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Herkunft von "Da kannst du Gift drauf nehmen"

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Ralf Heinrich Arning

unread,
Aug 10, 2002, 8:59:51 AM8/10/02
to
Anette Stegmann <anette_s...@gmx.de> wrote:

> {2002-08-10 00:01} "Felix König":
>
> > Gute Frage... Ich gehe davon aus, dass der Ausdruck
> > irgendwann einmal verwendet wurde um auszudrücken, dass das
> > Gesagte auch wirklich stimmt...
>
> Ich hätte geraten: Man kann darauf wetten und als Wetteinsatz
> das Nehmen von Gift anbieten.

| Darauf kannst du Gift nehmen: darauf kannst du dich
| verlassen, die Richtigkeit der Aussage ist verbürgt. Diese
| Beteuerungsformel ist sehr jung und literarisch erst seit der
| 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeugt. Man hat sie auf die
| Gottesurteile des Mittelalters zurückführen wollen
| (Abendmahl), doch sind Giftordalien im germanischen Bereich
| nirgends bezeugt. Wahrscheinlicher ist die Herkunft vom
| ärztlichen Rezept her, auf das hin der Kranke getrost eine
| gifthaltige Arznei einnehmen kann, ohne einen Nachteil
| befürchten zu müssen. Als Vorstufe der Redensart führt das
| Deutsche Wörterbuch (4. Bd., 1. Abteilung., 4. Teil, Spalte
| 7432) aus dem Jahre 1670 den Beleg an: »Ja, sagt sie, wanns
| nicht wahr ist, so soll dieser Trunck Gifft werden in mir«
| (Agyrtas: 'Grillenvertreiber' [1670] 75). Die Wendung ist auch
| mundartlich verbreitet, z.B. heißt es schleswig-holsteinisch
| 'Dor kannst du Gift op nehmen'. Vgl. auch niederländisch 'Daar
| kun je donder op zeggen' und englisch 'You can lay your shirt
| on it'.
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Gift, S. 2. Digitale
Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,
S. 2194 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 548-549) (c) Verlag
Herder]

Überzeugend ist das alle nicht.

Ralf

Martin Ernst

unread,
Aug 10, 2002, 11:10:52 AM8/10/02
to
Danke.

Du hast neulich schonmal irgendwo so einen Text zitiert. Woher hast du den?
Klar, du hast die Quelle angegeben, aber gibt's da auch eine CD oder einen
Internetauftritt dazu?

Martin


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 10, 2002, 2:26:13 PM8/10/02
to

Ein Gift-Ordal ist mir nichtmal aus dem "Hexenhammer" in Erinnerung, hab
eben noch mal rasch (und vergeblich) den Index durchpflügt.
Bei sehr vertrauten deutschen Redewendungen unklarer Provenienz hilft aber
manchmal Rotwelsch weiter, und siehe: da steht "Gift" für "Schnaps". "Darauf
kannst du Gift nehmen" hätte also ursprünglich bedeutet: die Sache ist in
sicheren Bahnen/gut angelaufen/abgeschlossen/zur Zufriedenheit erledigt,
jetzt kannst du dir in Ruhe einen einlöten?

Gruß----Laura


Ralf Heinrich Arning

unread,
Aug 10, 2002, 5:37:55 PM8/10/02
to
Martin Ernst <m.e...@connect-wa.de> wrote:

Ja, Lutz Röhrich, Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten
gibt es als dreibändige Buchausgabe und als CD.
Ich habe beides voriges Jahr zum Subskriptionspreis bei der
Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erstanden. (Da muß man Mitglied
sein.)
Die Buchausgabe stammt ursprünglich vom Herder-Verlag. Es gab bereits
mehrere Auflagen, auch Taschenbuchausgaben.
Die CD in der Reihe der Digitalen Bibliothek erstellt.
<http://www.digitale-bibliothek.de>

HDH

Ralf

Ralf Heinrich Arning

unread,
Aug 10, 2002, 6:58:33 PM8/10/02
to
Laura E. Czeschick <Laura.C...@t-online.de> wrote:

> Bei sehr vertrauten deutschen Redewendungen unklarer Provenienz hilft aber
> manchmal Rotwelsch weiter, und siehe: da steht "Gift" für "Schnaps". "Darauf
> kannst du Gift nehmen" hätte also ursprünglich bedeutet: die Sache ist in
> sicheren Bahnen/gut angelaufen/abgeschlossen/zur Zufriedenheit erledigt,
> jetzt kannst du dir in Ruhe einen einlöten?

Das riecht nach guter Fährte.

Was ist das für ein Rotwelsch-Wörterbuch?

Ralf

Laura E. Czeschick

unread,
Aug 10, 2002, 9:19:30 PM8/10/02
to

Ein richtiges gesamtdeutschsprachiges Rotwelsch-Wörterbuch - das wär zu
schön um wahr zu sein. Sowas suche ich schon lange vergeblich. Es gibt aber
einige verstreute Arbeiten zum Thema, zB über Rotwelsch im Münsterland
(dessen Regionalversion Massematte heißt), in Hessen (wo man es Manisch
nennt), aber daraus habe ich leider nur Wörterverzeichnisse in fotokopierter
Form.

Mein Gift=Schnaps-Fund stammt aus:
Günter Puchner
Kundenschall - das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter.
Das Rotwelsch und die deutsche Sprache.
Heimeran, München 1974 (ISBN 3 77765 0192 8)

Ein drolliges Buch, da der Autor hochdeutsche Texte ins Rotwelsch übersetzt.
Ist später noch mal als dtv-Taschenbuch erschienen, meines Wissens aber
längst vergriffen. (Vielleicht mal bei www.zvab.de versuchen?) Via Google
fand ich gelegentlich http://rotwelschenreich.piranho.com,
gothic-angehauchte Homepage einer Schülerin aus der Augsburger Gegend, die
sich die Mühe gemacht hat, 2000 Vokabeln aus ihrer Region zusammenzutragen.
Wer mehr kennt und mit weiterem Material dienen kann - ah den lade ich glatt
zum Achielen mit Knallblech ein!


Gruß----Laura


Matthias Warkus

unread,
Aug 11, 2002, 3:34:46 AM8/11/02
to
Sun, 11 Aug 2002 03:19:30 +0200, message by
Laura E. Czeschick <Laura.C...@t-online.de>:
[Rotwelsch]

> Wer mehr kennt und mit weiterem Material dienen kann - ah den lade ich glatt
> zum Achielen mit Knallblech ein!
^^^^^^^^

*Da* ist das Verb also her!

mawa,
der sich über das viele "Achiele" in Paul Münchs "Pälzisch
Weltgeschicht" immer sehr gewundert hat, da hier in der Gegend (PLZ
66871) niemand das Wort verwendet
--
Zook Spur, Iowa | Bug, Kentucky | Number Nine,
What Cheer, Iowa | OK, Kentucky | Maryland
Rabbit Hash, Kentucky | Bald Friar, Maryland |
-- U.S. placenames

Wolf Busch

unread,
Aug 11, 2002, 4:38:31 AM8/11/02
to
"Laura E. Czeschick" schrieb:


> Ralf Heinrich Arning wrote:
> > Laura E. Czeschick <Laura.C...@t-online.de> wrote:
> >
> >> Bei sehr vertrauten deutschen Redewendungen unklarer Provenienz
> >> hilft aber manchmal Rotwelsch weiter, und siehe: da steht "Gift" für
> >> "Schnaps". "Darauf kannst du Gift nehmen" hätte also ursprünglich
> >> bedeutet: die Sache ist in sicheren Bahnen/gut
> >> angelaufen/abgeschlossen/zur Zufriedenheit erledigt, jetzt kannst du
> >> dir in Ruhe einen einlöten?
> >
> > Das riecht nach guter Fährte.
> >
> > Was ist das für ein Rotwelsch-Wörterbuch?
> >
> > Ralf
>
> Ein richtiges gesamtdeutschsprachiges Rotwelsch-Wörterbuch - das wär zu
> schön um wahr zu sein.

Das Standardwerk ist ja immer noch das Wb. von Siegmund A. Wolf:
Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. Mannheim 1956,
2. Aufl. Hamburg 1985.

Da steht natürlich auch nicht alles drin, aber es ist besser als
nichts. ;-)

> Sowas suche ich schon lange vergeblich. Es gibt aber
> einige verstreute Arbeiten zum Thema, zB über Rotwelsch im Münsterland
> (dessen Regionalversion Massematte heißt), in Hessen (wo man es Manisch
> nennt), aber daraus habe ich leider nur Wörterverzeichnisse in fotokopierter
> Form.

Ich habe ein Faksimile des Wörterbuches von J. K. v. Train aus
dem Jahre 1833:

| Chochemer Loschen. Wörterbuch der Gauner- und Diebs- vulgo
| Jenischen Sprache, nach Criminalacten und den vorzüglichsten
| Hülfsquellen [...]

Das enthält nicht nur eine Abteilung »Jenisch - Teutsch«, sondern
auch »Teutsch - Jenisch«. In vielen Rotwelsch-Wörterbüchern kann
man nämlich ärgerlicherweise nicht nachschlagen, wie ein deutsches
Wort auf rotwelsch heißt; hier ist das möglich. Das Buch erschien
im Reprint-Verlag-Leipzig, gibt es wohl nur noch antiquarisch.
Der Autor des Wörterbuches hat tatsächlich mit Menschen gesprochen,
die Rotwelsch sprechen, er hat also nicht nur Bücherwissen
zusammengetragen. »Schnaps« oder rotw. »Gift« steht übrigens nicht
drin. Für »Brantwein« steht da:

| Finkeljochem, Fusel, Gfinkelterjole, Jainsorf, Jajinsorf,
| Jochel, Sorf, Sorof, m.

Den »Fusel« kennt man noch heute. ;-)



> Mein Gift=Schnaps-Fund stammt aus:
> Günter Puchner
> Kundenschall - das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter.
> Das Rotwelsch und die deutsche Sprache.
> Heimeran, München 1974 (ISBN 3 77765 0192 8)
>
> Ein drolliges Buch, da der Autor hochdeutsche Texte ins Rotwelsch übersetzt.
> Ist später noch mal als dtv-Taschenbuch erschienen, meines Wissens aber
> längst vergriffen.

Ja, dieses Buch habe ich auch, es wirklich wunderbar. Sehr praktisch
ist auch, daß jeweils der deutsche und rotwelsche Text gegenübergestellt
werden, ansonsten wäre es schon etwas schwierig zu verstehen, um was
es da überhaupt geht. ;-)

Schöne Grüße,
Wolf

Message has been deleted

Ralf Heinrich Arning

unread,
Aug 11, 2002, 7:39:25 AM8/11/02
to
Laura E. Czeschick <Laura.C...@t-online.de> wrote:

> Ein richtiges gesamtdeutschsprachiges Rotwelsch-Wörterbuch - das wär zu
> schön um wahr zu sein. Sowas suche ich schon lange vergeblich. Es gibt aber
> einige verstreute Arbeiten zum Thema, zB über Rotwelsch im Münsterland
> (dessen Regionalversion Massematte heißt),

Davon ist einiges in die Umgangssprache dort eingegangen. Deshalb
gehören Wörter wie meimeln, Mauken, frengeln, poofen, Kaff, Koten,
Tacken ... zu meinem Grundwortschatz.

Danke für die Buchhinweise.
Hier zu Masematte: <http://www.waxmann.com/kat/reihe_12.html>

Ralf

Laura E. Czeschick

unread,
Aug 11, 2002, 9:16:40 PM8/11/02
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
> Laura E. Czeschick <Laura.C...@t-online.de> wrote:
>
>> Ein richtiges gesamtdeutschsprachiges Rotwelsch-Wörterbuch - das wär
>> zu schön um wahr zu sein. Sowas suche ich schon lange vergeblich. Es
>> gibt aber einige verstreute Arbeiten zum Thema, zB über Rotwelsch im
>> Münsterland (dessen Regionalversion Massematte heißt),
>
> Davon ist einiges in die Umgangssprache dort eingegangen. Deshalb
> gehören Wörter wie meimeln, Mauken, frengeln, poofen, Kaff, Koten,
> Tacken ... zu meinem Grundwortschatz.
>
Und Plauze und jofel und "ich geh nachm Beis" und peseln und Kober und
Lowine - bloß weiß ich nicht mehr: haben wir das Wort "Tachoachielkabacke"
damals (als Studenten in MS) im Suff selbst erfunden oder gab's das
tatsächlich?

> Danke für die Buchhinweise.
> Hier zu Masematte: <http://www.waxmann.com/kat/reihe_12.html>
>
> Ralf

Danke für das missing link!

Laura


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 11, 2002, 9:49:09 PM8/11/02
to
RA Hans U. Geisler wrote:

>>>> Ich hätte geraten: Man kann darauf wetten und als Wetteinsatz
>>>> das Nehmen von Gift anbieten.
>>>> Darauf kannst du Gift nehmen: darauf kannst du dich
>>>> verlassen, die Richtigkeit der Aussage ist verbürgt. Diese
>>>> Beteuerungsformel ist sehr jung und literarisch erst seit der
>>>> 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeugt.
>>

>>> [Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Gift, S. 2. Digitale
>>> Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,
>>> S. 2194 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 548-549) (c) Verlag
>>> Herder]
>>>
>>> Überzeugend ist das alle nicht.
>>>
>>> Ralf
>>
>> Ein Gift-Ordal ist mir nichtmal aus dem "Hexenhammer" in Erinnerung,
>> hab eben noch mal rasch (und vergeblich) den Index durchpflügt.
>> Bei sehr vertrauten deutschen Redewendungen unklarer Provenienz
>> hilft aber manchmal Rotwelsch weiter, und siehe: da steht "Gift" für
>> "Schnaps". "Darauf kannst du Gift nehmen" hätte also ursprünglich
>> bedeutet: die Sache ist in sicheren Bahnen/gut
>> angelaufen/abgeschlossen/zur Zufriedenheit erledigt, jetzt kannst du
>> dir in Ruhe einen einlöten?
>>
>

> Wenn die Redensart wirklich so jung ist
> scheint die Ableitung (mal
> abgesehen davon, daß die Bezeichnung "Gift" für Schnaps auch nicht so
> wahnsinnig überzeugend ist

Was willst Du damit ausdrücken? Daß Du nicht glaubst, daß irgend jemand
"Gift" sagt und "Schnaps" meint? Und wenn Du was nicht glaubst, welche
Dignität hätte das als Einwand? Ich kann Dir nicht folgen.

) aus dem Rotwelschen doch eher als
> unwahrscheinlich.

Übrigens ist das Rotwelsch noch ständig im Umbau. Schau mal auf der Site
über Masematte nach: da steht, es sei Anfang des 19. Jh. entstanden (was so
simpel sicher nicht ganz "stimmt"). Auf der Ruhrdeutsch-Site finden sich
viele Redewendungen, die aus bereits bekannten Rotwelsch-Elementen bestehen
und heute im Großstadt-Slang neue Verwendung finden.

> Wie wäre es mit der ursprünglichen Bedeutung Gift für "Gabe",
> "Geschenk", erhalten wohl nur noch in "Mitgift", engl. "gift"? Hieße
> dann soviel wie: Wenn es nicht stimmt, kannst Du Dir von meinen Sachen
> etwas aussuchen => darauf verpfände ich, was Du willst => darauf gebe
> ich Dir mein Wort.

Die Gift=Gabe-Hypothese ist keine Alternative zur möglichen
Rotwelsch-Erklärung, sondern könnte ohne weiteres eine Ergänzung sein.
"Schnaps" ist/war für manche durchaus eine sehr schöne "Gabe", womöglich gar
in den Jahrhunderten, als "Gabe" noch "Gift" hieß, und da einer der
Mechanismen, wie Rotwelsch funktioniert, die Verschiebung von Bedeutungen
bekannter Wörter ist ... Setzt Dein Einwand aber nicht voraus, daß die
Redensart älter ist als obiges Posting zitiert?

Gruß----Laura


Wolf Busch

unread,
Aug 12, 2002, 11:15:09 AM8/12/02
to
"RA Hans U. Geisler" schrieb:


> > Ein Gift-Ordal ist mir nichtmal aus dem "Hexenhammer" in Erinnerung, hab
> > eben noch mal rasch (und vergeblich) den Index durchpflügt.
> > Bei sehr vertrauten deutschen Redewendungen unklarer Provenienz hilft aber
> > manchmal Rotwelsch weiter, und siehe: da steht "Gift" für "Schnaps". "Darauf
> > kannst du Gift nehmen" hätte also ursprünglich bedeutet: die Sache ist in
> > sicheren Bahnen/gut angelaufen/abgeschlossen/zur Zufriedenheit erledigt,
> > jetzt kannst du dir in Ruhe einen einlöten?
> >
>
> Wenn die Redensart wirklich so jung ist, scheint die Ableitung (mal

> abgesehen davon, daß die Bezeichnung "Gift" für Schnaps auch nicht so
> wahnsinnig überzeugend ist) aus dem Rotwelschen doch eher als
> unwahrscheinlich.
>
> Wie wäre es mit der ursprünglichen Bedeutung Gift für "Gabe",
> "Geschenk", erhalten wohl nur noch in "Mitgift", engl. "gift"? Hieße
> dann soviel wie: Wenn es nicht stimmt, kannst Du Dir von meinen Sachen
> etwas aussuchen => darauf verpfände ich, was Du willst => darauf gebe
> ich Dir mein Wort.

Mich überzeugt weder die Schnaps-Herleitung noch die Gabe-Herleitung.
Der Erstbeleg ist laut DWB und Paul von 1856 (Gottfried Keller s. u.).
Die Bedeutung »Gabe« für »Gift« war damals schon veraltet. Außerdem
wurde diese Redewendung nicht nur in der 2. Person verwendet; man
sagte auch: »Darauf nehme ich Gift«. Warum sollte man selbst eine
Gabe nehmen? Wie soll man das verstehen?

Bei der Schnaps-Herleitung frage ich mich, wieso hier immer von
»Gift nehmen« die Rede ist, nie von »Gift trinken«, was man doch
erwarten könnte, wenn hier »Schnaps« gemeint ist. Natürlich wäre
es möglich, daß um 1850 (oder früher) »Gift nehmen« im Sinne von
»Schnaps trinken« verwendet wurde, aber das müßte man erst einmal
belegen. Außerdem bleibt dann die Frage, was der Schnaps in einer
Beteuerungsformel zu suchen hat.

Ich glaube, daß hier eindeutig das tötende Gift gemeint ist. Es
geht hier eben um etwas, das so sicher wie der Tod ist (todsicher);
um etwas, für dessen Wahrheit man mit dem Leben einsteht und für
das man notfalls sterben würde. Bei E. T. A. Hoffmann heißt es
beispielsweise: »[...] daß sie nicht von meiner Hand sind, darauf
will ich sterben.« (Der Goldene Topf, 1814). Statt »sterben« könnte
da auch »Gift nehmen« stehen, ohne daß sich die Bedeutung ändert.
Daß derartige Beteuerungsformeln nicht nur in der 1. Person
verwendet werden, zeigen Beispiele wie: »darauf kannst du dein
Leben verwetten«; »darauf könnt Ihr schwören«.

Auf den CD-ROMs der »Digitalen Bibliothek« habe ich für diese
Redensart folgende Belege aus dem 19. Jh. gefunden (chronologisch
sortiert):

| »Rede doch nicht so spaßhaft«, sagte Manz, »es wird wohl grad
| gemacht, und zwar auf deiner Seite, darauf kannst du Gift nehmen!«
(G. Keller: Die Leute von Seldwyla, 1856)

| Diese Briefe und Papiere existiren wirklich, darauf können Sie
| Gift nehmen.
|
| Was?
|
| Ich meine, darauf können Sie sich verlassen.
(F. Spielhagen: Problematische Naturen. Zweite Abteilung, 1862)

| Aber eine Heimlichkeit steckt dahinter; darauf nehme ich Gift.
(L. v. François: Die letzte Reckenburgerin, 1870)

| Warum kann sie der Kaiser nicht entschließen dich zu belehnen,
| nachdem du ihm Hunderttausende bezahlt hast? Weil er dein Mailand
| dem Borbone zudenkt, darauf nehme ich Gift.
(C. F. Meyer: Die Versuchung des Pescara, 1887)

| Darauf können Sie Gift nehmen, den Löffel werd ich Ihnen mit
| Vergnügen dazu leihen.
(W. Raabe: Im alten Eisen, 1887)

| Na, du wirst ja sehn! Vergangne Nacht hat mir wieder mal von
| Pflaumen geträumt, und dann kann ich jedesmal Gift darauf nehmen,
| daß es Skandal gibt!
(A. Holz: Die Familie Selicke, 1890)

| »Aber wie sollen wir uns denn mit der Kröte verständlich machen,
| wenn wir kein Englisch können? Auf unsern Buckel laden sie sie
| doch ab; darauf nehme ich jetzt schon Gift.
(W. Raabe: Die Akten des Vogelsangs, 1896)

Schöne Grüße,
Wolf


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 12, 2002, 1:45:04 PM8/12/02
to
Wolf Busch wrote:
>
> Mich überzeugt weder die Schnaps-Herleitung noch die Gabe-Herleitung.
> Der Erstbeleg ist laut DWB und Paul von 1856 (Gottfried Keller s. u.).

Ein schriftlicher Erstbeleg sagt absolut nichts darüber aus, wie lange eine
Redensart bereits existiert, insbesondere dann nicht, wenn die fragliche
Redensart aus dem Slang einer sozialen Randgruppe stammt.

> Die Bedeutung »Gabe« für »Gift« war damals schon veraltet. Außerdem
> wurde diese Redewendung nicht nur in der 2. Person verwendet; man
> sagte auch: »Darauf nehme ich Gift«. Warum sollte man selbst eine
> Gabe nehmen? Wie soll man das verstehen?

Die Möglichkeit, daß jemand sich selbst was Gutes tut, kannst Du Dir also
gar nicht vorstellen? "Darauf genehmige ich mir erst mal einen" - nie
gehört?


>
> Bei der Schnaps-Herleitung frage ich mich, wieso hier immer von
> »Gift nehmen« die Rede ist, nie von »Gift trinken«, was man doch
> erwarten könnte, wenn hier »Schnaps« gemeint ist.

Aus der Frage ist ersichtlich, daß Du Dich noch nie mit Rotwelsch
beschäftigt hast. Die Wendung "Gift nehmen" gab es sicher unabhängig von
Rotwelsch-ja-oder-nein (auch in anderen Sprachen als Deutsch. Bekanntlich
war es in der finsteren Antike möglich, jemanden dadurch zum Tode zu
verurteilen, daß man ihn zwang, Gift zu nehmen.), und da Gift nicht nur in
Flüssigform einnehmbar ist, heißt es eben "nehmen". Eine feststehende
Redewendung wörtlich beizubehalten aber inhaltlich umzudeuten ist im
Rotwelschen keine Rarität, sondern eher eine der Regeln.

> Natürlich wäre
> es möglich, daß um 1850 (oder früher) »Gift nehmen« im Sinne von
> »Schnaps trinken« verwendet wurde, aber das müßte man erst einmal
> belegen.

Eh bien: die Schnaps=Gift-Gleichung tauchte halt in einem
Rotwelsch-Vokabular auf. Ich ging einfach mal davon aus, daß der Autor kein
Idiot ist.

Außerdem bleibt dann die Frage, was der Schnaps in einer
> Beteuerungsformel zu suchen hat.

Die Formel kann ihre Bedeutung geändert haben und war ursprünglich
vielleicht gar keine Beteuerungsformel.

> Ich glaube, daß hier eindeutig das tötende Gift gemeint ist. Es
> geht hier eben um etwas, das so sicher wie der Tod ist (todsicher);
> um etwas, für dessen Wahrheit man mit dem Leben einsteht und für
> das man notfalls sterben würde.

Derartige Formeln gibt (oder gab) es haufenweise. "Mich soll der Blitz
treffen, wenn...", der Teufel holen, der Schlag treffen, ich wette meinen
Kopf - ein/e Sprecher/in spielte schon immer gern mit dem eigenen Leben,
wenn's drum ging, jemand anderen zu überzeugen.

Bei E. T. A. Hoffmann heißt es
> beispielsweise: »[...] daß sie nicht von meiner Hand sind, darauf
> will ich sterben.« (Der Goldene Topf, 1814). Statt »sterben« könnte
> da auch »Gift nehmen« stehen, ohne daß sich die Bedeutung ändert.
> Daß derartige Beteuerungsformeln nicht nur in der 1. Person
> verwendet werden, zeigen Beispiele wie: »darauf kannst du dein
> Leben verwetten«; »darauf könnt Ihr schwören«.
>
> Auf den CD-ROMs der »Digitalen Bibliothek« habe ich für diese
> Redensart folgende Belege aus dem 19. Jh. gefunden (chronologisch
> sortiert):

(Heißt das tatsächlich, daß es diese Redewendung in der Literatur der
vorhergehenden Epochen nicht gab, oder wurde das nur nicht untersucht?)

>> »Rede doch nicht so spaßhaft«, sagte Manz, »es wird wohl grad
>> gemacht, und zwar auf deiner Seite, darauf kannst du Gift nehmen!«
>> (G. Keller: Die Leute von Seldwyla, 1856)
>
>> Diese Briefe und Papiere existiren wirklich, darauf können Sie
>> Gift nehmen.
>>
>> Was?
>>
>> Ich meine, darauf können Sie sich verlassen. (F. Spielhagen:
Problematische Naturen. Zweite Abteilung, 1862)

Interessant. War der Adressat dieses Satzes mit der Wendung unvertraut? Wär
sie damals unter Gebildeteren also wirklich neu gewesen, daß Spielhagen
glaubt, die erklären zu müssen?

>> Aber eine Heimlichkeit steckt dahinter; darauf nehme ich Gift. (L.
>> v. François: Die letzte Reckenburgerin, 1870)

>> Warum kann sie der Kaiser nicht entschließen dich zu belehnen,
>> nachdem du ihm Hunderttausende bezahlt hast? Weil er dein Mailand
>> dem Borbone zudenkt, darauf nehme ich Gift. (C. F. Meyer: Die
>> Versuchung des Pescara, 1887)
>
>> Darauf können Sie Gift nehmen, den Löffel werd ich Ihnen mit
>> Vergnügen dazu leihen. (W. Raabe: Im alten Eisen, 1887)
>
>> Na, du wirst ja sehn! Vergangne Nacht hat mir wieder mal von
>> Pflaumen geträumt, und dann kann ich jedesmal Gift darauf nehmen,
>> daß es Skandal gibt! (A. Holz: Die Familie Selicke, 1890)
>
>> »Aber wie sollen wir uns denn mit der Kröte verständlich machen,
>> wenn wir kein Englisch können? Auf unsern Buckel laden sie sie
>> doch ab; darauf nehme ich jetzt schon Gift. (W. Raabe: Die Akten des
>> Vogelsangs, 1896)
>
> Schöne Grüße,
> Wolf

Daß Du Dir die Mühe gemacht hast, all die Beispiele hierherzusetzen, ist ja
löblich. Belege für die Verwendung einer Redewendung in der Literatur tragen
aber leider nichts zur Klärung der Frage bei, wie diese Redewendung
entstanden ist. Um Mißverständnissen vorzubeugen: ich habe keineswegs
behauptet, daß eine Herkunft aus dem Rotwelschen gesichert sei. Das ist
nicht mehr als eine plausible Hypothese, die allerdings durch Deinen Aufwand
nicht widerlegt - eigentlich nichtmal tangiert wird. Da der Erstbeleg in der
Literatur erst von 1856 zu sein scheint: es ist ebenso möglich, daß die
gebildeteren Herrschaften eine volkstümliche Wendung aufgeschnappt und auf
dem Hintergrund ihrer historischen Kenntnisse (zB Verurteilung zum
Selbstmord durch Gift) "mißverstanden" haben. Einige heute in der Sprache
vorkommende Redewendungen rotwelschen Ursprungs haben ja auch nicht mehr
dieselbe Bedeutung wie ehedem (kleines Beispiel: etwas ist "im Eimer" heißt
heute "kaputt/defekt/mißlungen/schiefgegangen" und meint im allgemeinen eine
Sache. Rotwelsch hieß es aber "in Angst sein" und bezog sich natürlich auf
eine Person).

(Am Rande: das Thema "Gift" wurde ab 1840 verschärft von der Literatur
(wieder-?)aufgegriffen, und zwar im damals neu entstandenen
"Feuilleton"-Roman, dessen berühmtestes Stück, "Les mystères de Paris" von
Eugène Sue, jede Menge Rotwelsch enthält, da die Literatur damals die
unteren sozialen Schichten als Thema entdeckt. Ob das was mit unserer Frage
zu tun hat, weiß ich derzeit selbst nicht, es fällt mir halt grad ein.)


Gruß----Laura


Wolf Busch

unread,
Aug 13, 2002, 2:46:30 AM8/13/02
to
"Laura E. Czeschick" schrieb:


> Wolf Busch wrote:
> >
> > Mich überzeugt weder die Schnaps-Herleitung noch die Gabe-Herleitung.
> > Der Erstbeleg ist laut DWB und Paul von 1856 (Gottfried Keller s. u.).
>
> Ein schriftlicher Erstbeleg sagt absolut nichts darüber aus, wie lange eine
> Redensart bereits existiert,

Immerhin wissen wir, daß sie vor etwa 150 Jahren schon existiert hat.
Außerdem gibt es in der zweite Hälfte des 19. Jh. mehrere Belege,
während es vorher überhaupt keinen gibt (jedenfalls ist offenbar bislang
keiner bekannt). Das ist schon auffällig.

> insbesondere dann nicht, wenn die fragliche
> Redensart aus dem Slang einer sozialen Randgruppe stammt.

Daß eine Redensart meist schon vor dem Erstbeleg existiert hat,
ist sowieso klar. Aber schriftliche Belege sind nun mal das einzige,
was man aus dieser Zeit hat, bei jüngeren Redensarten könnte man
ja eventuell noch ältere Leute befragen. Außerdem gibt es für
die Sprache sozialer Randgruppen durchaus auch Belege, sonst
wüßte man ja gar nichts darüber.

> > Die Bedeutung »Gabe« für »Gift« war damals schon veraltet. Außerdem
> > wurde diese Redewendung nicht nur in der 2. Person verwendet; man
> > sagte auch: »Darauf nehme ich Gift«. Warum sollte man selbst eine
> > Gabe nehmen? Wie soll man das verstehen?
>
> Die Möglichkeit, daß jemand sich selbst was Gutes tut, kannst Du Dir also
> gar nicht vorstellen? "Darauf genehmige ich mir erst mal einen" - nie
> gehört?

Natürlich, aber nicht im Zusammenhang mit einer Beteuerungsformel.
Außerdem paßt »darauf genehmige ich mir einen« eher zu »Schnaps« und
nicht zu »Gabe«, um die es hier ja zunächst einmal ging.

Beim Schnaps ist das Problem einfach, daß mir noch nie eine
Beteuerungsformel wie »darauf trinke ich Schnaps« oder »darauf kannst
du Schnaps trinken« untergekommen ist. Das ist in diesem Zusammenhang
völlig untypisch, wie ich finde.



> > Bei der Schnaps-Herleitung frage ich mich, wieso hier immer von
> > »Gift nehmen« die Rede ist, nie von »Gift trinken«, was man doch
> > erwarten könnte, wenn hier »Schnaps« gemeint ist.
>
> Aus der Frage ist ersichtlich, daß Du Dich noch nie mit Rotwelsch
> beschäftigt hast.

Ein bißchen schon. ;-)
Ich habe mehr als eine Devorimpille des chochemer Loschen im
Flitternikel.

> Die Wendung "Gift nehmen" gab es sicher unabhängig von
> Rotwelsch-ja-oder-nein (auch in anderen Sprachen als Deutsch. Bekanntlich
> war es in der finsteren Antike möglich, jemanden dadurch zum Tode zu
> verurteilen, daß man ihn zwang, Gift zu nehmen.), und da Gift nicht nur in
> Flüssigform einnehmbar ist, heißt es eben "nehmen". Eine feststehende
> Redewendung wörtlich beizubehalten aber inhaltlich umzudeuten ist im
> Rotwelschen keine Rarität, sondern eher eine der Regeln.

Dann wäre aber nicht nur das Wort »Gift« (Schnaps) aus dem
Rotwelschen übernommen worden, sondern das Syntagma »Gift nehmen«.
Das wäre dann dieser Fall:

> > Natürlich wäre
> > es möglich, daß um 1850 (oder früher) »Gift nehmen« im Sinne von
> > »Schnaps trinken« verwendet wurde, aber das müßte man erst einmal
> > belegen.
>
> Eh bien: die Schnaps=Gift-Gleichung tauchte halt in einem
> Rotwelsch-Vokabular auf.

Wir brauchen aber die Gleichung »Gift nehmen« = »Schnaps trinken«.
Sollte es übrigens statt »Gift nehmen« nicht eher »Gift schwächen«
oder etwas in der Art heißen?


> > Außerdem bleibt dann die Frage, was der Schnaps in einer
> > Beteuerungsformel zu suchen hat.
>
> Die Formel kann ihre Bedeutung geändert haben und war ursprünglich
> vielleicht gar keine Beteuerungsformel.

Ja, und vielleicht hat im 19. Jh. noch niemand »Gift« zu
»Schnaps« gesagt. Denn nicht einmal das wissen wir ja bis
jetzt. Von der Bedeutung von »Gift nehmen« im Rotwelschen
ganz zu schweigen. ;-)



> > Ich glaube, daß hier eindeutig das tötende Gift gemeint ist. Es
> > geht hier eben um etwas, das so sicher wie der Tod ist (todsicher);
> > um etwas, für dessen Wahrheit man mit dem Leben einsteht und für
> > das man notfalls sterben würde.
>
> Derartige Formeln gibt (oder gab) es haufenweise. "Mich soll der Blitz
> treffen, wenn...", der Teufel holen, der Schlag treffen, ich wette meinen
> Kopf - ein/e Sprecher/in spielte schon immer gern mit dem eigenen Leben,
> wenn's drum ging, jemand anderen zu überzeugen.
>
> Bei E. T. A. Hoffmann heißt es
> > beispielsweise: »[...] daß sie nicht von meiner Hand sind, darauf
> > will ich sterben.« (Der Goldene Topf, 1814). Statt »sterben« könnte
> > da auch »Gift nehmen« stehen, ohne daß sich die Bedeutung ändert.
> > Daß derartige Beteuerungsformeln nicht nur in der 1. Person
> > verwendet werden, zeigen Beispiele wie: »darauf kannst du dein
> > Leben verwetten«; »darauf könnt Ihr schwören«.
> >
> > Auf den CD-ROMs der »Digitalen Bibliothek« habe ich für diese
> > Redensart folgende Belege aus dem 19. Jh. gefunden (chronologisch
> > sortiert):
>
> (Heißt das tatsächlich, daß es diese Redewendung in der Literatur der
> vorhergehenden Epochen nicht gab, oder wurde das nur nicht untersucht?)

Auf den CD-ROMs sind auch ältere Werke, aber da taucht diese
Redewendung nicht auf. Der aktuelle Paul (10. Aufl. 2002) gibt als
Erstbeleg das Zitat von Gottfried Keller an. So steht das auch
schon im DWB, dessen Belegsammlung ja recht umfangreich ist. Eine
Vorstufe dieser Redensart aus dem Jahr 1670, die ebenfalls im DWB
erwähnt wird, wurde hier ja schon zitiert (siehe das Zitat aus dem
Röhrich).

Im DWB heißt es auch: »der lexikalische befund entspricht dem
literarischen: bei FRISCH, ADELUNG, CAMPE, SCHMELLER noch nicht
gebucht«. Das bedeutet, daß auch in den älteren Wörterbüchern diese
Redensart nicht verzeichnet ist (in einer Sprichwörtersammlung
von 1865 steht sie drin).



> >> »Rede doch nicht so spaßhaft«, sagte Manz, »es wird wohl grad
> >> gemacht, und zwar auf deiner Seite, darauf kannst du Gift nehmen!«
> >> (G. Keller: Die Leute von Seldwyla, 1856)
> >
> >> Diese Briefe und Papiere existiren wirklich, darauf können Sie
> >> Gift nehmen.
> >>
> >> Was?
> >>
> >> Ich meine, darauf können Sie sich verlassen. (F. Spielhagen:
> >>Problematische Naturen. Zweite Abteilung, 1862)
>
> Interessant.

Ja, das fand ich auch interessant. Denn das deutet darauf hin,
daß diese Redewendung, damals noch als erklärungsbedürftig
angesehen wurde, wie Du auch schreibst:

> War der Adressat dieses Satzes mit der Wendung unvertraut? Wär
> sie damals unter Gebildeteren also wirklich neu gewesen, daß Spielhagen
> glaubt, die erklären zu müssen?

An dieser Stelle des Romans geht es um einen Mann, der mit seiner
Tante redet (die diese Redewendung nicht versteht).

[...]


> Daß Du Dir die Mühe gemacht hast, all die Beispiele hierherzusetzen, ist ja
> löblich.

Das macht keine Mühe, sondern Spaß. ;-)

> Belege für die Verwendung einer Redewendung in der Literatur tragen
> aber leider nichts zur Klärung der Frage bei, wie diese Redewendung
> entstanden ist.

Doch. Ohne Kenntnis der literarischen und lexikalischen Belege
kann man phantasievolle Volksetymogelei betreiben, mehr nicht. ;-)

> Um Mißverständnissen vorzubeugen: ich habe keineswegs
> behauptet, daß eine Herkunft aus dem Rotwelschen gesichert sei.

Das habe ich auch nicht anders aufgefaßt. Ich habe ja auch gar
nichts gegen Spekulationen und neue, ungewöhnliche Ideen; im
Gegenteil, das finde ich hochinteressant.

> Das ist nicht mehr als eine plausible Hypothese, die allerdings
> durch Deinen Aufwand nicht widerlegt - eigentlich nichtmal tangiert wird.

Ich finde Deine Hypothese nun mal unplausibel, ich kann das leider
nicht ändern, das ist eben so. Ist doch nicht so schlimm, oder? ;-)

> Da der Erstbeleg in der
> Literatur erst von 1856 zu sein scheint: es ist ebenso möglich, daß die
> gebildeteren Herrschaften eine volkstümliche Wendung aufgeschnappt und auf
> dem Hintergrund ihrer historischen Kenntnisse (zB Verurteilung zum
> Selbstmord durch Gift) "mißverstanden" haben.

Das ist freilich möglich, aber Literatur wurde nicht nur von
»gebildeteren Herrschaften« verfaßt. In der Literatur begegnet einem
auch der »stinkende Atem des Volks« (J. M. R. Lenz).

> Einige heute in der Sprache
> vorkommende Redewendungen rotwelschen Ursprungs haben ja auch nicht mehr
> dieselbe Bedeutung wie ehedem (kleines Beispiel: etwas ist "im Eimer" heißt
> heute "kaputt/defekt/mißlungen/schiefgegangen" und meint im allgemeinen eine
> Sache. Rotwelsch hieß es aber "in Angst sein" und bezog sich natürlich auf
> eine Person).

Interessant. Woher stammt denn diese Erklärung?

Schöne Grüße,
Wolf

Wolf Busch

unread,
Aug 13, 2002, 2:46:09 AM8/13/02
to
Anette Stegmann schrieb:

> {2002-08-12 17:15} "Wolf Busch":

>
> > Mich überzeugt weder die Schnaps-Herleitung noch die
> > Gabe-Herleitung.
>
> Zusätzlich zu den schon von mir genannten Herleitungen, noch
> folgende Idee:
>
> Wenn jemand sehr vertrauenswürdig ist, dann könnte man auf sein
> Geheiß hin sogar "Gift" nehmen und sicher sein, daß man keinen
> Schaden nimmt. Wenn Gott beispielsweise zu Abraham sagt, er
> solle seinen Sohn töten, dann tut Abraham dies. Er hat also die
> Einstellung, "auf Gottes Wort hin, kannst du deinen Sohn töten".
>
> Wenn Gott nun zu Abraham sagte "Nimm Gift!", dann würde Abraham
> sicher auch Gift nehmen, weil er eben Gottes Wort für so
> vertrauenswürdig hält, daß er daraufhin auch Gift nehmen kann.

Küpper (Wb. der dt. Umgangssprache) weist in diesem Zusammenhang
auch auf Markus 16, 18 hin.

| 17Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben,
| sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit
| neuen Zungen reden.
| 18Schlangen vertreiben; und so sie etwas Tödliches trinken,
| wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände
| legen, so wird es besser mit ihnen werden.
[Luther-Bibel 1912: Das Markusevangelium. (vgl. Mk 16, 17-18)]

> Etwas abgeschwächt findet man dies im Arztrezept wieder, auf das
> hin man in einer Apotheke auch giftige Substanzen erhalten kann.
[...]

Ja, diese Erklärung favorisiert ja auch Röhrich (Küpper erwähnt sie
ebenfalls), der hier schon zitiert wurde:

| Wahrscheinlicher ist die Herkunft vom ärztlichen Rezept her,
| auf das hin der Kranke getrost eine gifthaltige Arznei einnehmen
| kann, ohne einen Nachteil befürchten zu müssen.

(Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten)

Schöne Grüße,
Wolf


Rian van der Borgt

unread,
Aug 13, 2002, 7:55:53 PM8/13/02
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
>Anette Stegmann <anette_s...@gmx.de> wrote:
>| Darauf kannst du Gift nehmen: darauf kannst du dich
>| verlassen,

[...]

>| Die Wendung ist auch
>| mundartlich verbreitet, z.B. heißt es schleswig-holsteinisch
>| 'Dor kannst du Gift op nehmen'. Vgl. auch niederländisch 'Daar
>| kun je donder op zeggen' und englisch 'You can lay your shirt
>| on it'.

Warum hat man dort nicht einfach das niederländische "daar kun je gif op
innemen" genommen (also wörtlich das gleiche)...?

>[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Gift, S. 2. Digitale
>Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,
>S. 2194 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 548-549) (c) Verlag
>Herder]

Grüße,

Rian

--
Rian van der Borgt, Leuven/Löwen, Belgien.
email: rvdb...@xs4all.nl www: http://www.xs4all.nl/~rvdborgt/

Ralf Heinrich Arning

unread,
Aug 14, 2002, 10:51:52 AM8/14/02
to
Rian van der Borgt <rvdb...@xs4all.nl> wrote:

> Ralf Heinrich Arning wrote:
> >Anette Stegmann <anette_s...@gmx.de> wrote:
> >| Darauf kannst du Gift nehmen: darauf kannst du dich
> >| verlassen,
>
> [...]
>
> >| Die Wendung ist auch
> >| mundartlich verbreitet, z.B. heißt es schleswig-holsteinisch
> >| 'Dor kannst du Gift op nehmen'. Vgl. auch niederländisch 'Daar
> >| kun je donder op zeggen' und englisch 'You can lay your shirt
> >| on it'.
>
> Warum hat man dort nicht einfach das niederländische "daar kun je gif op
> innemen" genommen (also wörtlich das gleiche)...?

Das mußt du Herrn Röhrich fragen. ;-)


>
> >[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Gift, S. 2. Digitale
> >Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,
> >S. 2194 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 548-549) (c) Verlag
> >Herder]

Aber uns interessiert ja noch die Frage, woher die Redewendung kommt.
Hast Du einen frühen Beleg für die von Dir zitierte Version?

Ralf

Rian van der Borgt

unread,
Aug 14, 2002, 2:38:19 PM8/14/02
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
>Rian van der Borgt <rvdb...@xs4all.nl> wrote:
>>Ralf Heinrich Arning wrote:
>>>Anette Stegmann <anette_s...@gmx.de> wrote:
>>>| Darauf kannst du Gift nehmen: darauf kannst du dich
>>>| verlassen,
>>>| Die Wendung ist auch
>>>| mundartlich verbreitet, z.B. heißt es schleswig-holsteinisch
>>>| 'Dor kannst du Gift op nehmen'. Vgl. auch niederländisch 'Daar
>>>| kun je donder op zeggen' und englisch 'You can lay your shirt
>>>| on it'.
>>
>>Warum hat man dort nicht einfach das niederländische "daar kun je gif op
>>innemen" genommen (also wörtlich das gleiche)...?
>
>Das mußt du Herrn Röhrich fragen. ;-)

:-)

Also, ich habe mal mein Wörterbuch ausgepackt (ich renoviere gerade...).
Im "Van Dale" (10. Auflage 1976) steht diese Redewendung, mit dem
Vermerk, das sie aus dem Hochdeutschen stammt:

II *gift*, o. (-en), *gif*, vergift, venijn : [...] (zegsw.) /daar kun
je gif op innemen/ (< Hd.), dat is absoluut zeker, daar kun je donder op
zeggen [...]

[*xxx* = Fett; /xxx/ = kursiv]

Also, vielleicht darum...

>>>[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Gift, S. 2. Digitale
>>>Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten,
>>>S. 2194 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 548-549) (c) Verlag
>>>Herder]
>
>Aber uns interessiert ja noch die Frage, woher die Redewendung kommt.
>Hast Du einen frühen Beleg für die von Dir zitierte Version?

Es steht im Wörterbuch leider keine Jahreszahl dabei. Das sehr
umfassende und teure WNT (Woordenboek der Nederlandse Taal) habe ich
leider nicht. Darin gibt es aber wahrscheinlich schon Jahreszahle.

Laura E. Czeschick

unread,
Aug 14, 2002, 3:29:43 PM8/14/02
to
Rian van der Borgt wrote:
> Ralf Heinrich Arning wrote:
>> Rian van der Borgt <rvdb...@xs4all.nl> wrote:
>>> Warum hat man dort nicht einfach das niederländische "daar kun je
>>> gif op innemen" genommen (also wörtlich das gleiche)...?
>>
>
> Also, ich habe mal mein Wörterbuch ausgepackt (ich renoviere
> gerade...). Im "Van Dale" (10. Auflage 1976) steht diese Redewendung,
> mit dem Vermerk, das sie aus dem Hochdeutschen stammt:

Also "einmal 1. Klasse Leuven und zurück." Na schön, ich liebe Leuven.

> II *gift*, o. (-en), *gif*, vergift, venijn : [...] (zegsw.) /daar kun
> je gif op innemen/ (< Hd.), dat is absoluut zeker, daar kun je donder
> op zeggen [...]

"Darauf kannst du Donner sagen"? Das haben wir auf deutsch glaub ich nicht.
Tatsächlich, mein Wörterbuch übersetzt das mit "darauf kannst du Gift
nehmen." Die Gedankengänge dahinter scheinen mir aber doch recht
verschieden. Die Donner-Version klingt so schön alt & heidnisch. Rian, fände
man die Herkunft dieser Redewendung auch im WNT? (Ich komme irgendwann ja
mal wieder an der richtigen Bibliothek vorbei ... hoffe ich.)

> [*xxx* = Fett; /xxx/ = kursiv]
>
> Also, vielleicht darum...
>
>>

>> Aber uns interessiert ja noch die Frage, woher die Redewendung kommt.
>> Hast Du einen frühen Beleg für die von Dir zitierte Version?
>
> Es steht im Wörterbuch leider keine Jahreszahl dabei. Das sehr
> umfassende und teure WNT (Woordenboek der Nederlandse Taal) habe ich
> leider nicht. Darin gibt es aber wahrscheinlich schon Jahreszahle.
>
> Grüße,
>
> Rian

Gruß----Laura


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 14, 2002, 7:07:47 PM8/14/02
to
Wolf Busch wrote:
>
>
>> Etwas abgeschwächt findet man dies im Arztrezept wieder, auf das
>> hin man in einer Apotheke auch giftige Substanzen erhalten kann.

Darauf kann man wohl Gift bekommen, aber nehmen...

> Ja, diese Erklärung favorisiert ja auch Röhrich (Küpper erwähnt sie
> ebenfalls), der hier schon zitiert wurde:
>
>> Wahrscheinlicher ist die Herkunft vom ärztlichen Rezept her,
>> auf das hin der Kranke getrost eine gifthaltige Arznei einnehmen
>> kann, ohne einen Nachteil befürchten zu müssen. (Röhrich: Lexikon
>> der sprichwörtlichen Redensarten)

Dagegen spricht das anscheinend doch recht jugendliche Alter der
Redewendung. Die dann auch hieße "etwas ist so sicher wie ein ärztliches
Rezept" -? Das wär ja glatt das Gegenteil! Die traditionelle Bezeichnung
"Giftmischer" für Ärzte oder Apotheker läßt da nichts Gutes ahnen ...
Röhrich klingt mir zu naiv.

> Schöne Grüße,
> Wolf

Gruß---Laura


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 14, 2002, 8:17:40 PM8/14/02
to
Wolf Busch wrote:
> "Laura E. Czeschick" schrieb:

>
>> insbesondere dann nicht, wenn die fragliche
>> Redensart aus dem Slang einer sozialen Randgruppe stammt.
>
> Daß eine Redensart meist schon vor dem Erstbeleg existiert hat,
> ist sowieso klar. Aber schriftliche Belege sind nun mal das einzige,
> was man aus dieser Zeit hat, bei jüngeren Redensarten könnte man
> ja eventuell noch ältere Leute befragen. Außerdem gibt es für
> die Sprache sozialer Randgruppen durchaus auch Belege, sonst
> wüßte man ja gar nichts darüber.

> Beim Schnaps ist das Problem einfach, daß mir noch nie eine


> Beteuerungsformel wie »darauf trinke ich Schnaps« oder »darauf kannst
> du Schnaps trinken« untergekommen ist. Das ist in diesem Zusammenhang
> völlig untypisch, wie ich finde.

> Wir brauchen aber die Gleichung »Gift nehmen« = »Schnaps trinken«.


> Sollte es übrigens statt »Gift nehmen« nicht eher »Gift schwächen«
> oder etwas in der Art heißen?

Bei Gefinkel, ja, da hieß es so. Wenn aber Gift = Schnaps sein sollte, dann
dürfte aber bei der Übernahme die Substantiv-Verb-Kombination beibehalten
worden sein. (Von diesen Kombinationen gibt es doch jede Menge: "Verdacht
schöpfen", "das Wort ergreifen", "Entscheidung fällen", "Abrede treffen" -
und eben auch "Gift nehmen".)

>>> Außerdem bleibt dann die Frage, was der Schnaps in einer
>>> Beteuerungsformel zu suchen hat.
>>
>> Die Formel kann ihre Bedeutung geändert haben und war ursprünglich
>> vielleicht gar keine Beteuerungsformel.
>

>> Belege für die Verwendung einer Redewendung in der Literatur tragen
>> aber leider nichts zur Klärung der Frage bei, wie diese Redewendung
>> entstanden ist.
>
> Doch. Ohne Kenntnis der literarischen und lexikalischen Belege
> kann man phantasievolle Volksetymogelei betreiben, mehr nicht. ;-)

Unter Volksetymologie verstehe ich was anderes: wie daß man am
St.-Bonifatius-Tag keine Bohnen legen soll (oder gerade, hab's mir in
Ermangelung eines Gartens nicht gemerkt und mag eh keine Bohnen) oder daß
man (in Frankreich) bei Ohrenkrankheiten den Hl. Louis anruft, weil er wie
l'ouïe = Gehör klingt - so etwa.

>> Einige heute in der Sprache
>> vorkommende Redewendungen rotwelschen Ursprungs haben ja auch nicht
>> mehr dieselbe Bedeutung wie ehedem (kleines Beispiel: etwas ist "im
>> Eimer" heißt heute "kaputt/defekt/mißlungen/schiefgegangen" und
>> meint im allgemeinen eine Sache. Rotwelsch hieß es aber "in Angst
>> sein" und bezog sich natürlich auf eine Person).
>
> Interessant. Woher stammt denn diese Erklärung?
> Schöne Grüße,
> Wolf

Hier ein paar weitere Beispiele:

unter aller Sau = jidd. ssea Maßstab
Mäuse, Most, Moos (Geld) = jidd. moess Geld
ist im Eimer = jidd. emo = Furcht
kess = jidd. Buchstabe k = Anfangsbuchstabe von kochem klug
dufte = jidd. tow gut
Kürbis (Kopf) = lat. caput
blau machen = jidd. belo ohne, rw. blau = nicht(s)
ist Essig = jidd. hesek Schaden
flöten gehen = jidd. pleite fort
Pleitegeier = "Fortgeher"
auf die Schippe nehmen = jidd. chiba Liebe (auf die "süße Tour" nehmen)
Zaster = zig. saster Eisen
Schlammassel = dt. schlimm + jidd. masol Stern, Glück
Sargnagel = jdd. sarchen stinken
Sauregurkenzeit = jidd. zore Sorge + jidd. joker teuer ("zores jokres")
einen guten Rutsch wünschen = jidd. rosch Kopf, Anfang
Hals- und Beinbruch = jidd. hazloche broche Glück und Segen
auf den Wecker gehen = jidd. wochar er hat aufgeregt

Das stammt aus Puchner (bin etwas faul, nun alle nochmal nachzusehen);
bevorzugt hatte ich diejenigen rausgeschrieben, die im heutigen
Sprachgebrauch vorkommen und deren Herkunft aus dem Rotwelschen im
allgemeinen unbekannt ist. (Das hiesige (hessische) Rotwelsch enthält
übrigens viel mehr Begriffe aus der "Zigeunersprache", die in die
Alltagssprache kaum eingegangen sind.)

Hier noch ein paar Synonyme für Schnaps (gleichfalls aus Puchner):
Bindfaden
Brandenburger
Brennabi
Duft
Finkeljochen
Fünkler
Fusel
Gift
Gotteswort
Husarenkaffee
Jasch, Jaß
Jochen
Katschedi
Lack
Lötwasser
Nordlicht
Rachenputzer
...

(Wie man sieht, sind Wörter dabei, die tatsächlich schlicht deutschen
Ursprungs sind. Für "Gift" gibt Puchner deutsche Herkunft an.) Die Liste ist
keineswegs komplett. Schnaps gehört, wie Sex, Frau, Wirtshaus, Essen und
Geld, zu den Dingen, für die es die meisten Synonyme gibt.

"Man gönnt sich ja sonst nichts!"

Gruß----Laura

Martin Ernst

unread,
Aug 15, 2002, 3:37:17 AM8/15/02
to
> man (in Frankreich) bei Ohrenkrankheiten den Hl. Louis anruft, weil er wie
> l'ouďe = Gehör klingt - so etwa.

Hat der denn Telefon?

:-) Martin


Laura E. Czeschick

unread,
Aug 15, 2002, 8:39:42 AM8/15/02
to

Martin Ernst wrote:
>> man (in Frankreich) bei Ohrenkrankheiten den Hl. Louis anruft, weil

>> er wie l'ouïe = Gehör klingt - so etwa.


>
> Hat der denn Telefon?
>
> :-) Martin

Ts ts ts diese bedauernswerten Gegenwärtler, die Deutsch nur noch in
Verbindung mit Technik kennen - Hauptsache, issn Kabel dran, wie? (Noch
besser: und dann schon wieder keins mehr.)


Gruß---- Laura


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