Schreib ich das so richtig:
"Er sagte, es gebe viel zu tun."
Schreibt man hier gEbe oder gÄbe??? Wie merke ich mir den Unterschied am
besten?
danke,lg
> Hi!
>
> Schreib ich das so richtig:
>
> "Er sagte, es gebe viel zu tun."
>
> Schreibt man hier gEbe oder gÄbe???
Gebe.
"Gäbe" schreibt man, wenn es in Wirklcihkeit nicht
viel zu tun gibt: "Er sagt, es gäbe viel zu tun,
wenn die Firma mehr Aufträge hätte".
> Wie merke ich mir den Unterschied am
> besten?
Vielleicht mit dem zweiten Satz (gÄbe/hÄtte).
Was sagte er denn? Es kommt IMHO darauf an, ob er "es gibt viel zu tun" oder
"es gab viel zu tun" sagte.
Viele Grüße
Jaakob.
Es ist ein Unterschied in der Aussage
Strenggenommen.
Jedoch wird er in der Praxis kaum beachtet.
"Er sagte, es gebe viel zu tun."
Das ist indirekte, also berichtende Rede. Sie steht im Konjunktiv I..
Sie sagt in diesem Falle nichts über die Einstellung des
Wiedergebenden zum Inhalt.
Der Satz:" Er sagt, es gäbe viel zu tun. "enthält einen Konjunktiv II.
Dieser stellt die Zweifel des Sprechers dar.
Dieses Modell funktioniert jedoch so zweifelsfrei nur bei den
Personen, deren Formen sich deutlich unterscheiden, wie in der 3.
Pers. Singular. Ebenso die 2. Pers. Sing. und die 2. Pers. Pl. lassen
diese Unterscheidung zu. Desgleichen die unregelmäßigen Formen des
Verbs "sein". Auch die modalen Hilfsverben erlauben diese
Differenzierung außer in der 1. und 3. Pers. Pl.. Deshalb werden sie
hier zur Kennzeichnung des Sachverhalts sinnvollerweise herangezogen,
falls jemand die genau nimmt.
Gruß
Gunhild
Von den Unterschieden in der Beutung war schon die Rede.
Bei sorgfälltiger Aussprache sollte man den Unterschied auch hören:
['ge:bə] vs. ['gɛ:bə],
(geschlossenes oder offenes E, ungerundeter halbgeschlossener
Vorderzungenvokal oder ungerundeter halboffener Vorderzungenvokal)
Lars
Nein, was Du meinst, ist:
Er: "Es gibt viel zu tun."
Er sagte, es gebe viel zu tun.
Er: "Es gab viel zu tun."
Er sagte, es habe viel zu tun gegeben.
Ansonsten ACK Lothar.
chr
Diese Variante brauchen wir doch für "Es hat viel zu tun gegeben".
Viele Grüße
Jaakob
> Diese Variante brauchen wir doch für "Es hat viel zu tun gegeben".
Dafür ist sie auch verwendbar.
vG
JA, dafür auch. Aber Du hast den falschen
Satzteil in die Vergangenheit setzen wollen.
chr
In der indirekten Rede steht grundsätzlich der Konjunktiv Präsens.
Wenn sich allerdings der Konjunktiv Präsens nicht vom Indikativ
Präsens unterscheidet, setzt man statt dessen den Konjunktiv Imperfekt
ein. Logisch, denn sonst könnte man ja den Konjunktiv überhaupt nicht
als solchen erkennen.
Formen des Ind. Präsens: ich gebe, du gibst, er gibt, wir geben, ihr
gebt, sie geben.
Formen des Konj. Präsens: ich gebe, du gebest, er gebe, wir geben, ihr
gebet, sie geben.
Formen des Konj. Imperfekt: ich gäbe, du gäbest, er gäbe, wir gäben,
ihr gäbet, sie gäben.
Er gibt zu viel Geld aus ==> Sie behauptet, er gebe zu viel Geld aus.
Du gibst zu viel Geld aus ==> Sie behauptet, du gebest zu viel Geld
aus.
Ich gebe zu viel Geld aus ==> Sie behauptet, ich gäbe (nicht: "gebe")
zu viel Geld aus.
Sie geben zu viel Geld aus ==> Er behauptet, sie gäben (nicht "geben")
zu viel Geld aus.
Alfred Bomanns
Das Beste an der Zukunft ist, daß sie noch nicht da ist. (Scott Adams, The Dilbert Principle)
Ne, der SAtz muss schon in die Vergangenheit, nur eben ins Perfekt, weil es
keinen echten Konjunktiv Präteritum gibt.
Ich dachte halt nur, dass der Konjunktiv II neben seiner Rolle als Irrealis
auch ein Konjunktiv im Präteritum sei. Ein Blick in meine Duden-Grammatik
von 1984 hat mich aber darüber belehrt, dass es diese Verwendung im
Deutschen so nicht gibt. Ich glaube auch nicht, dass ich sie in der Praxis
so verwendet habe, es war also nur ein Irrtum in der Theorie.
Viele Grüße
Jaakob
Wirklich? Das hängt doch vom Tempus in der direkten Rede ab. Wenn die
direkte Rede im Präsens steht, stimme ich zu.
> Wenn sich allerdings der Konjunktiv Präsens nicht vom Indikativ
> Präsens unterscheidet, setzt man statt dessen den Konjunktiv Imperfekt
> ein. Logisch, denn sonst könnte man ja den Konjunktiv überhaupt nicht
> als solchen erkennen.
Diese Regel wende ich nicht an, da ich sie überflüssig finde. Dass es sich
um indirekte Rede handelt, erkennt man doch fast immer aus dem Kontext.
Immer mehr Sprecher verwenden ja sogar dort den Indikativ, wo er nicht mit
dem Konjunktiv I gleich ist. Das klingt für mich nur falsch, erzeugt aber
überhaupt kein Verständnisproblem.
Viele Grüße
Jaakob
> Gebe.
> "Gäbe" schreibt man, wenn es in Wirklcihkeit nicht
> viel zu tun gibt: "Er sagt, es gäbe viel zu tun,
> wenn die Firma mehr Aufträge hätte".
Die Duden-Grammatik (die ich wegen meines Irrtums unten konsultiert habe,
ist anderer Meinung): Sie sieht keinen Bedeutungsunterschied zwischen
Indikativ/Konjunktiv I/Konjunktiv II.
Ich kenne den von dir vorgeschlagenen Unterschied auch und finde ihn recht
charmant. Wenn man es so macht, sollte man aber nicht bei jedem Konjunktiv
II eines anderen Sprechers eine Distanzierung vermuten. Außerdem sollte man
dann nicht bei Formengleichheit von Indikativ und Konjunktiv I auf den
Konjunktiv II gehen, da man sich dann die Möglichkeit nimmt, sich per
Konjunktiv II zu distanzieren.
Viele Grüße
Jaakob