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Konfiefchen

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Michael Schmidt

unread,
Jul 14, 2009, 2:45:27 PM7/14/09
to
Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie eine
Klᅵnrunde (cf.
http://www1.ndr.de/kultur/plattdeutsch/woerterbuch/index.html?R=2273).

Kennt jemand dessen Etymologie? Vermutet wurde bereits, dass es sich
hierbei um eine Verballhornung aus dem lat. "convivium" ("Gastmahl,
Gelage") handelt, aber sicher bin ich mir da nicht.

Stephen Hust

unread,
Jul 14, 2009, 3:40:06 PM7/14/09
to
Michael Schmidt <m...@privacy.net> wrote:

> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie

> eine Kl�nrunde

Eine was?

> (cf.
> http://www1.ndr.de/kultur/plattdeutsch/woerterbuch/index.html?R=2273).
>
> Kennt jemand dessen Etymologie? Vermutet wurde bereits, dass es
> sich hierbei um eine Verballhornung aus dem lat. "convivium"
> ("Gastmahl, Gelage") handelt, aber sicher bin ich mir da nicht.

| C o n f i e f ch e n det ( C o n v i v i u m ), Gesellschaft,
| Schmauserei, Gastmahl, Trinkgesellschaft
|
(Schriften des Vereins f�r die Geschichte Berlins, 4. Berliner
Wortschatz zu den Zeiten Kaiser Wilhelms I., Auf Grund der
Sammlungen des Oberpredigers C. Kollatz und des Kapit�ns a. D.
Paul Adam, bearbeitet von Dr. Hans Brendicke, Berlin 1897, S. 92.)

| [...] so giebt es auch anderorts ganze K o n f i f ch e n (lat.
| convivia = Tischgesellschaften) [...]
|
(Franz S�hns, Die Parias unserer Sprache, Heilbronn, 1888, S. 53.)

| Auch das lateinische convivium d. h. Gastmahl, Schmaus, Gelage
| ist in gleichem Sinne ins Volk gedrungen, wird aber gew�hnlich
| K o n f i f ch e n gesprochen.
|
(Scherz und Ernst in der Sprache, Vortr�ge im Allgemeinen
Deutschen Sprachverein gehalten von Dr. Hermann Schrader, Weimar,
1897, S. 39.)

--
Steve

My e-mail address works as is.

Michael Schmidt

unread,
Jul 14, 2009, 4:11:32 PM7/14/09
to
Stephen Hust wrote:

>> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie

>> eine Klᅵnrunde
>
> Eine was?

"Klᅵnrunde" wᅵrde ich als regelmᅵᅵiges Beisammensein beschreiben: man
trifft sich immer wieder zum Quatschen ("Klᅵnen").

>> (cf.
>> http://www1.ndr.de/kultur/plattdeutsch/woerterbuch/index.html?R=2273).
>>
>> Kennt jemand dessen Etymologie? Vermutet wurde bereits, dass es
>> sich hierbei um eine Verballhornung aus dem lat. "convivium"
>> ("Gastmahl, Gelage") handelt, aber sicher bin ich mir da nicht.
>
>| C o n f i e f ch e n det ( C o n v i v i u m ), Gesellschaft,
>| Schmauserei, Gastmahl, Trinkgesellschaft
>|

> (Schriften des Vereins fᅵr die Geschichte Berlins, 4. Berliner


> Wortschatz zu den Zeiten Kaiser Wilhelms I., Auf Grund der

> Sammlungen des Oberpredigers C. Kollatz und des Kapitᅵns a. D.


> Paul Adam, bearbeitet von Dr. Hans Brendicke, Berlin 1897, S. 92.)
>
>| [...] so giebt es auch anderorts ganze K o n f i f ch e n (lat.
>| convivia = Tischgesellschaften) [...]
>|

> (Franz Sᅵhns, Die Parias unserer Sprache, Heilbronn, 1888, S. 53.)

>
>| Auch das lateinische convivium d. h. Gastmahl, Schmaus, Gelage

>| ist in gleichem Sinne ins Volk gedrungen, wird aber gewᅵhnlich

>| K o n f i f ch e n gesprochen.
>|

> (Scherz und Ernst in der Sprache, Vortrᅵge im Allgemeinen


> Deutschen Sprachverein gehalten von Dr. Hermann Schrader, Weimar,
> 1897, S. 39.)

Vielen Dank fᅵr die ausfᅵhrliche Erlᅵuterung! Dann war die angenommene
Herleitung ja doch richtig.

Klaus Peter

unread,
Jul 14, 2009, 5:06:16 PM7/14/09
to
Michael Schmidt merkte an:
> Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung! Dann war die angenommene
> Herleitung ja doch richtig.- Zitierten Text ausblenden -

Dazu noch anzumerken: Im ostfälischen Platt spricht man vom
Kumfiefchen / Kumviefchen in gleicher Bedeutung. Hier kann man davon
ausgehen, dass der Ursprung im Französischen liegt, wie bei vielen
ähnlichen Bildungen im Ostfälischen. Hier also Convive(frz.): Gast.

KP

Christina Kunze

unread,
Jul 14, 2009, 6:10:25 PM7/14/09
to
"Stephen Hust" <shNO...@a1.net> schrieb

> Michael Schmidt <m...@privacy.net> wrote:
>
>> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie
>> eine Kl�nrunde
>
> Eine was?

Eine Tratschgesellschaft.

chr

Flori

unread,
Jul 15, 2009, 11:11:58 AM7/15/09
to
On 14 Jul., 22:11, Michael Schmidt <m...@privacy.net> wrote:

> >> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie

> >> eine Klönrunde
>
> > Eine was?
>
> "Klönrunde" würde ich als regelmäßiges Beisammensein beschreiben: man
> trifft sich immer wieder zum Quatschen ("Klönen").

Klönrunde ist eher ungebräuchlich, Klönschnack heißt das - FR

Gunhild Simon

unread,
Jul 15, 2009, 1:27:28 PM7/15/09
to

Ein Klönschnack ist jedoch mehr als informell.

Er ergibt sich zufällig am Gartentürchen.

Gruß
Gunhild

Oliver Cromm

unread,
Jul 15, 2009, 5:57:30 PM7/15/09
to
* Flori <flor...@yahoo.com> wrote:

> On 14 Jul., 22:11, Michael Schmidt <m...@privacy.net> wrote:
>
>>>> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie

>>>> eine Kl�nrunde
>>
>>> Eine was?
>>
>> "Kl�nrunde" w�rde ich als regelm��iges Beisammensein beschreiben: man
>> trifft sich immer wieder zum Quatschen ("Kl�nen").
>
> Kl�nrunde ist eher ungebr�uchlich, Kl�nschnack hei�t das - FR

Ich h�tte in etwa "Kl�nschnack" als Dialekt, "Kl�nrunde" als regionale
Umgangssprache eingeordnet. Letzteres f�llt auch in G�ttingen nicht
weiter auf.

--
The nice thing about standards is that you have so many to choose
from; furthermore, if you do not like any of them, you can just
wait for next year's model.
Andrew Tanenbaum, _Computer Networks_ (1981), p. 168.

Helga Schulz

unread,
Jul 22, 2009, 5:17:26 PM7/22/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:

>* Flori <flor...@yahoo.com> wrote:
>
>> On 14 Jul., 22:11, Michael Schmidt <m...@privacy.net> wrote:
>>
>>>>> Das Wort "Konfiefchen" bezeichnet im Plattdeutschen so etwas wie
>>>>> eine Kl�nrunde
>>>
>>>> Eine was?
>>>
>>> "Kl�nrunde" w�rde ich als regelm��iges Beisammensein beschreiben: man
>>> trifft sich immer wieder zum Quatschen ("Kl�nen").
>>
>> Kl�nrunde ist eher ungebr�uchlich, Kl�nschnack hei�t das - FR
>
>Ich h�tte in etwa "Kl�nschnack" als Dialekt, "Kl�nrunde" als regionale
>Umgangssprache eingeordnet. Letzteres f�llt auch in G�ttingen nicht
>weiter auf.

Ist das ein Hock oder ein Stammtisch?

Oliver Cromm

unread,
Jul 23, 2009, 12:54:29 PM7/23/09
to

Wenn ich jetzt noch w��te, was ein Hock ist. Stammtisch pa�t eher nicht
- kl�nen tut man beim Tee (auch darin zeigt sich die norddeutsche
Konnekschen), Kaffee geht auch, aber Bier weniger.

Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.

Yvonne Steiner

unread,
Jul 23, 2009, 2:20:42 PM7/23/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:

> Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
> Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
> Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
> Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.

Im Duden steht zu "kl�nen": (nordd. f�r gem�tlich plaudern; schwatzen)

Ich weiss jetzt nicht, ob sich diese Interpretation in Deutschland
tats�chlich gegen S�den hin verbreitert hat, oder ob man dort nicht doch
eher etwas anderes darunter versteht.
In der Schweiz hat es jedenfalls die Bedeutung von: st�ndig jammern, klagen.
Im Dialekt: chl��ne.


--
Yvonne Steiner

Helga Schulz

unread,
Jul 23, 2009, 6:31:24 PM7/23/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:

>* Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
>
>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:
>>
>>>* Flori <flor...@yahoo.com> wrote:
>>>
>>>> Kl�nrunde ist eher ungebr�uchlich, Kl�nschnack hei�t das - FR
>>>
>>>Ich h�tte in etwa "Kl�nschnack" als Dialekt, "Kl�nrunde" als regionale
>>>Umgangssprache eingeordnet. Letzteres f�llt auch in G�ttingen nicht
>>>weiter auf.
>>
>> Ist das ein Hock oder ein Stammtisch?
>
>Wenn ich jetzt noch w��te, was ein Hock ist.

Eine informelle Runde bei Bier oder Wein, die sich zum Schw�tzen
hingehockt hat.

>Stammtisch pa�t eher nicht
>- kl�nen tut man beim Tee (auch darin zeigt sich die norddeutsche
>Konnekschen), Kaffee geht auch, aber Bier weniger.

Ah, dann ist es eher sowas wie ein Kaffeekr�nzchen, nur weniger
regelm��ig vielleicht?

>Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
>Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.

Ich habs immer nur als K�stenimport gekannt.

Helga Schulz

unread,
Jul 23, 2009, 6:31:25 PM7/23/09
to
yste...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb vorher:

>Im Duden steht zu "kl�nen": (nordd. f�r gem�tlich plaudern; schwatzen)

>In der Schweiz hat es jedenfalls die Bedeutung von: st�ndig jammern, klagen.
>Im Dialekt: chl��ne.

Sehr eigent�mlich, das Wort ist mir v�llig unbekannt und ich h�re
das von Dir zum ersten Mal.
Ob das wirklich eine Verwandlung des norddeutschen Kl�nens ist
oder nicht doch ganz was anderes?

Oliver Cromm

unread,
Jul 23, 2009, 6:38:42 PM7/23/09
to
* Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:

> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:
>
>>* Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
>>
>>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:
>>>

>>>>Ich h�tte in etwa "Kl�nschnack" als Dialekt, "Kl�nrunde" als regionale
>>>>Umgangssprache eingeordnet. Letzteres f�llt auch in G�ttingen nicht
>>>>weiter auf.
>>>
>>> Ist das ein Hock oder ein Stammtisch?
>>
>>Wenn ich jetzt noch w��te, was ein Hock ist.
>
> Eine informelle Runde bei Bier oder Wein, die sich zum Schw�tzen
> hingehockt hat.

Also nicht unbedingt gleich ein Volksfest, was die Wp. schreibt (unter
Hockete).

>>Stammtisch pa�t eher nicht
>>- kl�nen tut man beim Tee (auch darin zeigt sich die norddeutsche
>>Konnekschen), Kaffee geht auch, aber Bier weniger.
>
> Ah, dann ist es eher sowas wie ein Kaffeekr�nzchen, nur weniger
> regelm��ig vielleicht?

Kommt hin.



>>Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
>>Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
>>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>>Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.

Zur Klarstellung: in Frankfurt.

--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, �berm�tig; lascivus.
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Stephen Hust

unread,
Jul 23, 2009, 8:33:21 PM7/23/09
to
Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:

> yste...@swissonline.ch (Yvonne Steiner) schrieb vorher:

>> Im Duden steht zu "klᅵnen": (nordd. fᅵr gemᅵtlich plaudern;
>> schwatzen)

>> In der Schweiz hat es jedenfalls die Bedeutung von: stᅵndig
>> jammern, klagen. Im Dialekt: chlᅵᅵne.

> Sehr eigentᅵmlich, das Wort ist mir vᅵllig unbekannt und ich
> hᅵre das von Dir zum ersten Mal.
> Ob das wirklich eine Verwandlung des norddeutschen Klᅵnens ist


> oder nicht doch ganz was anderes?

| *Klagen* [...] Es gehᅵret daher zu dem Griech. [...], weinen,
| bey dem Ulphilas /klahai/, von dem Weinen kleiner Kinder, im
| Nieders. klᅵnen, klagen, und andern Zeitwᅵrtern dieser Art.
|
(Adelung: Grammatisch-kritisches Wᅵrterbuch der Hochdeutschen
Mundart.)

<http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Klagen>

| *klᅵnen,* a) /schwatzen, langsam u. langweilig sprechen,
| langweiliges uninteressantes Zeug reden;/ [...]
|
| b) /klagen, stᅵhnen, jammern etc.;/ [...] /nfries. (Outzen)/
| klᅵne /(mit jᅵmmerlicher Stimme reden, ᅵngstliche Klagetᅵne von
| sich geben, stᅵhnen;/ [...] /schweiz./ (cf. G r i m m, Wb. V.
| 1221)/ klᅵnen, klᅵnen (jammern, ᅵchzen, klagen)./ [...]
|
("Wᅵrterbuch der ostfriesischen Sprache", etymologisch bearbeitet von
J. ten Doornkaat Koolman, Zweiter Band, H - pᅵt-water, Norden, Verlag
von Herm. Braams, 1882, S. 277.)

| *KLᅵNEN,KLᅵNEN,* /ein merkwᅵrdiges wort nord- und sᅵddeutscher
| mundarten./
|
| *1)* /schwz./ klᅵhne /fortgesetzt jammern, ᅵchzen, klagen/
| [...]
|
| *2)* /niederd./
|
| *a)* /hamb./ klᅵhnen /klagen,/ he klᅵhnet my de ohren vull,
| /liegt mir mit klagen in den ohren./ RICHEY 123; he klᅵnt as en
| ᅵlt hᅵs. SCHᅵTZE 2, 280. auch ostfries. STᅵRENB. 112a. /also
| genau der begriff des schweiz. wortes./
|
| *b)* /aber auch mit andrer wendung des begriffes, langweilig
| und weitschweifig reden, holst./ SCHᅵTZE 2, 280, /ostfries.; mit
| dem vorigen verflieszend in Fallersleben, langweilig und
| klᅵglich sich ᅵber etwas auslassen/ FROMM. 5, 151, /ditmars./
| klᅵnen /aber auch gemᅵtlich schwatzen. der laut des/ ᅵ (ᅵ) /ist
| ᅵbrigens genauer jener zwischen/ ᅵ /und/ ᅵ /schwebende laut der
| dem nd. eigen ist; aber auch die schweiz. form schwankt ja
| zwischen/ ᅵ /und/ ᅵ.
|
| *c)* /noch anders meklenb. in/ anklᅵnen /angeben,/ klᅵnbᅵdel,
| klᅵnhᅵmel /m. angeber, verklager/ (K. SCHILLER).
|
| *3)* /verwandtschaft./
|
| *a)* /letzteres wird die alterthᅵmlichste erscheinung des
| begriffes sein, worin die ᅵbrigen sich noch vereinigen, das
| fortgesetzte klingen das einem im ohre liegt, vorzugsweise ein
| unangenehmes. und bei/ klingen /selbst findet das wort auch
| seinen nᅵchsten anhalt, an dem nebenstamm fries./ klinna, /ags./
| clynnan (/s./ klingen I, /c.).
|
| *b)* /wie nun stᅵmme mit liquidem auslaut sich gern verstᅵrken,
| so treten hier herzu schles./ klinseln /weinerlich klagen/
| WEINHOLD 44a (/vgl./ geklinsel), /tirol./ klinstern, klenstern
| /klᅵgeln/ SCHᅵPF 327, /die im vocal zu/ klinna /stimmen; nᅵher
| zu/ klᅵnen /stimmend aber auch/ klunstern, /schweiz./ klumsen
| /u. a., s. davon/ klᅵnseln. /mit noch anderm auslaut, der an/
| klingen (klinken) /erinnert, schwed. dial./ klynka RIETZ 330b,
| /dᅵn./ klynke /kleinlaut jammern, stᅵhnen, klagen, schwed. auch/
| klanka RIETZ 324b.
|
(Deutsches Wᅵrterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.)

Dietrich Schaffer

unread,
Jul 24, 2009, 5:15:01 AM7/24/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:

[...]

>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:

[...]



>>>Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
>>>Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
>>>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>>>Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.
>
> Zur Klarstellung: in Frankfurt.

Also im Norden ... ;-)

Servus,
Dietrich

Oliver Cromm

unread,
Jul 24, 2009, 8:22:24 AM7/24/09
to
* Dietrich Schaffer <i.hat...@t-online.de> wrote:

> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:
>
> [...]
>

>>>>Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
>>>>Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
>>>>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>>>>Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.
>>
>> Zur Klarstellung: in Frankfurt.
>
> Also im Norden ... ;-)

Weiter im S�den als G�ttingen, mehr habe ich nicht gesagt :-)

Der wesentliche Unterschied ist: in G�ttingen studieren viele Nordis,
z.B. aus Ostfriesland - ist ja immerhin dasselbe Bundesland -, die
n�rdliche Ausdr�cke von Hause aus verwenden. In Frankfurt kommen die
meisten Studenten aus dem n�heren Umkreis: S�dh�lfte Hessens,
Rheinland-Pfalz, Franken.

--
GUGELFAHRT, f., mutwilliges treiben, l�rmende lustbarkeit
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Dietrich Schaffer

unread,
Jul 24, 2009, 11:00:13 AM7/24/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:
> * Dietrich Schaffer <i.hat...@t-online.de> wrote:
>
>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> wrote:
>>
>> [...]
>>
>>>>>Jetzt, wo ich drüber nachdenke, meine ich, daß sich "klönen" in
>>>>>Studentenkreisen noch weiter nach Süden verbreitet hat, ich habe das

>>>>>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>>>>>Studentenzeit gehört, so um 1980 herum.

>>>
>>> Zur Klarstellung: in Frankfurt.
>>
>> Also im Norden ... ;-)
>
> Weiter im Süden als Göttingen, mehr habe ich nicht gesagt :-)

:-)

> Der wesentliche Unterschied ist: in Göttingen studieren viele Nordis,


> z.B. aus Ostfriesland - ist ja immerhin dasselbe Bundesland -, die

> nördliche Ausdrücke von Hause aus verwenden. In Frankfurt kommen die
> meisten Studenten aus dem näheren Umkreis: Südhälfte Hessens,
> Rheinland-Pfalz, Franken.

Das kann ich nicht beurteilen, war als Student nur im Süden "unterwegs".
Kenne allerdings einen Juristen (Franke), der war in Ffm.

Servus,
Dietrich

Flori

unread,
Jul 24, 2009, 1:12:22 PM7/24/09
to
On 24 Jul., 00:38, Oliver Cromm <lispamat...@yahoo.de> wrote:

> >>>>Ich hätte in etwa "Klönschnack" als Dialekt, "Klönrunde" als regionale
> >>>>Umgangssprache eingeordnet. Letzteres fällt auch in Göttingen nicht


> >>>>weiter auf.
>
> >>> Ist das ein Hock oder ein Stammtisch?
>

> >>Wenn ich jetzt noch wüßte, was ein Hock ist.
>
> > Eine informelle Runde bei Bier oder Wein, die sich zum Schwätzen


> > hingehockt hat.
>
> Also nicht unbedingt gleich ein Volksfest, was die Wp. schreibt (unter
> Hockete).

Aus Schwaben kenne ich Hocketse - FR

Helga Schulz

unread,
Jul 24, 2009, 6:36:11 PM7/24/09
to
Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:

>* Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
>
>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:
>>
>>>* Helga Schulz <h...@colorcraze.de> wrote:
>>>
>>>> Oliver Cromm <lispa...@yahoo.de> schrieb vorher:
>>>>
>>>>>Ich h�tte in etwa "Kl�nschnack" als Dialekt, "Kl�nrunde" als regionale
>>>>>Umgangssprache eingeordnet. Letzteres f�llt auch in G�ttingen nicht
>>>>>weiter auf.
>>>>
>>>> Ist das ein Hock oder ein Stammtisch?
>>>
>>>Wenn ich jetzt noch w��te, was ein Hock ist.
>>
>> Eine informelle Runde bei Bier oder Wein, die sich zum Schw�tzen
>> hingehockt hat.
>
>Also nicht unbedingt gleich ein Volksfest, was die Wp. schreibt (unter
>Hockete).

Ich kenns eigentlich eher von Vereinen oder anderen losen
Zusammenschl�ssen (einfach ein paar befreundete Leute), da� die
sich zu einem Hock verabreden, sei es auf einem Grillplatz oder
in einer Wirtschaft. Auf das Volksfest bzw. Dorffest kam es wohl,
weil sich dann mehrere solcher Gruppen verabredet haben, ihren
Hock zusammenzulegen - oder weil der Kulturdezernent meinte, es
m�sse mal wieder ein Dorffest geben.
Ob es diese "Gro�-Hocketen" schon lange gibt, w�rde ich ja gerne
wissen.

In der Altmark gibt es in einem Ort wohl den Brauch, da� an einem
bestimmten Tag wer vorbeikommt nachts um 12 in den Bauernh�fen
mit Kaffee und Kuchen bewirtet wird. Dabei wird das
Festtagsservice aufgelegt und die Silberl�ffel werden hingelegt.
Das wirkt wohl automatisch so, da� sich der Besuch benimmt.
Der Brauch sei aber nur bei den ganz Alteingesessenen �blich - er
hei�t wohl Hansen oder so �hnlich - und es w�rden immer weniger
mitmachen. Plakatiert wird da nichts, nur wers kennt, kennts halt
und geht hin..

>>>Stammtisch pa�t eher nicht
>>>- kl�nen tut man beim Tee (auch darin zeigt sich die norddeutsche
>>>Konnekschen), Kaffee geht auch, aber Bier weniger.
>>
>> Ah, dann ist es eher sowas wie ein Kaffeekr�nzchen, nur weniger
>> regelm��ig vielleicht?
>
>Kommt hin.
>
>>>Jetzt, wo ich dr�ber nachdenke, meine ich, da� sich "kl�nen" in
>>>Studentenkreisen noch weiter nach S�den verbreitet hat, ich habe das
>>>Wort vielleicht zum ersten Mal live von meiner Mutter zu ihrer
>>>Studentenzeit geh�rt, so um 1980 herum.
>
>Zur Klarstellung: in Frankfurt.

Schon lustig, wie Br�uche wandern.

Aber jedenfalls - dank Yvonne und Stephen - ist nun klar, da� das
eigentlich ein im ganzen deutschen Sprachraum vorhandenes Wort
sein m��te, nur scheint es an vielen Stellen schier ausgestorben
und wird dann aus den Gegenden, wo es noch bekannt ist, wieder
hergeholt.

Message has been deleted

Helga Schulz

unread,
Jul 27, 2009, 4:54:21 PM7/27/09
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb vorher:

>Helga Schulz <h...@colorcraze.de> schrieb:


>
>>>Wenn ich jetzt noch w��te, was ein Hock ist.
>
>>Eine informelle Runde bei Bier oder Wein, die sich zum Schw�tzen
>>hingehockt hat.
>

>Oder zum Schmalken vielleicht?
>
>F�r mich ist "schw�tzen" das, was im Hochdeutschen "sprechen" ist;
>"schmalken" hingegen das, was im Neudeutschen "kl�nen" ist, also
>informelle, gem�tliche Unterhaltung.

"Schmalken" lese ich zum ersten Mal, das Wort ist mir v�llig
unbekannt und ich habe es noch nie geh�rt.

>>>Stammtisch pa�t eher nicht
>>>- kl�nen tut man beim Tee (auch darin zeigt sich die norddeutsche
>>>Konnekschen), Kaffee geht auch, aber Bier weniger.
>
>>Ah, dann ist es eher sowas wie ein Kaffeekr�nzchen, nur weniger
>>regelm��ig vielleicht?
>

>Ein Hock kann durchaus regelm��ig sein. Kaffeekr�nzchen trifft,
>wenngleich ein solches normalerweise weiblich ist, zum Hock hingegen
>k�nnen sich auch M�nner treffen.

Wie kommst Du jetzt vom Ausloten der "Kl�nrunde" (darum gings mit
der Analogie Kaffeekr�nzchen) auf den Hock? Zerstreutes K�rzen?


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