Kennt jemand ein Gedicht um;mit;über Tomaten?
Oder gibt es sogar eine(n) Dichter(in), der(die) sich versuchen möchte?
Es soll ja Programme geben, die aus einem zur Verfügung gestellten
Sprachschatz "Gedichte" generieren. Kennt Ihr eins? Gibts sowas vielleicht
sogar im Netz?
Michael Schecker (Michaels Tomaten Homepage)
M.Sch...@t-online.de
http://home.t-online.de/home/M.Schecker/index.htm
>Es soll ja Programme geben, die aus einem zur Verfügung gestellten
>Sprachschatz "Gedichte" generieren. Kennt Ihr eins? Gibts sowas vielleicht
>sogar im Netz?
-> Suchmaschine
-> Generator
Da gibt's was; name faellt mir gerade nicht ein...
OG
--
ICQ:18444897 -- OliverG.
Literatur am Draht: http://www.carpe.com/lit/
Rezensenten gesucht: http://www.carpe.com/buch/
das war von
Wolfram
> Kennt jemand ein Gedicht um;mit;über Tomaten?
Nicht in der deutschen Sprache ; Pablo Neruda schrieb aber ein Gedicht in dem
sich die Straße am Mittag von Tomaten füllt...
«La calle se llenó de tomates
a mediodía»
--
M.
> Es soll ja Programme geben, die aus einem zur Verfügung gestellten
> Sprachschatz "Gedichte" generieren. Kennt Ihr eins? Gibts sowas vielleicht
> sogar im Netz?
http://www.in-chemnitz.de/guenter.gehl/poetron.html
Viel Spaß,
Manfred
Es gibt ein Volksfest in (wenigstens) einer spanischen Stadt, bei dem
eine Riesen-Tomatenschlacht stattfindet und die Strassen dementsprechend
mit Tomaten (bzw. ihren Ueberresten) gefuellt sind; obiges Lied duerfte
aufgrund dieser Tatsache entstanden sein.
Gruesse,
Alexander
>Michael Schecker :
>
>> Kennt jemand ein Gedicht um;mit;über Tomaten?
>
>Nicht in der deutschen Sprache ; Pablo Neruda schrieb aber ein Gedicht in dem
>sich die Straße am Mittag von Tomaten füllt...
>«La calle se llenó de tomates
>a mediodía»
>
Ode an die Tomate
Die Strasse fuellt sich mit Tomaten,
Mittagsstunde, Sommerzeit,
in zwei Tomatenhaelften
teilt sich das Licht,
rinnt der Saft durch die Strassen.
Im Dezember loest sich die Tomate ab,
faellt in die Kuechen ein,
sie erscheint zum Fruehstueck,
laesst sich gelassen nieder
zwischen Glaesern, Butterschalen,
blauen Salzgefaessen
auf die Anrichten.
Sie strahlt eigenes Licht,
sanfte Hoheit aus.
Welch ein Unglueck,
wir muessen sie toeten:
Es senkt sich das Messer
in das lebendige Fruchtfleisch,
ein blutrotes Eingeweid,
eine frische, tiefe, unerschoepfliche Sonne,
sie macht die Salate Chiles vollkommen,
vermaehlt sich froehlich der hellen Zwiebel
und um diese zu feiern
laesst man Oel, der Olive innerste Essenz,
niedertraeufeln,
auf ihre halbgeoeffneten Hemisphaeren
fuegt sein prickelndes Arom
der Pfeffer hinzu,
das Salz seinen Magnetismus:
Es ist die Hochzeit des Tages,
die Petersilie pflanzt ihre Feldzeichen auf,
und die Kartoffeln brodeln mit aller Kraft,
der Braten pocht mit saurem Duft an die Tuer,
es ist soweit! Fangen wir an!
Und auf dem Tisch, am Leib des Sommers,
die Tomate, Gestirn der Erde,
haeufiger und fruchtbarer Stern,
weist ihre Woelbungen uns, ihe Kanaele,
die koestliche Vollkommenheit und die Fuelle.
Knochenlos, panzerlos, ohne Schuppen und Stacheln(,)
bringt sie uns die Gabe dar
ihrer Feuerfarbe
und all ihre Frische.
Pablo Neruda
Nebul
Nebul, Nebul - nix ze saihen,
dar spazzuretten ze zweyen,
op demm weuten Stoppulfalde,
di Mari müt Villipalde.
Duch es gap Ferlagenhoiten
bey demm Dausch fon Zarttligkoiten,
dönnes draf düs Kuzzelin
nit op Müntt unt Futzelin.
Draf nurr ergantwo darhünden -
Nebul, Nebul - nix ze fünden!
--
Best Regards, Dr. Peter Kittel // E-Mail:
Private Site in Frankfurt, Germany \X/ peterk @ combo.ganesha.com
Hätte nicht gedacht, daß so eine "banale" Frage M.Scheckers echt
großartiges zutage bringt.
Dank also an Frager und Überbringer.
Darf man auch die Quelle erfahren?
Herzlichst
Wolfram
>> Ode an die Tomate... von Neruda
>
>Darf man auch die Quelle erfahren?
>
Hallo,
die Ode an die Tomate haengt in meiner Kueche, deshalb habe ich keine
Quelle angegeben. Die Tochter meiner Vermieterin hat sie abgeschrieben
aus:
Pablo Neruda:
Der unsichtbare Fluss
Ein Leseband
Luchterhand Literaturverlag 1994
ISBN 3-630-86843-6
Die Ode an die Tomate ist eine der "Elementaren Oden", verfasst 1954
und ueberset[ts]t (Entschuldigung, mein tset klemmt) von Erich Arendt.
In diesem Buch lassen sich noch viele andere schoene Oden, Verse und
Gesaenge finden.
Sich vor dem Applaus verneigend gruesst
Fabian