts
ziemlich schnell nur noch genervt, näch?
Irgendein Kabarettist hat mal gesagt, daß bei einem Wettbewerb
der Kohl-Imitatoren Kohl selber höchstens noch den dritten Platz
erreichen würde. Stimmt wahrscheinlich.
> Das ging mir mal so, als eine ältere Dame östlicher Herkunft aus der
> Bergpredigt vorlas, es würden welche kommen, die "wie reisende Wölfe"
> seien.
<bg> Immer wieder bringt mich rückblickend auch zum Lachen: die
Verlesung der Passion, als einer der Akteure vortrug: "Ich sage Dir,
morgen wirst Du mit mir in Paris sein!"
Gruß
R.
--
Wozu schwierig sein, wenn man mit ein wenig Mühe
komplett unmöglich sein kann?
> Thomas Gerlach schrieb:
>
>> Vielleicht wusste er nicht, dass es "jrieschische Kirschen" heißt.
>
> Kichschen. M.
Das habe ich jetzt im ersten Anlauf wie Quichechen (auch ein schweres
Wort) gelesen, gemeint ist es natürlich mit Ach-Laut nach dem i.
--
"Bother", said the Borg, as they assimilated Pooh.
> So schwierig ist das nicht, so man ein etymologisches Wörterbuch hat und
> oder Kenntnisse des Mittelhochdeutschen, des Schweizerischen oder ggf.
> romanischer Sprachen.
... oder des Bairischen, des Sächsischen oder Berlinischen. Wird irgendwo
der Unterschied *nicht* gemacht, außer in der Schriftsprache?
> Was früher mal "i" war (Zeit, Reis), ist die eine
> Sorte; was früher mal "ei" war, die andere.
--
Helmut Richter
Ich wollte nicht "chchieschische" schreiben.
CU
Thomas
> On Tue, 26 Sep 2006, Martin Gerdes wrote:
[ei und ei im Schwäbischen]
>> So schwierig ist das nicht, so man ein etymologisches Wörterbuch hat und
>> oder Kenntnisse des Mittelhochdeutschen, des Schweizerischen oder ggf.
>> romanischer Sprachen.
>
> ... oder des Bairischen, des Sächsischen oder Berlinischen.
Aber hören muß man den Unterschied erst mal können!
> Wird irgendwo
> der Unterschied *nicht* gemacht, außer in der Schriftsprache?
Bist Du jetzt unter die Schweizer gegangen?
> Im Bairischen wird der Unterschied auch gemacht (oans, zwoa, drei). Wie es
> im Sächsischen und Berlinischen ist, weiß ich nicht, aber wir haben hier ja
> kompetente Sprecher dieser Dialekte.
eens, zwee, drei
--
Helmut Richter
> Im Bairischen wird der Unterschied auch gemacht (oans, zwoa, drei). Wie es
> im Sächsischen und Berlinischen ist, weiß ich nicht, aber wir haben hier ja
> kompetente Sprecher dieser Dialekte.
Säschisch: eens, zwee, drei.
Und /mein/ reimt sich nicht auf /kein/ (keen).
Ähnliches bei anderen Selbst- und Umlauten: stören reimt sich nicht auf
hören (heern); Sühne nicht auf Bühne (Biene); Raum nicht auf Baum (Boom);
Neune nicht auf Scheune (Schinne) ...
Matthias
--
Marat wurde zwar ermordet, aber er starb vorher an einer Krankheit, die
ihm sogar das Leben raubte. Prof. Galletti
..... Wer zum Kuckuck ist Galletti? => <http://www.galletti.de/> ......
==== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
> Säschisch: eens, zwee, drei.
Hier auch.
> Und /mein/ reimt sich nicht auf /kein/ (keen).
Damit habe ich kein Problem. Meene Mutta hat keen Brot mehr.
Vielleicht ist es doch hinderlich, wenn man den Dialekt erst in der
Schule lernt?
chr
Peinlich genug, aber ich habe erst durch diesen Faden hier überhaupt
gemerkt, dass ich ja tatsächlich einen Unterschied mache (bisher
dachte ich immer, dass ich nicht wüsste, welches ei im Bairischen wie
ausgesprochen werden muss).
Heißt das, das hat sprachgeschichtliche URsachen? Heißt das, dass die
ei-Laute, die in Berlin ei bleiben, auch auf Bairisch immer ei
gesprochen werden?
Ooren, Fleesch un Beene
chr
- Und wie sprich der Schwabe?
i, zwi, dree ?
--
Buda Dan
> Und wie sprich der Schwabe?
> i, zwi, dree ?
Einsle, zweile, dreile?
--
http://tafel.ws
Kreidebilder an der Schultafel
Eben gesehen:
zwee
zwei (männlich)
zwoi, zwoâ
zwei (allgemein)
zwuâ
zwei (weiblich)
Das muß eine alemannische Spezialität sein; zumindest für Altbayern
kenne ich keine solche Unterscheidung.
gruß, Michael
> Heißt das, das hat sprachgeschichtliche URsachen? Heißt das, dass die
> ei-Laute, die in Berlin ei bleiben, auch auf Bairisch immer ei
> gesprochen werden?
Im Prinzip ja.
Schrift std. mhd. .ch bair. sächs. Beispiel
ei [ae] [i:] [i:] [aI] [aI] drei, weiß (Farbe), (hin-)ein
ei [ae] [eI] [EI] [Oa] [e:] eins, zwei, ich weiß
au [ao] [u:] [u:] [aU] [aU] Haus, blau, Kraut
au [ao] [OU] [OU] [a] [o:] Baum, glauben, auch
Der Schweizer Diphthong, den ich hier als [EI] wiedergegeben habe,
wird m.W. überall verschieden gesprochen (in Bern eher [eI], in Basel
eher [aI]; die Schweizer mögen mich korrigieren), aber sicher nirgends
so, dass man ihn mit [i:] verwechseln könnte. Da ich niemanden aus
Mittelhochdeutschland kenne, kann ich für die Aussprache dort auch
nicht geradestehen.
Nur im Prinzip ja: es gibt viele Gründe, weswegen sich einzelne Worte
nicht nach den Regeln richten. Feierliche Wörter aus der Kirche
("heilig", "Geist") haben einen Trend zu standardnäherer Aussprache;
bairisch "fei" ist schweizerisch "fei" (ein später Reimport aus
Österreich?), und die verschiedenen Sorten au verhalten sich
anscheinend noch unregelmäßiger. Nur das Wort mit den zwei
verschiedenen Aussprachen (schreien, Geschrei - bair.: schrein,
Gschroa) hat diese beiden schon seit ahd Zeit.
--
Helmut Richter
> Feierliche Wörter aus der Kirche ("heilig", "Geist") haben einen
> Trend zu standardnäherer Aussprache;
In AT nur halb: "da heulige Geist".
M.
Wo ich schonmal hier bin: Ich wuerde eindeutig "(hin-)ein" wie "eins"
und "blau" wie "Baum" sprechen (schwaebisches Unterland).
Gruesse Christian
--
THAT'S ALL FOLKS!
> "blau" geht wie "Baum", "glauben" und "auch".
Zumindest im Sächsischen nicht.
> Ooren, Fleesch un Beene
Wirklich "Ooren"?
--
A computer will do what you tell it to do, but that may be much
different from what you had in mind. - Joseph Weizenbaum
> * Christina Kunze wrote:
>
>> Ooren, Fleesch un Beene
>
> Wirklich "Ooren"?
Seggsſch: Oochn. Da grichsde Glubbsch-Oochn, nohr?
> "blau" geht wie "Baum", "glauben" und "auch". "Haus" und "Kraut" gehen
> anders.
>
> Nimm "rauh" als Beispiel, das paßt zu "Haus" und "Kraut".
ACK. Witzigerweise sind wir uns aber unter uns Geschwistern nicht einig,
ob "Klaus" und "Sauna" zu Baum/blau oder zu Haus/Kraut gehören, obwohl
wir alle im selben Kuhdorf aufgewachsen sind.
Gruß
R.
--
Wozu schwierig sein, wenn man mit ein wenig Mühe
komplett unmöglich sein kann?
> Helmut Richter <hh...@web.de> schrieb:
>
>>Schrift std. mhd. .ch bair. sächs. Beispiel
>>
>> ei [ae] [i:] [i:] [aI] [aI] drei, weiß (Farbe), (hin-)ein
>> ei [ae] [eI] [EI] [Oa] [e:] eins, zwei, ich weiß
>> au [ao] [u:] [u:] [aU] [aU] Haus, blau, Kraut
>> au [ao] [OU] [OU] [a] [o:] Baum, glauben, auch
>
> "blau" geht wie "Baum", "glauben" und "auch". "Haus" und "Kraut" gehen
> anders.
Nicht im Bairischen: blau; Bąąm, gląąm, ąą; Haus, Graut.
Gruß, Michael
Das ähnelt der Aussprache mMn am ehesten, im Ggs zu "Oahn".
chr
>>> Ooren, Fleesch un Beene
>>
>> Wirklich "Ooren"?
>
> Das ähnelt der Aussprache mMn am ehesten, im Ggs zu "Oahn".
Meingott, Ohren heißt das? Ich hatte Oochn (Augen) gelesen.
Kenn mir einer die Dialekte der befreundeten Völker.
Neinneinnein, Du hast es richtig gelesen. Mein "Gegensatz" war falsch,
ich meinte, die "Ohren" hingegen hören sich "Oahn" an.
chr