nachdem ich mich vorgestellt habe und mein Wissen zum Besten
gab, möchte ich ein paar Informationen zu einem ugs. Wort.
Das ungefähr soviel wie zickig oder zicken machen bedeutet.
Die Schreibweise ist mir anscheinend nicht genau bekannt, da
ich dieses Wort nicht im Duden fand. Es geht um Matenten?
Martenten? Matennten? Sollte sich vielleicht herausstellen,
dass es tatsächlich nicht im Duden ist? Vielen hier in den
nordischen Sprachkreisen ist das Wort auf jeden Fall bekannt.
mfG
George Gindi
--
George wrote:
> Die Schreibweise ist mir anscheinend nicht genau bekannt, da
> ich dieses Wort nicht im Duden fand. Es geht um Matenten?
Falls du Fisimatenten meinst: Das Wort steht im Duden, ist aber kein
Synonym zu Zicken.
- Ich würde dem Wort schon auch diese Bedeutung unterlegen: Wer
Fisimatenten macht (Ausflüchte, Winkelzüge, Versuche, unangenehmen
Dingen auszuweichen), wirkt leicht zickig. Ich würde ohne weiteres
in gewissen Fällen statt "Mach keine Fisimatenten" sagen:
"Mach keine Zicken."
- mn -
es hat wohl was damit zu tun. Allerdings wird der Begriff
hier in Hannover etwas dehnbarer im ugs-Gebrauch benutzt.
Z.B.: Eine Matente nach der anderen usw... . Der Duden Band
7 gibt da auch noch mehr Spielräume:
»leere Flausen, Ausflüchte, Faxen: Die Herkunft des seit dem
16. Jahrundert in zahlreichen z.T. stark voneiander
abweichenden Formen bezeugten Ausdrucks - [...] - ungeklärt.«
Danke
George Gindi
__
Mathilde Nietzer wrote:
> - Ich würde dem Wort schon auch diese Bedeutung unterlegen: Wer
> Fisimatenten macht (Ausflüchte, Winkelzüge, Versuche, unangenehmen
> Dingen auszuweichen), wirkt leicht zickig.
Dadurch werden die Begriffe aber nicht zu Synonymen, denn Synonyme
sollten doch beliebig austauschbar sein?
Wenn ein kleines Kind alle Tricks versucht, um nicht ins Bett gehen zu
müssen, sind das Fisimatenten. Sind es auch Zicken? Oder ist das Kind
nur deswegen gar zickig? Ersters vielleicht, letzteres eher weniger.
Kennt einer den großartigen Film mit Walter Matthau und Jack Lemmon:
"Der Glückspilz"? Jack Lemmon spielt einen Kameramann, der nach einem
Unfall im Stadium so tut, als sei er gelähmt, um die Versicherung des
Footballspielers ("Boom Boom Jackson"), der ihn versehentlich über den
Haufen gerannt hat, zu betrügen. Diese krumme Tour wurde ihm von seinem
Schwager William Gingrich, einem schmierigen Winkeladvokaten, gespielt
von Walter Matthau, aufgeschwatzt.
In Versicherungskreisen genießt dieser bereits sattsam bekannte Herr
Gingrich in der deutschen Synchronfassung den Spitznamen
"Fisimatenten-Willi". Als "Zicken-Willi" wäre das doch nur halb so
schön, oder?
Hallo George,
in der Heimat meiner Eltern, der Eifel/Mosel gibt es noch viele Überbleibsel
französischer Besatzung in Sprache und Kultur. Dort werden die Ehemänner
noch von ihrer strengen Gattin `kujoniert´, man bedankt sich mit `merci
vielmals` und den Ausdruck `Fisematenten` gibt es auch noch. Er leitet sich
ab vom Flirten der französischen Soldaten, die den deutschen Mädels abends
in`s Ohr flüsterten: "Visit ma tent." ( Besuche mein Zelt.)- mit allen
natürlichen Folgen. Dieses verboten die Eltern natürlich ihren holden
Töchtern auf das Strengste. Keine Fisematenten machen hieß also für die
jungen Mädchen, sich auf kein Abenteuer einzulassen oder allg. keinen Unsinn
zu machen.
Diese ursprüngliche Bedeutung hat sich wohl ein wenig geändert. Heutzutage
heißt man jemanden, der öfter Schwierigkeiten macht, sich in unproduktiven
Kleinkram verliert, einen `Fisematenten-Pitter`.
Mit freundlichem Gruß, Michael
Michael Diwo wrote:
>
> [...]
> den Ausdruck `Fisematenten` gibt es auch noch. Er leitet sich
> ab vom Flirten der französischen Soldaten, die den deutschen Mädels abends
> in`s Ohr flüsterten: "Visit ma tent." ( Besuche mein Zelt.)- mit allen
> natürlichen Folgen.
Tja, wenn sich jetzt die Bedeutung wirklich zur Zickigkeit hin gewandelt
haben sollte, wäre es ja wirklich eine ganz massive Änderung der mit dem
Begriff verbundenen Konnotation. Welcher Mann würde einer jungen Dame,
die der Aufforderung "Visite ma tente" zustimmt, Zickigkeit
unterstellen?
Eine wahrscheinlich falsche aber charmante Ursprungsgeschichte ist die von
den französischen Soldaten in deutschen Landen, die deutsche Mädchen zum
Besuch ihres Zeltes einluden: Visitez ma tente! Die Mütter der Mädchen
ermahnten dann diese: Mach kein Fisitmatent! Das hätte so allerdings die
ursprüngliche Bedeutung von: Mach keinen Blödsinn, verhalte dich korrekt.
Die (ost-)österreichische Übersetzung für: Mach keine Fisimatenten! lautet
übrigens Mach keine Schpompanadeln und dürfte auf das italienische spompare
zurückzuführen sein: Jemanden völlig erschöpfen.
Ciao MS
Michael Diwo schrieb:
>
> "ich dieses Wort nicht im Duden fand. Es geht um Matenten?
> Martenten? Matennten? Sollte sich vielleicht herausstellen,
> dass es tatsächlich nicht im Duden ist?
>
> in der Heimat meiner Eltern, der Eifel/Mosel gibt es noch viele Überbleibsel
> französischer Besatzung in Sprache und Kultur. Dort werden die Ehemänner
> noch von ihrer strengen Gattin `kujoniert´, man bedankt sich mit `merci
> vielmals` und den Ausdruck `Fisematenten` gibt es auch noch. Er leitet sich
> ab vom Flirten der französischen Soldaten, die den deutschen Mädels abends
> in`s Ohr flüsterten: "Visit ma tent."
Das wird gerne so erzählt, ist aber wohl nicht wirklich so. Es ist
zwar P. M. und damit vermutlich nicht der Quell wissenschaftlicher
Wahrheit, aber der folgende Artikel beschreibt beleuchtet die
Fragestellung ganz gut:
http://www.pm-magazin.de/wissen/2000/07/faq.0700_h04.html
Grüße, Hauke
> und den Ausdruck `Fisematenten` gibt es auch noch. Er leitet sich
> ab vom Flirten der französischen Soldaten, die den deutschen Mädels abends
> in`s Ohr flüsterten: "Visit ma tent." ( Besuche mein Zelt.)- mit allen
> natürlichen Folgen.
Das klingt aber eher nach einem amerikanischen Soldaten.
- Sebastian
--
Die Wendung ["bis auf das i-Tüpfelchen"] meint, daß auch der Punkt auf dem
i nicht fehlt. Menschen, die pedantisch sind, setzen diesen Punkt beim
Schreiben sehr sorgfältig und lassen ihn nie weg.
(Duden Bd. 11)
>"Visit ma tent." ( Besuche mein Zelt.)- mit allen
>> natürlichen Folgen.
>
>Das klingt aber eher nach einem amerikanischen Soldaten.
Es sollte ja auch korrekterweise "Visitez ma tente" heißen.
M.
ROTFL
>Es sollte ja auch korrekterweise "Visitez ma tente" heißen.
Na ja, solchene Soldaten sind vielleicht etwas zutraulicher
und sagen dann "visite". Und dann gibt's ja noch die Tante.
Laut einer netten französischen Kollegin hätte aber selbst
vor zweihundert Jahren niemand "visiter" für "besuchen" ver-
wendet, sondern "rendre visite". Obengenanntes heißt eher
"besichtigen Sie mein Zelt". Hm, kommt natürlich aufs Zelt an.
Viele Grüße
Steffen
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
Steffen Buehler wrote:
> Laut einer netten französischen Kollegin hätte aber selbst
> vor zweihundert Jahren niemand "visiter" für "besuchen" ver-
> wendet, sondern "rendre visite". Obengenanntes heißt eher
> "besichtigen Sie mein Zelt". Hm, kommt natürlich aufs Zelt an.
rendre visite à quelqu'un oder rendre visite + Personalpronomen im
Dativ: Jemanden besuchen
visiter quelque chose: Etwas besichtigen
Letzteres passt halt doch besser, finde ich. Zutrauen würde ich's den
Franzosen allemal. :-)
[..]
> Hand aufs Herz: Wieviele Wörter im Deutschen enden auf
> "-nf"? Wäre doch mal interessant zu erfahren. Oder?
Soweit ich weiss bloss vier: Genf, Hanf, Senf und eine Stadt deren Name
ich immer wieder vergesse. In Niedersachsen, IIRC.
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Martin Gerdes
Ebenso,
Mirko
> Von: Mirko Cegledi <mceg...@itprotect.de>
> Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch
> Datum: Wed, 17 Oct 2001 12:11:09 +0200
> Betreff: Wörter mit -nf (war: Re: Zickig Synonyme?)
>
> Martin Gerdes wrote:
>>
>> George <george...@gmx.net> schrieb:
>
> [..]
>
>> Hand aufs Herz: Wieviele Wörter im Deutschen enden auf
>> "-nf"? Wäre doch mal interessant zu erfahren. Oder?
>
> Soweit ich weiss bloss vier: Genf, Hanf, Senf und eine Stadt deren Name
> ich immer wieder vergesse. In Niedersachsen, IIRC.
>
Es handelt sich um keine Stadt, sondern um das Zahlwort: fünf
Gruss Gerhard
>>
Mirko wrote:
>
> > Soweit ich weiss bloss vier: Genf, Hanf, Senf und eine Stadt deren Name
> > ich immer wieder vergesse. In Niedersachsen, IIRC.
Gehrhard wrote:
>Es handelt sich um keine Stadt, sondern um das Zahlwort: fünf
>Gruss Gerhard
>>
fersteh ich nicht.
George (aus Hann(o)fa)
P.S. fielleicht finde noch mehr als fünf
^^
fisimatenf gildet nicht.
>>> Hand aufs Herz: Wieviele Wörter im Deutschen enden auf
>>> "-nf"? Wäre doch mal interessant zu erfahren. Oder?
>>
>
>> Soweit ich weiss bloss vier: Genf, Hanf, Senf und eine Stadt
>> deren Name ich immer wieder vergesse. In Niedersachsen, IIRC.
>>
>Es handelt sich um keine Stadt, sondern um das Zahlwort: fünf
>Gruss Gerhard
Und der/die Sernf.
Aber schließlich gibt's da einen prachtvolle Eintrag in Ralph Babels
desd-FAQL http://faql.de/desdfaql.txt :
| Welche Wörter enden auf »nf«?
| -----------------------------
|
| - Kanonische Antwort:
|
| fünf, Genf, Hanf, Senf.
|
| - Antwort für Witzbolde:
|
| einhundertundfünf, zweihundertfünf, dreihundertfünf, ...
| Faserhanf, Industriehanf, Manilahanf, Sisalhanf, ...
| Ackersenf, Löwensenf, Tafelsenf, Tubensenf, ...
|
| - Das fünfte Wort:
|
| Sernf.
|
| Der Sernf ist ein Bach, der in der Nähe des Ortes Elm im Kanton
| Glarus (Schweiz) entspringt. Seit der 21. Auflage des Dudens ist
| der Name auch dort verzeichnet - sicherlich nicht zuletzt
| aufgrund seiner beiden letzten Buchstaben. Die 22. Auflage
| schreibt »_die_ Sernf«.
|
| - Antwort für Möchtegernschlauberger:
|
| »S-chanf«.
|
| Der Name dieses Ortes im Engadin (Postleitzahl CH-7525) ist
| rätoromanischer Herkunft, nicht deutscher, und fällt daher leider
| aus der Wertung.
|
| - Antwort für Gauner:
|
| Die vierte Auflage (1997) des Duden-Bandes »Richtiges und gutes
| Deutsch« nennt als weitere Lösung auf Seite 535 das Wort »Ganf«
| als Nebenform von »Ganeff« (= Ganove) aus dem Rotwelschen.
|
| - Antwort für C-Programmierer:
|
| scanf.
|
| (Erläuterung für Nicht-C-Programmierer: scanf() ist eine Funktion
| zum Einlesen (daher »scan«) formatierter (daher »f«) Eingaben,
| und Witze sollte man besser nicht erklären.)
|
| - Antwort für Fantasy-Rollenspieler:
|
| | Donf; eine in fast ganz Aventurien vorkommende Sumpfpflanze mit
| | fingerdickem Stengel und violetter Blüte. D.-Stengel sind dem
| | Heilungsprozeß bei vielerlei Krankheiten dienlich.
| (Thomas Römer et al.: Aventurien - Das Lexikon des Schwarzen
| Auges)
|
| - Antwort für Freunde moderner Märchen:
|
| | Gennf, das: Faulgas, das von Zeitschnecken ausgeschieden wird.
| | Eines der großen Mysterien des Universums ist die Frage, wohin
| | die Zeit verschwindet. [...] Die Antwort ist: Die Zeit fließt
| | in die Dimensionslöcher. [...] Würde die Zeit aber lediglich
| | durch die Dimensionslöcher in andere Dimensionen fließen,
| | würden irgendwann diese Dimensionen platzen. Abhilfe dafür
| | liefern die Zeitschnecken. Sie sitzen an den Rändern von
| | Dimensionslöchern und fressen die hereinrinnende Zeit, die sie
| | umgehend verdauen und als leicht übelriechendes Faulgas wieder
| | absondern [...].
|
| (Walter Moers: Die 13˝ Leben des Käpt'n Blaubär)
|
| - Abteilung »knapp daneben«:
|
| Der Name des Flüßchens bei Schwalmstadt in Hessen ist »Grenff«,
| nicht »Grenf«. Der Skiort in Alberta im Westen Kanadas schreibt
| sich »Banff«, nicht »Bannf«, wäre jedoch ohnehin nicht als
| deutsches Wort durchgekommen. Und Familiennamen auf »nf« scheinen
| als Antwort auf diese Rätselfrage ebenfalls nicht erwünscht.
| Bisher ungeklärt ist, ob der in Adelungs Wörterbuch aufgeführte
| regionale Begriff für »Heuschober« (siehe dort) »Dunf« oder
| »Duuf« lautet.
HTH,
M.
[..]
> >> Hand aufs Herz: Wieviele Wörter im Deutschen enden auf
> >> "-nf"? Wäre doch mal interessant zu erfahren. Oder?
>
> > Soweit ich weiss bloss vier: Genf, Hanf, Senf und eine Stadt deren Name
> > ich immer wieder vergesse. In Niedersachsen, IIRC.
> >
> Es handelt sich um keine Stadt, sondern um das Zahlwort: fünf
> Gruss Gerhard
Wie? Es gibt fünf? Welches denn noch? ;) SCNR
Mirko
P.S: Bin eigentlich ziemlich sicher, das es da noch diese Stadt in
Niedersachsen geben soll. Vielleicht heisst die ja "Fünf"?
>P.S: Bin eigentlich ziemlich sicher, das es da noch diese Stadt in
>Niedersachsen geben soll. Vielleicht heisst die ja "Fünf"?
Nö, die gibt's mit Sicherheit nicht.
M.
Stimmt. Außerdem liegt sie in Nordrhein-Westfalen. Und mit
"nf" hört sie auch nicht auf.
ENGE, Steffen
Aber mit 'ld' und ein 'f' ist schon im Namen ...
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Religio bedeutet eigentlich soviel wie Aberglauben,
| | | |_| | Gewissensbisse, Frömmelei. Wer 'religiosus' ist ver-
| | | _ | brennt Hexen und nagelt bei Gewitter eine Eule an
|_|a |_| |_|a seine Haustür." (H.U.Geisler in desd)
Und ist die falsche Herleitung.
OG