1) Ein Berliner ist eine männliche Person aus Berlin, ein Dresdener
einer aus Dresden. Dem Mannheimer DUDEN nach ist einer aus
Bremen ein " Bremer". Auch ist "Bremenser" in diesem Forum be-
nutzt worden und "Bremener" würde einem Fremdsprachigen sehr
"regeltreu" lauten. Wie verhält es sich aber damit?
2) Ich weiss wofür die in den DDR-Zeiten benutzte Abkürzung NVA
steht, frage mich aber was das Ypsilon in NVYA eigentlich bedeut-
ete. Kann mir jemand helfen?
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Für Deinen aktiven Wortschatz: halte Dich an den Duden, dann machst Du
nichts falsch.
Für Deinen passiven Wortschatz:
Die Bezeichnung für Einwohner eines Ortes X wird in der Regel gebildet
als "Xer" (Mannheim -> Mannheimer). Endet der Ortsname auf "-en" (z.B.
Bremen, Trakehnen), so wird das -en durch das -er manchmal ersetzt
("Bremer", "Trakehner" (Pferderasse), aber: Athen -> Athener!, Kamen ->
Kamener).
Daneben gibt es noch die Bildungsformen "Xser", "Xenser" (z.B. Halle ->
Hallenser), "Xaner" (z.B. Weimar -> Weimaraner, das ist, nebenbei
bemerkt, auch eine Hunderasse) und vermutlich noch einige mehr. (Im
Aachener Dialekt ist ein Einwohner von "Oche" ein "Öcher". D.h., der
Wortstamm wird umgelautet.) Man kann diese ungewöhnlichen Formen
ironisierend verwenden.
> 2) Ich weiss wofür die in den DDR-Zeiten benutzte Abkürzung NVA
> steht, frage mich aber was das Ypsilon in NVYA eigentlich bedeut-
> ete. Kann mir jemand helfen?
Ich denke, es steht für "ich habe so große Finger, dass ich kein A
tippen kann, ohne an die Y-Taste zu stoßen" :-)
--
Tschö, wa!
Thorsten
> Für Deinen aktiven Wortschatz: halte Dich an den Duden, dann machst Du
> nichts falsch.
>
> Für Deinen passiven Wortschatz:
> Die Bezeichnung für Einwohner eines Ortes X wird in der Regel gebildet
> als "Xer" (Mannheim -> Mannheimer).
Wenigstens bei einer großen schweizerischen Stadt kann die Endsilbe
ausfallen. Bei Toponymen auf -ingen scheint mir die Handhabung wenig
regelhaft.
Gruß, ULF
--
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Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________
> Wenigstens bei einer großen schweizerischen Stadt kann die Endsilbe
> ausfallen. Bei Toponymen auf -ingen scheint mir die Handhabung wenig
> regelhaft.
Nicht grad die ganze Endsilbe, aber deren Vokal.
Und der SOLL aus Rücksicht auf das Sprachempfinden der Eingeborenen
und anderer Ortsansässiger ausfallen.
Zürich -> Zürcher
Basel -> Basler
Oder meintest Du eine andere der ach so zahllosen grossen
schweizerischen Städte?
Andreas, aus Little Big City schreibend (Slogan von Zürich Tourismus)
> > Wenigstens bei einer großen schweizerischen Stadt kann die Endsilbe
> > ausfallen. Bei Toponymen auf -ingen scheint mir die Handhabung wenig
> > regelhaft.
>
> Nicht grad die ganze Endsilbe, aber deren Vokal.
Verzeihung, es ist eine Silbe weniger, ohne daß gleich die ganze Silbe
ausfällt...
> Und der SOLL aus Rücksicht auf das Sprachempfinden der Eingeborenen
> und anderer Ortsansässiger ausfallen.
>
> Zürich -> Zürcher
> Basel -> Basler
>
> Oder meintest Du eine andere der ach so zahllosen grossen
> schweizerischen Städte?
Bei Uri, was ich nur als Kanton kenne, wird das -i sogar durch ein Binde
-n- ersetzt ;-)
> Ein Bremer, Bremener oder Bremenser?
> ---------------------------------------------------------
>
> 1) Ein Berliner ist eine männliche Person aus Berlin, ein Dresdener
> einer aus Dresden. Dem Mannheimer DUDEN nach ist einer aus
> Bremen ein " Bremer".
Stimmt auch.
> Auch ist "Bremenser" in diesem Forum benutzt worden
Das ist falsch (oder sollte ein Witz sein).
> und "Bremener" würde einem Fremdsprachigen sehr
> "regeltreu" lauten. Wie verhält es sich aber damit?
Näheres kannst Du im Zweifelsfall-Duden (den hast Du doch inzwischen)
unter "Einwohnerbezeichnungen" nachlesen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang noch das Adjektiv "bremisch".
Solche Bildungen sind selten (lübisch zu Lübeck, kölnisch/kölsch zu
Köln, hallisch zu Halle.
>
> 2) Ich weiss wofür die in den DDR-Zeiten benutzte Abkürzung NVA
> steht, frage mich aber was das Ypsilon in NVYA eigentlich bedeut-
> ete. Kann mir jemand helfen?
Keine Ahnung. Frag Florian!
Ralf
--
Ab Donnerstag, den 4. Mai 2000 bin ich wegen einer Computer-Reparatur
für ca. zehn Tage nicht per E-Mail erreichbar. -- R. H. A.
> Interessant ist in diesem Zusammenhang noch das Adjektiv "bremisch".
> Solche Bildungen sind selten (lübisch zu Lübeck, kölnisch/kölsch zu
> Köln, hallisch zu Halle.
Zumindest in Berlin ist die Rede vom Hall*e*schen Tor.
Ach ja, bitte! ZüricherIn ist einfach falsch und grässlich.
OT
Falls sich einer dazu äussern würde:
[1] Er möchte sich (wiedermal) über das Binnen-I auslassen.
[2] Er möchte etwas zum Thema sagen.
Ich wette 100:1 es wäre [1]... ;-)
OT-ENDE
Gruss, Daniela
>Andreas Kyriacou schrieb in Nachricht <8en1j4$9g4k6$1...@fu-berlin.de>...
>>
>>Zürich -> Zürcher
>
>Ach ja, bitte! ZüricherIn ist einfach falsch und grässlich.
>
>OT
> Falls sich einer dazu äussern würde:
> [1] Er möchte sich (wiedermal) über das Binnen-I auslassen.
> [2] Er möchte etwas zum Thema sagen.
> Ich wette 100:1 es wäre [1]... ;-)
>OT-ENDE
Wie eine Profi polemisiert ;-) Was wir hierzu brauchen, sind
Diskussionsteilnehmerinnen und Diskussionsteilnehmer, die sich
nicht scheuen, auch das tausendfach Gesagte noch einmal in den
Mund zu nehmen.
Ich habe mir die von dir empfohlene Seite zur Frauensprache angese-
hen und finde, dass dort viele nachvollziehbare Vorschläge zur
Formulierung gegeben werden. Anderes wiederum finde ich - pardon -
einfach nur blöd. Und das wiederum ist IMVHO nicht eine Frage
der Diskriminierung oder Bewusstmachung, sondern eine Frage der
Ästhetik und der Sprachkultur.
Gruß
pcr
--
Peter Ringeisen | p...@gmx.de | Amberg, Bavaria (Germany) | http://www.ringeisen.de |
"Remarkable bird, the Norwegian Blue, beautiful plumage, innit?" (Monty Python) |
> Ralf Heinrich Arning wrote:
>
> > Interessant ist in diesem Zusammenhang noch das Adjektiv "bremisch".
> > Solche Bildungen sind selten (lübisch zu Lübeck, kölnisch/kölsch zu
> > Köln, hallisch zu Halle.
>
> Zumindest in Berlin ist die Rede vom Hall*e*schen Tor.
Stimmt. Ich komme oft daher.
Dennoch gibt es das Adjektiv hallisch (s. Duden). Beides bezieht sich
auf dasselbe Halle/Saale, IIRC.
Sorry, Tippfehler, Y bitte löschen
FR
Es ist übrigens sehr, sehr merckwürden, daß in West-Berlin Cottbus, in
Ost-Berlin aber Kottbus geschrieben wird.
FR
Und was, bittascheen, sind nun 'Züribieter'?
Ratlos: FR
: Es ist übrigens sehr, sehr merckwürden, daß in West-Berlin Cottbus, in
: Ost-Berlin aber Kottbus geschrieben wird.
Was die Strassen/Platznamen angeht: es ist exakt andersherum.
Ist aber kein Ost/Westgegensatz, sondern kommt einfach daher,
dass der Kottbuser Damm samt Thor in einer Zeit amtlich
wurden, in der die Schreibung "Kottbus" gerade in Mode war.
Bei Neubennungen in den 1980ern wie in Hellersdorf haette auch
in der besonderen politischen Einheit Berlin (West) jeder
"Cottbus" geschrieben.
Kai
Florian Ritter wrote:
> Celle - Cellenser
NAK. Als langjähriger Ex-Wahlceller hab ich das noch nie gehört.
MfG,
Erik.
--
I don't think that what I do is extraordinary, I think I just happen to be
competent. But in the age of incompetence, that makes me extraordinary.
-- Billy Joel
I don't reply? Check message headers for hints.
Damit bin ich durchaus einverstanden.
Und jetzt? ;-)
Gruss, Daniela
Friede, Freude, Eierkuchen. - Reicht das? :-)
Steuerflüchtlinge * und Möchtegernmetroplitane.
Biet heisst in der CH neudeutsch Agglomeration,
anderswo Vorort (-stadt) oder suburbia.
* In der CH zieht jede politische Gemeinde eigene
Steuern ein, und natürlich sind die Sätze der Städte
in aller Regel höher, da ihre Infrastruktur auch von
den Provinzlern genutzt aber nicht mitfinanziert wird.
Andreas
Damit bin ich durchaus einverstanden.
Und jetzt? ;-)
Gruss, Daniela
Auf die Dauer vielleicht etwas langweilig? ;-)
Was die Bäuerin nicht kennt, das frisst sie nicht: ich plädiere für
Erdbeertörtchen statt Eierkuchen...
Grüsse, Daniela
An Euch: sorry!
An meinen Newsserver: pfui!
Daniela
ich hab das Wort Züribieter aber aus einem Text von Torberg, geschrieben
Ende der 30er Jahre. Entspricht Biet wohl unserem Wort Gebiet? In
Niedertsaxen sagen sie zur Gesamtgemeinde ja auch
- hochblödsinnigerweise - Samtgemeinde.
FR
Nicht ganz. "-biet" bedeutet ganz einfach "-gebiet", hat sich so
aber nur noch in Zusammensetungen erhalten.
In den meisten schweizerdeutschen Dialekten (nicht aber z.B. im
Walliserdeutschen) wird die Vorsilbe "ge-" zu "g" verkürzt:
geredet -> gredt
gesehen -> gseh
gespielt -> gschpilt
Wenn auf "ge" ein b oder p folgt, wird das "ge" völlig weggelassen, weil
"gp" im Anlaut auch für Schweizer etwas schwierig auszusprechen ist.
Im Zürichdeutschen, insbesondere in der Zürcher Oberländer Mundart
(vielleicht auch anderswo) wird das b aber in Richtung eines p
verstärkt:
geplant -> plant, plaanet
gepoltert -> polteret
gebrochen -> proche
(Diese Verstärkung b->p hat sich nach meiner subjektiven Wahrnehmung
in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt).
Das Züripiet ist also einfach das Gebiet um Zürich. Auf älteren
Darstellungen, beispielsweise Stichen, findet man nicht selten die
Schreibweise "Zürich Gebiet" [1] -- ich vermute, dass dies eine übernahme
des Dialektausdrucks in die Hochsprache ist.
[1] Z.B. "Ryhnfall, beÿ dem Schloss Lauffen im Zürich Gebiet"
aus der bekannten Herrliberger-Topographie, siehe
http://www.stub.unibe.ch/stub/ryhiner/ch/rec00001/r0000749.htm
- Andi Karrer
Einverstanden mit dem Hinweis auf "Gebiet". Im Zusammenhang
mit einer Stadt sind aber wohl nichts anderes als die Vororte
gemeint. Züripiet = Gebiet um Zürich = nach Zürich ausgerichtete
Orte = Vororte von Zürich (v. a. nach den heutigen Strukturen).
> Im Zürichdeutschen, insbesondere in der Zürcher Oberländer Mundart
> (vielleicht auch anderswo) wird das b aber in Richtung eines p
> verstärkt:
>
> geplant -> plant, plaanet
> gepoltert -> polteret
> gebrochen -> proche
>
> (Diese Verstärkung b->p hat sich nach meiner subjektiven Wahrnehmung
> in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt).
Bin ich nicht so sicher bez. Abschwächung.
bache (backen) und pache (gebacken),
blybe (bleiben - langes i) und plibe (geblieben - kurzes i), etc.
werden doch weiterhin im Anlaut hörbar auseinandergehalten.
Zürichdeutsch hat immer noch drei Stufen von b zu p (wie auch bei d zu t).
So ungefähr tönt es doch auf zürichdeutsch:
es Bad [ba:d]
es Paar [pa:r]
es Pack [phak]
deet [de.t] (dort)
en Teckel [tekl] (Deckel)
en Tee [the:]
Andreas (de ander)
Gibt es nicht irgendwo noch ein Weinbiet?
> Wenn auf "ge" ein b oder p folgt, wird das "ge" völlig weggelassen, weil
> "gp" im Anlaut auch für Schweizer etwas schwierig auszusprechen ist.
Gruß, ULF
> Gibt es nicht irgendwo noch ein Weinbiet?
Es gibt auch noch ein "Baselbiet". Das ist aber einfach
eine andere Bezeichnung fuer den Kanton Basel-Land.
joerg
--
e-mail: win...@math.unibas.ch or jwi...@member.ams.org
> Gibt es nicht irgendwo noch ein Weinbiet?
Ja, den gibt's als Hügel an der Weinstraße in der Pfalz. Ein
gleichnamiges Gebiet kenne ich nicht.
Gruß,
Volker
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Erziehung ist die organisierte Verteidigung
der Erwachsenen gegen die Jugend. (Mark Twain)